1835 / 254 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ineobesondere tung bheiten bezogen wurde, veranlaßte ein laͤngeres Hin und Herre⸗

aber ich frage Rede behauptet hat, rdiums der Rede des ich im mindesten

s in Irland, von

und Herrschaft uͤberantworten zu ob irgend etwas, das er im Lau das große und hochtbnende Them edlen Grafen begruͤnden kann? 2 den Wunsch hege, das Ansehen des dem die Rede war, zu vermehren, one dessen Macht und Einfluß auszudehnen. Als aber der edle Graf von Macht, Einfluß und Ansehen redete, hatte er seinerseits sicherlich vergessen, unter wel⸗ cher Regierungsform wir leben; er hatte vergessen, daß wir von Volks⸗Versammlungen beherrscht werden; er hatte vergessen, doß wir unter einer Regierung leben, welche in bedeuten⸗ dem Maße volksthuͤmlich ist und dies waͤhrend der letz⸗ ten Jahre noch mehr geworden ist; dies naͤmlich ist das Resultat nicht sowohl der neuerdings angenommenen Gesetze, als vielmehr der allgemein verbreiteten und noch immer an Intensitaͤt gewinnenden Stimmung im Lande. (Beifall.) Da aber gesetzliche Maßnahmen nicht allein den Zustand der Dinge hervorgerufen ba⸗ ben, in welchem wie leben, so ist es nicht moͤglich, daß die Ansich⸗ ten von Personen, welche großen Einfluß, großes Ansehen und große Autoritaͤt im Lande besitzen, voͤllig gleichguͤltige Dinge seyen, weder fuͤr die Regierung, welche sie unterstuͤtzen, noch fuͤr die Regierung, der sie gegenuͤberstehen. Es ist nicht meine Ablicht, irgend etwas Acht ngswidriges über die Administration zu aͤußern, welche derje⸗ nigen, an deren Spitze ich zu stehen die Ehre babe, voranging, auch zmeiß ich nicht, ob der edle Graf zu jenec Administration in freund⸗ lichen oder feindlichen Verhaͤltnisen stand; aber das kann ich be⸗ haupten, daß ich von Seaten derselben nie eine Abneigung egen Unterstuͤtzung von⸗ Seiten des Volks wahrnahm. (Gro⸗ er Beifall)) Ich nahm nie einen großen Widerwillen bei ihr wahr, um diese Unterstuͤtzung zu werben, sse zu suchen, sich ihr in die Arme zu werfen. Es schien mir im Gegentheil, daß der ganze Zweck jener Regierung dahin ging, das Volk zu leiten uno zu kontrolliren; alle ihre Maßregeln waren, meiner Ansicht nach, eine Reibe von Gauklerkuͤnsten (Gelaͤchter und Beifall), dar⸗ auf berechnet, das Volt zu locken und fuͤr sich zu gewinnen. Mei⸗ ner Ansicht nach ist es daher nicht billig, daß diejenigen, welche ganz nuwetfelhaft diese Politik befolgen, Anderen, welche sich nicht zu einer solchen Politik dekennen, Vorwuͤrfe machen, welche sie in der That nicht verdienen, und wesche ich meinerseits gänz'ich zu⸗ rückweist. Der edle Graf hat auch nicht eine Thatsache zum Be⸗ lege seiner Behauptungen angetuͤhrt. Aus seinen Acußerungen geht her⸗ vor, daß er die Partei desgelehrten Heren, von dem er redete (O'Conn⸗l!), fuͤr die extremste im Lande haͤlt. Diese jedoch leitete uns sicherlich nicht; wobl aber weiß ich, daß wir von anderen Ultras beherrscht werden, daß wir ihrer Obermacht und Lestung unterworfen siad, und daß wir gezwungen werden, die Maßregeln einer Majoritaͤt zu adoptiren, welche sich durch ihre blindesten, heftigsten und unnach⸗ giedigsten Mitglieder leiten laͤßt. Die Bemerkungen des edlen Gra⸗ fen finden auf uns keine Anwendung, aber meiner Ansicht nach giett es eine Partei, auf welche sie Anwendung finden. Ich behaupte, daß es eine Partei giebt, welche durch ihre heftigsten Anhaͤnger zur Annahme von Maßregeln verleitet wird, welche sie selbst miß⸗ billigen muß, Maßregeln, von denen sie unweise und aͤußerst unklug sind. Nach der Art und Weise zu schließen, wie dieses Haus in Bezu, auf Gesetz⸗ Vors nlaͤge verfabren ist, welche Jedermann als vortheilhaft fuͤr das Land nerkannte, soll es mich nicht wundern, im Gegentheil erwarte ich es zu sehen, daß jene Partei gelegentlich auf der ministeriellen Seite des „Nauses Maßregelu verfechten wird, welche sie auf jener (der Oppositions⸗) Solte bekaͤmpfte. Nur den Trost bietet dieser Um⸗ Fand dar, daß die mit solcher Vrhemenz verkuͤndeten Meinungen wenigsteas nicht unveraͤnderlich sind. Doch wiederhole ich, daß es mctacr Ansicht nach eine andere Partei giebt, welche die ungluͤckli⸗ mwercrise in ihren Haͤnden befindliche Macht eben so verdarblich aus⸗ Aot, als es die Partei thun wuͤrde, welche die erste Ursache der statt⸗ gebabten Bemerkungen war, und deren Meinunzgen ich weniger als irgend Jemand bizige.“

Unterhaus. Sitzung vom 1. September. (Nach⸗ trag.) Eine Bemerkuing des

Geistlichkeit auf ihre Zehnten⸗Forderungen vorgeschossene naͤmlich daß diese Bill ganz unpassend sey, da die sogenannten Hreunde des Klerus sich jeder Reform desselben widersitzten,

veranlaßte den ehemaligen Secretair fuͤr Irland, Sir H. Har⸗ dinge, zu einer Entgegnung. auf das Oberhaus hoͤchst unpassend und meinte seinerseits, die

Bill sey weiter nichts, als eine Indemnitaͤts⸗Bill fuͤr die jetzigen Minister, denen sonst die Verantwortlichkeit

fuͤr die Ruͤckzahlungen oblaäͤge. Dies wollte wieder der

Kanzler der Schatzkammer, Herr Spring Rice, nicht

gelten lassen, welcher behauptete, die

1.8. Min ster hatte sich im Laufe seiner Rede des Wortes „schikands“ (petlitoggiug) bedient, und dieser Ausdruck, der von Sir H. Hardinge auf die Maßnahmen des vorigen Ministeriums und auf seine Verwaltung der Irlaͤndischen Angelegen⸗

che den jetzigen Zustand der Dinge herbeigefuͤhrt haͤtter.

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8 den, welches jedoch mit der Erklaͤrung des Herrn Spring Rice endete, daß er den Ausdruck nicht in der von Sir H. Hardinge ermutheten Beziehung zebraucht habe. Den muͤhselig beendeten Streit nahm iadeß gleich darauf Herr Grattan, eines der Ir⸗ laͤndischen Mitglieder des Hauses, wieder auf. Er aͤußerte, daß Sir H. Hardinge, wenn ihm schon jetzt die Bemerkungen des Kanziers der Schatzkammer nicht behagten, neoch unzufriedener eyn werde, wenn er am Ende der Session eine noch staͤrkere Sprache von Englischen, nicht etwa nur Irlaͤndischen Mitgliedern des Hauses, in Bezug auf die Irtaͤndische Zehnten⸗Bill werde oͤren muͤssen, welche das andere Haus mit seiner gewoͤhnlichen Bosheit verworfen habe. (Auf den Ruf zur Hrdnung wieder⸗ olte Herr Grattan den Ausdruck: mit seiner gewoͤhnlichen Bos⸗ heit.) „Zwei Englische Mitglieder des Parlaments“, fuhr Hr. Grattan fort, „sind uͤber einen auf Irland bezuͤglichen Gegen⸗ stand sehr in Hitze gerathen; das ist eine Nevitaͤt, uͤber die ich mich freue. Ich bin eia Repraͤsentant Irlands, und ich hoffe, ich werde ganz kalt bleiben.“ Diese Hoffnung, der durch den Erfolg keinesweges entsprochen wurde, erregte großes Gelaͤchter; es folgte derselben eine Vertherdigung des jetzigen Ministeriums und ein Angriff auf die Tory⸗Verwaltung, die sich ꝛit einer Postrophe an Sir H. Harbeinge schloß, in welcher demselben Infaͤhigkeit im Verwaltungsfache und zugleich eine angebliche eußerung, daß er mit 30,000 Mann wohl die Zehnten beitrei⸗ ben wolle, zum Vorwurfe gemacht wurde. Der letzten Angabe widersorach der Angegriffene. Haer Grattan aber ließ sich da⸗ urch nicht stoͤren, sondern fuhr in seinen Anklagen fort und ehauptete unter Anderem, daß es absurd sey, anzunehmen, ein guter Soldat, wie Sir H. Hardinge, koͤnne auch zugleich ein guter Redner und guter Staatsmann seyn. Sir H. Hardinge meinte darauf, wenn man den Veleg fuͤr eine Absurditaͤt haben wolle, so brauche man nicht weit zu suchen, die Rede des Herrn Grattan biete ihn dar. Mit der Replik des Herrn Gratran, daß er jebenfalls vorgezogen haben wuͤrde, hoͤflich zu seyn und nicht impertinent, war der Gireit geschlossen und es kam nun bie Reiht des Handelns aͤn den Vorsitzer des Ausschusses, Herrn Pernal, und die Freunde der beiden Redner, heren reyrinten

Bemuͤhungen es gelang, dis Facht insefern ungeschehen zu ma⸗

Ste,

weiß, daß sie aͤußerst

Herrn Hume uͤber die Bill wegen - 1— Suspension der Ruͤckzahlungs⸗Termine fuͤr die der Irlaͤndischen Koͤnig seinen Neffen, Prinzen Georg von Cambridge, folgender⸗ Million, in dem Alter, um das Recht vom Unrechte unterscheiden zu koͤn⸗

Er fand naͤmlich diesen Angriff

jetzigen Minister be⸗ duͤrften keiner Indemnitaͤts⸗Bill, wohl aber wuͤrden die Panatikee Rechenschaft von ihren Handlungen geben muͤssen, wel⸗

chen, als von beiden Seiten ein Widerruf der beleidigenden Aus⸗ druͤcke stattfand. 1

London, 4. Sept. Der kommende Dienstag ist der Jah⸗ restag der Kroͤnung des Koͤnigs, und es soll an demselben ein großes Gastmahl in Schloß Windsor gegeben werden. Auch die Minister werden Diners zur Feier dieses Tages geben.

Die Morning Chroniele liefert einen langen Bericht uͤber die vorgestern im Hause des Lord Kenyon stattgefundene Versammlung der Orangisten. Der Herzog v. Cumberland, der den Vorsitz füͤhrte, rechtfertigte sich in einer langen Rede ge⸗ gen die Beschuldigungen, die man gegen ihn aufgestellt habe; obgleich er nicht zugeben koͤnne, sagte er, daß Soldaten und Ma⸗ trosen als solche kein Recht haͤtten, ihre politischen Meinungen auszudruͤcken, so empfehle er doch das Annulliren der Patente fuͤr Orangisten⸗Logen in der Armee. Nichts solle ihn abhalten, die protestantische Sache durch die Orangisten⸗Institution zu un⸗ terstuͤtzen, und wenn letztere gehoͤrig unterstuͤtzt und außerdem ge⸗ hoͤrig verstanden wuͤrde, so duͤrfte es keine heilsamere Institution in Großbritanien geben. Waͤren die Orangisten nur sich selbst und ihren Grundsaͤtzen getreu, so habe die Kirche nichts zu be⸗ fuͤrchten. Bei dieser Ueberzeugung schmerze ihn doppelt der Gedanke, daß ein Feind irgendwo im Lager sey, ein Verraͤther, der zu eigennuͤtzigen Zwecken Luͤgen verbreite: indeß fruͤher oder spaͤter werde dieser Verraͤther entlarvt und ausgestoßen werden. Von einer Untersuchung sey durchaus nichts zu befuͤrchten, nur muͤßten die Mitglieder darauf bedacht seyn, daß ihre Handlungen und Bewegungsgruͤnde nicht falsch ausge⸗ legt wuͤrden. Wenn je eine Zeit gewesen, wo die Grundsaͤtze des Orangismus waäͤren einzuschaͤrfen gewesen, so sey es die jetzige. Es existire eine Partei von Maͤnnern, welche die Tod⸗ feinde der Kirche von England waͤren und alle ihre Kraͤfte auf⸗ boͤten, die Kirche und die Constitution zu stuͤrzen. Die gegen⸗ waͤrtigen Minister thaͤten sey es aus Unkenntniß der Orangi⸗ sten. Instituttonen, sey es aus Unbekanntschaft mit ihren dem heiligen Altar schuldigen Pflichten oder sey es aus Feigherzig eit oder eigennuͤtzigen Bewegungsgruͤnden Alles, um von der im Jahre 1688 eingefuͤhrten Constitution zu vernichten, was den Briten theuer ßv. Er koͤnne keine andere Meinung uͤber die Minister aussprechen, denn ihre Handlungen bewie⸗ sen, daß sie die Feinde der Kirche seyen. Er sey jetzt noch eben so fest in der Sache des Orangismus, als er es bei seinem ersten Eintreten in diese Institution gewesen, und wenn es noͤ⸗ thig waͤre, die Schlacht von neuem zu kaͤmpfen, so wuͤrde er der Vorderste in den Reihen seyn. Das Parlament würde seine Sitzungen in einigen Tagen schließen, aber wenn seine Gegen⸗ wart hier nothwendig waͤre, so waͤrde er auf seinem Posten seyn, selbst wenn er im Auslande aus dem Schoß seiner Fami⸗ lie sich losreizen muͤßte. Er fuͤhle sich stolz und geehrt, nech der Großmeister dieser Loge zu seyn, denn trotz der Meinung vorurtheilsvoller Maͤnner waͤre keine Stellung in der Welt so beneidenswerth als diejenige des Großmeisters einer so loyalen Institution. Lord Wynford, der schon seit Monaten an der Gicht leidet und sich in einer Saͤnfte nach dem Hause des Lord

Kenyon hatte tragen lassen, schlug mehrere Resolutionen, unter Org ern ¹ 8 4 1 3 - Allgemeinen, welches ich in meinem juͤngsten Schreiben uͤber

anderen auch ein Dank Votum an den Herzog von Cumberland vor. Herr R. Plunkett, Oberst Perc val, 92 Verner und der Graf v. Bandon sprachen sodann alle zum Lobe des Großmeisters, und die Resolutionen wurden genehmigt. Der Herzog von Cumber⸗ land nahm schließlich nochmals das Wort; er erzaͤhlte unter Anderem, daß bei dem kuͤrzuich abgehaltenen Kapitel des Hosen⸗ band⸗Ordens, welchem 24 Ritter beigewohnt, Se. Majestaͤt der maßen angeredet habe: „Junger Mann! Sie sind nunmehr nen, Sie sind kuͤrzlich konsirmirt worden, und Sie werden jene Grundsaͤtze verstehen, die Ihrem Geiste eingeschaͤrft worden sind. Seyn Sie eingedenk, daß unsere Familie eine protestantische ist, seyn Sie auch eingedenk, daß Sie berufen sind, die herrschende Kirche zu vertheidigen und die Rechte, das Eigenthum und die Privilegten des Volkes unverletzt aufrecht zu erhalten.“ Diese Worte, fuͤgte der Herzog hinzu, waͤren an demselben Tage bei dem Koͤniglichen Gastmahle, weichem 140 Gaͤste beigewohnt haͤt⸗ ten, bei dem Toast auf die Gesundheit des Prinzen wirederholt worden. Hinsichtlich des Obersten Fairman aͤußerte der Herzog, der Oberst haͤtte die offiziellen Schreften ausliefern und nicht weglaufen, sondern sich nach dem Gefaͤngniß von Newgate brin⸗ gen lassen sollen. Er (der Herzog) wuͤrde, waͤre er in der Lage bes Obersten gewesen, nach Newgate gegangen seyn, und waͤre er jederzeit dazu bereit, sobald die Umstaͤnde dieselben seyen und

ses sich um Auslieferung von Privat⸗Papieren an das Unterhaus

handele. . Herr Poulett Thompson ist seit einigen Tagen bettlaͤgrig. Lord Auckiand hat bereits die Summe von 5000 Pfund

als Ausstattung von der Ostindischen Compagnie erhalten; mor⸗

gen werden ihm die Direktoren derselben einen großen Abschieds⸗

schmaus geben, und am 20sten d. M. gedenkt Se. Herrlichkeit sich nach Kalkutta einzuschiffen.

Das große vielbesprochene Luftschiff ist vorgestern auf drei Wagen von seinem bisherigen Aufbewahrungs⸗Orte fortgeschafft worden, Einige behaupten, auf Anordnung der Glaͤubiger des Unternehmers, Andere, um bis zum Tage des Aufsteigens, wel⸗ ches zu Ende dieses Monats stattsinden soll, in den Gaͤrten des Vauyhall aufgestellt zu werden.

Den Fortschritten der Hungersnoth in Mayo und auf den benachbarten Inseln, wo in den letzten drei Monaten mehrere Personen aus Mangel an Nahrung umkamen, ist jetzt von der Regierung Einhalt gethan worden.

Ein in Newbedford in den Vereinigten Staaten aus Ba⸗ hia angelangtes Schaff hatte die Nachricht mitgebracht, daß Vinagre, der Befehlshaber der Insurgenten in Para, der die Brasilianer am 12. Mai geschlagen hatte, am 1. Juni, noch vor Ankunft der Expedition unter Commodore Taylor's Befehl, von einer Franzoͤsischen und einer Englischen Fregatte zur Flucht ge⸗ noͤthigt worden war. Es hatte eine voͤllige Reaction zu Gun⸗ sten der Central⸗Regierung stattgefunden, und die Raͤdelsfuͤhrer bei den Unruhen vom 12. Mai waren hingerichtet worden.

Der Times zufolge, sind hier Mexikanische Dollars einge⸗ fuͤhrt worden, die in diesem Jahre in der Muͤnze von Guada⸗ laxara gepraͤgt wurden, und im Silberwerth 6 bis 7 pCt. weni⸗ ger werth sind, als die gewoͤhnlichen. Es hat dies großes Miß⸗ trauen erregt, und die Kaufleute, welche diese Dollars erhalten haben, wollen sie nach Mexiko zuruͤcksenden.

London, 4. Sept. (Abends 9. Uhr.) So eben komme ich vom Oberhause und habe, wegen der Weite des Weges nach der Post, nur noch eben Zeit, Ihnen zu melden, daß dasselbe wie Lord Lyndhurst so eben erkloͤrt hat die Corporations⸗Bill, mitz zwei geringen Ausnah⸗ men, in der Gestalt, wie sie ihm das Unterhaus wie⸗

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der zuruͤckgeschickt hat, annimmt womit denn vif Besorgnisse um die Ruhe des Landes fuͤr den Augenblick wie Sicherheit des Staates gefaͤhrlich werden koͤnnte,

beseitigt sind. Was aber die Veraͤnderungen betrifft, so habe se Ihnen die vorzuͤglichsten in meinem letzten Briefe mitgethei Die uͤbrigen finden Sie in den gestrigen Zeitungen. Die zn aber, welche Lord Lyndhurst nicht anerkennen will (und er klaͤrte, daß er im Namen seiner ganzen Partei rede), sind ehn die, welche auch von den Tories im Unterhause bestritten we den sind, naͤmlich das Recht, das man den Stadt-⸗Vorstaͤnd eben will, dem Koͤnige Personen vorzuschlagen, aus denen er riedensrichter des Orts zu waͤhlen habe, und das andere, a⸗ durch alle Stadtschreiber ihre Stellen nur Rathes behalten sollen. Die erste Veraͤnderung haͤlt er, alg einen Eingriff in die Koͤniglichen Rechte, fuͤr ganz unzulzglich und die zweite, als einen Eingriff in Eigenthumisrechte, fi unbillig und will dieselbe in so weit verändert sehen, dagß zi⸗ jenigen, welche ihre Stellen fuͤr ihre Lebenszeit erhalten haba solche auch unter denselben Bedingungen behalten moͤgen. 2 er nun die Beibehaltung der jetzigen Beamten, obgleich üe Widerwillen, und weil Peel ihn und seine Kollegen nicht ihrer Ansicht unterstuͤtzt haben, aufgiebt, welches doch im Grun der Hauptgegenstand des Kampfes war, so wird auch das Unte haus hierin nachgeben. Der Unwille gegen das Oberhaus vh jedoch bei dem Unterhause in Folge jener Nachgiebigkeit ni erkalten, denn das Oberhaus hat noch diesen Abend in al⸗ Geschwindigkeit zwei Bills mehr verworfen, welche ihm von ie anderen Hause zugesandt worden waren, Zwar haͤtte es fi beide wieder sehr guten Grund, aber da es sich die Verwerfun besonders in Bezug auf alle Irlaͤndische Maßregeln maͤhren dieser Session zum Geschaͤft gemacht hat, so vermehrt es nnf das gehaͤssige Licht, worin es jetzt in den Augen eines sehr gro⸗ ßen Theiles der Nation erscheint. Das Unterhaus ha de Appropriations⸗Bill angenommen, und somit wird naͤchsten Dienstag die Session geschlossen werden. 1“““

Bruͤssel, 7. Sept. Nach einem neuern Beschlusse Kriegs⸗Ministers sollen in Zukunft bloß die Hollaͤndischen 2 serteure in das Depot der Fremden⸗Legion zugelassen werze Alle uͤbrigen Deserteure werden, obgleich sie sich als Deserten! erklaͤrt haben, unmittelbar vor die Behoͤrde gefuͤhrt, wenn nicht mit guͤltigen Paͤssen, um in Belgien zu reisen, versehen sin

Vorgestern wurden mehrere geschriebene Zettel gegen die ves schiedenen Staats⸗Gewalten an verschiedenen Orten der Surtt unter andern an der Thuͤre des Heotels des Herzogs von Am⸗

erg, angeheftet gefunden. Diese Zettel enthielten die Werte:

„Nieder mit der Tyrannei Leopold's! Nisder mit der Torannim der Minister! Nieder mit den Repraͤsentanten! Nieeder mit dem Ministerium, welches das Belgische Volk auf tyrannssch Weise mordet! Es lebe die Republik!“

Urber die hoͤheren Unterrichts⸗Anstalten in Belgien en haͤlt die Allgemeine Zeitung in einem Schreiben aus Bru sel vom 27. August folgende Mittheilungen: „Die Kammer! Repraͤfentanten ist mit ihren Berathungen uͤber das Gesetz, Organisation des hoͤhern Unterrichts betreffend, zu Ende. D.

sen Gegenstand mitgetheilt, lasse ich nun Spezielleres folgen. Punkt, uͤber den zuerst gestritten wurde, war, wie viele von! drei bestehenden Landes⸗Universitaͤten auf Kosten des Staats h. zubehalten seyen. Der ministerielle Entwurf, von der Zusti mung der Mehrzahl unterstuͤtzt, schlug, wie bereits fruͤher 00 worden, die Beibehaltung von 2 Universitaͤten, Gent und Wach vor; die Liberalen, und eine Fraction der Kammer, die manau hier die Doctrinairs nennt, wollten nur eine Universitaͤt auf Kost des Staates beibehalten wissen. Als ostensible Gruͤnde wurden fuͤrde letztere Ansicht angefuͤhrt: groͤßerer Umfang einer einzelnen stalt bei verhaͤltnißmaͤßig geringeren Kosten, als wenn man! Kraͤfte in zwei Anstalten zersplitterte; eine hierdurch bewert ligte innigere Verschmelzung aller Provinzen zu einer homogm Einheit, an der es bisher noch in Belgien fehlt; mehr Anseh im In, und Auslande und groͤßere Buͤrgschaft eines glaͤnzen Erfolgs. Neben diesen ostensiblen, der Beachtung nicht unme then Gruͤnden waren aber auch andere vorhauden, die man ü zuzugestehen fuͤr gut fand. Im Gefuͤhle des Unvermoͤgens,“ die Dauer ihre freie Untversitaͤt in Brüssel siegreich gegen dul tholische freie Universitaͤt in Mecheln aufrecht zu halten, aͤußan schon vor einigen Monaten beim ersten Erscheinen des⸗mins riellen Entwurfs die Liberalen den Wunsch, daß nur Eine Stun Universitaͤt, und zwar in Bruͤssel, errichtet werden moͤchte.] die Frage eines katholischen Blattes: „Was dann aber aus freien Bruͤsseler Universitaͤt werden sollte?“ erwiederte ein . rales, diese moͤchte einstweilen eingehen; habe sich spaͤcer! Staats⸗Universitaͤt so gut begruͤndet, daß sie aus eigenen Mi bestehen koͤnne, so moͤchte dann die Regierung, da die Kathol ja schon ihre Unwwersitaͤt haͤtten, sie den Liberalen als freie versitaͤt uͤberlassen. Natuͤrlich wurde über dieses Gestaͤndniß nen Unvermoͤgens, verbunden mit der uneigennuͤtzigen Liberal sich von der Gesammtheit der Einwohner eines katholischen bam eine Universitaͤt gruͤnden und hernach schenken zu lassen, um ihr eine Oppositions⸗Universitaͤt gegen den Katholizismus zu chen, gespoltet und gescherzt. Eine noch groͤßere Bedeutung A erhielt die Frage uͤber die Zahl der Staats⸗Universitaͤten in! Augen der Liberalen, als sie ven einem Geruͤchte hoͤrten, Bischoͤfe wuͤrden, sobald das Gesetz uͤber die hohen Schulen 1 den Vorschlaͤgen des Ministeriums angenommen sey, die kai sche Universitaͤt von Mecheln nach Löwen verlegen. D ese! stalt wuͤrde hier an Gebaͤuden, Sammlungen, Stipendien ! w., woran es ihr einstweilen in Mecheln noch durchaus s eine hinlaͤngliche Ausstattung finden und zugleich ihre Existen die Traditionen der alten katholischen hohen Schule von 0. knuͤpfen, die im Lande noch sehr lebendig sind und Jahrhunde lang einen Europaͤischen Ruf gehabt haben. So natuͤrüch nun die Liberalen finden, daß sie in Bruͤssel Bibliothek, Nan lien⸗Kabinet, physikalisches Museum, botanischen Garten, einen? des alten Schlosses u. s. w. fuͤr sich benutzen, so usurpatorisc klaͤrten sie die vermuthliche Absicht der Katholiken, in Loͤwen! jenigen Vortheile in Anspruch zu nehmen, die durchgehende Geist der Vorzeit speziell zum Besten der katholischen Säadh geschaffen und begruͤndet hat. Sie beharrten nun um so auf der Behauptung, das Wohl der Studien erfordere, daß! Centrat⸗Universitaͤt errichtet werde, nur sollte sie nicht mehe⸗ Bruͤssel, sondern in Loͤwen ihren Sitz haben. Diese nicht” gestandenen, aber darum nicht minder gekannten Nebenabssch haben der Ansicht, nur Eine hohe Schule auf oͤffentliche Kc u gruͤnden, Abbruch gethan, so wie auf der andern Seite bsicht auf Loͤwen, die man ebenfalls nicht offen gestand, 1 Katholiken dem Vorschlage des Ministeriums treu erhielt, ung sem den Sieg verschaffte. Die Gruͤnde, welche man fün behaltung der beiben Universitoͤten Luͤctich und Gent ansgh waren im Wesentlichen; die Nothwendigkeit, dae Interess

nach Gutbefinden delʒ

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er Staͤdte, 1 gefaͤhrle zu beruͤcksich⸗

gen, um so mehr, da beide so viele Unkosten auf Errichtung zweck⸗ lnaͤßiger Geba ude und Anschaffung von Sammlungen verwendet; der gortheil, der fuͤr die Stuüdien aus der Emulation zwischen zwei Universitaͤten hervorgehen wuͤrde; die groͤßere Entwickelung ein⸗ zeiner Zweige der Wissenschaften, die in jeder der beiden Staͤdte zucch ihre Lage, Industrie u. s. w. leichter befoͤrdert werden kann; die Gefahr endlich, die in unseren Zeiten aus der Anhaͤufung zu vieler jungen Leute in einer und derselben Anstalt fuͤr die oͤffent⸗ sche Ruhe erwachsen oͤnnte und der Nachtheil, den dieses unver⸗ meblich fuͤr die Studien herbeifuͤhren muͤsse. Aiso auch hier Ifhlte es nicht an ostensiblen gewichtigen Gründen. Ein beson⸗ derer Zug aber, der durch die Debatten uͤber diese Frage durch⸗ blicke, ist noch dieser: die Liberalen und Doctrinairs schienen allen Erfolg der hoͤheren Studien von der Leitung des Staates uhe⸗warten, wogegen die Katholiken sich vielmehr den endlichen Sieg des freien Unterrichts uͤber den von Staats wegen geleite⸗ un versprechen. In diesem Sinn erklaͤrte auch die Central⸗Sec⸗ tion in ihrem Bericht an die Kammer: „nur als Aushuͤlfe konne die Regeerung sich noch mit dem Unterrichte befassen; dem rimip nach duͤrfe sie fuͤr keine Lehre Partei nehmen, sey mithin awch unfaͤhig, die Studien zu leiten, und philosophische Doktrine denselben zum Grunde gelegt werden müsse; das Gedeihen der freien Lehr⸗Anstalten werde wohl nach einigen Jahren dieser verfassungswidrigen Anomalie ein Ende machen.“ Von Seiten derjenigen, in deren Haͤnden die Regie⸗ rung ist, muͤssen solche Ansichten, die dem Geiste der Verfassung durchaus gemäͤß sind, wenigstens beweisen, daß man ihnen mit Unrecht monopolistische Absichten vorwirft. So sehr sind sie dem Grundsatze treu geblieben, daß die Regierung sich in das Gebiet des Geistigen nicht zu mischen habe, daß sie unterlassen haben, in das neue Gesetz eine Klausel einzuruͤcken, um zu verhindern, daß der Geist der auf Kosten eines katholischen Landes zu errich⸗ tenden Staats⸗Universttaͤten nicht ein unkatholischer werde, da doch, wenn einmal die Unterthanen besteuert werden sollen, um hohe Schulin zu gruͤnden, nichts billiger ist, als daß diese Schulen das Vertrauen der Steuerpflichtigen auch in religioͤser Hinsicht verdienen. Wenn man sich erinnert, wie die Versaͤumniß dieses Punktes unter der fruͤheren Regierung die Universitaͤten zuletzt in eine feinoselige Stellung gegen das Episcopat gebracht hat und wie daraus eines der Hauptgebrechen der damaligen Ordnung her⸗ vorgegangen ist, so ist es schwer, sich die gegenwaͤrtige Sorglosig⸗ keit zu erklaͤren, und duͤrfte man sich wenig Gutes von einem solchen Anfange versprechen. Schon jetzt blicken die Liberalen auf die zukuͤnftigen Staats⸗Unnversitaͤten wie auf Huͤlfs⸗Anstalten fuͤr ihre intikatholische Tendenz, was gewiß die Absicht der Legislatur we⸗ der ist, noch seyn durste. Daneben werfen sie den Katholiken vor, ihr Zweck sey im Grunde der Ruin der hoͤheren Studien, ein Vorwurf, der seltsam in dem Munde derjenigen keingt, die ohne das Beispiel der Katholiken sich niemals wuͤrden haben beikom⸗ men lassen, an die Errichtung einer Universität aus freiem Stre⸗ ben zu denken. Schwerer moͤchten die Liberalen ihrerseits sich von dem Vorwurfe reinigen, daß sie, die so vielfach gegen die Intervention der Regierung in Sachen des oͤffentlichen Unter⸗ richts Beschwerde gefuͤhrt haben und immer nur von Emancipa⸗ tion des Geistes reden, nun doch wieder das groͤßte Heil von der Unterordnung der Lehr⸗Anstalten unter die Staatsgewalt, der sie sonst in Allem den Krieg ankuͤndigen, erwarten. Also vier Universitaͤten wird kuͤnftig Belgien haben: Luͤttich und Gent auf Kosten des Staats; Mecheln (vielleicht Loͤwen) und Bruͤssel auf Kosten freier Theilnehmer. Man sieht gleich, in welchen Nach⸗ hheil die beiden Letztern hierdurch gestellt sfind und besonders duͤrste die Bruͤsseler Anstalt sich bei dieser Konkurrenz nicht lange mehr halten. Um indessen das Interesse des freien höͤheren Unterrichts nicht gar zu sehr durch diese Rivalitaͤt der Staate⸗Unwersitaͤten zu gesährden, und zugleich eine gewisse Harmonie in den Konflikt dieser verschiedenartigen Bestrebungen zu bringen, ist durch das neue Gesetz verordnet, daß die akademischen Grade nicht von den Uncverfitaͤten selbst, sondern von geschwornen Expaminatoren ver⸗ liehen werden sollen. Nach langem Streiten hat sich die Kam⸗ mer folgendermaßen uͤber diese Jary d'examen verglichen. Die Examinatoren werden fuͤr ein Jahr ernannt, jedesmal vor dem 1. Januar; fuͤr die Pruͤfung zum Kandidaten und die Pruͤfung zum Doktor sind in jeder Wissenschaft besondere Examinatoren, Jede Jury besteht aus sieben Gliedern, von denen die Repraͤsen⸗ tanten⸗Kammer zwei, der Senat zwei und die Regierung drei er⸗ vennt. Jeder Geschworne hat einen Ersatzmann, um im Noth⸗ fall seine Stelle einzunehmen. Auf Pruͤfung darf man antra⸗ gen, ohne Ruͤcksicht auf die Art und Weise, wie man seine Stu⸗ dien gemacht hatk. Um fuͤr die divergirenden Ansichten uͤber diese Pruͤfungs⸗Jury eine Ausgleichung zu finden, hat die Kammer beschlossen, daß dieser Theil des Gesetzes nach dreijaͤhriger Erfah⸗ rung einer Revision unterworfen werden solle. Manches Andere moͤchte dann auch wohl wieder zur Sprache kommen, da die kon⸗ tradiktorischen Prinzipien, auf denen nun das hoͤhere Unterrichts⸗ wesen in Belgien beruhen wird, schwerlich alle Interessen in dem Maße, in dein sie es sich jetzt versprechen, befriedigen werden. Noch hat das Gesetz die Probe des Senats zu bestehen; in den Hcl chen Theilen wird aber dieser wohl kei Aenderung vor⸗

Schweden und Norwec e

Stockholm, 4. Sept. Im Aftonblad liest man: „Wir glauben jetzt mit Sicherheit zu wissen, daß der Kronprinz die Reise nach Kalisch, wovon (nach Anleitung fremder Zeitungen) so viel gesprochen worden, nicht machen wird. Das Dampfschiff Gylfe“ geht Donnerstag nach Karlskrona ab, um den Herzog von Leuchtenberg nach Stettin zu bringen, welcher, uͤm dort an Bord u gehen, Sonnabend zu Lande von hier nach Karlskrona abreiset. Der Kronprinz begleitet seinen Schwager bis zur Einschiffung, wird aber sofort nach der Hauptstadt zuruͤckkehren, weshalb die Reise Tag und Nacht geschieht. Es ist ohne Zweifel die Nach⸗ icht von dieser Reise, welche die Geruͤchte von des Kronprinzen Reise nach Kalisch wieder in Umlauf gebracht und ihnen zuletzt sogar einen Anstrich ven Gewißheit gegeben hat.“” „Die Statstidning meldet aus Upsala: „Zum Gedaͤcht⸗ niß des gluͤcklichen Ereignisses, welches Gustav lI. aus der Ge⸗ valt der ihn verfolgenden Daͤnen rettete, ist bei der Bruͤcke uͤber in sogenannten Laͤby⸗Sumpf ein Denkmal errichtet, auf wel⸗ cem ein Gefͤß steht. Man liest auf dem schoͤnen Granitstein e Inschrift: „„Vaterlaͤndischer Mannesmuth rettete hier Gu⸗ saav Eriksson Wasa waͤhrend des Kampfes fuͤr das Vaterland im ernet Juni 1521. Karl XIV. Johann errichtete diesen Denk⸗

Danemarkt. 1 openhagen, 7, Gept. (Altonaer Merkur.) mac vom 29, August vurd. . Hall

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in denen ein Geist der Unzufriedenheit leicht der

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bloß als ein Erbgut der

Resustat way

4 8

1039

wie in Rom, Tuͤbingen, Breslau, Altona und andern Staͤdten und stimmt mit Professor Rosenberger's in Halle Berechnung vollkommen uͤberein. Man fand ihn nämlich im Sternbilde „der Stier.“ Sein Gang ist folgender: Nachdem er zu An⸗ fang des v. M. aus der Suͤdseite der Ekliptik in die Nordseite derselben getreten war, naͤherte er sich der Erde von 49 bis zu 28 Millionen Meilen im selbigen Monat und wurde uns am Schlusse desselben sichtbar. Im gegenwaͤrtigen Monat naͤhert er sich immer mehr und ist am Schlusse desselben nur 6 Mil⸗ zonen Meilen von uns entfernt. Sein Aufgang geschieyt jeven Abend fruͤher und weiter gegen Norden. Im letzten Drittheil des Monats geht er nicht unter den Hori ont; Abends zwischen 7 und 9 Uhr steht er gerade unter dem Nordpol. Am 5. Hk⸗ tober kommt er uns am naͤchsten, naͤmlich in ungefaͤhr 5 (?) Mil⸗ lionen Meilen Ferne, und dann zeigt er sich auch am schoͤnsten. Er steht dann um Mitternacht ungefaͤhr 6 Grad uͤber dem noͤrd⸗ lichen Horizont. Gegen Ende des Oktobers entfernt er sich von uns bis zu einem Abstand von 22 Millionen Meilen und im letzten Drittheile dieses Monats kann er Abends in Suͤdwest beobachtet werden, wo er immer fruͤher untergeht. In der er⸗ 1 Haͤlfte des Novembers wird er wahrscheinlich noch zur sel⸗ en Zeit und an derselben Stelle sichtbar seyn. Hernach verliert er sich in den Strahlen der untergehenden Sonne und erst in 75 Jahren wird das naͤmliche Schauspiel wieder zu sehen seyn. Der Koͤnigl. Minister, Graf Blome, ist mit Gefolge hier wieder angekommen.

Die zum Entwurf eines statistischen Tabellen⸗Werkes uͤber das Koͤnigreich niedergesetzte Kommission hat dieser Tage eine Naes slng 6 Ipechen Kensang. ans Licht gestellt.

eißt, daß Proc. Haagen einen Antrag zur Aufhebun der Zahlen Lolteri⸗ ausgearbeitet habe. 18. 8

Deutschland.

Kassel, 3. Sept. (Frankf. O. P. A. 3. Durch die bekannte Anzeige der Frau Uensdean von vbu gewinnt die Frage uͤber den Heimfall der betreffenden Ro⸗ thenburgischen Domainen wieder ein lebhafteres Interesse auch füͤr die Landstaͤnde, beziehungsweise den landstaͤndischen Ausschuß. Es wird also zunaͤchst der von dem Abgeordneten Wippermann uͤber diesen Gegenstand an die letzte St nde⸗Versammlung abge⸗ stattete Bericht wieder seine Wirkungen zu aͤußern beginnen, und um so mehr, da dieser Bericht in der That als eine hoͤchst ta⸗ lentvolle Parteischrift anerkannt werden muß. Aber je schroffer die Parteien in solchen vaterlaͤndischen Angelegenheiten einander gegenuͤberstehen, desto dringender erheischt die allgemeine Wohl⸗ fahrt eine moͤgliche Ausgleichung der obschwebenden Differen⸗ zen. Die Staͤnde⸗Versammlung wird unmoͤglich vor Gericht geltend machen koͤnnen, daß verfassungsgemaͤß die Rothenburgi⸗ schen Domainen lediglich als Staatsgut zu betrachten seyen. Die Verfassungs⸗Urkunde enthaͤlt nirgends eine woͤrtliche Be⸗ stimmung hieruͤber, und die einseitige Erlaͤuterung oder Annahme einer Staͤnde⸗Versammlung wird der Umsicht und Unparteilich⸗ keit unserer Gerichtshoͤfe keinen Urtheilsspruch imponiren wollen, noch koͤnnen. Dagegen koͤnnen auch keinesweges jene Domainen der Fuͤrstlichen Familie beachtet werden, da sie als Kammergut geschichtlich die Bestimmung haben, daß sie außer zum Unterhalte der Fuͤrstlichen Familie auch zur Bestrei⸗ tung der Staats⸗Beduͤrfnisse beitragen sollen. Wie verlautst, so wird hoͤhern Orts die Bestimmung, daß jene Domainen⸗Ein⸗ kuͤnfte mit zur Deckung der Staats⸗Beduͤrfnisse bei utragen ha⸗ ben, nicht in Abrede gestellt; nur uͤber das Maß dieses Beitrags koͤnnten verschiedene Ansichten geltend gemacht, aber auch sicher⸗ lich auf dem Wege gegenseitigen Entgegenkommens beseitigt wer⸗ den. Der Maßstab bei der fruͤheren vertragsmaͤßigen Thei⸗ lung des Kabinetsgutes in Staats⸗ und Hausschatz kann nur in sofern hier in Betracht kommen, als eben wieder von Fuͤrst und Landständen vertragsmaͤßig ein gleicher Maßstab genehmigt wuͤrde. Weil das fruͤhee Kabinetsgut zum Theil als Staatsschatz abge⸗ lassen worden: so wurde dagegen in der Civil⸗Liste ein Aequiva⸗ lent gegeben. Es fragt sich nun, ob die wuͤnschenswerthe Ver⸗ mittelung sich nicht 8 erwirken ließe, daß die streitigen Ro⸗ thenburger Domainen⸗Revenuͤen gegen eine Erhoͤhung der Civil⸗ Liste abgetreten wuͤrden. Duͤrften wir in dieser Sache eine An⸗ sicht geltend machen, so waͤre es diese, daß man jene Domainen als Staatsgut aufnehme, dagegen deren ungeschmaͤlertes Einkom⸗ men, bis zur Vereinigung der Civil⸗Liste und der Revenuͤen des Hausschatzes, in die Kasse des Regenten fließen ließe. Nach die— ser Frist verfielen denn die Revenuͤen der Rothenburger Domai⸗ nen dem Staatsschatze.

Muͤnchen, 5. Sept.⸗ Hr. v. Lesuire, fruͤher in Bayerischen Diensten, Ober Lieutenant, und Frhr. v. Baunach, Leeutenant sind aus Griechenland zuruͤckgekommen, wo sie ihre Entlassung (der Eine als General⸗Masor und Kriegs⸗Minister, der Andere als dessen Adjutant und Hauptmann) genommen haben. Ersterer befindet sich gegenwaͤrtig auf dem Landgute Pruͤfing, da seine Gattin auf der Herreise in Ancona gestorben ist, Letzterer in Muͤnchen.

Oesterreich.

Prag, 4. Sept. Unsere Fremden ⸗Liste wird nach und nach immer interessanter, je naͤher die große Revue von Kalisch, und mit 1g die darauf folgende Teplitzer Versammlung heranruͤckt. Der Groößfuͤrst Mchael und seine Gemahlin hielten sich hier vier Tage auf, besuchten mehreremale das Theater und nahmen un⸗ sere Merkwuͤrdigkeiten in Augenschein. Auch wohnte der Groß⸗ fuͤrst einigen Ausruͤckungen der Truppen bei und setzte hierauf seine Reise uͤber Breslau nach Kalisch fort. Der K. K. Gene— ral⸗Major Pröm⸗ Gustav von Wasa blieb auf der Durchreise von Dresden nach Wien nur einen Tag in unsern Mauern. Auch der Erzherzog Franz Karl, Bruder des Kaisers, wurde erwartet, ist aber bisher noch nicht eingetroffen.

Die Allgemeine Zeitung theilt folgendes Schreiben aus Boͤhmen vom 24. August mit: „Man kann mit Recht sagen, daß die ganze Voͤhmische Nation der Ankunft ihres Monarchen mit eben den Gefuͤhlen harrt, wie Kinder auf ihren langersehn⸗ ten Vater. Die vielen wohlthaͤtigen Verordnungen und Einrich⸗ tungen, welche der Kaiser bereits seit seiner kurzen Regierung Ge hat, geben uns freudige Baͤrgschaft fuͤr die Zukunft.

Neuerdings haben die Veranstaltungen, welche zur Vervollstaͤn⸗ digung und Verbesserung unseres buͤrgerlichen Gesetzbuches ge⸗ troffen werden, Sensation gemacht, und man verspricht sich von demselben viel Gutes. Denn so buͤndig und klar auch das bis⸗ herige war, so ließ es doch, besonders wo die allgemeine Gerichts⸗ Ordnung mit eingriff, mancherlei Mißbraͤuche in den Formen zu, denen nunmehr gesteuert werden soll. Wir deuten bei dieser Gele⸗ genheit auf einen Prozeß von Wichtigkeit hin, welcher bereits bei unsern Ober⸗Gerichten anhaͤngig gemacht seyn soll. Der Ge⸗ geustand desselben soll eine ungeheuve Anmaßunz und Gelbsthuͤlfe fines peichen Gutsbesttzers seyn, die er sich, wie man erzaͤhit,

ganzen Sache Wahres, oder wie deren 1s.

gegen Jemand, war, erlaubt habe. Maßregeln, die sich man, es sey der Beitf Falle vor den Thron

mit dem er in Geschaͤfts⸗Verbindung getreten ter⸗Gericht erlaubt habe, auch erzaͤhlt v. Majestaͤt zu bringen.

sey, koͤnnen wir vielleicht in der Folge dem Publikum beri besonders wenn der Betheiligte seine Klage vor den gerechten Monarchen bringen sollte. Auf den Straßen, welche Se. Ma⸗ jestaͤt auf der Reise nach Teplitz passiren wird, fn artigsten Anstalten zum Empfange getroffen. Es wird diese

Triumphzuge gleichen.“ Italien. Turin, 1. Sept. In Turin haben sich bis gestern uͤber⸗ haupt 8 Erkrankungen und 7 Todesfaͤlle an der Cholera ergeben.

In Racconigi nahm die Epidemie an Heftigkeit zu, auch ver⸗

breitete sie sich immer weiter in der dortigen Gegend. In Ge⸗

nua zaͤhlte man bis zum 28. August 1869 Erkrankungen und 713 Todesfaͤlle, in Livorno bis zum 29. August 128 Erkrankun⸗ en, 58 Todesfaͤlle, in Florenz am 29. und 30. Aug. nur 4 neue 8

aͤlle, saͤmmtlich in den Spitaͤlern.

Durch eine zu Mailand ergangene Verordnung werden die aus dem Sardinischen Gebiete kommenden Individuen, bevor fie die Lombardei betreten, einem Versuchs⸗Aufenthalte (dimora di

esperimenti) unterworfen. Spanien.

spricht dabei von fast unglaublichen

tee entschlossen, die Sache im aͤußersten Was an der Pe-e;, 8 ten,

eise, wie die des hoͤchstseligen Kaisers Franz vor zwei Jahren, einem

Madrid, 29. August. (Aus Franzoͤsischen Blaͤttern).

Der Belagerungs⸗Zustand waͤhrt fort, und es wuüͤrde schwierig seyn, die Aufhebung desselben zu bestimmen, denn die Militair⸗ erke und man kann wohl sagen,

Kommission geht langsam zu daß sie noch keine einzige entscheidende Maßregel ergriffen hat. Die Herren Bolsera und Norzagaray, die Stellvertreter des Corregidor, sind abgesetzt worden, weil sie bei den Ereignissen des 15ten, loten und 17ten das Kriegs⸗Gesetz nicht proriamirt atten. Die Freilassung der Deputirten Alcala Galiano unb hacon ist das Einzige, was die Militair⸗Kommission bisher ge⸗ than hat. Die Presse ist jetzt bestaͤndig ein Gegenstand des Miß⸗ trauens fuͤr die Regierung. Gestern Abend erhielt der Redacteur der Revista den Befehl, unter keinerlei Vorwande Artikel oder offizielle Aktenstuͤcke, welche sich auf die Provinzen Aragonier,

Valencia und Catalonien bezoͤgen, aufzunehmen. Heute fruͤh ier 7 38 c.

ist ein außerordentlicher Courier mit der Nachricht kommen, daß am 25sten in Cadix ein Aufstand stattgefunden ha

Der Courier wurde sogleich nach St. Ildefonso abgesandt. Da

der Hof und das diplomatische Corps sich auch dort befinden, so erfaͤhrt man nichts Naͤheres uͤber dieses Ereigniß; indeß ver⸗ sichert man auf das bestimmteste, daß in Cadix kein Blut ge⸗ flossen sey. Es wurde dort sogleich eine Junta ernannt, welche eine Adresse an die Koͤnigin entwarf, die von dem Courier über⸗ bracht worden ist, und in demselben Sinne, wie die der uͤbrigen Junta's, abgefaßt seyn soll. Man spricht hier fast von nichts Anderem, als von einer theilweisen Modification des Kabinets, dessen neue Zusammensetzung morgen in der Hof⸗Zeitung bekannt gemacht werden wuͤrde. Das neue Mi⸗ nisterium wuͤrde also zusammengesetzt seyn: Sartorio, ehemaliger Ober⸗Offizier der Marine, erhielte das Departement der Marine: de la Rwva Herrera, ein eifriger Anhaͤnger des von Martinez de la Rosa befolgten Systems, wuͤrde Herrn Alvarez Guerra im Departement des Innern ersetzen, und der Her og de Castro Toreno, waͤhrend Mina's Expedition im Jahre 1831 Vice⸗Koͤnig von Navarra, wuͤrde interimistisch das Krtegs⸗Ministerium er⸗ halten, dasselbe jedoch seines hohen Alters wegen nicht lange be⸗ halten. Diese Ernennungen wuͤrden die oͤffentliche Meinung nicht befriedigen. Die zur Verwaltung der Angelegenheiten be⸗ rufenen Maͤnner sind den Umstaͤnden nicht gewachsen, und ihre Anwesenheit im Ministerium wuͤrde dasselbe nicht staͤrker machen.

Barcelona, 29. August. Im hiesigen Vapor „Es sind jetzt zwanzig Tage seit der Revolution die Feinde derselben haben mehr fuͤr sie gethan, als ihre Ver⸗ theidiger. Wenn die Karlisten eine Bewegung, wie die des 5. August unternommen haͤtten, so wuͤrden sie sich der Herrschaft in Catalonien bemaͤchtigt und eine ganz andere Thaͤtigkeit in der Benutzung des Sieges entwickelt haben. Man muß handeln, wie sie gehandelt haben wuͤrden, die Gewalt mit Gewalt, List mit List, den Dolch mit dem Messer, die Grausamkeit durch den Schrecken, den Betrug durch Treulosigkeit vertreiben. Die Volks⸗ Behoͤrden muͤssen alle Hindernisse uͤberwinden; ihre Beschluͤsse muͤssen in Napoleonischem Geiste abgefaßt werden, und das Volk wird sie nicht verlassen. Der Karli en⸗Chef Cabrera ist am l9ten mit 5 600 Mann und 40 Ka⸗ valleristen in Segorbe, einine Meilen von Valencia, ein⸗ geruͤckt. Als jedoch der Gouverneur von Castellon mit der Stadt⸗Miliz von Murviedro heranruͤckte, verließen die In⸗ surgenten schnell die Stadt, und verloren 40 Todte und 15 Pferde. Der General⸗Major Don José von Castellar ist, während der Abwesenheit des Generals Jaureguy, zum Militair⸗ Kommandanten von Barcelona ernannt worden. Die Vorstel⸗ lung des „freien Roms“ im hiesigen Theater ist mit den lebhas⸗ testen Beifalls⸗Bezeigungen aufgenonmnen worden. In Man⸗ resa und an anderen Punkten Cataloniens werden Compagnieen von Freiwilligen gebildet. In Roses hat das Volk den berst⸗ Lieutenant Chapeiro, echemaligen Fiskal der Militair⸗Kommission unter dem Grafen Espanna, durch die Straßen geschleift.“

Der Vapor vom 27sten sucht in einem bemerkenswerthen Ar⸗ tikel darzuthun, daß das Schicksal der aufgestandenen Provinzen von ihrem Benehmen in dieser Krisis abhaͤnge. „Wir haben“, sagt er, „drei Feinde zu fuͤrchten: die Uneinigkeit, die Karlisten und das Ausland. Sobald die Einen die Constitution von 1812, Andere die Republik, Diese die Unabhaͤngigkeit der Provinzen, Jene das veraͤnderte Koͤnigliche Statut verlangen, so ist unser Untergang unvermeidlich. Unser einziger Ruf sey: „Die Frei⸗ heit und Isabella II.“ Die Karlisten sind weniger zu fuͤrchten, weil man weiß, mo sie zu finden und zu schlagen sind. Was das Ausland betrifft, so koͤnnte Ludwig Philipp vielleicht verges⸗ sen, daß er seine Krone nur vom Volke erhalten hat, und, un⸗ ter Zustimmung der uͤbrigen Maͤchte, es unternehmen, das Juste. milien-Kabinet Christinens mit 70 89,000 Bajonnetten zu un⸗ terstuͤtzen. Es koͤnnte sich leicht ereisnen, daß das Feuer sein eigenes Haus ergriffe, waͤhrend er das seines Nachbars zu loͤschen bemuͤht wäͤre. Es ist unglaublich, daß eine liberale und verbuͤn⸗ dete Nation, die nicht direkt gegen die Karlistische Partei inter⸗ veniren wollte, jetzt gegen die heldenmuͤthige Bewegung, die nur die Freiheit und den Thron Isabella's I1l. zu befestigen strebt,

Die Politik ist jedoch reich an Jene s egen die Insurgenten und E” I. . le 2 sta. egen Süeiand, dos sey uͤnser Wahlspruch,“ dc 8

liest man: vergangen, und

einschreiten werde.

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