1835 / 258 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Stimmzetteln oder mehrere, die weder ein J Nein enthalten, so sollen sie als verneinend betrachtet werden. Nach jedem Scrutinium werden die Stimmzettel in Gegenwart der Jury sofort verbrannt. Dies ist der wesentliche Inhalt die⸗ ser Verordnung, die in der naͤchsten Session in ein Gesetz ver⸗ wandelt werden soll. Der Moniteur enthaͤlt noch eine dritte Koͤnigliche Ver⸗ Verordnung vom gestrigen Tage, wodurch die General⸗Conseils in saͤmmtlichen Departements, mit Ausnahme von Korsika , auf den 18ten September zusam

menberufen werden, um bis zum 2.

Oktober zu berathschlagen. Auf Korsika soll die Session vom

24. Sceptember bis zum 8. Oktober dauern. Die Bezirks⸗Con⸗

seils sollen vom 8. bis 12. Oktober, und auf Korsika vom 13. bis 7. zusammentreten.

Das Wahl⸗Kollegium zu Crest im Droͤme⸗Departement hat den Herrn Réalier⸗Dumas, der wegen seiner Ernennung zum General⸗Prokurator in Afrika aus der Deputirten⸗Kammer aus⸗ scheiden mußte, mit 96 unter 160 Stimmen, und das 3te Wahl⸗ Kollegium zu Bordeaux hat den zum General⸗Advokaten beim Cassationshofe befoͤrderten Herrn Hervé mit 131 unter 225 Stimmen wiedergewaͤhlt.

Allen Regimentern der hiesigen Garnison soll, dem Natio⸗ nal zufolge, der Befehl zugegangen seyn, zu morgen fruͤh um 8 Uhr ein Bataillon marschfertig zu halten; die Bestimmung ist nicht bekannt.

Als neulich von der Polizei ein Entweichungs⸗Versuch aus Ste. Pélagie verhindert ward, wurde unter den in dem Gange Grabenden auch der Advokat Perrier aus Lyon genannt. Seit⸗ dem wurde auf einen oberflaͤchlichen Verdacht auch dessen juͤnge⸗ rer Bruder verhaftet; da sich aber seine Unschuld ergab, so wurde der Befehl ausgestellt, ihn wieder in Freiheit zu setzen. Aus Versehen wandte man den Befehl auf obengenannten Advokaten an, und dieser hat nun auf ganz gemaͤchlichem Wege seinem Ge⸗ faͤngnisse den Ruͤcken zugekehrt.

Man schaͤtzt das Vermoͤgen des Herrn Mass, der vor eini⸗ gen Tagen mit seiner Frau ermordet wurde, auf 4 Millionen Fr. Die Untersuchung zur Entdeckung des oder der Moͤrder wird sehr lebhaft, aber auch sehr geheim betrieben. Die Ga—⸗ zette des Tribunaux sagt: „Gewiß ist bis jetzt nur, daß ein Neffe der Schlachtopfer verhaftet, oder wenigstens unter po⸗ lizeiliche Aufsicht gestellt worden ist; wir wollen vorlaͤufig noch seinen Namen nicht nennen, weil diese Maßregel nur praͤpentiv ist. Auch noch viele andere besondere Umstaͤnde werden uns mit⸗ getheilt, aber unsere Pflicht und das Interesse der Gesellschaft legen uns Stillschweigen auf. Die geringste Enthuͤllung dieser Umstaͤnde koͤnnte die Aufmerksamkeit der zahlreichen Personen erregen, die als Urheber oder Mitschuldige des abscheulichen Ver⸗ brechens verdaͤchtig sind. Sobald die Untersuchung beendigt ist, werden wir das Resultat derselben mit den umstaͤndlichsten De⸗ tails zur oͤffentlichen Kenntniß bringen.“ Der Messager er⸗ zaͤhlt, daß man unter den Papieren des Herrn Maëés eine Note gefunden habe, worin gesagt wird, daß derselbe eine Summe von 1,250,000 Fr. und andere Kostbarkeiten in dem Keller sei⸗ nes Hauses 6 Fuß tief vergraben habe, und daß nur der Neffe seiner Frau den Ort kenne. Auf Befragen hat der Neffe so⸗ gleich den Ort angegeben, und man hat das Geld sowohl, als die Kostbarkeiten zu Tage gefoͤrdert.

Es sind hier die Zeitungen aus Barcelona vom 28. Au⸗ gust bis 1. September eingegangen. Die dortige Miliz hat eine Adresse an die Koͤnigin erlassen, worin sie sagt, daß die Vorstel⸗ lungen der Madrider Miliz nicht bloß die Wuͤnsche dieser Stadt, zondern die aller Provinzen Spaniens ausdruͤckten; daß, wenn

a, noch ein

zu Gunsten der jetzigen Regieru

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Monaten eine Intervention stattfinde.

Das Journal des Doͤbats enthaͤlt Folgendes: „Die letz⸗ ten Nachrichten aus Lissabon stellen das nahe Einruͤcken einer Portugiesischen Division in Spanien als wa rscheinlich dar. Wenn es wahr ist, daß der Portugiesische Hof nur noch die Ge⸗ nehmigung der Englischen Regierung abwartet, so laͤßt sich nicht zweifeln, daß dieselbe baldigst ertheilt werden wird; aber bei dem gegenwaͤrtigen Zustande der Dinge in Spanien duͤrfte vielleicht die Regulirung der pecuniairen Bedingungen viele Schwierig⸗ keiten darbieten.“ .

1““ . . (EGrrohbritanien und Irland.

Prorogation des Parlaments. Oberhaus. Sitzung vom 10. September. Das Haus war ziemlich leer. Lord Denman nahm um halb 2 Uhr, als Sprecher, seinen Sitz auf dem Wollsack ein. Die anwesenden Pairs waren der Herzog von Bucceleugh, die Lords Wharneliffe, Wicklow, Glenelg, Lans⸗ down, Melbourne, Fitzgerald, Jersey, Lyndhurst, Roßlyn, Chol⸗ mondeley, Devon, Ormond, Strafford, Leitrins, Duncannon, Teynham, Canterbury, Roden, Shaftesbury, Minto, Auckland und der Bischof von Bristol. Der Koͤnig erschien in Begleitung der hohen Staatsbeamten und ließ sich auf dem Throne nieder. Se. Majestaͤt trugen die Admirals⸗Uniform und schienen sich sehr wohl zu befinden. Ein großer Theil des Hauses war fuͤr die fremden Gesandten eingerichtet, von denen die meisten gegen⸗ waͤrtig waren. Von dem Ceremonienmeister eingefuͤhrt, erschien nun der Sprecher des Unterhauses, umgeben von etwa 30 Mit⸗ gliedern, an der Barre und hielt folgende Anrede an den Koͤnig:

„Genehmigen Ew. Majestaͤt, daß wir, Ew. Majestaͤt treue Gemeinen, am Schluß einer ungewoͤhnlich langen und wichtigen Session vor Ihnen erscheinen. Ew. Majestaͤt geruhten bei Er⸗ oͤffnung der Session zu sagen, daß die Veranschlagungen, welche Sie den Gemeinen vorzulegen befohlen, niedriger als jemals seyen. Die Veranschlagungen haben jetzt denselben Charakter und bezeugen also den allgemeinen und aufrichtigen Wunsch, an⸗ haltend mit Ersparnissen in den Ausgaben fortzuschreiten, so weit es sich mit der Wirksamkeit des Dienstes vertraͤgt, fuͤr welchen gesorgt werden muß. thigen und hochherzigen Handlung, der Abschaffung der Sklave⸗ rei, nothwendig wurden, haben es erheischt, eine Anleihe von 15 Milltonen zur Auszahlung der den Skiaven⸗ Eigenthuͤmern zuzuerkennenden Entschaͤdigung zu eroͤffnen. Es ist troͤstend und rgreulich, daß diese Anleihe unter Umstaͤnden und unter Bedin⸗ gungen bewerkstelligt werden konnte, die einen neuen Beweis von der Festigkeit unseres Staats⸗Kredits geben. Leider, Sire, war der Zustand Irlands nicht von der Art, daß es moͤglich gewesen waͤre, die Bevoͤlkerung jenes Theiles des Reichs im unbeschraͤnk⸗ ten Genuß der Wohlthaten einer freien Verfassung zu las⸗ sen. Es ist eine Akte angenommen worden , wodurch in Faͤllen oͤffentlicher Ruhestoͤrung fuͤr ein schnelles gerichtliches Verfahren gegen die Schuldigen gesorgt ist, und in Faͤllen, wo Uebertretungen des Gesetzes strenge Maßregeln nothwendig machen, ist die erfor⸗ derliche Befugniß dazu ertheilt worden. Von einer Maßregel, die solchergestalt wirksame Vorkehrungen mit kraͤftiger Einschaͤrfung der Gesetze vereinigt, laͤßt sich mit gutem Grunde erwarten, daß sie zu dem Zweck hinreichen und allgemeinen Respekt einfloͤßen werde, weil ihre Bestimmungen Schonung gegen diejenigen zei⸗ gen, gegen die sie gerichtet sind, und weil sie in einem constitu⸗ tionnellen Geist und Sinn abgefaßt ist. Die Mittel zur Verbes⸗ serung der Verfassungen der Munizipal⸗Corporationen von Eng⸗

Ihre Majestaͤt noch ferner den Rathschlaͤgen des jetzigen Mini⸗ stertums folgen wollte, die groͤßten Gefahren fuͤr das Land daraus entstehen koͤnnten; das einzige Huͤlfsmittel sey, die Entlassung ihrer treulosen Rathgeber und die Zusammenberufung außer⸗ ordentlicher Cortes.) Um die Thaͤtigkeit zu schildern, die in Barcelena zur Ausruͤstung von Truppen herrscht, sagt der Vapor, die Stadt gleiche dem Trosanischen Pferde. Man gedenkt 26 Bataillone zu organisiren. Eine neue Kolonne hatte sich am 30sten nach dem Innern der Provinz in Bewegung gesetzt. Die politischen Artikel des „Vapor“ sind jetzt in einem hoͤchst selt⸗ samen Geist der Propaganda redigirt. Einer jener Artikel sucht z. B. zu beweisen, daß die Liebe zum Vaterlande der Sache der Freiheit Schaden thue, und widerse tzt sich dem Geiste allgemei⸗ ner Bruͤderschaft; denn, sagt der Vapor, da die Liebe zum Vaterlande die Liebe zu dessen Institutionen in sich schließt, so entsteht daraus eine beschraͤntie Gesinnung, die die Fortschritte des Menschengeschlechts aufhaͤlt.

Das Journal de Paris melbet: „Es scheint, daß das Treffen bei Sesma wieder eins von jenen unwichtigen Gefechten gewesen ist, in welchen sich beide Theile den Sieg zuschreiben kͤnnen. Am 7ten Abends und in der Nacht vom 7ten zum 8ten haben die Karlisten einige Flintenkuͤgeln auf unser Gebiet gesandt. Man hat ihnen am Morgen durch 6 Kanonenschuͤsse geantwortet.“

Im Journal des Doͤbats liest man: „Den letzten Brie⸗ fen aus Cadix vom 25. August zufolge, war die Ordnung in dieser Stadt wiederhergestellt; aber man erwartete daselbst mit Ungeduld die Antwort der Regierung auf die Phrse ung der Junta. Die Bewegung war am Frextag, den 21. August, aus⸗ gebrochen, kurz nach der Ankunft des Couriers, der aus Madrid die Nachricht von der Versetzung der Hauptstadt in den Bela⸗ gerungs⸗Zustand und von der Beendigung der Insurrection uͤber⸗ brachte. Das Volk hatte sich versammelt, uͤnter dem Rufe: Es lebe die Madrider Stadt⸗Miliz! Es sebe die Constitution von 1812! Wir kennen den Text der nach Madrid gesand⸗ ten Vorstellung nicht; aber nach den von dem Volke an den Tag gelegten Wünschen ollte darin die Entlassung der Minister und die Zusammenberufung der konstituirenden Cortes gefordert wer⸗ den. Alle Kloͤster von Badajoz, von Port⸗Ste.⸗Marie, von Je⸗ rey de la Frontera, von Chiclana, von Port⸗Royal und von der Insel Leon sind geschlossen worden.“

Man wundert sich sehr, daß die ministeriellen Blaͤtter das gestern allgemein verbreitet gewesene Geruͤcht von der Abreise der verwittweten Koͤnigin von Spanien aus Madrid nicht wi⸗ derlegen. 1

An der gestrigen Boͤrse tauchte unter den Finanz⸗Männern zum erstenmale der kluge Gedanke auf, ob, da die Koͤnigin Chri⸗ tine von Spanien gewissermaßen in Madrid ganz isolirt und je⸗ denfalls weniger im Stande sey, die ultra⸗liberale Partei zu be⸗ kaͤmpsen, als Don Carlos, es nicht fuͤr die Franzoͤsische Regie⸗ rung gerathener seyn maͤchte, diesem Letztern Vorschub zu leisten. Der Moniteur du Commerce, bekanntlich ein ministerielles Blatt, enthaͤlt elnen Arukel, worin er den Sieg des Don Car⸗ los als ganz unvermeiolich darstellt, wenn nicht in den naͤchsten

neia unterm 22,

hat die Miliz von Va⸗ erlassen.

han⸗ aͤhullchen Inhalts

1 ugust an die Koöͤnigin

land und Wales und zur Begruͤndung eines wirksamen Ortspo⸗ lizei⸗Systems haben uns geraume Zeit beschaͤftigt und sind mit unermuͤdeter Sorgfalt und Aufmerksamkeit erwogen worden. Wie wir am erfolgreichsten Institutionen, die in laͤn st vergan⸗ genen Zeiten abgefaßt wurden, der vermehrten Intelligenz, Wohlhabenheit und Volkszahl anpassen, wie wir die Volks⸗ wahl in dieselben einfuͤhren, die Volks⸗ Kontrolle sichern und fuͤr den oͤffentlichen Dienst die geeignetsten Perso⸗ nen erlangen, wie wir am besten fuͤr eine unparteiliche Rechts⸗ pflege sorgen und wie wir Regeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Einschaͤrfung der Sparsamkeit festsetzen koͤnnten, diese Fragen gehoͤrten zu denen, die nothwendig erwogen und berathen werden mußten; und wir haben unsere Bestrebungen eifrig darauf gerichtet, die Erreichung dieser Zwecke zu befoͤrdern und zu sichern. Die treuen Gemeinen Eurer Majestaͤt werden hinreichenden Ersatz fuͤr ihre langen und muͤhsamen Anstrengun⸗ gen finden, wenn ihre Berathungen dazu beigetragen haben, das Volk wahrhaft zufrieden zu stellen, die Kraft unserer wichtigen und schaͤtzbaren Institutionen neu zu beleben und ihre feste. Dauer zu befoͤrdern. Ich uͤberreiche Ihnen jetzt, Sire, von Seiten der Gemeinen die letzte Subsidien⸗Bill, welche die Ver⸗ wendung gewisser Gelder, als Mittel und Wege, und die An⸗ weisung derselben fuͤr den Dienst des Jahres 1835 betrifft.“

Diese letztgenannte und einige andere Bills erhielten hierauf die Zustimmung des Koͤnigs; dann erhoben sich Se. Majestaͤt und verlasen mit lauter Stimme und festem Ton nachstehende Schlußrebe:

„Mylords und Herren!“

„Ich finde zu Meiner großen Zufriedenheit, daß der Zu⸗ stand der oͤffentlichen Angelegenheiten Mir erlaubt, Sie von Ih⸗ rer ferneren Anwesenheit und von der Last der Pflichten zu ent⸗ 975 deren Sie sich mit so viel Eifer und Fleiß entledigt haben.

„Ich empfange von allen fremden Maͤchten erfreuliche Ver⸗ sicherungen ihres Wunsches, das freundschaftlichste Vernehmen mit Mir fortdauern zu sehen, und Ich glaube zuversichtlich an die Fortdauer des allgemeinen Friedens, der der Gegenstand Mei⸗ ner bestaͤndigen Sorgfalt gewesen ist und bleiben wird.“

„Ich beklage es, daß der Buͤrgerkrieg in den noͤrdlichen Provinzen von Spanien noch nicht beendigt ist; da Ich aber das tiefste Interesse an der Wohlfahrt der Spanischen Monar⸗ chie nehme, so werde Ich fortfahren, im Verein mit den drei Maͤchten, mit denen Ich den Traktat der Quadrupel⸗Allianz ab⸗ geschlossen habe, Meine lebhafteste Aufmerksamkeit nach jener Seite hin zu richten; und Ich habe zur Foͤrderung des Zwecks jenes Traktats die Mir durch die Leglislatur uͤbertragene Macht ausgeuͤbt und Meinen Unterthanen erlaubt, in den Dienst der Koͤnigin von Spanien einzutreten.“

„Ich habe mit Daͤnemark, Sardinien und Schweden neue Conventionen abgeschlossen, um den Handel mit Afrikanischen Sklaven zu verhindern; Ich hoffe, bald die Ratification eines aͤhnlichen Vertrages zu erhalten, welcher mit Spanien unterzeich⸗ net worden ist. Ich stehe mit anderen Maͤchten in Europa und Suͤd⸗Amerika zu gleichem Zwecke in Unterhandlung; und Ich hoffe, daß binnen kurzem die vereinten Bestrebungen aller eivilisirten Nationen diesen Handel unterdruͤcken und vertilgen

werden.“ Zustimmung, daß Sie Ihre

ng

Anordnungen, die in Folge jener edelmuͤ⸗

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wesens in England und Wales gerichtet haben, und Ich halzog koͤnne sich nicht wundern, wenn nun seine (O Connell s) mit Freuden der Bill, welche Sie zu dem Ende angenomm nannte Macht in Irland wieder noch zunaͤhme, und schließt haben, Meine Zustimmung gegeben. Ich stimme von Her! folgenden Worten: „Bedenken Sie nur einmal, welches dieser wichtigen Maßregel bei, welche darauf berechnet ist, M e Geschichte als Staatsmann ist; den einen Monat erklaͤren vergnuͤgen zu heben, Friede und Eintracht zu befoͤrdern und öffentlich, daß Sie wahnsinnig seyn muͤßten, wenn Sie ein nen Gemeinden die Vortheile einer verantwortlichen Verwaltut annehmen wollten, und der naͤchste Monat findet Sie als zu verschaffen.“ emier⸗Minister! Ein andermal erklaͤrten Sie, das System der ver⸗ „Ich freue Mich sehr, da eten Burgflecken und der Ernennung sey das vollendetste Werk der Art ist, daß es Ihnen moͤgl nschlichen Weisheit. Ja, ja, so war es, buchstaͤblich so; Sie erloͤschen und mildere Bestimmungen an dessen Stelle treten Mantm es das vollendetste Werk der menschlichen Weisheit, und lassen.“ n, siehe da, sind Sie ein Anhaͤnger des Tamworther Refor⸗ „Kein Theil Meiner Pflichten ist Meinen Gefuͤhlen whn, der nur deshalb nach Macht geizt, um die Segnungen der thuender, als die Milderung einer Straf⸗Bestimmung, wan bhrm uͤber alle Zweige des Staats zu verbreiten! Fuͤr dies⸗ solche mit der Aufrechthaltung der Ordnung und Ruhe verng lbin ich mit Ihnen fertig. Meine naͤchste „vertrauliche Epi⸗ lich ist.“ 1 i soll an Ihren reformistischen Kollegen Sir Robert Peel ge⸗ „Herren vom Hause der Gemeinen!“ peet seyn, dem ich auf das unverschaͤmte Probestuͤckchen von „Ich danke Ihnen fuͤr die Bereitwilligkeit, mit der Sie sschenspieler⸗Gaukelei und Scheinheiligkeit, das er in Tamworth Budget bewilligt haben.“ Pelegt, doch Einiges erwiedern muß. Ich habe die Ehre, zu „Sie haben nicht allein fuͤr die jaͤhrlichen Ausgaben in, Mylord Herzog, mit aller Ceremonie und Courtoisie Ihe

fuͤr die Zinsen der großen Summe, die den Sklaven⸗Eigentllhorsame

orsamer Diener Daniel O'Connell.“ mern in Meinen Kolonial⸗Besitzungen bewilligt worden ist, 3%¶ Der Morning Herald glaubt, die Grafen Grey und dern auch fuͤr verschiedene unerwartete und besöndere Anspreaslhencer waͤren deshalb im Oberhause nicht als Unterstuͤtzer des an die Gerechtigkeit und Großmuth der Nation gesorgt. Es eelbourneschen Ministeriums aufgetreten, weil sie die Minister hoͤchst erfreulich, zu bemerken, daß diese Beduͤrfnisse nicht alslt Connell's Vasallen hielten. Wollten dies die ministeriel⸗ ohne neue Auflagen befriedigt worden sind, sondern daß Sie an

gen Baaͤtter bestreiten, so muͤßten sie andere Gruͤnde angeben, noch fernere Fortschritte in der Verminderung der Lasten Mei srum beide edle Grafen im Oberhause ein so verdaͤchtiges Volkes gemacht haben.“

tillschweigen beobachtet haͤtten, und warum sie gerade zu der „Ich kann Ihnen Glluͤck dazu wuͤnschen, daß die Bedinmghit, wo ihr Beistand den Ministern am nothwendigsten gewe⸗ gen, unter welchen die Anleihe fuͤr die Entschaͤdigung der nbl”

nach ihren Landguͤtern abgegangen waͤren. ven⸗Eigenthuͤmer abgeschlossen worden ist, einen entscheitenzen In Birmingham ist die politische Union am vorigen Frei⸗ Beweis liefert fuͤr den bluͤhenden Zustand des oͤffentlichen w wieder ins Leben getreten. dits und fuͤr das allgemeine Vertrauen, welches aus dem G Zu Cattingham ist in einer Versammlung mit 151 gegen schlusse, die National Verpflichtungen zu erfuͤllen, und Treu ue Stimmen beschlossen worden, die Kirchensteuer zu verweigern. Glauben unverletzt zu erhalten, hervorgegangen ist.“ Erst gestern ging das Dampfboot „London Merchant“, an „Mylords und Herren!“ ssen Vord sich die Brigade⸗Generale Evans (Bruder des Ober⸗ „Ich weiß, daß Ich auf Ihre Anhaͤnglichkeit und auf Ihn efehlshabers) und Reid, so wie die Offiziere und Detaschements Patriotismus sicher bauen kann, und Ich bin uͤberzeugt, chr Lanciers, Schuͤtzen und Artillerie befanden, von Gravesend Sie bei der Ruͤckkehr in Ihre respektiven Grafschaften und ch Santander ab. Die in Schottland angeworbenen Regimen⸗ Wiederaufnahme der Functionen, denen Sie sich mit so viet sind setzt, bis auf das öte unter dem Obersten Shaw, wel⸗ Nutzen fuͤr das oͤffentliche Wohl entledigen, allen Klassen Imags noch nicht vollzaͤhlig ist, saͤmmtlich nach Spanien eingeschifft. Landsleute Gehorsam gegen das Gesetz, Anhaͤnglichkeit an! Die hiesigen Blaͤtter enthalten jetzt auch einen offiziellen Be⸗ Verfassung und einen Geist gemaͤßigten Fortschreitens anempfatht des General Evans uͤber das mehrerwaͤhnte Treffen, wel⸗ len werden, welches unter dem Schutze der goͤttlichen Vorsehunes am 30. August zwischen den Karlisten und den Christinos die sichersten Mittel zur Aufrechthaltung der Ruhe und zur Veßöst den Englaͤndern in Spanien stattgefunden hat. mehrung des Wohlstandes sind, dessen sich dieses Land erfteu.⸗ Aus Plymouth vom 8ten schreibt man: „Die Brigg Als der Koͤnig diese Rede beendigt hatte, erklaͤrte Lord Den Gaterwitch“ ist von Bilbao zuruͤckgekehrt.é Sie hatte die man das Parlament fuͤr prorogirt, und zwar bis zum 10. Noßnglischen Huͤlfs⸗Truppen von Santander nach Bilbao gebracht, vember. eshalb die Karlisten den Lieutenant Pike von dieser Brigg auf jnem Wege nach Bilbao gefangen nahmen. Zwei bewaffnete London, 11. Sept. Ihre von Windsor nach der Stadt; um

öte, die abgesandt waren, um die Auslieferung des Lieutenants Lever, bei welchem der Freiherr von Buͤlow die Ehre hatte,

verlangen, wurden von den Karlisten angegriffen, zwei von r Mannschaft getoͤdtet und mehrere verwundet. Man erwar⸗ Majestaͤt ein Schreiben seines Souverains, des Koͤnigs von Prale in kurzem einen Angriff der Karlisten auf Bilbao.“ ßen, zu uͤberreichen. In der darauf folgenden Gehetmen⸗Ratusl Es sind Nachrichten aus Lissabon bis zum 2. September Versammlung wurde die Prorogirung des Parlaments beschlüler eingegangen. Herr Mendizabal war am 26sten dort sen. Abends war Diner bei Sr. Majestaͤt. Poekommen und begab sich am 27sten nach Ramalhao, wo Ihre Koͤniglichen Hoheiten die Herzogin von Kent und von der Koͤnigin mit dem Großkreuz des Thurm⸗ und Prinzessin Victoria sind am Sonnabend in Bishopsthorpe chwert⸗Ordens beliehen wurde. Wie es heißt, hat Herr gelangt, wo sie waͤhrend des Yorker Mustkfestes, wesches an dendizabal die Schwierigkeiten beseitigt, welche sich der Ueber⸗ Montag begonnen hat, wohnen werden. Das Hrchester bej hi⸗ agung des Kommandos uͤber die nach Spanien zu sendenden sem Musikfest besteht aus 166 Saiten 49 Holz⸗ und 30 Ns Huͤlfs⸗Truppen an den Herzog von Terceira entgegenstellten, tall⸗Blase⸗Instrumenten, der Saͤnger⸗Chor aus 364 Mitgliedenind sich erboten, den pecuniairen Theil der Angelegenheit auf und der Saal, in welchem die Auffuͤhrungen stattfinden, si echnung Spaniens zu uͤbernehmen. Der Marine⸗Minister 2000 Personen. ntee einen Admiral, 14 Schiffs⸗Capitaine, 17 Commandeurs und Der Prinz von Joinville ist mit seiner 6 Lieutenants, wegen ihrer Migurlistischen Gesinnungen, ent⸗ stag fruͤh zu Spithead bei Portsmouth vor 2 Die Abreise des Franzoͤsischen Gesand stiani, nach Paris ist aufgeschoben worden.

assen und, unter dem Vorwande des zu hohen Alters, 3 Admi⸗ Sir John Roß hat durch den Russischen Botschafter ei

ase, 15 Capitaine, 17 Commandeurs und 7 Lieutenants in Re⸗ aite⸗Zustand versetzt. Der Admiral Sir William Gage war goldene mit Brillanten besetzte Tabatière, die auf 1000 Guinee geschaͤtzt wird, von Sr.

Cintra vom Pferde gefallen, doch hatte dies keine uͤble Folgen shabt. Es hatte eine Versoͤhnung zwischen der Koͤnigin und Majestaͤt dem Kaiser von Rußland zusher Herzogin von Braganza stattgefunden. Herr Mendizabal, Geschenk erhalten. U eine. Capitain Back war, nach Berichten aus Montreal, 8. August dort angekommen und wollte ein paar Tage dara!

Mẽ nach New⸗York abreisen, um sich daselbst nach Liverpool ein

er zu einem Familien⸗Diner bei der Letzteren eingeladen worden ar, reiste am 31. August wieder von Lissabon ab. Der Ver⸗

schiffen, so daß er in diesem Augenblick vielleicht seinem Van

lande schon ganz nahe ist. ·

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ß der innere Zustand Irlands; ich gewesen, das Zwangs⸗Ge

Majestaͤten kamen vorgeste 2 Uhr hielt der Koͤnig e

9„⁹ C

Fregatte am Dim Anker gegangen. ten, Grafen Seh

uf der National⸗Guͤter hatte guten Fortgang, und es fanden sich jele Kaͤufer. 1—

Aus Falmouth meldet man, daß das Paketschiff „Star“ us Lissabon mit Depeschen fuͤr die Regierung angekommen ist, seen Inhalt jedoch nicht bekannt geworden. Man weiß nur so viel, es mit ungewoͤhnlicher Eile abgefertigt worden ist. Dies hat ataͤrlich zu verschiedenen Geruͤchten uͤber den Inhalt der Depe⸗ chen Anlaß gegeben, und Einige meinen, die Portugiesischen Fruppen seyen in Spanien eingeruͤckt, und dee ganze Suͤden ieses Landes habe sich fuͤr Don Carles erklaͤrt.

Aus New⸗York sind Nachrichten bis zum 13. August ein⸗ egangen. In der Nacht vom 12ten um 12 Uhr brach dort ein keüuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit verbreitete und ine Kirche nebst 30 Wohnhaͤusern und Speschern zerstoͤrte. Man hhätzt den Verlust auf 800,009 Dollars, und uͤber tausend Per⸗ onen kommen dadurch außer Brod, indem mehrere Druckereien uͤr politische und andere Blaͤtter zerstoͤrt wurden. In Bal⸗ imore hat das Volk am 8. und 9. August die Haͤuser derje⸗ gen zerstoͤrt, welche bei dem Fallissement der Bank von Mary⸗ alnd betheiligt sind. Man hofft jedoch, daß es den Buͤrgern mit huͤlfe der Soldaten gelingen wird, weitere Exzesse zu verhindern, bgleich der Poͤbel noch mehrere Haͤuser fuͤr die Zerstoͤrung be⸗ eichnet hat. Der Mayor, dessen Haus auch zerstoͤrt worden ist, hat seim Amt niedergelegt. 8

Laut Briefen aus Laguayra vom 9. Juli hatte General Haez eine Proclamation erlassen, in welcher er die in Laguayr attgefundene Revolution laut tadelte und seinen Entschluß aus⸗ prach, die Aufruͤhrer unterdruͤcken zu wollnr.

Deutschland.

Dessau, 14. Sept. Obgleich durch mehrere reich ötirte milde Stistungen und durch oie Milde unseres Durch⸗ auchtigsten Herzogs und der Mitglieder Seines Hohen Hauses sar die hiesizen Armen so reichlich gesorgt ist, daß im Verhaͤtt⸗ der Groͤße und Einwohnerzahl wohl in keiner Stadt so viel irdie Armen geschehen moͤchte, als hier, so hatten die Anspruͤche er Huͤcfsbeduͤrfligen hierselbst aͤn die oͤffentlichen Wohlthaͤtigkeits⸗ Aastalten in ben letzten Jahzen dennoch dermaßen uͤberhand ge⸗ ommen, daß die jaͤhrlichen Ausgaben die Einnahmen betraͤchtlich sberstiegen, und deshalb eine Reform des Armenwwesenz der t dringendes Beduͤrsniß wurde. Diese ist nunmehr in die⸗

Jahre bewirkt worden, indem die Verwaltung des staͤdtt⸗

Armenwesens, vom 1. Juli an, an ein aus den Mitglie⸗

i des Herzogl. Stadt⸗ und Landgerichts und drei Stadtver⸗

waeten bestehendes Armen,Direktortum uͤbergegangen ist. Die gegen die letztvergangenen Jahre bedeutend hoͤheren Bewilligun⸗

Lord Melbourne hat Herrn R der „Edinburgh Review“ und So Napier, zum Seeretair i

obert Napier, Herausgelt hn des Edinburger Professe m Schatzamte ernannt.

Herr O'Connell hat unterm Kten d. ein langes Schreihe an den Herzog von Wellingten gerichtet, weil derselbe in ein der letzten Debatten von ihm gesagt, er sey eines ungebuͤhrliche Betragens uͤberfuͤhrt und doch spaͤter von der Irlaͤndtschen 9. gierung befoͤrdert worden, und er besitze mehr Macht, als irgen ein Individuum seit der Revolution von 1688. Die erste V hauptung, sagt O Connell, sey ganz ungegruͤndet, und der Ha zog haͤtte wissen muͤssen, daß sie dies sey; die zweite sey c grobe Uebertreibung, und der Herzog muͤsse wissen, daß dies sey. Was das Erstere betreffe, so habe ja der Irlaͤndisch General⸗Prokurator, Herr Blackburne, unter der Verwaltun Lord Anglesey's, obgleich diese Beide ihn (O'Connell) aufs tieff gehaßt, alle damals gegen ihn crhobene Anklagen fahren lassan uͤbrigens, fuͤgt der Schreiber des Briefes hinzu, habe die ange liche Befoͤrderung, die ihm von der Irlaͤndischen Regierung sole zu Theil geworden seyn, in weiter nichts bestanden, als daß ihm

der Varre ein Vorrang eingeraͤumt worden, der ihm schon 20 Naze fruͤher gebuͤhrt haͤtte, also eine Befoͤrderung, die nur Anderm aber nicht ihm genuͤtzt. Was den zweiten Vorwurf an belangt so meint O'Connell, er wisse von keiner Macht, die er bestte wenn er aber einigen Einstuß habe, so verdanke er denselöen nit seiner Geburt, denn er sey nur der Sohn eines schlichten Lam Edelmanns, nicht seinem Vermoͤgen, denn das sey sehr gerin und auch nicht einem uͤberlegenen Talent, denn seine Faͤhiakeil seyen nur gewoͤhnlicher Art, sondern er verdanke ihn dem H9. zoge von Wellington und denen, die demselben glichen, und

Irlands Beschwerden, Unbilden und Bedruͤckungen fortdaush zu lassen bemuͤht waͤren. Der weitere Verlauf des Schreiban enthaͤlt nun die bittersten Schmaͤhungen guf den Herzoh auf die Tories, auf das Oberhaus und auf die Orangiste An einer Stelle heißt es: „Es ist eitle Muͤhe, mit Ihne und mit den unwissenden Hitzkoͤhfen, die

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Oberhause bilden, von Vernunst zu spreche al wo sie Kabalen schmieden

sammlung aͤhnlich, allem gesunden Menschenverstande zum Trot. sechs der Zahl nach, die in dieser Se 1

ist, welche durch Bogen⸗Con

des entstandenen Grases, bei Vermeidung von Strafe, gesorgt

Kasse, so wie eine groͤßere Strenge gegen die Armen berechtigen zu der Hoffnung, daß von jetzt ab ein Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe moͤglich werden wird. Wenn die au⸗ ßerordentliche anhaltende Duͤrre dieses Jahres in andern Gegen⸗ den, und in Beziehung auf den Feld⸗ und Gartenbau auch hier nachtheilige Wirkungen geaͤußert hat, so hat auf der andern Seite der dadurch bewirkte ungewoͤhnlich niedrige Wasserstand der Elbe den Bau der neuen Bruͤcke uͤber dieselbe sehr beguͤn⸗ stigt, und namentlich die Anlegung der massiven Pfeiler im Wasser selbst erleichtert, so daß diese der Vollendung nahe sind, und im kuͤnftigen Jahre nur noch die Fahrbahn daruͤber zu bauen struction hergestellt werden wird.

Darmstadt, 9. Sept. Die Debatten uͤber den projektir⸗ ten Staats⸗ und Provinzial⸗Straßenbau sind in unserer zweiten Kammer, seit dem 4ten d. M., nach vielstuͤndigen Sitzungen, vollendet worden. Erst uͤbermorgen ist wieder Sitzung. Dann findet die Berathung uͤber die Mittel zur Vornahme jenes Baues und insbesondere uͤber das Anlehen statt, was nach dem Antrage der Staats⸗Regierung und des Ausschusses aufgenommen und in einigen Jahren wieder getilgt werden soll. Sodann handelt es sich noch uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen Chaussee⸗Geldes auf den Provinzial⸗ Straßen. Waͤhrend auf diese Weise un⸗ sere Staͤnde sich mit den Straßen in hoͤherem Styl beschaͤftigen und die Provinz⸗Bewohner eifrig die Zeitung durchblaͤttern, um zu erfahren, in wie weit auch ihnen eine Strecke davon zu gut komme, sind unsere hiesigen staͤdtischen Straßen ein Gegenstand der polizeilichen Fuͤrsorge. Auf eine wahrhaft wunderbare Weise naͤmlich keimt hier, waͤhrend der staͤrksten, sengendsten Hitze, Gras und Unkraut zwischen den Pflastersteinen selbst unserer belebteren Straßen und Plaͤtze auf, und an den Rinnsteinen einiger Nebenstraßen unserer Neustadt standen Kamillen, Ringelblumen u. s. w. in reichlicher Bluͤthe. Es soll nun nach einer Polizei⸗Bekanntmachung im Wochenblatte an den gewoͤhnlichen Reinigungsragen auch fuͤr die Ausrottung

werden.

Karlsruhe, 9. Sept. und Regierungsblatt enthaͤlt folgende, die Necka fahrt betreffende Verordnung: 3

Leopold ꝛc. Zum Vollzug einer mit der Koͤniglich Wuͤrt⸗ tembergischen und der Großherzoglich Hessischen Regierung unterm 30. Juli und 15 August d. J. getroffenen, die Grundlage der ad⸗ zuschließenden Neckar⸗Schifffahrts⸗Convention bildenden Ueberein⸗ kunft haben Wir beschlossen und verordnen andurch provisorisch, wie folgt: Art. 1. Der bisher bestandene Reckar⸗Zoll⸗Tarif ist auf⸗ gehoben. Art. 2. Statt dessen wird der Rhein⸗Octroi⸗Tarif unter den folgenden naͤheren Bestimmungen eingefuͤhrt. Art. 3. Es be⸗ traͤgt: a) der volle Zoll zu Berg 6 Kr, zu Thal 4 Kr., b) die Vier⸗ telzgebuͤhr zu Berg 1 ½ Kr., zu Thal 1 Kr., c) die Zwanzigstel⸗ Gebuͤhr endlich zu Berg

Das Großherzogliche Staats⸗ r⸗Schiff⸗

*10, Ke. und zu Thal Kr. pr. Ctnr. Art. 4. Dieser Zoll wird bei jeder der drei Neckar⸗Zoll⸗Stellen Mannheim, Neckargemuͤnd, Neckarelz zu einem Drittel erhoben, und zwar: bei der Bergfahrt von jedem Fahrzeug, das dort ab⸗ oder vorbelfaͤhrt, bei der Thalfahrt hingegen von jedem Fahrzeug, das dort ankommt oder passirt. Art. 5. Die Schiffs⸗Gebühr (Recogni⸗ tions⸗Gebuͤhr fuͤrs Fahrzeug selbst) wird nach dem Rhein⸗Octroi⸗ Tarife, jedoch bloß von befrachteten Schiffen von 600 Centner La⸗ dungsfaͤhigkeit oder daruͤber, und zwar je fuͤr eine Fahrt zu Berg oder zu Thal nur einmal erhoben Art. 6. Es geschieht dies durch die Zollstelle, bei welcher das Schiff abfaͤhrt, oder welche dasselbe zuerst berahrt. Art. 7. Die Recognitions⸗Gebuͤhr, welche auf dem Rheine fuͤr bestimmte Ladungs⸗Gegenstaͤnde statt des Zolls zu erhe⸗ ben ist, wird bei jeder der drei Reckax⸗Zollstellen nach Vorschrift des Rhein⸗Octroi⸗Tarifs erhoben, und zwar bei der Bergfahrt von jedem Fahrzeuge, das dort ab⸗ oder vorbeifaͤhrt, bei der Thalfahrt von jedem Fahrzeuge, das dort ankommt oder vorbeisaͤhrt. Art. 8. Den Schiffern, die Guͤter vem Rhein oder von Mannheim bis oberhalb Neckareclz, oder von oberhalb Neckarelz bis Mannheim oder weiter fuͤhren, ist gestattet, in Mannheim, beziehungsweise in Neckarelz, die Zoͤlle Art. A und 7 fuͤr alle drei Zollstellen auf einmal zu entrichten. Art. 9. Vom Holz (Brenn⸗, Bau⸗ und Nutzholz) wird der Zoll auf jeder der drei Neckar⸗Zollst lien vorlaͤusig nach der im Jahre 1802 bestandenen Uebung erhoben. Art. 10. Der Vollzug tritt mit dem 1. Okt. in Wirksamkeit.“ Oesterreich.

Prag, 13. Sept. An der Graͤnze der Herrschaft Horaz⸗ didwitz am 6ten d. um 1 Uhr Nachmittags angelangt, wurden Ihre Majestoͤten von dem Herrschafts⸗Besitzer, dem Regierungs⸗ Praͤsidenten Fuͤrsten Kinsky, ehrfurchtsvoll empfangen und unter unbeschreiblichem Jubel der zugestroͤmten Volksmenge in das herrschaftliche Schloß begleitet, wo Allerhoͤchstdieselben mit dem Fuͤrsten und der Fuͤrstin Kinsky und einigen aus der Naͤhe zur Bezeigung ihrer Huldigung erschienenen Gutsbesitzern zu Mittag speisten. Nach aufgehobener Tafel setzten Ihre Majestaͤten die Reise nach der Koͤnigl. Kreisstadt Klattau fort, wo Allerhoͤchst⸗ dieselben sehr festlich und jubelnd empfangen wurden und im Kreisamts⸗Gebaͤude abstiegen. Kurz darauf empfingen Ihre Majestaͤten die dortige Geistlichkeit, dann die Militair⸗- und Civil⸗ Autorstaͤten. Abends war die Stadt glaͤnzend beleuchtet. Ein Fackelzug der Gymnasial Schuͤler, welche vor der Wohnung JF. MM. die Volks⸗Hymne sangen, in die alle Anwesenden mit Herz⸗ lichkeit einstimmten, endete diesen fuͤr Klattau so feierlichen Tag. Am 7ten Vormittags nach 11 Uhr wurden Se. Majestaͤt der Kaiser und Ihre Majestaͤt die Kaiserin an der Graͤnze des Pilsener Kreises von dem Kreishauptmanne auf der Fahrt von der Koͤniglichen Kreisstadt Klattau empfangen. Als Ihre Kai⸗ serlich Koͤniglichen Majestaͤten sich der Stedt Pissen mherten, wurden Boͤller abgefeuert, alle Glocken gelaͤutet, und schon in der Borstadt wurden Ihre Majestaͤten mit dem lautesten Jubel⸗ ruf von einer wogenden Menschenmenge begruͤßt. Von diesem einstimmigen Jubel begleitet, gelangten Ihre Kaiserlich Koͤnigli⸗ chen Majestaͤten durch die Reihen der versammelten Schul⸗Ju⸗ gend, der Zuͤnfte, des mit seiner Musik ausgeruͤckten buͤrgerlichen Schuͤtzen⸗Corps und einer großen Menge der aus ferner Umge⸗ bung herbeigeeilten Unterthanen bis zu dem Katserlich Koͤnigii⸗ chen Kreis⸗Amte, mo Ailerhoͤchstdieselben, von Sr. Excellenz dem Herrn Staats⸗ und Konferenz⸗Minister Grafen ven Keollowrat⸗ Lebsteinskyv, von der Generalitaͤt und den Stabs⸗Hffizieren, dem sesammten Kreis⸗Amts⸗Persengle und von den Veamten der uͤbrigen Behoͤrden empfangen, abzusteigen geruhten, worauf Se. Majestäͤt die Vorstell

ung der Geistlichkeit, des Militairg und der saͤmmtlichen Beamten zu gestatten geruhten. Nachdem Ihre K. K. Maäjestaͤten der nachmittaͤgigen Andacht in der Dekanal⸗Kirche beigewohnt hatten, geruhten Allerhoͤchstoieseiben, sich in das Rathhaus zu begeben und besichtigten die in dem Saale aufge⸗ steliten Ritter⸗Ruͤstungen und verschledenen Waffengattungen aus den Zeiten des Hussiten und des 360jaͤhrigen Krieges. Ueberall geruhten dann Ihre K. K. Majestaͤten, mit wahrhaft vaͤterlicher Sorgfalt von der inneren

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Verfassung, Einrichtung und der Ver⸗ waltung der von Ihnen besuchten Anstalten auf das genaueste

ersten Linien⸗Infanterie⸗Regiments, ohne die ge

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jestaͤt mehrere Stunden den Staatsgeschaͤften widmeten. Am Ften d. M. geruhten Se. Majestaͤt der Kaiser und Ihre Ma⸗ jestaͤt die Kaiserin bei einer großen Kirchen⸗Parade im Freien der heiligen Messe beizuwohnen. Auf den Aufstellungs⸗Platz ge⸗ langt, wurden Se. Majestaͤt von dem Feldmarschall⸗Lieutenant von Gorzkowsky und General⸗Masor Baron Mengen empfangen. Nach abgehaltenem Gottesdienst stiegen Se. Majestaͤt wieder zu Pferde und ließen die Truppen vor sich desiliren. Hier⸗ auf ertheilten Se. Majestaͤt der Kaiser mehr als zwei Stunden ununterbrochen Privat⸗ und oͤffentliche Audienzen. Am 9. September waren saͤmmtliche in und um Pilsen befind⸗ liche Truppen zum Ausruͤcken und Manovriren vor Sr. Maje⸗ staͤt bestimmt; wegen eines in der Nacht eingefallenen heftigen Regenwetters geruhten aber Se. Majestaͤt diese Ausruͤckung ab⸗ zustellen, zugleich aber der Generalitaͤt und den Stabs⸗ und Ober⸗ Offizieren Allerhoͤchstihre besondere Zufriedenheit mit dem bei der gestrigen Kirchen⸗Parade wahrgenommenen guten Zustand, vor⸗ zuͤglichen Aussehen und der militairischen Haltung der Truppen an den Tag legen zu lassen und der Mannschaft vom Feldwebel und Wachtmeister abwaͤrts eine dreitaͤgige Gratisloͤhnung zu be⸗ willigen. Fuͤr die Pilsener Klein⸗Kinder⸗Bewahranstalt geruhten Se. Majestaͤt der Kaiser dreihundert, und Ihre Majestaͤt die Kaiserin hundert Gulden Conv. M. dem Kreis⸗Hauptmanne zu uͤbergeben. Einigen buͤrgerlichen Maͤdchen, welche in festlichen Kleidern Ihren K. K. Majestaͤten vor der Abreise Blumenkraͤnze uͤberreichten, schenkten Ihre Majestaͤten 10 Dukaten in Gold. Nach beendigter Mittagstafel verließen Ihre Majestaͤten die Stadt Pilsen im besten Wohlseyn.

Schweiz. Zuͤrich, 7. Sept. (Deutsch. Cour.) In erwaͤhnten Wahlschen Angelegenheit hat die Landraths sion der Basel⸗Landschaft eine ausfuͤhrliche Rechtfertigung landraͤthlichen Beschluͤsse der Regierung uͤbergeben, mit dem An⸗ suchen, dieselbe dem Franzoͤsischen Ministerium zustellen zu las⸗ sen. Aus dieser Rechtfertigung geht hervor, daß die Gebruͤder Alexander und Baruch Wahl, Kaͤufer des Landererschen Guts, nach einem Gesetze von 1816 als Israeliten nicht befugt seyen, in der Basel⸗Landschaft Immobilien zu besitzen. Zwar habe der Franzoͤsische Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Herr v. Broglie, in seiner Zuschrift an die Regierung der Basel⸗Land⸗ schaft eingewendet, daß die Israeliten in Frankreich gleiche Rechte mit anderen Buͤrgern genoͤssen, die Franzoͤsische Regierung keine den Bekennern des Mosaismus nachtheilige Ausnahmen des allgemei⸗ nen Schutzes, den sie ihren Staats⸗Angehoͤrigen im Auslande gewaͤhre, stattfinden lassen koͤnne, im Allgemeinen solche Anfeindungen die⸗ ser oder jener Glaubens⸗Genossen mit den humanen aufgeklaͤrten Ansichten unseres Jahrhunderts unvertraͤglich seyen, und endlich in diesem speziellen Falle die Herren Wahl um so weniger Ge⸗ genstand engherziger Maßregeln der Art werden sollten, da sie nicht zur Betreibung irgend eines Geschaͤftes oder Gewerbes das Landekersche Gut gekauft haͤtten. Der Landrath fuͤrchtet inzwi⸗ schen zu sehr die „Nachtheile, welche anderen Voͤlkern aus der Einwanderung der Juden erwachsen“, um von dem Gesetze, das letztere verbietet, abzugehen. Nach Angabe dieser sogenannten Nachtheile, wie sie die Judenfeinde Deutschlands in ihren Re⸗ den und Schriften zu schildern pflegen, schließt der Landrath mir der Bemerkung, daß sein Verfahren vollkommen gesetzlich sey, die Einmischung des Auslandes in innere Gesetzgebungs⸗ Angelegenheiten unzuläaͤssig erscheine, den Gebruͤdern Wahl es jedoch unbenommen bleibe, bei dem ordentlichen Richter Klage zu stellen, wenn sie an Basel⸗Landschaft, deren Regierung be⸗ kanntlich keine Einwendung gegen den Kauf des Landererschen Guts durch die Herren Wahl machen zu koͤnnen erklaͤrte, Ent⸗ schaͤdigungs⸗Anspruͤche zu haben vermeinten. Ob die Franzoͤsksche Regierung mit dieser Kechtfertigung sich zufrieden stelt, muß sich zeigen. Von der in der Verfassung verbuͤrgten Glaubens⸗ freiheit scheint der Landrath wenig Notiz zu nehmen. Der Rauracher glaubt in der Wahlschen Streitsache eine eidgenoͤssische zu erblicken, da die Gesetzgebungen der meisten Kantone die Nie⸗ derlassung von Israeliten nicht erlauben. St. Gallen ist in die⸗ ser Hinsicht wie Basel⸗Landschaft gesinnt, Zuͤrich dagegen zeigt sich hierin viel aufgeklaͤrter und vorurtheilsfreier, inden es, im Sinne und Geiste der verfassungsmaͤßigen Glaubensfreiheit, die Niederlassung Israelitischer Glaubensgenossen ohne Anstand er

der juͤngst Kommis⸗

o der

Spanien.

Madrid, 31. August. in offizielle Bulletin enthaͤlt Nachstehende

Das Malaga erschionene

6 uͤber die Ereignisse

des 23. August:

„Am Sonntag Abend um 4 Uhr wurden die Offiziere des 1 ringste Gewalt⸗ thaͤtigkeit oder Beleidigung, in ihren Wohnungen verhaftet und von einer Abtheilung der Stadt⸗Miliz nach dem Auzgustiner⸗ Kloster gebracht. Dies geschah mit der groͤßten Ruhe und ohne irgend eines jener Symptome, welche die politischen Bewegungen zu begleiten pflegen. Die Wachtposten und das ganze Regiment begaben sich unter dem Rufe: „„Es lebe die Constitution!““ nach dem Platze. Isabella's II. Da die Trommelschlaͤger der Stadt⸗Miliz waͤhrend der Zeit General⸗Marsch geschlagen hatten, so versammelte sich dieselbe, besetzte die wichtigsten Punkte und traf die noͤthigen Vorkehrungen, um Exzesse zu verhuͤten. Seit diesem Augenblick bietet die Stadt einen wahrhaft mli rischen Anblick dar und uͤberall herrscht die groͤßte Wachsamkeit. Waͤhrend der General⸗Marsch geschlagen wuͤrde, begab sich der Kommandant mit einigen Fuͤsilieren nach der Piaza de la Mer⸗ ceti, wo er Widerstand fand und wo einige Flintenschuͤsse fielen. Als er sah, daß die Truppen sich bereits fuͤr die neue Oroͤnung der Dinge erklaͤrt hatten, hielt er es fuͤr das Beste, sich nach dem Franziskaner⸗Kloster zu hbegeben. Nachdem er hier die Pe⸗ titionen des Volks, der Polizei und der Garnison empfangen hatte, wurde er nach dem Stadthause gefuͤhrt, wo sich mittler⸗ weile die Munizipalitaͤt versammelt hatte. Das Volz ernann eine administrative Junta, die nach dem Wunse hanbelt und unausgesetzt thaͤtig ist. Am Abend war die ganze Stadt erleuchtet. Am sten fruͤh wurde der Stein Isabella's . durch den Constitutions⸗Stein ersetzt, die Einwohner illuminir⸗ ten am Abend von neuem ihre Hauser und uͤberließen sich der Frrude, ohne daß die Hednung gestoͤrt word aͤre. Die um⸗ liegenden Staͤdte sind dem Beispiel der Hauptstadt gefolgt. Eine starke Kolonne, aus Linien⸗Truppen und Stadt⸗Milizen bestehend, ist nach Galizien abgegangen. Gestern sind die Ofsie sten Linien⸗Regiments und der Unter⸗Inspektor de die in ihren Wohnungen verhaftet waren, einge Die schon fruͤher erfolgte Schließung der 8 beigetragen, die Exzesse einiger Uebelwollen administrative Junta hat folgende Procl

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r Karabiniers, Feingeschifft worden. Kloͤster hat viel daz

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Kenntniß zu nehmen. Sodann wurde eine kurze Spazierfahrt V

„Ich bemerke mit vollkommener ig, da Aufmerksamkeit auf die Regulirung des Munizipal⸗Corporations⸗

gen gebefähiger Bewohner der Stadt zur staͤdtischen Armen⸗

Ihre Partei einen Kriegsrath in Apsley⸗House,

und, mehr einem Tuͤrkischen Divan als einer Britischen Vi daran gehen, jedes fuͤr Irland günstige Parlaments Geseb vernichten.“ uletzt fuͤhrt O'Connell alle die Maßregeln auf ssion zu Gunsten Jrlag eingebracht und vom Oberhause verworfen worden, sagt, d.

um die Stadt gemacht, nach welcher sich dann Se. K. K. Ma⸗

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amation an die Bewoh⸗ inz erlassen: zu klar am Tage liegen, hahen ein

ner von Malaga und der Prov „„Umstaͤnde, die leider .“ 8. 8