1835 / 324 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

23 11111“

1834 starben im weiblich 355,354

funfzehn Jahren 1820 bis mit

In den reußischen Staate an Entkraͤftung Alters halber.. gewaltsamen Todes mit Einschluß des Selbstmords . . ... ei der Niederkunft und im Kindbette Todtgeboren wurden .. . . .... n innern Krankheiten starben. .. an aͤußern Krankheiten und Schaͤden an unbestimmten Krankheiten...

Zusammen ..

Unter denen, die gewaltsamen Todes

sinden sich der Angabe na Selbstmoͤrder 8 8 4 Se aans Geschlechts..

weiblichen

147,70 ⁵5 1,970,125 60,505 245,913

2,814,742 2,642,467 gestorben waren, be⸗

. 13,699

S

16,680

EEs ist dieses aber eine sehr unsichere und wahrscheinlich noch zu niedrige Angabe; weil bei Leichnamen, welche im Was⸗ ser gefunden werden, selten mit Bestimmtheit zu ermitteln ist, ob ste nur zufaͤllig verungluͤckt sind: auch werden als vom Schlage geruͤhrt nicht selten Menschen aus den gebildeten Staͤn⸗ den verzeichnet, welche sich absichtlich vergiftet oder erstickt haben. „Indeß endete auch nach dieser unvollstaͤndigen Angabe doch schon unter den maͤnnlichen Gestorbnen von 205 Einer, unter den weiblichen von 887 Eine durch Selbstmord.

Unter den an innern Krankheiten Gestorbnen befanden sich der Angabe nach an den natuͤrlichen Pocken Gestorbne u“ maannlichen Geschlechts 23,56252 weiblichen 21,137

8 uͤberhaupt 17,555

»„

Es wird aber in den Regierungsbezirken, worin die meisten als durch die natuͤrlichen Pocken getoͤdtet verzeichnet sind, daruͤber geklagt, daß sehr Viele, welche an andern Hautkrankheiten star⸗ ben, unter die Pockentodten aufgefuͤhrt worden: der Mangel an Aerzten auf dem Lande, besonders in den oͤstlichen Theilen des Staats, erschwert es sehr, hieruͤber sichere Auskunft zu erhalten. Eben dieser Mangel veranlaßt auch haupsaͤchlich die vielen An⸗ gaben von Gestorbnen an unbestimmten Krankheiten, die wohl groͤßtentheils unter die innern langwierigen Krankheiten gehoͤren, müdie mehrsten Todesfaͤlle verursach⸗ ngaben vorliegen, starben naͤmlich maͤnnlich weiblich 1,058,144 1,012,144

an innern langwierigen Krankheiten 48 671,213 599,401

an innern hitzigen Krankheiten 1

und See Pocken 1 82

an schnell toͤdtlichen Krankheiten 217,206 65 ——

uͤberhaupt an innern Krankheiten 1,970,125 1812336

8

Ein sehr ) Uebermaaß in Anstrengungen und Entbehrungen: selbst die Un⸗ maͤßigkeit ist oft nur eine Folge vorher empfundnen Mangels. Schlechte Erndten und harte Winter vermehren deshalb die Sterblichkeit merklich. Die Klage uͤber die Zunahme des Mißbrauchs des Brandweins ist ohne Zweifel sehr begruͤn⸗ det: aber das Zeitalter steht offenbar mit sich selbst in Widerspruch, wenn es einerseits diese Klage fuͤhrt, und andrerseits Alles aufbeut, was Kenntniß, Fleiß und Ka⸗ pital vermag, um mehr und wohlfeilern Brandwein zum Kaufe zu stellen. Der einzelne Landwirth kann mehrentheils nur dem Strome folgen, und es sei ferne deshalb Tadel uͤber ihn aus⸗ zusprechen: aber die Richtung dieses Stroms ist darum nicht minder eine verderbliche. Aehnliche Bewandniß hat es mit der Ersparniß des Lohnes durch den Gebrauch von Kindern in den Fabriken, dessen Schaͤdlichkeit allgemein anerkannt wird, der aber dennoch ein unentbehrliches Huͤlfsmittel geworden ist. Wenn ihr Gedeihen zur Zeit noch die Landwirthschaft auf die Brand⸗ weeinblase, die Fabrik auf Niederhalten des Arbeitslohnes gruͤn⸗ det: so kann nur bedauert werden, daß es dem Zeitalter noch nicht moͤglich ward, der Gewerbsamkeit in ihren schnellen Fort⸗ schritten das Verirren auf diesen Abwegen zu ersparen.

Das natuͤrliche Lebensziel erreichen hiernach allerdings nur Wenige, doch immer noch mehr, als gewoͤhnlich angenom⸗ men wird.

Ueberhaupt starben in den funfzehn Jahren 1820 bis mit 1834 männlich weiblich 575,677 601,625

355,354 59,056

im uͤbersechzigjaͤhrigen und darunter an Entkraͤftung Alters halber ...

also von 100,000 durchschnittlich ...

320,977 55,750

Das ist, von den uͤbersechzigjaͤhrigen starben im maͤnnlichen Geschlechte 55 ¾ Prozent, im weiblichen 59 ¼ Prozent ohne besondre Krankheit, weil ihre Lebenskraft erlosch. Aber auch der AMeberrest erlag wahrscheinlich Krankheiten, die groͤßten Theils an sicch nicht todtlich geworden waͤren, nur in Folge der Alters⸗

sschwaͤche. . waren den vorstehenden Angaben nach unter einer Million Gestorbnen 123,933 an Entkraͤftung Altershalben: also erreichte doch beinahe ein Achtel aller Gestorbnen das na⸗ tuͤrliche Lebensziel. Da fast die Haͤlfte der Gebornen noch in

er Kindheit stirbt, so erreicht von benjenigen, welche den

Schwaͤchen der Kindheit entwachsen, nicht, wie es hiernach scheint, ein Viertheil, sondern fast die Haͤlfte das natuͤrliche Le⸗ bensziel. Es ist naͤmlich zu erwaͤgen, daß diejenigen, welche in den Jahren 1820 bis 1834 uͤbersechzigjaͤhrig starben, in einer Zeit geboren wurden, wo die Volkszahl und daher auch die

Zahl oer Gebornen sehr viel geringer war, als sie gegenwaͤrtig

ist. Die Uebersechzigjaͤhrigen unter den jetzt Lebenden sind nicht

der Ueberrest von einer Anzahl Kinder, wie sie jetzt geboren wird; sondern der Ueberrest von der vielleicht nur halb so gro⸗ ßen Anzahl von Kindern, welche vor 60, 70, 80 und mehr Jah⸗ ien in den damals soviel duͤnner bewohnten Laͤndern geboren

verschiedenen Bohnensorten;

Schleswig, uͤber den

großer Theil dieser Krankheiten entsteht doch durch

1 Zoll Tiefe umgelegt hboch mit Erde, dann mit Duͤnger oder Seifensieder⸗Asche und dann

Wiederbolung dieses Verfabrens,

1.

Konzert. Die Koͤniglichen Kammer⸗Musiker, Gebruͤder Moritz und Leo⸗

pold Ganz, gaben am 19ten d. M. in dem Saale des Koͤniglichen Schauspielbauses ein Konzert, welches durch die Auswahl der Kon⸗

empfehlen ist

ertstuͤcke sowohl, als durch die darin beschaͤftigten Kuͤnstler und Fenctlerinken, zu den genußreichsten musikal 6 11“

11“ ZE1“ diesem glaͤnzenden Konzert⸗Saale immer seltener werden. sten den Vortritt zu lassen, Mad. Masi zu ruͤhmen, welche eine große Arie aus Herold's Oper: Le aux Cleres, Pixis's Variationen auf: „Steh' nur auf ꝛc. und zwei Romanzen vortrug, wobei sie auch diesmal den groͤßten Beifall gewann. Berichtigen muͤssen wir indessen einen Jerthum des Programms, welcher die zweite Romanze: „Le refrain voya- Feur“ eine Composition der Mad. Masi nennt, da dies vielmehr das bekannte Schweizerlied: „Der Ustig (Fruͤhling) woat go, der Schnee zergeit scho0, war. Mad. Tallot aus aris, eine Schuͤlerin Kalk⸗ brenners, trug ein schweres Konzertstuͤck ihres Lehrers mit großer Fertigkeit und einem so festen Anschlag, wie wir ihn kaum von so zarten Haͤnden erwarten durften, vor. Ueber die Kunstleistun Gebruͤder Ganz koͤnnen wir⸗ ebenfalls nur Ruͤhmlich es freuliches berichten. Seitdem der berüͤhmte Remberg sich zogen hat, duͤrfte nicht leicht ein ander mit Herrn Moritz Ganz in die Schranken treten koͤnnen; der Ge⸗ schmack im Vortrag, der seelenvolle Klang, der, um mit Goͤthe's Mutter zu sprechen, n Paar braune Augen, und die Fertigkeit de . wuͤnschen uͤbrig. Der juͤngere Bruder, Herr Leopold Ganz, strebt mit edlem Wetteifer dem aͤlteren Bruder auf der Violine nach. S.

wie sie in Vor Allem haben wir, um den G

Gartenbau⸗Verein.

In der 143sten Versammlung des Vereins zur Befoͤrderung des Gartenbaues in den Koͤniglich Preußischen Staaten am 15. Novem⸗ ber c. wurden vorgetragen: Die Abrechnung des Actien⸗Contos des Vereins bei der Landes⸗ Baumschule, fuͤr die Zeit vom Spaͤtherbste 1833 bis zum Fruͤhlinge 1834, wonach waͤhrend dieses Zeitraums zur Unterstuͤtzung oͤffentlicher Anpflanzungen und gemeinnuͤtziger Pri⸗ vat⸗Unternehmungen, zu Verschoͤnerungs⸗Anlagen, oder zum Ersatz unverschuldet erlütener Verluste an derglei Pflas 76 ½

schock und 4382 Stuͤck Obst⸗ und Schmuckbaͤume und Zierstraͤucher, im Werth⸗Betrage von 378 Rthlr. 9 Sgr. 8 Pf., von Sesten des Ver⸗ eins verabreicht sind; einige Dankschreiben fuͤr aͤhnliche Verabreichun⸗ gen in neuerer Zeit; eine Mittheilung des Apothekers Hrn. Weichert zu Lautenburg in Westpreußen uͤber die Erzielung ungewoͤhnlich großer Ruͤben⸗Gewaͤchse in kieselhaltigen Boden; die Mittheilung des Herrn v. Bredow auf Wagnitz uͤber den versuchsweisen Anbau von 34 ein Aufsatz des Handels⸗Gaͤrtners Herrn Schelhas in Kaffel uͤber Paconia arborea (Moufan) P. vapaveracea, Rosa Banksia fl. luteo pl. und fl. albo pl., als Pracht⸗Pflanzen im freien Lande; eine Mittheilung des Generals Herrn v. Minutoli uͤber die Benutzung von Cerinthe glabhra als wohlschmeckendes, den Spinat ersetzendes Gemuͤse: eine Abhandlung des Herrn Bonafous, Direktor des botanischen Gartens in Turin, uͤber die Benutzung der Blaͤtter von Maclara aurantiaca als Ersatz der Blaͤtter des Maul⸗ beerbaums zur Ernaͤhrung der Seidenwuͤrmer, mit dem bemerkens⸗ werthen Erfolge, daß bei dieser Fuͤtterung die Cocons denselben Firniß erhalten wie bei der 3 bei anderen bis jetzt bekannt r Fuͤtterungs⸗Surrogaten nicht der Fall ist: Nachrichten des Kammerraths Herrn Jochims zu Fortgang der von ihm seit einer Reihe von Jahren unternommenen Anpflanzungen zur Landes⸗ Verschoͤnerung und zue Verbesserung des Gartenbaues; eine Abhandlung des General⸗ Majors Herrn von Arentschild zu Hanndverisch Muͤnden uͤber seine durch 13jaͤhrige Erfahrung bewaͤhrte Methode des Kartoffelbaues zur Erlangung reicherer Aerndten, die im Wesentlichen darin besteht, daß j entfernte Rinnen, in Zwi⸗ 1 Fuß gelegt und nach dem Behacken, die Stengel, wenn sie 1 Fuß Laͤnge erreicht haben, in Rinnen von und bis zur aͤußersten Spitze 2 Zoll

8

Erde bedeckt werden, unter nochmaliger sobald die Stengel wieder 1 Fuß lang gewachsen sind, wodurch jede Misaͤrndte verhindert und ein ungemein reicher Ertrag, im Durchschnitt 54 bis 100 faͤltig, er⸗ langt werden soll; Mittheilungen des Capitain; g. D. Herrn v. Gersdorff, uͤber die Behandlung der Hyacinthen⸗Zwiebeln zum Schutze gegen die Ringel⸗Krankheit und den weißen Rotz; eine brief⸗ liche Nachricht des Landrath; Herrn v. Cohausen zu Saarburg, uͤber seine Methode der Wein⸗Bereitung von Trauben dort gezogener Traminer Reben, die nach den eingesandten Proben, ein ungleich

seres Produkt liefert, 5 sonst gewoͤhnliche Verfahren: eine Anzeige des Amtsraths Herrn Lehmann zu Rathstock bei Kuͤstrin, uͤber die aus Westphalen bier eingefuͤhrte schwarze Kartoffel, wonach das ihr schon fruͤher ertheilte Lob der besonderen Schmack⸗ haftigkeit im spaͤten Fruͤhjahre, sich vollkommen bestaͤtigt hat; ein Bericht des Apothekers Herrn Weiß zu Muͤhlhausen an der Unstrut uͤber den ihm dort wohlgelungenen Krappbau, aus Wurzeln und Keimen, die durch den Verein aus Holland bezogen waren, unter Vorlegung von Proben des gewonnenen Produktes, dem von den anwesenden Sachverstaͤndigen das beste Lob ertheilt ward; eine Mittheilung des Gesandtschafts⸗Predigers, Herrn Bellermann, uͤber das von dem ersten Inspektor des botanischen Gartens in Neapel, Herrn Dehn⸗ hardt, beabsichtigte Unternehmen der Herausgabe einer Monographie des Geschlechtes Citrus, mit 160 illuminirten Abbildungen, nach der Natur von ihm gezeichnet, nach den in dem bekannten reichen Gar⸗ ten des Grafen von Camaldoli daselbst befindlichen lebenden Pflan⸗ zen, worauf ur Subseription eingeladen wird, die bei der besonde⸗ ren Tuͤchtigkest des Herausgebers um so mehr zu empfehlen ist, als die ihm zu Gebote siehenen reichen Mittel etwas Gruͤndliches, Vollkommenes, erwarten lassen. Der General⸗ Secretair des Ver⸗ eins, Herr Geheime Mediz nal⸗ Rath Lichtenstein, machte aufmerk⸗ sam auf die in dem August Hefte von Loudons 0 s Magazine

wieder 3 Zoll hoch mit

zardener’'s M enthaltene authentische Nachricht von der Auffindung des Thee⸗ strauchs in Ober⸗Assam, im Gebiete der Ostindischen Compagnie, wo er in unabsehbarer Ausdehnung wild wächst und durch Kultur leicht dahin wird gebracht werden koͤnnen, daß der Thee fernerhin nicht mehr wird aus China bezogen werden muͤssen. Derselbe gab ferner Nachricht, von der prakteschen Wirksamkeit der Sacieté d'Agri- enlture in Montpellier, unter Ueberreichung der von derselben fuͤr den Verein bestimmten Hefte ihres reichbaltigen monatlichen Buͤlle⸗ tins. Eingesandt waren: vom Herrn Professor Dr. Kaufmann in Bonn, ein Exemplar seiner dem Vorstande des Vereins dedicirten Schrift „das dringendste Beduͤrfniß der Rheinprovinz“; vom Herrn Professor )r. Goeppert in Breslau, dessen Schrift, „die in Schle⸗ sien wild wachsenden offieinellen Pflanzen“; vom Kuͤchenmeister Herrn Dittrich in Gotha, die 3te und Ate Lieferung seines Deut⸗ schen Obst⸗Kabinets in bahieg maché, enthaltend 48 naturgetreue Kirschen⸗Nachbildungen nach Truchseß, von taäuschender Aehnlich⸗ keit. Vorgezeigt wurde, von dem Conditor Herrn Lange eine unge⸗ woͤhnlich große Ananas von 5, Pfund Schwere; ferner von dem Handels⸗Gaͤrtner Herrn Schultze (Neue Welt vor dem Frankfur⸗ ter Thore) einige Koͤpfe vom Chau⸗- dain (Bvassica praccox capite oblongo). einer urspruͤnglich aus England stammenden, im suͤdlichen Deutschland, den Niederlanden und den Preußischen Rhein⸗Provin⸗ zen unter dem Namen Spitzkohl baͤusig angebauten, hier aber noch nicht kulttvirten Ko lart, die Ahres zarten Geschmacks wegen sehr zu

E’ 8

schen Abenden gehörte, V Ee.

r⸗Blaͤttern, was

1

Abends Nach einmallg 10 Uhr.

88

8 Meteorologische Morgens Nachmittags

Uhr. 2 Uhr.

1835. 19. November.

Quellwärme 7,62 Flußwärme 1,5° Bodenwärme 1,9 Ausdünstung 0,08 Niederschlag 0,02

Nachtkälte 0,

+ 3,1 °R. + 2,2 °R... 89 + 3,090. 0,4 °%, 76

Luftdruck.. Luftwärme.. Thaupunkt.. Dunstsäͤttig. Wetter.

335,06 Par. + 0,8 ° R. 1,7 2 R. 80 vyCt. heiter. NW.

327,35"% Par.

+ 3,7 ° R.

+ 2,3 ° R. 88 pCt. stürmisch.

331,86" Par.

+ 4,6 ° R. 1,9 ° R.

59 pCt. heiter. NW.

Wolkenzug NW.

Tagesmittel, am 18ten: 331,02 Par...

8 am 19ten: 331,42

Berliner

Den 19. November 1835.

Amtlicher Fondev- au n d eld-çours-Zette Pr. Uour. . Fr. Uont Geld. Hrief. 6. 101 5512 Ostp. fandbr. 102 འ10. 99 Pom.n. do. 104 ¾¼ 60 ½ Kur- u. Neum. do. 102 ½ 101 [Schlesische do. 100 ¾ Rückst. C. und Z. 101 1 Seb. d. K. u. N.

iBrief. St.-Schuld-Sch. 4 1011 Pr. Engl. Obl. 30. 4 1001%¼ 8 PrämSch. d. Seeh. 61 Kurm. Obl. m. l. C. 4 101 ½ Nm. Int. Sch. do. 4 Berl. Stadt-Obl. 4 Königeb. do. 4 Elbinger do. 44 Danz. do. in Th./ 42 ½ Westpr. Pfandbr. 4 2 ¾ 102 Grossh. Pos. do. 4 102 ¾

10] 10

101 ¾ 87

Gold al marco 216 ½ Neue Duk. 18 2 Friedrichsd'or 13

Disconto 3

Auswärtige Börsen. 1“

Amsterdam, 15. November.

Niederl. wirkl. Schuld 553. 5 % do. 101 . Kanz-Bil

5 % Span. —. do. 3 % —. Zinsl. 13 ¾. Preuss. Prüm.⸗-Schein

Ausg. Schuld 23 ¾. Neue Aunl. 8 ¾¼. Columb.

8 Antwerpen, 14. November.

5 % Span. —. Zinsl. 14. Cortes —. Neue Aul. 49.

8 Frankfurt a. M., 17. November. 8 Oesterr. 5 % Metall. 102 %¾. 102 ¼. 4 % 991 ⁄16. 99197 . M

60 à¼. 1 % 25 ⅞. G Bank-Actien 1671. 1669. Partial-Obj.]

G. Loose zu 500 Fl. 117 ⅞. G. Loose zu 100 Fl. 215

Preuss. Präm.-Sch. 60 ½. 60. do. 4 % Anl. 98 ¾. G. Poln.

70. 69 à½. 5 % Spun. Rente 48 ¼. 48 ½. 3 % —.

Paris, 14. November. 5 % Rente pr. compt. 108. 70. fn cour. 108. 80. 3 % compt. 81. 20. fin cour. g8I. 30. 5 % Neap. 99. 55. fin cour. 5 % Span. Rente 38 ¼. 3 % do. 23. Cortes —. Ausg. Sch. 1) Neue Aul. 47. Integrale 13 ½. 3 % Portug. 58.

Koͤnigliche Schauspiele. Sonnabend, 21. Nov. Im Schauspielhause: Ha Prinz von Daͤnemark, Trauerspiel in 5 Abth., von Shake nach Schlegel's Uebersetzung. Sonntag, 22. Nov. Im Opernhause: Die Kirmat, mische Oper in 1. Akt, von E. Devrient. Musik von W.

bert. Hierauf: Aline, Koͤnigin von Golconda, großes 8 in 3 Abth., von Hoguet. Musik von C. Blum. (Dlle. Fe Elsler: Aline. Dlle. Therese Elsler wird hierin tanzen.)

Im Schauspielhause: Menschenhaß und Reue, Schauf

in 5 Abth., von Kotzebue. Montag, 23. Nov. Im Schauspielhause: Sinfonie storale, von L. van Beethor’'n. Fmaat. Iphigenia auf Tau e Lustspiel in 3 M

Schauspiel in 5 Abth., vo. In Potsdam: Ich bleibe ledig, frei nach dem Italiaͤnischen des Alberto Nota, von Karl Ai

Koͤnigstaͤdtisches Theater. Sonnabend, 21. Nov. Die beiden Galeeren⸗Sklaven, 7 Die Muͤhle von St. Alderon, Melodrama in 3 Akten, Th. Hell. Vorher: Die Familie Riquebourg, Schauspih

1 Akt, von Peucer. Titus. Oper in 2 Akten. Musik

Sonntag, 22. Nov. Mozart.

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Bu des ersten Ranges 20 Sgr.; im Parquet und in den Pag Logen 15 Sgr. ꝛc. 9 I

Zum erstenmale: Die Verliebten,“

Montag, 23. Nov. Die Maskerade. Lustspiel in 3 kten, von X. Y. Z. Hi V Zum erstenmale: Bedienten⸗Eifer. Posse in 1 Akt, von

zenskron.

Markt⸗Preise vom Getvaide

Berlin, den 19. November 1835. Weizen (weißer) 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf⸗, Pf. und 1 Rthlr. 10 Sgr.; Roggen 1 NM 1 Rthlr. 6 Sgr. 6 Pf.; große Gerste B 9 Pf., auch 23 Sgr. 9 Pf; kleine Gerste 1 Rthlr., auch N 6 Pf.: Hafer 25 Sgr., auch 21 Sgr. 11 Pf.; Erbsen 1 NM 27 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 10 Sgr.; Linsen 2 Rhlr. 5 G auch 1 Rthlr. 25 Sgr. Eingegangen sind 937 Wispel 12 Sch Zu. Wasser: Weizen (weiher) I Rthlr. 28 Sgr. 9) 72 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Roggen 1 Nrölr. 10G Hafer 23 Sgr. 9 Pf, auch 22 Sgr. 6 Pf. Eingegangen

257 Wispel 3 Scheffel. 1 Mittwoch, den 18. November 1835.

Das Schock Stroh 5 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 1

25 Sgr.; der Centner Heu 1 Rthlr. 10,. Sgr., aus, 20 Sgr.

1 Branntwein⸗Preise

vom 18. bis 19. Nopember 1835. 1 Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 94

Richter gegen baare Zahlung und sofortige dsegenenh.

Branntwein 17 Rthlr., auch 17 Rthlr. 15 Sgr.; Kartoffel⸗Bn

wein 16 Rthlr, auch 17 Rthlr.

Kartoffel⸗Preise

12. bis 18. November 1835.

Sgr, auch 10 Sgr. 88 1

11“ 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 8 Sgr. 9 Pf., auch 9

vom Der Scheffel 15

SGSedruckt bei A. W. Hahl.

ELE8EEE111A““ 9 1u.“*

Beobachtung.

9v.

8 9 8

4 ELELE1“] *

Se. Majestaͤt der

Koͤnig haben dem erreichischen Obersten und Kaäͤmmerer,

Berlin, Sonntag den 22sten N.

E“

Kaiserlich⸗Koͤniglich Fuͤrsten Felix von

warzenberg, den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse in

lanten zu verleihen geruht. Se.

ajestaͤt der Koͤnig haben dem Wirklichen Hofrath

dHLeibarzt Sr. Majestaͤt des Kaisers von Oesterreich, von

kimann, den Rothen Adler⸗Orden t. 8* Königs Majestaͤt haben

dritter Klasse zu verleihen

den Geheimen Kalkulatur⸗

newor, Rechnungs⸗Rath Klindt, zum Ober⸗Post⸗Direktor Stettin zu ernennen und die Bestallung Allerhoͤchstselbst zu

ziehen geruht.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung ist die erledigte dem Predigtamts⸗Kandidaten Karl

zu Marienwerder

isch und die neu gegruͤndete Pfa ktor und Predigtamts⸗Kandidaten

eden. [Abgereist: Se. Durchlaucht

8

Pfarrstelle in Neu⸗ Julius Leopold erstelle in Lautenburg dem Ed uard Larz verliehen

der General „Major und

mmandeur der 1sten Diviston, Prinz Friedrich zu Hes⸗

a. d. O

nKassel, nach Frankfurt

St. Petersburg, 14. Nov. wie bereirs gemeldet, „Majestaͤt wohnte daselbst einem

—₰

2

8 W 37

G

1

Se. Majestaͤt der Kaiser

am 5. November in Orel angekommen.

zu Ehren der verstorbenen

iserin Maria Feodorowna gehaltenen Trauer⸗Gottesdienste bei,

in dann die wohlthaͤtigen Ansta

isterte die erste Division der Dragoner. Waͤhrend des Aufenthaltes

ste Se. Majestaͤt nach Tula ab. Majestaͤr in Orel vertheilten di Beweise ihrer Ergebenheit, ibrod an die Soldaten, bei welchen sie einquartiert ware n traf Se. Majestaͤt der Kaiser in detten⸗Corps, das Zeughaus, die

Branntwein, die außerdem noch von den Buͤr⸗

lten in Augenschein und Am folgenden Tage

dieser Stadt, Fleisch und

e Kaufleute

n, bewirthet wurden. Am Tula ein, besichtigte das Gewehr, Fabrik, die wohl⸗

gtigen Anstalten und empfing dann den Adel und die Kauf⸗

Nachmittags reiste Se da der frisch gefallene beschwerlich machte, Post⸗ Il Uhr Abends in Mostkau an Der Geheime Rath Bulhakoff, Kaiserlichen Posten, ist am IIten

nnschaft. d nahm,

Majestaͤt nach Moskau ab

Echnee das Reisen im Wa⸗ len,

en, worauf Se. Majestaͤt kamen.

Direktor des Departements

d. M. Abends, nach einer

gwierigen und schmerzvollen Krankheit, mit Tode abgegangen.

Theilnahme, die dieser Todesfall so lebhafter, als der allaemein enn nur ein Alter von 53 Jahren

Frankre

Paris, 15. Nov. indels, Minister, der darauf eine A sggier hatte.

erregt, ist sehr groß, und geachtete uͤberaus thaͤtige erreicht hat.

i ch.

Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem

üͤdienz bei dem Koͤnige der

Der Moniteur giebt heute definitiv die nachstehenden Er⸗

unungen im diplomatischen Fache: er Baron von Barante burg;

zum Botschafter in St. Peters⸗

der Marquis von Rumigny zum Botschafter in Turin und

um Gesandten in Parma;

der Herzog von Montebello

der Graf Alexis von St. Pri sabon;

der Graf Karl von Mornay zu (derselbe ist bereits vorgestern

enn Lagrené zum Ministe

and;

zum Botschafter in der

Schweiz; est zum Gesandten in Lis⸗

m Gesandten in Stockholm dorthin abgereist); r⸗ Residenten in Griechen⸗

heer von Bacourt zum Minister⸗Residenten in Karlsruhe; der Graf Hyppolit von Larochefoucauld zum Geschaͤfts⸗

traͤger in Darmstadt.

as amtliche Blatt enthaͤlt auch noch folgenden Artikel:

Da der Nord Amerikanische 892 seine Paͤsse verlangt hat, so sp ihrem Geschaͤftstraͤger in m, dort seine Abberufung

aner, die sich gegenwaͤrtig nach dem Buchstaben kerinigten Staaten ohne Zustimm gyerbriefe bewilligen koͤnne, negs⸗Erklaͤrung ein Gesuch

der A nehmlichkeiten aussetzen

Geschaͤftstraͤger

und daß Rheder,

wuͤrden.

in Paris, Herr hat die Franzoͤsische Regie⸗

Washington, Herrn Pageot, be⸗ anzuzeigen.“

er Courrier frangais enthaͤlt Folgendes: hier aufhalten, der Verfassung,

„Die Ame⸗ sind der Meinung, der Praͤsident der Kongresses keine die vor der rt einreichten, sich großen Der General Jackfon

ung des

t allerdings seit einiger Zeit eine Sprache an, die geeignet

Geruͤchte von einem nahe

bevorstehenden Bruche zu verbrei⸗

t nur von Aufbringen von Schissen, von Aus⸗ rproviantirungen u. s. w. Aber darauf beschraͤnkt

rieg, den er

n, von denen m kauguͤbende an spricht, gehs

inn. Man

t, daß hat auch in

der

gegen uns fuͤhrt, und die Maß⸗

ren nicht zu denen, welche

Gewalt auf eigene Verantwortlichkeit uͤbernehmen Handelswelt das Geruͤcht verbrei⸗ gleich nach der Ruͤckkehr des

Herrn Barton nach Wa⸗

pington die Abbrechung des Verkehrs mit Frankreich proklamirt

8g es duͤrfte daher zweckmaͤßig seyn, zu wiederholen,

o vember

—y —y—y— —— ———

daß auch daruͤber der Kongreß zu entscheiden hat, und nicht der

Praͤsident.“

Zu der gestrigen Sitzung des Assisenhofes hatte der Andrang des Publikums zu als abgenommen; namentlich bemerkte man eine hl von Damen. Nach Beendi⸗ zung des Zeugen⸗Verhoͤrs und dem Requisitorium des General⸗

dvokaten, nahmen nach einander die Vertheidiger der drei An⸗ geklagten das Wort, und als zuletzt der Praͤsident die Angeklag⸗ ten fragte, ob sie selbst noch etwas hinzuzufuͤgen haͤtten, erhob sich Lacenaire, und suchte in einem langen Vortrage die Wahr⸗ heit seiner Aussagen noch einmal zu beweisen. Er schloß seine

ede mit folgenden Worten: „Ich bitte nicht um Gnade; das Leben hat keinen Werth fuͤr mich. Ich behaupte deshalb nicht, daß ich ein Stoiker sey. Wenn die Gesellschaft mir die Genuͤsse des Lebens und Vermoͤgen boͤte, so wuͤrde ich gern leben. So aber mache ich mir gar nichts aus meiner Existenz; ich lebe in der Vergangenheit; seit acht Monaten sitzt der Tod mir zur Seite. Ich verlange keine Gnade; ich erwarte sie nicht; ich will sie nicht sie wuͤrde unnuͤtz seyn!“ Martin begehrte hierauf ebenfalls das Wort, um alle Umstaͤnde noch einmal her⸗ vorzuheben, die den Aussagen Lacenaire's entgegengestellt werden konnten, und wandte sich dann mit folgenden Worten an Lace⸗ naire: „Du Elender, der Du dem ganzen Menschen⸗Ge⸗ schlechte Haß und Rache geschworen hast, Du fuͤrchtest den Arm der weltlichen Gerechtigkeit nicht, aber veelleicht wirst Du, wenn Du zum Tode gehst, die Gerechtigkeit Gottes fuͤrchten, vor dem Du mit Blut bedeckt erscheinst. Ich scheue den Tod nicht; ich habe ihm hundertmal getrotzt; ich habe edlen Feinden gegenuͤber gestanden; ich bin fuͤnf Mal verwun⸗ det worden; ich habe einem Kanonier am Fuße des Atlas das Leben gerettet, und drei Finger meiner Hand habe ich durch eine ehrenvolle Wunde verloren! Meine Herren Geschworenen! Am Donnerstag, als ich zum Erstenmale vor Ihnen erschien, war ich noch kein Verbrecher; heute bin ich es, denn ich habe meinem Vater, einem ehrwuͤrdigen Greise, meiner Mutter, der besten der Muͤtter, den Tod bereitet. Die verleumderischen Aus⸗ sagen Lacenaire's haben meine Aeltern entehrt, und werden sie schnell dem Grabe zufuͤhren. Ah! m. H., ich fuͤrchte den Tod nicht. Verurtheilen Sie mich, und Sie werden sehen, daß ich das Schaffot muthig besteige. Aber Sie werden auch sehen, daß jener Elende nach 8 Tagen andere Personen denunziren wird, um sein Leben zu verlaͤngern. Ich verlange keine Gnade, m. H., ich verlange Gerechtigkeit. Mein Schicksal, mein Leben kuͤmmern mich wenig; aber in meiner letzten Stunde wird mir mein Gewissen ein Trost seyn.“ Miese gewaͤhlten Worte aus dem Munde eines Mannes, der im Laufe der Debatten erklaͤrt hatte, daß er weder lesen noch schreiben koͤnne, erregten in der Versamm⸗ lung einiges Erstaunen. Martin sank erschoͤpft auf seinen Sitz zuruͤck. Lacenaire, den seine Heiterkeit nicht einen Augenblick verlassen hatte, betrachtete seinen Mitangeklagten mit spoͤttischen und triumphirenden Blicken. Der Eindruck, den diese teuflische Scene auf die Zuschauer hervorbrachte, ist nicht zu schildern. Inmitten der allgemeinen Aufregung erklaͤrte der Praͤsident die Debatten fuͤr geschlossen und machte sein Resumé. Um 11 Uhr Abends zogen sich die Geschwornen in ihr Berathungs⸗Zimmer zuruͤck; 43 Fragen waren ihnen vorgelegt worden. Um 2 Uhr Morgens verkuͤndete die Klingel, daß das Urtheil gefaͤllt sey. Die Zuhoͤrer, von denen fast keiner den Saal verlassen hatte, beeilten sich, ihre Plaͤtze wieder einzunehmen, und der C’’ der Jury erklaͤrte, daß auf alle den Angeklagten zur Last geleg⸗ ten Verbrechen eine bejahende Antwort erfolgt, und nur bei Martin mildernde Umstaͤnde erkannt worden seyen. Die Ange⸗ klagten wurden darauf wieder eingefuͤhrt. Lacenaire ist blaß und scheint niedergeschlagen. Er hoͤrt die Erklaͤrung der Jury uͤbrigens mit ganz gleichguͤltiger Miene an. Avril wirft, als er die bejahende Antwort in Betreff seiner hoͤrt, der Jury einen wuͤthenden Blick zu und murmelt zwischen den Zaͤhnen: „Ich bedanke mich.“ Martin verbirgt sein Gesicht in sein Schnupf⸗ tuch. Als der General⸗Prokurator auf Anwendung der Strafe antrug, erhob sich Avril noch einmal und sagte: „Ich bin von der Jury verurtheilt; ich verlange keine Gnade; ich ziehe den Tod einer lebenslaͤnglichen Kettenstrafe vor; aber ich schwoͤre vor Gott, daß dies ein Justiz⸗Mord ist!“ Lacenaire und Avril wurden zum Tode, Martin zu lebenslaͤnglicher Zwangs⸗Arbeit verurtheilt.

Am 10ten d. M. traf das gewoͤhnliche Dampfboot mit der Korrespondenz aus Algier in Toulon ein. Bei seiner Abfahrt von dort war man bereits von der nahe bevorstehenden Ankunft des Herzogs von Orleans unterrichtet, und es wurden Anstalten getroffen, um ihm einen recht glaͤnzenden Empfang zu bereiten. Se. Koͤnigl. Hoheit werden im Regierungs⸗Gebaͤude absteigen, wo mehrere Zimmer auf das Prachtvollste moͤblirt werden. Man schmeichelte sich in Algier, daß der Prinz wenigstens 14 Tage dort verweilen und sich erst gegen Ende des Monats, wo die Vorbereitungen zur Expedition gegen Abdel⸗Kader beendigt seyn werden, nach Hran begeben wuͤrde. Aus⸗ dieser letzteren Stadt reichen die Nachrichten bis zum 4. November. Tags zuvor war daselbst das Linienschiff „Duquesne“ mit 1100 Mann vom 11ten Linien⸗Infanterie⸗Regimente aus Port⸗Vendres angekommen. Seit dem Bruche mit Abdel⸗Kader hatten die Gebirgs⸗Bewohner nicht mehr die Maͤrkte besucht, so daß alle Lebensmittel ungemein theuer waren.

Aus Spanien fehlt es heute an allen Nachrichten. Das Journal de Paris meldet bloß, daß der Anfuͤhrer der Chri⸗ stinos, Iriarte, am gten einen Ausfall aus Pampelona gemacht, einen Karlisten⸗Posten uͤberrumpelt und einige 50 Mann, theils getöͤdtet, theils gefangen genommen habe. 8

Großbritanien und Irland.

London, 14. Nov. Durch den Tod des Bischofs von Cloyne, Dr. Brinkley, wurde das Amt des Präͤsidenten der Koͤ⸗ nigl. Irlaͤndischen Akademie erledigt. Als Kandidaten dafuͤr traten der Propst des Trinity⸗College, Dr. Lloyd, und der Erz⸗ bischof von Dublin, Dr. Whately, auf. Der Letztere hatte aber

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in England kein Eroberer seyn!““

nur zehn Stimmen, und der Propst wurde mit großer Stim⸗ men⸗Mehrheit gewaͤhlt.

Am vorigen Freitage ist in Maidstone der Admiral Jones n 90sten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen; er war nicht verheirathet und hinterlaͤßt ein bedeutendes Vermoͤgen. Bei dem (gestern erwaͤhnten) Diner in Bath, an welchem 700 Waͤhler Theil nahmen, fuͤhrte Herr William Hunt den Vorsitz; zu seiner Rechten saßen der General Palmer und Herr Hume, zu seiner Linken Herr Roebuck und der Oberst Napier. Der Letztere erhob sich nach dem Toa rine, und ließ sich im We

„Ich muß um Charalter als Solda als ob ich beide fuͤr Antwort erinnere, die im

in weil ich . in beruͤhmter Architekt, der ausgezeichnetste Mann seiner Zeit, seinen Freunden gab, als sie ihm niedrige Denkungsart vorwarfen, weil er sich so geduldig in die Launen und Ruͤgen des Roͤmischen Kaisers Hadrian fuͤgte. wuͤrde mir nichts helfen”““, erwiederte der Ba mit dem Gebieter von 40 Legionen streiten w eben so wenig helfen, mit den Legionen selbst zu streiten, hoffe daher, bei dieser Gelegenheit einen Irrthum zu vermeiden, in welchen andere Offiziere kuͤrzlich bei ahnlichen Gelegenheiten ver⸗ fallen sind. Jene Offiziere unterfingen sich naͤmlich, erklaͤren, welche Ansichten die Armee im Ganzen uͤber tische Fragen hege, sondern sogar, was diese Armee thun wuͤrde, im Fall gewisse Ereignisse eintraͤten, welche von jenen Personen erwar⸗ tet wurden. Dies halte ich fuͤr hoͤchst anmaßend, da unter den Sol⸗ daten, wie unter anderen Menschen, verschiedene Ansichten herrschen. Da ich hier in diesem Augenblick die Armee und die Marine reprä⸗ sentire, so danke ich Ihnen fuͤr das Kompliment, welches Sie mir gemacht haben, weil ich es nur als ein Kompliment und als außer aller Verbindung mit politischen Betrachtungen ansehe. Ich finde darin nur eine Aeußerung jenes Wohlwollens, welches Englaͤnder und, ich hoffe, auch Englaͤnderinnen stets einem schlichten Manne gern bewiesen haben, der es unternommen, sie gegen fremde Feinde zu vertheidigen und seine Verpflichtung getreu erfuͤllte. Beifall.) Nachdem ich dies als Soldat gesagt, will ich nun zu meinem Charakter als Buͤrger zuruͤckkehren und in dieser Eigen⸗ schaft fuͤr mein Theil hinzufuͤgen, daß ich fest uͤberzeugt bin, die Britische Armee wird sich als Koͤrper niemals irgendwie in politi⸗ sche Eroͤrterungen einmischen wollen. Ich meine damit nicht, daß Soldaten als Individuen nichts mit der Politik zu schaffen haͤtten, eine Behauptung, die so weit getrieben worden 5, daß man mich oft gefragt hat, wie ich, ein Soldat, der die Geschichte des Krieges auf der Halbinsel geschrieben, mir herausnehmen koͤnnte, mich in die damit verbundenen politischen Fragen zu mischen. Ich f immer, daß dies dieselben Personen waren, di hungen in ihrem Munde fuͤhrten von dem, daten gegen innere Feinde und Verraͤther thun wuͤrden, wobei sie unter inneren Feinden und Verraͤthern solche Leu⸗ te verstanden, die, wie die gegenwaͤrtige Versammlung, nach einer guten und wohlfeilen Verwaltung streben. Nun halte ich es aber fuͤr die Pflicht eines Soldaten, des Engli⸗ schen Soldaten wenigstens, so wie andere Buͤrger zu denken und bandeln; ich kalte es fuͤr die Pflicht des Englischen Soldaten, ui Freiheit zu lieben, denn sie staͤhlt die Seele zu edlen Thaten; ich halte es auch fuͤr seine Pflicht, sich zu bilden und aufzuklaͤren, um jene Wildheit zu vermeiden, die den hochherzigen, tapferen entwuͤrdigt und zu einem bloßen blutbefleckten Soͤldner (Beifall.) Wir wollen keine Orangisten⸗Herrschaft; gleiche Rechte fuͤr Alle; wir wollen ei von Demokratie in unsere Verfassung, baus, das sich nach den Wuͤnschen und Gesinnungen des Phrten Volkes richtet, oder gar keins. (Großer Beifall.) Ich weiß, man koͤnnte mir sagen, daß ein edler Lord, einer der Haͤupter unserer eigenen Partei und ein Minister des Staats, dessen Gesellschaft wir heute gekommen sind, eine solche Sprache ge⸗ mißbilligt und sich gegen alle organische Veraͤnderungen erklaͤrt habe. (Beifall.) Waͤre dieser edle Lord anwesend, so haͤtte ich ihn fragen wollen, was fuͤp eine groͤßere ken laͤßt, als die Aufstellung einer Lehre wie folgende: nen keine Reform weil 170 L

und ich

gewisse poli⸗

„„Sie koͤn⸗

Stirn bieten.“ ch hade

etwas unehrerbietig von diesen Lords gesprochen, ich moͤchte es auch

vielleicht noch ferner, ehe ich aber fortfahre, mu ich Einen M. davon ausnehmen, denn ich waͤre das schlechtene bsch niedrioste ale ler menschlichen Wesen, wenn ich, um mir ein, voruͤbergehende Po⸗ pularitaͤt zu erwerben, einen Mann auch nur auf einen Augenblick herabsetzen wollte, von dem ich nie anders als mit Achtung und Ehrfurcht gesprochen habe, nicht um seiner Politik sondern um sei⸗ ner heroischen Thaten willen, ich. meine meinen alten General, den Herzog von Wellington. Ich habe denselben im Felde weise, tuͤch⸗ tis, ausdauernd und tapfer gesehen; ich sah ihn Englands Armeen von Sieg zu Siege fuͤhren, mehr wie ein Gott, als wie ein Mensch. Ich stehe nicht an, zu sagen, daß, so tapfer, so brav, so unbesteg⸗ bar auch die Englischen Armeen auf der Halbinsel waren, sie we⸗ nigstens dem Herzoge von Wellington eben so viel verdank⸗ ten, als er ihnen. Fordere ich aber damit, daß ich dies sage, die Versammlung auf, sich seiner Politik zu unterwerfen? Nein, ich bin zu keinem anderen Zweck heute hier, als Sie aufzufordern, sich ihr zu widersetzen. Treten Sie ihm aber als rechtliche, treu⸗ herzige Englaͤnder entgegen; fuͤgen Sie ihm keinen Schimpf zu, setzen Sie seine Talente nicht herab, sondern sagen Sie ihm Fuß ge⸗ gen Fuß und Stirn gegen Stirn, daß er auf unrechtem Wege sey und, wenn er denselben weiter verfolge, das Volk sich zum Feinde machen werde. Sagen Sie ihm: „„Herzog von Wellington, du Eroberer in Spanien, du Eroberer in Frankreich, du Eroberer in Portugal, du Eroberer in Indien, du Eroberer bei Waterloo, darfst in (Stuͤrmischer Beifall.) Doch, um wieder auf die 170 Lords zuruͤckzukommen, so frage ich die Ver⸗ sammlung, was sie sind, daß man ihnen mit solcher Hochachtung begegnen soll? Sind sie weiser oder patriotischer als ihre Rachbarn? (Bei⸗ fall.) Was sind sie anders als Diener, Ober⸗Diener, wenn es der Versammlung so beliebt, die mit aller Achtung behandelt w muͤssen, wenn sie ihre Pflicht thun, aber, wenn sie si

nigen kehren, denen sie dienen sollen, zu

zu ihrer Erbauung daran erinnert, daß E

ut ohne Lords fertig werden konnte u

wuͤrde.“

e Armee und Ma⸗ 1

nen zu duͤrfen, nicht mich der

(Beifall.)

organische Veraͤnderung sich wohl den⸗

erlangen, keine Veraͤnderung, keine Vervesserung,

(Großer

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um 16““

Als hierauf die Gesundheit der beiden Repraͤsentanten von

Bath ausgebracht wurde, stand der Eine derselben, Herr Roe⸗

buck, auf, und aͤußerte sich in noch radikalerem Sinne, als der vorige Redner; er sey, sagte er, weder Tory noch Whig, sonder der geschworene Diener des Volks, ein Amt, relches freilich,