1835 / 262 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

von der Kreisstadt dieses Namens, und eben so weit

von dem Weichselstrom, 1 ½ Meile von der Stadt Garnsee und 3 ¼ Meilen von der Stadt Marienwer⸗ der entfernt belegen ist.

Der Boden liegt flach, eben und abtruͤgig, und eignet sich zum Anbau aller Getraide⸗Arten, vorzugs⸗ weise aber zum Roggenbau. Wiesen sind binreichend vorhanden und ein Theil derselben liegt an dem

Ossafluße. „Die Gebaͤude, welche groͤßtentheils massiv erbaut sind, befinden sich in ziemlich gutem Zustande. Auch liegt das Vorwerk in einer sehr guten Gegend, be⸗ sonders hat das Gehoͤft eine vorzugsweise angenehme und reizende Lage. .

Der Absatz der Produkte wird durch die Naͤhe der A Graudenz wie des Weichselstroms sehr erleichtert.

Marienwerder, den 21 August 1835. Kdnigl. Preuß. Regterung. btheil. fuͤr directe Steuern, Domainen und Forsten.

Ediecetal⸗Citation.

Nachdem uͤber den Nachlaß des zu Trukelmen ver⸗ storbenen Gestuͤts⸗Inspectors Joseph Bachmann auf den Antrag der Geschwister desselben als Benefizial⸗ Erben durch die heutige Verfuͤgung der erbschaft⸗ liche Liquidations⸗Prozeß eroͤffnet worden, so werden saͤmmtliche Glaͤubiger des Verstorbenen hierdurch aufgefordert, binnen 9 Wochen, laͤngstens aber in dem vor dem Deputirten, Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗ Assessor Hoyoll

auf den 21I. November c., hora 10,

im Konferenzhause des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts hierselbst angesetzten Termin ihre Anspruͤche gebuͤh⸗ rend anzumelden und nachzuweisen. Diejenigen, welche dies unterlassen, trifft der Nachtheil, daß sie aller etwanigen Vorrechte verlustig erklaͤrt und mit ihren Forderungen nur an dasjenige, was nach Be⸗ friedigung der sich meldenden Glaͤubiger von der Masse noch uͤbrig bleiben moͤchte, verwiesen werden.

Unbekannte oder persoͤnlich zu erscheinen Verhin⸗ derte koͤnnen sich an einen der hier fungirenden Ju⸗ stiz⸗Commissarien: Cruse, v. d. Trenk, Collin, Justiz⸗ rath Lindenau und Criminalrath Hassenstein wenden und selbigen mit Vollmacht und Information versehen. Urkundlich und in forma prohante ausgefertigt. Ihnsterburg, den 25. g 1835.

Civil⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗

Landesgerichts.

Oelgemaͤlde⸗Auction zu Dresden.

B Auf gerichtliche Anordnung beginnt Montag, den 19. Oktbr. d. J., durch Unterzeichneten die Verstei⸗ erung der dem vormaligen Kunsthaͤndler Herrn Roͤtzsch gehoͤrig gemesenen Sammlung von groͤßten⸗ theils Original⸗Oelgemaͤlden beruͤhmter Meister ver⸗ schiedener Schulen, worunter mehrere Meisterwerke alteblnischer Schule, dann zwei große roͤmische Mo⸗ saiken, Portraits der Apostel Petrus und Paulus en Medaillon in gold. Rahmen. (Zwei aͤhnliche Stuͤcke befinden sich im hiesigen gruͤnen Gewoͤlbe).

Die gedruckten Auctions⸗Verzeichnisse sind auf por⸗ tofreie Verlangschreiben zu haben: in Berlin bei Herrn Asher, in Breslau bei Herrn Buchhaͤndler Schulz, in Dresden durch die Waltbersche Hof⸗ Buchhandlung, in Hamburg bei Herrn Maͤkler Harzen, in Leipzig bei Herrn Maler Boͤrner, in Nuͤrnberg bei Herrn Auctionator Boͤrner, in Wei⸗ mar bei Herrn Buchhaͤndler Hoffmann.

Dresden, am 20. August 1835.

8— Carl Ernst Heinrich, Kdͤnigl. und Raths⸗Auctionator.

Stettiner Dampf⸗Schiffahrt. Vom 23. September an wird das Dampf⸗Schiff: „Kronprinzessin“ nur 2 Mal in der Woche, naͤmlich am Dienstag und Sonnabend Morgens 8 Uhr von Stettin nach Swinemuͤnde fahren, und wenn nicht vorfallende Bugsirungen eine Aenderung veranlassen, an jedem Montag und Freitag von dort wiederkehren

Zu der am 1. October stattfindenden letzten dies⸗ jaͤhrigen Abfahrt des Dampf⸗Schiffs: „Alexander“ von Swinemuͤnde nach Riga werden die Reisenden ersucht, spaͤtestens bis zum 29. September Mittags halb 12 Uhr hier einzutreffen.

Stettin, den 17. Septbr. 1835. A. Lemonius.

nzeig e die Zahlung der Zins⸗Coupon erstenmal ausgeloosten Capitalien von den

Koͤnigl. Polnischen 5procentigen Schatz⸗ 8 Obligationen betreffend.

Hiermit benachrichtige ich die betreffenden Inter⸗ ressenten, daß die am 1. October c. zahlbar werden⸗ den Zins⸗Coupons von den Polnischen 5 procentigen Schatz Obligationen, so wie die ausgeloosten Capi⸗ talien derselben (deren Ziehungsliste dei mir einzu⸗ sehen ist) schon von heute ab zum vortheilhaftesten Course in meinem Comtoir erhoben werden koͤnnen. Berlin, den 15. Septbr 1835.

. Arons Wolff, Linden Nr 44.

A e 6

A.1Nx εà μτ

Allgemeiner Briefsteller

zur Bildung des besseren Geschmacks im gewoͤhnli⸗ mehremen

Geschaͤftsmaͤn⸗

nern. Herausgegeben von J D. F. Rumpf, Kb⸗ ate durchgesehene und ver⸗

chen und schwierigen Briefschreiben, von

Schriftstellern, Schriftstellerinnen und

nigl. Preuß. Hofrathe. 8 mehrte Ausgabe. Preis: Thlr.

Der Preußische Kanzleisekretaͤr. Eine vollstaͤndige Anweisung zur Schoͤn⸗ und Recht⸗ schreibung, zur Interpunktion und Schriftkuͤrzung, ingleichen zur Einrichtung der Titulaturen, nebst einem grammatisch⸗orthographischen Wöorterbuche. Von J. D F. Rumpf, Kdonigl. Preuß. Hofrathe. Dritte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Mit

fuͤr das gesellschaftliche Leben junger Maͤdchen. Dia- Von M.

Zweck der Gemeinheits⸗Theilungen, Dienst⸗ und son⸗

uͤber diesen Gegenstand Gesundheit der Fabrik⸗

/ s und der zum

Literarische Anzeigen. Bei A. W. Hayn in Berlin, Zimmeerstr. Nr. 29, ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben⸗

Leichte Gespraͤche logues faciles pour la vie sociele des jeunes filles. J. Frings, ordentlichem Lehrer der Franz. Sprache an mehreren K. Gymnasien in Berlin.

Zweite verb. und verm. Aufl. Preis: ½ Thlr.

Grundsaäaͤtze

der Gemeinheits⸗Theilung, oder der Theilung gemeinschaftlicher Land⸗Nutzun⸗ gen, als: der Acker⸗, Wald⸗ und Angerweide, der

onderung vermengt liegender Acker, und daher noͤthiger Schaͤtzung des Ertrages und des Werths solcher Grundstuͤcke, nebst den Prinzipien zur Ablo⸗ sung und Aufhebung aller auf dem Landbau haften⸗ den Belastungen und Dienstbarkeits⸗Rechte. Zum

stigen Regulirungen der laͤndlichen Verhaͤltnisse in saͤmmtlichen Koͤnigl. Preuß. Staaten, nach eigenen praktischen Erfahrungen bearbeitet, mit Zeichnungen versehen und herausgegeben von C. W H. Klebe, Koͤnigl. Oekonomie⸗Kommissarius in der Provinz Brandenburg. 2 Abtheilungen. Preis: 7 Thlr. 15 sgr.

2 u 4

1.

T11““

fuͤr Deutschlands Staatsmaͤnner, Fabrik⸗

herren, Kaufleute und fuͤr jeden gebildeten Vaterlandsfreund.

Bei Otto Wigand in Leipzig ist so eben erschie⸗ nen und wird in Berlin bald in der Stuhrschen Buchhandlung, Schloßplatz Nr. 2, zu haben sein, in Riga bei Frantzen, in St. Petersburg bei Brieff:

Das Fabrikwesen in wissenschaftlicher, moralischer und commercieller Hinsicht/ bearbeitet vom Dr. A. Ure.

Aus dem Englischen vom Dr. A. Diezmann. Mit vielen Abbildungen. 8vo. broschirt. 2 Thlr.

Daß dieses Werk eine wichtige Erscheinung ist, ersiehbt man aus dem Titel; daß der Verfasser Herr Dr. Ure der einzige Mann ist, der mit Erfolg diesen Gegenstand bearbeiten konnte, haben einstimmig alle oͤffentlichen Blaͤtter ausgesprochen. Man erstaunt beim Lesen dieses Buches und eine neue Welt gebt vor unsern Augen auf! Ich muͤßte das Buch selbst abdrucken, wollte ich zur Empfehlung desselben etwas sagen: denn angefangen so fesselt uns mit klopfenden Herzen jede Seite bis ans Ende. Eine allgemeine Verbreitung eines so belehrenden, nuͤtzlichen Buches, kann nur von den wohlthaͤtigsten und gluͤcklichsten

Folgen sein. 8 Zur naͤhern Uebersiche 1ehe ich hier noch den Inhalt. B u

Allgemeine Uebersicht der Fabrik⸗ und Manufactur⸗ Industrie. Ordnung und Zusammenhang der Ma⸗ nufacturen. Tovographie und Statistik des Fabrik⸗ wesens Großbritaniens.

II. Buch.

Untersuchung der webbaren Fasern⸗, Baumwolle, Wolle, Flachs und Seide. Einrichtung einer Baumwollenfabrik. Kammwollen⸗Manufactur. Allgemeine Bemerkungen uͤber die Wolle. Die Ein⸗ richtung und die Operationen einer Wollenfabrik. Einrichtung und Operation einer Flachsfabrik. Einrichtung und Operation einer Seidenfabrik.

111. Buch. Zustand unserer Fabrikarbeiter in Hinsicht auf per⸗ soͤnliches Wohlbefinden, verglichen mit dem der an⸗ dern arbeitenden Classen, oder uͤber die Quantitaͤt und Qualitaͤt ihrer Arbeit in Bezug auf die Mittel des Genusses, welche sie gewaͤhrt. Geschichte der Streitigkeiten, der Vorurtheile und der Gesetzgebung

arbeiter. Zustand der Kenntnisse und der Religion in den Fabriken. 1

a Das Fabrikwesen in commercieller Hinsicht.

Subscriptions-Einladung. In Kurzem erscheint bei Unterzeichnelem Die Klassischen Stellen der 2 . Schwei 2zq * un d deren Hauptorte in Original-Ansichten dargestellt, 8 gezeichnet von Gustav Adolph Müller, auf Stahl bestochen von Henry Winkles und ondern ausge- zeichneten Englischen Künsllern. Mit Erläuterungen von Heinrich Zschokke.

Preis für die Lieferung: 10 sgr. Ausgabe in Royal-Quart mit Abdrücken auf chin Papier 2 Lielerung: 20 sgr.

ler erhalten bei 12 bezahlten Exemplaren eins frei

Carlsruhe und Leipzig, im August 1835. Kunstveclag, W. Creuzbauer.

1u“

8

Gnesen und C. Vincent in Prenzlau.

Nitze), Jaͤgerstraße Nr. 37 in Berlin:

nicht ganz unbekannt sind. Von Gottfrie

1070

In monatlichen Lieferungen, Royal-Octav, jede mit 3 Stahlstichen u. 1 Bogen Text auf Velinpapier.

¹ empfehlenswerth zur Anschaffung und zum Ge⸗

Man subscribirt für das ganze Werk, zahlt aber nur bei Eipfang einer jeden Lieferung den Sub- seriptions-Preis derselben. Subscribenten-Samm-

Ankündigungen mit Probe des Drucks, so wie Sub- scriptions-Listen mit Probe der Stahlstiche, liegen zur Ansicht und Unterzeichnung in allen guten Buchhandlungen des In- und Auslandes bereit!

Bestellungen nehmen an: E. S. Mityller in Ber- . g8 2 8 lin (Stechbahn No. 3), Posen, Bromberg, Culm,

Bei Hinrichs in Leipzig ist erschienen und zu baben auch in der Plahnschen Buchhandlung (L.

Practische Anweisung zur Feldmeßkunst mit der Kette, dem Meßtische und Winkel⸗ spiegel, zur Selbstbelehrung fuͤr alle, welche mit den ersten Lehren der Arithmetik und Geometrie

Wießner, Großberzogl Saͤchs. Geometer. Mit 9 Steindrucktafeln. 1835. geh. Thlr.

Kunst⸗Auction in Leipzig. Durch alle Kunst⸗ u. Buchhandlungen ist zu erhalten: Kunstceabinet des verstorb. Herrn Arctistes und Dekan Veitz in Schaffhausen. Herausg. von Rud. Weigel. Ir Theil, enth. Holzschhütte, Original⸗Handzeichnungen und upferstiche und Radirungen der Maler Deut⸗ scher Schule, welches den 2. Novbr. zu Leipzig

versteigert wird. v X“

8 85

Fuͤr Naturforscher und Aerzte.j

So eben ist erschienen und in allen Preußischen

Buchhandlungen, in Berlin Schloßplatz Nr. 2 in der

Stuhrschen vorraͤthig:

Amtlicher Bericht uͤber die Versammlung Deutscher Naturforscher u Aerzte zu Stuttgart im September 1834, herausgegeben von den da⸗ maligen Geschaͤftsfuͤhrern C. v Kielmayer u. G. Jaͤger. gr. 410, geh. Stuttgart, Metz⸗ lersche Buchhandlung. Preis 1 ½ Thlr.

8

Im Druck ist fertig geworden:

Abbandlungen uͤber das Bedrucken, Blei⸗ chen und Faͤrben der gewebten Zeuge, nebst Ue⸗ bersetzungen aus dem Manuel du Fabricant d'in⸗ diennes par Thillaye. Paris, 1834. Svo. geh. 40 ½ Bogen, mit 4 Kupfertafeln versehen, und welche zugleich den zweiten Band von dem Zeug⸗ druck ꝛc. mit ersetzen. Auftraͤge darauf nehmen zu dem festgesetzten Preis von 5 Thlr. in Preuß. Courant an: .

Die Herren Becker und Schraps in Chemnitz;

Becker und Tschudy in Glarus;

N. H. Burmester in Hamburg;

Ritter J S. v. Hohenblum in Wien;

W. J. Hanisch in Breslau;

J. Hoffman in Manheim;

A. W. Schade, Buchdruckerei⸗Inhaber

in Berlin. 1 arl Friedrich Kreisig aus Chemnitz, ö“ Verfasser. 8

2

NuAu8u nu n

C

8

Neueste historische Novellen

von Eduard Gehe: 8

Das Schloß Perth u. die Pulververschwoͤ⸗ rung à 12 Thlr. ““

Die Eroberunng von Sibirien à 12 Thlr.

sind so eben bei mir erschienen, und in allen soliden

Buchhandlungen (in Berlin bei E. S. Mittler,

Stechbahn Nr. 3) zu haben. 3 1“ Carl Focke in Leipzig.

1ö1]

Bei E. H. Schroeder in Berlin, Koͤnigsstraße

Nr. 37, ist erschienen und durch alle Buchhandlun⸗

gen zu beziehen:

Faust, L., Praktische Ergebnisse der Heitzung mei⸗ nes Wintergartens durch Wassercirculation. Mit Abbildung geh. 10 srrr.

* 9

Im Verlage der C. F. Nast'sche chha

in Ludwigsburg ist erschienen: Wandkarte von Europa,

fuͤr Schulen u. zum Selbst⸗Unterrichte,

von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann.

Vier große Blaͤtter, illuminirt, sammt vier Bogen

Erlaͤuterungen. Preis 2 Thlr.

Vorbenannte Karte ist ohne Schrift. Die darauf

befindlichen Orte, Fluͤsse ꝛc. sind aber mit den An⸗

fangs⸗Buchstaben ihrer Namen bezeichnet, wo⸗ durch dem Gedaͤchtnisse nachgeholfen wird, ohne den

Unterricht mechanisch zu machen. Sie ist auf

schöͤnes, starkes Papier gedruckt, damit Orte ꝛc,

welche sich darauf nicht sinden, da Ueberladung ver⸗ mieden werden wollte, noch selbst hineingezeichnet

werden koͤnnen. 8

Fuͤr den Lehrer dienen als Leitfaden beim Unter⸗

richte die dazu gehoͤrenden, vier Bogen starke, Er⸗

laͤuterungen. 86

Die Verlagshandlung hat dem Hochpreislichen

Koͤniglich Wuͤrttembergischen Studienrathe die Karte

zur Beurtheilung eingesandt, und in dem hierauf

erlassenen Decrete hat sich derselbe folgendermaßen ausgesprochen:

Der Koͤnigliche Studienrath erkennt diese Wand⸗ karte wegen ihrer methodischen Zweckmaͤ⸗ ßigkeit, wegen der Richtigkeit ihrer to⸗ pographischen Behandlung, wegen. ihrer ausgezeichneten Anschaulichkeit und we⸗ gen ihres billigen Preises fuͤr vorzuͤglich

dlung

brauche in Lehr⸗Anstalten, und ermaͤchtigt hier⸗ mit die Verlagshandlung, auf dieses Urtheil in ihren oͤffen lichen Ankuͤndigungen sich zu berufen. Exemplare sind durch alle Buchhandlungen zu er⸗ halten, in Berlin durch Ferd. Duͤmmler, E. S. Mittler und alle andern Buchhandlungen. 9

Im Verlage von Duncker u. Humblot, Fran⸗ zoͤsische Straße Nr. 20 „, ist so eben erschienen und in allen Buchhan lungen zu haben: Andeutungen uͤber das Wesen und die Berechtigung der Philologie als Wis⸗ senschaft. Von Dr. Julius Muͤtzell. gr. 8vo geh. 10 sgr. Bei den vielfachen Anfeindungen und der wesent⸗ lichen Verkennung, welche die Philogie in neuerer Zeit hat erdulden muͤssen, wird es Pbilologen und deren Gegnern eine interessante Erscheinung seyn, in obiger Schrift auf eine geistreiche, uͤberzeugende Weise die Idee der Philologie und deren Berechti⸗ gung als Wissenschaft entwickelt zu finden.

In der Enslinschen Buchhandlung (Ferdinand

Der ste Band enthaͤlt die alte, der 2te die

Partien n

Muͤller) in Berlin, Breitestraße Nr. 23, in Lands⸗ g

rede und Einfuͤhrung der Schrift durch einen Ne arzt, dies sind die Hauptzierden des obigen P chens, welches ihm schon ein sehr großes Publ gewannen und ferner gewinnen werden.

In der Herderschen Verlagshandlung in

burg ist so eben vollstaͤndig erschienen und in E““ Deutschlands und der Schwen aben:

Allgemeine Geschichte von Carl v. Rotteck.

Eilfte vollstaͤndige mit der 8ten, 9ten und dote

ganz gleichlautende Original⸗Auflage

in drei grols Octav-Bänden.

lere, und der 3te die neuere Geschicht!

Der Preis ist wie bisher 9 Fl. oder 5 Thl

och billiger in der

Stuhrsche Buchhandlung zu Ba Schloßplatz Nr. 2..

““

Bei C. W. Froͤhlich & Comp. (Unterwise

Nr. 8, unweit der Muͤnze) sind nachstehende Mijj lien erschienen und daselbst, so wie in allen Buch⸗ und Musikalienhandlungen zu haben;

sel

Marschner, Dr H., Bilder des Orientz Stieglitz fuͤr 1 Singstimme mit Begl. des op. 90 Heft 1. 20

dito Heft 2.

Sopran, Alt, Tenor und Baß op. 19. sue der Freundschaft. Liebesfreude. Maͤlla, Lustiges Lied. Partitur und Stimmen n Wielhorsky, Graf v., Kaiserl. Russ. Kam herr. 2 Lieder mit Begl. des Pianoforte u. loncelle. . 1- Dieselben einzeln mit Pftebgl. ohne Violone Nr. 1 „Auf der Liebe dunklem Meere“’“ 7 Nr 2 „FIch liebte sie

8

Durch alle namhaften Buchhandlungen und 2

1 quar⸗Handlungen ist gratis zu beziehen (in Wa namentlich durch G. Eichler, Behrenstr. Nr. 4

Catalogue de livres en différentes langues sciences, manuscrits, cartes géographiques, vrages d'estampes etc. No. 1.

Enthaltend eine werthvolle Sammlung von M

nuscripten, meist aus dem 14.— 16. Jahrhund und auf Pergament, groͤßtentheils theologischen e kirchenrechtlichen auch medizinischen Inhalls, so Mr. 1 von Incunabeln, unter denen sich sehr sentl 8 Drucke von Erfindung der Buchdruckerkunst an 1536, geschaͤtzte Ausgaben von Kirchenvaͤtern, i schen Klassikern u. a. m., befinden.

Die Preise sind auf das Billigste gestellt. Wilh. Gottl. Korn, Buchhaͤndler in Breslau

8 1

Verlage

Im der Theißing schen Buchhanhl

in Muͤnster ist so eben erschienen, und in Be bei E. S. Mittler (Stechbahn Nr. 3), so wie den meisten uͤbrigen Buchhandlungen da selöst zu ab⸗

Ueber die Verhaͤltnisse und Wohnsitz der deutschen Volker zwischen dem Rhein und der Weser

zur Zeit der Roͤmerkriege in Deutschla

Eine polemische Schrift gegen des Herrn von! debur „Land und Volk der Brukterer’ 1 von Bernard Soͤkeland Direktor des Koͤnigl Gymnasiums in Coeefäl 8 geheftet. 12 ½ sgr.

Subsecriptions⸗Anzeige. Architekten, Bibliotheken, Museen Liebhabern der gothischen Baukuns 1 widmet! Alle Buch⸗ und Kunsthandlungen des In⸗ Auslandes nehmen Subscription an auf das bele vortreffliche Werk des verewigten Gallerie⸗Die Dr. Fr. Hub. Muͤller: b Die St. Catharinenkirche zu Oppenhaü ein Denkmal deutscher Kirchenbauls aus dem 13. Jahrhundert. Geometris perspectivisch dargestellt, 40 Platten, groß rialfolio, auf extraf,. weiß Kupferdruck, ml laͤuterndem und beschreibendem Text, 18 B. in gr. 4to, Velinp., fruͤherer Subseriptions 111 Thlr. oder 200 Fl. Rhein. Von diesem Prachtwerk veranstaltet der jetziges leger, die unterzeichnete Buchhandlung, drei⸗ neue Ausgaben zu bedeutend billigeren Preisen. Die erste Ausgabe besteht in 40 Platten, grof⸗ perialfolio, auf bestes weißestes Kupferdruck, mit schwarz, Subscriptionspreis 40 Thlr. Die zweite, der ersten Ausg. gleich, aber 2 ten colorirt, Subscriptionspreis 66 Thlr. Die dritte, in aͤnßerer Ausstattung der

ganz gleich, 1ster Subscriptionspreis 25 Thlr.

Steigt die Anzahl der Subseribenten auf 290, tritt der 2te, um 5 Thlr. billigere Subseriptione von 20 Thlr. ein. Die Subscribenten werden dem Werke vorgeh. der Subscriptionstermin dauert bis zum 1. 9. 1836, mit diesem Tage treten die um hoͤherg denpreise ein. Ausfuͤhrliche Anzeigen sind durg Buch⸗ und Kunsthandlungen gratis zu bekomma Berlin Schloßplatz Nr. 2 in der Stuhrschen, Auftraͤge auf das genannte Werk entgegen ni Darmstadt, im September 1835. Joh. Phil. Diehl's Verlagsbuchhan

G. Fincke, Spittelmarkt Nr. 16, verkauft:

Dietrich, Gartenlexic, 22 Bde, Fvo,, st. 66 Thlr. fuͤr 20 Thlr. Sickler, der deutsche gaͤrtner, 22 Bde., gr 8vo., m viel. schoͤn. il eplt. 22 Thlr. Wielands saͤmmtl. Werke, u] gr. 8vo., Pracht⸗Ausgabe, auf geglaͤttetem N 30 Thlr. Jean Pauls saͤmmtl. Werke, 60 Bre⸗

22 Fr. W. Jaehns, vier vierstimmige Geset

Dieses nuͤtzliche Merkchen, das manche Resultate zwanziajaͤhriger Praxis enthaͤlt, wird vorzuͤglich de⸗ nen, die mit Vermessungen zum Behuf einer gleichen Vertheilung der Grundsteuern (wie es z. B. jetzt der Fall im K. Sachsen ist) beauftragt sind, bei seinem billigen Preise bestens empfohlen werden koͤnnen, da es alles, was in groͤßern und kostbaren Werken sich nur zerstreut vorfindet, auf eine fuͤr den, selbst erst angehenden Practiker klare Weise zusammengestellt,

berg bei Wilmsen, in Prenzlau bei Kalbersberg, in St. Petersburg bei Hoewert ist erschienen und daselbst, wie auch in allen Buchhandlungen zu haben: Stüͤler, Dr. G W., die Homdopathie und die homdopathische Apotheke in ihrer wahren Be⸗ deutung dargestellt. Mit Vorrede eines Nicht⸗ arztes. gr. Fvo. brosch. 22 sgr. 6 pf. Richtige Auffassung des Standpunktes der Homdo⸗ pathie zur Allopathie; strenge Nachweisung der Na⸗ turgesetze, welche der Homdopathie zum Grunde lie⸗

eQ

4

zwei in Kupfer gestochenen Vorschriften.

vortraͤgt.

gen; die leidenschaftslose Sprache, die geistvolle Vor⸗

Fol. Fol.

ter Hefte. 42 Thlr. Dessen Annal. bis 1833, ine 25 Thlr. Bloch, Abbild. d Fische Deutschl⸗ Ausl, 432 ill. Kpf., epl. Beschreib. v.

Velinpap., in schoͤn neuen Hlbfrzbd. 40 Thlr. 8

Thesaur.

linguae et eruditionis Romanae. 13 Thlr. Du Fresne Glossarium. 6 fof. d Conv. Mauri. 18 Thlr. Scherz Glossarium’ 14 Thlr. Haltaus Glossarium. 8 Thlr,

Glossarium. 8 Thlr. Kamptz Jahrbuͤcht

nc

r

Fig. 1. 0 Thlr.

7

8 1 8

G 1 1 üs 3 ei 1G

Berlin, Montag den 21fen September

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben die Wahl des Medizinal⸗Raths professors Dr. Busch zum Rektor der hiesigen Universitaͤt fuͤr as Uaiversitaͤts⸗Jahr vom Herbste 1835 bis dahin 1836 Aller⸗ naͤdigst zu bestaͤtigen geruht. 11“

Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, 8 1 Landgerichts⸗Raͤthen zu ernennen: 6 11“

den Staats⸗Prokurator Fastnagel beim Landgericht zu Achen (mit Vorbehalt seiner Anciennetaͤt),

den Assessor von Druffel beim Landgericht zu Koblenz,

den Assessor Iven beim Landgericht zu Achen, 1

den bisherigen Friedens⸗Richter Weygold beim Landgerichte

Staats⸗Prokuratoren: 1111“]

die Assessoren Graͤf und Heyer beim Landgericht zu Trier,

die Assessoren Linz und Perrot beim Landgericht zu Saar⸗ bruͤcken, und 8

den Assessor Kannengießer beim Landgericht in Koͤln.

Der bisherige Land⸗ und Stadtgerichts⸗Assessor Boͤrner ist gm Zustiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadtgerichte zu Schönlanke, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Schoͤnlanke, stellt worden.

Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Leist in btettin ist zum Justaz⸗Kommissarius bei den Untergerichten des reiffenhagenschen und Randowschen Kreises, mit Anweisung nes Wohnorte in Greiffenhagen, bestellt worden.

Heute wird das 20ste Stuͤck der elches enthaͤlt unter 1639. Die Erklaͤrung wegen gegenseitiger Aufhebung des Aobschlusses und Abfahrts⸗Geldes zwischen saͤmmtli⸗ chen Preußischen Staaten einerseits und den Oester⸗ reichischen Staaten, mit Ausnahme von Ungarn und Siebenbuͤrgen, andererseits. Vom 24. Juli d. J. Die Verordnung wegen Stempel⸗Entbindung der von Friedensrichtern in der Rhein⸗Provinz uͤber ab⸗ ““ Iste che ess nenecn Verhandlun⸗ gen. Vom 17ten v. M., ferner die Aller Kabinets⸗Ordres W“ .vom 28sten ejusd., wegen des Umzugs⸗Termins die⸗ nender Schaͤfer und Schaͤfer⸗Knechte im Kreise Hoyerswerda,

von demselben Tage, wegen Verleihung der revidir⸗ ten Staͤdte⸗Ordnung an die Stadt Filehne,

vom 29sten ejusd., betreffend die Kompetenz zur Abfassung des Erkenntnisses 3ter Instanz in fiskali⸗ schen Untersuchungs⸗ und Injurien⸗Sachen,

vom 3lsten ejusd., wegen Beilegung des Titels „Ober⸗Landes Gericht“, an das Hof⸗Gericht in Arnsberg, und

vom 5ten l. M., die Declaration des §. 44. Titel 4. b II. des Allgemeinen Landrechts betreffend, und

uletzt

zie Ministerial⸗Erklaͤrung vom 8ten l. M., wegen dder mt der Herzoglich Braunschweig⸗Luͤneburgischen Regierung abgeschlossenen anderweiten Durchmarsch⸗

uund Etappen⸗Convention. 8

Berlin, den 21. September 1835. b Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir.

88

Gesetz⸗Sammlung ausgege⸗

Zeitungs⸗Nachrichten. ͤ1114141“

Frankreich.

Paris, 14. Sept. Der Koͤnig musterte gestern Mittag V Hofe der Tuilerieen 4 Infanterie⸗Regimenter, die bisher hier Garnison lagen und eine andere Bestimmung erhalten haben. s wurden mehrere Ordens⸗Kreuze vertheilt. Nach beendigter vue wurde das Ossizier⸗Corps Sr. Majestäͤt vorgestellt.

Der Koͤnig hat gestern vier Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben zu r Erhaltung seines Lebens am 28. Juli von den Senaten der tien Staͤdte Hamburg, Bremen, Luͤbeck und Frankfurt erhalten.

Man schreibt aus Eu unterm l12ten: „Die Reise des Koͤ⸗ gs hierher scheint nunmehr entschieden zu seyn. Wir erwarten

MM. Dienstag fruͤh (15.). Die Equipagen befinden sich bereits t mehreren Tagen hier. Wahrscheinlich werden die beiden gen Prinzen, die seit dem 24. Juni das Schloß Eu bewoh⸗ mit ihren Aeltern nach Paris zuruͤckkehren.“

Der Fuͤrst von Talleyrand befindet sich seit dem 3ten d. M. der auf seinem Schlosse Valengay.

er⸗Graf von Montalwet hat sich von hier nach Bourges geben, um den Berathungen des General⸗Conseils des Depts.

Cher beizuwohnen.

Herr Dupin der Aeltere hat vorgestern Paris verlassen und nach Clamecy begeben.

8 . ehemalige Großsiegelbewahrer unter der Regierung .X., Herr Courvoisier, ist am 10ten d. M. in Lyon mit eabgegangen. estern Mittag um 2 Uhr fanden bei der unguͤnstigsten Wit⸗ 8* auf dem Marsfelde die Pferderennen um den Koͤniglichen

von 6000 Fr. statt. Ungeachtet es fast unaufhoͤrlich reg⸗ 88 sich doch eine zahlreiche Menge von Pferdeliebhabern henden, indem man sich ein interessantes Rennen versprach.

8 naͤmlich 9 der schoͤnsten Pferde dazu angemeldet wor⸗ und zum ersten Male sollte ein in einem Landgestuͤte gezo⸗

8 ferd, die „Agar“, eine vierjaͤhrige Stute, mitlaufen.

mann interessirte sich fuͤr dieses Pferd, da es ungemein

—— —————õʒʒõʒõʒ—

1

schoͤn gebaut ist, Jedermann besorgte aber auch um so mehr, daß ihm der Sieg nicht wuͤrde zu Theil werden, als sich unter den Konkurrenten die beruͤhmte „Miß Annette“ des Lord Sey⸗ mour befand. Außer diesen beiden Pferden liefen noch 4; die 3 uͤbrigen waren zuruͤckgezogen worden. Die Bahn betrug den zweimaligen Umkreis der Marsfeldes, und es galt einen doppel⸗ ten Sieg. „Agar“ fuͤhrte, dicht gefolgt von der „Miß Annette“, und beide ließen bald die uͤbrigen 4 Mitbewerber weit hinter sich. „Miß Annette“ siegte mit einer Kopflaͤnge in 4 Minuten 52 Sekunden. Nur ein einziges Mal ist dieser Lauf rascher beendigt worden, naͤmlich in 4 Minuten 50 Sekunden, freilich aber auch an einem Tage, wo das Terrain besser war; denn diesmal war die Bahn von dem Regen gaͤnzlich aufgeweicht, ja zum Theil uͤberschwemmt. Das zweite Mal liefen nur noch „Miß Annette“ und „Agar“ allein. „Miß Annette“ fuͤhrte von Anfang an, jedoch stets dicht gefolgt von der „Agar“, und erreichte das Ziel nur ½ Sekunden fruͤher als diese. Der Preis wurde also abermals dem Lord Seymour zuerkannt, der hiernach in diesem Jahre mit demselben Pferde hier bereits 3 Preise von zusammen 14,000 Fr. gewonnen hat.

In dem Hause der ermordeten Eheleute Maës hat man aber⸗ mals einen Fund gethan. kamen an ein kleines Kabinet, dessen Eingang mit einer besonde⸗ ren Vorrichtung verschlossen war. Als es erbrochen wurde, fand man nichts als zwoͤlf Huͤte auf einem Brett neben einander. Man fragte sich: worum wohl Herr Mazss diese Hutkammer so vorsichtig verwahrt habe? Ein Gerichtsdiener greift aus Neugierde nach einem der Huͤte, um ihn zu besehen; er findet Widerstand, zieht staͤrker, und ploͤtzlich faͤllt ein Sack mit Geld herunter: man untersucht nun die anderen Huͤte und unter jedem war ein Schatz verborgen.

Herr Aubry⸗Foucault, verantwortlicher Herausgeber der „Ga⸗ zette de France“, ist heute nach Absitzung der ihm zuerkannten l5 monatlichen Gefaͤngnißstrafe, seiner Haft entlassen worden. Die bisher in Rouen erschienene „Gazette de Normandie“, ein Oppositions⸗Blatt, ist in Folge des neuen Preß⸗Gesetzes ein⸗ gegangen; eben so der „Dauphinois“, der bisher in Grenoble herausgegeben wurde.

Im heutigen Journal des Doöbats liest man in Bezug auf die Spanischen Angelegenheiten Folgendes: „In unserer Korrespondenz aus Madrid vom dten ist von keiner Volks⸗Be⸗ wegung die Rede, welche die Koͤnigin genoͤthigt haͤtte, ihre Mi⸗ nister zu entlassen. Die Publication des (in der Nr. 259 der St. Ztg. mitgetheilten) Manifestes gegen die Provinzial⸗Junten und die auf verschiedenen Punkten des Landes ausgebrochenen Bewegungen hatten in der Hauptstadt noch keine Unruhen veran⸗ laßt; doch besorgte man dies, und es waren demnach die erfor⸗ derlichen Maßregeln getroffen worden, um die Koͤnigliche Druk⸗ kerei zu beschuͤtzen. Wenn indessen Madrid ruhig ist, so sind dagegen die Nachrichten aus den Provinzen nichts weniger als zufriedenstellend. Die Partei der Constitution von 1812 greift im Suͤden der Halbinsel je mehr und mehr um sich, waͤhrend andererseits die in Cadix stattgehabte Bewegung schon Coruna und Vigo erreicht hat. Es wurde versichert, der General⸗Capi⸗ tain von Galizien, General Morillo, habe sich an Bord eines Franzoͤsischen Fahrzeuges fluͤchten muͤssen. Man kennt noch nicht den Eindruck, den das Manifest des Spanischen Ministeriums in Catalonien hervorgebracht hat; doch muß man von dieser Seite auf einen lebhaften Widerstand gefaßt seyn, wenn es wahr ist, daß die drei Provinzen Valencia, Catalonien und Aragonien damit umgehen, in Tortosa eine Cen⸗ trag- Junta einzusetzen. Die Spanische Regierung scheint auf die Entzweiung ihrer Gegner zu rechnen. Die Kar⸗ listen-Corps haben sich in Catalonien betraͤchtlich ver⸗ mehrt, wenngleich sie in Aragonien lebhaft verfolgt werden; sie befinden sich im ungestoͤrten Besitze einer ziemlich bedeutenden Gebietsstrecke, und es steht zu besorgen, daß ihre Vereinigung mit den Navarresen den Gang ihrer Operationen wesentlich foͤr⸗ dern werde. In Estremadura herrscht Ruhe. Unter diesen trau⸗ rigen Umstaͤnden sieht man einer Entschließung der Franzoͤsischen Regierung aͤngstlich entgegen. Aller Augen sind auf Frankreich gerichtet. Wie sehr indessen auch die Lage Spaniens die ernst⸗ lichste Aufmerksamkeit unserer Regierung in Anspruch nimmt, so koͤnnen wir doch noch nicht anzeigen, daß sie zu einem Entschlusse gekommen sey.“

Die Gazette de Franee behauptet, daß auch Estremadura sich

bereits im Zustande der Insurrection befinde (s. Portugal), und daß der Madrider Regierung uͤberhaupt nur noch Galizien (?) und die beiden Castilien uͤbrig blieben, wo indessen ebenfalls eine große Gaͤhrung herrsche. Die Fremden⸗Legion, meint das ge⸗ dachte Blatt, muͤsse sich in diesem Augenblicke auf dem Wege nach Madrid befinden. Das Journal des Doébats meldet aus Bayonne unterm 8ten d.: „Reisende, die gestern aus Estella und der Umgegend von Sesma hier angekommen sind, erzaͤhlen, daß das Resultat der Affaire bei Los Arcos am 2ten d. M. die Plaͤne des Cor⸗ dova vereitelt habe. Dieser wollte sich naͤmlich auf dem kuͤrzesten und bequemsten Wege nach Bilbao begeben und zu diesem Be⸗ huse die in dem Rayon von Estella befindlichen Karlisten zwin⸗ gen, diese Position zu verlassen. Gleichzeitig sollten alle dispo⸗ nible Truppen von San Sebastian und Santander auf Portu⸗ galette marschiren. Die Niederlage Cordova's bei Los Arcos hat ihn jetzt genoͤthigt, sich auf Viana am Ebro zuruͤckzuziehen, und man glaubt nun, daß er sich uͤber Haro und Miranda nach Bal⸗ maseda begeben werde, um seine Gperationen mit den in Por⸗ tugalette befindlichen Truppen zu kombiniren. Die Karlisten schicken sich an, allen diesen Bewegungen zu folgen.“

Privat⸗Briefe aus Bayonne bestaͤtigen die Nachricht, daß Bilbao am 6ten, in Folge einer vereinten Bewegung der Truppen der Koͤnigin, ohne Kampf entsetzt worden ist. Das Gefecht bei Los Arcos soll die Aufmerksamkeit der Karlisten so sehr auf diesen Punkt gelenkt haben, daß die zur Entsetzung Bilbaos abgesand⸗ ten Truppen ungehindert ihren Zweck erreichen konnten. Ueber das Treffen bei Los Arcos giebt die Sentinelle des Pyre⸗

Die untersuchenden Gerichtspersonen

nées folgende Details: „Am 2ten Morgens verließ Cordova mit zwei starken Kolonnen, die aus 10,000 Mann, 800 Pferden und 4 Stuͤck Geschuͤtz bestanden, Mendigorria; sein Nachtrab bestand aus 400 Mann Kavallerie, unter den Befehlen des Bri⸗ gadiers Don Miguel de Irribarra. Der Brigadier Aldama verließ Sesma mit 6000 Mann und 200 Pferden. Der Ge⸗ neral Cordova nahm eine Stellung bei Los Arcos ein und stellte seine Artillerie so auf, daß sie den Weg, auf dem die Karlisten kommen mußten, bestrich. Die Generale Ituralde und Moreno pflanzten ihre Artillerie noͤrdlich von Sorlada auf. 14 Karlisti⸗ sche Bataillone hielten die Weinberge der Umgegend besetzt, so daß Sorlada die beiden Parteien trennte. Alle Einwohner von Los Arcos hatten sich auf die umliegenden Anhoͤhen bege⸗ ben. Gegen 12 Uhr Mittags begann das Feuer. Die bei⸗ derseitigen Guerillas wurden mit einander handgemein; die Einen riefen: Es lebe Isabellall.! Es lebe die Freiheit! Die Andern: Es lebe Don Carlos! Es lebe die Religion! Bald begann die Artillerie zu spielen, und die der Christinos fuͤgte den Karlisten einen Augenblick lang viel Schaden zu. Die Christinos drangen nun gegen Los Arcos vor, wo sich 3 Com⸗ pagnieen Karlisten verbarrikadirt hatten; diese Truppen befandern sich in großer Gefahr, als Don Carlos mit dem 1sten Bataillon der Guiden von Alava, mit der heiligen Compagnie und mit seinem Generalstabe anlangte. Das Feuer dauerte bis 3 ½ Uhr Nachmittags, zu welcher Zeit die Karlisten den rechten Fluͤgel der Christinos kraͤftig angriffen und ihn zum Weichen brachten. Der General Cordova begann seinen Ruͤckzug in der Richtung von Viana. Die Christinos sollen 300 Todte und viele Verwundete auf dem Platze gelassen haben.“

Die Sentinelle enthaͤlt aus Bayonne vom 10. d. M. ein Schreiben folgenden Inhalts: „Briefe aus Madrid, die auf außerordentlichem Wege in Oleron eingetroffen sind, melden Sturz des Ministeriums; beim Abgange des Couriers war neue Kabinet noch nicht zusammengestellt, aber man hielt die Er⸗ nennungen von Arguelles, Alcala⸗Galiano, Isturiz und des Grafen Almodovar fuͤr gewiß.“ Dies ist ohne Zweifel die Nachricht, die der Regierung durch den Telegraphen zugegangen war, und deren Bestaͤtigung man noch, aber wahrscheinlich ver⸗ gebens, erwartet. Ein anderes Schreiben aus Bayonne mel⸗ det, die Bewegung in Madrid habe am 6. d. nach der Ankunft Mendizabals stattgefunden.

Im Bon Sens liest man: „Das Kabinet der Tuilerieen nimmt die Lage Spaniens in ganz ernstliche Betrachtung. Heute Morgen ist ein Minister⸗Conseil gehalten worden; es ist, wie es heißt, die Frage von der Besetzung mehrerer Festungen Spaniens

durch die Franzoͤsischen Truppen eroͤrtert worden. Gewiß ist es,

daß mehrere Regimenter nach der Graͤnze abgehen werden.“

Auch die Nouvelle Minerve versichert, daß in dem Kabinet wieder die Rede von einer Intervention der Franzoͤsischen Trup⸗ pen sey; es soll in dem gestern in den Tuilerieen gehaltenen Conseil nicht an lebhaftem Widerstande gegen diese Maßregel ge⸗ fehlt haben; allein Herr Guizot haͤtte sein Portefeuille niederzu⸗ legen gedroht, und dann auch schwinde die Abneigung einer ho⸗ hen Person gegen die Intervention vor den Gefahren, die das doctrinaire Koͤnigthum von Spanien umlagerten. G

Die Gazette de France sagt: „Der Herzog von Frias hat gestern Abend von seiner Regierung den bestimmten Befehl erhalten, bei der Franzoͤsischen Regierung auf eine offizielle und foͤrmliche Weise eine wirksame und offene Intervention nachzu⸗ suchen. Die Koͤnigin Christine wird die Antwort abwarten, uͤm dann einen Entschluß zu fassen.“ 1“ 3 Don Carlos hat ein Dekret erlassen, wodurch er der Wittwe Zumalacarreguy's das General⸗Lieutenants⸗Gehalt ihres verstor⸗ benen Gatten als lebenslaͤngliche Pension laͤßt und einer Jeden ihrer drei Toͤchter ein Jahrgeld von 2000 Realen aussetzt. Herr del Valle, Spanischer Kommissarius, der sich nach Al⸗ gier begeben hatte, um die Einschifsung der Fremden⸗Legion zu betreiben, und mit ihr nach Majorka gesegelt war, ist wieder 5. Paris eingetroffen. .“

Großbritanien und Irland.

London, 15. Sept. Ihre Majfestaͤten begaben s von Windsor nach dem Mülkenir,Jestece zu Baaben b“ Koͤnig die Kadetten musterte. 8

Die Ernennung Lord Minto's zum ersten Lord der Admi⸗ ralitaͤt bestaͤtigt sich; sie wird, dem Vernehmen nach in der heu⸗ tigen Hof⸗Zeitung angezeigt werden. 88 .

1 Lord Melbourne ist gestern von Chevening und Herr Rice von Windsor nach London zuruͤckgekehrt. 8

In der letzten Sitzung des Unterhauses erklaͤrte der Kanzler der Schatzkammer, er hoffe, die Regierung werde in der naͤchsten Session die Emancipation der Juden durchsetzen.

Der Standard versichert, es sey M

Spring

chert, y schon seit mehreren MNo⸗ naten in dem betreffenden Ausschusse des Unterhauses klar aus⸗ gemittelt worden, daß die Wahlen der Herren H Connell und Ruthven zum Unterhause unguͤltig seyen, und doch habe man bis zu Ende durch einen offenen Betrug im Hause geduldet. Am Donnerstag fand in Manchester das Herrn OConnell zu Ehren veranstaltete Diner statt. Herr Walker fuͤhrte daber den Vorsitz, und die Zahl der Gaͤste belief sich auf ungefaͤhr 250, Der Toast auf O Connell wurde mit folgenden Worten ausge⸗ bracht: „Dank dem Herrn O'Connell fuͤr seine ausgezeichneten patriotischen Dienste, und moͤge er noch lange fortfahren, sntt seinen großen Talenten zur Befoͤrderung der großen Sache 88 buͤrgerlichen und religioͤsen Freiheit beizutragen.“ D Ge⸗ feierte hielt nun eine sehr lange Rede, worin er eine Uebersickt von den Arbeiten der letzten Parlaments⸗ Session gab und na⸗ mentlich uͤber das Verfahren der Tories mit Hinsicht auf die Irlaͤndische Kirchen „Bill sprach, wobei er die Meinung aͤußerte, daß, da die Lords in diesem Jahre in eine Billl 5 willigt, die den Irlaͤndischen Geistlichen weniger Zehnten, als an vorigen Jahre gewaͤhre, sie binnen hier und einem Jahle einen

onn

noch schlechteren Kauf machen wuͤrden. Der Redner verthei⸗

88