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Nebenunkosten verbundene Gewerbe der Speise⸗ und Bierwirthe
hat naͤmlich neuerdings sehr durch die Vermehrung der Schnaps⸗ schenken gelitten, indem der aus dem Verkauf des Getraͤnks ge⸗ zogene Profit durch keine uͤbergroße Nebenanspruͤche der Gaͤste eschmaͤlert wird, da sie nicht einmal gezwungen sind, Entrèͤezimmer nd Trinkstube von einander zu trennen, wozu doch die Speisewirthe icht nur durch das Verlangen ihrer mehr verfeinerten Gaͤste, ondern auch ausdruͤcklich durch Parlaments⸗Akten genoͤthigt wer⸗ en. Unter diesen Umstaͤnden wurde in einer neulichen Ver⸗ ammlung des oben erwaͤhnten Vereins eine Petition an die zur Ertheilung der Licenzen befugten Magistrate beschlossen, in der sie gebeten werden sollen, die Schnapslaͤden (gin palaces) in Zukunft wenigstens der Beschraͤnkung zu unterwerfen, welche in WBezug auf die Lokalitaͤt, wie eben erwaͤhnt, fuͤr die konzessionir⸗ ren Speisewirthe (licensed victuallers) besteht. Sollte dem Verlangen nicht entsprochen werden, so drohen die Letzteren mit Verwandlung ihrer Speisehaͤuser in Schnapspalaͤste, wodurch indeß wahrscheinlich der auf Sicherung der Moralitaͤt gerichtete Zweck des Vereins wenig gefoͤrdert werden wird.
Aus Lissabon sind Nachrichten bis zum 24. September hier eingegangen. Der 22ste, an welchem Tage die Koͤnigin Donna Maria im Jahre 1833 in Lissabon anlangte, war auf die gewoͤhnliche Weise durch Koͤnigliche Salven, Glockengelaͤute und ein Lever, welches Ihre Majestaͤt im Ajuda⸗Palast hielt, das aber sehr spaͤrlich besucht war, gefeiert worden. Vier Personen, die man zu diesem Lever erwartet hatte, blieben aus, naͤmlich die Herzogin von Braganza, die Infantin Donna Isabella Maria, Lord Howard de Walden und der Admiral Sir William Gage. Einige glauben, daß den Englischen Gesandten bloß das schlechte Wetter in Cintra zuruͤckgehalten habe, Andere mei⸗ nen, er sey empfindlich daruͤber gewesen, daß man ihm keine spezielle Anzeige davon gemacht, dagegen wurde aber bemerkt, daß ja das Lever in der Hof⸗Zeitung angekuͤndigt worden. Die Koͤnggin soll uͤbrigens ihr Mißfallen daruͤber zu erkennen gegeben haben. Am 24sten sollten die Obsequien fuͤr Dom Pedro in der Kirche St. Vicente de Fora stattfinden, wo seine sterblichen Ueberreste liegen; die Einwohner hatten Trauer angelegt. Es begann sich in Lissabon, noch mehr aber in Porto und in anderen Provinzial⸗Staͤdten, ein Gefuͤhl der Unzufrieden⸗ heit zu zeigen, obgleich die Einwohner nur sehr niedrig besteuert und obgleich Landbau und Handel im besten Gedeihen sind. Man wollte jedoch diesen Mißmuth zum Theil dem Geruͤcht zu⸗ schreiben, daß die Koͤnigin Donna Maria unter einem Einfluß han⸗ dele, der sich nicht gezieme, und daß sie gegen die Wohlfahrt der Na⸗ tion gleichguͤltig zu werden anfange. Die Koͤnigin und die Kai⸗ serin wohnten einstweilen, bis Letzterer der Palast von Bemposta eimgeraͤumt seyn wird, im Palast von Necessidades zusammen, können aber durchaus nicht mit einander stimmen, und da sich kuͤrzlich Herr Fonseca Magalhaes, der Minister des Innern, der Letzteren annahm, so haͤtte die Koͤnigin, wie verlautet, aus Un⸗ willen daruͤber, beinahe ihr Kabinet geaͤndert.
In der Nachschrift zu einem von der Times mitgetheilten Schreiben aus Barcelona vom 22. Sept. 9 Uhr Abends mel⸗ det der dortige Korrespondent: „Durch Courier ist von Madrid ein Dekret hier eingegangen, welches den General Mina zum General⸗Capitain von Catalonien ernennt, und Ihre Majestaͤt har den Forderungen der hiesigen Junta nachgegeben. Es fragt sich nur, ob die bever Fe.lhg- Provinzen sich damit begnuͤ⸗
den. IJ aube es nicht.
- 8 Vörsen⸗Bericht der Times heißt es: „Die Spanischen Fonds haben sich voflr ihrem letzten gedruͤckten Zustande einiger⸗ maßen wieder erholt, obgleich die Spanischen Nachrichten noch in ein voͤlliges Dunkel gehuͤllt sind. Es ist ein großes Kompli⸗ ment fuͤr Herrn Mendizabal und beweist, welches Vertrauen man auf ihn setzt, daß von den uͤber Paris hier eingegangenen Nachrichten bloß die, daß Herr Mendizabal krank sey, Besorg⸗ nisse erregte, und daß der Widerlegung dieses Geruͤchts die ge⸗ strige Belebung des Fonds⸗Marktes zuzuschreiben ist.
Ein Schreiben in der Times aus Konstantinopel vom 9. Sept. erwaͤhnt eines Geruͤchts, daß man die Englische Flotte habe nach den Dardanellen zusteuern sehen, um durch ihre An⸗ wesenheit in jener Gegend das Gesuch um einen Ferman zur Erlaubniß der Durchfahrt des „Barham nach dem Schwarzen Meere zu unterstuͤtzen. Die Times sagt aber: „Wir haben mehr als Einen Grund, dies fuͤr ein ungegruͤndetes Geruͤcht zu be⸗ trachten. Wir haben Briefe aus Smyrna vom 15ten v. M. ge⸗ sehen, die von der Annaͤherung des Britischen Geschwaders nicht ein Wort sagen.“ Demselben Korrespondenten zufolge, hat im Hafen von Suda in Kreta ein ernstliches Zusammentreffen zwi⸗ schen der Britischen Kriegsbrigg „Childers“ und zwei Aegypti⸗ schen Briggs stattgefunden. Der erste Lieutenant der Brigg „Childers“ war naͤmlich von einem der Befehlshaber der Aegyp⸗ tischen Briggs ermordet worden, und da die augenblickliche Be⸗ strafung des Thaͤters, auf die sie drang, nicht erfolgte, so feuerte sie auf die Aegyptischen Briggs und bohrte in kurzem beide in
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Aus dem Haag, 3. Okt. Dem Vernehmen nach, werden sämmtliche Mitglieder der Koͤnigl. Familie, die sich in diesem Augenblicke im Loo und in Soestdyk befinden, in der naͤchsten Woche hier in der Residenz eintreffen. Bereits ist Se. Koͤnigl. Hoheit der Erbprinz Wilheim von Oranien hier angekommen. Der Minister oer auswaͤrtigen Angelegenheiten ist von sei⸗ nem Landsitze Zoelen zuruͤckgekehrt und hat sich auf einige Tage
ach Amsterdam begeben.
8 Selea wird gemeldet, daß Herr Juͤrgen, Spezerei⸗In⸗ spektor auf der Insel Ay, am 13. Jan. d. J. auf dem Meere
verungluͤckt sey und mit 22 anderen Personen das Leben verlo⸗ ren habe. 8
dnn 18 Belgien. Bruͤssel, 4. Okt. Herr v. Pelichy hat dem Senate folgenden Gesetz⸗Entwurf uͤber den Zweikampf vorgelegt: „Art. 1. Als Zwei⸗ kampf wird erklaͤrt ein “ zwei Personen, vor Zeugen, mit Waffen, wodurch schwere Wunden oder der Tod verursacht wer⸗ den koͤnnen, nach einer vorhergegangenen Uebereinkunft, wodurch der Ort, die Zeit und. die Art des Kampfes festgestellt wird. Art. 2. Jeder Belgier, der nicht Militair ist, jeder Fremde, Mi⸗ litair oder nicht, der sich im Zweikampfe geschlagen, oder demsel⸗ ben als Zeuge beigewohnt hat, soll vor den Assisenhof gestellt, und die Verfuͤgungen nachstehender Artikel sollen auf ihn an⸗ wendbar seyn. Art. 3. Wer durch ein straͤsliches Benehmen zum Zweikampf Anlaß gegeben hat, soll durch diese alleinige Handlung, wenn der Zweikampf eine Folge derselben war, mit einer Einsperrung von 5 bis 6 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 5 bis 6000 Franken bestraft werden. Art. 4. Wer den Zweikampf, selbst wenn er Grund gehabt haͤtte, sich uͤber eine empfangene Beschimpfung oder Beleidigung zu beklagen, angenommen hat, soll hierdurch allein, wenn der
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Zweikampf statthatte, mit einer Einsperrung von 2 bis 6 Jahren in einem Zuchthause und mit einer Geldbuße von 2 bis 6000 Franken bestraft werden. Art. 5. Wer einem Zweikampf als Zeuge beigewohnt, soll mit einer Einsperrung von einem bis 3 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 1000 bis 3000 Fr. bestraft werden. Art. 6. Die Delinquenten sollen ferner bei Erloͤschung der Zeit ihrer Einsperrung der Ausuͤbung der im Art. 42. des Strafgesetzbuches aufgefuͤhrten Buͤrger⸗ und Familien⸗Rechte beraubt bleiben, und zwar derjenige, der zum Zweikampf Anlaß gegeben, waͤhrend 5 Jahre, sein Gegner waͤh⸗ rend 3 Jahre, der Zeuge waͤhrend eines Jahres. Art. 7. Ist der Tod die Folge eines Zweikampfs, so soll derjenige, der den Tod verursacht hat, nach dem durch den Art. 3. des gegenwaͤrti⸗ gen Gesetzes vorhergesehenen Falle, mit einer Einsperrung von 7 bis 15 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 7 bis 15,000 Fr. bestraft werden. Er soll uͤberdem bei Er⸗ loͤschung der Einsperrungs⸗Zeit waͤhrend 12 Jahre der im Artikel 76 aufgefuͤhrten Rechte beraubt seyn. Art. 8. Findet ein Wiederholungsfall statt, so sollen die in den vorhergehenden Artikeln bestimmten Strafen verdoppelt werden. Art. 9. Wer in einem Zweikampfe Wunden verursacht, die eine mehr als zwanzigtaͤgige Krankheit oder persoͤnliche Unfaͤhigkeit zur Arbeit zur Folge hat, soll mit einer Einsperrung von 3 bis 9 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 3 bis 9000 Fr. bestraft werden. Er soll uͤberdem bei Erloͤschung der Einsperrungs⸗Frist 7 Jahre lang der Ausuͤbung der im 6. Ar⸗ tikel angefuͤhrten Rechte beraubt bleiben. Art. 10. Der Re⸗ kurs wegen Schaden⸗Ersatzes gegen Denjenigen, der in einem Zweikampfe den Tod oder Wunden verursacht haben wird, soll den betheiligten Personen in Gemaͤßheit der bestehenden Gesetz⸗ gebung fuͤr den Fall einer freiwilligen Toͤdtung oder Verwun⸗ Zung, offen bleiben. Art. 11. Derjenige, der Anlaß zu einem Zweikampf gegeben, der Gegner und die Zeugen haften solida⸗ risch fuͤr die Geldbußen und Kosten. Art. 12. Die Belgischen Militaire, so wie die Auslaͤnder im Belgischen Militair⸗Dienste sollen in den durch gegenwaͤrtiges Gesetz vorhergesehenen Faͤllen vor die Militair⸗Gerichtsbarkeit gestellt werden, um von dersel⸗ ben nach den Bestimmungen des gegenwaͤrtigen Gesetzes, bis da⸗ hin, daß ein Militair⸗Strafgesetzbuͤch daruͤber statuiren wird, ge⸗ richtet zu werden. Art. 13. Gegenwaͤrtiges Gesetz soll vom er⸗ sten Tage nach seiner Verkuͤndigung verbindliche Kraft haben.“
Dänemark.
Kopenhagen, 3. Okt. Nach der Kjoͤbenhavnspost hatten mehrere Waͤhler im Amte Kopenhagen eine Versammlung vor⸗ bereitet, worin die Maßregeln berathen werden sollten, welche durch den Deputirten dieses Distriktes an die Staͤnde⸗Versamm⸗ lung zu bringen waͤren. Ein Einlad ungs⸗Circular war bereits er⸗ lassen, allein auf Befehl der Kanzlei ist jede Versammlung dieser Art verboten worden. — Dasselbe Blatt vom 24sten v. M. berichtet, daß von allen Seiten des Reichs Nachrichten einlaufen uͤber Versammlungen, Petitionen und aͤhnliche Veranstaltungen, welche die gewaͤhlten Deputirten von den Wuͤnschen und Beduͤrfnissen der verschiedenen Volksklassen in Kenntniß zu setzen bezwecken.
Wie bekannt, enthaͤlt unsere Staͤnde⸗Verordnung weder eine ausdruͤckliche Zusage noch ein ausdruͤckliches Verbot in Betreff der Oeffentlichkeit der Verhandlungen. Man hatte daher ge⸗ meint, daß unsere Blaͤtter ausfuͤhrliche Berichte uͤber die Siz⸗ zungen liefern wuͤrden. Es ist jedoch jetzt ein Koͤnigl. Restript zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht worden, worin jede Mitthei⸗ lung der staͤndischen Verhandlungen untersagt wird. Wir sind daher fuͤr den Augenblick auf die Nachrichten beschraͤnkt, welche das Staͤnde⸗Blatt mittheilen wird, dessen Redaction den Herren Schou, Bang und Ussing uͤbertragen ist, und welches, dem Ver⸗ nehmen nach, taͤglich erscheinen soll. Die Dank⸗Adresse der Staͤnde ist schon gestern votirt worden, und soll, dem Verneh⸗ men nach, morgen dem Koͤnige uͤberreicht werden.
G 8 Ib 1““ ₰ 7. Okt.
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Dresden, Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl von Bayern ist heute von hier uͤber Freiberg, wo derselbe noch die veicen Bergwerke in Augenschein nehmen wird, wieder abgereist.
Deßau, 5. Okt. Das hiesige Wochenblatt enthzͤlt sol⸗ gende Bekanntmachung der Herzogl. Kammer; „Ein Theil der Tabackspflanzer in Mosigkau hat sich am 10. August d. J., mit Uebertretung einer landesherrlichen Verordnung und gegen die wiederholte Warnung des Dorfrichters, versammelt und hierher begeben, um die Suspension mehrerer, hinsichtlich der Tabacks⸗ steuer nothwendig gewordenen Verfuͤgungen zu erlangen. Ob⸗ gleich die deshalb stattgefundene Untersuchung nun auch ergeben, daß, in sofern keine strafbare Absicht hierbei zum Grunde gele⸗ gen, als die Gemeinde ihren Zweck lediglich und allein nur im Wege des Gesuchs erreichen wollen, ein weiterer Exceß auch da⸗ bei nicht stattgefunden hat, so konnte doch diese Ordnungswi⸗ drigkeit nicht ungeruͤgt bleiben. Es sind deshalb die er⸗ mittelten Anstifter derselben mit angemessener Gefaͤngnißstrafe und der Dorfschoͤppe, welcher daran mit Theil genommen, außer⸗ dem mit Dienstentsetzung bestraft worden. Indem solches hier⸗ durch zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht wird, wird sogleich die Befolgung der bestehenden Vorschrift, daß Gemeinden, welche bei Sr. Hochfuͤrstlichen Durchlaucht oder den Herzoglichen Be⸗ hoͤrden muͤndliche Gesuche anbringen oder schriftliche uͤberreichen wollen, bei Strafe hierzu nur 2 bis 3 Mitglieder hoͤchstens ab⸗ ordnen, keineswegs aber in groͤßerer Anzahl erscheinen duͤrfen, ernstlich eingeschaͤrft.“
Kassel, 6. Okt. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Frau Großher⸗ zogin von Mecklenburg⸗Strelitz, und die Prinzessin Amalie von Dessau, sowie Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich und Ihre Durchlaucht die Prinzessin Wilhelmine von Hessen, mit Gefolge, sind von Rumpenheim und Ihre Durchlaucht die Fuͤrstin Clo⸗ tilde von Hohenlohe⸗Bartenstein ist von Rotenburg hier ange⸗ kommen.
Muͤnchen, 4. Okt. Das Regierungsblatt enthaͤlt eine Ministerial⸗ Bekanntmachung, die Reorgantsation des landwirth⸗ schaftlichen Vereins betreffend.
— Die Hannoversche Zeitung schreibt aus Muͤnchen: „Von der naͤchsten Kunst⸗Ausstellung verspricht man sich nicht viel; es verlautet, sie waͤre beinahe gar nicht zu Stande gekom⸗ men. Fremde Kuͤnstler senden, zumal aus großer Entfernung, beinahe niemals ihre Gemaͤlde ein, da die hiesige Akademie die Transportkosten nicht bestreitet, und nur sehr wenige Bilder ge⸗ kauft worden. Der Adel kauft nicht, die Kaufleute haben wenig Geschmack und Sinn fuͤr Kunst, und ein goldnes Brustbild ist ihnen lieber, als ein gemaltes; selbst die hiesigen Kuͤnstler bringen Weniges zur Ausstellung; sie sind mit der Art, die Bilder zu haͤn⸗ gen, unzufrieden, da sie die ganze Zeit der Ausstellung uͤber immer an einem und demselben Platze bleiben und Parteigeist und Vor⸗ liebe schon oft den Einen beguͤnstigen, den Andern zuruͤcksetzen mochte.
Der Kunst⸗Verein gewinnt dagegen taͤglich mehr Theilnahme;
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es ist ein schoͤnes Zusammenwirken von mancherlei Kraͤften, die 4 ander foͤrdern und ermuntern, und es zeigt sich hier ga Deutsche Art, wie durch Privat⸗Vereine, die sich freiwillig nachm nach gestalten, gerade am meisten gewirkt wird; in Kunst u Wissenschaft laͤßt sich uͤberhaupt nichts erzwingen; wird nur fr Regsamkeit gewaͤhrt, werden nur die Hemmungen verminde dann gedeiht das Schoͤne und Gute ist, wie man vernimmt, Willens, mit Anfang des naͤchsten Yah eine große Kunst⸗Ausstellung zu veranstalten, und dazu die Kün ler von ganz Deutschland einzuladen, denen die Zu⸗ und R sendungen S Arbeiten bezahlt werden; züugleich sollen mehte von den eingesandten Kunst⸗Sachen auswaͤrtiger Kuͤnstler angekan und unter die Vereinsmitglieder verloost werden, weil auch hiesigen Kuͤnstler ihre meisten Gemaͤlde im Auslande abstte Daß die Kunst auf solche Weise gewiß gefoͤrdert und ein schn Bund unter den Kuͤnstlern begruͤndet wird, ist nicht zu verha nen. — Scheyern, das alte Stammschloß der Wittels bacher, 1 her in ein Kloster verwandelt, dann bei Aufhebung der Ki unter Maximilian in ein Schloß umgeschaffen und erst vor zem vom Staate angekauft, soll, sicherem Vernehmen nach der in ein Kloster umgestaltet werden. — Im Ministeriun Innern ist eine eigene Kommission thaͤtig, die Buͤcher nach orthodox katholischen Character zu pruͤfen und in dieser sicht auch alle Lehrer zu beobachten. Unsere L. welche in Norddeutschland unbekannt sind, gewinnen ime mehr Bestand. Sie sind von den Jesuiten als Surrogate u die Universitaͤten eingefuͤhrt, bilden eine philosophische Seui mit vier Lehrern und eine theologische ebenfalls mit drei vier Lehrern. Die Bischoͤfe wollen und suchen es durchzuseg daß Jeder, der sich aus ihrer Dioͤcese der Theologie wi auf dem Lyceum seines Bisthums studire, um die Kandihg kennen zu lernen und strenge nach Noͤmischer Ansicht zu li Auf den Lyceen will man, so viel moͤglich, nur geistliche vc. in Freisingen, erst vor 2 Jahren von dem Erzbischofe von chen und einigen andern Wohlthaͤtern gestiftet, wurde auise sehen ein evangelischer Professor der Chemie ernannt, babhs mit einem katholischen vertauscht.“ . Frankfurt a. M., 5. Okt. Der letzte Termin vertirung der Spanischen Obligationen in neue ausgestellte Schuld⸗Obligationen ist auf den 16. November 2b festgesetzt. Eine auf diese Konvertirung bezuͤgliche Mittheila der Spanischen Kommissarien in Paris vom 30. September ha tet, wie folgt: „Die unterzeichneten haben die Ehre, dem Publikum folgende, von der mission Ihrer kath. Maj. in London veroͤffentlichte Anzeigy nl⸗ zutheilen. Luis del Piedre, Manuel de Llano Ponte, Nand
1 zur 8h 5proc. und mn
schnell. Der Kunst⸗Venztn
gerten jedoch diese Ankunft bis gegen 5 Uhr, wo Ihre Maje⸗ ten in Lieben, dem Graͤnzpunkte des Stadtgebietes, angelangt, dbei dem daselbst aufgerichteten schoͤnen Triumphbogen von
Repraͤsentanten der Prager Stadt⸗Gemeinde ehrfurchts⸗ U bewillkommnet wurden und ein Gedicht entgegennah⸗ . In der Vorstadt Karolinenthal, wo zwei Ehren⸗ kten errichtet waren, und besonders die an dem Fabriksge⸗ ude des Herrn Jerusalem einen herrlichen Anblick darbot, gren, so wie auf dem Wege von Lieben bis dahin, Tausende Bewohner Prags und aus der ganzen Umgegend versam⸗ it, welche Ihre Maj. mit dem herzlichsten Jubelruf und den nigsten Wuͤnschen fuͤr das Allerhoͤchste Wohlseyn empfingen. n Spittelthore, wo das buͤrgerliche Grenadier⸗Corps in Pa⸗ de aufgestellt war, wurden Ihre K. K. Majestaͤten von dem inger Handelsstande und von den Vorstehern mehrerer Cor⸗ grationen und Zuͤnfte bewillkommt, und Allerhoͤchstdenselben im umen der Prager Buͤrgerschaft ein zweites Gedicht uͤberreicht.
Im Josephsplatze bildeten zwei Obelisken — welche an ihrer
hpitze ein Adler mit dem Wappenschilde Boͤhmens durch Blu⸗
engewinde verband — eine Ehrenpforte und auf allen Straßen
d Plätzen, uͤber welche die Fahrt Ihrer Maj. bis in die onlgl. Burg ging — waren die Haͤuser insgesammt theils mit uͤnen Reiseen und Blumenkraͤnzen, theils mit anderen enierungen, Drapperieen und Inschriften geschmuͤckt. Alle enfer und Balkons waren eben so wie die Straßen selbst mit üschauern angefuͤllt, welche dem Herrscherpaare ihr herzliches illommen entgegen riefen. Am Altstaͤdter großen Ringe bei im Rathhause war eine kolossale Triumphpforte errichtet, an elcher der ganze Magistrat sich aufstellte, und Ihren Majestaͤten e innigste Ehrfurcht und Freude an Tag gelegt hat. Am Alt⸗ üdter klseinen Ring, wo der buͤrgerliche Schneidermeister Krach in Haus eben so festlich als geschmackvoll dekorirt hatte, und rch 60 seiner Gesellen das Volkslied absingen ließ, war auch Israeliten⸗Gemeinde aufgestellt, welche ihre aufrichtigen Ge⸗ ihle uͤber die hoͤchst erfreuliche Ankunft Ihrer Majestaͤten in nem dritten Gedichte ausgesprochen hat. Tausendfaͤltige Stim⸗ en riefen ein unaufhoͤrliches „Lebe hoch“ dem Allerhoͤchsten Herssherpaare auf der Fahrt bis in die Koͤnigliche Burg noch ine dann zu, als bereits Ihre Majestaͤten um 5 ¼ Uhr gluͤck⸗ ih daselbst angelangt, und an der Haupttreppe von Sr. Kai⸗
rlichen Hoheit dem Erzherzoge Franz Karl, dem Fuͤrsten von 8 — er wpeetternich, dem Fuͤrsten von Kolloredo⸗Mannsfeld, dem Grafen Spanischen Kommistiaon Kolowrat, von dem Oberst⸗Burggrafen und der Frau Oberst⸗ Finanz /m burggraͤfin von Chotek, dem kommandirenden General Grafen on Mensdorf⸗Pouilly und dem Erzbischofe Grafen Scarbek nkwicz von Poslawice und dem gesammten Hofstaate ehrfurchts⸗
Pleville.“ — „Umwandlung der auswaͤrtigen Schuld Spainsghll empfangen, und durch die auf der Treppe und in den Vor⸗
Die Kommissarien, die von der Spanischen Regierung nannt worden sind, um das auf die Konvertirung der waͤrtigen Schuld Spaniens bezuͤgliche Gesetz vom 16. R.
vember 1834 in Ausfuͤhrung zu bringen, haben alle 18 Bewerkstelligung des Umtausches der alten Effekten gegen neuen Fonds nothwendigen Maßregeln getroffen und machen de Publikum nun auf einen der Artikel des oben erwaͤhnten . setzes aufmerksam. Der Artikel 7 sagt: Aalle Titel und Obligh tionen, welche in diesem Augenblicke die auswaͤrtige Schuld
praͤsentiren, sollen nach dem Ablaufe eines Jahres, von der P mulgation des Gesetzes an gerechnet, gegen neue Titel umg tauscht werden, und nach dem Ablaufe dieses Termines verlien alle alten Titel, die nicht vorgelegt worden sind, dadurch allt schon die Interessen, auf die sie Anspruch hatten.“ — Um falsche Auslegung dieses Artikels zu vermeiden, glauben die F. missarien, die Inhaber davon in Kenntniß setzen zu muͤssen, un wenn sie ihre Konvertirung uͤber den naͤchsten 16. Novnle hinaus verschieben, sie dadurch allein schon die Interessen d Jahres verlieren werden, welche auf den zum Umtausche gege nen Theil aktiver Schulo kommen wuͤrde.“
Aihihtes Dierst eir eeich.—
Teplitz, 8. Okt. 8§8 Uhr fruͤh hoͤrten Se. Majestaͤt der Kaiser und Ihre Maͤzst die Kaiserin die Messe in der Stadt⸗Kirche; nachdem Ihre w jestaͤten vorher im Fuͤrstlichen Schlosse von der Fuͤrstin von in Abschied genommen hatten, nahmen Sie noch ein von a Teplitzer Buͤrgermeister Wolfram uͤberreichtes Abschieds⸗Galt gnaͤdig auf, und bestiegen sodann an der Thuͤr der Kirche,” welcher so eben die gedraͤngte Masse der Bewohner den Sey des Himmels von dem Allerhoͤchsten erbeten hatte, unter d lauten Jubel der Menge den Reisewagen.
Se. Majestaͤt der Kaiser Ferdinand haben den Veterme der Kaiserl. Russischen Garde, welche bei der am 29sten v. N. stattgehabten Feierlichkeit zur Wache bei dem Unterbau des M numents aufgestellt waren, eine ehrenvolle Auszeichnung amg deihen lassen, indem Allerhoͤchstdieselben dem Kommandanten 1 Detaschements, Obersten Lowrentjeff, das Ritterkreuz des Leopet Ordens zu verleihen, dem Faͤhnrich Generaleff aber eine golden und jedem der fuͤnf Unteroffiziere eine der silbernen Medeile einhaͤndigen zu lassen geruhten, welche auf die Feierlichkeit w Grundsteinlegung gepraͤgt worden sind.
Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland haben dem Obt Lieutenant und Grenadier⸗Bataillons⸗Kommandanten von M. tauschek, welcher die bei der Feierlichkeit am 29sten v. M. a geruͤckten Truppen kommandirte, den St. Annen⸗Orden zwenn Klasse verliehen. Auch haben Se. Majestaͤt der Kaiser w Rußland dem als Waͤchter bei dem Monumente des Feldseuz meisters Grafen Colloredo bei Arbessau angestellten Invalneg Korporal Joseph Berran, den St. Annen⸗Hrden fuͤnfter Kas und ein namhaftes Geschenk in Gold zustellen lassen.
Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland haben der Mam schaft des Allerhoͤchstihren Namen fuͤhrenden Oesterreichisch Husaren⸗Regiments 24 Anna⸗Kreuze fuͤnfter Klasse mit der h stimmung fuͤr solche Unteroffiziere und Gemeine, die sich vor df Feinde besonders ausgezeichnet haben, und außerdem ein Gesche von Tausend Dukaten verliehen.
Prag, 5. Okt. Die hiesige Zeitung enthaͤlt folgn Beschreibung von dem Einzuge Ihrer Majestaͤten in Pu „Die Sehnsucht der Bewohner Prags, ihren Landesvater schauen, war so groß, daß auf die offizielle Nachricht von! am gestrigen vom schoͤnsten Wetter beguͤnstigten Tage zwischen und 2 Uhr Nachmittags zu erfolgenden Ankunft schon um Mittagszeit nicht nur alle festlich geschmuͤckten Straßen der Haut stadt — durch welche der Einzug Ihrer Majestaͤten vom e5 telthore in die Koͤnigl. Burg um halb 6 Uhr Abends witkit stattgefunden hat, — sondern auch die Vorstadt Karolinenn bis Lieben mit Menschen aus allen Slaͤnden angefuͤllt want welche freudenvoll dver Ankunft Ihrer Majestaͤten entgegensasc Die vielfaͤltigen Beweise der innigsten Liebe und Verehrung † welche Ihren Majestaͤten auf dem mit zehn Triumphbogen! schmuͤckten Wege von Teplitz bis Prag dargeboten wurden, -
(Prager Ztg.) Am 4. Oktober
Bewohnern Prags bekannt zu machen,
Kinder moͤglich wird.
und gewiß jedem sett als die zweite
. usdruͤcken
nehmen
üihm das Modell
senden. tin Werih der eingegangenen Beitraͤge, belohnt.
emaͤchern angereihten Vorsteher und Raͤthe der saͤmmtlichen Be⸗ eorden in Allerhoͤchstdero Appartement sich zuruͤckgezogen hatten.“
Se. Majestaͤt der Kaiser haben an den Oberst⸗Burggrafen rafen von Chotek folgendes Allerhoͤchste Handschreiben erlassen: „Wieber Graf Chotek! Die eben so freudige als herzliche
Peise, in welcher mein Empfang in Meiner treuen Hauptstadt Prag am gestrigen Tage gefeiert wurde, hat Mich innig erfreuet
nd geruͤhrt; Ich fordere Sie auf, allen getreuen Buͤrgern und daß die zahlreichen Be⸗ veise ihrer ungeheuchelten Liebe, Ergebenheit und Anhaͤnglichkeit uͤr Meine Person, welche Ich bei diesem Anlasse wahrgenom⸗ nen habe, Mir zur wahren Freude gereichen. Mit Vergnuͤgen
sabe Ich zugleich die bei dieser Gelegenheit von der gesammten
pevölkerung allenthalben beobachtete strenge Ordnung wahrge⸗ men, und ermaͤchtige Sie, allen denjenigen, welchen hieran in Antheil zukommt, Meine besondere Zufriedenheit daruͤber zu
roffnen.“ Schweiz.
Zürich, 29. Sept. Die seierliche Wieder⸗Eroͤffnung der Basler Hoch⸗Schule wird am 1. Okt. stattfinden. Eine soge⸗ annte akademische Gesellschaft in Basel beabsichtigt, den Wir⸗ Ungskreis der Wissenschaften zu erweitern und entrichtet deshalb ür zwei Vorlesungen uͤber Geschichte und Chemie einen Theil des Honorars, damit der Eintritts⸗Preis fuͤr Jedermann ermaͤ⸗ sigt werde. Nicht uninteressant ist die Errichtung einer Deutschen
Keinkinder⸗Schule in Genf, insofern sich der Eifer fuͤr das Stu⸗
bum der Deutschen Sprache, dem sie ihren Ursprung verdankt, gleich⸗ enig in der welschen Schweiz, in Frankreich und England be⸗ natklich macht. Sie ist durch die Vorsteher der evangelischen Anche in Genf gegruͤndet und fuͤr Kinder von 4 — 9 Jahren sestmmt, welche hier unter einer Deutschen Lehrerin nach Art asnderer Kleinkinder-Schulen (salles d'asyle) durch Er⸗ slirung von Abbildungen, Spiele, Erzaͤhlungen ꝛc. zweck⸗ püßig beschaͤftigt werden und nur Deutsch lesen, schreiben nd reden, was durch einen schon vorhandenen Kern Deutscher Die Schule ist am 2. Sept. eroͤffnet vorden und zeigt schon merkwuͤrdige Fortschritte. Bisher ist das Deutsche in Genf wenig betrieben worden, hauptsaͤchlich weil an es zu spaͤt anfing, jetzt soll die Lebhaftigkeit und Frische des isen Eindrucks ihm zu gut kommen, statt wie fruͤher dem La⸗ einischen. Dies, sagt ein Genfer Blatt, sey um so nothwen⸗ diger, da das Deutsche dem Franzosen, wenn er in seiner Sprache chon fest geworden, so unendlich viele Schwierigkeiten darbiete, id doch sey diese reichste Eurepaͤische Sprache, in welche fast alle wissenswerthen⸗ Buͤcher uͤbersetzt seyen, und welche von den meisten Schweizern gesprochen werde, eigentlich jedem Gebildeten Schweizer nothwendig, darum solle man sie Muttersprache lernen.
„Hr. Baron v. Blonay, welcher den außerordentlichen Sar⸗ dinischen Minister in der Schweiz, Hrn. v. Vignet, provisorisch ersetzt, hat seine Kreditive dem Vororte eingereicht. Ver Koͤnig von Sardinien soll Herrn von Vignet in sehr schmeichelhaften in das lebhaste Bedauern ausgedruͤckt haben, seiner jenste einige Zeit lang entbehren zu muͤssen, indem dieser sei⸗ er Gesundheit wegen einen Urlaub von einigen Monaten zu Ver genoͤthigt war.
Der Bergsturz des Dent du Midi ist so bedeutend, daß
A- 793 7 12 2 8 Baadt und Wailis eine Kommission niedergesetzt haben, die worge tragen soll, daß die beiden Ufer der Rhone vor der Ge⸗
ihr beschuͤtzt werden, die ihnen aus dem im ischiebe erwachsen koͤnnte. 1 Genf, 1. Okt. Der Ausschuß zur Errichtung eines Denk⸗ s fuͤr Kalvin hat eine Aufforderung an alle Kuͤnstler erlassen, IW. zu einem Bas⸗Relief von ovaler Form und Nefornöuß. Hoöhe, welches die Buͤste en prosil des beruͤhmten 1 ators in karrarischem Marmor darstellen und in eine Py⸗ von schwarzem Marmor eingerahmt werden soll, zu uͤber⸗ Das preiswuͤrdigste Modell wird mit einer Medaille,
Fluß angehaͤuften
Spanien.
FPadrid, 23. Sept. Eine Unpaͤßlichkeit des Herrn Men⸗
ae, die einige Augenblicke lang einen bedenklichen Charakter
angenommen hatte, dauert noch jetzt fort; aber, Dank der uner⸗ muͤdlichen und umsichtigen Sorgfalt zweier ausgezeichneten Aerzte, der Herren Sesane und Gonzales, befindet sich der Kranke schon bedeutend in der Besserung. — Man erwartet noch immer die Antwort des Generals Alava; wenn er sich wei⸗ gert, die Praͤsidentschaft des Conseils anzunehmen, wie man all⸗ gemein vermuthet, so scheinen die politischen Freunde des Herrn Mendizabal, die sich bisher geweigert haben, in das Kabinet ein⸗ zutreten, geneigt, ihren Vorsatz aufzugeben, und dann wuͤrde das Ministerium augenblicklich vollstaͤndig seyn.
Heute Morgen sind der General Rodil und Herr Donoso, ein oberer Beamter im Justiz⸗Ministerium, nach Truxillo abge⸗ reist, wo sich der Civil-Gouverneur von Cazeres, Bruder des Herrn Donoso, so wie der Herr Carrasco, ein einflußreiches Mitglied der Junta von Cazeres, befinden. Die Absendung je⸗ ner beiden Personen, deren Einfluß bekannt ist, soll zum Zwecke haben, das weitere Vorruͤcken der Truppen, deren Zahl sich auf etwa 6000 Mannbelaͤuft, zu verhindern. Man glaubt, daß jene Mis⸗ sion mit Erfolg gekroͤnt werden wird, und diese Hoffnung gruͤn⸗ det sich hauptsaͤchlich auf das freundschaftliche Verhaͤltniß, wel⸗
sches zwischen den Herren Carrasco und Donoso besteht, und auf
das Vertrauen, welches Herr Mendizabal bei den Einwohnern von Estremadura genießt. Dieses Resultat wuͤrde von um so groͤßerer Wichtigkeit seyn, als, obgleich die Junten von Cazeres und Badajoz auf die Anzeige von der Ministerial⸗Veraͤnderung durch Betheuerungen der Anhaͤnglichkeit an die Koͤnigin geant⸗ wortet haben, doch die Truppen, die sie gegen Madrid abgesandt, schon beide Ufer des Tajo bis nach Navalmoral, 30 Stunden von Madrid, besetzt halten.
Der Graf de Las Navas setzt seinen Marsch mit seiner jetzt 3 bis 4000 Mann starken Division fort. Der Deputirte Aranda, der als Unterhaͤndler zu ihm gesandt worden war, berichtet, daß er ihn fest entschlossen gefunden habe, sich durch nichts in sei⸗ nem Marsche aufhalten zu lassen, bevor er nicht von der Regie⸗ rung durch wirkliche Handlungen Beweise erhalten habe, daß sie ihre Versprechungen erfuͤllen wolle. Dieser Mission, die voll⸗ kommen gescheitert ist, wird noch eine zweite folgen, welche viel⸗ leicht gluͤcklichere Resultate liefert. Der Staatsrath Aguillar, bekannt wegen seines Ultra⸗Liberalismus und seiner freundschaft⸗ lichen Verbindung mit dem Grafen de Las Navas, ist zu ihm gesandt worden, um ihn zu versoͤhnlicheren Gesinnungen zuruͤck⸗ zufuͤhren. Der gluͤckliche Erfolg dieser Unterhandlung ist um so mehr zu hoffen, als das Corps des Grafen de Las Navas kuͤrz⸗ lich durch den Abfall aller Milizen, die sich dem Dekret der Koͤnigin gefuͤgt haben und in ihre Heimath zuruͤckgekehrt sind, bedeutend zusammengeschmolzen ist.
Die Revista vom heutigen Tage spricht von der ganz un⸗ glaublichen Thaͤtigkeit, welche der Finanz⸗Minister, Hr. Mendi⸗ zabal, bisher entwickelt habe und die nothwendig seine Gesundheit untergraben muͤsse. — Dasselbe Blatt berichtet auch ganz offenher⸗ zig von den Unfaͤllen, welche die Armee der Koͤnigin am IIten d. M. in der Naͤhe von Bilbao erlitten. Die Karlisten, wird hinzugefuͤgt, haͤtten sich dieser Stadt, bei der Verfolgung der Koͤniglichen Truppen, bis zur Entfernung eines Buͤchsenschusses genaͤhert. — Das Eco de Comercio, welches von dem vo⸗ rigen Ministerium unterdruͤckt worden, ist heute wieder zum er⸗ stenmal erschienen. — Auber's „Stumme von Portici“ ist hier vor einigen Tagen zum erstenmale mit großem Beifall aufge⸗ fuͤhrt worden.
Griechenland. Um von dem Treiben der Griechischen Journalistik einen
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spondent, daß etwa Raͤuber an der Graͤnze sich gesam⸗ melt haͤtten, die in den umliegenden Doͤrsern, aus Furcht von Seiten der Einwohner, hinreichend verpflegt wuͤrden; da⸗ bei haͤtten sie viele Einftußreiche von Agrapha auf ihrer Seite. Vor wenigen Tagen habe Derbegenas sie angegriffen, sey aber von ihnen geschlagen worden, er habe 17 Todte, eben so viele Verwundete und 31 seyen von den Raͤubern gefangen worden. Den Gefangenen, welche Tuͤrken waren, schnitten sie Nasen und Ohren ab. General Gordon befindet sich in Hy⸗ pate. — In Nr. 268 vom 2. Sept. ist von der Wahl der neuen Glieder der Synode die Rede, wobei einem Theile der Herren Geistlichen wegen schlechter Auffuͤhrung tuͤchtig der Text gelesen wird. Ein Brief aus Amphissa sagt: „Zu meinem Vergnuͤ⸗ gen kann ich Ihnen melden, daß die Raͤuber sich uͤber die Graͤr⸗ zen zuruͤckgezogen haben; doch sind sie unseren Graͤnzen ganz nahe und haben sich mit den andern dort befindlichen Ban⸗ den vereinigt, um Agrapha zu uͤberrumpeln und den Capi⸗ tain Isatsos von dort zu vertreiben, und seine Kapitane⸗ rie in Besitz zu nehmen. Sie haben zwei Soͤhne eines der angesehensten Bewohner von Agrapha bei sich, fuͤr deren Ausloͤsung sie nicht Geld verlangen, sondern die Mitwir⸗ kung des Vaters, daß der Pascha ihnen schriftlich die Ka⸗ pitanerie abtrete. Der General Gordon befindet sich in dem nicht fern gelegenen Osbestis. Dank den Maßregeln der Regierung: Alle Eparchieen des Festlandes, die an den Graͤnzen liegen, sind von den Raͤubern befreit und in voller Ruhe. Be⸗ reitwillig eilen die Bewohner bewaffnet herbei, so oft sie von dem General Gordon dazu aufgefordert werden. Ein Brief aus Patras meldet, daß Herr Suzzo, seitheriger Griechischer Ge⸗ sandter in Petersburg, mit seiner Familie in Patras angekom⸗ men sey. Der Redacteur macht sich daruͤber lustig, daß der Brief von einem Prinzen Suzzo spreche, und nennt Griechen⸗ land das beprinzte. Am Schlusse dieses Blattes steht die Nach⸗ richt: „Der genannte Herr Michael Suzzo ist in Athen einge⸗ troffen. Moͤchten die Schatten unserer beruͤhmten Vorfahren ihm Hellenische Gesinnungen einhauchen.“ b
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Berlin, 9. Okt. Nachrichten aus Breslau zufolge, ist der kommandirende General des üten Armee⸗Corps, General der Kavallerie Graf v. Zieten, einer Einladung Sr. Maj. des Kai⸗ sers von Rußland zufolge, am 6ten d. M. uͤber Warschau nach dem suͤdlichen Rußland abgereist, um daselbst die Militair⸗Kolo⸗ nieen in Augenschein zu nehmen. — Zugleich meldet man aus Breslau den an demselben Tage in den Morgenstunden er⸗ folgten Tod des Wirklichen Geheimen Raths und Chef⸗Praͤsiden⸗ ten des dortigen Ober⸗Landesgerichts, Freiherrn v. Falkenhausen, im 76sten Lebensjahre. Er hatte bereits am 9. Febr. 1829 sein 5Cjaͤhriges Dienst⸗Jubilaͤum gefeiert.
— Man schreibt aus Marienwerder unterm 1sten d. M.: „Heute gegen Mittag trifft die kombinirte Russische Jaͤger⸗ Garde, von Kalisch kommend, hier in Marienwerder ein, haͤlt morgen Ruhetag, und verlaͤßt uns Sonntag Morgens, worauf gegen Mittag wieder das Grenadier⸗Regiment „Friedrich Wil⸗ helm III.“ hier einruͤckt, am Montag Morgen aber seinen Marsch nach Danzig fortsetzt.“
— Am 2ten d. M. beging die Bibel⸗Gesellschaft zu Kö ⸗ nigsberg in Pr. in der dortigen Schloßkirche ihr Stiftungs⸗ fest. Die Feier, an welcher eine uͤberaus zahlreiche Versamm⸗ lung Theil nahm, begann mit einem Gebete, das der Missions⸗ Prediger Bergfeldt am Altare sprach. Die Festpredigt hielt der
Begriff zu geben, theilt ein Korrespondent der Muͤnchener poli⸗ tischen Zeitung folgende Uebersicht mit: „Die Athina, Nr. 260, wirft der Regierung vor, sie mache Ruͤckschritte, waͤhrend alle uͤbrigen Nationen und deren Regierungen im Vorwaͤrtsschreiten begriffen seyen. Als Belege fuͤhrt sie an, daß die Regierung die Einfuͤhrung des Zeitungs⸗Stempels beabsichtige, daß sie das Lotto nicht untersage, da doch mehrere Deutsche Kaufleute derlei Ein⸗ ladungen offen in ihren Laͤden aufhaͤngten, daß sie den Zwei— kampf nicht unterdruͤcke, und eine Polizei nach dem Muster der Oesterreichischen einfuͤhren wolle. Ein Brief aus Pa⸗ tras schreibt, daß man das baldige Ende der Raͤubereien in Folge der getroffenen Maßregeln erwarte; uͤbrigens liege das Uebel darin, daß die Tuͤrken die Raͤuber aufnaͤhmen, statt sie zu verfolgen. In Nr. 261 wird uͤber die Un⸗ thaͤtigkeit der Regierung Klage gefuͤhrt, was um so mehr auf— fallen muͤsse, da doch Kolettis, nach der allgemeinen Meinung das Hinderniß und der Anstoß der Regierung, entfernt sey. Es wird ferner Klage gefuͤhrt uͤber die unverantwortliche Sorglosig⸗ keit der staͤdtischen Behoͤrden, die, waͤhrend uͤber 4000 Menschen erkrankt seyen, noch immer nichts fuͤr die Reinlichkeit in der Stadt thue, und so komme es, daß die Hauptstadt Griechenlands sich in nichts von einer Afrikanischen oder Tuͤrkischen Stadt un⸗ terscheide. Sie giebt die Nachricht von der Abreise des Tuͤrkischen Agenten. — Nr. 262 vom 11. August enthaͤlt einen Artikel uͤber die pro⸗ fektirte Bank, und eine Masse von Vermuthungen uͤber die Unterhand⸗ lungen des Englischen Agenten mit der Griechischen Regierung. Es wird darin auf baldige Einfuͤhrung dieses Etablissements gedrungen. In No. 263 vom 15. August wird das Verfahren bei Aufhe⸗ bung der Kloͤster und dem Verkaufe ihrer Guͤter getadelt, der
der Thuͤre gewesen waͤre. Die Abreise des Tuͤrkischen Com⸗ missairs wird der Ungeduld und den uͤbertriebenen Forderungen desselben zugeschrieben. Es heißt, daß wiederum Raͤuber in Krawara erschienen sind, daß sie in ein dort gelegenes Dorf eindrangen, das Haus des Demogeronten verbrannten, seine Frau mit sich nahmen, und nun ein Loͤsegeld von mehreren tausend Drachmen verlangen; Hr. Gordon scheint auf den Lorbeern sei⸗ nes Feldherrnstabes zu ruhen. — Nr. 264 vom 22. August ent⸗ haͤlt eine Abhandlung uͤber die herrschende Epidemie. Ein Brief aus Patras sagt, daß abermals 2 Menschen an dem Flusse Al⸗ phros von den Raͤubern ermordet worden seyen. Der Räuber Chosades soll sich uͤber die Graͤnze begeben haben, um sich mit einem andern Raͤuber⸗Chef zu vereinigen, der von Emir⸗Pascha verfolgt wird. Nr. 266 vom 28sten August enthaͤlt einen Artikel uͤber das Institut der Geschwornen, fuͤr dessen Einfuͤhrung man dem Gesetzgeber zwar danken muͤsse, das aber noch allzuviele Maͤngel habe, als daß das Volk sich damit begnuͤgen koͤnnte. In einem andern Artikel wird er⸗ zaͤhlt, daß die Geschwornen am 2lsten zum erstenmale zu Ge⸗ richt saßen. Ueber die Raͤuber heißt es: „Ungluͤcklicher Weise werden die Raͤuber, statt sich zuruͤckzuziehen, immer frecher und verwegener. Herr Gordon versteht es nicht, Raͤuber zu verfol⸗ en. Man sagt, daß ein Corps von 120 Raubern uͤber die Tuͤr⸗ ische Graͤnze drang, und sich mit den Raͤubern im Innern des Koͤnigreichs vereinigte.“ (Scheint voͤllig ungegruͤnder). — In Nr. 267 wird der Regierung der Vorwurf gemacht, daß sie fuͤr
den Unterricht und die Bildung theils zu wenig thue, theils nicht zweckmaͤßige Mittel waͤhle. Aus Lamia schreibt ein Korre⸗
so uͤbereilt und ungeschickt gewesen sey, als wenn der Feind vor
Pfarrer Dr. Weiß. Aus dem Berichte, den demnaͤchst der Se⸗ cretair der Gesellschaft abstattete, ergiebt sich, daß seit dem Zljaͤhrigen Bestehen dieser letztern 25,434 Bibeln und neue Testa⸗ mente und davon in dem letzten Gesellschafts⸗Jahre, in welchem sie sich mit Hinzunahme des vorjaͤhrigen Bestandes einer Einnahme von 901 Rthlr. zu erfreuen gehabt, 1217 Exemplare der heiligen Schrift vorzugsweise unter die aͤrmeren Bewohner der Stadt und Provinz theils unentgeltlich, theils zu niedrigem Preise ver⸗ theilt hat, und daß außerdem durch den Prediger Bergfeldt Seitens der Londoner und Edinburgher Bibel⸗Gesellschaft und fuͤr Rechnung derselben 1438 Bibeln, neue Testamente und Psalter verbreitet worden sind.
8. Oklober. Luftdruck... Luftwärme .. Thaupunkt .. Dunstsättigung Wetter.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens †RNachmittags Abends Nach einmaliger
6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung. ennanevenn
Quellwärme 7,79 R.
Flußwaͤrme 10,0 0 R.
Bodenwärme 10,8 0 R.
Ausdünstung 0,084“Rh.
Niederschlag 0.
Nachtkaͤlte 3,6 ° R.
1,10 R. 65 pECt.
—
337,60“ Par. 336,04“ Par. 9,2 0 R. 4490 R. 0,00 R. 0,9 0 R.
46 vCt. 74 vCt. heiter. heiter.
Wind NO. NW.
Wolkenzug. NO. —
Tagesmittel: 330,97“ Par. 6,5 0 R...
337,28“ Par. 5, 0 R. 2,4 0 R.
75 vCt. heiter. NW.
rliner Börn Den 9. Oktober 1835.
Amtltcher Fonds-
B e 116““
1 uvnd weld-çours-Zetter. r. Tour. . Br. Cour. Hrief. [.Celd. † 2HrHt 1028.1a.
101 76 2 101112 tpr. PfaudUr. [410272 997¾ 99³ Pomm. do. 4 104 1½ 60 —1/4 59³ 4 [Kur- u. Neum. do. 4 101 ½
101] 8 100 ¾½ [Schlesische do. 4 8
10] e Rückst. C. und Z.
101⁵½ Sch. d. K. u. N.
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St.-Schuld-Seh. Pr. Engl. Obl. 30. Prümch. d. Seech. Kurm. Obl. m. l. C. Nm. Iut. Sch. do. Herl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Dauz. do. in Th. — Westpr. Pfandhr. 102 2 Groish. Pos. do. 103
Ausw ärtige Börsen. Amsterdam, A4. Oktober.
Niederl. wirkl. Schuld 54 ⁄1 8. Kanz - Bill. Cortes 29. 1
100 ½ 101 ⅛
8 ½
41 4
Gold al marco Neue Ducaten 18 ¾ FPriedrichsd'or 135 8 Discouto 3
216 ½ 215 ½
13 ¼
245716.
31. 2 S- “ Antwerpen, 3. Oktober.
5 % Span. 21 ⅛. Zinsl. —. Cortes 29 . Neue 2₰ 8 Helg. Aör. 18 4 Anl. à1 ½¼ 6 Frankfurt a. M., 6. Oktober. esterr. 5 % Metall. 102. 101 ⅛. 4 % 9811A 6. 980 81. S. G. 16% 24 2 lnr. Uunk-Leizen 1608. 1001. Part br. 11677% Br. Loovse zu 500 Pl. 115 ¼. 115 ⅛. 1.008ℳ 2u 100 FI. 21217 „3 Preuss. Pc.-Sch. 59 ⅛. 58 ⅛. do. 4 % Anl. 98 %. Br. Pom e.
68 1¶1 68 ½. 5 % Span. Kente 28 ⅓. 28 ⅛. 3 ¾% 161 16 ¼
Paris, 3. Oktober. 70 72 * 4‧
compt. 81.
5 % Rente pr. compt. 108. 25. sin cour. 108. 40. 32 % pr. 60. tin cour. 81. 70. 5 % Neap. fiu cour. 99. 5. 5 %
Span. Rente 3132. 05% do g. S . 8 34 port, 581¹ . 30% 40. 20. Auwg. Schuld 13 ½. Cortes 82.