Kahira haben einige ihrer Mitglieder verloren, und mehrere sind gaͤnzlich ausgestorben. Die Zahl der in Kahira gestor⸗ benen Europaͤer belaͤuft sich auf 700 und hier auf 100, die Malteser ungerechnet, welche furchtbar gelitten haben. — Die Flotte ist aus Candien Fenag ee sen und hat am 16ten außer⸗ halb des Hafens die Anker geworfen. Da jedoch die Mannschaft durchaus an das Land gehen wollte, so mußte sie gleich wieder unter Segel gehen, um noch in einer Entfernung von einigen Meilen zu manoͤvriren — das einzige Mittel, neue Subordina⸗ tions⸗Vergehungen und Unordnungen zu verhuͤten. Mehmed Ali befindet sich noch immer zu Kahira, doch spricht man von seiner baldigen Ruͤckkehr hierher. Soliman Pascha, der ihn beglei⸗ ten sollte, ist so eben angekommen. Dieser General wird, wie es heißt, mit einer geheimen Mission beauftragt, nach Syrien gehen. Ungeachtet der ungeheuren Summen, welche die Regierung die⸗ ses Jahr aus dem Verkauf ihrer Produkte geloͤst hat, steht es doch sehr schlecht mit den Finanzen, weil Mehmed Ali nicht ein⸗ sehen will, daß seine uͤbertriebenen Ausgaben seine Einnahmen bei weitem uͤbersteigen. Das Volk ist elender als jemals, und weit entfernt, es zu unterstuͤtzen, scheint der Pascha vielmehr auf seinen Schweiß, auf verdoppelte Anstrengungen und neue Ent⸗ behrungen zu zaͤhlen, um sich fuͤr die Verluste zu entschaͤdigen, welche ihm die durch die Abnahme der Bervoͤlkerung herbeige⸗ fuͤhrte Verminderung seiner Aerndten verursacht.
Persien.
Das Journal de Smyrne vom 8. Aug. enthaͤlt Folge des: „Briefe aus Persien, in den ersten Tagen des Juli geschrie⸗ ben, entwerfen ein trauriges Gemaͤlde von der Lage dieses Lan⸗ des. Der Buͤrgerkrieg wurde mit groͤßter Erbitterung fortgesetzt und Greuel begangen, welche man nur in der Geschichte des Al⸗ terthums zu finden gewohnt war. Die Prinzen Hussein Ali Mirza und Hassan Ali Mirza, die in den insurgirten Provinzen Kerman und Schiras befehligten und ihre Anspruͤche auf den Thron von Persien auf jede Weise geltend zu machen suchten, sind von den regelmaͤßigen Truppen unter Anfuͤhrung des Englischen Obersten Bethune vollkommen geschlagen und gefangen genommen worden. Nach Teheran abgefuͤhrt, wurden die beiden ungluͤcklichen Prin⸗ en, auf Befehl Mohammed Schahs, dort auf das Grausamste ehandelt. Dem Hassan Ali Mirza wurden beide Augen aus⸗ gestochen, ohne daß die kraͤftige Vermittelung des Obersten Be⸗ thune vermocht haͤtte, ihn von dieser hoͤchst schmerzhaften Ver⸗ stuͤmmelung zu retten, und Hussein Ali Mirza ward in einen jener Kerker geworfen, welche man nur in Persien findet, und die sich von tiefen Brunnen in nichts unterscheiden. Der un⸗ gluͤckliche Hassan Ali Mirza hatte, zu allgemeinem Erstaunen, seine graͤßlichen Qualen uͤberlebt; von Hussein Ali Mirza aber wurde nichts mehr vernommen. Nach dieser blutigen und barba⸗ rischen Execution erhielten die zur Pacification der suͤdlichen Pro⸗ vinzen Persiens verwendeten regelmaͤßigen Truppen sogleich Be⸗ fehl, sich gegen die in dem Bathtiari⸗Gebirge gelegene Provinz Kulah Sufuhd zu wenden, wo der Stamm der Murmalschens seit dem Tode Feth Ali Schahs Raͤubereien aller Art begeht. Mit der Befreiung dieser Provinz sollte dieser neue Feldzug Sir Henry Bethune's beginnen, und man erwartete binnen kur⸗ zem die Unterwerfung der Rebellen zu vernehmen. — Zwischen dem Hofe des Schahs und der Englischen Gesandtschaft herrscht fortwaͤhrend das beste Einverstaͤndniß. Die Britische Regierung at dem Schah einen Nachlaß an seiner Schuld bewilligt, und lles deutet darauf hin, daß das Kabinet von St. James sei⸗ nen Einfluß in diesem Lande um jeden Preis zu erhalten sucht. Die Russischen Agenten bemuͤhen sich mit den Englischen um die Wette fuͤr die Reorganisation Persiens, Es kommt nun darauf an, wer die Politik seiner Regierung in diesem uneinigen, rui⸗ nirten, eine nahe Aufloͤsung drohenden Staate geltend zu ma⸗
chen wissen wird.”) 8
Inland.
8 Berlin, 22. Sept. Man schreibt aus Arnsberg unterm 16ten d. M.: „Nachdem schon seit laͤngerer Zeit von einer Ver⸗ legung des hiesigen Hofgerichts die Rede gewesen, was ohne Zweifel auf den Wohlstand unserer Stadt und der Umgegend nachtheilig eingewirkt haben wuͤrde, verbreitete sich gestern unter der Buͤrgerschaft ploͤtzlich die Nachricht, daß des Koͤnigs Majestaͤt mittelst Allerhoͤchster Kabinets⸗Ordre vom 31. August das Fort⸗ bestehen des Hofgerichts als Ober⸗Landesgericht anzuordnen und ugleich den Hofgerichts⸗Direktor Nettler zum Praͤsidenten des⸗ se en zu ernennen geruht haͤtten. In Aller Herzen entstand sofort das Beduͤrfniß, den Dankgefuͤhlen uͤber diese frohe Bot⸗ schaft einen oͤffentlichen Ausdruck zu leihen. Binnen wenigen Stunden war die Veranstaltung dazu getroffen. Um 8 Uhr Abends bewegte sich ein schoͤner Fackelzug unter Musik⸗Beglei⸗ tung vom jenseitigen Ufer der Ruhr uͤber die Kloster⸗Bruͤcke bis zum Rathhause hinauf, wo in einem erleuchteten Transparent die Worte prangten: „Heil unserm Koͤnig Heil!“ Nachdem
16ten d. M. Nachmittags das große Logier⸗Haus neb
hier das Volkslied angestimmt worden, brachte die zahlreich ver⸗ sammelte Menge dem Allverehrten Landesvater ein donnerndes Lebehoch. Der Zug verfuͤgte sich demnaͤchst nach der Wohnung des neuen Ober⸗Landesgerichts⸗Praͤsidenten, welcher gegenuͤber am jenseitigen Ruhr⸗Ufer ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Ein großer Theil der Stadt war erleuchtet und ein von der Buͤrger⸗ schaft auf dem Rathhause schnell veranstalteter Ball beschloß den festlichen Tag.“ — Nachrichten aus Thorn zufolge, werden die Kaiserlich Russischen Garde⸗Truppen auf dem Ruͤckmarsche von Kalisch nach Danzig in zwei Kolonnen resp. am 26. und 27. Sept. in Thorn eintreffen. Die Verpflegung derselben ist auf diesem Ruͤckmar⸗ sche den Quartiergebern selbst gegen dieselben Verguͤtungs⸗Saͤtze uͤberlassen worden, die auf dem Hinmarsche einem Entrepreneur bewilligt worden waren. .“ — In dem Badeorte Cranz, unweit Koͤnigsberg, ist am einigen Bauerhaͤusern ein Raub der Flammen geworden. Kgoooͤnigstaͤdtisches Theater. 888 Das Wiederauftreten der Dlle. Haͤhnel auf dieser Buͤhne, nach laͤngerer Abwesenheit derselben, wird von den Freunden der Oper immer als ein Fest gefeiert, und so bewies auch diesmal der Jubel, mit welchem die gefeierte Saͤngerin begruͤßt wurde, daß ihre Ge⸗ genwart und ihr Erscheinen auf der Buͤhne fortwaͤhrend eine er⸗ neute Theilnahme hervorruft. Moͤge auch die Direction ihrerseits Sorge tragen, diese Theilnahme dadurch ju unterstuͤtzen, daß sie die ihr gegenwaͤrtig zu Gebote stebenden Kraͤfte auf angemessene Weise benützt, und, so lange Dlle Vial uns noch mit ihrer Gegenwart erfreut, fuͤr Auffuͤhrungen von Opern sorgen, in welchem zwei so ausgezeichnete Saͤngerinnen in dem edelsten Wettstreit um den Preis werben koͤnnen; wir nennen nur „Semiramis“, die „Monteecchi und Capuleti“ und den „Kreuzritter.“ Wenn aber dem schoͤnen und wir duͤrfen sagen großartigen Talente der Dlle Haͤhnel von ihrem er⸗ sten Auftreten an in Berlin die vollste Anerkennung und eine un⸗ veraͤnderte Zuneigung geschenkt wurde, so duͤrfen wir uns freuen, daß auch im Auslande unserer Saͤngerin dieselben Huldigungen zu Theil wurden, wie bei uns. Evben so wie einst die Sontag, so hat auch Dlle. Haͤhnel ihre Beruͤhmtheit auf der Koͤnigstaͤdtischen Buͤhne erlangt, und nicht nur in Prag und Wien, auch in Ungarn und Galizien wird jetzt ihr Ruf verkuͤndigt. In einer aus Lemberg uns zugegangenen Mittheilung uͤber die dortigen Gast⸗Darstellungen der Dlle. Hähnel heißt es: „Ein hoͤchst gluͤckliches Organ ward dieser Saͤngerin zu Theil, welches durch die Verbindung der Kopf⸗ mit der Bruststimme sehr wirksam und in allen Stimmlagen kraͤftig und angenehm ist; vei einer aͤußerst sorgfaͤltigen Kunstbildung aber, welche ihr Sicherheit, Richtigkeit und Leichtigkeit gewaͤhrt, durch die Reinheit und Fuͤlle der seltensten, weder Metall noch Kraft aus⸗ schließenden Tiefe neben einer bedeutenden Hoͤhe, wo der Ton stetz noch rund und voll bleibt, einen eigenthuͤmlichen Zauber ausuͤbt. Im Vortrage verschwistern sich Kraft, Anmuth und Zartheit, so wie uͤberhaupt eine Kunst, die sich in der sichern und festen Intonation sowohl, als in der Schoͤnheit und Vollendung, womit Triler, Laͤufe, Cadenzen und chromatische Gaͤnge behandelt werden, auf das schoͤnste bewaͤhrt. Ihre Verzierungen sind eben so neu und schwierig, als geistreich und passend. Ihr deklamatorischer Gesang offenbart die Sprache der Seele, denn er ist die Geburt wahren Gefuͤhls und tief empfundener Begeisterung; darum weiß er auch bei allen Hoͤrern das Echo der Mitempfindung zu wecken. Ihren Beruf zur drama⸗ tischen Kunst unterstuͤtzt zugleich ein vortreffliches Schanspieler⸗Ta⸗ lent; sie fuͤhrt jede Scene, jeden Moment mit poetischer Auffassung durch u. s. w.“ — Indem wir in diesen Worten nur unser eigenes Urtheil ausgesprochen finden, freuen wir uns, die geschaͤtzte Saͤngerin wieder in unserer Mitte zu sehen. — r —
8 Meteorologische Beobachtung.
Morgens ] Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. ]1 10 Uhr. Beobachtung.
1835. 21. September.
337,29“ par. 336,82“ Par⸗. Quellwaͤrme 8,2 0 R. 19,5 0 R. V 14,60 R. 5 Flußwarme 13,4 0 R. 980R. 108° R. Bodenwaͤrme 11,9 0 R. e 57 pEt. Ausdünstung 0,099“ Rh. Niederschlag 0.
Wolkenzug.. SW. Nachtkäite 10,9 0 R.
Tagesmittel: 337,17 „ Par. 15,4 0 R. 10,1 0 R. 63 pvCt.
337,30“Par. 12,0 0 R. 9,6 0 R. 83 pCt. heiter.
SW.
Lufidruck... Luftwärme. Thaupunkt.. Dunstsättigung Wetter
—
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 17. September. Niederl. wirkl. Schuld 54 ⅛¼. 5 % do. 101 5⁄½⁄. Ausg. Schuld Kanz-Bill. 23 ¾¼⁄. 4 ½ % Amort. 93 ⅛. 3 ½ % 78 ¼½ Kuss. 98 ½¼. Oesterr. 100. Preuss. Präm.-Scheme 104 ½. do. 4 % Anl. 5 % Span. 31. do. 3 % 19. b Antwerpen, 16. September. 5 % Span. 30 ¼. Zinsl. 12 ½. Cortes 27 3 H. Aul. 37 . Darmst. 25. Belg. 100 ¼. Frankfurt a. M., 19. September. Oesterr. 5 % Metall. 102 ¼. 102 3 ⁄⁄h6. 4 % 989/1. 98 ⁄16. 2 ½ % 56 . 1 % 25. Br. Bank-Actien 1590. 1588 Partial-Oblig. 139 ⅞.
Coup. —. Neue
4 8
Preuss. Präm.-Sch. 59 ¼. 59. do. 4 % Anl. 98 ¼. B. Poln. Loo
68 ¼. 68 ½. 5 % Span. Rente 27 ⅞. 27 ¼. 3 % 16 ⅛. 16 ¾. Paris, 16. September.
5 % Rente pr. compt. 107. 50. fin cour. 107. 55. 3 % n.
compt. 80. 15. fin cour. 80. 20. 5 % Neap. fin cour. 98. 8
5 % Span. Rente 30 ⅛. 3 % do. 19 ¼½. Ausg. Schuld 1214
Cortes 30. 3 % Port. 56 ½¼.
Berliner Börsee. Den 22. September 1835.
. our.
— 10 ½8 101 6 106 ¼
101 ½ 101 995 991 597 / 8 59 ⁄
101 ¼ —
101
101 b
Ostpr. Pfandbr.
Pomm. do.
K ur- u. Neum. do.
Schlesische do.
Rückst. C. und Z. Sch. d. K. u. N. —
8 219
10„
St.-Schuid-Sch. 14 Pr. Engl. Obl. 30. 4 PrämSch. d. Sech. — Kurm. Obl. m. l. C. 4 Nm. Iut. Sch. do. 4 Berl. Stadt-Obl. 4 Königsb. do. 4 Elbinger do. 4 ½ Danz. do. in Th — Westpr. Pfandbr. 4 Grossh. Pos. do. 4
101 ¼ Gold al marco Neue Ducaten Friedrichsd'or Disconto 3 4 Pr. Cour. — Brief. Gesd.
41 ½ à41 102 ½ 103 ₰ Wechsel-Couns.
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tagc 11274 2 Mt. 5!, —
3 Woch. —
Amsterdam do. Hamburg do. London
250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LSt. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl.
Wien in 20 NN. Augsburg
Breslau .
Leipzig
Frankfurt a. M. WZz. Petersburg
—
1S1II1111
Koͤnigliche Schauspiele. Mittwoch, 23. Sept. Im Schauspielhause: Struͤdeltt chen, Lustspiel in 1 Akt, nach Etienne, von Th. Hell. Hieran Die Rosenmaͤdchen, komische Oper in 3 Abch., nach dem Fran von Kotzebüͦe. Musik von Lindpaintner. Donnerstag, 24. Sept. Im Schauspielhause: Die Sähn Eduard's, Trauerspiel in 3 Abth., nach Delavigne, von Th. He Freitag, 25. Sept. Im Opernhause: Sargines, oder: Da Zoͤgling der Lꝛebe, herorsch⸗komische Oper in 2 Abth., mit Tanz Musik von Paer. 8
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Mitt voch, 23. Sept. Das Maͤdchen aus der Feenweld oder: Der Bauer als Millionair, großes romantisches Origina Zaubermaͤhrchen in 3 Akten, von F. Raimund. Musik vom 89 pellmeister Drechster. —
Donnerstag, 24. Sept. Titus, Oper in 2 Akten. Must von Mozart. (Dlle. Via!: Sextus, als Gastrolle. — Hr. Hoh miller: Titus) 1
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balbo des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc. 1“
Freitag, 25. Sept. Die Kreuzfahrer, Schauspiel in 5 Mte von Kotzebue. (Hr. Pfeiffer, Koͤnigl. Hannoverscher Hof⸗Schau spieler: Balduin von Eichenhorst; — Hr. A. Wohlbruͤck, vah Stadt⸗Theater zu Breslau; Cuno von Deuͤbn; — Mad. Woht bruͤck: Die Aebtissin, als Gastellen.)
Markt⸗Preise vom Getraide.
Berlin, den 21. September 1835. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 12 Sgr.: Roggen 1 Rthlr Sgr., auch 1 Rthlr. 2 Sgr.; große Gerste 27 Sgr. 6 Pf., an 25 Sgr.; kleine Gerste 26 Sar. 3 Pf., auch 23 Sgr. 9 Pf.; Has. 25. Sgr., auch 20 Sgr. 4 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 15 Sgr., au Rthlr. 8 Sgr. b N . Weizen (weißer) 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf., au 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rihlr. 8 Sgr. 9 P.; Roagen 1 Ntl 7 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr 5 Sgr.; große Gerste 22 Sgr. 6 f Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 10 Sgr. Sonnabend, den 19. September 1835. Das Schock Stroh 5 Rthlr. 10 Sgr., auch 4 Rthlr. 10 Sgr. der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 20 Sgr.
Br. Loose zu 500 Fl. 114 ⅛⅞. 114 ⅞. Loose zu 100 Fl. 213. G.
5 “ 7 E vSäöö1“ 988 1“1““ 8 8
——ʒ—Vy——f——J:·———————j.— — — Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Literarische Anzeigen.
In der Pustelschen Buchhandlung in Passau ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu haben, in Berlin durch F. Duͤmmler: Pater Abraham a. St. Clara saͤmmtliche Werke.
In Heften à 5 sgr. . Judas der Erzschelm fuͤr ehrliche Leut. Das ist: eigentlicher Entwurf und Lebensbeschrei⸗ bung des Iscariotischen Boͤswicht, worin unterschied⸗ liche Discurs, sitrliche Lehrpunkte, Gedichte u. Ge⸗ schichten, auch sehr reicher Vorrath biblischer Con⸗ cepte, welche nicht allein einem Prediger auf der Kanzel sehr dienlich fallen, der jetzigen verkehrten, bethoͤrten, versehrten Welt die Wahrheit unter die Nase zu reiben, sondern es kann sich auch dessen ein Privatmann und einsamer Leser zur ersprießlichen Zeit⸗ vertreibung und gewuͤnschtem Seelenheil gebrauchen. Wer es vorziehen sollte P. Abraham in geschmack⸗ voll cartonirten Baͤnden zu haben, erhaͤlt den 1ten — zten Bd. à 20 sgr. in jeder Buchhandlung.
8 W
Bekanntmachungen.
Nothwendiger Verkauf. Zum Verkaufe der den Geschwistern Koehn zuge⸗
hoͤrigen, in dem Hoͤheschen Dorfe Kowad gelegenen Rustical⸗Grundstuͤcke Nr. 4, 5 und 6 der Hypothe⸗ ken⸗Buͤcher, von welchen nach der mit den Verkaufs⸗ Bedingungen und Hypotheken⸗Scheinen in der Re⸗ gistratur einzusehenden Taxe die Grundstuͤcke Nr. 4 und 6 auf 8116 Thlr. 6 sgr. 8 pf. und das Grund⸗ stuͤck Nr. 5 auf 270 Thlr. abgeschaͤtzt worden, ist ein Termin auf
den 8. Februar 1836, Vorm. 10 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle angesetzt. Koͤnigl. Land⸗ u. Stadtgericht zu Danzig.
Anzeige, die Zahlung der Zins⸗Coupons und der zum erstenmal ausgeloosten Capitalien von den
Koͤnigl. Polnischen 5procentigen Schatz⸗
Obligationen betreffend.
Hiermit benachrichtige ich die betreffenden Inter⸗ ressenten, daß die am 1. October c. zahlbar werden⸗ den Zins⸗Coupons von den Polnischen 5 procentigen Schatz⸗Obligationen, so wie die ausgeloosten Capi⸗ talien derselben (deren Ziehungsliste bei mir einzu⸗ sehen ist) schon von heute ab zum vortheilhaftesten Course in meinem Comtoir erhoben werden koͤnnen. Berlin, den 15. Septbr. 1835.
8. Arons Wolff, Linden Nr 9u.
Geschichte des Russischen Feldzugs Bei Heinrich Hoff in Mannheim ist erschienen
Geschichte Nap
1s8 — 128 Heft enthaͤlt
nung gelungen zu nennen.
m Jahre 1812 gen gestatten.
Preußischen S
und der großen Armee im Jahre 1812 von dem General Grafen von Ségur. Nach der 10ten Franndsischen Auflage uͤbersetzt
von D)ör. Rottenkamp... 1u“ Erste Lieferung 5 sgr. 18 Kr⸗
Das laͤngst bekannte, beruͤhmte und un⸗ sterbliche Geschichtswerk, welches in Frank⸗ reich nun schon 10 starke Auflagen erlebte und in der Original⸗Ausgabe, in 2 Baͤnden, 15 Franken kostet, erscheint in dieser huͤbschen Ausgabe, in 4 Lieferun⸗ igen, j de zu 5 sgr, 18 Kr., also um den enorm billi⸗ gen Preis von 20) sgr, 1 Fl. 12 Kr.
Die sorgfaͤltig auzgearbeitete gediegene Uebersetzung, welche die Eleganz des Styles im Original, moͤg⸗ lichst treu wiedergiebt, ist nach allgemeiner Anerken⸗
Wir biiten bei dieser Gelegenheit alle Personen, welche sich fuͤr dieses Werk interessiren, in dem Kreise ihrer Bekannten und Freunde Susbscribenten zu sam⸗ meln, zu welchem Zwecke sie Subscriptions⸗Listen in jeder Buchhandlung erhalten koͤnnen. Man er⸗ haͤlt auf 10 Exemplare das IIte frei, und bei Ab⸗ nahme von groͤßeren Quantitaͤten wird jede Buch⸗ handlung gern noch andere voctheilhafte Bedingun⸗
Die 2te und 3te Lieferung erscheinen im Septem⸗ und in allen Buchhandlungen Deutschlands und der ber, die 4te im Oktober dieses Jahrcs.
angrenzenden Laͤnder zu haben, zu Berlin in der Georg Philipp Stuhrschen Buchhandlung, Schloßplatz Nr. 2: 8 9 “
taaten.
Bei S. Schletter in Breslau ist so eben
schienen und bei E. S. Mittler in Berlin (Elch
bahn Nr. 3), Posen, Bromberg, Culm und Gm
zu haben: 8
Aus dem Leben eines Berliner Arjtes 8vo. brosch. 22 ½l sgr.
28g 2
o leons
Amzeige fuͤr die Besitzer der ersten üf Band? der von dem Fustiz⸗Comissalst Graeff herausgegebenen Sammlung von Verordnungen Mit Genehmigung Eines hohen Ministere Justiz werde ich, da die Exemplare der ersten! lage der Graeffschen Sammlung vergriffng eine zweite Auflage dieser fuͤnf ersten 9 verlegen, und zu- Komplittirung des Werkes dien debitirten Exemplare des sechsten und siebenten des verwenden. Ich mache dies allen Besiten ersten fuͤnf Baͤnde mit der Bemerkung bekanneg sie ihre Bestellungen auf den sechsten und sg Band dergestalt zeitig zu machen haben, daß 16 testens am 15. Novbr. 1835 in meinen Haͤnden s indem von diesem Tage ab der sechste unn 1 bente Band nicht mehr getrennt verabfolht den Bestellungen auf das ganze Werk, mit 8 Baͤnde, nehmen alle Buchhandlungen an. Breslau, den 12 September 1835. Aderhol⸗
Nath Eichhorn und den bisherigen
derg, Frankfurt a. d. O., Drossen, Zielenzig, Meseritz und Kaͤhme
und Bromberg in genaue Verbindung gesetzt wird.
No 2
AEEEEEEEEEEEEE
Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die machen sind, und daß der Preis Stadtpost frei sten d. M. des Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht saͤmmtliche Numm
Provinzen aber bei den Koͤniglichen Post⸗Aemtern zu nenten das Blatt am Vorabende seines Datums durch die wir bitten, die Bestellungen bis spaͤtestens den 30
mtliche Nachrichten.
8 .
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Geheimen Legations⸗ 1 orn 1 Kammergerichts⸗Rath Wilke zu Geheimen Ober⸗Tribunals⸗Raͤthen zu ernennen und
die diesfaͤlligen Patente Allerhoͤchsteigenhaͤndig zu vollziehen ge⸗
ruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben geruht, den Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor von Beym zu Ottmachau zum Gehei⸗ men Justizrath zu ernennen.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, den Justiz⸗Verweser Schmidt zu Goͤrlitz zum Justizrath zu ernennen.
Se. Koͤnigliche Majestaͤt haben den bisherigen Friedensrich⸗ ter, Justizrath Weygold, zum Landgerichts⸗Rath und die bis⸗ herigen Landgerichts⸗Assessoren Lonz und Perrot zu Staats⸗ Prokuratoren Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Richtern am Landgerichte zu St. Wendel, Goͤbel und Weisgerber, den Charakter als
Landgerichts⸗Rath beizulegen geruht.
Zu dem auf Befehl Sr. Koͤnialichen Majestaͤt neu konsti⸗ tuirten, mit dem 1. November in Wirksamkeit tretenden, Land⸗ gerichte in Saarbruͤcken sind nachgenannte Beamte ernannt:
I. Zum Praͤsidenten:
der bisherige Appellationsgerichts⸗Rath Bessel aus Koͤln. 1) der Land chts,. 11I11“
er Landgerichts⸗Rath? in uglei issarise
“ g, zugleich 6 kommissarischer 2) der Landgerichts⸗Rath Krause, bisher in Achen; 3) der Landgerichts⸗Rath Schmidt, bis jetzt in Koblenz; 8 9. EEEö bisher in St. Wendel;
5) der bisherige Friedensrichter und Justizr jetzi d⸗
derschts⸗Rarh Weygole. Justizrath, jetzige Land
9 8 LEEE“ SSe- aus St. Wendel;
7) der bereits in Saarbruͤcken befindliche Landgerichts⸗
“ findlich ndgerichts⸗Assessor 8) 18 19 Trier dahin versetzte Landgerichts⸗Assessor von Rib⸗
entrop.
III. Zum oͤffentlichen Ministerium: der bisherige Staats⸗Prokurator Deuster in Koblenz zum Ober⸗Prokurator, und die bisherigen Landgerichts⸗Assessoren Linz und Perrot zu Staats⸗Prokuratoren, und endlich sind
IV. Als Advokat⸗Anwalte:
die Advokat⸗Anwalte Christian Lautz, bisher in Koͤln, Winsweiler aus St. Wendel, Stephan Tosetti von eben daher, Riotti, ebenfalls aus St. Wendel, Dietzsch aus Trier, und der bisherige Notar Bonnet in St. Wendel bei dem neuen Gerichtshofe angestellt.
Se. Hoheit der General der Infanterie und kommandirende General des Garde⸗Corps, Herzog Karl von Mecklenbung⸗ Otrelitz, ist von Kalisch hier eingetroffen.
11u““
Bekanntmachung. 8
„Mit dem lsten Oktober d. J. wird der Haupt⸗Post⸗Cours zwischen Berlin und Posen, welcher gegenwaͤrtig uͤber Muͤnche⸗
fuͤhrt, auf die Chaussee⸗Straße uͤber Kuͤstrin, Sonnenburg, Lim⸗ rit, Walvowstrenk, Schwerin und Kaͤhme verlegt werden, auf welcher zu dem Ende in Limritz und Waldowstrenk Post⸗Expedi⸗ tionen und Post⸗Stationen etablirt worden sind.
Gleichzeitig tritt an die Stelle der Schnellpost zwischen Landsberg a. d. W. und Posen eine solche zwischen Kuͤstrin und Posen, welche in Küͤstrin mit der Schnellpost zwischen Berlin
Die Fahrpost zwischen Berlin und Posen, welche wie bisher aus Berlin DSponntag, Mittwoch 5 Uhr fruͤh, und aus Posen 1 Dienstag, Freitag 12 Uhr Mittags abgesertigt werden wird, daß sie kuͤnftig iin Posen 1u“ Montag, Do nd Donnerstag, Sonntag 4 bis 5 Uhr fruͤh eintreffen wird. 16 Die Schnellpost zwischen Kuͤstrin und Posen wird aus Kuͤstrin abgehen Sonntag, Mittwoch 5 Uhr fruͤh, und in Posen ankommen an denselben Tagen 10 bis 11 Uhr Abends; aus Posen wird dieselbe abgefertigt werden Sponntag, Donnerstag 11 Uhr Abends, und 1 in Kuͤstrin eintreffen 8 Montag, Freitag 5 Uhr Abends. ““ Die Staͤdte Frankfurt a. d. O., Drossen, Zielenzig (Glei⸗ gen), Meseritz werden sowohl unter einander, als auch mit dem Haupt⸗Course zwischen Berlin und Posen, durch angemessene Post⸗Anlagen in Verbindung gesetzt weden. . Berlin, den 22. September 1835. 11“ DOeer General⸗Postmeister, von Nagler.
Bestellnngen auf diese Zeitung nebst ins Haus gesandt wird.
an uns gelangen zu lassen, indem sonst die Interessenten es ern vom Anfange des Quartals an nachgeliefert
fuͤr den ganzen Umfang der M bbae bee am Orte mfang der Monarchie auf 2 r. Preuß. Cour. vierteljaͤhrlich festgesetzt ist, wofuͤr n Um jedoch die erforderliche Staͤrke der Auflage fuͤr das kommende ertgehcr. ainn,en din tens Abon
bei der Redaction (Mohren⸗Straße Nr. 34), in den
s můͤssen sich selbst zuzuschreiben haben, wenn di 8 werden 1Eee 2 e Zusendung
1 Bekanntmachung. Die Kandidaten der Baukunst, welche an der zweiten dies⸗ jaͤhrigen architektonischen Vorpruͤfung Theil nehmen wollen, wer⸗ den aufgefordert, sich bis zum 30sten d. M. schriftlich bei uns zu melden, worauf ihnen das Weitere eroͤffnet werden wird. Berlin, den 12. September 1835. Koͤnigl. Ober⸗Bau⸗Deputation.
Der Dr. Buschmann hierselbst ist zum Kustos bei der hiesigen Koͤniglichen Bibliothek n. darn c Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Achen ist der bisherige Repetent am katholisch⸗theologi⸗ schen Convictorium zu Bonn, Pet. Jos. Horn, zum Pfarrer der erledigten Succursal⸗Pfarre zu Lendersdorf ernannt worden; zu Koͤnigsberg ist die erledigte erste Benefiziatenstelle an der katholischen St. Annen⸗Kapelle zu Frauenburg dem bisheri⸗ gen Dom⸗Vikar Joseph Breuer, die erledigte katholische Pfarrstelle zu Gr. Kellen dem Pfarrer Ignaz Pompecki, die erledigte katholische Pfarrstelle zu Legienen dem bisherigen Kaplan in Bischofsburg, Joseph Langanki, und die erledigte evan⸗ gelische Pfarrkirche zu Schoͤnbruck dem Predigtamts⸗Kandidaten Karl August Thal verliehen worden.
Angekommen: Der Großherzoglich Hessische Kammerherr und Geschaͤftstraͤger am hiesigen Hofe, Majo von Schaͤffer⸗ Bernstein, von Kalisch.
Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Chef des Finanz⸗Ministeriums, Graf von Alvensleben, nach Tevplitz. “
Zeitungs⸗Nachrichten.
Ausland. Rußland.
St. Petersburg, 16. Sept. Se. Majestaͤt der Kaiser haben unterm 9. August folgenden Allerhoͤchsten Ukas an den dirigirenden Senat erlassen: „Da Wir fuͤr moͤglich erachten, nicht mehr zwei besondere Armeen zu unterhalten, so befehlen Wir demgemaͤß, den Generalstab der ersten Armee vom 1. September d. J. an aufzuloͤsen; zur Beendigung der Geschaͤfte dieses Sta⸗ bes und zur Schließung der Rechnungen von den Intendanturen der 1sten und 2ten Armee aber eine besondere temporaire Kom⸗ mission zu errichten. Das Reglement und den Etat dieser Kom⸗ mission bestaͤtigend und solche dem dirigirenden Senat zustellend, befehlen Wir, dieselben in Kraft treten zu lassen.“
Auch enthalten die hiesigen Zeitungen nachstehenden Aller⸗ hoͤchsten Ukas an den dirigirenden Senat, aus Danzig vom 17. August datirt: „Auf Veranlassung Unserer freundschaftlichen Verhaͤltnisse zu der Oesterreichischen Regierung und des von der letzteren geaͤußerten Wunsches wegen Erniedrigung der fuͤr Oester⸗ reichische und Ungarische Weine, bei ihrer Einfuhr in Rußland, festgesetzten Zollgebuͤhren, befehlen Wir, vom zukuͤnftigen 1836sten Jahre an von den in Rußland einzufuͤhrenden Hesterreichischen und Ungarischen Weinen folgenden Zoll zu erheben: 1) In den laͤngs der Oesterreichischen Graͤnze liegenden Zoll⸗Aemtern zu 13 Rubel S. M. vom Oxphoft, mit Erlassung der zufolge Unseres Ukases an den dirigirenden Senat vom 23. November 1831 zu erhebenden 12 ½ pCt. vom Werth derselben. 2) In den Bessa⸗ rabischen Zoll⸗Aemtern und in den Haͤfen der Donau, des Schwarzen und Asowschen Meeres zu 18 Rubel S. M. vom Orhoft und außerdem zu 12 ½ pCt. vom Werth. 3) Von dem in Bouteillen durch alle hier genannte Zoll⸗Aemter einzufuͤhren⸗ den Weine 25 Kop. S. M. von der Bouteille mit Erlassung der 12 ½ pCt. vom Werth. 4) Von den durch alle andere Zoll⸗ Aemter einzufuͤhrenden Oesterreichischen und Ungarischen Wei⸗ nen ist der gegenwaͤrtig bestehende Zoll zu erheben. Der diri⸗ girende Senat wird nicht unterlassen, die zur Erfuͤllung dieser Verfuͤgung noͤthigen Vorkehrungen zu treffen.“
Se. Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst Thronfolger besuchte am 1. September, in Begleitung Sr. Durchlaucht des Prinzen Peter von Oldenburg, die Festung Schluͤsselburg.
Der außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister in Berlin, Wirkliche Geheime Rath von Ribeaupierre, ist von Moskau hierher zuruͤckgekehrt.
Die hiesige Handels⸗Zeitung meldet: „Die Daͤnische Quarantainen⸗Behoͤrde hat wegen der im Orient ausgebrochenen Pest die Verfuͤgung getroffen, daß den Schiffen, welche aus un⸗ verdaͤchtigen Plaͤtzen mit Levantischer oder Aegyptischer Baum⸗ wolle ankommen, nicht gestattet seyn soll, zu loͤschen und mit der Kuͤste Gemeinschaft zu haben, wenn es nicht durch gehoͤrige Cer⸗ tifikate erwiesen ist, daß die in demselben befindliche Baumwolle in einer der bekannten Quarantainen desinfizirt worden. In Uebereinstimmung mit dieser Maßregel der Daͤnischen Regierung hat das Kaiserlich Russische Fünahg⸗ Ministerium verfuͤgt, daß Schiffe, die mit Aegyptischer oder Levantischer Baumwolle in die Russischen Haͤfen des Weißen und Baltischen Meeres, obgleich von unverdaͤchtigen Plaͤtzen, kommen, mit den gehoͤrigen Qua⸗ rantaine⸗Certifikaten versehen seyn muͤssen, widrigenfalls sie weder zum Loͤschen noch zur Gemeinschaft mit dem Lande zugelassen werden. Das Finanz⸗Ministerium haͤlt fuͤr noͤthig, die Kaufmann⸗ schaft und die Schiffer davon in Kenntniß zu setzen, damit sie streng darauf achten, dergleichen Certifikate in den gedachten Rus⸗ sischen Haͤfen beizubringen.“
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Paris, 17. Sept. Den neuesten Nachrichten aus dem Schlosse Eu zufolge, fuhren Ihre Majestaͤten am loͤten von dort nach Tréport, wo Sie sich auf einer Penische einschifften und eine kurze Spazierfahrt auf dem Meere machten. Abends um 6 Uhr war in Eu ein Diner von 60 Couverts. Fuͤr den folgenden Tag wurde der Finanz⸗Minister erwartet.
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Der heutige Moniteur enthaͤlt eine aus 60 Artikeln be-⸗
stehende Koͤnigliche Verordnung, wodurch das Koͤnigliche Corps der Marine⸗Artillerie eine neue Organisation erhaͤlt. Das Journal de Paris widerspricht der von mehreren oͤffentlichen Blaͤttern aufgestellten Behauptung, daß das Gefaͤng⸗ niß in der Abtei mit Militairs uͤberfuͤllt sey; bestehe etwa aus 50,000 Mann, nur 56 im Gefaͤngnisse, also von 1000 Einer, niß, wie man es seit 20 Jahren nicht gesehen habe; 8 die Ueberfuͤllung des Gefaͤngnisses betreffe, so sey auch diese Angabe falsch, da dasselbe bequem 120 Personen fasse. Die neuen Censoren haben, Examinatoren angenommen. „Der Moniteur enthaͤlt aus Spanien Folgendes: „Jauregugx ist mit seinen Chapelgorris in St. Sebastian geblieben; 700 Englaͤn⸗ der sind neuerdings in diesem Hafen angekommen. Es scheint, daß das Thal Aran abermals von den Karlisten bedroht wird. Mehrere Einwohner haben sich schon nach Frankreich gefluͤchtet. Man sagt, daß die in Bilbao vereinigten Christinischen Generale
— ein Verhält⸗
beabsichtigten, St. Sebastian zu deblokiren und zu dem Ende
den Karlisten in den Ruͤcken zu fallen. Durango ist scho den Englaͤndern besetzt, a “ Hernani besetzen sollen. Am 12ten haben die Karlisten bei Be⸗ hobia aufs neue auf unsere Vorposten geschossen. Ein Dutzend Kanonenkugeln haben ihr Feuer zum Schweigen gebracht. Die Karlisten sprechen von einem ernsten Treffen, das am 11ten nahe bei Bilbao stattgefunden habe, und in welchem sie, obgleich sie sich den Sieg zuschreiben, einen Verlust von 500 Mann einge⸗ stehen. Ein anderes Gefecht soll an demselben Tage bei Los Arcos stattgefunden haben.“
Der Indicateur meldet: „Eine Kolonne von 4000 Mann und 200 Pferden hat Saragossa am 5ten d. verlassen, um den Karlisten entgegen zu gehen, welche sich in der Naͤhe von Da⸗ roca gezeigt haben. Das 2te und 3te Bataillon und eine Schwa⸗ dron der Stadt⸗Miliz von Saragossa befinden sich bei dieser Di⸗ vision. Die Junta von Saragossa ist durch die Deputirten von Catalonien, Taragona und Borsa vermehrt worden; sie hat Kommissarien bei den Junten von Valencia und Barcelona er⸗ nannt, die ihrerseits Abgeordnete nach Saragossa schicken werden.“
Im Messager liest man: „Endlich sind direkte Nachrich⸗ ten aus Madrid eingegangen, die alle Ungewißheit uͤber die seit einigen Tagen umlaufenden Geruͤchte heben, indeß doch immer noch den Vermuthungen freien Spielraum lassen. Wir haben Briefe aus Madrid vom 7ten d. erhalten; Alles war ruhig, aber Herr Mendizabal war von Lissabon angekommen und hatte sich sogleich nach St. Ildefonso begeben. Dort wird er, unterstuͤtzt von dem Eng⸗ lischen Botschafter, Herrn von Villiers, versuchen, die Koͤnigin zu bewegen, sich ohne Ruͤckhalt auf die Maͤnner der Bewegung zu stůͤtzen und den Vorstellungen der Provinzen nachzugeben, welche eine große Anstrengung zur Vernichtung des Karlismus machen wollen, wenn sie die Gewißheit erlangen, daß das Mini⸗ sterium wirklich den Weg einschlagen will, den sie in ihren Bitt⸗ schriften vorzeichnen. Um diesen Preis wird der Koͤnigin die Mitwirkung Englands — oder vielmehr der Englischen Kapitali⸗ sten — und ein Portugiesisches Huͤlfs⸗Corps zugesichert. Kein Zweifel uͤbrigens, daß Herr von Toreno, unterstuͤtzt von dem Franzoͤsischen Botschafter, versuchen wird, diese Plaͤne zu hinter⸗ treiben. Dann muß man aber der Koͤnigin einen an⸗ deren Stuͤtzpunkt darbieten koͤnnen; die Franzoͤsische In⸗ tervention koͤnnte ein solcher seyn; doch bezweifeln wir, daß Herr von Rayneval in dieser Beziehung auch nur eine leise Hoffnung werde durchblicken lassen koͤnnen. — Man meldet so eben, daß ein außerordentlicher Courier Briefe aus Madrid vom 9ten d. uͤberbracht habe, woraus hervorgehe, daß die Vorstellungen des Herrn Mendizabal nicht ohne Erfolg geblieben waͤren, und daß die Koͤnigin darein gewilligt habe, die Chefs der Opposition in der Prokucadoren⸗Kammer ins Ministerium zu berufen. — Jetzt koͤmmt es nun darauf an, ob dieser Entschluß nicht zu spaͤt gefaßt worden ist, und ob die Maͤnner, die bei Empfang der Dekrete vom 3ten d. auf verschiedenen Punkten des Koͤnigreichs die Constitution von 1812 proklamirt haben, bereit sind, zu einem Systeme zuruͤckzukehren, welches das Koͤnigl. Statut als Ausk gangs⸗Punkt anerkennt, wenn auch entschlossen, die Folgen dessel⸗ ben so weit als moͤglich auszudehnen.“
Die obigen Nachrichten hatte der Messager in seiner Abend⸗Edition mitgetheilt; in seiner zweiten Auflage von heute Morgen befindet sich folgende Nachschrift: „Wir haben gestern Abend die Geruͤchte mitgetheilt, die nach Briefen aus Madrid vom 9ten uͤber eine Ministerial⸗Veraͤnderung im liberalen Sinne im Umlauf waren. Alle Leute, welche die Boͤrse besuchen werden wie wir, jene Geruͤchte gehoͤrt haben; aber wir haben uns wohl gehuͤtet, zu sagen, wie ein ministerielles Blatt es uns boshafter Weise in den Mund legt, daß wir einen außerordentlichen Cou⸗ rier mit diesen Nachrichten erhalten haͤtten. Wir hatten nur Briefe bis zum 7ten d., und wir haben Auszuͤge daraus gege⸗ ben. Aber heute gehen uns in der That Briefe vom 9ten d. zu; Herr v war von St. Ildefonso zuruͤckgeke rt; aber von dem Resultate seines Besuchs bei der Köͤ⸗ nigin hat im Publikum noch nichts verlautet. Wir glauben indeß, versichern zu koͤnnen, daß Herr Mendizabal das
die 1ste Divisien und von diesen befaͤnden sich
und was
wie man sagt, den Namen
welche auch noch Bergara, Tolosa und