1835 / 257 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

2.

elbe Wohlthaͤter hat auch die Armenschule zu Vonn mit einem Geschenke von 1000 Rthirn. bedacht.

Aus Trier geht uns uͤber den Zustand des Weinstocks folgende Mittheilung zu: „Die Reife der Trauben, insbe⸗ sondere der weißen, schreitet nur langsam vor; sie ist gegen 18³4 um 14 Tage zuruͤck und bedarf, um die Qualitaͤt der vorjaͤhri⸗ gen Crescenz zu liefern, noch wenigstens 6 Wochen anhaltend guten Wetters. Mit mehr Sicherheit kann auf eine große Quan⸗ titäͤt des diesjaͤhrigen Wachsthums gerechnet werden, welche jene des verflossenen Jahres an verschiedenen Orten noch uͤbertreffen duͤrfte. In den Kreisen St. Wendel und Ottweiler haben im vorigen Monate die mit Hagelschlag verknuͤpft gewesenen Ge⸗ witter nicht unbedeutende Verwuͤstungen in den Weinbergen, so wie an Obstbaͤumen und auf den Feldern angerichtet.“

Ueber den Ausfall der Aerndte in Ostpreußen wird aus Koͤnigsberg vom 6. d. M. Folgendes berichtet: „Die Aerndte

des Wintergetraides ist bei der guͤnstigen Witterung zu Ende

des Monats August gaͤnzlich und die des Sommergetraides groͤß⸗ tentheils beendigt und im Allgemeinen zufriedenstellend ausge⸗ fallen. Der Ertrag des Wintergetraides ist im Ganzen sehr er⸗ giebig und der des Sommergetraides durchschnittlich als mittel⸗ maͤßig und theilweise als gut anzunehmen. Der Heu⸗ gewinn ist reichlich und schoͤn ausgefallen; die Kartoffeln versprechen eine gesegnete Aerndte, und die Ergebnisse der Leinfelder koͤnnen als vorzuͤglich gut bezeichnet werden.“ Den aus Bromberg eingehenden Nachrichten zufolge, ist auch in

Berliner Börs c. Den 14. September 1835. 8 Amtlicher Eoads- und deld-Courgs-Zettel. Fr. Tour. r. Cour. Brief. Geld. Brief. Geld. 101 2 101 Ostpr. Pfandbr. 7 S 99⁵8 99] 8 [Pomm. do. 59 1 593, 8 [Kur- u. Nneum. do. 101 7 3 101 ¼ Schlesische do. 106 ½ 101 Rückst. C. und Z. 10] 3H Sch. d. K. u. N.

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St.-Schuld-Seh. Pr. Engl. Obl. 30. PrämSch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. l. C. Nm. Iut. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.

Elbinger do. Danz. do. in Th. 41³ 4 41 Westpr. Pfandbr. 4 102¾½ Grofsh. Pos. do. 4 103 %

Gold al marco NNeue Ducaten Fricdriehsd'or Disconto

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Auswärtige Börsen.

v 116“ Amsterdam, 9. September.-

Niederl wirkl. Schuld 541 ½. 5 % do. 101 ⁄. Ausg. Schuld

111 ⁄1 4. Kanz-Bill. 24 1 6. 4 ½ % Amort. 94. 3 % 78 7⁄16 Kuss.

99 ⁄. Oesterr. 99 ½. Preuss. Präm.-Scheine 104 ½. do. 4 % Aul. 100 ¾. 5 % Span. 31 ⅞. do. 3 % 199⁄1 6.

Antwerpan, 8. September.

Span. 5 % 30 ½¼. Zinsl. 13 ¼. Cortes 28.

Anl. 39 ½.

Coup. —. Neue

Frankfurt a. M., 11. September.

70⸗ - 2 ½˖ %

1 Fueeeenen u, ef 7hX Inn L . f. 4b 60 2 LU

9 A9a Ilins 235

KRonigliche Schauspiele. Dienstag, 15. Sept. Im Schauspielhause: Der Freis Oper in 3 Abth. Musik von C. M. v. Weber. (Hr. Hahn vom Hoftheater zu Kassel: Kaspar, als letzte Gastrolle. 8 Mantius: Max.) Mittwoch, 16. Sept. Im Schauspielhause: Die seltsa Wette, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Herrmann und Dorothen idyllisches Familien⸗Gemaͤlde in 4 Abth., vom Dr. C. Topfe (Dlle. Clara Stich: Dorothea; Hr. Rott: Apotheker; 9. Franz: Rektor.) Sonnabend, 19. Sept. male: Die Soͤhne Eduard's, Trauerspiel in lavigne, von Th. Hell. 1“

Im Schauspielhause: Zum erfeg 3 Abth., nach de

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Koͤnigstaͤdtisches Theater. Dienstag, 15. Sept. Lestocqa, oder: Intrigue und Liehe Oper in 4 Akten, von Scribe. Musik von Auber. Fuͤr Deutsche Buͤhne bearbeitet vom Freiherrn von Lichtenstein. Mittwoch, 16. Sept. Zum erstenmale: Der Luͤgner i sein Sohn, Posse in 1 Akt, nach dem Franz., von Kurlaͤndeit Hierauf: Rataplan, der kleine Tambour, Vaudeville in 1 A von Pillwitz. Zum Beschluß: Der Saͤnger und der Schneide komische Operette in 1 Akt. Musik von verschiedenen Meisten (Hr. A. Wohlbruͤck, vom Stadttheater zu Breslau, im ersi Stuͤck: Crack; im letzten: Meister Stracks, als Gastrolle) Donnerstag, 17. Sept. Der Barbier von Sevilla, komis

vinzen aber bei den Koͤniglichen Po sann gas Bl

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Beim Ablaufe des Quartals

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wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Bestellungen auf diese Zeitun st⸗Aemtern zu machen sind, und daß der Preis fuͤr den ganzen Umfang der latt am Vorabende seines Datums durch die Stadtpost frei ins bir hitten, die Bestellungen bis spaͤtestens den 30sten d. M. an uns gelangen zu lassen, indem sonst es Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht saͤmmtliche

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

neue Maßregeln gegen die Presse ergreife. „Es liegt in dem eigenen Interesse der Regierung““, so schloß der Redner, „daß sie sich in solchen Dingen nicht uͤbereile. Wenn wir wollen, daß die oͤffentliche Ruhe und Ordnung sich befestige, und daß das Staats⸗Gebaͤude eine dauerhafte Grundlage erhalte,

öö” 75 an. g bei der nceebebne onarchie auf 2 Rählr. Preuß. Cour. vierteljaͤhrlich festgesetzt ist, wofuͤr den hiesigen Abon⸗ Haus gesandt wird. Um jedoch die ferdertige b 5 Lsgaa; fer es kommende Vierteljahr abmessen zn nblefige muͤssen ie Interessenten es sich se uzuschreiben haben, wenn die Zusendun Nummern vom Anfange des Quartals an nachgeliefert werden 1 1 1 88 G 3

Redaction (Mohren⸗Straße Nr. 3à), in den

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Englischen Fahrzeuge geschossen, die auf dem Flusse bei Bilbao liegen. Ein Schreiben aus Oleron berichtet, daß, nach einer Proclamation des Gouverneurs von Malaga, am 23sten die Con⸗ stitution proklamirt worden ist. Eine Junta ist fuͤr die Provinz ernannt worden. In Cadix hat man sich darauf beschraͤnkt, am

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Regierungs⸗Rath Schwinck on der Regierung zu Frankfurt zum Geheimen Finanz⸗Rathe nd vortragenden Rathe in der Abtheilung des Koͤniglichen Haus⸗ Ministeriums fuͤr die General⸗Verwaltung der Domainen und 1“ Forsten zu ernennen und das daruͤber ausgefertigte Patent Aller⸗ ““ söchstselbst zu vollziehen geruht.

Westpreußen die Aerndte uͤberall guͤnstig, an manchen Orten so— gar uͤber alle Erwartungen hinaus reichlich ausgefallen; der Einschnitt des Sommergetraides ist jedoch minder ergiebig, als der des Wintergetraides. Die Kartoffeln, deren Mißwachs man wegen der lang angehaltenen Duͤrre anfangs befuͤrchtete, ver⸗ sprechen jetzt uͤberall einen mehr als mittelmaͤßigen Ertrag. Das Obst ist dagegen fast uͤberall mißrathen, ja Pflaumen giebt es gar nicht. Die Weizenpreise variiren in den verschiedenen Orten des Bromberger Reg. Bez. zwischen 1 ¼ und 1 ½ Thlr; die

Oesterr. 5 % Metall. 102 ⅛. 102. 4 % 98 ⅞. 98 ⁄1 6. 70 8 * Wn ; S 56 ⁄. 1 % 25. Nr. Bank-Actien 1587. 1986 vF'artial. Gblig. 140. Oper in 2 Akten. Musik von Rossini. (Dlle. Vial: Rost

Br. Loose zu 500 Fl. 114 ⅛. 114 ½. Loose zu 100 Fl. 213. G. als Gastrolle.) b b so muͤssen wir bei Aenderungen der Gesetzgebung mit Vorsicht Ein Platz in den Logen und im 2—

zu Werke gehen. Was kann es der Regierung verschlagen, wenn sie, gewaffnet mit den beiden anderen von uns angenommenen Gesetzen und unterstuͤtzt durch die eingetretene moralische Reac⸗ tion, uns Zeit laͤßt, das neue Preß⸗Gesetz gehoͤrig zu pruͤfen, und die von der Deputirten⸗Kammer improvisirte Abfassung desselben zu verbessern? Wir wuͤrden dadurch der Freiheit und der Dy⸗ nastie einen wahrhaften Dienst erweisen.“ Der Herzog von

25sten eine Petition an die Köoͤnigin zu entwerfen.“

Die Madrider Zeitung vom 30sten bestaͤtigt die durch tele⸗ graphische Depesche eingetroffene Nachricht von der Modification des Spanischen Ministeriums, und enthaͤlt einen langen amtli⸗ chen Artikel uͤber die gegenwaͤrtige Lage der Angelegenheiten des Landes. (Vergl. den Artikel „Madrid.“)

Der Temps sagt in Bezug auf den in der Madrider Zeitung

Preuss. Präm.-Sch. 59 ¼. 59. do. 4 % Anl. 98 à¼. B. Poln. Loose Preise der Plaͤtze: 68 ⁄. 68 ⁄. 5 % Span. Reute 27 ⅛. 275⁄⁄. 30⁄¾ 17. 16 ¼½¼½. kfon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc. Paris, 8. September. 11 fin cour. 107. 40. 3 % pr. Neap. fin cour. 97. 80. 5 % Ausg. Schuld 12 ½. Cortes

5 % Rente pr. compt. 107. 25.

compt. 79. 85. fin cour. 79. 95. 5 % Span. Rente 30 ¼X. 3 % do. 20 ¼.

Redacteur Cottel.

Im Bezirk der Koͤnigl. Regierung

unnd iör Vermoͤgen ihren sich demnaͤchst u legiitimi⸗

in dessen Fegisrätur die Taxe und der neueste Hy⸗ vpotheken⸗S

AMRNachstebende Personen:

1“ oder schriftlich zu melden und weitere Anwei⸗

Roggenpreise zwischen 22 Sgr. und 1 Thlr., die Gerstenpreise zwischen 20 Sgr. und 1 Thlr. und die Haferpreise zwischen 15

und 25 Sgr.

30 ¼ à 30. 3 % Port. 56.

4 % 985⁄16. 1 % 24 ½.

57⁄% Met. 102 ¼.

570. 2 ½ % 5617½2.

Wien, 9. September.

Bank-Actien. 1316. Neue Anl.

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man rum819 18,1910- n9 A g . m .

welche aus irgend einem Grunde Anspruͤche und For⸗ derungen an solchen Nachlaß machen zu koͤnnen ver⸗ meinen, aufgefordert, solche in dem allemal auf den 29. Septhr. 19 Uhr, angesetzten Termin geboͤrig anzumelden und nachzuweisen, durch die in ehen diesem Termin elusiyg fuͤr immer werden abgewiesen schlossen werden. Ab ben auch, da es ersichtlich ist, daß diese Angelegen⸗

Bekanntmachungen. ARNothwendiger Verkauf. Das den Erben des Kaufmanns Daniel Gottlieb Marx zugehoͤrige, zu Freudenthal bei Oliva Nr. 47 des Hypotheken⸗Buchs gelegene, erbemphyteutische Grundstuͤck, abgeschaͤtzt auf 5594 Thlr. 10 sgr. 2 pf. ufolge der nebst Hypotheken⸗Schein und Bedingun⸗ gen in der Registratur einzusehenden. Taxe, soll den 16. Januar 1836, Vormittags 11 Uhr, n der Gerichtsstelle verkauft werden. Koͤnig!. Land⸗ und Stadtgericht zu Danzig

Freiwilliger Verkauf. Die zum Nachlasse der Wittwe Maria Flachshaar, geborne Lesse, gehoͤrigen Grundstuͤcke im Dorfe Zi gankenberg Nr. 3 und A des Hypotheken⸗Buchs, ab⸗ geschatzt auf 7769 Thlr. 20 sgr. zufolge der nebst Hy⸗ potheken Scheine und Bedingungen in der Registra⸗ rur einzusehenden Taxe, soll am

zwanzigsten Januar 1836, Vorm. 11 Uhr,

an Ort und Stelle zu Zigankenberg verkauft werden. Gesell Can! Koͤnigl Land⸗ und Stadtgericht zu Danzig. und zu seinem muthmaßlichen Bruder, den Tuchscheerer⸗Gesellen, Christian Pietzsch, dessen Aufenthaltsort zur Zeit unbekannt ist, hinter⸗

Subhastati ons⸗Petent. Das in der Richtstraße Nr. 28 hieselbst gelegene, Vol. I. No. 158 des Hypotbelen⸗Buches verzeichnete, der Ehegattin des Predigers Boͤlicke zu Bruͤgge bei Soldin, Emili« Albertine, geb. Raußendorff, gehd⸗ rige Haus nebst Wiesewachs, welches auf 9082 Thlr. 219r. 6 f. gerichtlich gewuͤrdigt worden ist, soll Schul⸗ denhalber an den Meistbietenden verkauft werden, und ist der Bietungs Termin auf den 11. Marz 1836, Vormittags 11 Uhr, vor dem ernannten Deputirten Justiz⸗Rath Zastrow in dem Partheienzimmer des unterzeichneten Gerichts,

ein des Grundstuͤcks eingesehen werden roͤnnen, angesetzt worden, welches den Interessenten und Kauflustigen hierdurch bekannt gemacht wird. Frankfurt a d. O., den 18. Juli 1835. 8 Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. 88

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IJ) der Muͤllergesell Lorenz Felix Gittler, den 10. August 1790 zu Klein Roͤhesdorf bei Lieben 1hal geboren, seit 1810 ‚abwesend, welcher nach der von sich im Jahre 1820 gegebenen Nach⸗ ericht sich damals in Landau aufhielt und ein Vermoͤgen von 233 Thlr. 24 sgr. 3 pf. besitzt; der Landwehr⸗Soldat Johann Gottfried Gott⸗ wald, gebuͤrtig aus Dippelsdorf und erzogen in NReoͤhrsdorf bei Liebenthal, seit 1813 auf Wan⸗ derschalft, und nach der von ihm im Jahre 19816 aus Breslau erhaltenen Nachricht Soldat geworden, dessen Vermoͤgen noch nicht ausge⸗ mittelt ist; . ) der Landwehrmann Franz Grande, gebuͤrtig aus Schmottseiffen bei Liebenthal, welcher im Fruͤh⸗ jljahr 1814 nach Loewenberg als Landwehrmann na gr verufen wurde, seitdem aber von sich nichts hat bhöoren lassen, und ein Deposital⸗Vermoͤgen von 18 Thlr. 14 sgr. 10 pf. besitzt, werden nebst ihren etwa zuruͤckgelassenen unbekann⸗ ten Erben hierdurch vorgeladen, sich innerhalb 9 Monaten, spaͤtestens aber in dem vor dem Devputir⸗ ten, Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗Assessor Hei⸗ drich auf

den 14 Mai 1836, Vormittags 10 Uhr, angesetzten Termine in dem Gerichts⸗Locale persoͤn⸗

9

2

sung zu erwarten, widrigenfalls sie fuͤr todt erklaͤrt,

reenden Erben ausgeantwortet werden soll. Lgiebenthal in Schlesien, den 10. Juni 1835.

Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und tadtgericht. 8 8 ——— Bekanntmachundg.

1

a die ees ortrattmalers Unruh dessen et inventarii

heit in ein concursivisches Verfahren uͤbergehen wird, sofort Procuratoren ad acta 8 falls sie in allen Vorkommenheiten als den Beschluß der anwesenden Glaͤubiger werden sollen.

Intestaterben des hierselbst ohnlangst ver⸗ geringfuͤgige

iner Anzeiger fuͤr

hierzu ein fuͤr d. J, Morgens

bei dem Nachtheil, daß sie sonst damit zu erlassende Praͤ⸗ und ausge⸗

Abwesende Creditoren haben dane⸗

zu bestellen, widrigen⸗ genehmigend angesehen

Datum Greifswald, den 26. August 1835. Director und Assessores des Stadtgerichts. (L. S.) Dr. Hoefer.

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Bekanntmachundg. am 10 August v. J. der Duchscheerer⸗ Pietzsch hierselbst mit Tode abgegangen,

naͤchsten Erben einen

Nachdem

lassen hat, so wird der letztere, ingleichen die sonsti⸗ gen etwa unbekannten Erven des Carl Pietzsch auf⸗ efordert, sich bei dem unterzeichneten Gerichts⸗Amte, paͤtestens in termino

den 18. November a. c., Vormittags 10 Uhr, zu melden, ihre Verwandtschaftsverhaͤltnisse mit dem Erblasser nachzuweisen, und sich als dessen naͤchste Erben zu legitimiren, widrigenfalls nach fruchtlosem Verlaufe dieses Termins uͤber die Erbschaft des ꝛc. Carl Pietzsch eventualiter als ein bonum vacans den Gesetzen gemaͤß verfuͤgt werden wird.

Bitterfeld, den 25. April 1835.

Koͤnigl. Preuß. Gerichts⸗Amt.

Bekanntmachung. . Von den unterzeichneten Gerichten sind zu Aus⸗ mittelung der undekannten Glaͤubiger an dem uͤber⸗ schuldeten Nachlasse des hiesigen Kaufmanns Christian Gottlob Oettrichs Edictalien zu erlassen gewesen, es werden daher alle diejenigen, welche an gedachten Christian Gottlob Oettrichs Nachlaß aus irgend ei⸗ nem Rechtsgrunde Anspruͤche zu haben vermeinen, andurch geladen,

den 17. December 1835 an hiesiger Gerichtsstelle zu erscheinen, ihre Forde⸗ rungen, bei Vermeidung der Ausschließung und bei

gehoͤrig anzumelden und zu bescheinigen, sodann den 14. Jan u ar 1836 der Publication eines Praͤclusiv⸗Bescheids, ferner den 4. Februar 1836, des Vormittags um 10 Uhr, der Haltung guͤtlichen Verhoͤrs und wo moͤglich Abschließung eines Ver⸗ gleichs, bei Vermeidung, daß die Außenbleibenden und diejenigen, welche sich uͤber die zu machenden Vorschlaͤge nicht, oder nicht bestimmt erklaͤren, fuͤr einwilligend werden geachtet werden, nicht minder fuͤr den Fall der Nichtvereinigung den 3. Maͤrz der Acten⸗Inrotulation, und den 14. April 1836 der Bekanntmachung eines Locations⸗Erkenntnisses gewaͤrtig zu seyn. Auswartige haben zu Annahme kuͤnftiger Verfuͤ⸗ gungen Bevollmaͤchtigte hier oder in der nahen Um⸗ gegend, Auslaͤnder aber gerichtlich legitimirte Bevoll⸗ mäaͤchtigte zu bestellen. .“ Radeburg, am 21. Juli 1835. 88 8 Die Gerichte allda, und Carl August Haͤhnel, Ger.⸗Dir.

2 4₰ 8 8 1836 1“

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur oͤffentlichen Kenntniß, daß die durch unsere Bekanntmachung vom 16. Juni d. J. angeordnete Einzahlung von g99 Thaler pro Actie bis zum 31. August als dem festgesetzten Ter⸗ mine, auf saͤmmtliche Interimsscheine, mit Ausnahme

ihrer Rechte als Actionairs, so wie der bereits ge⸗ zahlten Einschuͤsse, verlustig, und werden an die Stelle der annullirten Scheine neue ausgefertigt, mit den Nummern: 15,001 bis mit 15,029 bezeichnet, 8 solche zum Vortheile der Compagnie verkauft werden. 2 38

Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗Compagnie.

Schiff: „Dronning Maria“, Capit. Lous,

das Dampf⸗Schiff: „Kronprinzessin“, Capt. Bluhm, bis zum Schlusse der Swinemuͤnder Badezeit seine regelmaͤßigen Reisen

das Dampf⸗Schiff: Capitain Albers,

Verlust der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand,]

die Preußischen Staaten.-

152, 648 649. 650. 1066. 1140. 1141. 1142. 1143. ler in Berlin, Posen, Bromberg, Culm u Ghntsan 1175. 1399. 2450. 241. 2452. 2453. 2454. 2455. zu beziehen:

2456 2457, 2458. 2459. 4940. 11142. 11144. 11152. Hoffmann, S. G, Verhaͤltniß des Preuß. Ge 11154. 11344. 12499. 12500, wichts und Maaßes zu dem Breslauet ode

und werden dieselben hiermit, in Gemaͤßheit des §. 5. ScSchlesischen, so wie das Verhaͤltniß des Bre der Statuten, fuͤr null und nichtig erklaͤrt.

llauer, Amsterdamer, Hamburger, Kopenhagene

Die Inhaber dieser Interimsscheine sind demmnach Londoner, Petersburger, Wiener und Leipzigh

Gewichts und Maaßes zu dem Preuß. Gewwie und Maaße. In X ausfuͤhrlichen Vergleichung Tafeln. 8vo. geheftet. 10 sgr.

Fuͤr die gesammten Vereins⸗Staaten des deutsqe

Zon⸗Verbandes hoͤchst praktisch.

Hoffmann, C. G., kurze Geschichte der Gesah vereine und Gesangfeste am Fuße des nieh schles. Gebirges. 8vo. geh. 7 ½ sgr. b Strantz, F. v., vergleichende orographische

bellen zur Darstellung einer Charakteristik Hoch⸗ und Tieflandes. 8vo. geh. 72 sfgr⸗

Thiemann, K., Cours de langue, oder franzhsi

Leipzig, den 3. September 1835.

Gustav Harkort, Vorsitzender. Carl Tenner, Bevollmaͤchtigter.

Stettiner Dampf⸗Schiffahrt.

Waͤhrend des Monats Septbr. wird das Dampf⸗ der schwersten Eigenthuͤmlichkeiten beider Sore chen; fuͤr Geuͤbtere. 8 o. 1 Thlr.

Tobisch, M. J. K., Elemente der hoͤheren gebra, zum Gebrauch bei Vortraͤgen in den h ren Klassen der Gymnasien und zum Sellbst terricht. 8 0. 10 sgr.

—. Leitfaden zum Gebrauch bei Vortraͤgen die Steceometrie und sphaͤrische Trigonomag in den oberen Klassen der Gymnasien und Seehee sltsebicht Meit 4 Figurentafeln. 8 20 sgr.

Verhandlungen des vierten Provinzial⸗Lans ges des Herzogthums Schlesten, der Grassc Glatz und des Markgrathums Ober⸗Lausit dem im Jahre 1833 abgehaltenen Aten Landn Ato. geh. 15 sgr.

Sabarth, S., Wegweiser in die Umgegend Charlottenbrunn. Fuͤr die Besucher dieses 0. ortes 16. geh. 753 sgr.

Subscriptions-Einladung. In Kurzem erscheint bei Unterzeichnelem: Die Klassischen Stellen der Schweii 2z un d deren Hauptorte in Original-Ansichten dargestellt, gezeichnet von Gustav Adolph Müller, ouf §. zeslochen von Henry Winkles und andern au zeichneten Englischen Künstlern. Mit Ersäuterungen von Heinrich Zschokhke. In 24 monatlichen Lieferungen, Royal-Oetav, mit 3 Stahlstichen u. 1 Bogen Text auf Velinpap Preis für die Lieferung: 10 sgr. Ausgabe in Royal-Quart mit Abdrücken aule Papier à Lielerung: 20 sgr. Man subsecribirt für das ganze Werk, zahlt? nur bei Empfang einer jeden Lieferung den scriptions-Preis derselben. Subscribenten- 80¹ ser erhalten bei 12 bezahlten Exemplaren e ins! Ankündigungen mit Probe des Drucks. so wied scriptions-Listen mit Probe der Stahlstiche, l zur Ansicht und Umterzeichnung in allen &f Buchhandlungen des In- und Auslandes bereil- Carlsruhe und Leipzig, im August 1835. Kunstverlag, W. Creuzb aufp Bestellungen nimmt an: in Berlin die Buch. Kunsthandlung von E. HI. Schroeder, strafse No. 37. 1““

Hiermit benachrichtige ich die betreffenden Inter- So eben ist erscllienen: ressenten, daß schon von heute ab, die am 1. Octo⸗ Archi ber c. faͤllig weedenden Shh. üreege ö n voh E” 8 den Hollaͤndischen 5 procentigen Certificaten a auch u“ von den Ap procentigen und 3 ½ procentigen Amorti⸗ corr 8vö inédite sations⸗Syndicat⸗Obligationen zum vortheilhaftesten 11“” 2 e mir realisirt werden koͤnnen. 8 d'Or g e N - ss a u. erlin, den 14. Septbr 1835. 3 ecue i 1 g. 8 publié, avec autorisation de S. M. le Rol

Arons Wolff, —G Linden Nr . par Mr. G. Groen van Prinsterer., Chevallier de l'ordre du lion Belgique, secrt- 1 8 du cabinet de Sa Majesté. Avec des facsimilés. Première série. Tome II. (1556)

an jedem Sonnabend Morgens 8 Uhr von Stettin nach Copenhagen, und

an jedem Donnerstag Mittag von Copenhagen nach Stettin abgehen;

an jedem Dienstag und Donnerstag Mittags 12 Uhr und Sonnabends Morgens 8 Uhr von Stettin nach Swinemuͤnde, 1

jedem Montag, Mittwoch und Freitag Morgens 8 Uhr von Swinemuͤnde nach Stettin fortsetzen, spaͤter aber nur 2 Mal in der Woche hin- und herfahren, und u.

„Alexander Nicolajewitsch“,

am 2 und 23. Septbr. von Swinemuͤnde nach Luͤbeck, aber am 10. September von abgehen. Stetkin, den 1. September 1835. A. Aemonius.

Dampfschiffahrt zwischen 1 St. Petersburg und Luͤbeck im Jahre 1835, mit den beiden privilegirten schoͤnen Dampfschiffen Nicolay IJ. und Alexandra Abgangstage Abgangstage von Luͤbeck: von St. Petersburg: 6., 15., 22. October, 7., 14., 24., 31. Octbr. 2 Uhr Mittags von neuen Styls. Travemuͤnde. 8 Preise der Plaͤtze, so wie Frachten fuͤr Contanten und Waaren 1ng die naͤmlichen wie im vergangenen Jahre. 1 Anmeldungen geschehen im Comptoir der Dampfschiffahrts⸗Gesellschaft in Luͤbeck.

Swinemuͤnde nach Riga

Nn phi g e., in Betreff der Zinszahlung von den Hol⸗ laͤndischen 5 procentigen Certificaten und den 4 und procentigen Amortisations⸗ Syndicat⸗Obligationen.

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Literarische Anzeigen.

m Verlage von Graß, Barth & Comp. in 1 XLI ct 516. gr. in 8vo. Bekntas ist euerdinge erschienen und durch saͤmmt⸗ Leipzig, den 1. September 1835.

8 Verlassenschaft nur um beneficio legis

agangetreten haben, so werden hiermittelst alle und jede,

von 29 Stuͤck geleistet worden ist. Diese tragen fol⸗ gende Rummern: ö“

liche Buchhandlungen (namentlich durch E. S. Mitt⸗ 8 Weldmann’'oche Buchhhandlan

sche und deutsche Uebungsstuͤcke zur Eclernung

zu Koͤnigsberg ist dem bisherigen Prediger in Inse, Sylla, die erledigte evangelische Pfarrstelle in Gilgé verlie⸗ en; der Predigtamts⸗Kandidat Dr. phil. Rudolph Ludwig derrmann Danielcick zum Huͤlfs⸗Prediger der Koͤniglichen nd staͤbtischen evangelischen Geistlichkeit zu Koͤnigsberg, und der Dredigtamts⸗Kandidat Johann Gottlieb Cibulski zum vangelischen Pfarrer in Skottau und Dziurdzau ernannt worden.

Dem Kammer⸗Musikus W. Wieprecht und dem Hof⸗ Unstrumentenmacher J. G. Moritz zu Berlin ist unterm 12. September 1835 ein Patent

auf das von ihnen durch Zeichnung und Beschreibung 8 nachgewiesene Blase⸗Instrument Baß⸗Tuba soo weit dasselbe fuͤr neu und eigenthuͤmlich erachtet worden, 1t f Zehn Jahre, von jenem Termine an gerechnet, und fuͤr den mfang der Monarchie ertheilt worden.

Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur r 6ten Landwehr⸗Brigade, von Hedemann, von London.

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.“ 28 Frankreich.

Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 8. September. Schluß.) Der Marquis von Dreux⸗Brezé hatte im Laufe er Verathungen uͤber das Preß⸗Gesetz unter Anderem auch zu erstehen gegeben, daß der wahre Beweggrund zu diesem Ge⸗ eze nicht sowohl in dem Preß⸗Unfuge, als in dem Einflusse der zuswaͤrtigen Maͤchte zu suchen sey, die nur um diesen Preis ch ferner haͤtten unthaͤtig bleiben wollen. Auf diese Einfluͤste⸗ ung erwiederte der Graf von Sainte⸗Aulaire in seiner intwort, es sey eine schimpfliche Voraussetzung, wenn man an⸗ ehme, daß Frankreich sich durch fremden Einfluß leiten lasse; habe fuͤnf Jahre lang diplomatische Posten bekleidet, und nie h ihm in den Depeschen, die er von dem Minister der aus⸗ aͤrtigen Angelegenheiten erhalten, der Auftrag ertheilt worden, ber den Zustand der Presse in Frankreich die Meinung der Hoͤfe, denen er akkreditirt gewesen, zu erforschen; haͤtte er solches aber us eigener Bewegung thun wollen, so wuͤrde er sich ohne allen sweifel der schimpflichsten Entlassung von Seiten seiner Regie⸗ Ung ausgesetzt haben. Der Marquis von Dreux⸗Brezé emerkte zu seiner Rechtfertigung, daß die obige Andeutung nicht on ihm, sondern von dem Baron Bignon herruͤhre, der sie in lr Deputirten⸗Kammer gemacht habe. Der Vicomte Du⸗ ouchage bekaͤmpfte das neue Preß⸗Gesetz in allen seinen Punk⸗ n, indem er dasselbe fuͤr verfassungswidrig hielt. „Jede Maß⸗ egele, aͤußerte er, „die außerhalb der Graͤnzen der Verfassung igriffen wird, ist ein Staatsstreich, wenn auch die drei Zweige er ceden Gewalt die Haͤnde dazu geboten haben. Es ein Staatsstreich, wenn die Minister uns zurufen: „„So⸗ ern Ihr nicht unseren Plaͤnen beitretet, koͤnnen wir nicht regie⸗ en, und das Vaterland ist in Gefahr!““ Hierauf antworten bir, Oppositions⸗Maͤnner: Nein, Eure Gesetze sind nicht noth⸗ bendig! Ihr beduͤrft derselben bloß, um Eurem Ehrgeiz zu froͤh⸗ en, um Euch in Amt und Wuͤrden zu erhalten; wenn man Eure dandlungen und EurePolitik tadelt, so schreit Ihr sofort, daß das Land

Grunde gehe! Alle Regierungen sind durch Willkuͤr zu prunde gegangen; nichts desto weniger legt man uns ein Gesitz or, wodurch eine Umwaͤlzung in denjenigen Institutionen be⸗ eckt wird, die sonst die Kraft einer Gesellschaft ausmachen. ie Juli⸗Verordnungen waren weit weniger ein Staatsstreich,

das uns vorliegende Gesetz.“ Die allgemeine Debatte burde hierauf geschlossen, und man beschaͤftigte sich mit den ein— inen Artikeln des Gesetz⸗Entwurfes. Vei dieser Gelegenheit grff Herr Villemain, der sich bekanntlich aus dem Schoße

er Kommission zuruͤckgezogen hatte, das Wort, um sich nament⸗

gegen diejenige Bestimmung zu erheben, wonach die Preß⸗ egehen in gewissen Faͤllen dem Pairshofe sollen uͤberwiesen werden srfen. Er koͤnne durchaus nicht einsehen, bemerkte er, welchen fenderen Nutzen die Regierung sich davon verspreche, daß sie die airs⸗Kammer gleichzeitig zum Gegner der Presse und der Jury 8 he; gern willige er darein, daß man die Anfeindungen des smigs und des Prinzips der Regierung als Verbrechen be⸗ ihne, doch muͤsse die Jury die alleinige Richterin daruͤber seyn, man koͤnne ihr hserin um so eher vertrauen, als sie jetzt üuch die Einfuͤhrung der geheimen Abstimmung und des Ver⸗ heetsses von 7 gegen 5 Stimmen zur Straffaͤlligkeits⸗Erklaͤrung *8 bedeutenden Zuwachs an Kraft erlangt habe; jedenfalls te man die Wirkung dieser mit der Institution des Geschwor⸗

en Gerichts vorgenommenen Aenderungen abwarten, bevor man

Zeitungs⸗Nachrichten.

gen, und die Kammern, die es bewilligen, gehorchen dem mora⸗

Montebello schloß die Debatte uͤber den Isten Artikel mit ei⸗ nem sehr glaͤnzenden Vortrage, in welchem er unter Anderem sagte: „Ich vertheidige dieses Gesetz, weil es das Mit⸗ tel gegen ein allgemein anerkanntes, unbestreitbares Uebel ist, und weil sich von demselben in sittllicher Beziehung nur Gutes fuͤr das Land erwarten laͤßt. Alle Gewalten, die seit 1789 in Frankreich auf einander gefolgt, sind durch den Mißbrauch des Grundsatzes, Kraft dessen sie bestanden, zu Grunde gegangen; auch die jetzige Regierung moͤchte man durch den Miß⸗ brauch des Grundsatzes der Empoͤrung stuͤrzen; doch war die Juli⸗Revolution keine Empoͤrung, sie war ein bloßer Widerstand im Namen des Gesetzes. Ich kenne keinen besseren Damm, der sich unsern Gegnern entgegensetzen ließe, als das uns vorliegende Gesetz; ich betrachte dasselbe als ein politisches Glaubensbekennt⸗ niß Frankreichs; 5 Jahre hindurch ist Alles, was das Land ach⸗ tet und ehrt, in den Staub getreten worden; dies darf nicht laͤnger geduldet werden. Was wuͤrden wir wohl von einem gottesfuͤrch⸗ tigen Menschen halten, der uns sagte: „„Man kann in meiner Gegenwart laͤstern, so viel man will; ich bete Gott an, dies ist mir genug!““ Was wuͤrde man von einem Sohne halten, wel⸗ cher sagte: „„Ich ehre meinen Vater, Ihr koͤnnt ihn aber in meiner Gegenwart beschimpfen, so viel Ihr wollt, mein Degen bleibt in der Scheide.““ Die Minister, die das Gesetz vorschla⸗

schen Beduͤrfnisse des Landes, und ich zweifle keinen Augen⸗ blick, daß unsere Nachkommen uns in dieser Beziehung Gerech⸗ tigkeit widerfahren lassen werden.“ Es wurde hierauf uͤber die vier Paragraphen des 1. Artikels einzeln ab⸗ gestimmt, und sie gingen mit starker Majoritaͤt durch.

In der Sitzung vom 9. Sept. kamen die uͤbrigen Ar⸗ tikel an die Reihe. Die beiden legitimistischen Pairs, Marquis von Dreux⸗Brezé und Vicomte Dubouchage, waren fast die einzigen Redner, die sich daruͤber vernehmen ließen. Der Letztere brachte einige Aenderungen in der Abfassung in Vorschlag, seine Antraͤge fanden indessen keine Unterstuͤtzung. Saͤmmtliche noch uͤbrige 26 Artikel wurden innerhalb 2 Stunden unveraͤndert angenommen und als demnaͤchst zur Kugelwahl uͤber das ganze Gesetz geschritten wurde, ging dasselbe mit 101 gegen 20 Stim⸗ men durch. Es hieß, daß der Schluß der Session am naͤchsten Freitag (11. September) stattfinden wuͤrde.

Paris, 9. Sept. Gestern arbeitete der Koͤnig mit den Ministern des Handels und des oͤffentlichen Unterrichts, und empfing darauf den Belgischen Gesandten, den Praͤsidenten der Deputirten⸗Kammer und den Admiral Jacob.

Der Herzog von Orleans wird sich zur Feier der Septem⸗ ber⸗Tage nach Bruͤssel begeben, und dann in Begleitung des Koͤ⸗ nigs und der Koͤnigin der Belgier nach Paris kommen.

Der Minister des Innern hat gestern die Direktoren saͤmmt⸗ licher Pariser Theater zusammenberufen. Er hat ihnen bemerk⸗ lich gemacht, daß, den bestehenden Verordnungen zuwider, die Boulevards⸗Theater sich des Repertoirs der Koͤniglichen Theater bemaͤchtigt haͤtten, und sich durchaus nicht mehr auf die Gattung von Stuͤcken beschraͤnkten, fuͤr die sie urspruͤnglich die Konzession erhalten haͤtten. Der Minister hat den Direktoren hierauf foͤrm⸗ lich erklaͤrt, daß es seine Absicht sey, die Privilegien der Koͤnig⸗ lichen Theater aufrecht zu erhalten, so daß in der Folge Trauer⸗ spiele und Lustspiele nur im Théatre frangais, komische Opern nur in der Opéra comique, und große Opern nur in der Aka⸗ demie royale gegeben werden duͤrften.

Die „Carricature“ hat gestern ihr letztes Blatt ausgegeben; sie hoͤrt auf zu erscheinen.

Seit ein Mann hier das Beispiel gegeben hat, sich auf eine neue Art ums Leben zu bringen, indem er sich absichtlich unter die Raͤder eines schwer beladenen Wagens stuͤrzte, sind nun schon drei Personen seinem Beispiele gefolgt, und haben auf aͤhnliche Weise ihrem Leben ein Ende gemacht. Ein neuer Beweis, daß hier das Graͤßlichste, wenn es nur neu ist, seine Nachahmer findet!

Die von dem Journal de Paris gegebenen neuesten tele⸗ graphischen Nachrichten aus Spanien (die groͤßtentheils schon gestern unter„Madrid“ mitgetheilt worden sind) lauten fol⸗ gendermaßen: „Die Abeja meldet, daß der Herzog v. Castro⸗ Toreno zum interimistischen Kriegs⸗Minister, Lariva Herrera zum Minister des Innern und Sartorio zum Marine⸗Minister ernannt ist. Quesada hat das Kommando in Madrid, Latre das in Aragonien, Manso das in Valladolid, Rodil das in Bar⸗ celona, und Moreda das in Valencia erhalten. Madrid ist ruhig. Die verhafteten Deputirten sind wieder freigegeben worden; die Miliz wird neu organisirt; der Belagerungs⸗ Zustand wird in kurzem aufgehoben werden.“ Eine zweite telegraphische Depesche zeigt an, daß am 2ten ein Tref⸗ fen bei Sesma zwischen Cordova und Ituralde stattgefunden at, und daß sich in Folge 1ge. Treffens die Karlisten nach

stella zuruͤckgezogen hab Karlisten haben auf die

befindlichen amtlichen Artikel: „Augenscheinlich soll durch diesen Artikel auf die von den Provir zial' Funcen eingesandten Vorstel⸗ lungen geantwortet werden. Er verkuͤndet deutlich Widerstands⸗ Maßregeln gegen die revolutionaire Bewegung der Provinzen. Dennoch muß man bemerken, daß in jenem Artikel ausdruͤcklich zugegeben wird, daß sich das Koͤnigl. Statut mit allen Gesetzen vertrage, die der Geist der Zeit etwa noch erheischen duͤrfte; und darunter scheint man Gesetze uͤber die Preßfreiheit, die Verant⸗ wortlichkeit der Minister u. s. w. zu verstehen. Wenn dem so ist, und wenn das Ministerium wirklich die Bahn der Zugestaͤnd⸗ nisse betreten will, so ist es wahrscheinlich, daß es ihm gelingen werde, der Aufregung in den Provinzen Herr zu werden, und dieselbe gegen die Karlisten zu lenken. Dies ist das Noͤthigste, aber freilich auch nicht das Leichteste.“

In einem Schreiben aus Bayonne vom 5. September liest man: „Am 1sten d. M. befand sich das Karlistische Haupt⸗ quartier noch immer in Estella; aber Reisende, die am Iten d. von Mendigorria abgegangen und heute hier angekommen sind, versichern, daß man am 2ten den ganzen Tag uͤber ein heftiges Schießen in der Richtung von Los Arcos gehoͤrt habe, ohne daß man indeß bei ihrer Abreise noch erfahren, was sich in jener Gegend zugetragen haben koͤnnte. Die Blokade von Pampe⸗ lona, welche seit geraumer Zeit nur durch ein Detaschement von etwa 200 Mann bewerkstelligt wurde, ist jetzt durch 2 Batail⸗ Lone und 200 Pferde verstaͤrkt worden, um die Einfuͤhrung ei⸗ enes bedeutenden Getraide⸗Transports zu verhindern. Die verschiedenen Berichte, die aus den Kangehungen von Bilbao ein⸗ laufen, so wie der Mangel an Nachrichten aus dieser Stadt selbst, setzen es außer Zweifel, daß letztere immer enger durch die Karlisten eingeschlossen wird, welche sich jetzt durch Verschanzun⸗ gen vor jedem Ueberfall sicher gestellt und ihre Vorposten bis dicht an die Stadt vorgeschoben haben. Die heute aus Cata⸗ lonien eingegangenen Nachrichten bestaͤtigen die Ausdehnung der Karlistischen Bewegung in jener Provinz. Guergné und Bor⸗ ges haben ihre Vereinigung bewerkstelligt, nachdem Letzterer die Truppen der Koͤnigin in drei Treffen, bei Alzamora, bei Avel⸗ lanees und bei Villanueras, geschlagen hatte.“

Die Junta von Barcelona hat zwei Dekrete von der groͤß⸗ ten Wichtigkeit erlassen; das erste untersagt in ganz Catalonien die Annahme der Bons des Madrider Koͤniglichen Schatzes, das zweite ordnet die Erneuerung der Gemeinde⸗Wahlen an.

An der Boͤrse waren heute verschiedene Geruͤchte uͤber die Spanischen Angelegenheiten im Umlauf. Unter anderem wurde allgemein erzaͤhlt, die Koͤnigin Christine habe ploͤtzlich San Ilde⸗ fonso verlassen. Einige behaupteten, sie habe sich nach Lissabon gefluͤchtet; Andere dagegen versicherten, sie waͤre nach Burgos abgereist, um durch ihre Anwesenheit die Truppen und die Mi⸗ lizen anzufeuern. Ferner sprach man von einem ernstlichen Tre fen, welches unter den Mauern von Bilbao stattgefunden, un worin beide Theile große Verluste erlitten haͤtten. wußte jedoch anzugeben, wem eigentlich der Sieg geblieben waͤre.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitz vom 8. Sept. Herr Bernal und andere Mitglieder des Unter hauses brachten die Munizipal⸗Reform⸗Bill aus dem anderen Hause heruͤber, mit der Anzeige, daß letzteres auf seiner Opposi tion gegen die letzten Amendements der Lords zu den Amende ments des Unterhauses nicht bestehen wolle. Als sodann die Bill wegen Verlaͤngerung des der Irlaͤndischen Geistlichkeit fuͤr di Ruͤckzahlung der ihr auf den Zehnten vorgeschossenen Summ gesetzten Termins zum dritten Male verlesen werden sollte, erho sich Lord Wharncliffe und sagte, man koͤnne unmoͤglich er warten, daß die Geistlichkeit Irlands jemals die ihr bis jetzt vor gestreckten 650,000 Pfund een im Stande seyn duͤrfte, und man muͤsse daher das Publikum je eher je besser mit dem Verluste dieses Geldes bekannt machen; die Irlaͤndische Geistlich⸗ keit habe gesetzlichen Anspruch auf den Zehnten, und sie habe nie etwas Anderes gefordert, als die Mittel, dieses ihr Recht zu er⸗ langen; um Unterstuͤtzung habe sie nie gebeten, und es wuͤrde die groͤßte Haͤrte seyn, wenn man jene Summe von ihr wieder zuruͤckfordern wollte. Lord Melbourne war dieser Meinung nicht und wies darauf hin, daß gleich bei der Einbringung der Bill in Betreff jenes Vorschusses ausdruͤcklich bemerkt worden sey, daß dies Geld nach einer gewissen Zeit zuruͤckgefordert den solle. Die Bill erhielt sodann die dritte Lesung.

London, 9. September. Se Majestaͤt der Koͤnig hat be⸗ fohlen, daß von jedem Regimente der Armee ein die Thaten desselben vor dem Feinde darstellender Bericht verfaßt werden soll, enthaltend die Zeit und Umstaͤnde der ersten Errichtung des Regiments, die Stationen, auf welchen es von Zeit zu Zeit ver⸗ wendet worden, die Schlachten, Belagerungen und sonstigen mi⸗ litairischen Operationen, denen es beigewohnt, die dabei von ihm

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Niemand

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eroberten Fahnen und anderen Siegeszeichen; dann die Namen