1835 / 280 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

vr1 8 85 va11“A“ 11“ sollte. Wer hat mir dies gesagt? Das Volk von England! Das Volk von Schottland sagte „dito“ und das Volk von Irland „Amen.“ (Gelaͤchter und Beifall.) ie muͤssen sich ruhig, aber energisch dem Volk von England und Schottland anschließen, welches mit Freuden den festen und friedfertigen Kampf um die Erlangung einer Reform des Oberhauses mitmachen wird. (Großer Beifall.) Ich will keine Reform der Krone, denn die Prarogative der Kronè ist nuͤtlich und kann Niemanden schaden, da der Minister fuͤr die Hand⸗ lungen des Koͤnigs verantwortlich ist. Mit dem Oberhause aber steht die Sache anders, und es wird unmoͤglich seyn, die Refoem desselben zu verhindern, wenn sie ruhig verfolgt wird. Wir haben einen festen Thurm an den Ministern des Köͤnigs, die in allem Nuͤtz⸗ lichen mit uns sind, und die folglich in dem Volke eine Stuͤtze fin⸗ den werden. Stehen wir so in Reihe und Glied, so koͤnnen die rangisten Irland nicht mehr befehden.“

Dr. Bowring ist von Schottland hierher zuruͤckgekehrt.

Um dem abermaligen Geldmangel abzuhelfen, hat sich die Bant aufs neue zu Vorschuͤssen auf Staats⸗ Papiere bis zum 20sten d. M. und zwar zu 3 ½ pCt. Zins erboten. Kuͤrzlich ist wiederum ein Schiff, diesmal ein Britisches, die Margaret“ aus Liverpool, gefuͤhrt vom Capitain Highfield, beim Durchfahren durch die Straße von Gibraltar von der Spa⸗ nischen Insel Tarifa aus scharf beschossen worden, weil es die bort zu beobachtenden Foͤrmlichkeiten, wahrscheinlich aus Un⸗ kenntniß, unterließ. 8 Zur Sicherung der Communication mit Ostindien uͤber Aegyp⸗ ten vermittelst den 2ampfschifffahrt werden jetzt, zwar nicht vom West⸗ Amte, aber von der Ostindischen Compagnie und Herrn Waghorn, zie noͤthigen Anstalten getroffen, und es sollen zwei neue Do apfschiffe zu diesem Zweck angeschafft werden. „„—er Baron Haber, als Finanz⸗Agent des Don Carlos be⸗ kaunt, ist in der letzten Nacht ploͤtzlich nach dem Kontinent ab⸗ gereist, worin einige Blaͤtter etwas Wichtiges suchen; der Cou⸗ rier meint, seine Abreise stehe mit den letzten Ereignissen in Spa⸗ nien in Verbindung.

5 Die Morning Post will erfahren haben, daß Madame Pasta wahrscheinlich mie mehr singen werde, weil sie an einem Halsuͤbel leide, welches allen Bemuͤhungen der geschicktesten Aerzte Trotz biete.

Nachrichten aus Vandiemensland zufolge, hat dort der Handel gegen das vorige Jahr bedeutend zugenommen; in dem diesjaͤhrigen mit dem 5. April ablaufenden Fmnanz⸗AQuartal be⸗ trug die Einfuhr 121,046 Pfd. und die Ausfutzr von Hobart⸗ kowon 62,965 Pfund an Werth. Die Lebensmittel standen aber in sehr hohem Preise, was die aͤrmere Klasse schwer empfand.

Die neue Kolonie am Schwanenflusse hat gedeihlichen Fort⸗ gang, und die Kolonisten haben sich bereits versammelt, um ihr Selbstbesteuerungs⸗Recht in Anspruch zu nehmen und eine Charte zu verlangen. Auch haben sie sich uͤber die Unterhaltung einer vewaffneten Polizei beschwert und verlangen die Errichtung einer Filial⸗Bank, die von der Australischen Bank zu London abhaͤn⸗ gen soll.

Laut Nachrichten aus Rio Janeiro vom 30. Juli uͤber Guernsey versprach dort die Aerndte den doppelten Ertrag gegen

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2* Niederlande.

W16 sterdam, 3. Okt. Am vorigen Sonnabend war es am bieftgen Fonds⸗Markte mit allen Spanischen Staats⸗Papieren merklich angenehsster als Tages vorher; diese Stimmung behauptete sich auch —— aoͤm verwichenen Montag, doch spaͤter gingen wieder ntedrigere otirungen von Paris ein, man wollte daselbst hoͤchst beunru „ͤgende Nathrichten aus Madrid erhalten haben, und so mwanlten die Course wieder auf alte Weise und endigten mit einem ers ehlichen Fall; es scheint jedoch, daß die auf außergewoͤhnlichem Wege erhaltenen schlimmen Nachrichten durch die spaͤteren Berichte nicht vollkommen bestaͤtigt wurden; dies wird we⸗ nigstens als die Ursache betrachtet, weshalb die Course sich gestern wieder einigermaßen erholten. Die Preis⸗Adbwechse⸗ lungen waren wie folgt: 5 proc. Perpetuehle hatten den hoͤchsten Stand auf 32151%⸗ fielen nacheinander bis auf 29 % und blieben gestern 31 1⅛ pCt.; Cortes⸗Obligationen 31 ⅞, 27 ¾ und 29 pCt, veren Coupons 20 ¼, 17 ¼ und 18 ½ „Ct.; verschovene Schuld 14 ½, 13 ¼ und 13 vCt.; Obligationen bei Ardoin u. Comp. 41 ½ à2 ½, 38 à 30 und 39 ½ à 40 pCt. Das letzte Weichen machte auch auf Hollaͤndische Integrale und Kanzbillets, die sich bis dahin bei ziemlich festen Preisen erhalten hatten, einen un⸗ guͤnstigen Eindruck, welcher gestern nur zum Theil wieder verwischt wurde; Integrale hatten 541 ¾ erreicht, waren vorgestern zu 54 ½ zu haben und stellten sich gestern auf 549⁄16 0pCt. Kanz⸗ Billets 24 ½ Fl., spaͤter 24 ¼ und 24 ¾l Fl. Fuͤr 5procentige wirkliche Schuld hat anhaltend eine mäßige Frage stattgefunden, weshalb der Cours derselben sich nicht bloß behauptete, sondern gestern selbst bis 10115⁄16ͥ pCt. stieg. Actien der Handels⸗Gesell⸗ schaft haben ebenfalls im Preise gewechselt; es wurden mehrere des bedeutenden Gewinnes wegen realisirt, wodurch dieselben von 114 auf 114 pCt. zuruͤckgingen; der besonders guͤnstige Ab⸗ Jauf der vorgestern abgehaltenen Auction von 123,000, Ballen Java⸗Kaffee hat den Ceurs der Actien aber wieder bis 114 ¾ pCt. heraufgebracht. Russische 6procentige Insecriptionen erhielten sich bei unbedeutendem Umsatz auf 69 pCt. Die im vori⸗ gen Berichte erwaͤhnte Verzvosung der Hopeschen Certifikate auf die Ate Serie der 5 proc. Inseriytionen in Silber Rubel, hat diese Woche stattgefunden; der Cours der nicht ausgeloosten Certifi⸗ kate hat sich danach bis 98 ½ pCt. gehoben. Wiener Metalliques schwankten zwischen 99 ½ und ¾ bei nicht erheblichem Geschaͤft. Suͤd⸗Amerikanische Obligationen waren flau und ausgeboten. Der Geldeours zieht an; es sind bei Leih⸗Geschaͤften schon 3 und 4 pCt. angelegt; Diskonto steht 2 pCt.

Im Getraide⸗Handel hat ein Koͤnigl. Beschluß vom 29. v. M. roße Sensation erregt. Es muß naͤmlich nach dem Tage dieses Be⸗ schlusses, wegen beabsichtigter Erhoͤhung der Eingangszoͤlle, von den vom Ausland in die Niederlande eingefuͤhrt und in Consumtion gebracht werdenden WBeizen, Roggen, Buchweizen, Gerste und Hafer, außer Entrichtung der bishertgen Eingangs⸗Zoͤlle, auch noch eine Cau⸗ tion gestellt werden fuͤr die bei naͤchster General⸗Staaten⸗Versamm⸗ lung in Vorschlag zu bringende Erhoͤhung derselben und zwar zu folgenden Betraͤgen: Fl. C Fl. C. von Weizen 2 66 60 pr. Last Buchweizen u. Roggen 24 30 2 Gerste 58 » 11“ 9 17 40 » 9 Hafer 66 » 66 19 80 „»„ Obgleich man schon laͤngere Zeit vermuthete, daß Maßregeln zum Aufhelfen des sehr gedruͤckten inlaͤndischen Ackerbaues bevorstaͤnden, erwartete man doch kein so ploͤtzliches Erscheinen und unverzuͤgli⸗ ches Inswerksetzen derselben. Diesem zufolge, hat am gestrigen Ge⸗ tralde⸗Markt eine Preis⸗Verbesserung von circa 20 Fl. pr. Last fuͤr Weizen, und von 12 à 14 Fl. fuͤr Roggen stattgefunden. Gerste wurde hoͤber gehalten, doch blieb sie ohne Umsatz, eben so wie Ha⸗ fer. Dagegen sind in Weizen und Roggen bedeutende Partieen ver⸗ handelt zu nachstehenden Preisen: Polnischer 130pfünd. weißbunter Weizen 235 Fl., 130pfünd. geringer dito 222 und 225 Fl., 128pfuͤnd. dito 220, 222. 228 Fl., 128. 129pfuünd. Pommerscher 180 Fl., 131 pf̃ñᷓnd. dito 188 Fl., 128pfünd. Anklamer 175 Fl., 133 pfuͤnd. Ro⸗ siocker 191 Fl., Preußischer 121pfuͤnd. Roggen bei Kleinigkeiten 165 Fl., 1255fünd Pommerscher dito bei großen Partieen 147 Fl., 1249fünd. Mecklenburger 148 Fl., 123pfüͤnd. Muͤnsterscher Roggen

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22 pr. Muͤdde, gleich 81 55 5 2

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8 Schweden und Norwegen.

Stockholm, 2. Okt. Se. Maj. der Koͤnig haben den Chef des Norwegischen Generalstabes, General Stabell, zum Ritter des Seraphimen⸗Ordens und den ersten Hof⸗Marschall, Freiherrn Karl von Wedel⸗Jarlsberg, zum Commandeur und Großkreuz des Schwerdt⸗Ordens ernannt.

Der Koͤnigl. Kammerherr und ehemalige Gesandte, Herr E. G. von Brinckmann, hat der Universitaͤt Upsala angezeigt, daß derselben nach seinem Tode seine aus 17 18,000 Baͤn⸗ den bestehende reichhaltige Bibliothek zufallen wuͤrde.

Hiesigen Blaͤttern zufolge, will Paganini im naͤchsten Win⸗ ter nach St. Petersburg und dann auch nach Stockholm kommen.

Christiania, 29. Sept. Vorgestern beehrten Se. Maj. ein großes Mittaasmahl, welches die Einwohner von Christiania im Lokale der Buͤrgerschule veranstaltet hatten, mit ihrer Gegen⸗ wart. Außer den, bei solchem Anlasse gewoͤhnlichen Gesundhei⸗ ten, worunter die des Koͤnigs und der Koͤnigin mit Gesaͤngen begleitet wurden, gefiel es auch dem Koͤnige, einen Toast auf das Andenken Christians 1V. auszubringen, der sich vor 200 Jahren gerade um diese Zeit hier befand und mit eigener Hand Haus⸗ plaͤtze abtheilte. Abends war Soiré, die auch mit der Gegen⸗ wart der Koͤnigin beehrt ward. Ihre Majestoͤten wurden bei Ihrer Ankunft mit einem Gesange begruͤßt. Die ganze Stadt war erleuchtet und das auf den Straßen zahlreich versammelte Volk begleitete das Koͤnigliche Paar, wo es sich sehen ließ, mit seinem Jubel. 1“

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Kopenhagen, 2. Oktbr. Die Daͤnische Provinzial⸗Staͤnde⸗ Versammlung wurde (wie gestern erwaͤhnt) in ihrem Sitzungs⸗ Saale von dem Koͤnigl. Commissair Oersted durch eine Rede eroͤffnet, worauf man zur Verification der Vollmachten schritt. Nur gegen zwei Deputirte wurden Einspruͤche erhoben, naͤmlich gegen den von den groͤßeren Gutsbesitzern gewaͤhlten Grafen Danneskjold⸗Samsoe, weil er selbst kein Gut besitzt, sondern nur in Gemeinschaft mit seiner Mutter, die als Dame selbst nicht waͤhlbar ist, und daher vermeintlich auch eine solche Qualification nicht an einen Mitbesitzer uͤbertragen koͤnne, und gegen den eben⸗ falls von den Gutsbesitzern gewaͤhlten Baron Rosenoͤrn⸗Lehn, weil er nicht selbst Besitzer, sondern nur Vorstand des seiner Frau gehoͤrigen Lehnguts sey. Besonders die Wahl des Letztern ward von mehreren Seiten, namentlich vom Prokurator Haagen, lebhaft angefochten, indessen beiden betreffenden Personen bei der Abstimmung der Zutritt zugestanden. Alle uͤbrigen formellen Fragen, namentlich uͤber die Abfassung der Wahl⸗Listen, wur⸗ den bis nach der Constituirung des Buͤreaus ausgesetzt, worauf der Alters⸗Praͤsident Rasmussen den Vorsitz uͤbernahm. Bei der Praͤsidentenwahl waren die Stimmen fast ausschließlich zwischen dem Vertreter der Kopenhagener Unnversitaͤt, Professor Schou (spr. Skau) (der statt des erkrankten Konferenzrathes Schlegel dazu ernannt war) und dem Deputirten Kopenhagens, dem Bank⸗Direktor Hvidt, getheilt. Ersterer ward Praͤsident, und uͤbernahm dies Ehrenamt mit einer Rede, der Zweite bei der darauf folgenden Abstimmung Vice⸗Praäͤsident. Zu Secretai⸗ ren wurden darauf der Prokurator Rye aus Nestved und der (:mts⸗Verwalter Poulsen aus Soroͤe; zu Redacteuren des Land⸗ tagsblattes die beiden Deputirten Kopenhagens, Kanzlei⸗Secretair Algreen⸗Ussing und Professor Bang ernannt. Am Schlusse ward noch ein Comité zur Entwerfung einer Dank⸗Adresse an den Koͤ⸗ nig erwaͤhlt, bestehend aus dem Bischof Mynster, dem Etatsrath Hvidt und dem Professor Bang, welche wiederum den Ersteren zum Berichterstatter waͤhlte. Die Adresse ist heute um 12 Uhr den Staͤnden vorgelegt worden. b 8

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Dresden, 5. Okt. Ihre Koͤniglichen Hoheiten, der Prinz Johann nebst Gemahlin, sind gestern Abend von der am 2ten d. nach Teplitz unternommenen Reise wieder hier angekom⸗ men. Sowohl der Prinz selbst, als Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Albert und der Geheime⸗Rath von Langenn sino von den beim Herunterfahren von der Festung Koͤnigstein am 22sten v. M. erhaltenen unbedeutenden Kontusionen (s. Nr. 276 der St. Ztg.) gaͤnzlich wiederhergestellt; eben so besindet sich der Postillon, der sich bei dieser Gelegenheit mit vieler Geistesgegenwart benommen, aber schwer verletzt wurde, auf dem Wege der Besserung. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Johann haben angeordnet, daß auf das Beste fuͤr seine Wiederherstellung und Verpflegung ge⸗ sorgt werde, lassen sich auch taͤglich nach dessen Befinden erkun⸗ digen. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Karl von’ Bayern ist gestern Abend von Teplitz hier eingetroffen, und im Hotel de Pologne abgestiegen.

Nuͤnchen, 29. Sept. (Schw. Merk.) Se. Maj. der Koͤnig wird den 2. Okt. von Berchtesgaden hier eintreffen. Un⸗ sere Oktober⸗Feste beginnen den 4. Okt., an welchem Tage die Preise-Vertheilung an die Landwirthe, das erste Pferderennen und der Aufzug der laͤndlichen Festwagen stattfindet. Die The⸗ resienwiese wurde mit dem Anfange dieser Woche geoͤffnet, und es geht dort schon sehr lustig zu in den hoͤlzernen Gassen. Die meisten Wirthe haben diesmal dort auch Tanzboͤden eingerichket. Die Errichtung von Tribunen hat der Magistrat in Anspruch genommen und zwar zum Besten der Armen, denen auch die Ertraͤgnisse des dort aufgestellten Gluͤckhafens, wo unter tausend Hanswursten ein Treffer ist, bestimmt sind. Noch nie erinnert man sich hier einer so großen Menge von Fremden. Es sind hier nahe an 10,000 Englaͤnder, Franzosen und Italiaͤner. In diesen Tagen stroͤmen die Fremden aus verschiedenen Deutschen Staaten und aus unseren Provinzen herbei, so daß sich die Zahl der Gaͤste bis zum Beginn des Festes sicher auf 40,000 belaufen duͤrfte. In diesen letzten Tagen waren die prachtoollen Saͤle des nun vollendeten Koͤnigsbaues, in welchen bereits die Moͤbel aufgestellt werden, dem Publikum zum letztenmal geoͤffnet. Von den sechs Großbauten des Koͤnigs, welche kuͤrzlich unter Dach gebracht wurden, werden jetzt die (spaͤter wieder aufzurichtenden) Geruͤste entfernt. Unser Magistrat scheut keine Kosten, um den Glanz der Feste vollständig zu machen; er willigte selbst in die uͤberspanntesten Forderungen von Personen, die dazu beitragen koͤnnen. Nach dem Luftschiffer Reichhardt und dem Walzer⸗ Komponisten Strauß waren Estaffetten geschickt worden. Der Erstere ist heute mit seiner Tochter hier eingetroffen, der Letztere wird jeden Augenblick mit Sehnsucht erwartet.

Muͤnchen, 3. Okt. Der Ober⸗Stallmeister Freiherr von Keß⸗ ling ist am 1. Okt. von Teplitz wieder in Muͤnchen angekommen. Am naͤmlichen Tage langte auch Se. Durchl. der Feldmarschall Fuͤrst Wrede an. Am Koͤnigl. Hofe war Familien⸗Tafel, an welcher Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfuͤrstin Helena- Theil nahm.

Stuttgart, 4. Okt. Der neugeborne Sohn des Erbprin⸗

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140 Fir, 128pfuͤnd, Mheinischer 190 Fl, 120pfund. neuer inlaͤndi⸗ scher 150 F. Sgsnc. St 8 eh. ““

zen von Hohenzollern⸗Sigmaringen hat in der heiligen Taufe

85 1“ 111.““ die Namen Leopold Stephan Karl Anton erhalten.

Die Landes⸗Deputation von Hohenzollern⸗Hechingen, zu das Land zwoͤlf Abgeordnete erwaͤhlt hat, ist auf den 12ten d. einberufen worden.

Karlsruhe, 2. Okt.

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Gustav Eduard Tha

Der Koͤnigl. Franzoͤsische Minif

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sichegruͤndung des grat ischen Faches, wodurch dem nur zu brach⸗Verwirrung fuͤhrenden Hange nach weit hergeholten, will⸗ ürlich gebildeten Neologismen Schranken gesetzt werden sollen, Murden mehrere Aufsaͤtze historifchen und belletristischen Inhalts grgelesen, von dem ehrwuͤrdigen Veteran der Ungarischen Natur⸗ ischer, dem Koͤnigl. Rathe Johann v. Deresényi, Proben ver⸗

Resident am Großherzogl. Hofe, Herr Graf von Mornay, ha edener in Ungarn bisher noch nicht aufgefundener Metalle

am 27sten v. M. die Ehre, Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Großh

zog in einer feierlichen Audienz sein Abberufungs⸗Schreiben

uͤberreichen, und hat gestern die Ruͤckreise nach Paris angetrete

Unsere gesetzgebende Vg sammlung beschaͤftigt sich sortwaͤhrend mit der Berathung ihe So ist in h

Franksfurte a. M., 1. HkI.

die Zinsen⸗Reduction unserer Staats⸗Schuld.

gestrigen Sitzung mit einer Stimmen⸗Mehrheit von 44 gg

26 beschlossen worden, daß das neue Anlehen auch zu 3 pf

tgezeigt, worunter sich auch Spuren von Platina befinden; ian von dem Grafen Joseph v. Dessoͤffy eine durch die lebendigste aswstelungsgabe und wahre Humoristik ausgezeichnete Gedaͤcht⸗ (Rede auf das verstorbene Chren⸗Mitglied, Freiherrn Vincenz Berzewitzy, unter dem lautesten Beifalle vorgetragen. Lebhaf⸗ Interesse erregten auch mehrere Mittheilungen uͤber unseren Astatischen Sprachforscher beruͤhmten Landsmann Alexander soma v. Köroͤs, in deren letzter, vom 20. Januar d. J., der eeretair der Asiatischen Gesellschaft zu Kalkutta, dem Gesell⸗

statt zu pCt., gemacht werden koͤnne, wenn nicht durch hafts⸗Mitgliede Gabriel Dobrentei die bereits nach Europa abge⸗

laͤstige Bedingungen die dadurch herbeigefuͤhrte Ersparniß -d;

sehr verkuͤmmert, und sonach ein wirklicher Vortheil auch für‚ Gegenwart erzielt wird. Da viele Personen gegen die Heg setzung des Zinsfußes auf 3 pCt. aus manchen, allerdings e herzigenden Gruͤnden sich erklaͤren, so war die Diskussion belebt, und, wie man hoͤrt, duͤrfte man es sehr beklagen, dieselbe nicht zur oͤffentlichen Kenntniß gelangen kann, da beiden Seiten mit vielem Scharfsinne und mit bedeutendem lente fuͤr die betreffende Ansicht gesprochen wuͤrde. Wien vernimmt, liegen jetzt noch etwa zehn Punkte von minderer deutung zur Eroͤrterung vor, worunter der, auf welche P das Anlehen am zweckmaͤßigsten abgeschlossen werden duͤrfte, ob die Staats⸗Behaͤrde selbst dasselbe machen, oder sich dere mittelung Dritter bedienen solle, am meisten ins Auge gh werden duͤrfte. G

Seit dem 10ten v. M. ist zwischen den zu hiesiger si⸗ Stadt gehoͤrenden Ortschaften Bonames, Dertelweil, Na erlenbach und Niederursel und den Hessischen Besitzungg voͤllig freier Verkehr fuͤr alle Erzeugnisse des Bodens ut Orte eingetreten, wogegen aber auch von diesem Zeitpunge von allen in diese Orte eingefuͤhrt werdenden auslaͤndischen,“ in dem Vereins⸗Staate nicht erzeugten Produkten der Venm Zoll entrichtet werden muß.

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Teplitz, 3. Okt. Gestern stellte sich das den Me men „Kaiser Nikolaus“ fuͤhrende Kaiserlich Oesterreichische he saren⸗Regiment in der Gegend von Kulm auf. Um 10 llera schienen die drei verbuͤndeten Monarchen mit den uͤbrigen sehe Herrschaften; Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland, i d Obersten⸗Uniform Ihres Regiments, stellten sich zu Pferden die Spitze desselben, kommandirten persoͤnlich einege Uebunm und fuͤhrten sodann das Regiment erst in Zuͤgen, dann in ge zen Eskadrons⸗Fronten bei den Allerhoͤchsten Herrschaften dh uͤber. Heute war wieder Manoͤver bei Dux. Das dort sammengezogene Truppen⸗Corps kommandirte der Kaiserl. Oeste reichische General⸗Lieutenant, Baron Wilhelm von Mengen. 2 Kaiser von Oesterreich und von Rußland, der Koͤnig von Puf ßen, die Erzherzoge, der Großfuͤrst Michael und die uͤbrih Hoͤchsten Herrschaften waren saͤmmtlich bei diesen Uebungen zugegt Die gute Haltung der Truppen und die Praͤzision in allen wegungen erhielten allgemeines Lob. Morgen wird der 8 ser von Oesterreich und am 5ten der Kaiser von Rußland!

hier nach Prag abreisen, der Koͤnig von Preußen aber noch

paar Tage hier verweilen, und dann uͤber Fischbach w S. sien, wo Ihre Majestaͤt die Kaiserin von Rußland einige d. zu bleiben gedenkt, nach Berlin zuruͤckreisen.

Teplitz, 6. Okt. Tevplitz, uͤber das sich seit viehse Tagen so viel Glaͤnz verbreitet harte, wird nun wieder einseane Der Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich, die Erzherzogt,“ Großfuͤrst Michael und andere erlauchte Gaͤste verließen un Stadt schon am Sonntag den 4ten d. Der Kaiser und die. serin von Rußland, der Kronprinz und die Prinzen Wil⸗ Karl und Albrecht von Preußen, der Erb⸗Großherzog von P lenburg⸗Schwerin und der Prinz Friedrich der Niederlanden sten am 5ten nach Prag ab. Se. Majestaͤt der Koͤnig von 9⸗ ßen werden erst am 7ten d. von hier uͤber Gitschin Fischbach sich begeben, wohin auch die Kaiserin von Rußlamd Eten d. von Prag abgeht. Der Kaiser von Rußland wird! Prag aus direkt nach Warschau und von da nach St. Pet burg reisen. Die Prinzessin von Oranien ist nicht nach I. gekommen, sondern in Dux geblieben, wo sie sowohl von ih erlauchten Bruder, dem Kaiser Nikolaus und den uͤbrigen? wandten, so wie von Sr. Majestaͤt dem Kaiser von Oesterah Besuche erhalten hat.

Wien, 28. Sept. (Allg. Ztg.) Seit gestern behaus man hier, Se. Majestaͤt der Kaiser habe die Sr. Durchst dem Fuͤrsten von Metternich gehoͤrige große Herrschaft M. zu einem Herzogthume erhoben, und derselbe solle somit; nun an unter seinen Titeln auch den eines Herzogs von. fuͤhren; zugleich sey der Staats⸗ und Konferenz⸗Minister 6. von Kolowrat in den Fuͤrstenstand erhoben worden. Da falls diese Auszeichnungen nur allgemein anerkannten hit Verdiensten zu Theil geworden, so werden diese Angaben, gleich noch nicht offiziell verbuͤrgt, wenig bezweiselt. I zug auf die kuͤrzlich erwaͤhnte Negociation einer Anleihe die Regierung ist noch zu bemerken, daß deren Betraz] e

mehr hoͤher, und zwar mindestens auf 40 Millionen, angt ben wird, die aber nicht zur Deckung eines Deficits erfordne sondern bestimmt sind, die laͤngst projektirte Umwandlung! öprocentigen Schuld⸗Verschreibungen in Aprocentige zu be stelligen. Im Laufe letzter Woche ist das bekannte Mih der Franzoͤsischen Deputirten⸗Kammer, Herr Berryer, von g bad hier angekommen. Zu Ende kuͤnftigen Monats win⸗ Franzoͤsische Botschafter, Graf St. Aulaire, aus seinem ü- zuruͤck hier erwartet. Berichten aus Laybach zufolge e Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin von Beira mit ihren’ fen, den Soͤhnen des Don Carlos, diese Stadt vorlaͤusig I rem Aufenthaltsorte gewaͤhlt. Pesth, 14. Sept. Gestern feierte hier die Ungaris demie der Wissenschaften in dem großen Saale des Holn Gebaͤudes, unter dem Vorsitz ihres Praͤsidenten, des Grafun; seph Teleky, ihre Ate oͤffentliche Jahres⸗Sitzung, vor einen zahlreichen gebildeten Publikum, worunter dem schoͤnen Gest⸗ eine eigene Abtheilung der Gallerie eingeraͤumt war. Nache vom Secretair der Gesellschaft abgelesenen Bericht uͤb tigkeit der Gesellschaft im letztverflossenen Jahre, der das 79 kum bereits die Erscheinung des Deutsch⸗Ungarischen Theilcie Taschen⸗Woͤrterbuchs verdankt, als Vorlaͤufer ihrer umfase

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Uren, sehnlich erwarteten Bestrebungen zur Laͤuterung und

ungene Sendung von 50 fuͤr sein Vaterland bestimmten Exem⸗ laren der von Csoma's rastlosem Fleiße zu Stande gebrachten uͤbetanischen Sprachlehre nebst Woͤrterbuch ankuͤndigt. Zum Schlusse wurde uͤber die Vertheilung der im Jahre 1833 un Ial ausgesetzten Preise Nachricht gegeben, und fuͤr 1835 ein euer Preis von je hundert Dukaten fuͤr die besten Abhandlun⸗ in über den Zustand der Gewerbe und des Handels Ungarns nar der Epoche seines Arpadischen Koͤnigsstammes, und uͤber je Anwendung der Lehren der hoͤheren Analysis auf die techni⸗ chen Wissenschaften bekannt gemacht. Ein glaͤnzendes Mahl von 0j Gedecken, durch den um sein Vaterland so hochverdienten Gra⸗ en Stephan Szécséni in dem schoͤnen Lokale des hiesigen Ka⸗ nos veranstaltet und durch geistreiche Teasts gewuͤrzt, beschloß as fuͤr den Fortgang unserer wissenschaftlichen Bildung in jeder Hinsicht erfreuliche Fest. Schweiz. guͤrich, 29. Sept. Der hiesige große Rath hat den Ent⸗ wurf eines Straf⸗Gesetzbuches, der ihm vorgelegt worden war, ngenommen. Der Antrag eines Mitglieds (Zehnder), das Ueschaffun, der Todesstrafe aus psychologischen, moralischen, voiischen und rechtlichen Gruͤnden verlangte, fand zwar uͤberall Eympat ie, aber doch nicht hinreichend, um durchzugehen. Die Hinrich ang wird kuͤnftig durch das Fallbeil (Guillotine) geschehen. 1 Dee Regierung von Bern ist gegenwaͤrtig im Streit mit der (tadt, weil dieser bei der Theilung des Staats⸗ und des Steorguts (Dotation der Stadt) nicht so viel Vermoͤgen zuge⸗ folen sey, als sie jetzt inne habe. Die Regierung verlangt jetzt, ihr zur Untersuchung die Stadt⸗Archive geoͤffnet werden, die Stadt weigert sich dessen und verlangt vom Staat, daß er sich hier als Rechts⸗Partie an den Richter wende, dem sie ihre Ak⸗ en nicht verschließen werde, der Staat solle nicht in seiner Pri⸗ batsache sein Ansehen als Behoͤrde brauchen. Die beauftragte Kommisston soll uͤbrigens bereits im Besitz einzelner Beweise und Urkunden seyn, wodurch die Richtigkeit der Anklage bewiesen verde. Viele Schweizer Katholiken, auch Geistliche aͤußern sich, köhn gemacht durch den Streit zwischen Staat und Kirche, laut ür Aufhebung der Ehelosigkeit. Ein Geistlicher macht in einem offentichen Blatte auf den Widerspruch aufmerksam, daß die Römische Kirche, die ihren Geistlichen die Ehe untersage, sie doch denen der unirten Kirchen im Morgenlande (etwa 4000 an der

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Zahl) gestatte.

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8 an. 30. Sept. Herr Paganini macht in hiesigen gättern ekannt, daß an mehreren Orten, namentlich aber in Liphig, Compositionen unter seinem Namen erschienen seyen, die sedoch nicht von ihm herruͤhrten. Er habe bisher nichts weiter herauegegeben, als 24 Capricci oder Studien fuͤr die Violine, b keine Sonaten fuͤr Violine und Guttarre und 6 Quartette für Violine, Bratsche, Guitarre und Violoncell.

LTurin, 28. Sept. Wie bekannt, wurde der Portugiesische

Geschäftstraͤger aus dem Koͤnigreiche Sardinien ausgewiesen, und die Koͤnigin von Portugal erließ hierauf, in Folge eines von dem Herzog von Palmella erstatteten Berichtes, ein Dekret, wodurch die Functionen der in den Portugiesischen Besitzungen befindlichen Sardinischen Handels⸗Konsuln binnen zwei Monaten vom 31. August als dem Tage des Dekrets an gerechnet, sus⸗ gendirt und der Sardinischen Flagge die Portugiesischen Haͤfer rschlossen werden. Eine Beilage der Gazzetta Piemontese r. 217 enthaͤlt in Bezug darauf folgenden Artikel: „Turin,

26. Sept. Mehr noch als das angefuͤhrte Dekret muß der ihm vorausgegangene Bericht in Erstaunen setzen. Man begreift in der That nicht, wie ein Staatsmann von so hohen Talenten und so gereifter Erfahrung, wie der Herzog von Palmella, einen Bericht veroͤffentlichen konnte, der auf so ganz falschen Grund⸗ lagen beruht, daß er kaum eine ganz kurze Erwiederung nö⸗ thig macht. Der Komthur Rodriguez war schon seit 1828 *) mit keinem diplomatischen Charakter mehr bekleidet; demnach wurde durch seine Ausweisung aus den Koͤniglich Sardini⸗ schen Staaten keinesweges, wie sich der Bericht ausdruͤckt, „eine vemn jenen Observanzen verletzt, welche unter den civilisirten Na⸗ enen bestehen.”“ Der Herzog von Palmella zeigt sich verwun⸗ dert daruͤber, daß die Sardinische Regierung, wenn sie denn doch eine so wichtige Maßregel fassen zu muͤssen geglaubt, nicht wenigstens die sie rechtfertigenden Motive mitgetheilt habe. Aber die Sardinische Regierung beeilte sich wirklich damit, und noch nämlichen Tage, wo der Komthur Rodriguez ausgewiesen s e, sandte man dem Koͤniglichen Botschafter in London die oemnessensten Notizen zu, um sie dem dort residirenden Portu⸗ seützen Gesandten mitzutheilen. Ganz allein an dem Herzog 88 Pa mella liegt die Schuld, wenn er auf die bittern Berichte 8. Komthurs Rodriguez Maßregeln beschleunigte, welche die Flugheit noch so laͤnge zu verschieben rieth, bis die erwarteten waschlüsse eingegangen wären. Wir wollen jedoch gern glauben, grüͤnde 5 Regterung, nun sie die eigentlichen Beweg⸗ 8 gi ner Ausweisung kennen muß, ihre Beschluͤsse zuruͤckneh⸗ rd. Der Herzog von Palmella ist zu verstaͤndig, als daß

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geschz Der Komthur Rodriguez hoͤrte im August 1828 auf, der 2 89 straͤger Portugals zu seyn, ward aber aus besonderer Ruͤck⸗ wehaac eine kurze Zeit hindurch als Agent des Hofes von Rio⸗ Rägiesie detgachte, bis ein Dekret des Kaisers Dom Pedro die Por⸗ aazschen⸗ on der Ausuͤbung diplomatischer Functionen fuͤr Brastlien dielr siasen, Seindem hatte er keinen oͤffentlichen Charakter mehr, jedoca —) die meiste Zeit in Mailand oder anderwaͤrts auf, kehrte, Privatmann, nach Genua zuruͤck und empfing

hejoch, als einfacher deedei offäsele Mittbeilungen mehr von dem Koͤniglichen Mint⸗ glomatischen ewartigen Angelegenheiten, welches ihn in keiner di⸗ bauaisc 1. Eigenschaft mehr anerkannte. Waͤre sein Benehmen aͤtte eeenacht len cocretta), seiner Stellung EEE 1““ cr ee nicht eruste Anlaͤsse zu Beschwerden gegeben, so ware er or gewiesen worden. (Anmerk. der Gazz. Piem.)

er nicht selbst die Verblendung einsehen sollte,

rath und Finanz⸗Minister ernannt worden ist, bloß als Adju⸗

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in die ihn ein uͤbertriebener Eifer fuͤr die Wuͤrde seiner Regierung verfallen ließ, wesche Wuͤrde durch die Wezweisung des Komthurs Rodriguez auf keine Weise verletzt worden ist. Wir wollen es glauben, da der Sardinische Hof mit jener Maͤßigung, von der er schon so viele Beweise gegeben hat, auch diesmal, anstatt eine tadelnswer⸗ the Uebereilung nachzuahmen und mit Repressalien zu antwor⸗ ten, es ruhig abwartet, daß das Lissaboner Kabinet von selbst die ihm nicht verhehlte Wahrheit anerkenne. Waͤhrend sich je⸗ doch die Sardinische Regierung mit dieser Hoffnung schmeichelt, vergessen Se. Majestaͤt nicht die Ihnen obliegende Pflicht, Ihre Unterthanen zu schuͤtzen und die Wuͤrde Ihrer Krone zu wah⸗ ren, und haben deshalb befohlen, alsbald Ihre Kriegsschiffe in gehoͤrigen Stand zu setzen und Alles anzuordnen, um jene Hal⸗ tung anzunehmen, die einer Macht ziemt, welche mit jeder an⸗ dern in Frieden seyn, zugleich aber auch von allen geachtet wer⸗ den will.“ 1

Rom, 19. Sept. (Allg. Zeit.) Die hiesige Anwesen⸗ heit des Kardinels de Latil giebt zu vielen Muthmaßungen An⸗ laß. Einige meinen, der Koͤnig Ludwig Philipp wuͤnsche, den Kardinal entweder zur Ruͤckkehr nach Frankreich oder zur Nie⸗ derlegung seiner Stelle als Erzbischof von Rheims zu vermoͤgen. Daß man durch den Papst ein so rein kirchliches Geschaͤft ab⸗ zumachen sucht, waͤre in der Ordnung, besonders da man in Paris fuͤr manche dem heiligen Stuhl erwiesene Gefäl⸗ igkeiten auf Gegendienste rechnet. Uebrigens hat man seit dem Attentate vom 28. Juli wirklich hier angefangen, die Gefahr lebhafter zu fuͤhlen, welche bei einem anderen Ausfalle des Mord⸗Anschlages der Ruhe von ganz Europa ge⸗ droht haͤtte. Daher hat man hier auch in der Franzoͤsischen Na⸗ tional⸗Kirche ein feierliches Tedeum gehalten, um Golt fuͤr die Erhaltung des Koͤnigs zu danken. Zugleich ward die Durchfuͤh⸗ rung der neuen Franzoͤsischen Preß⸗Gesetze hier sehr gern gese⸗ hen. Diese Betrachtungen moͤchten wehl dem Begehren der Franzoͤsischen Regierung, vorausgesetzt, daß es gemacht worden ist, einen gluͤcklichen Erfolg sichern. Der Herzog von Modena soll dem Infanten Dom Miguel eine angemessene Pension fuͤr den Aufenthalt in seinen Staaten zugesichert haben, da Dom Miguel wirklich fast ohne alle Gelomittel seyn soll. Unser Kardinal⸗Staats⸗Secretair ist wieder unpaͤßlich, doch leiden die oͤffentlichen Geschaͤfte nicht darunter, da ihm Monsignore Capa⸗ cini, der sein ganzes Vertrauen besitzt, zur Seite steht.

Deutsche Blaͤtter enthalten nachstehenden Artikel aus Bucharest: „In den Zeitungen Europa's ist in letzter Zeit viel von Serbien und seiner neuen Constitution die Rede gewesen.⸗ Man hat es vielseitig versucht, die Regierungen von Oesterreich, Rußland, ja die Pforte selbst deshalb der Gewaltthaͤtigkeit zu be⸗ schuldigen, weil sie einem in aller Eile von vielleicht gutmeinen⸗ den, aber unerfahrenen Maͤnnern ohne alle pflichtmaͤßige Ruͤck⸗ sicht zusammengestoppelten Verfassungs⸗Entwurse ihre Anerken⸗ nung versagt haben. Man gab sich die Muͤhe, beweisen zu wollen, daß das Serbische Volk sein ganzes Heil in diese Ver⸗ fassung setze und daß es diese einstimmig gefordert habe, waͤh⸗ rend es notorisch ist, daß nur einige Capitaine durch die sogenannten Lateiner, d. i. die fremden Angestellten in Serbien gewonnen, selber ihren und ihrer in blindem Glauben folgenden Untergebenen Beistand geschenkt und des uͤberraschten Fuͤrsten Zustimmung erwirkt haben. Jetzt fragt man sich, wird es dem Fuͤrsten Milosch in Konstantinopel gelingen, einen Theil dieser Constitution zu retten, oder wird er vielleicht eine neue Verfassung fuͤr Serbien von dort mitbringen. Dem Serbischen Volke ist dies nicht sehr wichtig. Es will allerdings eine Verfassung oder vielmehr nur wohlfeile Regierung und Gesetze, wodurch Person, Eigenthum und Ehre gesc-aͤtzt sind, und daß er dies erhaͤlt, ist es versichert. Alles andere geht uͤber den Horizont der Wuͤnsche und der Einsicht des Serbischen Vol⸗ kes, und selbst der schlichte Bauer ist so verstaͤndig, einzusehen, daß liberale Institutionen, die nach Franzoͤsischem Muster gebil⸗ det sind, dem gegenwaͤrtigen Zustande Serbiens nicht anpassen. Um so mehr muz man sich wundern, wie Herr Davidowitsch und Kollegen sich im blinden Eifer so weit vergessen konnten, ihr Talent und ihren guten Namen, das Ansehen des Fuͤrsten und des Serbischen Volkes so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Hoffentlich ist ihr Machwerk bei Verathung der neuen Verwal⸗ tungsform Serbiens nicht beruͤcksichtigt, sonsern der verdtenten Vergessenheit uͤbergeben worden, was sich bald entscheiden muß. Bei der Audienz des Fuͤrsten Milosch beim Sultan wurde Herr A. Simich, der mit Einfuͤhrung der Constitution zum Staats⸗

tant des Fuͤrsten vorgestellt, welcher Umstand nebst anderen zu der Annahme berechtigt, daß der uͤbereilte Verfassungs⸗ Entwurf

ganz beseitigt worden ist.“ 1I Griechenland.

Ein Korrespondent der Muͤnchenerpolitischen Zeitung meldet derseiben Folgendes uͤber einen Besuch, den er in Poros abgestattet: „Der Hafen von Poros hat einen bedeutenden Umfang, und der groͤßere Theil desselben ist hinreichend tief, um groͤßere Schiffe aufzunehmen. Bekanntlich lagen fruͤher einmal die drei Flotten der verbuͤndeten, Maͤchte darin vor Anker. Poros selbst liegt auf einer Anhöhe; die Stadt dehnt sich uͤber einen großen Theil derselben aus, und gewaͤhrt bei naͤcht⸗ licher Beleuchtung einen freundlichen Anblick. Das Arsenal in Poros ist in einem so erbaͤrmlichen Zustande, daß Sie mir die naͤhere Beschreibung desselben erlassen muͤssen; sie wuͤrde bei Ih⸗ nen und Ihren Lesern nur Unwillen und Bedauern erregen. Nur so viel, und das ist die ungetruͤbte Wahrheit: daß eine or⸗ dentliche Dorfschmiede in Deutschland in einem bessern Zustande ist, als die des Koͤnigl. Arsenals in Poros. Dieser Wertkstaͤlte entsprechend sind alle uͤbrigen ohne Ausnahme, und der Besucher geraͤth in der That in Zweifel, ob nicht die ganze Anstalt eine ungeheure Satyre seyn soll. Und dieser Zustand der Dinge hat sich seit langer Zeit um nichts gebessert, obwohl seit geraumer Zeit zwei Deutsche die ziemlich unumschraͤnkte Gewalt in Haͤn⸗ den hatten. Es mag Ihnen dies zugleich ein Fingerzeig seyn, oaß die Griechen nicht immer Unrecht haben, wenn sie uͤber die Auslander ungehalten sind. Die Administration des Arsenals wurde bis jetzt so schlecht gefuͤhrt, daß dieselbe in Griechenland fast sprich⸗ woͤrtlich geworden jist. Was soll man auch von einer Admini⸗ stration sagen, unter deren Auspizien Segeltuͤcher und andere Depot⸗Gegenstaͤnde in den Haͤusern der Beamten zu ganz frem⸗ den Zwecken verwenoͤet werden, und die fuͤr das Herbeischaffen des Trinkwassers fuͤr die Arsenal⸗Beamten und Arbeiter allein jaͤhrlich 8000 Drachmen verschleudert? Die Sorge, die ihre erste und naͤchste haͤrte seyn sollen, scheint ihre letzte gewesen zu seyn; denn Alles kann man eher doret finden, als eine geregelte

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als erfreulich. Von 27 Koͤniglichen Schiffen ist nicht eines im Stande, sich zu schlagen; hier und da fuͤhrt eines derselben einige Stuͤck Kanonen, aber in welchem Zustande! Dabei keine Artil⸗ lerie, kein Excercitium, keine Disziplin. Unsere Matrosen sind besser bezahlt als die Englischen, dessenungeachtet hat ein großer Theil der besten und erfahrensten Dienste in Alexandrien und Konstantinopel genommen; und dies nur darum, weil der Man⸗ geljeglicher Ordnung und Disziplin einen geregelten Seedienst unmoͤg⸗ lich macht. Unsere Marine⸗Artillerie besteht zur Zeit aus 1 Capitain 1 Ober⸗Lieutenant, 1 Unter⸗Lieutenant, 2 Sergeanten, 2 Kor⸗ poraͤle und 1 Kanonier. Damit kann man nun freilich die Koͤ⸗ niglichen Schiffe nicht in Vertheidigungsstand setzen Diesem Ucbelstande kann nur durch eine zweckmaͤßige Organisation und durch einen tuͤchtigen und energischen Chef abgebolfen werden. Die Regierung hat durch die Ernennung des Grafen von Rosen zum interimistischen Chef des Arsenals ihren Willen, einen bessern Zustand der Dinge herbeizufuͤhren, an den Tag gelegt. Ueber die Wuͤrdigkeit dieses Mannes ist im Publikum nur eine Stimme, und wenn er mit seiner gediegenen Kenntniß die noͤthige Ener⸗ gie verbindet, so ist wohl kein Zweifel, daß wir in dem Marine⸗Departement in kurzer Zeit wichtigen Reformen entgegensehen duͤrfen. Wenn man nach dem Besuche des Arsenals die unter dem Ober⸗Lieutenant Kirchmayer angelegten Werkstaͤtten der Bayern besieht, so findet man einen wohlthuen⸗ den Kontrast; die Reinlichkeit und zweckmaͤßige Einrichtung dieses Etablissements, die Gediegenheit und Schoͤnheit der Arbeiten machen dem Chef viele Ehre. Zu bedauern ist nur, daß man von gewissen Seiten dieses Etablissement zu ganz andern Zwecken benutzt, als es in der Absicht der Regieruͤng liegt. Waͤhrend meines Aufenthaltes in Poros hoͤrte ich, daß man damit um⸗ gehe, einen Telegraphen zur Verbindung von Poros mit der

Hauptstadt zu errichten. Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 8. Sept. Die Bewohner von Mobile (Mississio⸗ pi) wurden kürzlich in große Aufregung versetzt durch die Nachricht, daß ein Kind des Doktors Geßner von dem Bruder desselben ge⸗ raubt worden sey. Der Raͤuber hatte einen Brief zuruͤckgelas⸗ sen, worin er sich erbot, gegen eine Summe von 30,000 Dol⸗ lars das Kind zuruͤckzugeben, ein anderer in Mobile wohnender Bruder sey beauftragt, das Geld in Empfang zu nehmen. Da der betruͤbte Vater in die Zahlung dieser Summe willigte, so begab sich der Bruder nach der Bank, wurde aber dort von den Mitgliedern der Feuer⸗Compagnie, die eben von einer Feuers⸗ brunst zuruͤckkehrten und den Vorfall erfuhren, festgenommen und zum Verhoͤr abgefuͤhrt. Er gestand, daß der Ort, wo das Kind verborgen gehalten werde, ihm bekannt sey, und erbot sich, dasselbe herbeizuschaffen, wenn der Bruder, der es gestohlen, un⸗ gehindert das Land verlassen duͤrfe. Dies wurde zugestanden und

sogleich ein Boot ausgeruͤstet, welches am naͤchsten Morgen mit dem Knaben zuruͤckkehrte.

Die Biene von New⸗Orleans entwirft folgendes, eben nicht erfreuliche Gemaͤlde von dem Zustande der Moralitaͤt in dieser Stadt und dem Mangel an Energie von Seiten der Ci⸗ vil⸗Behoͤrden daselbst: „Es ist jetzt wieder die Zeit, wo New⸗ Orleans jährlich von Raͤubereien und Diebstaͤhlen heimgesucht wird. Kaum vergeht ein Tag, an dem wir nicht von Verbrechen dieser Art hoͤrten, die leicht zu verhindern waͤren, wenn wir ei⸗ nen energischen Maire und eine tuͤchtige Polizei haͤtten. Die Schlaͤfrigkeit des ersteren und die Traͤgheit der letzteren sind spruͤchwoͤrtlich geworden. Die Mitglieder des Stadtrathes hoͤren alle Klagen ruhig an, ehne das Geringste fuͤr die Abhuͤlfe der⸗ selben zu thun. Wenn jemals eine Stadt mit dem Fluche einer Munizipal⸗Regierung belastet war, so ist es New⸗Orleans.“

Der Geologe Featherstonaugh ist jetzt auf einer Reise nach dem oberen Mississippi begriffen, um das Land zwischen dem St. Peters⸗Flusse und dem Missouri zu untersuchen. Unter seinen Begleitern befindet sich der Lehrer der Mineralogie an der Mi⸗ litair⸗Akademie zu Westpoint, L. Mather.

Bei dem Bohren eines Artesischen Brunnens zu Lockport im Staate New⸗York war man bis zu einer Tiefe von siebenzig Fuß gekommen, als ploͤtzlich brennbares Gas in solcher Menge hervorstroͤmte, daß man es jetzt zur Beleuchtung anwenden will.

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Berlin, 8. Okt. Man schreibt aus Thorn unterm 3ten d. M.: „Die Kaiserl. Russischen Garden betraten auf ihrem Ruͤckmarsch von Kalisch nach Danzig am 28sten v. M. unter dem Kommando des Kaiserl. Russischen General⸗Lieutenants und General⸗Adjutanten Islenieff wieder den Preußischen Boden und rcesp. den Thorner Kreis, woselbst sie, in zwei auf einander fol⸗ genden Kolonnen marschirend, zuerst die ihnen in der Stadt Thorn und deren naͤchster Umgebung, dann aber die ihnen in den weiter bestimmten Etappen von Kulmsee und Umgegend gastlich bereiteten Quartiere bezogen, und am 31. September, den Kreis verlassend, weiter ruͤckten. Von einer zahlreichen Volksmenge als laͤngst erwartete liebe Gaͤste freudig begruͤßt, ruͤckte die erste Kolonne, von dem Kommandanten von Thorn, General⸗Lieutenant Beneckendorff von Hindenburg, eingeholt, im Parademarsch in die Festung ein, wo das Offizier⸗Corps dersel⸗ ben von dem Herrn Kommandanten zu einer Abend⸗Gesellschaft in seinem Hause eingeladen wurde. In gleicher Weise zog an⸗ dern Tages die zweite Kolonne ein, deren Offtzier⸗Corps Abends von der hiesigen Resource ein Ball gegeben wurde. Sowohl in den Staͤdten als in den zahlreichen bequartierten laͤndlichen Ortschaften des Kreises wurden, der erbetenen und Allergnaͤdigst ertheilten Erlaubniß Sr. Mazestaͤt des Koͤnigs gemaͤß, die be⸗ freundeten Offiziere und Soldaten durch die Quartierstände seibst verpflegt. Das in jeder Beziehung musterhafte B tragen dieser Truppen auf dem Hinmarsche nach Kalisch hatte ihnen die wahr⸗ hafte Zuneigung der Kreis⸗Bewohner erworben, und da sie im Allgemeinen genau die auf dem Hinmarsche inne gehabten Auar⸗ tiere wieder bezogen, so war den Quartierstaͤnden jetzt alle Ge⸗ legenheit gegeben, ihren Gesinnungen der freundlichsten Gastlich⸗ keit ungetheilte und volle Genuͤge zu thun. Ein Guts⸗ besitzer des Kreises, ein alter Waffengefaͤhrte der Russen aus den denkwuͤrdigen Jahren 1813 15, dessen Gut seiner Lage wegen gegen seine Wuͤnsche nicht bequartiert werden konnte, hat sogar die Soldaten der durchmarschirenden Batailllone bei⸗ der Kolonnen auf splendide Weise bewirthet, und deren Offtzier⸗ Corps jedesmal ein Dejeuner gegeben, bei welchem auf das Weohl der beiden Monarchen und ihrer verbuͤndeten Voͤlker getrunken wurde.“

Bei Gelegenheit der diesjaͤhrigen Versammlung Deut⸗ scher Naturforscher und Aerzte zu Bonn hat die philosophische Fakultaäͤt der Rheinischen Friedrich⸗Wilheims⸗Universttaͤt beschlos⸗ sen, folgenden anwesend gewesenen Gelehrten das Ehren⸗Doktor⸗ Diplom zu ertheilen: dem Kammerherrn Le'opold von Buch in Ber⸗

Hrdnung. Dabei ist der Zustand unserer Schiffe nichts weniger

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lin, dem Ober⸗Vergwerke⸗Ingenieur und Professer Elie de Beau⸗

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