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sollen
errafte der Karlisten ddies zeigt, wenn die Anzgabe richtig ist, Dddurch die Siege ihrer Gegner nicht geschwaͤcht worden ist. Iriarte
zuruͤckgelassen,
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gestern im Kolonial⸗Amte Unterredungen mit
Beresford hatten Lord Glenelg.
Lord John Russell wird auf seiner Reise nach Wear Gif⸗ ford, dem Landsitz des Lord George Fortescue, wo sich auch Lord Ebrington einfinden will, in der Stadt Traunton erwartet, und die dortigen Einwohner haben daher eine Versammlung gehalten, worin sie beschlossen, eine Adresse abzufassen, die dem Lord we⸗ gen seines Eifers fuͤr die Sache der Reform und wegen seines weisen Benehmens gegen das Oberhaus uͤberreicht werden soll.
Lord Brougham wird sich naͤchstens zu einem Besuch bei dem Vice⸗Koͤnige von Irland, Grafen von Mulgrave, der ihn eingeladen hat, nach Dublin begeben.
Der Irlaͤndische protestantische Bischof von Cloyne, Dr. Brinkley, der vor vierzehn Tagen aus London nach Irland zu⸗ ruͤckgekehrt war, ist in diesen Tagen dort mit Tode abgegangen. Er war fruͤher viele Jahre Professor der Sternkunde am Tri⸗ nity⸗College in Dublin, und es ist sein Kompendium, welches den astronomischen Vorlesungen auf der Dubliner, Universitaͤt zu Grunde gelegt wird. Dem neuen Gesetze zufolge, wird das Bis⸗ thum Cloyne nun mit den Bisthuͤmern von Roß und Cork ver⸗ einigt werden.
Ein gewisser Ramsay, der zu Airdrie orangistische Unord⸗ nungen angestiftet hatte, ist von dem Schottischen Ober⸗Krimi⸗ nal⸗Gerichtshofe zu vierzehnjaͤhriger Deportation verurtheilt wor⸗ den. Ramsay war es, der durch seine aufruͤhrerischen Reden die Orangisten aufgereizt hatte, die Wohnungen friedlicher Katholi⸗ ken zu verwuͤsten. Der Gerichtshof konnte sich jedoch nicht uͤber⸗ zeugen, ob jener Mann nach den Befehlen der großen Orangi⸗ sten⸗Loge gehandelt hatte, oder nicht.
Der beruͤhmte Ingenieur Herr Brunel trifft Anstalten zum Beginn der Arbeiten an den großen wesentlichen Eisenbahnen, und * soll an beiden Enden derselben zu gleicher Zeit angefangen werden.
Die Brighton Gazette meldet die Ausruͤstung einer an⸗ sehnlichen Flotte in den Englischen Haͤfen, ohne jedoch den Zweck dieser Ruͤstungen anzugeben. Zugleich will der Courier durch Briese aus Konstantinopel vom 26. August erfahren haben, daß eine bedeutende Flotte, großentheils aus Englischen Kriegs⸗ schiffen bestehend, sich vor den Dardanellen aufgestellt habe, waͤhrend dagegen Berichte aus Smyrna behaupten, die jetzt in Malta vereinigte Englische Flotte werde nach den Spanischen Kuͤsten unter Segel gehen.
Ueber die Ereignisse im noͤrdlichen Spanien meldete am Sonnabend der Courier Folgendes: „Wir haben Briefe aus Santander vom 12ten d. M. gesehen, zu welcher Zeit dort nichts besonderes vorgefallen war. Seit dem Ruͤückzuge der Kar⸗ listen von Bilbao ist General Evans aufs eifrigste beschaͤftigt ge⸗ wesen, seine neuen Rekruten zu diszipliniren und einzuuͤben, und er gedenkt, so bald noch keine Bewegung vorzunehmen. Die Kar⸗ listen haben ein oder zwei Bataillone in der Naͤhe von Bilbao
„ um Wache zu halten; diese streifen umher und se⸗ hen zu, wo sie einzelne Leute und Vieh aufgreifen koͤnnen. Sie 17 Individuen, die sorglos umherschlenderten, gefan⸗ gen genommen und erschossen haben. Die ganzen Streit⸗ werden auf 40,000 Mann geschaͤtzt; daß ihre Staͤrke
traf am 10ten in Santander ein, um dort seine Gesundheit her⸗ zustellen. Man sagt, dieser General sey der Constitution von 1812 zugethan, und man glaubt, daß sich uͤberhaupt viele Per⸗ en dafuͤr erklaͤren wuͤrden, wenn die Furcht sie nicht noch zu⸗ iente. „Gestern berichtete dies genannte Blatt ferner: „Die zoͤsischen Zeitungen publiziren Nachrichten uͤber ein Treffen, ces am 11ten zwischen den Truppen der Koͤnigin und den Karlisten stattgefunden hat. Diese Nachrichten sind jedoch uͤbertrieben, und wir koͤnnen unseren Lesern die Beschreibung dieses Gefechts aus der Feder eines hohen Offiziers von der unmittelbaren Umgebung des General Evans mittheilen, ohne daß wir noͤthig haͤtten, diesem Bericht noch etwas hinzuzufuͤgen. Doch muͤssen wir be⸗ merken, daß sechzehn Mann von der Englischen Legion, worunter sieben von dem Musik⸗Corps des General Evans, in die Haͤnde der Karlisten gefallen und, wie man glaubt, erschossen worden sind.“ Es folgt nun der Bericht dieses Offiziers, datirt aus Bilbao vom 12. September. Das am 1lten zwischen dem kuͤrz⸗ lich dort angekommenen Theile der Truppen der Koͤnigin, der von Espeleta, Espartero und Mirasol kommandirt wurde, und den unter Moreno und Castor vereinigten Karlisten stattgehabten Gefecht wird darin folgendermaßen beschrieben: b „Die Karlisten hatten sich in dem 2 Stunden von Bilbao ent⸗ fernten Dorfe Arrigoriaga in Haͤusern, Geboͤlzen und Schluchten verschanzt. Die Generale der Koͤnigtn, die um 7 Uhr mit 7 — 8000 Mann ausgeruͤckt waren, bekamen es mit 5 Bataillonen von Bis⸗ caya, 5 von Navarra, 5 von Alava und einem von Guipuzeoa zu thun, die durch ihren ersten Angriff einige Verwirrung unter den Truppen der Koͤnigin anrichteten, von der sich jedoch diese bald wieder erholten, worauf sie die Karlisten aus mehreren Stellungen vertrieben. Das Gefecht wäͤhrte mit großer Hitze auf und zwischen den Bergen und zu beiden Seiten des Flusses fort. Um 11 Uhr sandte Graf Mirasol, der Kommandant von Bilbao, ei⸗ nen Theil der Garnison und der General Evans 2 Bataill⸗ lone zu Huͤlfe. Das Feuern waͤhrte bis 6 Uhr, wo Gene⸗ ral E peleta sich in der besteu Ordnung, jedoch von den Kar⸗ listen verfolgt, nach der Stadt zuruͤckzog; so auch General Espar⸗ tero, der eine Wunde im linken Arm erhielt und beinahe in Gefan⸗ genschaft gerathen waͤre. Einer seiner Adjutanten wurde ebenfalls verwundet. Der Verlust der Spanier war in dieser Affaire, wie ich fuͤrchte, sehr bedeutend; es wurden ihnen zwei Ober⸗Otffiziere getoͤd⸗ tet, und 269 Verwundete befinden sich im Hospital. Die Liste der Todten und Vermißten ist noch nicht fertig. Unser Verlust ist ver⸗ baltnißmaͤbig gering, namlich 2 Todte und 5 Verwundete, da, mit Ausnahme des General Evans und seines Sta⸗ bes, nur der rechte Fluͤgel des 3ten Regiments ins Feuer kam. Diese Affaire ist immer ein schlimmer Streich, und hat hier unter denen, die sich einbildeten, daß das bloße Erscheinen einiger Rothroͤcke hinreichen wuͤrde, gan⸗ ze Divisionen Karlisten zu zersporengen, große Niedergeschla⸗ genheit und Muthlosigkeit verursacht. Sehr viel ist an diesem Un⸗ heit der Mangel an Einigkeit unter den Commandeurs der Truppen der Konigin schuld. Espeleta und Espartero han⸗ deln offenbar ganz unabhaͤngig von einander. General Evans hielt seine Treuppen gut zusammen und vermied es weislich, sie in einer Overation daran zu wagen, von der man ihn gar nicht unterrichtet batte, denn die Spanischen Generale agirten mit nur 7000 Mann, wahrend in und um Bilbao 20,000 Mann zu ihrer Disposition standen. Das 3te Britische Regiment, welches General Evans bloß zur Deckung des Ruͤckzuges Espartero's beorderte, zeigte sich uͤbrigens so tapfer, wie es Britischen Soldaten eigen ist, und war nur mit Muͤhe wieder zuruͤckzuhringen. In Folge dieses Treffens sind die Karlisten nun wie⸗ derum Meister der ganzen Gegend zwischen Bilbao und Vittoria. Die Legion wird nun sehr bald Verstarkungen von Santander und England erhalten, und dann werden, denke ich, Operationen auf groͤßerem Fuß nach den wahren Prinzipien der Kriegskunst beginnen, dann das jetzige System der Plaͤnkeleien fortzusetzen, hieße nur, dem Feinde die Karten in die Hand spielen, da der Guerilla⸗Krleg seit “X“ „ 11“ “ v1““ 8
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Hannibal's Tagen bis auf Napolcon’s Zeit hier die seiner Kriegfuͤhrung gewesen ist.“
Heute bringt der Courter noch nachtraͤglich ein Schreiben aus Bilbao vom 10. September, welches er gestern wegen Mangels an Raum weglassen mußte, und an dessen Schluß ge⸗ meldet wird, daß an jenem Tage 2 Bataillone Portugiesi⸗ scher Jaͤger, zu dem Huͤlfs⸗Corps gehoͤrig, welches Portugal der Koͤnigin sende, in Santander angelangt styen.
Im Laufe der vorigen Woche sind gegen 1300 Mann zur Spanischen Huͤlfs⸗Legion aus England und Irland nach Spa⸗ nien abgegangen, und die Einschiffungen waͤhren noch fort. Un⸗ ter den Regimentern befinden sich auch Bergschotten. Die ganze Legion soll aus 8 Linien⸗Regimentern, 2 Regimentern leichter Infanterie, 2 Kavallerie⸗Regimentern und einer Abtheilung Ar⸗ tillerie bestehen. Capitain Jamieson vom Dampfboot „James Watt“ hat positive Instructionen erhalten, morgen die Themse zu verlassen und die Militair⸗Aerzte, die sich der Huͤlfs⸗Legion noch nicht angeschlossen haben, so wie einen Theil des Kommis⸗ sariats und Detaschements des zweiten Kavallerie⸗Regiments und des fuͤnften Linien⸗-Regiments nach Spanien zu bringen. Die uͤbrigen Kommissariats⸗Beamten werden in Ungefähr vierzehn Tagen nachfolgen. 8
Die Regierung hat dem Major Reid vom Koͤnigl. Inge⸗ nieur⸗Corps Erlaubniß ertheilt, in den Dienst der Koͤnigin von Spanien einzutreten. Er wird daher einstweilen ein Jahr lang auf halben Sold und somit in den Stand gesetzt, Spanische Dienste zu nehmen. Spaͤter soll er wieder mit vollem Solde in den Britischen Dienst zuruͤcktreten koͤnnen. Die Times nennt dies ein hoͤchst strafbares und parteiisches Verfahren.
Das Dampfschiff „Firefly“ ist mit der Post aus dem Mit⸗ tellaͤndischen Meere hier angekommen; es hatte Gibraltar am 31. August verlassen. In Cadix sah es sehr unruhig aus, und 3 Englische Kriegsschiffe sollten auf alle Faͤlle dort bleiben.
Der Globe sagt: „Wir halten es fuͤr ausgemacht, daß keine bewaffnete Intervention der Franzoͤsischen Regierung in die Spa⸗ nischen Angelegenheiten stattfinden wird; mit den bereits erfolg⸗ ten Huͤlfeleistungen der Unterzeichner des AQuadrupel⸗Traktats muß Spanien uͤber die Faction der Karlisten in den noͤrdlichen Provinzen triumphiren koͤnnen. Ist dieses Werk beendigt, so muß die Regulirung der inneren Verfassungs⸗Verhaͤltnisse den Spaniern allein uͤberlassen werden, ohne die Kontrolle einer aus⸗ waͤrtigen Macht und so viel als moͤglich frei von auswaͤrtigem
Einfluß. Nach diesem Prinzip haben unsere Regierung und die
Regierung Ludwig Philipp's bis jetzt gehandelt, und nach dem⸗ selben werden sie auch hoffentlich hinfort gemeinschaftlich han⸗ deln.“ Auch der Standard haͤlt es fuͤr ‚ewiß, daß Frankreich, trotz der dringenden Vorstellungen der verwittweten Koͤnigin, nicht in Spanien interveniren werde.
Heute fruͤh sind Nachrichten aus Madrid vom 15ten d. hier eingegangen, welche die Ernennung des Generals AQuadra zum Minister des Innern in dem neuen Spanischen Kabinet des General Alava und des Herrn Mendizabal melden. Der Courier sagt: „Die Ernennung Quadra's hat die in London sich aufhaltenden liberalen Spanier sehr zufriedengestellt, da der⸗ selbe wegen seiner vertrauten Freundschaft mit Herrn Arguelles und wegen seines steten ehrenvollen Benehmens wohl bekannt ist.“
Aus Kanada wird berichtet, daß am 23. August die Koͤ⸗ nigliche Kommission, an deren Spitze Lord Gosford steht, in Auebek angekommen sey. Lord Gosford hatte bereits zwei Pro⸗ clamationen erlassen, durch deren eine er seine Ernennung zum General⸗Gouverneur von Kanada anzeigt, wäͤhrend die andere verkuͤndet, daß der Koͤnig eine aus den bekannten drei Kommis⸗ sarien Lord Gosford, Sir Charles Grey und Sir George Gipps bestehende Kommission ernannt habe, „weil ihm von der Kolo⸗ nial⸗Versammlung und vielen Bewohnern der Kolonie Beschwer⸗ den zugegangen seyen und er gesinnt sey, so viel an ihm liege, allen Beschwerden abzuhelfen.“
Aus Sydney sind Zeitungen bis zum 11. Mai hier ein⸗ gegangen, die den Verlust des Verbrecher⸗Schiffs „Georg III.“, wobei mehrere der an Bord befindlichen Individuen ertranken, bestaͤtigen.
In den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika herrschte, den neuesten Nachrichten aus New⸗York vom 2ten d. zufolge, noch immer viel Aufregung in Bezug auf die Sklaven⸗ Emancipations⸗Frage. Ein Mann, Namens Larrol, der zu den Abolitionisten gehoͤrte, war neuerdings in Charleston dem soge⸗ nannten Lynch⸗Gesetze anheimgefallen. Zahlreiche Versammlun⸗ gen fanden in den Haupt⸗Orten der Union statt, in welchen in Bezug auf die Sklaven⸗Emancipation Beschluͤsse gefaßt wurden.
Den letzten Nachrichten aus Lima zusolge, herrschte dort noch immer große Zerruͤttung, indem der Praͤstdent Obregoso sich nur im Besitz der drei suͤdlichen Staaten befand, waͤhrend alle Truppen in den noͤrdlichen und mittleren Departements sich dem General Salabery unterworfen hatten. Guerillas durchstreiften das Land und kamen zuweilen bis an die Mauern von Lima heran, was so großen Allarm erregte, daß der Handel mit dem Innern ganz stockte. 1“
Nteberlandee.
Aus dem Haag, 22. Sept. Ueber Havre ist die Nach⸗ richt hier eingegangen, daß Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wil⸗ helm Friedrich Heinrich am Bord der Fregatte „Maas“ in New⸗York angekoömmen ist. Der Prinz war zuletzt in Curagao gewesen und auch die Brigg „Snelheid“ befand sich in der Be⸗ gleitung desselben.
Der Admiral Sir Edw. Codrington ist gestern aus England in Amsterdam eingetroffen.
Schweden und Norwegen.
Christiania, 18. Sept. Vorgestern Abend um 11 Uhr kam der Koͤnig, begleitet von der reitenden Buͤrgergarde Chri⸗ stiania's und vielen Bauern, hier an. Die Koͤnigin war am löten Morgens uͤber Kongsvinger hier eingetroffen. Ihre Ma⸗ jestaͤt sind seit 10 Jahren nicht hier gewesen. E13“
Deutschland Hmmemmentne
Schwerin, 20 Sept. Das Geburtsfest Sr. Koͤnigl. Ho⸗ heit unsers allverehrten Erb⸗Großherzogs wurde am letztverflos⸗ senen Dienstage wieder auf die gewohnte Weise von der Casino⸗ Gesellschaft und der Buͤrger⸗Ressource durch zahlreich besuchte Bäͤlle recht feierlich begangen und bei Aeußerungen der herzlich⸗ sten Theilnahme fuͤr das Wohl unsers hohen Fuͤrstenhauses erst spaͤt nach Mitternacht beendigt. Auch noch an andern oͤffentli⸗ chen Orten und in mehreren Privat⸗Haͤusern hatten sich frohe Gesellschaften zur wuͤrdigen Feier des schoͤnen Tages versammelt.
Der Bau unserer neuen Kunst⸗Straße nach Ludwigslust schreitet mit Macht seiner Vollendung entgegen; vor einigen Ta⸗ gen ist die zweite Meile von hier fertig geworden, und auf der dritten und letzten befindet sich ebenfalls schon ein so großer Vor⸗ rath von Steinen zur Belegung derselben, daß, bei nur irgend
Ht. EE1 “ “ 8 2
klassische Art
guͤnstiger Witterung und hinlaͤnglicher Anzahl von das ben duͤrfte.
Leipzig, 24. Sept. Bereits beginnt in unserer Stag
ein regeres Leben, in Bezug auf die bevorstehende Messe. Dgb
Zustroͤmen der Fremden ist bedeutend, und auch nicht unanseh liche Quantitaͤten von Waaren treffen hier ein. Läaͤßt sich aus noch nichts Entscheidendes uͤber die Resultate vorhersagen, spricht sich doch bis jetzt noch die Erwartung aus, daß die Mese eine lebhafte werden duͤrfte. Auch die Schaulust der uns P. suchenden wird diesmal in ungewoͤhnlichem Grade in Anspra genommen werden. — Moͤchte nur bei dem großen Zutflusse von Menschen, dessen Leipzig sich gegenwaͤrtig erfreut, durch die oeg dauernde Trockenheit der Mangel an Wasser nicht noch neßr uͤberhand nehmen. Unsere Stadtmuͤhlen vermoͤgen bereitz ias nur 4— 6 Stunden taͤglich, nach einem 15 — 16 stuͤndigen Schl⸗ zu arbeiten. Zwanzig Scheffel Getraide erfordern gegennang 36 Stunden Zeit, um gehoͤrig vermahlen zu werden. Wenn die St Muͤhlen nicht fortwaͤhrend Aushuͤlfe leisteten, so wuͤrde die So sehr bedenklich ausfallen. Dem Vernehmen nach, ist dem He Piatzmann Konzession ertheilt worden, seine bereits besteheng Oel⸗Dampfmuͤhle zum Gebrauch fuͤr das Mahlen des Getrante herstellen zu duͤrfen. — Die Baulust hat in unserer Start der letzten Zeit ausnehmend zugenommen. Kapitalisten haba wie man hoͤrt, ganze Haͤnser⸗Fronten an sich gebracht, und deutende, der Stadt zur Zierde gereichende Etablissements sihse zu erwarten. Wie sehr wird auch in Hinsicht der Bauten Eisenbahn einwirken, da noch Vieles von der leichteren Herth schaffung der Bau⸗Materialien abhaͤngt. Die im Verhaͤltnih e Haͤuser viel zu bedeutende Einwohnerzahl Leipzigs steigert gym waͤrtig den Werth der Grundstuͤcke ungemein.
Kassel, 23. Sept. Ihre Koͤnigliche Hoheit die Kurfittg
und Ihre Hoheit die Prinzessin Karoline sind gestern An im besten Wohlseyn von Meiningen hier eingetroffen.
Seit dem 16ten d. M. hat das im Lager von Wißet thal und in der Naͤhe versammelte Kur⸗Hessische Armee⸗Cn bestaͤndig große Manoͤver ausgefuͤhrt, und taͤglich wandern m Schauluüstige aus Kassel und der ganzen Umgegend ins vu⸗ um die nnulitairischen Uebungen auf jenen schoͤnen Hochftlce mit anzusehen. Dieses giebt dem Lager, dem auch mesrere 9 stauraiguns und Erfrischungs⸗Buden gefolgt sind, ein sehr un Ansehen. Besonders zahlreich war der Zufluß vorigen Sonnnn) wo nach beendi tem Voncsdienst saäͤmmtliche Truppen vor Et, Hohet dem Kurprinzen und Mitregenten defilirten. Kanman⸗ dant des Lagers ist der General⸗Major Boͤdicker; die Iethut kommandirt der General⸗Mazor Bauer, dessen Hauptqumtter Calden ist; der General⸗Major von Loßberg kommandirt de zu Simulirung des Feindes bestimmte Abtheilung. Seit dem lFten d. M. versieht die Buͤrger⸗Garde regelmäßig den Garnisondien in Kassel. 8
Muͤnchen, 21. Sept. (Leipz. Ztg.) Dem sichern Wa nehmen nach wird Se. Koͤnigliche Hoheit der Kronprinz w Bayern zum Oktober⸗Feste hier eintreffen, und spaͤter sein schloß, das durch die Hohenstaufen so beruͤhmt gewordene öG dessen Restaurirung demnaͤchst vollendet wird,“
iehen. 8 Es ist nun ganz bestimmt, daß Se. Koͤnigliche Hoheit de Herzog Mayx von Leuchtenberg die Koͤnigin Donna Maria nic
heirathen wird. In Folge der außerordentlichseapannung, we
che, wie man vernimmt, zwischen der 4% Herogs, d
Kaiserin Amalie, und ihrer Stieftochtn d. mge Dom ge
Maria, eingetreten ist, hat Erstere den Entsch aßt, Pohl gal demnaͤchst auf immer zu verlassen und vorerst in Paris u spaͤter in Muͤnchen ihren Wohnsitz zu nehmen.
Ein neuer Beweis, wie gern von unserm Monarchen he Volke jede moͤgliche Erleichterung gewaͤhrt wird, findet sicht der Koͤnigl. Verfuͤgung, durch welche die Einberufung der he laubten Soldaten zu den Herbst⸗Exercitien bis auf den Cf herbst aus dem Grunde hinausgeschoben wird, damit soviel! moͤglich dem Landmann bis zur gaͤnzlichen Vollendung der Aern die helfenden Haͤnde erhalten werden moͤgen.
Der Zufluß von Fremden dauert hier auf eine erfrelle Weise fort. Bereits ist in unseren Gasthaͤusern kein Quamf mehr zu finden, was den vielen leer stehenden Prioatwohnun sehr zu Nutzen kommt. Nun das Parlament vertagt ist, men auch die Englaͤnder herbei. Viele der edlen Lords ha den lobenswerthen Entschluß gefaßt, hier recht viele Pfund Emn ling in Umlauf zu setzen. Nach dem hiesigen Tageblatte eine Englische Familie mit einem hiesigen Advokaten einen . trakt abgeschlossen, wonach dieser fuͤr die Besorgung alles dese was zu einem moͤglichst komfortablen Leben gehoͤrt, und zwarn fuͤr die Dauer der Oktober-Feste, die Summe von 32,000 und noch fernere 300 Fl. fuͤr die Miethe von zwei Fenstern haͤlt, welche die beste Aussicht bei der Enthuͤllung des May. seph⸗Monumentes gewaͤhren. Diese Nottiz ist vollkommen gruͤndet. Jener Advokat kennt seine Leute, und wenn er an Wagen, Pferde ꝛc. anzuschaffen hat, so wird, da es hier wohlfeil zu leben ist, sein Gewinn doch sehr der geringen M werth seyn.
Vom 1. Oktober an erscheint an der Stelle der „Bohe schen Annalen“ die auf den Befehl des Koͤnigs von der hitst Akademie der Wissenschaften herauszugebende Literatur⸗Zein unter dem Titel: „Gelehrte Anzeigen.“ Alle Koͤnigl. A— ter wurden angewiesen, jenes Blatt aus dem Regie⸗Fonde halten und fuͤr die Verbreitung desselben thaͤtig zu seyn.
Bei dem Herannahen der Cholera versaͤumen die hicse Blaͤtter nicht, dem Publikum verschiedene Vorsichts⸗Maßrec zu empfehlen. Der Bayerische Volksfreund meint im vme Ernste, das Bier sey das naturgemaͤßigste Praͤservativ 90 jene Seuche. Die herrschenden Krankheiten siad gegenwil hier gastrische Fieber und starke Diarrhoͤe.
Man sieht hier neueren Nachrichten aus Griechenlande der groͤßten Erwartung entgegen. Alle fruͤhere Nachlit stimmten darin uͤberein, daß in jenem Lande eine allgen, Gaͤhrung herrsche, und daß es an dem Vorabend wichtigen eignisse stehe.
Frankfurt a. M., 19. Sept. (Nuͤrnb. Korresp.) so vielfach vorgenommenen Milderungen und Modisicationel, dem, die buͤrgerlichen Verhaͤltnisse der Juden ordnenden 6 ¼ von 1824, haben es deutlich gezeigt, wie sehr auch in diesert ziehung Frankfurt an wahrer Aufklaͤrung gewonnen hat. † der letzten Zeit hat sich nun abermals eine Bestimmung Gesetzes einer naͤheren Beleuchtung beduͤrfend gezeigt. Der glaubliche Andrang der Israeliten zu dem Kaufmannsstande, insbesondere zum Waarenhandel, mußte natuͤrlich die Aufn⸗ samkeit des Handelsstandes und der Behoͤrden auf sich ane und so soll schon seit einiger Zeit keine Aufnahme Israelin Handelsleute stattgefunden haben, vielmehr erst eine Untersuche
“ F11““
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Arbeiter anze noch in diesem Jahre seine Endschaft erreicht 8 enes
. überschritten sey. Es moͤchte indessen eine sehr schwierige Auf⸗ zabe seyn, eine solche Zahl auszumitteln, und sich sonach aber⸗ mals ein Anlaß ergeben, das Gesetz zu modifiziren. Auf solche Weise kommen mir denn ganz unvermerkt der Emancipation unserer Israelitischen Mitbuͤrger naͤher.
ungeordnet worden seyn, in wie weit nicht die
ziit abgehalten wurde, ist nun beendigt. zerlautet noch immer nichts Zuverlaͤssiges, und nur so viel kann
tigten alle Einrichtungen, Wasser eena sind, große Saͤulen⸗ ebaͤude, fuhren sodann nach den Bade⸗Instituten fuͤr das Koͤnigl. Preußische Militair, und wuͤrdigten 68 Hene Hospital fuͤr arme Kranke aller Nationen eines Besuchs, spra⸗ chen den worgefundenen Kranken Trost und
itterreichischen Porerst sollen fuͤr jedes General⸗Kommando 2000 Stuͤck ange⸗
ihte Anwendung im Großen zu pruͤfen. inderungen in der Armee, naͤmlich die Verleihung des 2ten Ar⸗ tillere,Regiments an den General⸗Major von Mandl und des iten Artillerie⸗Regiments an den General⸗Major von Simm, dann die Befoͤrderung des General⸗Major von Milanes zum Feld⸗ marschall⸗Lieutenant eb sübst Persionirung Anderer, haben in den letzten Tagen statt⸗
en. ber von Ertmann vom mobilen Corps in Italien ist gestorben.
in bis heute sier fortwaͤhrend Jedermann,
er Krankh
Uübe, reichen nicht
e 6 Erwerb schnell gebracht seyn werden.
2 11““
Zahl der durch
Gesetz bestimmten Israelitischen Waaren⸗ andlungen bereits
Unsere Messe, unstreitig die schlechteste, welche seit langer Ueber den Zoll⸗Anschluß
mh Bestimmtheit angegeben werden, daß der Vertrag noch nicht winitiv abgeschlossen, und daß weder in unserer Stadt noch in msern Dorfschaften die geringste Aenderung eingetreten ist. Eben so ungegruͤndet sind aber auch die Geruͤchte, die Verhand⸗
lungen seyen abgebrochen, und es haͤtten sich neue Schwierigkei⸗ im ergeben. „
Frankfurt a. M., 24. September. Der Graf von Cho⸗
tek, Ober⸗Burggraf des Koͤnigreichs Boͤhmen, hat aus Prag vom Ioten d. folgendes Schreiben an das Journal de Francfort eingesandt: „Herr Redacteur! Als eifriger Leser Ihres inter⸗ esanten Blattes habe ich es bedauert, zu zwei wiederholten Ma⸗
len bei den Berichten uͤber die zu Teplitz fuͤr den Empfang Sr. Majstit des Kaisers von Oesterreich getroffenen Vorbereitungen in demselben eine Unrichtigkeit zu bemerken, die nur einem Irr⸗ thum Ihres Boͤhmischen Korrespondenten zugeschrieben werden
kann. Ihr Blatt vom 13ten d. M. meldet näͤmlich unter der Rubrik die Zeit
nem Eigenthuͤmer vermiethet dagegen versichern, daß die ntfernt, fuͤr ihr Schloß irgend einen haben, sich vielmehr beeilt hat, es nebst allen seinen Dependen⸗ zien zur Verfuͤgung Sr. Majestaͤt zu stellen, indem sie es sich und ihrer Familie zur Ehre anrechnet, daß Ihre Majestaͤten der Kaiser und die Kaiserin diese Wohnung fuͤr wuͤrdig gehalten haben, Hoͤchstdieselben aufzunehmen.
das Schloß dieser Stadt sey fuͤr des Aufenthalts .
des Hofes daselbst von sei⸗ t worden; ich kann Ihnen Fuͤrstin Clary, meine Schwester, weit Miethpreis verlangt zu
aben, Hoͤchstd Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherungen meiner ausgezeichnetsten Hochachtung:
Grafvon Chotek.“
Sestevherhech. Teplitz, 21. Sept. Am Tage nach Ihrer Ankunft wohn⸗
en Ihre Kaiserl. Majestaͤten dem Gottesdienste in der Stadt⸗ Kirche bei, Se. Majestät der Kaiser besuchten sodann den Fuͤrst⸗ ichen Schloßgarten in allen Haupt⸗Partieen und sprachen sich ihr vortheilhaft uͤber die herrlichen Anlagen, die bedeutende susdehnung und Unterhaltung dieses durch mehr als ein Jahr⸗ snundert bewunderten Gartens aus. Aus dem Schloßgarten ver⸗ sigten sich Se. Majestaͤt der Kaiser zu Fuß in die Stadtbaͤder; impfangen von den Stadt⸗Vorstehern und Bade⸗Aerzten wurden de einzelnen Vorrichtungen zur Baͤder, das große Maͤnner⸗ und ind die Bäͤder des Herrenhauses gistaͤt auch die Wohnungen dieses Fuͤrstlichen Hauses in Augen⸗ schein genommen hatten,
Fuͤllung und Abkuͤhlung der Frauenbad, die Fuͤrstenbaͤder besichtigt. Nachdem Se. Ma⸗
ten, verfuͤgten sich Hoͤchstdieselben zu den rink,Auellen des bei diesem Hause deft dlichn Ce. 8et6 welche zum Gebrauche der Mineral⸗ und das erst in diesem Jahre vollendete
ꝛ Hoffnung zu, und ile Umgebungen waren tief geruͤhrt uͤber die huldvollen Worte, gelche an die Leidenden gerichtet wüurden. Hierauf wurde das Steinbad und das bei demselben befindliche, fuͤr das Kaiserliche Mütair bestimmte große Bad in Augenschein genommen; von hier verfuͤgten sich Se. Majestaͤt in das durch seine Groͤße und vorneffliche Einrichtung imponirende Kaiserliche Militair⸗Bade⸗ haus. Nach Besichtigung der einzelnen Abtheilungen verfuͤgten sch Se. Majestaͤt in die Schlangenbaͤder und fuhren sodann durch die Anlagen des so schoͤn gelegenen Ortes Schoͤnau nach
der Stadt zuruͤck. — In der Mittagsstunde empfingen Se. Ma⸗ jestät den Besuch Sr.
Majestaͤt des Koͤnigs von Sachsen.
Wien, 19. Sept. (Schles. Ztg.) Die in den letzten
Lagen hier angestellten Versuche mit den Consoleschen Gewehren, sahen den einstimmigen
n Beifall der deshalb niedergesetzten Kom⸗ und ihre allmaͤlige Einfuͤhrung bei der ganzen
misson orhalten, Armee, darf nun nicht mehr bezweifelt werden.
verschiedenen Orten zugleich noch einmal
chaftt werden, um an Einige Personal⸗Ver⸗
und Festungs⸗Kommandanten in Peterwar⸗
Der Feld⸗Marschall⸗Lieutenant und Regiments⸗Inha⸗
ug, 14. Sept. Die hiesige Gesundheits⸗Kommission
is nunmehr, nachdem sie vielerlei Absperrungen und Quarantai⸗ nen vergebene
versucht hatte, endlich auch dahinter gekommen,
aß diese ganz unnuͤtz gewesen seyen, und sie erklaͤrt nunmehr
hSclusse einer Bekanntmachung vom 10ten d. M.: „Es ist
h hethode, sich vor der Cholera zu bewahren, darin besteht, bnicht zu fi die hiesige Stadt mit seinem Besuche erfreute, hat dreitaͤgige
Zeit, sich davon zu uͤberzeugen, daß die wahre und ein⸗ zu fuͤrchten und maͤßig zu leben.“ — Der Koͤnig, der irchengebete angeordnet, die auch vom Iten bis zum 10ten d.
8. stattgefunden haben. Da Jedem, der an diesen Gebeten heil nahm, eine Indulgenz von 100 Tagen bewilligt wurde,
üwat der Zudrang ungemein groß. — Bis gestern waren hier 1¾ Personen an der Cholera erkrankt und davon 1931 gestor⸗ , 545 geheilt und 1360 noch in der Behandlung.
di. egeheilt und 1 1 In Nizza ie Krankheit bereits ganz aufgehoͤrt. — In Livorno wa⸗ 1641 erkrankt Und davon 922 gestorben.
Rom, 10. Sept. (Allg. Ztg.) Die Cholera beschaͤftigt Uin . und wenn die Regierung auch 5 gegen die Krankheit gethan, so muͤssen doch noch andere
regein ergriffen werden, wenn wir nicht bei einem Ausbruch eit großen Unordnungen ausgesetzt seyn sollen. Einige
ein Cordon gegen das Ausland, und Begraͤbniß⸗ erze hin, um die duͤrftigen Volksklassen vor der zweiflung zu schuͤtzen, in die sie durch Absperrung und Man⸗ n Wenn hier, wie andern Staͤdten Italiens geschehen, die Reichen fliehen,
ospitaͤler,
bö11 11“ und die Armen der Krankheit preisgeben, so ist viel Schlimmes 8 befuͤrchten. Indessen scheint die Regierung bisher 189 alle
orstellungen taub, in der vollen Ueberzeugung, die Krankheit werde nicht herkommen, und alle Anstalten seyen rein uͤberfluͤssig. Die Deutschen Diplomaten bereiten sich vor , unsern armen Landsleuten, die in nicht geringer Zahl Rom anfuͤllen, durch Rath und That zu Huͤlfe zu kommen. In Livorno und Genua waren viele Aerzte die Ersten, welche die Flucht ergriffen. In den Provinzial⸗Staͤdten, die eine Munizipal⸗Verfassung haben, welche Rom ganz fehlt, werden schon geeignetere Maßregeln er⸗ griffen. So sollen in Ancona die Gebaͤude der Quarantaine in ein Hospital verwandelt werden, und die Franzosen, die bis jetzt darin wohnten, wurden in der Stadt, hans bei dem Kastell, in Privathaͤuser verlegt. Durch diese Maßregel ist vermuthlich das Geruͤcht entstanden, man erwarte eine Vermehrung der Frau⸗ zoͤsischen Truppen in Ancona. 8
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1 2 8 82 8 “ Madrid, 9 Die heutige Hof⸗Zeitung enthaͤlt
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.Sept. einen sehr heftigen Artikel gegen die Insurgenten von Catalo⸗ nien, die, wie dieselbe sagt, durch ihren Ungehorsam keinesweges den Enthusiasmus der Bevoͤlkerungen gegen die Karlisten erhoͤht, sondern vielmehr die Zahl der Letzteren sich vergroͤßern gesehen und ihren Zweck so wenig erreicht haͤtten, daß sie jetzt die Huͤlfe der Armee der Koͤnigin forderten, um ihnen in ihrem Ungluͤck beizustehen. Das ofsizielle Blatt vergleicht diese Aufruͤhrer mit Pompejus, der sich geruͤhmt, er brauche nur mit dem Fuß auf den Boden zu stampfen, um Legionen daraus hervorzurufen, und der bei Caͤsar'’s Annaͤherung sogleich die Flucht habe ergreifen muͤssen. Es fragt sie, was sie den Karlisten, die den Boden Cataloniens schon betreten haͤtten und die alten Gebraͤuche der Provinzen wieder ins Leben rufen wollten, erwiedern koͤnn⸗ ten, da sie selbst jetzt das Testament Ferdinand's VII. nicht anerkaͤnnten. Kurz, das Organ der Regierung uͤber⸗ haͤuft die Insurgenten mit den bittersten Vorwuͤrfen; es klagt sie ehrgeiziger Herrschsucht an und nennt sie Leute ohne Grund⸗ saͤtze und ohne Glauben, welche die Gesellschaft umruͤhren woll⸗ ten, wie es die Revolutionairs von Profession in Frankreich ge⸗ than, um die Nation fuͤr ihre Utopischen Pläne zu gewinnen, de⸗ ren Zweck dahin gehe, dieselbe zur Sklavin zu machen und sich durch ihren Schweiß zu bereichern; Leute ohne Religion, ohne Moral, ohne Schaam, denen Verbrechen ein Spiel seyen, da sie ihnen nichts kosteten, und die sich instinktmuͤßig allen Revo⸗ lutions⸗Versuchen beigesellten, weil jeder Angriff gegen die recht⸗ maͤßige Gewalt und gegen die Gesetze ihnen Gelegenheit gebe, ihren Blutdurst und ihre Raubgier aufs unverschaͤmteste zu be⸗ friedigen; wenn die oͤffentliche Ordnung unterliege, dann hoͤre man die Uebelthaͤter jauchzen.
Ein Supplement des Diario de Sevilla vom 2ten enthaͤlt Details uͤber die Bewegung in dieser Stadt und uͤber die Ernennung einer Junta nach dem Beispiele der andern Pro⸗ ahag Um 7 Uhr Abends wurden die Namen der Mitglieder dieser Junta bekannt gemacht. Praͤsident derselben ist der Civil⸗ Gouverneur, Marquis de la Concordia. Die Stadt⸗Miliz hat den Namen National⸗Miliz angenommen. Die am 28. Aug. von Cadix nach der Insel Leon abgegangene Kolonne ist daselbst gut aufgenommen worden. Die Garnison hat sogleich Kamerad⸗ schaft mit ihr gemacht. Dieselbe Kolonne hatte sich schon auf den Weg gemacht, um die Junta von Sevilla zu unterstuͤtzen, ging aber spaͤter nach Despenoperros, um sich dem Corps anzuschlie⸗ ßen, welches von Malaga zur Unterstuͤtzung der Bewegung in Andalusien abgesandt worden war.
In einem Schreiben aus Cadix vom 4. Sept. heißt es: „Ganz Andalusien ist jetzt auf eine solche Weise rganisirt, daß jeder Widerstand von Seiten der Regierung unnuütz und selbst gefahrvoll fuͤr dieselbe seyn wuͤrde.“
— Nach Prwat⸗Briesen aus Madrid vom 10. Septem⸗ ber, welche von Franzoͤsischen Blaͤttern mitgetheilt werden, soll eine Division von 3000 Mann mit 4 Geschuͤtzen von Ma⸗ drid nach Granada abgegangen seyn; sie bestand, heißt es, aus dem 2ten und dem 10ten Linien⸗Regiment, die man aus Navarra zuruͤckberufen hatte; als sie aber in Valdemora ankam, soll sie gerufen haben: „Es lebe die Constitution!“ so daß man fuͤrch⸗ tete, sie moͤchte, wenn man sie weiter marschiren ließe, mit den von Cadix und Malaga ausgeruͤckten Patrioten fraternisiren, die im Anmarsch auf Madrid waren. In denselben Briefen liest man noch Folgendes: „Der General Latre uͤbernimmt das Kommando in dem General⸗Kapitanat von Granada und Jaen. — Vorgestern schickte Herr Mendizabal nach der Bank von St. Fernando und verlangte 6 Mill. Realen. Die Bank verweigerte die Auszahlung, selbst in der Form eines Darlehens. Herr Mendizabal war daruͤber sehr aufgebracht und drohte den Direktoren, er werde ein Bataillon Garde absenden, um das Geld zu holen. Diese Drohung blieb jedoch ohne Er⸗ folg, und er mußte sich an das Ayuntamiento wenden, welches die Summe vorstreckte, da es doch eine bei weitem groͤßere an Contributionen schuldig war. Wenn dieser Zustand der Dinge fortdauert, wird es der Regierung an Mitteln zur Bestreitung der dringendsten Beduͤrfnisse gebrechen. Aus den insurgirten Provinzen geht nicht ein Maravedi ein.“
— Ueber die Unruhen in Cordova und Sevilla theilt der Messager, mit der Bemerkung, daß die Revolution im fuͤdli⸗ chen Spanien nunmehr vollendet sey, in einem Privatschreiben aus Andalusien nachsehende Details mit: „Seit dem Ein⸗ treffen der Nachrichten aus Barcelona, Saragossa und Valencta zeigte sich eine gewisse Aufregung unter den Bewohnern Cordo⸗ va's; aber die Nachrichten aus Cadix gaben den Ausschlag. Am 28. August, um 3 Uhr Nachmittags, versammelte sich die Stadt⸗ Miliz auf der Plaza mayor, und der General⸗Marsch wurde ge⸗ schlagen, um diejenigen Buͤrger noch herbeizurufen, die noch nicht erschtenen waren. In Abwesenheit des Kommandanten ernannte man den Anfuͤhrer der Miliz, Don Francisco de Unzaga, Freund und Gefaͤhrten des ungluͤcklichen Torrijos, zu diesem Posten. Die Capitaine und Offiziere gaben, an der Spitze ihrer Com⸗ pagnieen, den Wunsch zu erkennen, sich der Bewegung der Na⸗ tion zu Gunsten der Rechte des Volks anzuschließen. Der Kom⸗ mandant von Resguardo, ein guter Patriot, kam mit seinen Truppen, so wie mehrere Buͤrger und selbst die Geistlichen, um an dieser Manifestation des Volkes Theil zu nehmen. Der ver⸗ diente General Ramirez, ein ausgezeichneter Veteran der Frei⸗ heit, begab sich sogleich unter die Stadt⸗Miliz, welche schon den Platz militairisch besetzt und Barrikaden errichtet hatte. Die im Jahre 1823 an die Stelle des Constitutions⸗Steins errichtete Inschrift wurde unter allgemeinem Beifallrufen umgestuͤrzt. Der General⸗Capitain, Marquis de la Concordia, befand sich ur San Salvador, an der Spitze der patriotischen Provinzial⸗ Truppen von Cadix. Der General Ramirez ging in Begleitung des Ex⸗Deputirten Diaz Morales ihm entgegen, und als diese, so wie auch der Civil⸗Gouverneur, Marquis de la Paniega, an⸗ gekommen waren, versammelten sie sich in dem Konsistorial⸗Ge⸗
in dem Meerbusen von Adramiti, an der
baͤude und heriefen den geistlichen Gouverneur, den Intendonten, die beiden Alkalden, mehrere Patrioten und angesehene Buͤrger, um an dieser Versammlung Theil zu nehmen. Don Juan de Cardenas, Befehlshaber der Provinzial⸗ Miliz von Guadix, be⸗ gab sich, um Blutvergießen zu verhindern, in Begleitung des Sergeant⸗Major dieses Corps, Don Luis de Gualda, und des Grafen Torres Cabrera, in jene Versammlung, und erbot sich, den Vermittler bei der Miliz zu machen, deren Forderungen in Folgendem bestanden: 1) Durch eine Adresse an die Koͤnigin, worin dieselbe aufgefordert werden sollte, die Minister zu entlas⸗ sen und die Cortes einzuberufen, die Bewegung in Cadix zu un⸗ terstützen; 2) durch das Volk und die Miliz eine Junta zu er⸗ neanen, um unter den jetzigen außerordentlichen Umstaͤnden die Seherden zu unterstuͤtzen und die Adresse zu entwerfen; 3) die Nog soll, bis eine Antwort erfolgt ist, zur Unterstuͤtzung der Regierung unter den Waffen bleiben. Die Behoͤrden hielten es fuͤr rathsam, sich diesen Forderungen zu fuͤgen. Sogleich begab sich das Regiment von Cadix nach dem Platze, um mit der Miliz und dem Volke zu fraternisiren. Die Freude war all⸗ gemein, und die Stadt wurde freiwillig erleuchtet. Man schritt darauf zur Ernennung der Junta, zu deren Präsi⸗ denten der General Ramirez erwaͤhlt wurde. Am Losten erließ die Junta eine Proclamation, worin sie die Adresse an die Koͤ⸗ nigin bekannt machte. Diese Adresse verlangt die Absetzung der Minister und die sofortige Versammlung der Cortes. Die Pro⸗ clamation endigt mit den Worten:; „Ordnung, Eintgkeit, Anhaͤnglichkeit an den Thron Isabella's II. und die oͤffentlichen Freiheiten.“ Eine andere Proclamation der sogenannten dirigirenden Junta empfiehlt die Erhaltung der in diesem Augenblicke so nothwendigen Ordnung und sagt, daß die Ruhestoͤrer in 24 Stunden erschossen werden sollten. Am Zusten hat sie Folgendes bekannt gemacht: „„Der sehr wuͤrdige Pa⸗ triot Don Jose Espinosa de los Monteres, Befehlshaber der Zollwache, hat in der Versammlung der Junta den Vorschlog gethan, die anderen Hauptstaͤdte Andalusiens zur Ernennung von Repraͤsentanten aufzufordern, um eine oberste Junta der suͤdti⸗ chen Provinzen, welche aus den Deputirten dieser saͤmmtlichen Provinzen bestehen soll, zu bilden. Diese Maßregel ist dringend, peremtorisch und muß sogleich ausgefuͤhrt werden. Die Man⸗ cha wird sich uns anschließen. Es wuͤrde gut seyn, wenn die Junta sich nicht in einer Hauptstadt versammelte; Andujar waͤre viel⸗ leicht der passendste Ort.“9 Hierauf erschien folgende Proclamation: „„Freiheit der Presse. Mit dem groͤßten Vergnuͤgen ver⸗ kuͤndigen wir der ganzen Nation und dem civilisirten Europa, daß in unserer Stadt Cordova die Freiheit der Presse eingefuͤhrt ist. Wir besitzen dieses unverjaͤhrbare Recht nicht durch Zuge⸗ staͤndnisse, sondern wir haben es uns selbst wieder erworben. Wir erklaͤren daher von heute an, daß wir, in dieser Beziehuna, den von den Cortes gegebenen Gesetzen unterworfen sind, die von Rechts wegen in Kraft waren und es auch in Zukunft seyn werden. Wir wuͤnschen, daß die Geschwornen bald ernannt wer⸗ den moͤgen. Francisco Diaz de Morales.““
Mal
Bearcelona, llI. Sept. Im hiesigen Vapor vom 7ten liest man: „Es vergeht kein Tag, wo nicht Truppen, theils Ur⸗ banos, theils Miquelets, Barcelona verlassen. Der Enthusiasmus fuͤr die Freiheit nimmt taͤglich zu. Die Parteien treten markerter hervor, Jeder waͤhlt sich seine Fahne. Aus dem Buͤrgerkriege wird sich die entscheidende Krisis entwickeln, welche uns entweder auf eine schimpfliche Weise der Priester⸗Herrschaft unterwirft oder fuͤr immer die Freiheit und den Frieden besestigt. Heute ist noch eine starke Kolonne unter dem Befehle des Patrioten Igaquim Ayerve, Kommandanten von Barcelona, abgegangen. Sie be⸗ steht aus zwei Compagnieen des Regiments Saboya, einer Compagnie Karabiniere, dem sechsten Bataillon Urbanos und einer Abtheilung Kavallerie. Alle diese Tapferen sind entschlos⸗ sen, den auf dem Altar des Vaterlandes geleisteten Eid: „Frei⸗ heit oder Tod!“ mit ihrem Blute zu besiegeln. Die Koljonne setzte sich um 3 Uhr in Marsch, begleitet von einer schenmenge, velche. patriotische Lieder sang.“
Die gestrige Nummer desselben Blattes enthaͤlt Nach⸗ stehendes: „Man schreibt aus Sevilla, daß der Oberst 88s Vincente Mateos, welcher von der Militair⸗Kommission, wegen Desertion nach dem Auslande, zum Tode verurtheilt wurde, ruͤckwaͤrts erschossen worden ist. Bei der ersten Salve wurde er nur am Kopfe verwundet, und die Truppen, welche ihn getoͤdtet glaubten, zogen sich zuruͤck; als man ihn jedoch in den Sarg legte, bemerkte man noch Lebenszeichen an ihm, worauf der kom⸗ mwandirende Offizier ihm noch eine Salve geben ließ, die seinem Leben ein Ende machte.“
Die Junta von Aragonien ist aͤußerst thaͤtig, um die Pro⸗ vinz von den Parteien zu saͤubern und die Verbindungen mit den anderen Hauptstaͤdten wieder herzustellen. Sie hat sieben Bataillone Infanterie, jedes zu 800 bis 1000 Mann, und zwei Schwadronen Urbanos⸗ Kavallerie im Felde. Hierunter sind jedoch die in Calatagud, Daroca, Teruel und Huesca gebildeten Bataillone nicht mitbegriffen. Außerdem giebt es noch 3900 Mann der sogenannten Miliz des Gesetzes. Die Stadt Jaen hat sich fuͤr die Constitution erklaͤrt und in Cadix ist eine Regierungs⸗Junta ernannt worden.
Die Catalonischen Zeitungen sind mit Adressen an die Koͤnigin von allen Staͤdten, die sich der Bewegung angeschlossen haben, angefuͤllt. Sie verlangen alle einstimmig: Die Absetzung der Beamten, welche der neuen Ordnung der Dinge nicht guͤn⸗ stig sind; die Aufhebung aller religioͤsen Orden; die sofo t ge Zusammenberufung der Cortes; die Vorlegung eines neuen W l⸗ gesetzes und die Entfernung der Minister. ES “
Tuͤrkei. “
Konstantinopel, 4. Sept. (Journal d' sa.) D Graf Stroganoff ist nach Griechensand Feelce Iren ist der Lord Durham auf der Fregatte „Barham“ hier ange⸗ kommen. Man sagt, daß die Fregatte, beim Einlaufen in den hiesigen Hafen, die Tuͤrkische Flagge aufzog und mit 21 Schuͤssen salutirte; da jedoch nach drei Stunden die Land⸗Batterleen die Salut,Schuͤsse noch nicht erwiedert hatten, strich sie die Tuͤrkische Flagge, spannte die Segel auf, feuerte zwei Kanonen ab und bereitete sich zum Absegeln. Als die Tuͤrkischen Batterieen dies sahen, erwiederten sie den Gruß und die Fregatte warf die An⸗ ker aus. — Die Pest nimmt ab. — Ein Sturm welcher sich am 3ten Abends erhob, hat, sowohl an Gebaͤuden als im Hafen, betraͤchtlichen Schaden gethan. Den⸗ Englischen Konsular⸗Agenten zu Aivali ist es ge ungen, ; n Kuͤste von Klein⸗Asten, zwei Seeraͤuber⸗Fahrzeuge festzunehmen. Die Mannschaft ilt hierher gesandt worden. — Als der Capitain Belasser, von der Oesterreichischen Goelette „la Straniera“, in den er sten Tagen des Juli an der Kuͤste von Morea bei Cervi, nicht weit von Cerigs, vor Anker lag, erfuhr er von dem Hafen⸗Capitain, daß ein Piraten⸗Schiff, welches zwischen der Insel Creta und dem
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großen Men⸗