8 Max von Aim 1hten war in Lissabon ein Dekret erlassen worden, wodurch
dem Praͤtendenten, guag ist in einem Mamfeste der Regentin an die Nation ent⸗
istische Hauptquartier war am 20sten in Mendoza bei Vittoria. Lordova befand sich am 20sten mit seiner Haupt⸗Division in Niranda am Ebro, woselbst er uͤber Logrosio und Rioja ange⸗ langt war. Die Nachricht von der Einnahme von La Puebla deurch die Karlisten scheint noch der Bestaͤtigung zu beduͤrfen.“
88 Der Graf von Espagne ist am 24sten d. M. in Nimes an⸗ gekommen; gebracht werden. “
Großbritanlen und Irland.
London, 30. Oktober. Der Koͤnig kam vorgestern nach der Stadt und hielt im St. James⸗Palast eine Geheimeraths⸗ Versammlung, welcher die hohen Staats⸗Beamten und die in der Stadt anwesenden Minister beiwohnten. Es wurden Sr. Majestaͤt mehrere Geheimeraths⸗Befehle zur Genehmigung vor⸗
geiegt. Nachher ertheilte der Koͤnig den Lords Melbourne, Hol⸗
land, Palmerston, Gienelg und Albemarle Audienz. Es war dies die letzte Geheimeraths⸗Versammlung vor der Abreise des Hoses von Windsor nach Brighton, die auf den 2. Nov. festge⸗ setzt ist. Se. Majestaͤt werden erst in der zweiten Woche des Novembers wieder nach London kommen, um den Bericht des Recorders im St. James⸗Palast entgegenzunehmen.
Die Prinzessin Victoria befindet sich jetzt schon wieder ziem⸗ lich wohl, obgleich sie die Luft noch vermeidet.
Der Herzog von Wellington, dessen Krankheit nicht so schlimm gewesen ist, als die Zeitungen sie machten, ist so weit wieder her⸗ gestellt, daß er schon am Sonnabend eine große Gesellschaft em⸗ pfangen wollte.
Man will wissen, daß der General Sebastiani seinen Bot⸗ schafter⸗Posten am hiesigen Hofe nicht niederzulegen gedaͤchte; indeß wirs dem von verschiedenen Seiten, namentlich von der Morning Chroniele und von der Morning Post, wider⸗ sprochen.
Dem Pariser Korrespondenten des Morning Herald zu⸗ folge, staͤnde der Nord⸗Amerikanische Geschaͤftstraͤger zu Paris im Begriff, Frankreich auf Befehl seiner Regierung zu verlassen.
Es heißt, der Vice⸗Admiral Sir Peter Halkell wuͤrde an die Stelle des Sir George Cockburn, dessen dreijaͤhrige Dienst⸗ zeit im Dezember ablaͤuft, zum Oberbefehlshaber auf der Nord⸗ Amerikanischen und Westindischen Station ernannt worden. Die Mornine Chroniele hatte in einem fruͤheren Blatte einen Auszug aus einem Schreiben gegeben, welches einer der ausgeschlossenen Meister der Orangisten⸗Logen an Lord Kenyon, den Vice,Großmeister in England, gerichtet hatte, und welches schwere Beschuldigungen gegen den Oberst Fairman enthielt. Die oemselben zur Last gelegten Handlungen werden jetzt von der Morning Post im Auftrag des Oberst Fairman in Abrede gestellt. Oberst Fairman, sagt dieses Blatt, habe nie in der bezeichneten Weise gehandelt und nie ein Wort geaͤußert, aus welchem man auf so hochverraͤtherische Plaͤne schließen koͤnnte. Ein anderes Toryblatt enthaͤlt die Anzeige: „Oberst Fairman, der von den ministeriel⸗ len Bläͤttern des Hochverraths oder aͤhnlicher Dinge angeschul⸗
digt worden ist, zeigt uns an, daß er heute Morgen seine Karte 1 genzuwirken.
auf dem Ministerium des Innern abgegeben hat, mit der Be⸗ merkung, daß er in Bezug auf gewisse durch das Organ der Presse gegen ihn erhobene Anschuldigungen es fuͤr seine Pflicht, sowohl gegen sich selbst als gegen den Staat gehalten habe, sein Adresse abzugeben.“ (Vergl. das unten folgende Schreiben aus London.
Lord Redesdale, Lord Eastnor und der Bischof von Roche⸗ ster haben in dem neu gebildeten protestantischen Verein von Worcestershire die Aemter als Vice⸗Praͤsidenten jenes Vereins angenommen.
Der Fuͤrst von Canino (Lucian Bonaparte) ist von einer
Reise durch Schottland wieder nach seiner Villa in Brompton zuruͤckgekehrt.
In einem vom Courier mitgetheilten Schreiben aus Dublin vom 28. Oktober wird behauptet, daß jetzt in Irland
eine Ruhe herrsche, wie man sie lange nicht erlebt habe, und
daß die wenigen Unthaten, welche die Tory⸗BVlaͤtter ihren Lesern noch auftischten, um ihnen das Gegentheil einzureden, nur in den abgelegensten Winkeln vorkaͤmen und von allen Rechtlichen verabscheut und verworfen wuͤrden. „Und“, sagt jener Korre⸗ svondent, „blicken Sie auf den protestantischen Theil, auf den Norden von Irland, so finden Sie, daß sich alle die bedeutend⸗ sten Staͤdte desselben durch die wohlwollendsten politischen Ge⸗ sinnungen auszeichnen, daß dort die Fanatiker zurechtgewie⸗ sen und Toleranz und gesellige Tugenden aufgemuntert wer⸗ den. Dies sind die charakteristischen Kennzeichen der Staͤdte Belfast, Derry, Newry, Coleraine und Drogheda; genug, unsere jetzigen Irlaͤndischen Protestanten, ich meine die Majoritaͤt der⸗ selben, machen gemeinschaftliche Sache mit ihren katholischen Landsleuten. Als Beweis davon kann Ihnen die Aufnahme dienen, welche Lord Mulgrave bei den Presbyterianern in Bel⸗ fast gefunden hat; der ehrenvollste und enthustastischste Empfang wurde ihm von ihnen bereitet.“ In Falmouth waren Nachrichten aus Lissabon vom 18. d. eeingegangen. An letzterem Orte wußte man, daß die 6000 Mann starke Portugiesische Huͤlfs⸗Armee noch nicht uͤber die Spanische Graͤnze gegangen war; sie sollte vor ihrem Einzuge noch um 19,900 Mann, nach anderen Berichten nur um 2500 Mann, velmehrt werden. Nach Angaben in der Times soll in Lissa⸗ ben der Plan einer Vermaͤhlung der Koͤnigin mit dem Prinzen von Koburg aufgegeben worden und wieder einmal der Prinz euchtenberg zum Braͤutigam designirt worden seyn.
dder Englische Sovereign, zu dem Werth von 4600 Reis, als gangbare Muͤnze in Portugal erklaͤrt wurde.
8 Im heutigen Courier liest man: „Wir haben Berichte aus Madrid vom 19ten d. M. erhalten. Am 18ten hatte die
18 Roͤnigin die Madrider National⸗Garde die Revue passiren lassen und bei dieser Gelegenheit oͤffentlich verkuͤndet, daß der Streit
mitt den Andalusischen Junten auf eine zufriedenstellende Weise bbeigelegt worden sey. Wir sind um so mehr geneigt, dieser Nach⸗ eicht Glauben beizumessen, als die von uns mitgetheilte Procla⸗ mation der Junta von Andujar (siehe unten den Artikel Spa⸗ nien) keine ernsthafte Ursache des Zwiespalts zwischen der ZJZuntg und dem Premier⸗Minister mehr obwalten laoͤßt. Die 1 Cö'’ Hof⸗Zeitung vom 19ten kuͤndet denn auch offiziell an, daß alle Differenzen, mit einziger Ausnahme des Kampfes mit ausgeglichen worden seyen. Diese Ankuͤndi⸗ halten. Sie ruft in demselben alle gute Spanier auf, sich Be⸗ hufs der Vertheidigung des Thrones und der Freiheit um sie zu sammeln, und diesem ihrem Aufrufe wird von allen Seiten durch 1ehen patriotischer Gaben begegnet. Die Hofda⸗ men und andere Frauen des ersten Ranges sollen sich erboten haben, Kleidungsstuͤcke fuͤr die Soldaten zu naͤhen. Herr Mendizabal hat alle Klassen der Bewohner Spaniens mit Enthusiasmus zu erfuͤllen und diesen Enthusiasmus frucht⸗
“ “ 1111“
bar zu machen
er soll nach Lille (Andere behaupten, nach Nancy)
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gewußt. Auch von der Armee haben wir einige naͤhere Nachrichten. Sie bestaͤtigen das Geruͤcht von der Einnahme Puebla's, welches aber allem Anschein nach ein Ort von geringer Bedeutung ist. Die dem General Cor⸗ dova zugeschriebenen Plaͤne, daß er die Bruͤcken abbrechen und zerstoͤren lassen wolle, zeigen, daß er der angegriffene Theil ist, und aus der Nachricht, daß die Christinos sich aus dem Fort St. Bartolomeo nach St. Sebastian zuruͤckgezogen, laͤßt sich schließen, daß die Karlisten dort noch staͤrker sind. Das in Paris verbreitete Geruͤcht, daß Vittoria in die Haͤnde der Karlisten ge⸗ fallen sey, wird uͤbrigens durch die naͤheren vom „Messager“ mitgetheilten Nachrichten widerlegt.“
Der Oberst Caradoc hat fuͤr seine Dienste waͤhrend des Spanischen Buͤrger⸗Krieges in den Baskischen Provinzen von der verwittweten Koͤnigin von Spanien den Stern des Ordens Kaerbs UII. erhaiten. — 1
Herr Edward Ellibe, ehemaliger Kriegs⸗Seeretair, besindet sich jetzt in Spanien; er ist an der suͤdlichen Kuͤste gelandet.
Wie der Courier meldet, ist der General Llauder, angeblich mit einer politischen Misston beauftragt, in der That aber nur um seinen Feinden zu entgehen, in Paris angekommen.
Mit dem „James Watt“ sind in der Themse 60 — 70 Invaliden vom Englischen Huͤlfs Corps aus Santander ange⸗ kommen; sie sind auf Kosten der Spanischen Regierung nach England zuruͤcktransportirt worden. Die Nachrichten vom Ge⸗ neral Evans lauten 8 daß er noch mit den Vorbereitungen zur Eroͤffnung seiner Campagne beschaͤftigt war. 886
Dem Courier zufolge, ist das Loos derjenigen in Spani⸗ schen Dienst getretenen Leute, die wegen Krankheiten oder Wun⸗ den, die sie sich in diesem Dienst zugezogen oder erhalten haben, nach England zuruͤckgeschickt werden, beruͤcksichtigt und dafuͤr ge⸗ sorgt worden, daß sie nach den Orten, wo sie angeworben wor⸗ den, zuruͤckkehren koͤnnen, indem einem jeden Mann fuͤr 10 Eng⸗ lische Meilen immer eine Unterstuͤtzung von 6 Pence ausgezahlt oder freie Reisegelegenheit fuͤr sie beschafft werden soll; doch soll diese Verguͤnstigung nur denjenigen zu Theil werden, die den Dienst unter ehrenvollen Umstaͤnden verlassen haben.
Der „Lord Lynedoch“, der „Lord Dalmeny“, der „Keziah“ und der „Favourite“, welche Pferde nach Santander bringen sollen, liegen noch in Portsmouth, von wo sie des schlechten Wetters wegen nicht fort koͤnnen.
In Neu⸗Braunschweig wird jetzt unter dem Titel: „Neu⸗ Braunschweigisch⸗Ostindische Compagnit“ eine Gesellschaft zum Zweck des direkten Handels nach China mit einem Kapital von 49,090 Pfund gebildet. .
Die in London eingetroffenen Nord⸗Amerikanischen Blätter sind hauptsaͤchlich mit Berichten uͤber die Verwuͤstungen ange⸗
fuͤllt, welche heftige Stuͤrme an der Ost⸗ und Suͤdkuͤste ange⸗
richtet hatten; der politische Sturm, der uͤber einige Staaten der Union hereinzubrechen gedroht hatte, schien sich gelegt zu haben. Nach dem Muster der Maͤßigkeits⸗Vereine ist in New⸗York seit kurzem auch ein Verein entstanden, um dem Spiel entge⸗
— — London, 30. Okt. Vor ein paar Tagen erschien in den Zeitungen ein Brief von einem gewissen Herrn Heywood, als Großmetster der Orangisten⸗Logen in Yorkshire, an Lord Kenpon, als Vice⸗Großmeister des Ordens in England, worin er sich mit 37 Logen von der Haupt⸗Loge lossagt, zugleich aber den Oberst Fairman staatsgefaͤhrlicher Umtriebe anklagt. Es ist zu bemerken, daß, waͤhrend der Standard ohne wei⸗
steres den Oberst Fairman aufgiebt und darauf besteht, daß
eine so wichtige Anklage nicht ununtersucht bleiben duͤrfe, die Times weder den Brief selbst aufgenommen, noch eine einzige Bemerkung daruͤber gemacht hat; daß aber in der heutigen Mor⸗ ning Post eine Erklaͤrung im Namen jenes Offiziers erscheint, worin er die Beschuldigung als eine grobe Lüͤge behandelt. Den Tories kommt jetzt der eben erschienene Vericht der Un⸗ terhaus⸗Kommission, welche mit der Untersuchung der Kla⸗ gen uͤber den in Irland den Waͤhlern angethanen Zwang beschaͤf⸗ tigt war, ganz zur rechten Zeit. Denn es zeigt sich hier aufs klarste nicht nur der wildeste und unversoͤhnlichste Haß vieler katholi⸗ schen Priester gegen die protestantische Kirche, deren Geistlichkeit und die dieselben unterstuͤtzenden Tories, sondern auch, daß sie keinen Anstand genommen, sich ihrer geistlichen Macht und in manchen Faͤllen sogar koͤrperlicher Gewalt zu bedienen, um ihre Pfarrkinder nach ihrem Sinne stimmen zu machen. Die katho⸗ lischen Landleute theilen zwar Gesinnung und Willen mit den
Priestern, und es wuͤrde von deren Seite keines Zwanges be⸗
duͤrfen, wenn die armen Leute sich nicht unter dem Zwang der Gutsherren befaͤnden, welche (wie jener Bericht gleichfalls zur Benuͤge zeigt) den Ungehorsam ihrer Paͤchter bei Parlaments⸗ Wahlen oft durch die grausamste Ausstoßung aus ihren Huͤtten, kostspielige Prozesse und selbst Verfolgungen von Aeltern, Kin⸗ dern und Geschwistern der Widerspenstigen bestrafen. Aber die⸗ sen Zwang von Seiten der Gutsherren haͤlt man fuͤr ganz na⸗ tuͤrlich, da ja Jeder „mit den Seinigen“ thun duͤrfe, was er will, und da ihr Zweck die Erhaltung des Bestehenden ist, so darf man es mit den Mitteln nicht zu genau nehmen. Aber gerade dieser Erhaltung des Bestehenden sind die Priester ent⸗ gegen, weil es die Aufrechthaltung der Suprematie einer frem⸗ den Kirche in sich faßt; demnach bedienen sie sich, ohne Ruͤcksicht auf die oft unausbleiblichen Folgen fuͤr die Bauern, aller moͤg⸗ lichen Mittel, um sie gegen die Tories stimmen zu machen, und es laͤßt sich wohl denken, daß da, wo das ganze zeitliche Gluͤck eines armen Mannes auf dem Spiele steht, nichts Geringeres, als die von der Ewigkeit entlehnten Gruͤnde denselben bewegen koͤnnen, jenes zu wagen. Dieses erklaͤrt es denn auch, wie sie in dem Taumel der Leidenschaft schlecht genug seyn koͤnnen, sich selbst des Beichtstuhles und der Kanzel zu bedienen, um die Ge⸗ muͤther durch Furcht, Hoffnung und entflammte Parteiwuth zu der in solchem Falle nothwendigen Selbstvergessenheit zu treiben; die Unwissenheit des gemeinen Volkes ist hierbei aber ihr vor⸗ zuͤglicher Gehuͤlfe. Wenn also diesem priesterlichen Unfug entge⸗ gengearbeitet werden soll, was eben so wenig durch Gesetzes⸗ Zwang geschehen kann, als die Hemmung der Tyrannei der Guts⸗ herren, so muͤssen fuͤrs erste die Priester zugleich unter den Schutz wie unter die Aufsicht und in den Sold der Regierung genom⸗ men und dabei keine Kosten, keine Anstrengung geschont werden, um das Volk zu erziehen. Die besseren unter den Priestern scheinen dieses selbst zu wuͤnschen, wie neulich der katholische Erz⸗ bischof von Armagh zu Belfast erklaͤrte, indem er das neue Schul⸗ wesen lobte und seine Freude daruͤber ausdruͤckte, daß in einem Bisthum, welches er nannte, in jeder Huͤtte die Bibel zu finden und die Religioͤsitaͤt des Volkes dadurch vermehrt seyv. Der Parteigeist sfindet es jedoch bequemer, alle jene Uebel dem Ka⸗ tholizismus zuzuschreiben; denn da er es der Regierung zum Ver⸗ brechen macht, daß sie den Katholiken Gerechtigkeit widerfahren las⸗ sen will, so kann ihm nichts nuͤtzlicher seyn, als wenn er den
8
8 Katholizismus in das verhaßteste und gefaͤhrlichste Licht setz Indessen ist es erfreulich, daß so Manche, die fruͤher von diese Geiste beseelt waren, in Irland so eben bei dem Besuche de Vice⸗Koͤnigs zu Belfast bewiesen, daß sie das edle Streben die ses vortresslichen Mannes, das Beste jenes Landes zu foͤrdern anerkennen, indem sie sich mit Whigs und Katholiken vereinig ten, um den Vertreter Koͤniglicher Majestaͤt in ihm zu verehren und obgleich die Tory⸗Journale fortfahren, mit Verachtung vo ihm zu sprechen, und es ihm als eine Erniedrigung zuschreiben daß er O'Connell zu Tischs gebeten, machen es sich ausgezei nete Tories doch zur Ehre, ihn bei sich als Gast zu bewirthen und unter diesen Tories besindet sich kein geringerer, als d Erzbischof Beresford.
Niederlande. “
Aus dem Haag, 30. Okt. Die Sectionen der zwets Kammer setzen ihre Untersuchungen der Budget⸗Gesetz⸗Entwuͤr sort. Heute ist an die Mitglieder derselben ein neuer Geset Entwurf, welcher die zu bewirkenden Abaͤnderungen im dritte Titel des ersten Buches des Handels⸗Kodexr enthaͤlt, verthen worden.
Eine Deputation des Koͤniglichen Instituts fuͤr Kuͤnst Wissenschaft und Literatuͤr hatte vorgestern die Ehre, Sr. M jestaͤt dem Koͤnige einen Bericht uͤber die vorjaͤhrige Wirksa 88 dieses Instituts woͤhrend des abgewichenen Jahres zu uͤbe reichen.
Belgtien. Brüuͤssel, 30. Okt. Durch ein Cirkular des Gouverneu
der Provinz Brabant wird in Erinnerung gebracht, daß diejenn gen Belgier, die im Auslande Dienste genommen und vor daßeckung nicht erhiette,
1. Januar 1835 nach ihrem Vaterlande zuruͤckzekehrt sind, ebe so wie die in Holland gebornen Einwohner von Belgien, d bereits vor dem 6. Februar 183v1 in diesem Lande domizilirt w ren, auf alle Verguͤnstigungen des Indigenats Anspruͤche mache
soͤnnen.
Eine Gesellschaft zur Befoͤrderung des Flachsbaues in Bo zien ist im Begriffe, sich zu organistren, und wird sowohl! Hrüͤsel, als in Gent und Luͤttich, Etablissements haben.
Nicht Herr Jacques Laffitte, sondern Herr Jean Bapt Laffitte ist in Bruͤssel angekommen.
Danemark.
Itzehoe, 29. Okt. Die Anwesenheit unserer, zum erstn male zusammengetretenen Holsteinischen Staͤnde mußte dem strigen doppelten Geburtstage in dem angestammten Koͤnigs hal hier eine besonders erfreuliche und erhebende Bedeutung geh In diesem Sinne hatte der Koͤnigl. Kommissarius, Herr Kon renzrath Hoͤpp, in dem geraͤumigen Lokale des kloͤsterlichen Kr vent⸗Saales eine zahlreiche Gesellschaft zu einem Festmahle einigt, die, außer den Mitgliedern der Staͤnde⸗Versammiung uü. vielen Gaͤsten aus der Stadt und deren Nachbarschaft, auch mamn aus fernerer Gegend herbeigekommene Landsleute und selbst ein zufaͤllig hier anwesende Fremde, im Ganzen 78 Personen, befaßt Unter den Fremden befand sich ein bekanntes Mitglied der H noverschen Staͤnde⸗Versammlung, Hr. Freudentheil. Dem stattlicht Lokal mit entsprechender Beleuchtung, der reich geschmuͤckten im besetzten Tafel und der ganzen aͤußeren Ausstattung des Fest entsprach die heiter festliche Stimmung der bunt gemischie Gaͤste. Wie billig, brachte der Wirth zuerst die Gesundheit .
beiden hohen Personen, deren Geburtstag eben gefeiert wurhg
näͤmlich unserer Koͤnigin und Kronprinzessin, aus, worauf Musik⸗Corps die Melodie des allbekannten Koͤnigsliedes ertan ließ. Dieser ersten Gesundheit folgte die des geliebten Koͤn welche der Abgeordnete Lorenzen ausbrachte, und den Besch machte die von dem Abgeordneten Obergerichts⸗Advokaten U. ausgebrachte des Koͤniglichen Kommissarius. Die Geseellsche die si 14 Uhr vereinigt hatte, trennte sich erst spaͤt Abem
Deutschland. Hamburg, 2. Nov. Auf die dem Senat geschehene! zeige von dem erfolgten Ableben des bei ihm beglaubigten Koͤn, Schwedisch⸗MNorwegischen außerordentlichen Gesandten und vollmäaͤchtigten Ministers, Commandeur Signeul, hat derselbe hinterbliebenen Frau Gemahlin des Verewigten dieserhalb aufrichtigstes Beileid bezeugen lassen. 1“
Oesterreich.
Wien, 30. Okt. Ihre Kaiserl. Hoh. die Frau Erzherze
Sophie ist am 27. Oktober, um halb eilf Uhr Nachts, einer Erzherzogin gluͤcklich entbunden worden, und befindet .
nebst der neugebornen Erzherzogin, mit Ruͤcksicht auf die staͤnde, bei erwuͤnschtem Wohlseyn.
Gestern Mittag um 12 Uhr fand die oͤffentliche Taufe! neugebornen Erzherzogin, in Gegenwart Ihrer Kaiserl. Maj ten, wie auch im Beiseyn der hier anwesenden hoͤchsten Famll glieder, mit dem herkoͤmmlichen Gepraͤnge in der Hofburg⸗Pf kirche statt. Die feierliche Tauf⸗Handlung wurde von Fuͤrst⸗Erzbischofe von Wien, unter Assistenz von Bischoͤfen! infulirten Praͤlaten, verrichtet. Tauf⸗Pathin waren Ihre M die regierende Kaiserin. Die Neugeborne erhielt die Nam⸗ Maria Anna Carolina Pia. Die Ober⸗Hofmeisterin . Kaiserl. Hoheit der Frau Erzherzogin Sophie, Fuͤrstin von Kine brachte die neugeborne Erzherzogin auf einem reichen Kissen,! sen Huͤlle von zwei Kaiserl. Kaͤmmerern gehalten wurde, in! gleitung des Erzherzogl. Hofstaats zur Taufe, und nach dah ben wieder eben so in die Erzherzogl. Kammer zuruͤck. 2 diplomatische Corps und der Hofstaat wohnten dieser Feitn keit in Galla bei. Die Kaiserl. Leibgarden, gleichfalls in Ge hatten das Appartement und die Hofburg⸗Pfarrkirche be und leisteten im Cortoge die gewoͤhnliche Nebenbegleitung. mittelbar nach dem Tauf⸗Akte geruhten Ihre Majestaͤten in geheimen Rathsstube Cercle zu halten, wobei Se. Kaiserl. K der Erzherzog Franz Carl die Gluͤckwuͤnsche des diplomatz Corps und des Hofstaats empfing. 1 b
Se. Koͤnigliche Hoheit der Herzog von Lucca ist aus v der Koͤniglich Preußische Gesandte am hiesigen Hofe, Mortimer von Maltzan, aus Schlesien und der kommandine General im Lombardisch⸗Venetianischen Koͤnigreiche, Graf Radetzky, aus Mailand hier eingetroffen. 1
Die Wiener Zeitung enthaͤlt nachstehenden Artikel: „ Wassermangel, woran mehrere der volkreichsten und industn sten Vorstaͤdte der Haupt- und Residenzstadt Wien leiden, welcher insbesondere in den Jahren 1834 und 1835 empfindsge war, hatte laͤngst die Aufmerksamkeit Sr. Maj. unsers allen digsten Kaisers und Herrn auf sich gezogen. Der vaͤterlich sinnte Monarch hat daher von dem Augenblicke Seines N.
rungs⸗Antrittes Sich mit dem segenreichen Gedanken beschäft Borstellung im Theater de la Cruz beiwohnen, verinvon der hiesigen Kaufmannschaft eroͤffneten National⸗Sub⸗ Feription fuͤr die Aus
diesem wichtigen Beduͤrfnisse dauerhaft abzuhelfen. Da 4 den Wuͤnschen der treuen Einwohner der Residenzstadt lag,
iner unbegraͤnzten Anhaͤnglichkeit an die
mber d. J. eroͤffnete, und bis ste Gewerbs⸗Produkten⸗Ausstellung der Oesterreichischen Mo⸗ archie ist nun beendet, rzeugern zuruͤckgestellt,
bestimmung umstaltet, und archen verherrlichte oͤffentliche Preis⸗Vertheilung und Belobung
beine Majestaͤt,
eastaͤnden Ihres Allerhoͤchsteigenen hert, sondern durch wiederholte Besichtigung der Ausstellung den ohen Grad der Theilnahme an Tag Ullerhoͤchstdieselben dem chen Gewerbs⸗ und bohnt sind. Schon am 30. August d. J.,
boͤhmen, geruhten Allerhoͤchstdieselben mit Ihrer aiserin, die gleich Ihrem erlauchten Gemahle der inlaͤndischen ndustrie die lebhafteste Theilna rsten Oberst⸗Hofmeisters, l[d, diese
n, an Jeden Worte der Aufmunterung und Zufrieden chten, und mit wahrer landesvaͤterlicher Huld in die nzugehen, ud den Grad der Vervollkommnungen derselben dem Allerhoͤch⸗ een Kennerblicke anschaulich zu machen sich bestrebten. ber eben diese genaue Wuͤrdigung der ausgestellten Objekte es zhren Majestaͤten,
heil ihr zaterlaͤndischen Industrie gewaͤhre, und tief geruͤhrt von so viel
ch stattgehabte Musterung der
tigen Eindruck auf die Gemuͤther gemacht.
hasnans, wechen die Gegenwart der Koͤnigin in den Rei⸗
jer Miliz erregt, und eine von dem lebhaftesten G
8- das Interesse 9 Feeea. Seshe ppen trug nicht wenig dazu bei
der Freude bzela
rioͤnten.
ndenken an den feierlichen Akt der Sr. Mafestaͤt in Wien ge⸗ isteten Erb⸗Huldigung der Nachwelt 1o bebastan so bulben llerhoͤchstdieselben, alle Festlichkeiten aus diesem Anlasse huldvoll lehnend, die Ansicht ausgesprochen, daß dies am zweck⸗ äßigsten durch die Herstellung einer Wasserleitung aus Donau nach den hoͤher gelegenen Vorstaͤdten geschehen Zugleich haben Allerhoͤchstdieselben zu gestatten geru⸗ aß dieser Wasserleitung Allerhoͤchstihr Name beiaelegt de. Diese Allerhechste Ansicht war nicht so bald bekannt worden, als sie sich, wie zu erwarten stand, auch schon der leb⸗ ftesten Theilnahme erfreute. Waͤhrend die Behoͤrden sich mit r Anfertigung der auf diese Wasserleitung bezuͤglichen Plaͤne d Kostenanschlaͤge, weiche nun in allen ihren Theilen auf das dringlichste und sorgfeͤltigste gepruͤft und berichtiget werden llen, mit aller Thaͤtigkeit befaßten, ndesregierung fuͤr die Aufbringung der zur Ausfuͤhrung der⸗ lben erforderlichen Geldmittel Sorge getragen, und zu diesem ehufe durch den Magistrat der Haupt⸗ und Residenzstadt Wien die fuͤr alles Nuͤtzliche und Edle so empfoaͤnglichen Bewohner eser guten Stadt die Einladung zu freiwilligen Beitraͤgen er⸗ hen lassen. Es bedurfte nur dieser Andeutung, um den durch ine patriotischen Gestunungen und die freigebige Unterstuͤtzung er gemeinnuͤtzigen Unternehmungen ausgezeichneten Großhaͤnd⸗ „Georg Freiherrn v. Sina, zu dem Anerbieten zu bestimmen, r Herstellung der erwaͤhnten ” als einen Beweis geheiligte Person Sr. äjestaͤt und des Bestrebens, seinen Mithuͤrgern zu 1 nicht r den bedeutenden Beitrag von dreißigtausend Gulden Conv. uͤnze zu widmen, sondern fuͤr den Fall, als der Bauaufwand ege der eingeleiteten Subscription die vollstaͤndige Be⸗ ste, auch das Abgaͤngige gegen 4proc. Verzin⸗ ng sogleich vorzuschießen. In derselben Zeitung liest man: „Die mit dem 1. Sep⸗ zum 20sten d. M. verlaͤngerte
die eingesendeten Fabrikate sind ihren oder den Kaͤufern derselben eingehaͤndigt orden; schon werden die aus Allerhoͤchster Gnade hierzu ge⸗ idmeten Lokalitaͤten der Kaiserl. Burg nach ihrer urspruͤnglichen eine durch die Gegenwart des Me⸗
ird fuͤr diesmal eine National⸗Anstalt schließen, welche in der
beschichte der vaterlaͤndischen Industrie eine neue Epoche zu be⸗ uͤnden bestimmt ist. Als ein theures Vermaͤchtniß gen Kaisers Franz I.
des hochse⸗ isers nz J. von dem Erben Seiner Krone und ugenden mit gleicher vaͤterlicher Sorgfalt aufgefaßt, haben üt, unser gegenwaͤrtig regierender nand I., diese Anstalt nicht nur mit wahrhaft Kaiser⸗ cher Munisicenz ausgestattet, und mit hoͤchst interessanten Ge⸗ technischen Kabinettes berei⸗
me zu legen geruhet, welche n Gedeihen und Fortschreiten des inlaͤndi⸗ Fabrikwesens allergnaͤdigst zu widmen ge⸗ unternommenen
m Wohle Ihrer Unterthanen Reise nach
Majestaͤt der
me schenkt, in Begleitung des Fuͤrsten von Colloredo⸗Manns⸗ mit Allerhoͤchstdero Gegenwart zu
Gegenstaͤnde derselben ihrer Auf⸗ Sich die Fabrikanten vorstellen zu las⸗ eit zu wa etalls womit die Exponenten den Werth ihrer Erzeugnisse
Ausstellung glücken, die einzelnen eerksamkeit zu wuͤrdigen,
Wenn
en, ungeachtet eines beinahe zweistuͤndigen Auf⸗ thaltes unthunlich machte, bei dieser ersten Besichtigung heei
che Ausstellungsraͤume dem Allerhoͤchsten Augenscheine zu un⸗ rziehen, so wurden doch auch die 1 r, welchen diesmal nicht die Gnade zu Theil werden konnte, hre Fabrikate Allerhoͤchstdenenselben vorzuzeigen, che allergnaͤdigste Aeußerung innigst erfreut, Majestaͤt orzubehalten geruhen wollen. Und wirklich waren Se. Majestaͤt aum von der Reise zuruͤckgekehrt, als Phrer erzog Franz Karl, in Begleitung des Haus⸗, Hof⸗ und Staats⸗ anzlers, Fuͤrsten von Metternich, und des Staats⸗ und Konfe⸗ enz⸗Ministers, Grafen von Kolowrat Liebsteinsky, Sich am 19ten ber abermals in die Ausstellungs⸗Lokalitaͤten n, eitungs⸗Kommission ehrerbietigst empfangen, waͤhrend einer dritt⸗ albstuͤndigen Anwesenheit sa c engen, e⸗ 8 jehen ließen, gung gewuͤrdigt haͤtten. die Lage der Fabriken, chleißorte, die Ausdehnung des Geschaͤftes, die Zahl der Huͤlfs⸗
Gemuͤther derjenigen Ausstel⸗ durch die so troͤst⸗ 1 daß Sich Seine deren Besichtigung bei Allerhoͤchstderselben Ruͤckkunft
Allerhoͤchstdieselben mit Majestaͤt der Kaiserin und Sr. Kaiserl. Hoheit dem Erz⸗
94. zu verfuͤgen ge⸗ und hier so wie das erste Mal von der Ausstellungs⸗
auch nicht Einen Gegenstand voruͤber⸗ den Allerhoͤchstdieselben nicht Ihrer naͤheren Besich⸗ Die genauesten Erkundigungen uͤber den Standpunkt der Gewerbe und Ver⸗
rbeiter, zeigten den Exponenten neuerdings, welch' hohen An⸗ Monarch und ihre geliebte Landesmuütter der
uld und Gnade konnten sie nur mit Muͤhe den Ausbruch des
auten Jubels unterdruͤcken, als Ihre Mafestaͤten unter den wie⸗ derholten allergnaͤdigsten Ausdruͤcken Allerhoͤchstihrer Zufrieden⸗ heit die Ausstellungs⸗Raͤume verließen. — Noch vor dem Schlusse der Ausstellung geruhten Se. betrag zum Ankaufe von Fabrik⸗Erzeugnissen, welche exponirt wa⸗
Majestaͤt einen bedeutenden Geld⸗
n, mit der ausdruͤcklichen Andeutung zu bestimmen, daß so⸗
wohl die vorzuͤglichsten Gegenstaͤnde, als auch Erzeu ni in⸗ hetelen Töätigten aus allen The ch Erzeugnisse der in derden sollen, welcher Allerhoͤchste Auftrag berei 1b hesetzt worden venh hoͤchste Auftrag bereits in Erfuͤllung
Theilen der Monarchie gewaͤhlt
Spanlen.
Okt. Kranpölossche Blaͤtter.) Die kuͤrz⸗ ational⸗Garde hat einen guͤn⸗
Madrid, 22.
Man kennt den
des Vaterlandes eingegebene Anrede an die ‚die lauten Aeußerungen hervorzurufen, welche an diesem schoͤnen Tage uͤberall
Heute Abend wird Ihre Mafestaͤt einer außerordentlichen die zum Besten
rouͤstung von 3000 Freiwilligen stattfindet.
hat die Nieder⸗Oesterreichsche
der Regierung anerkannt
niglichen Statu iere d Kasser Fer⸗ glichen Statut gemaͤß, regieren werde, und er
bezeichnen.
dem Tage vor der S
1“
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Der Premier⸗Minister wird in der Loge der Koͤnigin erscheinen. Es ist dies, seit seinem Eintritte in das Ministerium, das erste⸗ mal, wo er sich oͤffentlich Peigen wird; aber die feierliche Gele⸗ genheit, der Zweck der Vorstellung, so wie der Umstand, daß er an der Spitze der Subscriptions⸗Liste steht, dies Alles machte es ihm zur Pflicht, zugegen zu seyn. Das Erscheinen der Koͤnigin und des Premier⸗Ministers in die⸗ ser, im hoͤchsten Grade patriotischen Versammlung wird ohne Zweifei von großer Wirkung seyn. Auch Herr Villiers wird der Vorstellung beiwohnen; man ist gewohnt, bei allen Gelegen⸗ heiten, wo es sich darum handelt, den National⸗Eifer fuͤr die Sache der Koͤnigin anzuregen, ihn an der Seite der Premier⸗ Ministers zu sehen. Der Einfluß Englands ist hier fuͤr Nie⸗ mand ein Geheimniß; er haͤlt indeß Herrn von Rayneval nicht ab, auch in freundschaftlichen, wenn auch minder vertraulichen Verhaͤltnissen zu Herrn Mendizabal zu stehen, als Herr Villiers. Herr Southern, Englischer Gesandtschafts⸗Secretatr, wird mor⸗ gen von Cadix zuruͤckerwartet, wo seine Sendung nicht ganz den gewuͤnschten Erfolg gehabt hat.
Die letzten Depeschen des diesseitigen Gesandten in Paris haben dem Herrn Menditzabal große Freude verursacht. Es konnte ihm nichts angenehmer seyn, als die dem Repraͤsentanten der Koͤnigin gegebene Versicherung, daß das Franzöͤsische Mini⸗ sterium fortwaͤhrend von demselben lebhaften Interesse fuͤr die Koͤnigin beseelt sey. Herr Mendizabal hat nur noch den Wunsch, daß die Franzoͤsische Graͤnze mit groͤßerer Strenge bewacht werde, um zu verhindern, daß die Truppen des Don Carlos durch die Schleichhaͤndler mit allen Beduͤrfnissen versehen wer⸗ den. Ein von der ministeriellen Presse Frankreichs eben so oft wiederholter, als ungerechter Vorwurf, hat den Herrn Mendizabal sehr gekraͤnkt, dessen Ministerium durchaus kein Ministerium der „Konzessionen“ ist. Man braucht nur auf⸗ merksam das Benehmen Mendizabal's seit der Uebernahme seines Amtes zu verfolgen, um sich von der Ungerechtigkeit dieses Vor⸗ wurfs zu Lgheggen Welche Zugestaͤndnisse sind denn gemacht worden? Die Junten verlangten fast säͤmmtlich eine konstituirende Versammlung, und das Ministerium hat sich bestaͤndig geweigert, diesem Wunsche nachzukommen. Die Junten verlangten die Ab⸗ setzung aller Beamten der Regierung, und das Ministerium hat keine Aenderung vorgenommen. Die Junten verlangten, daß die Macht, weiche sie sich selbst gegeben hatten, von werde, und das Ministerium hat sie niemals anerkannt, Fuͤr den aufmerksamen und gewissen⸗ haften Beobachter ist die eine Thatsache hinreichend. Mendiza⸗ bal versprach bei dem Antritte seines Amtes, daß er, dem Koͤ⸗ hat sein Ver⸗ sprechen gehalten. Es ist unmoͤglich, irgend eine Handlung bdes Ministeriums als mit diesem Grundgesetze im Widerspruch zu Der Ausspruch von Martinez de la Rosa in seiner Rede bei Eroͤffnung der Cortes: „Das Koͤnigliche Statut ist der Moͤrtel, womit Sie zu bauen berufen sind“, ist von Men⸗ dizabal in seinem ganzen Umfange beherzigt worden. Er wird den Cortes das Koͤnigliche Statut unbveruͤhrt und rein vorlegen und sie auffordern, darauf weiter zu bauen, indem er es ihrer Sorge und Verantwortlichkeit uͤberlaͤßt, die Entwuͤrfe zu dem H zu machen, zu welchem er ihnen die Materialien gelie⸗
at. —
Der Prado ist seit einigen Tagen von ausgezeichneten Per⸗ sonen besucht worden. Herr von Miraflores, ehemaliger Spani⸗ scher Botschafter in London, hat eine Audienz bei Ihrer Maje⸗ staͤt gehabt, und gestern Abend beurlaubte sich der General Qui⸗ roga bei der Köͤnigin, um zur Uebernahme des Kommando's nach Granada abzugehen, wo er mit Achtung und allgemeinem Vertrauen empfangen werden wird.
der
8 b solle dem General Auesada abgenommen und em
8 1b . werden.
Im Kriegs⸗Ministerium herrscht jetzt die groͤßte Thaͤtigkeit. Man beschaͤftigt sich mit der “ ö öG zur Ausruͤstung einer Armee von 100,000 Mann, um einen ent⸗ scheidenden Schlag gegen die Karlisten ausfuͤhren zu koͤnnen. Man erwartet, diese Verordnung in einigen Tagen in der Hof⸗ Zeitung erscheinen zu sehen.
Eine Spanische Provinz hat den Befehl der Regierung nicht abgewartet, um eine nachdruͤckliche Demonstration zu machen. In den Tagen vom 26. bis zum 30. erwartet man hier naͤmlich 2000 Mann Infanterie, welche Estremadura sendet. Dies ist indeß nur der Vortrab von anderen 8000 Mann, welche die ge⸗ nannte Provinz ausgeruͤstet hat und zur Verfuͤgung der Regie⸗ rung stellt. Andererseits meldet der General Cordova in seinen letzten
Depeschen, daß die Armee die Offensive ergreifen werde, sobald
die Portugiesischen Huͤtfstruppen und andere, von der Regierung versprochene Verstaͤrkungen angekommen seyn wuͤrden. 8 „Die Portugtesische Legion, welche bereits die Spanische Graͤnze uͤberschritten hat, ist 7000 Mann stark. Die Englisch⸗ Belgische Legion, bisher in Portugiesischen Diensten, tritt in Spanische Dienste. Sie zaͤhlt 2400 Mann. Aus allen Gegen⸗ den marschiren Haufen von Bewaffneten nach dem Norden. Die Zahl der Freiwilligen aus Andalusien und Estremadura be⸗ traͤgt 13,900 Mann. Mehrere Regimenter der Garnison von Madrid sind auf dem Marsche nach dem Norden. Diese große militairische Bewegung ist um so wichtiger, als in diesem Augen⸗ blick kein Widerstand gegen die Absichten des Ministeriums mehr stattfindet. Saͤmmtliche Junten von Andalusien haben sich aufgeloͤst. 1
Die gestern aus Andalusien hier eingetroffenen Nachrichten lauten guͤnstig. Man weiß fast ganz positiv, obgleich die Nach⸗ richt noch nicht offiziell ist, daß die Central⸗Junta von Andujar sich aufgeloͤst hat, und man spricht von einer Bewegung der Ar⸗ mee von Despesiaperros nach Unter⸗Aragonien, waͤhrend der General Espinosa an der Spitze von 6000 Mann seinen Marsch nach Navarra richtet. Der Graf de las Navas, welcher sich noch in Madrid be⸗ findet, von dem Ministerium zuruͤckgewiesen, von seinen Freun⸗ den und Soldaten verlassen ist, spielt hier eine traurige Rolle. Die Eroͤffnung der Session der Cortes, die er erwartet, um sich wieder zu erheben, wird ihn ohne Zweifel ganz vernichten. Dies ist auch wohl der Grund, weshalb das Ministerium ihn sich selbst uͤberlaͤßt, und sich mit Gegenstaͤnden beschaͤftigt, die fuͤr das Land von groͤßerem Interesse sind. 1
In Catalonien sind die Waffen der Koͤnigin siegreich gewe⸗ sen. Die Karlisten haben vor Figueras eine Riederlage erlitten, und die Gefangennehmung O’'Donnell's, zweiten Befehlshabers der Navarresischen Division, dessen Truppen in der Gegend von
Olot geschlagen wurden, ist ein wichtiges Ereigniß. Dieser Bri⸗
gadier scheint einen großen geuͤbt beee.
— Der Englische Courier theilt eine Proclamation mit welche die Central⸗Junta zu Anduzar “ Oktober an die Andalusier erlassen hat. Diese Proclamation, von dem Praͤsiden⸗
Einfluß auf seine Soldaten aus⸗
ten, Grafen Donadio, unterzeichnet, schwerde uͤber den Abfall Sevilla's von der allgemeinen Sache aller Andalusier und bezeichnet diesen Abfall als um so straͤflicher, als sich Sevilla freiwillig der Central Junta angeschlossen und seine Deputirte zu derselben gesendet habe. Auch losse sich, heißt es weiter, der Junta von Sevilla keinesweges entschuldigen, denn die Umstaͤnde, welche diesen Vorwand abgegeben, naͤmlich die Aaifloͤsung der Junta von Badajoz und die Einberufung der Cortes, seyen der Central⸗Junta ebenfalls bekannt gewesen. einen Grund erblickt, sie es gethan bvhet ⸗ der keinesweges dem er Individuen beizürnessen sey. regeln des neuen Midisteriums, und namentlich die bekannter Patrioten, wie Calatrava, Argaguelles und Galiano, zu wichtigen Functionen, geetanet, das Schisma zu verengen, welches die Central⸗Junta nicht vor der Koͤnigin oder auch neer von der Regentin, sondern lediglich vor der Regierung trenne, auch werde sie (die Central⸗Junta) sich ninmermehr zu unklugen Angriffen verleiten lassen, allein es sey unerläplich, daß sie vor⸗ sichtig zu Werke gehe und nicht eher all ihr zu Gebote stehende Mittel zur Sicherung der Freiheit des Vaterlandes aus den Haͤnden gebe, bis der Erfolg den Zusicherungen des neucn Mi⸗ nisteriums eine Buͤrgschaft verliehen habe. 1b Aufstand Andalusiens,“ heißt es am Schlusse, „hatte zweierlet, die Berufung anderer Maͤnner zur Regierung und die Erringung an⸗ derer Institutionen, zum Zweck. In ersterer Beziehung sind wir befrie⸗ digt; in zweiter Hinsicht haben wir aber bis jetzt nur Hoffnungen und Versprechungen. der Verfassungen Belgiens, Portugals oder Frankreichs, wuͤrde allen Beduͤrfnissen Spaniens abhelfen.
che mit Ergebenheit gegen unsere Koͤnig
Truppen zu geschehen pflegt.
1e““
uͤhrt zuvoͤrderst bittere Be⸗
Vorwand jenes Abfalls und der Aufloͤsung der
Haͤtte sie also darin sich ebenfalls aufzulöͤsen, so wuͤrde ohne den. Vorrang Sevilla's abzau⸗ Patrivtismus, sondern nur Ehrgeize und der Thorheit einiger Freilich seyen die bisherigen Maß⸗ Ernennung
haben,
Selbstsucht, dem
„Der heldenmuͤchige
Ein Grundgesetz, eine Verfassung nach Ars
Anarchie, Demokratie, Republikanismus, mit denen man so haͤufig bedrohlich um sich wirft, sind in Spanien fuͤr denjenigen, der sein Vaterland kennt, nur leere Worte. Wir kennen keinen anderen Fanatismus als den Fanatismus einer constitutionnellen, an der Thron Isabella's geknuͤpften Freiheit. Alle andere Wuͤnsche, die noan uns beimes⸗ sen moͤchte, sind erdichtet.“ Es wird sodann hervorgehoben, daß gerade die Bewegung der Provinzen der Regierung Kraft zu verlethen geeignet sey, und schließlich, unter der Andeuteung, daß die Junta sich nicht aufloͤsen, vielmehr Hand in Hand mit der Regierung fuͤr die Freiheit wirken wolle, erklaͤrt „Laßt uns denn alle auf denselben Zweck hinarbeiten und unter Verdopge⸗ lung unserer Kräaͤfte und Konsolidirung unserer politischen Existenz Europa ein ruhmvolles Beispiel einer Freiheitsliebe geben, wel⸗ deren Interessen ja
die unsrigen sind, gepaart ist.“ “ ““ 8vbcXXXX“
Lissabon, 18. Okt. Die hiesige Regierungs⸗Zei⸗ tung enthaͤlt jetzt den zwischen der Spanischen und Porrugiest⸗ schen Regierung abgeschlossenen Vertraag uͤber jene Huͤlfsleistun⸗ gen. In der Publication heißt es, die Koͤnigin von Portugal habe in Gemaͤßheit der von der Spanischen Regentin ausge⸗ sprochenen Wuͤnsche, und zwar nicht nur um in Spanien die von dem Praͤtendenten angezettelten Unruhen niederdruücken zu
helfen, sondern auch im Interesse derjenigen Sache, welche beide Köoͤniginnen vertheidigen, und, in Erwiederung der von der Spa⸗
nischen Regierung fruͤher geleisteten Huͤlfe, der Letzteren angebo⸗ ten, ihr ein Huͤlfs⸗Corps zu senden und daruͤber eine Convent’en
abschließen lassen auf Grundlage des dritten Zusatz⸗Artikels zum Quadrupel⸗Alltanz⸗Traktat vom 22. April 1834. 8 mungen dieser Convention sind in folgenden 8 Artikeln enthal⸗ Es hat sich das Geruͤcht verbrettet, das Militair⸗Kommando 8 8 folg 1 d
Die Bestim⸗
ten: „Art. 1. Portugal verspricht, gegen den Praͤtendenten ein Huͤlfs⸗Corps von 6800 Mann, welches allmaͤlig bis auf 10,000 vermehrt werden kann, auszusenden. Art. 2. Jene 6900 Mann sollen an der Graͤnze bereit seyn, dieselbe am 30. Sept. zu uͤberschreiten. Art. 3. Den Tag des Einruͤckens werden beide Regierungen gemetnschaftlich festsetzen. Art. 4.
Wenn das Huͤlfs⸗Corps einruͤckt, so soll es seine Positionen be⸗
Salamanca nehmen, wenn nicht die Umstaͤnde die Ansetzung ei⸗ nes anderen, von beiden Regierungen gemeinschaftlich zu bestim
menden Punktes nothwendig machen; von dort aus werden die
Truppen, in Gemaͤßheit der Instructionen ihrer Regierung, mi Genehmigung der Spanischen Regierung, allmaͤlig weite: vorruͤcken. Art. 5. Die Portugiesischen Truppen sollen im Felde auf dem Fuße gehalten werden, wie bei Huͤlfe Art. 6. Die Koͤnigin⸗Regen tin macht sich anheischig, zur Unterhaltung der Huͤlfs⸗Truppen beizutragen, indem sie die Differenz zwischen den Kosten des Kriegs⸗ und Friedensfußes auf ihre Rechnung uͤbernimmt der Betrag dieser Differenz wird durch ein besonderes Uebereir. kommen bestimmt. Art. 7. Die Regentin verspricht, daß die Portugiesischen Truppen auf ihrem Gebiete so aufgenommen un behandelt werden sollen, wie Spanische Truppen, und die Koͤnt⸗ gin von Portugal verspricht, ihre Armee zuruͤckzuziehen, sobal der Krieg gegen den Praͤtendenten beendigt ist. Art. 8. Dies Convention soll innerhalb 14 Tagen rat fizirt werden.“ Sie i datirt: Lissabon vom 24. Sept. 1835, und unterzeichnet vom Her zog von Palmella und dem Spanischen Gesandten Herrn Per 8 de Castro. 1
7.
Die Agramer politische Zeitung vom 24. Oktober me⸗ det: „Seit dem im Juli d. J. am Ogulmner Regiments⸗Kor don mit den Bosniern stattgehabten Gefecht hat an unserer Krov
tisch⸗Tuͤrkischen Graͤnze durch volle vier Monate eine fruͤher us erhoͤrte Ruhe geherrscht, und man haͤtte glauben sollen, daß nach solcher Zuͤchtigung die Bosnier endlich gute Nachktarschaft zu hal⸗ ten und unser Gebiet zu respektiren geneigt werden duͤrften. — Am 12ten d. M. jedoch unternahm eine Horde der Groß⸗Kla. dusser Tuͤrken in Staͤrke von etwa 120 Mann (mit Ruͤcklassun⸗ eines groͤßeren Theils derselben als Reserve) fruͤh Morgens eine: Einfall in unser Gebiet und zwar zwischen Malyevacz und Wa. liszello in den Bezirk des Szluiner Regiments, wobei sie ge waltsam und mit bewaffneter Hand aus den der Graͤnze zu naͤchst liegenden Haͤusern eine bedeutende Anzahl Großhorn⸗ vieh herausgetrieben, und mit ihrer Beute in Eile nack Groß⸗Kladuß entkamen. — Dies fuͤhrte ungesaͤumt zu Ver⸗ handlungen und zur Aufforderung an die betreffenden Bosnischen Ortsvorsteher und Capitains um Ruͤckstellung des abgetriebenen Viehes. Da jedoch dieser friedliche Versuch ganz fruchtlos ge blieben war, so nahm der mit der Landes⸗Sicherheitsleitung be auftragte General von Rukavina gegen Kladuß eine drohen
Stellung an, indem er mehrere Compagnieen des Szluiner und auch der angraͤnzenden Oguliner und des 1sten Banal⸗Regimente an den Kordon vorruͤcken ließ. Die Bosnier jedoch, ohne der wiederholten guͤtlichen Aufforderung Gehoͤr zu geben, versammel ten sich von allen Seiten, sandten ihre Weiber und Kinder zu⸗