8 6 1 E“ Urvoͤlkern oder durch Kolonisirung dorthin verpflanzten Volks⸗
staͤmmen der westlichen Hemisphaͤre gewonnen.
Zeitungen aus Buenos Ayxres vom 29. August bringen die Nachricht, daß der Ex⸗Gouverneur der Provinz Cordova, Seüor Jose Vicente Reynafe, verhaftet worden und daß seine Bruͤder entflohen seyen. In Montevideo, von wo die Nach⸗ richten bis zum 21. August reichen, war Alles ruhig.
Nachrichten aus Venezuela vom 4. Oktober zufolge, hatte Sir Robert Ker Porter der Regierung zu Caraccas sein Be⸗ glaubigungs⸗Schreiben als Britischer Gesandter uͤberreicht und war sehr guͤnstig aufgenommen worden. 8
Niederlande.
Aus dem Haag, 23. Nov. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer der Generalstaaten ist derselben eine Koͤ⸗ nigl. Botschaft uͤbergeben worden, in Begleitung eines Gesetz⸗ Entwurfs, demzufolge, da dies unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤn⸗ den noch zweckmaͤßig erscheine, das Gesetz vom 39. Nov. 1830, in Betreff der Mittel zur Unterdruͤckung von Unruhen und Miß⸗ vergnuͤgen, abermals auf ein Jahr prolongirt werden soll. Der Gesetz⸗Entwurf wurde an die Sectionen verwiesen.
In der (gestern erwaͤhnten) von der Regierung ertheilten Erwiederung auf die Bemerkungen der zweiten Kammer wegen voller Zahlung der Staatsschuld⸗Zinsen heißt es noch am Schlusse: „Das Amortisations⸗Syndikat wird fuͤr dieses Mal noch ein⸗ schreiten, um ohne Belastung der Steuerpflichtigen die begehrte Summe zu liefern, und, wie dies auch in den Sectionen be⸗ merkt wurde, sind die allgemeinen Beziehungen, in denen dieses Institut steht, sehr geeignet, um spaͤter die Abrechnung (mit Belgien) zu erleichtern. Daher muß denn auch der Betrag der Summe derselbe bleiben, wie er nun schon seit geraumer Zeit aufgebracht worden ist; die Summe kann nicht vermindert wer⸗ den, ohne daß politische Uebel herbeigefuͤhrt wuͤrden, welche man bisher so viel als moͤglich vermeiden zu muͤssen geglaubt hat. Andere Maßregeln, um der bevorstehenden Zinszahlung zu ge⸗ nuͤgen, sind jetzt noch nicht dringend nothwendig. Wenn aber die Umstaͤnde wieder eine Geldbewilligung der porliegenden Art noͤthig machen sollten, so wird die Regierung auf Huͤlfsmittel bedacht seyn, welche ohne Belastung der Steuerpflichtigen zur Ausfuͤhrung gebracht werden koͤnnen, und es ist derselben ange⸗ nehm gewesen, daß in einer der Sectionen der Versammlung Vorschlaͤge in dieser Beziehung gemacht worden sind, deren Be⸗ urtheilung im Detail ein Gegenstand der Erwaͤgung fuͤr die Re⸗ gierung seyn wird.“ . 8
Der Praͤsident der Niederlaͤndischen Bank, Herr Jakob Fock, ist in Amsterdam mit Tode abgegangen.
Das Amsterdamer Handelsblad enthaͤlt eine Berich⸗ tigung der von demselben ausgegangenen Anzeige, daß die Kon⸗
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zession zur Anlage einer Eisenbahn zwischen Amsterdam und
Harlem bereits definitiv ertheilt worden sey. Die Konzession ist vielmehr nur vorlaͤufig zugesagt, und zwar dem Ingenieur Brade, dem Urheber des Plans, in Gemeinschaft mit den Her⸗ ren L. J. J. Serrurier und R. Le Chevalier, welche an der Spitze des finanziellen Theiles des Unternehmens stehen.
Belgien.
1
Bruͤssel, 24. Nov. Hiesigen Blaͤttern zufolge, sieht man hier der sehe des Koͤnigs und der Koͤnigin spaͤtestens
naͤchsten Donnerstage entgegen.
W e. hat gestern das Gesetz in Be⸗ zug auf die Loos⸗Renten mit 43 gegen 7 Stimmen angenom⸗ men. Gegenwaͤrtig ist ein Gesetz⸗Entwurf in Bezug auf die Einfuͤhrung auslaͤndischen Schlachtviehs in Berathung.
Nach den hier eingegangenen Nachrichten aus Antwerpen haben die dortigen See⸗Versicherungs⸗Gesellschaften seit dem 20sten ihren Agenten Instructionen in Bezug auf die Versicherung ge⸗ gen Kriegsgefahr zugehen lassen; sie haben, wie Einige behaup⸗ ten, die Versicherung ganz verboten, oder, wie Andere sagen, nur unter sehr schwierigen Bedingungen gestattet.
Die Arbeiten der Eisenbahn⸗Section von Mecheln nach Antwerpen sollen beim Ankauf der erforderlichen Laͤndereien auf unerwartete Schwierigkeiten gestoßen seyn, so daß die Fahrt auf dieser Bahn erst am 1. April naͤchsten Jahres eroͤffnet werden ann. Auch die Strecke von Mecheln nach Termonde kann
wahrscheinlich nicht vor dem 1. April fertig werden, und zwar
sollen hier Prozesse der Regierung mit den Lieferanten der Ei⸗
senschienen die Veranlassung des Verzuges seyn. — Im naͤchsten Fruͤhjahr will man anfangen, die Soldaten der Armee zum Bau on Landstraßen und Eisenbahnen zu gebrauchen.
“ Deutschland. Hamburg, 27. Nov. Der Koͤniglich Franzoͤsische Ge⸗ sandte am Schweedischen Hofe, Graf von Mornay, ist nach Stockholm und der Koͤniglich Daͤnische Gesandte in Paris, Graf von Juel, nach Kopenhagen hier durchgereist.
Muͤnchen, 23. Nov. Muͤnchener Blaͤttern zufolge, ist der Staats⸗Minister und Bundestags⸗Gesandte, Herr von Mieg, am 22. November Nachmittags, nachdem er noch vorher eine Audienz bei der regierenden Koͤnigin Majestaͤt gehabt hatte, üͤber Insbruck nach Ankona abgereist. — Dem Vernehmen nach soh waͤhrend der Abwesenheit Sr. Majestaͤt des Koͤnigs der Feldnarschall Fuͤrst von Wrede den Vorsitz in den Sitzungen des Menister⸗Raths und des Staats, Raths fuͤhren. Indessen soll die Krankheit der Frau Fuͤrstin des Feldmarschalls augen⸗ blickliche Abreise von Ellingen verhindern.
Ueber den bereits erwaͤhnten Versuch mit dem Dampfwagen auf der Nuͤrnberg⸗Fuͤrther⸗Eisenbahn enthalten neuere Bayeri⸗ sche Blaͤtter folgenden Vericht vom 22sten d. M. „Gestern Nachmittag bei warmem Wetter und Sonnenschein machte der Dampfwagen die erste Probefahrt mit fuͤnf angehaͤngten Wagen, worauf 112 Personen, von hier nach Fuͤrth. Er legte gin 17 Mi⸗ nasten den Weg zuruͤck, blieb etwa ½ Stunde in Fuͤrth und langte nach 10 Minuten wieder an den Remisen hier an. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß der Ingenieur Wilkens nur ¼ der Kraft anwandte, und erst bei erneuerten Ver⸗ suchen mit halber Kraft sahren wird, wobei er sich getraut, die
Strecke von nicht ganz 2 Stunden, oder genauer 22,000 Bayer. Fuß, in 7 Minuten zuruͤckzulegen. Mit ganzer Kraft zu fahren ist auf dieser Kuͤrze des Wegs und wegen der nothwendig ge⸗ wordenen kleinen Kruͤmmungen der Bahn an beiden Endpunkten, nicht thunlich. Es ist ein herrlicher Anblick. Die Vollkommen⸗ heit der Maschine und die solide Construction der Bahn gestat⸗ ten, unterwegs zu lesen und selbst zu schreiben wie im Zimmer. Die allgemeine Theilnahme, so wie die nun ganz befriedigte Erwartung, lassen bei dem unendlichen Zeitgewinn und der gro⸗ ßen Sicherheit mit Recht eine baldige Fortsetzung dieser Bahn und die Erbauung aͤhnlicher erwarten, welche so namentlich fuͤr
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Bayern eine nicht zu berechnende Wichtigkeit erlangen koͤnnten.)
Die feierliche Eroͤffnung der hiesigen Bahn wird Anfangs naͤch⸗ sten Kena; erfolgen. Moͤge in Bapern der Eifer benutzt wer⸗
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nach Gutfinden disponiren
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ö..““ den, mit bem sich, hesonders in England die Kapitalien den Ei⸗
senbahnen und Kanaͤlen zuwenden. Selbst wenn der Ertrag die⸗ ser Unternehmungen nicht allen Plaͤnen und Erwartungen ent⸗
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gezogen wird, zum doppelten Gewinn fuͤr dasselbe, indem es Tau⸗ sende von Haͤnden beschaͤftigen, allen Grundstuͤcken in weitem Um⸗ kreise hoͤhern Werth verleihen und dem Europaͤischen Verkehre neue Bahnen brechen wird. Zu dem Ruhme, eine Haupstadt der Kunst der neuern Zeit zu besitzen, wird Bayern dann die Ehre fuͤgen koͤnnen, in Deutschland den groͤßten Kanal eroͤffnet und zu den ersten Eisenbahnen die Hand ans Werk gelegt zu haben. In dieser Hinsicht hat die Nachricht von Projektirung einer Eisenbahn zwischen Muͤnchen und Augsburg auch hier die freu⸗ digste Senfrtion erregt. Man hat gesagt, durch Eisenbahnen werde ein ganzes Land gleichsam schiffbar gemacht, weil in rascher Bewegung dann die Fluthen des Verkehrs sich durch dasselbe waͤlzen. So wuͤrde also Muͤnchen, dessen Lage man sonst nicht als die guͤnstigste fuͤr den Welthandel betrachtete, vielleicht in naher Zukunft wie durch einen Strom damit in direkte Verbin⸗ dung gesetzt werden koͤnnen.“ — Darmstadt, 25. Nov. In der Sitzung der zweiten Kam⸗ mer vom 17ten d. wurde bei fortgesetzter Berathung uͤber den Haupt⸗Vera ischlag der Staats⸗Ausgaben fuͤr die Jahre 1836 — 1838 auch uͤber die Minister⸗Besoldungen debattirt. Was diese letzteren betrifft, so waren hierfuͤr in den sixen Etats 3 Minister, jeder zu 5000 Fl. Gehalt und 2000 Fl. Repraͤsentations⸗Kosten und außerdem noch 4000 Fl. Repraͤsentationen fuͤr einen dersel⸗ ben, also im Ganzen 25,000 Fl. festgesetzt. Es war vorbehalten, daß die fuͤr jedes Ministerium bestimmte Summe (19,520 Fl. Ministe⸗ rium der auswaͤrtigen Angelegenheiten und des Hauses, 42,350 Fl. des Innern und der Justiz, 30,000 Fl. der Finanzen, 4000 Fl. weitere Re⸗ praͤsentations Gelder fuͤr einen Minister — Summa 95,870 Fl.) nur fuͤr dieses verwendet werden, daß sie mit Ausnahme der Minister⸗Gehaite und Repraͤsentations⸗Gelder als eine Aversio⸗ nal⸗Summe betrachtet werden solle, woruͤber der Großherzog koͤnne; daß Hoͤchstderselbe sich hierdurch die Moͤglichkeit nicht wollte benehmen lassen, einen Minister mit 12,000 Fl. p behalte, von den 10,000 Fl. Revpraͤsentations⸗Geldern einem 7060 Fl. zuzuweisen; det werde, komme der Staats⸗Kasse zu gut; und die dermali⸗ gen Besoldungs⸗Verhaͤltnisse erleiden durch die Etats keine Veraͤnderung. — Der erste Ausschuß der vorigen Kammer hatte beantragt fuͤr jeden der 3 Minister 6000 Fl. und fuͤr einen derselben 4000 Fl. Revpraͤsentation, also im Ganzen 22,000 Fl. Der jetzige Ausschuß hielt diese Summe auch fuͤr genuͤgend, war aber der Meinung, daß man, aus finanziellen Ruͤcksichten und in Betracht des Umfangs unseres Landes, von dem Verlangen der Anstellung von drei Ministern abstrahi⸗ ren, und diese Summe als Aversional⸗Summe bewil⸗ ligen moͤge, deren Vertheilung dem Ermessen des Regen⸗ ten anheim gestellt bleibe, jedoch mit der Beschraͤnkung,
daß das Ganze nicht einem Beamten zu Theil werde.
Oesterreich.
Wien, 20. Nov. Se. Majestaͤt haben unterm 16. Juli d. J. folgende Allerhoͤchste Verfuͤgung erlassen: „Von den Ver⸗ boten besonders bezeichneter Neben⸗Beschaͤftigungen Meiner Beam⸗ ten und Diener hat es abzukommen. Im Allgemeinen darf aber keinem Meiner Beamten und Diener gestattet werden, sich einem Neben⸗Geschaͤfte, oder einer Unternehmung, was immer fuͤr einer Art, zu widmen, oder sich in derselben zu interessiren, welche er⸗ stens: nach ihrer Beschaffenheit und ihrer Beziehung auf die Stellung des Beamten, die Voraussetzung einer Befangenheit in der Ausuͤbung seines Amtes begruͤnden kann, oder welche zwei⸗ tens: dem Anstande und der aͤußern Ehre des Ranges, in wel⸗ chem der Beamte steht, widerstreitet, oder welche drittens: die Zeit des Beamten auf Kosten der genauen Erfuͤllung seines Be⸗ rufes in Anspruch nimmt. In den ersten beiden Fällen ist der Beamte, den es betrifft, von seinem Chef schriftlich aufzufordern, entweder der Beschaͤftigung, dem Gewerbe, der Unternehmung, oder dem Dienste in einer zu bestimmenden Frist zu entsagen. Gegen diese Aufforderung steht dem Betroffenen der Rekurs an die hoͤhere Behoͤrde ossen. Nach definitiver Abweisung des Re⸗ kurses hat dann die dem Beamten eingeraͤumte Wechselwahl in Wirksamkeit zu treten. In dem dritten Falle treten die beste⸗ henden Vorschriften gegen Beamte ein, welche ihre Berufspflich⸗ ten vernachlaͤssigen.“
In der Laybacher Zeitung liest man: „Die Allgemeine Zeitung hat vor kurzem einen Artikel aufgenommen, welcher auch in andere Tagesblaͤtter uͤbergegangen ist, daß naͤmlich Ihre Koͤnigl. Hoheit die Frau Herzogin von Beira im strengsten In⸗ cognito eine Reise nach Marjazell, oder vielleicht nach Wien un⸗ ternommen habe. Diese Nachricht ist ganz ungegruͤndet. Die Frau Herzogin besindet sich seit dem 17. September in unseren Mauern, und hat selbige seitdem auch nicht auf einen Tag ver⸗ lassen.“ - Der Oesterreichische Beobachter bemerkt: „Es ist jetzt oͤfters in den Zeitungen von der durch Herrn Thilorier in Paris neuerdings dargestellten tropfbar fluͤssigen Kohlensaͤure als einer neuen maͤchtigen bewegenden Kraft die Rede. Es duͤrfte daher die Erinnerung nicht uͤberfluͤssig seyn, daß bereits im J. 1826 im neunten Bande der Jahrbuͤcher des Kaiserl. polytechni⸗ schen Instituts, S. 106, in einer eigenen Abhandlung des. Ti⸗ tels: „ „Ueber die Anwendung der tropfbar fluͤssigen Kohlensaͤure zur Bewegung von Dampfmaschinen““ durch genaue Berech⸗ nung von dem Regierungsrathe und Direktor Prechtl nachge⸗ wiesen worden ist, daß die Anwendung der tropfbaren Kohlen⸗ saͤure als mechanischer Kraft der Anwendung des Wasserdampfes in jeder, zumal in oͤkonomischer Hinsicht, nachsteht.“ — .
Aus Griechenland sind heute neuere Nachrichten hier eingegangen, welche durchaus befriedigend lauten. In ganz Griechenland herrschte vollkommene Ruhe; von Raͤubereien war kaum eine Spur mehr. Ein Brief aus hoͤchst achtbarer Quelle beginnt eine sehr guͤnstige Darstellung des gegenwaͤrtigen Zu⸗ standes Griechenlands mit den Worten: „Glauben Sie ja nicht die verschiedenen durch boshafte Parteien hauptsaͤchlich in letzter Zeit ausgestreuten nachtheiligen Sagen uͤber die Verhaͤltnisse Griechenlands. Wir hatten nie mehr Grund zu frohen Aus⸗ sichten ꝛc.“ Die National⸗Bank war bei Abgang dieser Nach⸗ richten bereits theoretisch konstituirt und man hoffte, sie recht bald in Wirksamkeit treten zu sehen. Die Actien werden in London unverzuͤglich an die Boͤrse gebracht werden. Außer dem Haupt⸗Bureau in Athen sollen noch Kommissions⸗Bureaus die⸗ ser Anstalt in Nauplia, Patras, auf Syra ꝛc. errichtet werden.
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“ Schweiz. 8
b Zuͤrich, 20. Novbr. (Allg. Ztg.) Gestern wurde von Buͤrgermeister Heß zu Ehren des Dr. Bowring, der in Auf⸗
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spricht, so wird doch das Geld, das auf diese Weise ins Land.
was nicht wirklich als Gehalt verwen⸗
zu besolden, und sich deshalb vor⸗
uͤber
traͤgen des Englischen Ministeriums die Schweiz bereist, ein] guͤltigkeit, das Mißtrauen, die Widersetzlichkeit schon uͤberallt
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großes Mittagsmahl gegeben, weiches man anderswo, da zh Deutsche Sprache den diplomatischen Kuͤnsten nicht zusagt, d „diplomatisches Diner“ genannt haͤtte. Es waren etwa sechs Personen geladen. Von angesehenen Fremden nahmen auch Oesterreichische Gesandte, Graf von Bombelles, und der jun Ludwig Napoleon Theil daran. Nicht leicht haͤtten in irgen einer andern Schweizerstadt so verschiedenartige Elemente z1 sammengebracht werden koͤnnen, als sich hier fanden. lichen politischen Farben fanden da ihre Vertreter. Unbeugsae und gemaͤßigte Familien⸗Aristokraten, Geld⸗ Aristokraten, 4. differente und Schwankende, Reformfreunde, Liberale, Nh kale, Gleichmacher waren auf's wunderlichste durch einander wuͤrfelt. Die verschiedenen Toaste wurden daher auch sehr vi schieden empfangen, ohne daß sich Jemand graͤmte, wenn ei Saite angeschlagen wurde, die ihm mißtoͤnend schien. Dr. Boß ring ragte aus allen gewaltig hervor. An Lebendigkeit seiner wegungen und Manieren steht er den Franzosen nicht nach, wie rend Reichthum an Gedanken und Hervortreten besonderer 4 dividualitaͤt eher den Englaͤnder verrathen. Er sprach oft in immer vortrefflich. Mit großer Gewandtheit und Sicherheit wuf er den Stoff seiner Rede zu behandeln und Verstoͤße, die von dern Rednern gemacht worden waren, durch geschickte Wendung⸗ wieder gut zu machen. Die Vorzuͤge seines Landes stellte er; rade darum in ein um so guͤnstigeres Licht, als er mit einer mer bestechenden Offenheit auch die Gebrechen desselben nicht ve schonte. Wenn sein Zweck ist, die Handels „Verhaͤltnisse Schweiz kennen zu lernen, damit das Ministerium wisse, d welche Weise es dem Deutschen Zoll⸗Vereine in der Schme am leichtesten begegnen koͤnne, so scheint in der That die Wa dieses Abgesandten verständig zu seyn. Er bekuͤmmert sich! die kleinsten Details und hat es sich zum Grundsatze gemac mit allen Personen zu reden. Er sucht die Leute auf, statt si wie andere Gesandte in so enge Kreise als moͤglich abzuschließe Zumal mit seiner absichtlich berechneten Offenheit wird er so legenheit genug erhalten, auf eine unkluge Offenheit zu stoßen. ist heute weiter nach St. Gallen gereist. Die Toaste der Sch wijg wollten von Anfang an nicht recht gelingen, bis das Eis der en⸗ Scheu von der siegenden Waͤrme des Gedanken⸗Verkehrs durg brochen wurde. Mit sehr großem und ungetheiltem Auylus
wurde ein Toast des Regierungsraths Eduard Sulzer aufzum⸗
men, welcher die verschiedenen vorherigen Andeutungen Engete
Unterstuͤtzung, Vereinigung Franzoͤsischer und Schweizerischer qe teressen u. s. w. abzulenken wußte und die Schweizerische Selh staͤndigkeit und Unabhaͤngigkeit als Grundlage jeden Verkehee der Schweiz mit fremden Staaten hervorstellte. Auch die Deu sche Individualitaͤt zeigte sich in dem Toaste eines Deutschen
lehrten, des Rektors Rettig. Waͤhrend naͤmlich die meisten a dern Redner sich der praktischen Richtung der Interessen zu
wendet hatten, so erschien sein Toast auf die Ideen und
Ideelle durch geistig⸗ und sittlich⸗reinen Gehalt wie eine heill
blaue Flamme, welche die gaͤhrenden Elemente uͤberstrahlte.
Italien.
Neapel, 7. Nov. Die hiesige Zeitung berichtet heute uͤber ein sehr heftiges Erdbeben, welches bereits am 12 Okt. um Mitternacht in der Provinz Kalabrien (citeriore) sta gefunden und auch in den benachbarten Gegenden verspuͤrt wun Der Mittelpunkt dieses furchtbaren Natur⸗Ereignisses war Gemeinde Castiglione, welcher Ort dadurch der Erde ganz gleit gemacht und von dessen 1000 Einwohnern ungefaͤhr 100 unteran Truͤmmern ihrer Haͤuser begraben worden sind. Auch w d Kreisstadt Cosenza wurden die Gebaͤude aus ihren Fundament gerissen, doch hat gluͤcklicherweise kein Einwohner dabei sein Lei verloren. Dagegen wurden in mehreren benachbarten Dorfsch ten viele Landleute getoͤdtet; das Dorf Rovells wurde fast en so wie Castiglione ganz und gar zerstoͤrt. — Se. Maj. der 9 nig haben auf die erste Nachricht von diesem fuͤrchterlichen gluͤck die schleunigsten Maßregeln zur Unterstuͤtzung der am Einwohner jener Gegend angeordnet. In Cosenza ist zu diesen Endzwecke bereits eine Centrau⸗Unterstuͤtzungs⸗Kommission zusa mengetreten, und außer den bewilligten Geldsummen hat der K nig auch befohlen, daß den Einwohnern auf ein Jahr das be noͤthigte Salz unentgeltlich verabreicht werden soll. “
Spanien.
Madrid, 15. Nov. Die Deputation, welche von der —. uradoren⸗Kammer gestern ernannt wurde, um der Koͤnigin gegenzugehen, wenn dieselbe sich nahe, um die Rede vom Tij zu halten, besteht aus folgenden Personen: Seüior Visedo, Antonio Gonzalez, Graf de las Navas, Marquis von Some los, Senor Moscoso de Altamira, Seiior Fontagna Sarge Senor Arguelles, Sesior Ochoa, Graf von Adanero, C Isturiz, dem Praͤsidenten der Kammer und den Secretan Auf eine Freoge des Senor Mondaneta, ob es nicht angeme sey, daß die Mitglieder den Eid der Treue und Unterthaͤnig schon in der vorbereitenden Sitzung leisteten, machte der O tair Caballero bemerklich, es sey uͤblich, diesen Eid den Mit dern immer erst nach der foͤrmlichen Eroͤffnung der Session zunehmen. Der Praͤsident machte noch darauf aufmerksam, es unbekannt sey, um welche Stunde die Koͤnigin die Se eroͤffnen werde, und daß der Secretair sich daher danach erd digen und die Kammer bei Zeiten davon benachrichtigen möch
Man spricht in Madrid von der Abberufung des Geng Cordova vom Kommando der Nord⸗Armee und will wissen, der General Morillo sein Nachfolger werden duͤrfte.
— Die Allgemeine Zeitung enthaͤlt folgendes Schre von der Spanischen Graͤnze vom 9. November: „Waͤhrend! Franzoͤsische Blaͤtter, mit Ausnahme des National und legitimistischen Journale, voll von Hoffnungen uͤber den Erfolg der Verwaltung Mendizabal's sind, kann ich nicht leugt daß ich gerade jetzt erst anfange, an den Fortgang der An genheiten des Praͤtendenten zu glauben. Nicht als ob die e
Gefechte entscheidend gewesen waͤren, sondern weil das Mad aige Staͤrke ssten jetzt im Kufstand verbreitet haben.
juste-milieu in der ungeschickten Nachaͤffung revolutionairer regeln das Mittel gefunden hat, die letzten Huͤlfsmittel der tion abzunuͤtzen, und ihre Anwendung vielleicht sogar 11- g Zukunft unmoͤglich zu machen. Kaum sind acht Tage versts seitdem man das Dekret zum allgemeinen Aufstande kennt, p schon bestaͤtigen die Briefe aus Spanien das Urt welches wohlunterrichtete Leute ersten Augenblick V gefaͤllt haben. Nichts von jener Bewegung, nG das Aufwallen eines zu jeder Aufopferung bereittwe Patriotismus, eine politische Leidenschaft anzeigt; das Beste, wl man aus Madrid schreiben kann, ist: „„Hier ist g. hig.”“"— Was die allgemeine Bewaffnung betrifft, so ge 9 gerade wie bei jeder gewoͤhnlichen Rekruten⸗Aushebung, - macht in dem Bureau dazu Anstalt, und hernach geht 682 es kann. Man weiß ja, was im Jahre 1823 geschah 7 letzte Aushebung wurde damals zu spaͤt dekretirt, als die
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hüls fehlte es an Geld, die
e lgkeit, aber sie beweisen doch, daß
be verhindern wußten, und man sagt ehg veißverstaͤndniß zwischen diesen beiden
dem soll Balmaseda,
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jeten, ats man auf keinen moralischen, und nicht einmal auf n physischen Zwang rechnen konnte; denn wenn Alle in einer gierungs⸗Maßregel begriffen sind und doch diese Alle nicht Willen haben, sich derselben zu fuͤgen, wer zwingt sie? Ueber⸗ Haͤlfte der Rekruten desertirte und uͤbrige Haͤlfte mußte man nach Hause schicken oder sich zer— uen lassen, weil man sie nicht ausruͤsten konnte. Nun, derselbe ‚ welcher Spanien damals zu Grunde richtete, hat auch jetzt vorgeherrscht und herrscht noch vor. Man muß die Po⸗ b’des Constitutionnel haben, um begreifen zu koͤnnen, wie moͤglich ist, einen allgemeinen Aufstand anzuordnen, und doch es, was den oͤffentlichen Geist spannen koͤnnte, zu hintertrei⸗ Alles soll bloß ein Werk der oͤffentlichen Beamten seyn, dHwelcher Beamten! Und welches Werk! Ein Wer welches ahlreichen Volksklassen vom ersten Augenblick an vor den y stoͤßt, weil es dem Geld ein Privilegium zugesteht, sich von Pflichten des Patriotismus zu befreien! Ich kenne die Spa⸗
r; der erste Gedanke, den das Dekret beim Volke hervorge⸗ ücht haben muß, ist der: „„Wenn die Reichen, die am Ende h am meisten und am schnellsten dabei gewinnen, sich den Ku⸗ nnicht aussetzen, warum soll dann ich es thun? Von der beren Seite haben die Reichen, d. h. gerade diejenigen, welche geizigsten und kurzsichtigsten sind, ein Interesse dar⸗ ‚daß die Maßregel nitht strenge vollzogen werde, damit sie nicht gezwungen sehen, ihre 200 Rthlr. zu bezahlen. Alle elt ist also darin einig, nichts zu thun, und da dieses in Spa⸗ n ohnehin Routine ist, so kann man sich vorstellen, was aus Dekrete werden wird. Was bleibt den Patrioten, die etwa diesen Leuten kommen moͤchten, uͤbrig? Schon der Ge⸗ ake, die Aushebung nach vorgeschriebenen ontingenten und nach ovinzen vornehmen zu lassen, ist kleinlich und ungeschickt. an mußte nach großen Territorial⸗Abtheilungen und mittelst oßer Lager zu Werke gehen; aber freilich ist die Lokal⸗ oritaͤt einer kleinen Provinz leichter in der Abhaͤngigkeit zu alten, als eine Territorial⸗Junta. Mina, der so scharf⸗ tig ist, sobald es sich um das Interesse seiner Gewalt⸗Aus⸗ önung handelt, hat dies eingesehen, und daher nicht nur Junten von Catalonien, in der seine Anhaͤnger sitzen, behalten, sondern auch die finanzielle Unabhaͤngigkeit t Provinz im statu quo gelassen. Eine andere Frage ist, eer diese Mittel anwenden wird; ich wenigstens verspreche ir wenig davon. Als diesen Sommer von einer patriotischen ewegung in Aragonien die Rede war, versiel man nicht dar⸗ f, einzelne Rekruten⸗Aushebungen in den Provinzen Sara⸗ ssa, Huesca, Calatayud und Teruel vorzunehmen, sondern un berief alle Patrioten in das Lager von Mallen; man wuͤrde engstens 12 bis 15,000 Mann vereinigt haben, und heut zu age wuͤrden die Karlisten nicht 8000 Parteigaͤnger zaͤhlen und eister von Calatayud und Daroca seyn. Aber das juste-milicu sarf sich dazwischen, man benutzte die Kraͤfte, welche die an⸗ fangene Bewegung ins Spiel gesetzt hatte, man opferte sie eilweise auf, die allgemeine Bewaffnung unterblieb, und ute kann man sie nicht mehr zu Stande bringen. Dies im Kleinen die Geschichte des Dekrets Mendizabal: die fahrung wird es lehren. Und wofuͤr sollte denn auch das olk ein so großes Interesse nehmen? Anfangs sagte man, sabella sey die Personification des liberalen Prinzips; aber itdem das Roval⸗Statut erschienen ist, an welchem Mendizabal artnaͤckiger als irgend einer haͤngt, wer ist so thoͤricht, noch an ge solche Taͤuschung zu glauben? Dies fuͤhrt noch natuͤrlich jdie Frage: wozu werden die Cortes, d. h. die zwei Kammern, smmenberufen? Erstens um die administrativen Maßregeln endizabal's zu billigen, zweitens um ein Anleihen, das der Ninister nicht selbst vorzuschlagen das Ansehen haben will, aufs apet zu bringen, drittens um sich zum Schein mit den Vorbe⸗ stungen zu der Einberufung quasi⸗constituirender Cortes zu be⸗ häftigen, ein Schein, der zur Wirklichkeit werden kann, wenn er schlechte Fortgang der oͤffentlichen Angelegenheiten diesen Harlaments⸗Helden die Furcht einjagt, fuͤr den Zustand der Na⸗ on verantwortlich zu bleiben, und es ihnen als gerathener arstelt, Andern das Geschaͤft zu uͤberlassen, Spanien aus em Chaos, worin sie es gestuͤrzt haben, herauszuwickeln. Un⸗ er diesen Vorbereitungen verdienen zwei Dinge die vorzuͤglichste lufmerksamkeit. Erstlich das Wahlgesetz und zweitens die Preß⸗ eiheit. Ein Volk, das man in Masse zu den Waffen ruft, uf eine privilegirte Repraͤsentation zu beschräͤnken, und eine vafassung oder auch nur eine Modification aufzustellen, das d Dinge, die sich selbst widersprechend erscheinen; nun, gerade es ist, was man versuchen will, und man rechnet sogar darauf, uß das Verbot einer oͤffentlichen Untersuchung der politischen ragen es moͤglich machen werde, dem Volke weiß zu machen, aß es wirklich vertreten wird. Die Cortes werden nicht nur ein Hinderniß in den Weg legen, sondern selbst die Haͤnde zu jeser Jonglerie bieten: Alcala Galiano ist vollkommen dazu eeignet, als offizieller Redner diese Parlaments⸗Intrigue zu lei⸗ inz der Graf de las Navas ist durch seine Feigheit im ent⸗ chheidenden Augenblicke ein Gegenstand des Spottes geworden; lugustn Arguelles hat in seinem Leben nicht gewußt, bie oͤffentlichen Freiheiten zu vertheidigen, und Alles, was onst Opposition war, mit sehr geringen Ausnahmen, ist ganz mnit der jetzigen Lage, die es als sein eigenes Werk ansieht, zu⸗ tieden. Das Volk von Madrid fuͤrchtet man nicht, das juste- nilien und die Boͤrse haben dort wie in allen Hauptstaͤdten Eu⸗ opas ihren Sitz aufgeschlagen; das Eco del Commercio hat 6000 Abonnenten, sagte dieser Tage ein Spanischer Loup ervier, der jetzt in Paris ist. Dort wimmelt es von Spaniern, d alle lernen das Franzoͤsische System auswendig. Aber Don arlos? Nun Don Carlos geht trotz seiner Siege nicht aus dem ugischen Zirkel, in welchen man ihn eingeschlossen hat, heraus, nd man hat ja 100,000 Mann zu vergeuden! Ich bin indessen icht voͤllig dieser Ansicht. Es ist gewiß, daß man einige Ver⸗ farkungen auf die Beine bringen wird, aber die verhaͤltnißmaͤ⸗ beider Parteien bleibt doch dieselbe, weil die Kar⸗ ganzen Norden und Osten von Spanien den Nach vier oder fuͤnf Monaten eht also die Noth wieder von Neuem an, und wenn un⸗ erdessen ein ungluͤckliches Gefecht dem Praͤtendenten den Weg
jach Castilien oͤffnet, so schlaͤgt der Aufruhr wie ein verzehren⸗
es Feuer um sich, denn diese Provinz, in der sich viete Ele⸗ ente des Karlismus befinden, wird heimlich bearbeitet; es scheint, 8 will absichtlich dieses Land fuͤr den entscheidenden Augen⸗ nick reserviren, und daher den Aufstand nicht zu fruͤhzeitig be⸗ innen. Die jetzten Gefechte waren nicht von großer Wichtig⸗ s die Karlisten die Verbindung
rmee⸗Corps, welche Evans und Cordova befehligen, ⸗ es sey daruͤber ein hefs ausgebrochen, weil
— von Bilbao her operirt haͤtte. Seit⸗ Verbindung beider Corps durch einen Umweg uͤber hinter dem Ebro, bewerkstelligt worden seyn
er beiden A wans nicht zu rechter Zeit die
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es fragt sich nun, ob Don Carlos diesen Umstand zu einem entscheidenden Gefechte oder zu einem neuen. Versuch gegen Bilbao benutzen wird. — Nach Briefen aus Madrid scheint es, daß man in den naͤchsten Cortes vielmehr eine royalistische als eine liberale Opposition fuͤrchtet; meines Erachtens kann es wohl eine solche geben, aber sie wuͤrde unbedeutend seyn. Die bestehenden Cortes sind wesentlich juste-milieu und folglich ministeriell. Die Schwierigkeit liegt nicht da. Uebrigens faͤngt man schon an, den Ton der großen Hoffnungen sehr herunterzustimmen.“ 8
Portugal.
Der Morning Herald meldet aus Lissabon vom 5ten d. M.: „Es geht das Geruͤcht, eine Miguelistische Guerilla von 50 bis 60 Mann, befehligt von einem in der Provinz Tras⸗os⸗ Montes sehr einflußreichen Adeligen, sey vor einigen Tagen er⸗ schienen und habe in einem in der Naͤhe von Villa⸗Real gele⸗ genen Dorfe den Dom Miguel proklamirt. Bei Annäͤherung einiger Compagnieen, die den Befehl erhalten, gegen diese Gue⸗ rilla zu marschiren, hat sich dieselbe zerstreut. Gewiß ist, daß zahlreiche Verhaftungen neuerdings in dieser Provinz stattgehabt haben. — Marschall Saldanha, der es mit der Opposition eben so sehr wie mit dem Ministerium verdorben hat, bemuͤht sich, einen tiers-parti zu bilden, und hat eine Verbindung mit Herrn A. G. Freire und dem Pater Marcos anzuknuͤpfen versucht; doch Niemand will ihm Vertrauen schenken. Die Opposition
laͤßt sich durch die Maßregeln der Regierung nicht irre fuͤhren und hat Alles vorbereitet, um das gegenwaͤrtige Ministerium stuͤrzen; sie
zu hat die Armee groͤßtentheils auf ihrer Seite.“
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Konstantinopel, 3. Nov. Die Tuͤrkische Zeitung Tek⸗ wimi Wekaji vom 2. Redscheb (24. Oktober) enthaͤlt folgen⸗ den Artikel: „Durch ein vor kurzem im Bureau dieser Zeitung besonders gedrucktes Blatt wurde die gluͤckliche Beilegung der Unruhen in Skutari durch das kraͤftige Einschreiten Sr. Hoheit des Sultans zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Der von Sei⸗ ten des Großherrn dahin gesandte Serail⸗Seer etair Wassaf Efendi, welcher sich seiner Auftraͤge auf eine ausgezeichnete Weise entledigt hatte, kam wieder nach Konstantinopel zuruͤck, und es wurde fuͤr noͤthig befunden, zur Begruͤndung der Ruhe und Wohlfahrt der Laͤnder und Unterthanen Sr. Hoheit das Ange⸗ messene ins Werk zu setzen. Hasis Pascha, Statthalter der vier Distrikte (Stutari, Dukagin, Elbassan und Ochri), hatte sich durch seinen Eifer und sein verdienstvolles Benehmen waͤhrend dieser Ereignisse des Allerhoͤchsten Wohlwollens und einer Be⸗ lohnung wuͤrdig gezeigt. Da aber dieser letzten Vorfaͤlle wegen die Anhaͤnglichkeit der Albaneser fuͤr genannten Pascha erkaltet war, geruhte Se. Hoheit, ihn der Statthalterstelle zu entheben, ihm jedoch alle seine andern Wuͤrden zu lassen. — In Folge eines Großherrlichen Befehls wurde Freitag den 24 sten Dschemasuͤl⸗achir (16. Oktober) der vorige Mirimi⸗ ran von Caͤsarea, Osman Nuri Pascha, welcher sich in Konstantinopel aufhielt und seiner Zeit ausgezeichnet hatte, ein⸗ geladen, sich zur hohen Pforte zu begeben, wo ihm die Wuͤrde eines Wesirs und die Statthalterstelle der zwei Sandschakate Skutari und Dukagin, welche von den zwei andern getrennt wour⸗ den, verliehen worden sind. Osman Pascha, welcher den Titel eines Muhassils der erwaͤhnten Sandschakate erhielt, wurde in Gegenwart des Groß⸗Wesirs mit dem die Wesirs⸗Wuͤrde bezeich⸗ nenden, mit einem reichgestickten Kragen versehenen Harvani be⸗ kleidet. In Betracht der großen Entfernung der Sandschakate Elbassan und Ochri von Skutart, welche der Stadt Monastir viel naͤher gelegen sind, jedoch zu der Statthalterschaft der vier Distrikte gehoͤren, geruhte Se. Hoheit diese Provinzen als Mu⸗ hassillik dem Statthalter von Rumelien (der in Monastir resi⸗ dirt) zu verleihen, und ihm in Anerkennung seiner waͤhrend der Albanesischen Unruhen geleisteten Dienste die Beibehaltung der Sandschakate Janina, Delfino und Avlona zu gewaͤhren. Ge⸗ nannter Statthalter hatte die Bitte gestellt, seinem vorigen Divan⸗Kiatibi die Chodschagians⸗Wuͤrde und eine Stelle in der Mektubi⸗Kanzlei des Groß⸗Wesirs, und seinen zwei Beam⸗ ten, Ibrahim Aga und Achmed Aga, die Kapidschibaschi⸗Wuͤrde als Belohnung ihrer Dienste zu verleihen, welchem Gesuche Se. Hoheit zu willfahren geruhte. Osman Pascha begab sich am Tage nach seiner Ernennung in das Großherrliche Serail und hatte das Gluͤck, seine Danksagungen sowohl als den Ausdruck seiner Unterwuͤrfigkeit und seiner Treue dem Sultan zu Fuͤßen zu le⸗ gen, welcher ihm das Ehrenzeichen der Wesirs⸗Wuͤrde zu verleihen geruhte. Osman Pascha erhielt ferner von Sr. Hoheit den Befehl, dem Hafis Pascha selbst den Auftrag, sich nach Konstantinopel zu begeben, so wie die Versicherung der Großherrlichen Huld und Gnade zu uͤberbringen. Die⸗ ser wurde zum Muhassil von Kiutahia ernannt und hat diese Stelle binnen einigen Monaten in Besitz zu nehmen. Der bisherige Musselim von Kiutahia, der Kapidschibaschi Kiamili Aga, ist zum Musselim von Brussa, und der bisherige Musse⸗ lim von Brussa, Achmed Aga, zum Wojewoden von Aschak er⸗ nannt worden. Die Verwechselung der Stellen wird im naͤch⸗
sten Maͤrz stattfinden..
Konstantinopel, 4. Nov. (Oesterr. Beob.) Am 26sten v. M. ist die aus 6 Kriegsschiffen bestehende Tuͤrkische Escadre, nachdem sie mehrere Tage fruͤher auf der Hoͤhe der sieben Thuͤrme Anker geworfen hatte, unter Kommando des
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Groß⸗Admirals Tahir Pascha nach den Dardanellen abgesegelt. Gewisses verlauter. Waͤhrend der Abwesenheit des Kapudan Pascha ist der zu dem Range eines Ferik oder Divisions⸗Gene⸗ rine⸗Departements zu fuͤhren.
An demselben Tage hat Fuͤrst Milosch Obrenowitsch nebst
verlassen, um zu Lande die Nuͤck⸗ reise nach Serbien anzutreten.
Am 27sten hat der Sultan
Der bisherige Defterdar (Finanz⸗Minister) Ali Bei ist die⸗ ses Amtes enthoben, und an seine Stelle der Serbchane⸗Emini letzteren Postens, ernannt worden.
Der Kaiserl. Russische Kammerjunker und Attaché bei der Zeit die Reise nach Konstantinopel zu seinem Vergnuͤgen unter⸗ Semlin und Wien auf seinen Posten zuruͤckzukehren. Herr von Davidoff hatte seinen Aufenthalt in der Tuͤrkei benutzt, um auch
„Die Pest macht leider in Fortschritte. 1u“
Ueber die Bestimmung dieser Escadre hat noch immer nichts rals erhobene Namik Pascha beauftragt, die Leitung des Ma⸗ seinem Gefolge die Hauptstadt
seine Residenz in den Palast von Beschicktasch uͤbertragen. (Intendant der Muͤnze) Risa Efendi, mit Beibehaltung dieses Gesandtschaft in Rom, Herr von Davidoff, welcher vor einiger nommen, hat vor kurzem diese Hauptstadt verlassen, um uͤber einen Ausflug nach dem Berge Athos zu unternehmen.
schaͤftstraͤger, Regierungs⸗Rath von lie in Baltimore angekommen, Aufenthalt zu nehmen gedenkt.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerila. New⸗York, 26. Okt. Der Koͤniglich Preußische Ge⸗
Roͤnne, ist mit seiner Fami⸗ wo er fuͤr einige Zeit seinen
Der Graf von Survilliers (Joseph Buonaparte) ist mit seinem Gefolge in Philadelphia angekommen. Er wurde von seinen Freunden herzlich bewillkommnet und will den Rest seines Lebens in Amerika zubringen.
Fuͤr den bevorstehenden Winter haben der Doktor Hall und vhr. Powell in Washington populaire Vorlesungen, und zwar Ersterer uͤber Mineralogie und Letzterer uͤber Geologie, angekuͤn⸗ digt. Die Mineralien⸗Sammlung des Doktor Hall ist die reichste in den Vereinigten Staaten. 11“ Nord⸗Amerikanische Blaͤtter enthalten folgende Mit⸗
theilungen aus Mexiko bis zum 7. Okt.: „Die Nachricht von
der Wegnahme des Mexikanischen Schooners „El Correo“, durch
das Nord⸗Amerikanische Schiff „San Felipe““, wurde von dem
Gouverneur von Matamoros sogleich nach Tampico und Vera
Cruz und von da aus durch einen Courier an den Praͤsidenten,
der sich auf seinem Landsitze Mango de Clavo befindet, so wie
an die Minister in der Hauptstadt berichtet. Dies Ereigniß, so
wie die Kunde von dem Entschlusse der Nord⸗Amerikaner — wie die Bewohner von Texas gewoͤhnlich in Mexiko genannt wer⸗ den sich der Mexikanischen Regierung und namentlich den Maßregeln zu widersetzen, welche von derselben zur Ver⸗ hinderung des Schleichhandels durch Texas ergriffen wor⸗
den sind, hat eine allgemeine Aufregung gegen die Union hervorgebracht und man glaubte, daß Hr. Butler, Geschaͤftstraͤger der Vereinigten Staaten, welcher so eben in Vera Cruz gelan⸗ det ist, nicht eher werde angenommen werden, als bis fuͤr den angeblich ungesetzlichen Angriff auf die National⸗Flagge Genug⸗ thuung gegeben worden sey. Den letzten Nachrichten aus der Hauptstadt Mexiko vom 13. September zufolge, hat sich der General Bravo mit fuͤnf oder sechs seiner Anhaͤnger in Acapulco eingeschifft. Die Ruhe war uͤberall hergestellt, nur war man unzufrieden, daß der Senat so lange mit seiner Entscheidung zoͤgert, hinsichtlich der Bestimmung des Repraͤsentantenhauses, daß dem Kongresse die Macht zustehe, die gegenwaͤrtige Consti⸗ tution zu aͤndern oder eine neue zu entwerfen. Die Ansicht des Generals Santana in dieser Beziehung ist nicht bekannt. — Aus Natchitoches in Texas wird unter dem 7. Oktober ge⸗ meldet, daß der Mexikanische General Coß mit 400 Mann an. der Muͤndung des Braso gelandet ist, um sich mit den 700 Mann, welche zu San Antonio de Bexar stationirt sind, zu vereinigen, und die insurrectionelle Bewegung von Texas zu unterdruͤcken. Er hat eine Proclamation erlassen, worin er erklaͤrt, „„daß er die Ein⸗ kuͤnfte mit Beschlag belegen, die Bewohner entwaffnen, eine Mi⸗ litair⸗Regierung einsetzen und das Eigenthum der Rebellen kon⸗ fisziren werde.“°% In einem Briefe des Generals Samuel Honston zu Augustine in Texas an den Praͤsidenten Parker heißt es in Bezug auf diese Angelegenheit: „„Der Krieg zur Ver⸗ theidigung unserer Rechte, unseres Eides und unserer Institutio⸗ nen ist unvermeidlich! Wenn Freiwillige aus den Vereinigten Staaten sich ihren Bruͤdern in Texas anzuschließen geneigt sind,
ten, denn Millionen von Morgen unseres besten Landes sind noch ohne Herren. Unser Feldgeschrei ist: „Freiheit oder Tod!“ Unser Prinzip ist: Unterstuͤtzung der Constitution und Tod dem Usurpator!⁷
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Columbien.
Nord⸗Amerikanische Blaͤtter melden aus St. Tho mas vom 18. Oktober: „Es ist kein einziger Bewohner ir Puerto Cabello geblieben. Das Kastell ist im Besitz der Refor misten, der revolutionairen Partei von Venezuela, die von den Constitutionnellen eng eingeschlossen sind. Die Reformisten be schießen das Lager ihrer Feinde mit Bomben und Kanonenku⸗ geln, ohne ihnen großen Schaden zuzufuͤgen. Stadt sehr dadurch gelitten und viele worden, weil sie dem Feuer der Artillerie im Wege standen. Die meisten hier ansaͤssigen Personen haben sich nach Curagao begeben und Alles im Stich gelassen. So lange die Englische Kriegs⸗Sloop „Larn“ hier vor Anker lag, waren der Englische und Amerikanische Konsul in ihren Wohnungen sicher, als jedoch jenes Fahrzeug absegelte, verließen auch sie die Stadt; sie waren die letzten Bewohner derselben. Der Ge⸗ neral Paez ist nach Barcelona und Cumana abgegangen. Die Reformisten, welche die Stadt Cariaco im Besitz hatten, wurden von der Regierungs⸗Partei daraus vertrieben, es gelang ihnen jedoch, sich derselben wieder zu bemaͤchtigen, worauf sie alle Maͤnner ermordeten und etwa 160 Frauen nach der kleinen Stadt Margarita sandten. In dem Schlosse von Puerto G bello kommandirt Carabano und sein Gehuͤlfe ist der Beluche. — Montilla ist zum Kriegs⸗Minister ernanrn t und v Maracaibo nach Caraccas berufen. Sobald er abgereist 8 erklaͤrte sich die Stadt fuͤr die Reformisten, an deren Spitze 2 Oberst Andrade steht; die constitutionnelle Partei ist 858 88 Besitze des Forts San Carlos. An der Ostkuͤste sind ee⸗ Ge⸗ fechte vorgefallen, worin die Reforristen einen unbedeutenden Vortheil erlangt haben. Die Stadt Guira ist von ihnen nag⸗ dergebrannt und die Einwohner sind gezwungen worden, nach der Insel Trinidad zu fliehen. In Puerto Cabello sind die Haͤuser des Englischen Konsuls und anderer Personen erbrochen und gepluͤndert worden. Einige Irlaͤnder, welche in den Berg⸗ werken arbeiten, haben sich fuͤr die Reformisten erklaͤrt. Diese besitzen mehrere Fahrzeuge, die theils in Puerto Cabello theils in Cumana und Maracaibo ausgeruͤstet worden sind. — Aus Laguayra vom 10. Oktober wird gemeldet, daß der General Gomez, welcher die Regierungs⸗ Truppen befehligt, von Carujo geschlagen worden sey, doch wird dies keine wichtigen Folgen ha⸗ ben und er bald wieder im Stande seyn, den Rebellen die Spitze zu bieten, die auf der anderen Seite von Paez mit einer uͤber⸗ legenen Macht verfolgt werden. Die Regierung besitzt die Mit⸗ tel, die Insurrection zu unterdruͤcken, nur muß sie groͤßere Thaͤ⸗ tigkeit und Energie in der Fuͤhrung des Krieges e bisher geschehen ist.“ “
“ . .“ Inland. „ Bexrlin, 29. Nov. Se. Koͤnigl. Hoheit der ist am 23sten d. M. Abends nach 8 Abwesenheit wieder in Duͤsseldorf eingetroffen. Am folgenden Abend begaben sich die Musik⸗Corps der verschiedenen in Duͤsseldorf garnisoni⸗ renden Truppentheile nach dem Prinzlichen Palais und fuͤhrten
Prinz Friedrich
der Hauptstadt immer groͤßere
im Beiseyn einer eben so zahlreichen als freudig bewegten Valke⸗ menge mehrere ausgewaͤhlte Mustkstuͤcke auf. g gten Volks⸗
so sollen sie, nach beendigtem Kriege, Land zum Geschenk erhal
n. Dagegen hat “ Haͤuser sind niedergerissen