hiier erwartet. 1 . zur Abreise nach Syrien anschickt, mit dem Auftrage, wie es heißt, nach Bairut zu gehen, um von den durch die Aegyptier
8 eeinzigen Artikel, der ihren Handel noch aufrecht hielt.
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efuͤhrt werden, wie hier Alles zu geschehen pflegt, naͤmlich auf af S. h unvollkommenste Welse von der Welt, wo⸗ fern nicht etwa gar religioͤser Fanatismus und Aberglaube sich der Maßregel ganz widersetzen; denn es bedarf nur einer Bitt⸗ schrift der Scheiks an den Pascha, um jede⸗ Art von Reinigung zu hintertreiben. Wenn man auch nur einen Augenblick haͤtte zweifeln koͤnnen, daß die Errichtung einer Sanitaͤts⸗Verwaltung etwas Anderes sey, als eine jaͤmmerliche Beutelschneiderei, so wuͤrden alle Zweifel vor der abgeschmackten und laͤcherlichen Maß⸗ regel verschwinden, welche Alles, was aus den uͤbrigen Haͤfen der Tuͤrkei kommt, einer Quarantaine von 21 Tagen unterwirft, waͤhrend Aegypten selbst eine Beute der Seuche ist. Man muß indeß wohl ein Mittel ausfindig machen, um die Beamten die⸗ ser Anstalt zu bezahlen, die einen starken Ruͤckstand zu fordern haben, den die Gesundheits⸗Kommission mit lautem Geschrei fuͤr diese armen Teufel fordert, und den die Regierung nicht ver⸗ abfolgt, weil der Schatz, trotz der bedeutenden diesjaͤhrigen Ein⸗ nahmen, durch die uͤbermaͤßigen Ausgaben erschoͤpft ist, welche der Pascha fuͤr das Arsenal und die Marine macht. Dies sind die beiden Abgruͤnde, welche alle durch den Schweiß und das Blut der bedruͤcktesten Bevoͤlkerung des Erdballs eroͤffneten Huͤlfsquellen des Landes verschlingen. Mehmed Ali scheint un⸗ geruͤhrt von all dem Elend, welches auf Aegypten lastet; nichts vermag seinen Stolz und seinen unersaͤttlichen Ehrgeiz zu zuͤ⸗ geln. Sollte man es wohl glauben, daß er die Barbarei so weit treiben koͤnnte, eine Aushebung von 50,000 Mann anzuordnen? Und doch ist es geschehen. Er verlangt noch 50,000 Soldaten, und wozu? Man weiß es nicht; aber er befiehlt und wuͤrde sie bekommen, wenn das Land sie aufzubringen vermoͤchte. Ungluͤcklicher Weise giebt es ber keine verfuͤgbare Mannschast mehr in Aegypten „ und um uch nur zwei Drittheile jener Zahl zu stellen, muͤßte man alle Doͤrfer entvoͤlkern. Neuern Nachrichten zufolge scheint es, daß die Aegyptische Armee im Hedschas, wohin die Regierung in aller Eile eine aus den zuletzt aus Syrien gekommenen Truppen estehende Verstaͤrkung zu senden genoͤthigt war, abermals eine Schlappe erlitten hat. Die Aegyptier sind nur von Mokka und einigen elenden Doͤrfern wirklich Meister; alle ihre Versuche wei⸗ ter vorzudringen, wurden theils durch die schwierige Natur des Landes, theils durch kraͤftigen Widerstand vereitelt, den ihnen die Araber von Yemen bei jedem Schritt entgegensetzen. Dieser hoͤchst. unkluge Krieg hat bereits unermeßliche Opfer an Geld und Menschen gekpostet, und die Regierung faͤngt an, durch die ernsten Folgen beun⸗ ruhigt zu werden, die er bei laͤngerer Dauer herbeifuͤhren koͤnnte. Der Pascha hat Kahira bereits verlassen, und wird jeden Augenblick Er hat Soliman Pascha vorausgesandt, der sich
seiner Zeit den verschiedenen Konsulaten zugefuͤgten Beleidigun⸗
“ ven Kenntniß zu nehmen, fuͤr welche die Europäͤischen Kabinette 98½
is jetzt vergebens Genugthuung verlangt haben. Der Verkauf dder Baumwolle von der diesjaͤhrigen Aerndte ist fast vollendet, denn
es sind kaum noch 5000 bis 10,000 Centner zu vergeben. Die ganze Aerndte belief sich hoͤchstens auf 170,000 Centner, statt auf 350,000 oder 400,000, wie die Agenten der Regierung angekuͤn⸗ digt hatten, die sich sogar auf Befehl Boghos⸗Beys erboten, iihre Angaben durch Wetten zu bekraͤftigen. Dieses nichts we⸗ niger als loyale Verfahren hat eine große Menge von Geld hiierher gezogen, das, da es nicht verwendet werden konnte, zum
ggvroßen Nachtheil der Spekulanten nach Europa zuruͤckgeschickt wer⸗ dden mußte. Heute soll die Versteigerung des Reises von der
diesjaͤhrigen Aerndte beginnen. Die inlaͤndischen Kaufleute sind deurch das hartnaͤckige Beharren der Regierung bei ihrem Mo⸗ naopolsysteme ruinirt. Sie haben unlaͤngst den Pascha gebeten, ijhnen doch wenigstens, wie vormals, den Reis frei zu geben, 8n 2 Boghos⸗ ꝛBeey aber hat ihre Bitte zuruͤckgewiesen. Alle Produkte, ohne Ausnahme, werden fortwaͤhrend oͤffentlich zu Alexandrien verstei⸗ gert, wo die Regierung, der vielen Europaͤischen Etablissements wegen, mehr Vortheil findet als in Kahira. Diese Maßreget ist der Hauptstadt sehr nachtheilig, was aber den Pascha, der nur auf seinen Nutzen sieht, wenig kuͤmmert. Die Gleichguͤltigkeit, mit welcher er die furchtbare Lage, in welcher Aegypten jetzt sich befindet, mitansieht, ist der sprechendste Beweis seines Egoismus.
Die neuesten Nachrichten aus Syrien sind vom Anfang dieses Monats; Ibrahim Pascha befand sich zu Adana, und die Conscription wurde auf seinen Besehl in ganz Syrien mit der groͤßten Strenge vollzogen. Die Tuͤrken verbargen sich, oder wanderten aus, um den Werbern zu entgehen. Der Handel lei⸗ det bei diesem Zustande der Dinge außerordentlich. Die Haͤlfte der Bazars von Damaskus und Aleppo war geschlossen, und selbst die Ruͤckkehr der Karawane von Mekka konnte an beiden
Orten den Verkehr nicht beleben. Die Ansariehs der Gebirge von Attakie, die im vergangenen Jahr eine insurrectionelle Be⸗ wegung persuchten, sind gaͤnzlich ruinirt. Mehr als 3000 wur⸗ den mit Gewalt ausgehoben und nach Gaza, dem, den Aegyptischen Graͤnzen am nächsten gelegenen Punkte, geschickt. Ibrahim Pascha ließ auch in Samarieh, Naplus u. s. w. alle junge Mannschaft ausheben. Die Aerndte mußte aus Mangel an Haͤnden stehen bleiben, und so hat sich denn das Elend allenthalben ausgebrei⸗ tet. Die Douanen⸗Verpachtung von Bairut allein hat 1560 Beutel eingetragen, man kann sich also denken, welche Plackereien die Paͤchter sich gegen den Handel erlauben, um wieder zu ihrem Gelde zu kommen. Demnach befindet sich der Handel in dem elendesten Zustande; das Monopol und die Verpachtungen laͤh⸗ men ihn in allen seinen Zweigen, sogar bis auf die Transport⸗ mitrel herab, deren es fuͤr den Privatmann gar keine mehr giebt, weil die Regierung die Maulthier⸗ und Kameel⸗Treiber fortwaͤh⸗ rend mit Frohn⸗Diensten belastet. Ibrahim Pascha scheint indeß wegen der Folgen seiner Bedruͤckungen nicht so ganz außer Sor⸗ gen zu seyn, denn er hat den geschaͤrften Befehl erneuert, Waf⸗ fen und Munition bei ihrer Ausschiffung in allen Syrischen Haͤ⸗ fen zuruͤckzuweisen. Dieser Beschluß ist allen fremden Konsuls zugestellt worden, um denselb ihren respektiven Regierungen mitzutheilen. 1 4 8 Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 31. Aug. Der Praͤsident ist am Bord des Dampfschiffes „Columbia“ aus den Baͤdern von Rip⸗Rap nach Washington zuruͤckgekehrt.
In New⸗York, Charleston und mehreren anderen Orten ha⸗ ben die Postmeister den Befehl erhalten, alle auf die Abschaffung der Sklaverei sich beziehende Schriften zuruͤckzuhalten.
3 Die in Baltimore und an andern Orten stattgefundenen Un⸗ ruhen geben der in Philadelphia erscheinenden National⸗Ga⸗ zette zu folgenden Bemerkungen Anlaß: „Leben wir unter einer esetzlichen Regierung oder nicht? Sind wir freie Buͤrger der Vereinigten Staaten, die fuͤr ihr Benehmen nur denjenigen Be⸗
hoͤrden verantwortlich sind, welche sie selbst zur Handhabung der
1
82
Gerechtigkeit ernannt haben, oder stehen wir unter dem furchtba⸗ ren Despotismus der Anarchie und ist unser Eigenthum und unser
Leben der Willkuͤr des Poͤbels preisgegeben? Das sind Fragen, die
sich schon seit laͤngerer Zeit jedem denkenden Manne aufgedraͤngt haben muͤssen und die durch die Ereignisse, wodurch Baltimore der Herrschaft einer Bande von Taugenichtsen hingegeben ist, eine furchtbare Wichtigkeit erlangt haben. Die Verwirrung, welche jetzt in Baltimore herrscht, ist nur eine natuͤrliche Folge derjeni⸗ gen Excesse, die in den vorzuͤglichsten Staͤdten des Nordens be⸗ gangen wurden, ohne daß man auch nur einen Versuch gemacht haͤtte, die Urheber derselben zu bestrafen. Es ist sehr natuͤrlich, daß der Poͤbel, wenn er sieht, daß Vorfaͤlle, wie die Verbren⸗ nung des Klosters in Charleston, die Unruhen in Boston, New⸗ York, Philadelphia, ungeahndet blieben, nun auch meint, sich Alles erlauben zu duͤrfen. Haͤtte man in den genannten Staͤdten die Stoͤrung der Ruhe und Ordnung durch kraͤftige Maßre⸗ geln streng geaͤhndet, so haͤtte das ungluͤckliche Baltimore nicht die traurige Erfahrung einer Poͤbel⸗Herrschaft gemacht. So viel ist gewiß, das Uebel nimmt zu, und es ist die hoͤchste Zeit, es zu vertilgen, ehe es toͤdtlich wird. Als die Nachricht eintraf, die Cholera sey in AQuebek ausge⸗ brochen, welche Anstalten wurden da nicht getroffen, um ihre Verbreitung zu hemmen! Und jetzt, wo ein weit furchtbareres Uebel unter uns seinen Sitz hat, das in einem Augenblick ent⸗ setzlichere Verwuͤstungen anrichten kann, als die fuͤrchterlichste Krankheit waͤhrend ihrer ganzen Dauer, jetzt scheint Niemand daran zu denken, daß auch nur der geringste Grund zu Vor⸗ sichtsmaßregeln vorhanden sey. Wir suchen uns nur gegen das Unsichtbare, das unvermeidliche zu schuͤtzen, dagegen nehmen wir auf das gar keine Ruͤcksicht, was wir mit Händen greifen koͤn⸗ nen, dessen Beseitigung von uns abhaͤngt und dessen Folgen in jedem Augenblick zy entsetzlich seyn koͤnnen, um sie nur auszu⸗ sprechen. Noch ist es Zeit, aber es ist hohe Zeit, mit derjenigen Klugheit und Kraft zu verfahren, die unter den jetzigen Um⸗ staͤnden unerlaͤßlich i
Berlin, 25. Sept. Se. Majestaͤt der Koͤnig, so wie Ihre Durchlaucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz, sind auf der Ruͤckkehr von Kalisch am 22ͤten d. M. Abends gegen 7 Uhr im erwuͤnschtesten Wohlseyn in Breslau eingetroffen.
— Die Berichte uͤber die diesjaͤhrige Aerndte im Regie⸗ rungs⸗Bezirk Stralsund lauten dahin, daß das Getraide in allen Korn⸗Arten, besonders aber das Sommer⸗Korn, durch das schnelle Reifen bei der so lange angehaltenen Hitze und Duͤrre in der Qualitaͤt zwar sehr gelitten hat, daß dessenungeachtet aber ein mehr als mittelmaͤßiger Einschnitt stattgefunden haben wuͤrde, wenn nicht die heftigen, mitunter orkanartigen Stuͤrme, welche insbesondere vom 7ten bis 10ten v. M. wuͤtheten, einen sehr großen Theil — nach einer ungefaͤhren Verechnung ⅛ saͤmmt⸗ licher Feldfruͤchte, mit Ausnahme des Roggens, der schon meh⸗ rentheils gemaͤht und eingescheuert war — auf dem Halme gaͤnz⸗ lich vernichtet haͤtten. Die Erbsen allein sind vom Sturm und Wetter verschont geblieben und lohnen uͤberall vorzuͤglich. Auch haben sich die Spaͤtkartoffeln durch den am 23sten und 2isten v. M. in Menge gefallenen Regen erholt. Der Klee⸗ und Gras⸗ wuchs hat dagegen ganz besonders durch die Duͤrre gelitten und an mehreren Orten soll schon Weidemangel fuͤr das Vieh bemerk⸗ bar werden. 28
Koͤnigliches Schauspiel.
Aus dem weiten Umfange des Shakspeareschen historischen Dra⸗ ma's „Richard der Dritte“ hat Herr Delavigne das einzelne Faktum der Ermordung der Soͤhne Eduards des Fuͤnften heraus⸗ genommen und es zu einem Trauerspiel verarbeitet, das man nach der neuern beliebten Franzoͤsischen Redensart ein jaste-milien zwi⸗ schen der alten, sogenannten klassischen, Franzoͤsischen Tragoͤdie und der neuern, sogenannten romantischen, nennen kann. Eben darum hat es aber auch in Frankreich, wo die Politik und die taͤg⸗ lich wechselnde politische Meinung den Ton angiebt, in welchem die Poesie sich vernehmen lassen soll, nur die Parteiwuth aufregen und, beim Lichte betrachtet, keine Partei befriedigen koͤnnen. In den Augen der republikanischen Partei ist jedes juste-milien ein Verbrechen; und da, wenn auch nicht gerade in der praktischen Ausfuͤhrung der Prinzipien, doch in den Prinzipien selbst die poe⸗ tischen Werke Victor Hugo's, Alexander Dumas u. s. w. mehr mit den republikanischen Meinungen uͤbereinstimmen, so ist natuͤrlicherweise auch die gesammte neuere Franzoͤsische romantische Schule gegen Delavigne in Harnisch. Was nuͤtzt ihm sein fruͤher anerkanntes, mit Enthusiasmus aufgenommenes Talent? Ja, was nuͤtzt ihm die Opposition, die er fruͤher gegen das alte Herkommen so kraͤftig dar⸗ gethan hat; sein Verbrechen ist, daß er in seiner Opposition doch nicht verkannt hat, daß in der alten Ordnung viel Gutes sey, und daß man, um mit unserm Schiller zu reden, nicht den Glauben ver⸗ letzen muͤsse, indem man den Wahn zerstoͤrt. Aber eben da liegt es; bei Delavigne's Werken blickt noch eine Achtung fuͤr Autoritaäͤt hervor, und eben die Autoritaͤt ist es, von der Niemand mehr et⸗ was wissen will. Refer. las vor einiger Zeit irgendwo, was wuͤrde wohl Lessing zu unserer gegenwaͤrtigen Kritik sagen; wir wollen es ausdehnen auf die Literatur uͤberhaupt, denn Kritik ist doch auch nur Schriftstellerei, und ganz kurz erwidern: ecce iterum Messias, crucifigite iterum etc. — Indeß, wie auch Delavigne sich durch seine neueren poetischen Werke bei den politischen Parteien seines Vater⸗ landes unbeliebt gemacht haben moge, wir unsererseits haben nur den Dichter, den dramatischen Dichter vor Augen, wie er in jedem Volke, jeder Sprache und jeder Zeit sich offenbart, und wollen dabei gern gelten lassen, was die Zeit ihm zu Gunsten darbietet; denn immer bleibt äauch der gewaltigste Dichter, selost Shakespeare, der Sohn seiner Zeit. Was hinderte ihn, Shakespeare's, des Dolmetschers der Na⸗ tur, dramatische Werke als Stoff, nicht als Muster der Form fuͤr unsere Zeit zu betrachten? und wenn wir selbst seine historischen Schauspiele aus der Englischen Geschichte unserer Schaubuͤhne und unserem Thegter⸗Publikum, dem man doch nicht anmuthen kann, daz es den Streit der rothen und weißen Rose im Gedaͤchtniß habe, anvertrauen wollen, so haben wir uns Gluͤck zu wuͤnschen Urfache genug, wenn man uns den Inhalt seiner Werke nur in einem ver⸗ juͤngten Maßstabe vor Augen bringt. Aber hat Delavigne es zu⸗ traͤglich fuͤr sein Drama gefunden, uns die schrecklichsten Seenen aus Richard's des Dritten Leben preiszugeben, so ist er doch darum nicht von dem alten Gesetz, das Aristoteles nicht erfand, sondern nur in dem naturgemaͤßen Grund und Gange der Empfindungen entdeckte, entbunden; er mußte uns das greuliche Anschauen einer greulichen That nicht leibhaftig, ja gleichsam Schritt vor Schritt vorfuͤhren. Jedoch wie er es einmal gethan, hat er es mit einer
roßen, fast zu großen Genauigkeit im Motiyiren und einer gedan⸗ enreichen Kraft der Sprache ausgefuͤhrt. — Ueber die vortreffliche mimische Darstellung sagen wir nichts weiter, als daß Mad. Cre⸗ linger in der Rolle der Koͤnigin Mutter auf einer tragischen Hoͤhe steht, die uns zwar nichts Unerwartetes, aber doch immer noch Neues in dieser Sphaͤre gezeigt hat, und daß Herr Nott als Richard in den hier enger gezogenen Granzen des heuchlerischen, boͤsartigen Charakters uns bei weitem mehr befriedigt hat, als in der umfassen⸗ den Charakteristik Richards in dem Shakespeareschen Drama. In der Darstellung der beiden jungen Soͤhne Eduard's haben Dlles. Bertha und Klara Stich ihre schoͤnen Naturgahen abermals aufs
31 ¼.
einleuchtendste dargethan. Auch lietz das Publikum, obwohl es I der zweiten wie bei der ersten Auffuͤhrung mit dem Schluß des Stuͤc
keinesweges zufrieden war, noch seyn
stellung volle Gerechtigkeit widerfahren und Vorstellung alle Mitspielende heraus.
konnte, doch der lebendigen? rief nach der gen Duts
— ½ —
Meteorologische Morgens Nachmittags 6 Uhr. 2 Uhr.
1835. 2ℳ. September.
335,97“ Par. 21,1 ° R. 9,8 0 R. A4 pvCt. heiter. SO. Wolkenzug.. OSO. Tagesmittel: 336,14“ Par..
336,65“ Par. 10,390 R. 8,6 9 R. 87 vEt. heiter.
8 SO.
Luftdruck... Luftwärme .. Thaupunkt.. Dunstsättigung
14,9 0 R...
Beobachtung.
Abends Nach einmaliger 10 Uhr. Beobachtung.
1235,81 Par. Quellwärme 8,20 9 13,4 0 R. Flußwärme 14,80 8 10,9 °R. VBodenwärme 12,50 79 vEt 1 ¹
heiter Ausdünstung 0,107 8 SO. Niederschlag 0. Nachtkälte 10,4 0 8
9,60 R. 70 pCt.
Berli
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Den 25. September 1835.
Amtlicher Fonds- und
Ield- Cours- Zettel
Pr. Cour. Brief. SGeld.
Pr. Urief.
our. Geld.
101 ½ 101 995 99 ½ 60 59 ½
101 ½¼
101
St.-Schuid-Sch. Pr. Engl. O0bl. 30. PrämSch. d. Sech. Kurm. Obl. m. I. C. Nm. Iut. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.
Elbinger do.
Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.
=eb Zf.
Seg 8 41³½ 102 ½ 103 ½¼
+—. 8 —
Ostpr. Pfandbr. 14 Pomm. Kur- u. Neum do. Schlesische Rückst. UC. und Z. 101 ¾ Seb. d. K. u. N.
Neue Ducaten Friedrichsd'or Disconto
1013G
do. V 4 4 do. 4
4
84/¼
216 ¼ 13 %
—
old al marco
Aa
Auswärtig
Amsterdam, 20. September.
NMiederl. wirkl. Schuld 54 ⁄8. 3 % 191 1 6, Cortes 28 %.
50 % Span. 30 1. Anl. 37 ½à.
Frankfurt a. M., Br.
Preuss. Präm.-Sch. 59 ¼. 59. do.
Paris, 19. September. 5 % Rente pr. compt. 107. 70.
compt. 80. 30. fin cour. 80. 35. fin cour. 98. 20.
Schuld 13 ½. Cortes 32 %6. Neue
Antwerpen, 19. September. Zinsl. 12 ½.
5 % Span. Rente 28 ⁄1. 28 ⅛.
5 % Span. Rente 32 ⁄.
e Börsen.
Kanz-Bill. 23 3 50 % Jhan
Cortes 28. Conp. —. Neve
21%¼
Loose zu 100 Fl. 213. 6 4A % Aul. 98 ⅞. B. Poln. Looms 3 % 17 ¼. 17.
fin cour. 107. 75. 3 % p. 5 % Neap. pr. compt. 98. I0 3 % do. 20 ¼. Ausg Anl. 40 ¼.
Koͤnigliche Schauspiele.
Sonnabend, 26. Sept. Im Schauspielhause:
8 Kabale un
Liebe, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. Sonntag, 27. Sept. Im Opernhause: Auf vieles Bege ren: Die Jungfrau von Orleans, romantische Tragoͤdie in
Abth., von Schiller. Montag, 28 Sept. Im S
chauspielhause: Sargines,]
roisch-komische Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Pan
Diavolo, oder: Das Witth
haus zu Terracina, komische Oper in 3 Akten, von Scribe. Mus
von Auber. (Dlle. Vial: Zerline,
vom Stadttheater zu Breslau, neu engagirtes Buͤhne: Lorenzo, als Antrittsrolle. — Dlle.
als Gastrolle. — Hr. Nieeolin Mitglied dese Haͤhnel: Die Loxhg
Im dritten Finale wird Dlle. Vial eine Arie aus der Ope „II Furioso all Isola di S. Domiugo“ von Donizetti singen) Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Valkz
des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc. Sonntag, 27. Sept.
27.
meister J. Drechsler.
Der Zauberspiel in 2 Akten, von F. Raimund. (Neu einstudirt.
Diamant des Geisterkoͤnigl Musik vom Kaͤyeh Herr A. Wohlbrüt
Florian Waschblau, als Gastrolle. Dlle. Muzzarelli: Marianze Montag, 28. Sept. (In Italiaͤnischer Sprache): Semin
mis, Oper in 2 Akten. miramis, als Gastrolle.)
Musik von Rossini.
(Dlle. Vial: C
zwei ten
Fünstlern eroͤffnet werden.
burgische Zeitung nachstehende Notiz einruͤcken lassen: mressanteste neue Bereicherung des Kkademie der Wissenschaften ist ohne Zweifel eine von Sr. Ma⸗ staͤt dem Kaiser gnaͤdigst geschenkte und auf Befehl Sr. Ex⸗ lenz des Herrn Ministers des oͤffentlichen Unterrichts im neu anisirten zoologischen 1 ghoͤrt zwar zu den Hö d3 ice, ds ,1 Zenc ast. . soßten Hoͤhe vom Boden bis zum Scheitel nur 8 Fuß, stellt 56 ¾½. 10 % 25. Hr. Bank-Actien 1593. 1591. V'artisi.Obsis Loose zu 500 Fl. 1155⁄⅞. 115 ⅞.
, 2. 2 7107Jich aber durch die
Partial-Obsig. 139 91 pom Herrn Mariotti in
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Kunstfertigkeit des
seiner Aufsicht arbeitenden Gehuͤlfen und Eleven verdankt, wuͤr⸗ dig an die Seite.“
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Amtliche Nachrichten. Keronik des Tages.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich ist nach Dessau von hier abgereist.
8 8 18 8 8 S 2*
Zeitungs⸗Nachricht
St. Petersburg, 19. Sept. Se. Majestaͤt der Kaiser haben auf den Antrag des Civil⸗Gouverneurs von Kostroma ge⸗
11““
sttattet, daß eine Subscription eroͤffnet werde, um dem Landmanne
Ivwan Sussanin, welcher, mit Aufopferung seines eigenen Lebens, dem Czaren Michael Fedorowitsch aus dem Hause Romanoff das leben kettete, ein Ehren⸗Denkmal zu errichten. Behufs Anferti⸗ Lun des letztern soll eine Preisbewerbung unter den Russischen
Der Akademiker Herr Dr. Brandt hat in die St. Peters⸗ 1 „Die in⸗ Museums der Kaiserlichen
n Museum aufgestellte Giraffe. Sie juͤngeren Exemplaren und mißt in ihrer
die Praͤparation den 1 das genannte Museum der Herrn Konservator Schrader und der unter
Schoͤnheit der Conservation und durch 4 Pisa bewerkstelligte Stuͤcken, welche
Die Han dels⸗Zeitung giebt folgende Nachrichten uͤber den auswaͤrtigen Handel des Rigaschen Hafens bis zum 1. August des laufenden Jahres: „Die Ausfuhr Russischer Produkte zur See betrug 19,670,463 Rbl. (1,057,598 Rbl. mehr, als im ver⸗ föossenen Jahre). Die Einkuͤnfte des Zolls beliefen sich auf 725,608 Rbl. (58,633 Rbl. weniger, als voriges Jahr). Die perminderung der Zoll⸗Einkuͤnfte bei so betraͤchtlicher Ausfuhr screibt sich daher, daß ein großer Theil der Ausfuhr⸗Artikel * bestand, welches einen sehr geringen Ausfuhr⸗Zoll egahlt.
Die Nordische Biene enthaͤlt nachstehende Mittheilungen sber die Russische Dampf⸗Schifffahrt: „Unseren Lesern ist be⸗ fannt daß die St. Petersburgisch⸗Luͤbecksche Dampf⸗Schifffahrts⸗ gesellschaft zu Anfang dieses Jahres den Beschluß gefaßt, zur Erleichterung und Beschleunigung des Verkehrs zwischen Ruß⸗ sand und Deutschland ein drittes Dampfboot zu bauen. Dieses ritte Dampfboot, welches den Namen „der Thronfolger“ er⸗ ist, wurde in London im April angefangen und kam in der Mitte Augusts, unter der Leitung des Capitains Boß, hier an. dieser Pyroskaph hat auf seiner Reise von London einen hefti⸗ zmn Sturm ausgehalten, und, trotz starker Gegenwinde, in de Stunde 5 — 6 Englische Seemeilen (1 ¼ — 1 ½ Deut⸗ sce Meilen) gemacht. Aus Kopenhagen, wo derselbe, um sch mit Kohlen zu versehen, eingelaufen war, langte er in bh Stunden hier an. Seine Groͤße betraͤgt 410 Tonnen und ine Maschine ist von 140 Pferden Kraft. Er hat Raum fuͤr d Passagiere. Die beiden andern Dampfboͤte zwischen St. Pe⸗ nrsburg und Luͤbeck haben, bei einer Groͤße von 75 ‚ ebenfalls Maschinen von 140 Pferden Kraft. Die Maschine des neuen st, nach dem Zeugnisse der Sachverstaͤndigen, vortrefflich; die innere Einrichtung des Fahrzeuges zweckmaͤßig und schoͤn. Es segt gegenwaͤrtig am Englischen Quai. Bei diesem Anlaß wol⸗
le wir unsern Lesern folgende Notizen uͤber Russische Dampf⸗
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Bal
des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.
Markt⸗Preise vom Getraide.
Berlin, den 24. September 1835. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rtll 12 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr.; grth Gerste 28 Sgr. 9 Pf., auch 26 Sgr. 3 Pf.; Hafer 24 Sgr. 8 auch 20 Sgr.; Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 5 Sgr., Lits 2 Rthlr. 5 Sgr., auch 2 Rthlr. Eingegangen sind 305 Wispel
Scheffel.
Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf, a 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf; Roggen 1 Nül 7 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 5 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr.
gegangen sind 332 Wispel 10 Scheffel.
Mittwoch, den 23. Das Schock Stroh 6 Rthlr.
September 1835. — „ auch 4 Rthlr. 10 Sar.;
Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 20 Sgr.
Branntwe
in⸗Preise
vom 18. bis 24. September 1835.
Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 40 .
Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Kun
Branntwein 17 Rthlr. 15 Sgr., auch 17 Rthlr. 22 Sgr.; Kult fel⸗Branntwein 16 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 18 Rthlr.
Kartoffel⸗Preise 1 vom 17. bis 23. September 1835.
Der Scheffel 15 Sgr., auch 10 Sgr. n
— —
Redacteur
Cottel.
Gedruckt bei A. W. Hayl⸗
schiffe mittheilen, welche wir einem der vorzuͤglichsten Erbauer grselben verdanken: Seit Einfuͤhrung der Dampfschiffe in Ruß⸗ 89 sind schon wanzig Jahre verflossen. Waͤhrend dieses Zeitraums haben sich mit Dampfschiffen in allen Laͤndern Europa's, besonders s in Amerika, große Ungluͤcksfaͤlle ereignet, in Rußland dagegen sünoch nichts Aehnliches geschehen, und doch sind gegenwärtig 2. n 52 Dampfschiffe im Gang. Außerdem verdient wohl fn hnt zu werden, daß auf der Newa fruͤher ein Dampfboot fü, als auf der Themse, und daß die bedeutendste Verbesse⸗ ung in dem Bau, die Anwendung von zwei Dampfmaschinen auf einem Schiffe, zuerst in Rußland eingefuͤhrt worden, und lher im Jahre 1816; auch Schottland ist darin zuruͤckgeblieben, sschon die Dampfschiffe in diesem Lande erfunden und zuerst üngefuͤhrt wurden. *)
8 Am 2ten d. M. brach zu Jakobstadt in Finnland ein Feuer 8 welches den besten Theil dieser freundlichen Stadt in Asche she Auch in der Stadt Pskow hat am 18ten v. M. eine znersbrunst nicht unbetraͤchtlichen Schaden verursacht.
un Warschau, 22. Sept. Der General der Kavallerie, Graf ish hemnd der öbeekän eur⸗, Baron Creutz, sind von Ka⸗ er an e . e . i 7 6 T 8 veiter gereiste E“ Letzterer ist sogleich nach Terespol n Aemn U4ten und löten d. M. wurde in der hiesigen Rabbi— und Lehrer⸗Schule eine oͤffentliche Pruͤfung abgehalten, wei⸗ Direktor der Abtheilung fuͤr den Kultus und oͤffentlichen
g — f9
dß 5 22 Reisender, der vor kurzem nach London ging, meldet,
Fählt haheim Herauffahren der Themse gegen 80 Dampfschiffe ge⸗
nen jst 18 — Eines der schnellsten Dampfbhote mit zwei Maschi⸗
velches Nüre euch 856 bs-. „Dronning Maria“, e
Stunden duraehie nnn, hen Stettin und Kopenhagen sehr oft in
Berlin, Sonntag
schen Saͤnger⸗Corps.
gende Nachrichten eingegangen:
— ——
—,.-— 2 ——
—
Unterricht, Staats⸗
Referendar Kozlowski, der Praͤsident der Stadt Warschau, die 1 r eas
G Mitglieder des Unterrichts⸗Raths, die Ge⸗ neral⸗Visitatoren, die Mitglieder des Israeliten⸗Comité's und viele andere angesehene Beamte beiwohnten. Die Schuͤler wur⸗ den in der Religion, der Lehre des Talmud, der Hebraͤischen, Polnischen, Russischen und Deutschen Sprache, der Mathema⸗ tik, Geschichte, Geographie, Zoologie, Botanik, Mineralogie, Physik, Chemie und astronomischen Geographie examinirt und sodann Preise an die Fleißigsten vertheilt.
Aus Kalisch schreibt man: „Am letzten Donnerstag wurde von den Mitgliedern des Berliner Theaters vor den dort ver⸗ sammelten hohen Herrschaften das Lustspiel „Capricciosa“ aufge⸗ He dann tanzten die Warschauer Taͤnzer einen Krakowiak
nd Hr. zer⸗Tanz.“
— — Kalisch, 21. Sept. schieden, daß Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preußen noch zwei Tage laͤnger hier bleiben wird, als es anfangs bestimmint war. Gestern, als am Sonntag Mittag, sollten die Preußischen Garde⸗ Truppen nach einem feierlichen Gottesdienste wieder uͤber die Graͤnze und Se. Majestaͤt wollten ihnen Nachmit⸗ tags folgen. Dies ist aber dahin geaͤndert worden, daß Se. Ma⸗ jestaͤt erst morgen in aller Fruͤhe von hier nach Breslau abreisen, um sich von dort nach Teplitz zu begeben, wohin der Kaiser Al⸗ lerhoͤchstihnen in wenigen Tagen folgen wird.*) Se. Majestaͤt erfreuen sich, trotz der großen Anstrengungen dieser Tage, fort⸗ dauernd der besten Gesundheit. — Am Mittwoch (16.) gaben die Mannschaften des Muselmaͤnnischen Re iments, Nachmittags um 4 Uhr, dem Obersten des Preußischen zarde⸗Dragoner⸗Regi⸗ ments von Barner, dem der Kaiser waͤhrend der Dauer der Ma⸗ noͤder das Kommando uͤber die drei Asiatischen Kavallerie⸗Regi⸗ menter anvertraut hatte, einen Thee nach ihrer Art in dem eine halbe Stunde von der Stadt entfernten Dorfe Piwonize, ih⸗ rem Kantonnirungs⸗Quartiere. Zu dieser in. ihrer Art gewiß ein⸗ zigen Festlichkeit hatte sich eine große Zahl Preußischer und Rus⸗ sischer Offiziere eingefunden. Auch der Kaiser war auf eine kurze Zeit gegenwaͤrtig, die Preußischen Prinzen blieben aber laͤnger. Statt des Thees, worauf die Einladung eigentlich lautete, wurde aber bloß Champagner gereicht, da die Muselmaͤnner nur diesen trinken, indem er suͤß ist und Aehnlichkeit mit dem Scherbet hat. Man kann sich nichts maleri scheres denken, als das La⸗ ger dieser Soͤhne oͤder Steppen. Unter leicht an Baͤu⸗ men aufgehaͤngten Leinwand⸗Decken liegen sie zusammen mit ihren Pferden auf Filzdecken, die ihnen bei kaltem Wetter zugleich als Maͤntel dienen. Die ausgelassenste Lust belebte diese sonst so ernsten, dunkeln Gesichter. Bei dem Schalle ihrer ab⸗ scheulichen Musik, die aus zwei Zinken besteht, welche mit einem Oboe⸗Mundstuͤck geblasen werden und den Takt durch zwei ras⸗ selnde Trommeln erhalten, tanzten die Uralschen Linien⸗Kosaken ihre National⸗Taͤnze, bei denen fortwaͤhrend aus Pistolen und Gewehren geschossen wurde. Bei der Gesundheit, welche die Preußischen Prinzen auf das Wohl des Muselmaͤnnischen Re⸗ giments ausbrachten, brachen die Asiaten in den ungemessensten Jubel aus; das Geheul wurde foͤrmlich betaͤubend und die Prin⸗ zen vermochten sich kaum vor den ausgelassenen Freudens⸗Aeuße⸗ rungen der Muselmaͤnner zu retten. Bei aller Wildheit ihrer aͤußeren Erscheinung sind sie indessen doch artig und gefaͤllig, dienstfertig und freundlich. Gern unterhielten sie sich mit ihren Gaͤsten, aber nur wenige sprechen gebrochen Russisch, einige je⸗ doch etwas Franzoͤsisch, so daß man sich zur Noth mit ihnen verstaͤndigen kann. Als der Champagner immer reichlicher floß, wurde das Treiben auch immer toller und wilder. Kampfspiele mit dem Dscherrid begannen, und jetzt erst entwickelte sich die anze Furchtbarkeit der Kriegfuͤhrung dieser Volksstaͤmme. — m Sonnabend (19ten) Nachmittag fand gleich nach dem Di⸗ ner im Kaiserlichen Schlosse ein nicht minder interessantes Fest statt. Das Chevalier⸗Garde⸗Regiment feierte naͤmlich das Fest seines Regiments⸗Heiligen, welches mit dem Jahrestage seiner Stiftung usammenfaͤllt. Ihre Majestaͤt die Kaiserin hatten als Chef des Regiments eine Bewirthung der Mannschaften anbe⸗ fohlen und diese hatten die Schwadron des Preußischen Regi⸗ ments Garde⸗du⸗Corps, als eines verwandten Truppen⸗Corps, dazu eingeladen. Die Feier fand im Schloßgarten, dicht hinter der Wohnung des Feldmarschalls Paskewitsch, statt. Nachdem die Allerhoͤchsten Herrschaften eingetroffen waren, begann die Griechische Messe, unter dem dichten Laubdache der Haupt⸗Allee, bei dem Gesange der Kaiserlichen Kirchensaͤnger. Nach der Messe besprengte der Pope die Mannschaft der Chevalier⸗Garde mit dem geweihten Wasser und verließ dann den Garten, waͤh⸗ rend der portative Altar ebenfalls fortgeschafft wurde. Die Leute nahmen jetzt an langen gedeckten Tafeln Platz, so daß immer ein Russe neben einem Preußen zu sitzen kam. Die Kaiserin machte selbst die Wirthin und sorgte eifrig dafuͤr, daß jeder Einzelne versorgt war. Während des Essens spielten die Russischen Militair⸗Musik⸗Corps, abwechselnd mit Russischen und Preußi⸗
Frankreich.
Paris, 20. Sept. Aus dem Schlosse Eu sind hier fol⸗ g Am 17ten musterte der Koͤnig im Schloßhofe die National Garde der Stadt Eu, und ein Ba⸗ taillon des 50sten Linien⸗Regiments nebst einem Detaschement leichter Kavallerie, die fuͤr die Zeit, daß JJ. MM. sich in Eu aufhalten, von Rouen aus dorthin beordert worden sind. Bevor die Truppen vorbei defilirten, vertheilte der Koͤnig eigenhaͤndig mehrere Ehren⸗Legions⸗Kreuze. Nach beendigter Revue arbeite⸗ ten Se. Maj. mit den Ministern der Finanzen und des Handels und machten demnaͤchst einen Spaziergang durch die Stadt. Um
*) Daß Se. Majestaͤt der Koͤnig an demselben wo Al⸗ lerhoͤchstdiefelben Kalisch verlassen 88 Nee. 2 g.
in Breslau eingetroffen, ist hereits ge ern unt ⸗ land“ gemeldet worlen, 3 8 B 8 ücs aas b
und Mad. Taglioni nebst Dlle. Damse einen Schwei⸗
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7 Uhr wurde an einer Tafel von 60 Couverts gespeist, zu wel⸗ cher die Stabs⸗Offiziere und die Hauptleute der National⸗Garde und der Linien⸗Truppen geladen waren. Die Ruͤckkehr des Koͤ⸗ nigs nach Paris ist der herrlichen Witterung halber um einige Tage verschoben worden. Wahrscheinlich werden Se. Maj. das Schloß Eu erst morgen (21.) verlassen.
Im Constitutionnel liest man: „Der Geist, in welchem die letzten diplomatischen und Pairs⸗Ernennungen vorgenommen worden sind, hat dem Geruͤchte von einer bevorstehenden Ver⸗ aͤnderung in den verschiedenen Hierarchieen der oͤffentlichen Ver⸗ waltung einige Konsistenz gegeben. Es ist stark die Rede von der anderweitigen Besetzung verschiedener Praͤfektur⸗ und Unter⸗ Praͤfektur⸗Stellen, und zwar zum Nachtheil derjenigen Beam⸗ ten, die durch die Juli⸗Revolution ihre Stellen erhalten hatten. Das Ministerium raͤumt ein, daß es diesen Beamten nichts An⸗ deres vorzuwerfen habe, als daß sie die Karlistische Partei, die großen Grundbesitzer, auf die sich die Doctrinairs fortan zu stuͤtzen gedenken, nicht genug schonten. Das hieße, die Departe⸗ ments demselben Systeme unterwerfen, welches jetzt in dem Con⸗ seil vorzuherrschen scheint. Wir wollen hoffen, daß die Minister, ehe sie sich zu einer so bedeutungsvollen Maßregel entschließen, uͤber die Wirkung derselben auf die oͤffentliche Meinung nach⸗ denken werden.“
Der Temps sagt: „Die Liste der diplomatischen Ernen⸗ nungen ist noch nicht geschlossen. Herr von Rayneval, der in Madrid nicht mehr bleiben will und nicht mehr bleiben kann, faͤhrt fort, seine Abberufung immer ungestuͤmer zu ver⸗ langen. Man sendet ihm Geld auf Geld, um ihn zu⸗ frieden zu stellen, aber vergebens,! Herr von Ste. Aulatre will wohl dem Herrn von Rayneval seinen Posten in Wien abtreten, aber er verlangt als Entschaädigung den Bot⸗ schafter⸗Posten in London, um den sich drei oder vier Kandida⸗ ten bewerben. Herr von Rigny, der sich nur einer temporairen Angelegenheit halber in Neapel aufhaͤlt, will nicht fuͤr immer unter jenem schoͤnen Himmelsstriche weilen; er sehnt sich vielmehr nach den Nebeln der Themse und nach den 300,000 Fr., die der dortige Botschafter zu verzehren hat. — Man versichert, daß der Moniteur in der kuͤnftigen Woche eine Reihe Koͤniglicher Verordnungen enthalten werde, um uͤber den Marschallsstab des verstorbenen Mortier und uͤber die Groß⸗Kanzlei der Ehrenlegion zu verfuͤgen, zu gleicher Zeit aber allen Ungewißheiten uͤber die Gesandtschaften ein Ende zu machen.“
Herr von Chifflet, den Karl X. mit der Pairs⸗Wuͤrde be⸗ kleidete, ist in einem Alter von 70 Jahren hierselbst mit Tode abgegangen.
Der von dem Pairshofe kondemnirte Deputirte Herr Audry de Puyraveau hat sich als Gefangener gestellt; er befindet sich gegenwaͤrtig in Sainte⸗Pölagie.
„Man ist in diesem Augenblicke damit beschaͤftigt, im Ge⸗ fängnisse des Luxembourg ein besonderes Zimmer fuͤr den Urhe⸗ ber des Attentats vom 28. Juli einzurichten. Das Gemach soll zwei Fenster erhalten, die nach dem Garten hinausgehen, und mit doppelten Eisenstangen versehen sind. Die Pallisaden, zwi⸗ schen denen die April⸗Gefangenen zur Audienz gefuͤhrt wurden, sollen auch dazu dienen, Fieschi aus seinem Gefaͤngnisse vor den Pairshof zu bringen. Man versichert, daß das Gefaͤngniß im Luxembourg seine jetzige Bestimmung behalten, und nicht wieder zu einer Kaserne umgestaltet werden wuͤrde.
Die Pariser Polizei hat kuͤrzlich den Praͤfekten der Depar⸗ tements Nachricht gegeben, daß sie wisse, daß mehrere der aus Ste. Pélagie entsprungenen Gefangenen die Hauptstadt verlassen haͤtten und mit Paͤssen, in denen sie als Handels⸗Reisende be⸗ zeichnet wuͤrden, den Versuch machen wollten, uͤber die Graͤnze zu kommen. Die Praͤfekten werden daher aufgefordert, ihre Wachsamkeit zu verdoppeln, um der Entsprungenen wieder hab⸗ haft 8 werden. .
Der Herausgeber des Herr P.
1b „wahren Katechismus der Glaͤubigen“, ubois, wurde
1 gestern von dem hiesigen Assisenhofe wegen Beschimpfung der Religion zu ümonattichen anl 828 8 einer Geldbuße von 6000 Fr. verurtheilt; die noch vorhandenen Exemplare jener Schrift sollen verbrannt werden. Es ist dies der erste Fall seit der Juli⸗Revolution, daß der erste Artikel des Gesetzes vom 25. Maͤrz 1822 in Anwendung kommt, wonach Jeder, der die Landes⸗ oder eine andere in Frankreich gesetzlich anerkannte Religion beschimpft oder laͤcherlich macht, Zmonatliche 9b Uührise Gefaͤngniß- und 300 — 6000 Fr. Geldstrafe erlei⸗ en soll. Herr Schmit, Divisions⸗Chef beim Ministerium des Kultus, at den Auftrag erhalten, die Kathedralen zu Nevers, Moulins, lermont, Bourges und Orleans zu besichtigen, um die etw noͤthigen Vorschlaͤge zur Erhaltung dieser Denkmaͤler des Mittel⸗ alters zu machen. Mit einem aͤhnlichen Auftrage war er i vorigen Jahre in Rouen, Amiens und Beauvais gewesen. Der Moniteur enthaͤlt einen ausfuͤhrlichen Bericht des Schiffs,Lteutenants Fréhouard, der gegen Ende April d. J. mit der Korvette „la Recherche“ nach den Kuͤsten von Island un Groͤnland abgesandt worden war, um wo moͤglich Spuren de Brigg „la Lilloise“, von der man seit zwei Jahren keine Nach richt hat, zu entdecken. Es ergiebt sich aus diesem Berichte, der aus Cherbourg vom 14. Sept. datirt ist, daß die Nachforschun⸗ gen der „Recherche“ durchaus fruchtlos gewesen sind. Die ein⸗ gezogenen Erkundigungen lassen kaum noch einen Zweifel uͤbrig, daß die „Lilloise“ an der oͤstlichen Kuͤste von Groͤnland perun⸗ gluͤckt ist. Waͤhrend Herr Fréhouard an den Kuͤsten Islands Nachforschungen anstellte, durchreiste der Franzoͤsische Naturfor⸗ scher, Herr Gaimard, das Innere dieser Insel. Er hat in vier 1 11gs interessante naturhistorische Gegenstaͤnde von dort hierhe esandt. In einem Schreiben aus Algier „Wenn die Stadt auch nun beinahe ganz von der Cholera be⸗ freit ist, so ist dies doch keinesweges der Fal in der Umgegend, wo im Gegentheil die Seuche noch furchtbar haust. Gs hat z. B. der Stamm von Beni⸗Menad die Haͤlfte seiner Bevöͤlke⸗
erl in Yesser und bei den Amraoua's hat es an
vom 4ten d. heißt es: