1835 / 335 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

tom O Connell's, und ohne zu bedenken,

Morning Chronicle, daß die uͤlfe⸗Corps die Spanische Graͤnze be⸗ reits passirt habe, welche Vermuthung sich jedoch auch auf keine chere Nachricht zu gruͤnden scheint. Der Globe meldet: „Briefe aus Veracruz vom 16. September berichten auf die Autoritaͤt des Journals von Mexiko vom 3. September, daß es zwischen dem der Mexikanischen Re⸗ publik gehoͤrenden Schocher „Montezuma“, der 50 Mann und 4 Geschuͤtze, und dem Nord⸗Amerikanischen Schooner „Ingham“, der ebenfalls 4 Kanonen, aber nur 24 Mann an Bord hatte, zu einem Seegefecht gekommen war. Der Nord⸗Amerikanische Schooner sah sich nach einem furchtbaren Kampfe genoͤthigt, die Kuͤste zu suchen. Das Nord⸗Amerikanische Schiff hatte die Feindseligkeiten begonnen.“ In demselben Blatte liest man: „Es giebt Parteien in Frankreich, so wie in England, von denen wir oft zu sagen genoͤthigt werden: Ihre Liberalitaͤt ist nicht liberal. Einige dieser Politiker in Paris haben entdeckt, daß der „Globe“, wie alle seine Englischen Kollegen, die Amerikanische Frage mit einer heimlichen Ruͤcksicht auf Englands Interessen behandle! Diese Beschuldigung weisen wir in unserem eigenen und im Namen aller unserer liberalen Kollegen zuruͤck. Haͤtten wir Ruͤckgedan⸗ ken bei dieser Angelegenheit zu Gunsten unseres eigenen Vortheils, so duͤrfte uns vielleicht nichts angenehmer seyn, als die Aussicht auf einen Bruch zwischen Frankreich und Nord⸗Amerika. Wir haben aber nie etwas so aufrichtig und ernstlich vermieden zu sehen gewuͤnscht. Diese Beschuldi⸗ gung ist noch ein Ueberbieibsel der alten Napoleonischen Gesin⸗ gegen England, wogegen bei uns die Antipathie und das Mißtrauen unserer anti⸗Gallischen Zeiten ganz aus dem Publi⸗ kunn verschwunden ist und sich nur noch in der Gesellschaft der Illiberalen findet. In Frankreich aber sind, merkwuͤrdig ge⸗ nug, die aͤrgsten Verleumder und Gegner Englands gerade die über und uͤber liberalen Blaͤtter, die echten Puritaner des ultra⸗ revolutionairen Prinzips. Vielleicht haben diese Recht, an un⸗ serer Sympathie zu zweifeln. Wir haben fruͤher schon auf den seltsamen Argwohn hingewiesen, daß England Absichten auf die Balearischen Inseln und auf die Azoren habe! Der „Na⸗ tional“ hat nun gar entdeckt, daß die Nord⸗Amerikanische Kor⸗ respondeziz der „Times“ darauf abziele, Frankreich zum Kriege intt Seord⸗Amerika zu reizen! Was England jetzt von Frank⸗ veich wüͤnsche, heißt es, sey die Huͤlfe seiner Kriegsschiffe, um Amerika’s und Rußlands Flotten zu zerstoͤren, „„ein Dienst”“, fuͤgt jenes aufrichtige Blatt hinzu, „„den wir England schon gegen Holland und Spanien geleistet haben!“““ Wenn England der Hulfe beduͤrfen sollte, so wuͤrde es sie wahrhaftig nicht bei den Franzoͤsischen Flotten suchen, um die Flotten Amerika's zu zerstöͤcen; wenn es Huͤlfe beduͤrfte, so wuͤrde es nicht gegen die Russische Marine seyn!“

Der Courier macht auch auf die obige Nachricht aus Ve⸗ racruz aufmerksam und meint, sie werde zum Theil durch das glaubwuͤrdig, was man aus Newo⸗Hrleans uͤber die Verhaͤltnisse zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko mit Hinsicht auf Texas hoͤre (s. Nord⸗ Amerika); nur stellt dieses Vlatt die Frage auf, wie es sich die Mexikaner wohl einkommen lassen koͤnnten, daß sie im Srande seyn wuͤrden, einen Krieg mit den Vereinigten Staaten zu fuͤhren, und mit welchen Mitteln sie ihn unterstuͤtzen wollten, da die Merxikanische Regierung selbst an Geld großen Mangel zu leiden scheine.

—— London, 27. Nov. Wer moͤchte wohl bei dem ewi⸗ gen Wechsel der Ansichten in unseren Tagen ein Politiker seyn, da, mer heute ein Abgott war, morgen mit Fuͤßen getreten wird, wenn nicht zum Gluͤcke gewoͤhnlich ein Staatsmann gerade in dem Maße in der Achtung einer Partei stiege, wie er in der der andern faͤllt. So ging es nun eben dem alten Burdett. In jüngeren Jahren und noch im spaͤteren Mannesalter ein Dema⸗ goge, dessen ruͤcksichtslose Heftigkeit selbst die damaligen Whigs erschreckte, waͤhrend der niedrigste Poͤbel ihn als einen Abgott verehrte spaͤter ein Unterstuͤtzer des halbliberalen Canning, dann der gemaͤßigten Verwaltung des Herzogs von Wellington, dann wieder des Whigs Grey in allen seinen Maßregeln, und selbst noch der mehr als Whig⸗Verwaltung des Lord Melbourne in deren erster Gestalt erschreckt ihn auf einmal das Phan⸗ wie sehr er der libera⸗ len Partei dadurch schaden koͤnnte, verlangt er oͤffentlich, daß der⸗ selbe seiner groben Sprache wegen von dem Whig⸗Klubb ausge⸗ stoßen werde. Natuͤrlich ist er nun den Whig⸗Journalisten ein falscher Freund, ein Verraͤther an der Sache der Reform, oder nach ihren mildesten Ausdruͤcken „ein kindisch gewordener Greis, den man je eher je lieber von der oͤffentlichen Buͤhne verabschie⸗ den muͤsse.“ Alle diese persoͤnlichen Ausfaͤlle, so wichtig sie auch fuͤr Burdett selbst seyn moͤgen, kommen doch in keine Betrachtung im Vergleich mit der Sache selbst, die sie veranlaßt hat. Burdett hat in seinem Briefe ohne Zweifel die Gesinnungen mancher Whigs ausgesprochen, wenn er sich durch seine Verbindung mit diesem Manne persoͤnlich gedemuͤthigt fuͤhlt. Die Frage ist aber, lstens, ob die Anzahl derer, welche, wie er, alle politische Ruͤcksichten auf die Seite zu setzen geneigt sind, groß genug ist, um den Klub zur Ausstoßung O Connell's zu bestimmen, und Ltens, wenn sie es nicht ist, ob sie entschlossen sind, sich in diesem Falle selbst von dem Klub und somit gewissermaßen von ihrer Partei zu scheiden? Die Minister koͤnnten natuͤrlich eben so wenig einen solchen Abfall (so klein er auch seyn moͤchte) ertragen, als sie den Abfall O Connell's und seines Anhanges ertragen koͤnn⸗ ten, welcher aber aller Berechnung nach unvermeidlich waͤre, wenn 9 Connell ein solcher Schimpf widerfuͤhre. Da indessen dieser einmal uͤberzeugt zu seyn scheint, daß die Aufrechthaltung des jetzigen Ministeriums seinem Streben fuͤr Irland am foͤr⸗ derlichsten ist, und er sich dafuͤr sogar die Vernachlaͤssigung ge⸗ fallen ließ, welche ihm die Whigs bei seinem beruͤchtigten Mis⸗ sionszuge widerfahren ließen, so ist es wohl moͤglich, daß er allen Schwierigkeiten dadurch ein Ende macht, datz er selbst von dem Klub ausscheidet. Natuͤrlich ist man auf den Erfolg ge⸗ spannt. Indessen haͤlt er sich in Irland sehr ruhig und uͤber⸗ läßt es der Regierung, so viei dieselbe es vermag, die Gewalt der Opposition zu brechen und in die Besetzung der Aemter ein glei⸗ cheres Verhaͤltniß zu bringen, so daß die katholische Emancipa⸗ tions⸗Akte nicht mehr gaͤnzlich ein todter Buchstabe bleibt. Zur Förderung der Zwecke der liberalen Partei schlaͤgt er zwar die Bildung von Reform⸗Vereinen, wie solche allenthalben in Eng⸗ land und Schottland bestehen, vor, will aber, da Manche von der Partei persoͤnliche Abneigung gegen ihn hegen, lieber von Anderen den Anfang machen sehen. Dabei ist jedoch die andere Partei nicht muͤßig; der Zehnte wird, wo es nur immer thun⸗ lich ist, mit moͤglichster Strenge eingetrieben; viele Gutsherren fahren dabei fort, allmaͤlig ihre katholischen Paͤchter durch Pro⸗ testanten zu ersetzen; fast alle Personen, weiche die Richter zu Sheriffs vorgeschlagen haben, sollen zur Tory⸗Partei gehoͤren, und bei allen Prozessen politischer Natux sollen die Sheriffs mehr

gen glauben der Globe und die die erste Abtheilung des H.

1322 1 als je von ihrer Gewalt Gebrauch machen, um bei den Geschwo⸗ renen ihren Ansichten das Uebergewicht zu geben; ja, wo ein Lord⸗Lieutenant in einer vom Vice, Koͤnig besuchten Grafschaft zur

Partei gehoͤrt, weigert er sich, eine Versammlung zur Bewillkomm⸗ nung dieses hohen Beamten zu berufen. Auch bei der Wahl eines Parlaments⸗Mitgliedes in dem Staͤdtchen Devizes, welche so eben statrgefunden, haben die Tories den Sieg davongetragen. Alles dieses giebt der Partei frischen Muth; und sollte es ihr gelingen, auch in den Grafschaften Northampton und Gloucester, wo gleichfalls Vakanzen eingetreten, das fruͤhere Verhaͤltniß umzukehren, so duͤrfen wir uns auf einen kraͤftigen Versuch gefaßt machen, durch ein Votum des Unterhauses einen Minister⸗Wechsel zu be⸗ wirken. Inzwischen soll Sir Robert Peel eine Einladung der Ultra⸗Tories von Derry in Irland abgelehnt haben, wahrschein⸗ lich weil er es durch ein freimuͤthiges Aussprechen seiner Miß⸗ billigung der Uebertreibungen der Partei nicht mit ihnen ver⸗ derben mag und auf der anderen Seite sich auch durch kein rasches Versprechen fesseln lassen will. In der heutigen Ti⸗ mes befindet sich eine derbe Zuruͤckweisung der Beschuldigung des Franzoͤsischen National, daß Englische Blaͤtter zum Krieg zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten aufgereizt haͤt⸗ ten. Die Times behauptet dabei nur die strenaste Waghrheit, wenn sie sagt, daß ganz England einen solchen Krieg nur mit dem hoͤchsten Bedauern sehen wuͤrde. Sie werden aus unse⸗ ren Zeitungen ersehen, daß die Mexikanische Negierung sich end⸗ lich veranlaßt gesehen, Truppen gegen die trotzigen Yankees in Texas zu schicken, daß diese oͤffentlich ihre Nord⸗Amerikanischen Landsleute zu Huͤlfe gerufen und New⸗Orleans ihnen allen Vorschub leistet. Ein Aufsatz in einem New⸗Yorker Blatte wirft das hellste Licht auf dieses raͤuberische Versahren und ver⸗ dient allgemeine Aufmerksamkeit. 8 8

Niederlande. Alus dem Haag, 27. Nov. Der bisherige Kommandant

der hiesigen Residenz, Oberst Tellegen, ist zum General⸗Major und zum Kommandanten von Deventer ernannt worden und hat hier den Oberst⸗Lieutenant Cox van Spengler zum Nach⸗ folger erhalten.

Den letzten Nachrichten aus Java (vom 25. Juli) zufolge, machen unsere Truppen in dem Kriege mit den aufruͤhrerischen Padries siegreiche Fortschritte und haben zuletzt das Fort Pa⸗ dang⸗Lamé mit stuͤrmender Hand genommen. Benjol, der Haupt⸗ ort des Feindes, bardirt werden.

.“

JE 1“

Bruͤssel, 27. Novbr. Auf die (gestern erwaͤhnte) Auf⸗ forderung der Repraͤsentanten⸗Kammer, ihr uͤber den Grund der Fortweisung des Franzoͤsischen Fluͤchtlings Lorient Auskunft zu

ertheilen, erwiederte gestern der Minister des Innern, daß der

gedachte Lorient in Antwerpen seine republikanischen Gesinnungen

dermaßen geaͤußert, daß er dadurch die Aufmerksamkeit der Be⸗ hoͤrde erregt, die um so mehr ein Recht hatte, ihn fortzuweisen, als der Paß, den er mitgebracht, auf einen falschen Namen lautete. Die Kammer hat sich, ungeachtet lebhafter Widerspruͤche von Seiten der Herren Gendebien und Seron, bei dieser Er⸗ klaͤrung beruhigt. Die fllgememn⸗ Diskussion uͤber das Gesetz wegen hoͤherer Besteuerung des auslaͤndischen Schlachtviehes ist zwar jetzt beendigt, doch beschaͤftigt man sich noch mit den ein⸗ zelnen Artikeln desselben.

Spanien.

Barcelona, 17. Nov. 1 Bewaffnung der Catalonier und zum Empfange von Subsidien

hat von ihrem Praͤsidenten, dem General⸗Capitain Mina, und seiner Gattin zwei Schreiben erhalten, worin es im Wesentlichen heißt: „Da wir auch unsererseits zu den Opfern beizutragen wuͤnschen, welche die Lage des Landes erheischt, so schicken wir Ihnen anbei 12,000 Realen. Es ist bei Uebermachung dieses Geschenkes unser Wunsch, daß Sie jene Summe zum Ankauf von 300 Hemden fuͤr diejenigen braven Spanier verwenden moͤgen, die die Muͤhseligkeiten eines verderblichen Krieges mit so vieler Beharrlichkeit ertragen.“

Die gedachte Junta hat auch die nachstehende Adresse an die Catalonier erlassen:

„Catalonier, wir kommen, um zu Euch mit der Freimuͤthig⸗ keit zu reden, die alle unsere Handlungen bezeichnen muß. Un⸗ sere Aufgabe, die jetzt noch durch die Umstaͤnde schwierig ist, wird es mit jedem Tage weniger werden, weil wir auf den Muth und die Freigebigkeit der guten Spanier bauen. Wir opfern uns und hoffen, daß Viele unserem Beispiele folgen werden. Am 8ten d. durch den General⸗Capitain installirt, hat die Junta ihre Geschaͤfte noch nicht beginnen koͤnnen, da die Mehrzahl ihrer Mitglieder noch fehlen. Gleichwohl hat sie bereits 6000 Realen von Sr. Excellenz dem Herrn General⸗Capitain und dieselbe Summe von seiner wuͤrdigen Gattin empfangen. Die Junta hat ihnen hierfuͤr gedankt, und zugleich beschlossen, diese patrio⸗ tische Handlung durch die Blaͤtter der Provinz zur oͤffentlichen Kennt⸗ niß zu bringen. Werdet Ihr unempfindlich bleiden bei den zahllosen Uebeln, die Euch die Insurgenten zufuͤgen? Werdet Ihr nicht Eurem wuͤrdigen General⸗Capitain nachahmen? Die Junta wird erst dann zu gezwungenen Anleihen ihre Zuflucht nehmen, wenn sie alle andere Mittel erschoͤpft hat. Eines ihrer Mitglieder, Don Pedro Gil, hat den gluͤcklichen Gedanken gehabt, daß man zwei Subscriptionen eroͤffnen moͤchte: die eine von freiwilligen Ga⸗ ben, die andere von Darlehen, welche spaͤterhin in der von der Junta festzusetzenden Weise wieder zuruͤckgezahlt werden wuͤrden. Zugleich hat er, um mit gutem Beispiele voranzugehen, zu der ersten Subscription 20,000 und zu der zweiten 60,000 Kealen beigesteuert. Die Junta hat jenen Vorschlag genehmigt, und sie ist jetzt mit den zur Effektuirung der beiden Subscriptionen er⸗ forderlichen Maßregeln beschaͤftigt.“

Gestern wurde auf dem hiesigen Theater ein neues Drama unter dem Titel: „Der Tyrann von Catalonien, oder Don Car⸗ ds con Spanien“, zum erstenmale gegeben und total aus⸗ gepfiffen. .

Der Englische Courier theilt in seinem neuesten Blatte ein Schreiben aus Briviesca, dem Haupt⸗Quartier der Eng⸗ lischen Legion, vom 10. November mit, welches er von einer Per⸗ son empfangen hat, die sich bei der Armee des General Evans befindet: „Es ist dies“, sagt der Courier, „der einzige Bericht, den wir bis jetzt uͤber den Marsch von Bilbao nach Briviesca erhalten haben, und koͤmmt von einem Manne, der einen hohen militairischen Posten bekleidet und also faͤhig ist, ein Urtheil uͤber die Operationen abzugeben, die er beschreibt. wird gewiß mit großem Vergnuͤgen sehen, welch' ehrenvolles Zeugniß er den Talenten seines Commandeurs ertheilt.“ In diesem Schreiben heißt es: „Der Stab des Haupt⸗Quartiers und die erste Abtheilung der Lanciers des Oberst Kinloch lang⸗

ten am Ften Abends hier an, wo wir den Oberbefehlshaber, Ge⸗

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sollte demnaͤchst mit schwerem Geschuͤtze bom⸗

Das Publikum

Die hier bestehende Junta zur

stabes des

neral Cordova, unserer Ankunft harrend sanden. Der Morgen des 30sten Oktober sah in Bilbao unsere ganze Legion unter den Waffen, die mit der Division des General Espartero aus Bataillonen, aus der Chapelgorris⸗Brigade des General . ihre Es folgt nun eine ausfuͤhrliche Schilderung des Marsches, der uͤber Portugalette, Samorostng Castor Urdialles, Camino Real, St. Vicente, Lempias, La N. stosg, Villasanto, Medina del Pomar und Oria ging, und au welchem die Truppen, wegen des fortwaͤhrenden Regens, mi Am 7ten passirta sie den Ebro, und am 8ten um 4 Uhr Nachmittags kang Der General Cordova, bei welcha die Englischen Offiziere zu Mittag speisten, und der au

guy und aus einem Kavallerie⸗Detaschement bestand und Marsch uͤber Balmaseda antrat.“

großen Strapazen zu kaͤmpfen hatten.

sie in Briviesca an. in

10ten wieder abreiste, mit dem Versprechen,

Tagen wiederzukommen, wird von dem Korrespondenten als schlanker junger Mann von mittlerer Groͤße, mit blassem, inten santem Antlitz und schwarzem, durchdringenden, sein 88

Zwisch den beiden Generalen soll das herzlichste Vernehmen herrsche Die Operationen des General Evans auf jenem Marsche bezei net der Briefsteller als wahrhaft klassisch; dieser General, sa er, vereinige alle Eigenschaften eines Kriegers und Staatsmanne er habe wie Fabius manoͤvrirt und seine noch ungeuͤbten Try pen ganz sicher und ohne alle Angriffe von Seiten des Feinte durch eine Gegend gefuͤhrt, wo oft wenige Bauern gingereit Weg zu versperren, und auf dem gn. zen Marsch durch eine Strecke von mehr als 40 Meilen han

sen helebenden und vergeistigenden Blick geschildert.

haben wuͤrden, ihnen den

die Armee auch nicht einen Schuß zu thun brauchen.

Portugal.

Lissabon, 14. Nov. des Koͤnigliche Dekret vom gestrigen Tage:

Kollegen, die mich in dem

den, die mir fuͤr den genannten Zweck die erforderlichen Eher schaften zu besitzen schienen und, nachdem sie mir ein zats Ministerium vorgeschlagen, alle ihre Versuche, meine Ich verweigere daher die

hege das Vertrauen hin mit demselben Eifer dienen werden, den ich kenne. Palast Necessidades, 13. November 1835.

Schreiben an den Herzog von Terceira erlassen: mir zum Vergnuͤgen,

mich, als Praͤsidenten des Minister⸗Conseils, beehrt hat.

Excellenz werden daraus ersehen, daß die ehrfurchtsvollen Bim Maj. gerichtet hatta Ministerium dahe, seine Functionen beibe Excellenz zur Niederlegun des Ober⸗Kommando's der Armee bewogen, wegfallen, was e Gott erhal November. 188

um Entlassung, welche die Minister an Ihre nicht erfuͤllt werden konnten, und daß das gehorsam den Wuͤnschen Ihrer Maj., haͤlt, so daß die Motive, welche Ew. auf Befehl Ihrer Maj. Ew. Excellenz mittheile. Ew. Excellenz! Kriegs⸗Ministerium, den 13.

Marquis von Saldanha.“

Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt noch folgende Erklaͤrung d „In Bezug auf die Vorstellung deh Civil⸗Gouverneurs vom Iiten d. M., worin er, in der Voraul setzung, daß das gegenwaͤrtige Ministerium sich zuruͤckgezogen habt besiehlt Ihre Majestaͤt, denselben da die mit der Bildung eines neuen Mul steriums beauftragten Personen den erhaltenen Befehlen nicht genuͤgen vermochten, die Minister, gehorsam den Wuͤnschen, we che Ihre Majestaͤt in dem am heutigen Tage an den Maraui⸗ von Saldanha gerichteten Schreiben ausgesprochen, in ihren Aem tern bleiben, und sonach das erwaͤhnte Gesuch, da die Gruͤnde welche es veranlaßten, wegfallen, nicht gewaͤhrt werden kann Rodrigo Fonsen

Ministers des Innern:

seine Entlassung verlangt, benachrichtigen, daß,

Palast Necessidades, 13. November 1835. Magelhaes.“

Der heutige Nacional, ein Oppositions⸗Blatt, enth folgenden Artikel in Bezug auf die Entlassung des Ministerium „In Folge einer Handlung des Heroismus, wie er sonst so ten Jahren nuͤcht eigen zu seyn pflegt, empfing Ihre Maj vorgestern die Resignation der Minister, weil, wie wir aus verlaͤssiger Quelle wissen, Ihre Majestaͤt mit der oͤffentlic Meinung, die sich laut gegen den Marsch unserer Truppen ¹ gesprochen, uͤbereinstimmt und erklaͤrt hat, daß der Abgang w serer Armee zu dieser Bestimmung ihren Wuͤnschen entgtg sey. Sogleich nach Annahme der Entlassung der Minister san Ihre Majestat zu dem Marquis von Fronteira und beauftra ihn mit der Bildung eines neuen Kabinets. Der Marquis klaͤrte mit dem ihm eigenen Gefuͤhl fuͤr Ehre, daß wegen seiner beschraͤnkten Erfahrung in den oͤffentlich Angelegenheiten, fuͤr sich kein Amt annehmen koͤnne, daß er deß die Verantwortlichkeit uͤbernehmen wolle, Ihrer Majestat, Verzeichniß von solchen Personen vorzulegen, in die er meiste Vertrauen setze. Er forderte hierauf den Marquis Loulé und den Vicomte de Sa da Bandeira auf, in das M. sterium einzutreten, wozu sie auch sogleich bereit waren; da⸗ deß die Herren Anselmo Braamcamp, F. A. von Campos 1 J. J. von Loureiro sich weigerten, an dem Ministerium hh zu nehmen, so sah sich der Marquis von Fronteira genoͤtt Ihrer Majestaͤt anzuzeigen, daß es ihm unmoͤglich sey, il kurzer Zeit ihre Befehle auszufuͤhren. Es blieb Ihrer M. staͤt daher nichts weiter uͤbrig, als ihre fruͤheren Ministu ruͤckzurufen. Wir muͤssen unser Bedauern daruͤber ausspreche daß Personen, welche in der oͤffentlichen Meinung so 1 hen, die Koͤnigin verlassen haben, nachdem sie die Resignat ihrer fruͤheren Minister angenommen hatte, um die Ausfuͤhn einer Maßregel zu verhindern, gegen die sich das Land einste mig erklaͤrt hat.“

Die neuesten Englischen Blaͤtter cheilen spaͤtere No richten als die obigen aus Lissabon mit, denen zufolge langem Schwanken endlich doch eine Veraͤnderung in dem 1 tugiesischen Ministerium, und zwar im Sinne der demokratisth Partei, zu Stande gekommen war. Die neuesten Nachuice sind durch die Fregatte „Stag“ uͤberbracht worden, welche 20sten d. M, kurz nachdem die Ministerial⸗Veraͤnderung statz⸗ funden hatte, von Lissabon abgesegelt war. Diesen Nachrich zufolge, war José Jorge Loureiro (bisher Chef des Genae Herzogs von Terceira) Kriegs Minister geworden, - Baron Sa da Bandeira haite die Marine, Herr F. * Campos die Finanzen, der Marquis von Loulé (dem manz“

Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt folgen „Nachdem ich m Bedauern dem Wunsche des Marquis von Saldanha und sein Ministertum repraͤsentiren, so wie he Marschalls, Herzogs von Terceira, Oberbefehlshabers der Arm welche mich ersuchten, ihre Resignationen anzunehmen, nachgen⸗ ben hatte, beschloß ich, um ein neues Ministerium zu bilg, einige Mitglieder der gesetzgebenden Kammern zu mir zu besche⸗

auf edelmuͤthige Weise erklaͤrten, ih Befehle zu erfuͤllen, mißlungen seyen. mir sowohl von den Ministern, als ber dem Oberbefehlshaber der Armee eingereichten Resignationen unf zu ihrem Charakter, daß sie mir auch fernen in ihnen anen

Maria“ Der Marquis von Saldanha hat darauf nachstehende „Es gereic Ew. Excellenz, beikommende Abschrift eine Schreibens zu uͤbersenden, mit welchem Ihre Maj. die S.

udes, d

hmen, schwiegen

Praͤsidentschaft des Conseils zudachte die auswaͤrtigen An⸗ egenheiten, und Herr Miguel veacnen Vellez Caldeira 8 stiß⸗Ministerium uͤbernommen. Der Herzog von Terceira te den Oberbefehl des Heeres behalten, und der Herzog von zimella, obgleich aus dem Ministerium ausgeschieden, stand seinem muthmaßzlichen Nachfolger in der Conseils⸗ Praͤsident⸗ ife dem Marquis von Loulé, im besten Vernehmen. Die mister;al⸗Veraͤnderung scheint im Allgemeinen großen Beifall vaden zu haben, denn im Theater wurden, auf die Nach⸗ t davon, laute Vivas ausgebracht; indeß wollten Man⸗ dem neuen Ministerium keine lange Dauer prophe⸗ en, da das ganze Ereigniß, ihrer Ansicht nach, nur ein sutat der Intriguen der Marquise von Ficalho seyn tt, die großen Einfluß auf die Koͤnizin hat, und Narquis von Loulé auf nichts Anderes Anspruch machen , als das willenlose Werkzeug des Herzogs von Palmella seyn. Man war jedoch im Publikum durchaus noch nicht Klaren daruͤber, weichem Umstande zunaͤchst die Ministerial⸗ einderung zuzuschreiben sey. Einige wollten wissen, daß die heren Maztister deshalb haͤtten abdanken muͤssen, weil die dem Portugiesischen Huͤlfs⸗Corps gehoͤrigen guppen⸗Abtheilungen sich weigerten, in Spanien zuruͤcke n; Andere fanden die unmittelbare Ursache darin, Fdie Koͤnigin sich durch den Rath der Minister habe bewe⸗ lassen, vier zu der liberalen Partei gehoͤrige Offiziere hoͤhe⸗ Ranges auf halben Sold zu setzen, weil sie sich geblich bei den letzten Wahlen ungesetzliche und dem ministe⸗ len Interesse widerstrebende Einwirkung auf dieselben erlaubt tten. Einer dieser Offiziere befehligte ein Jaͤger⸗Regiment, d alle vier hatten sich unter Dom Pedro ausgezeichnet und den bei der Armee in großer Achtung. Sobald daher ihre stassung bekannt wurde, versammelte sich das ganze Offizier⸗ ros der Garnison von Lissabon und sandte eine Deputa⸗ an die Koͤnigin, die sich im Thale von Alcantara and, um bei derselben im Namen saͤmmtlicher Offi⸗ ke um den Abschied anzuhalten. Die Koͤnigin empfing Deputation sehr wohlwollend und versprach, die Ur⸗ he ihres Gesuchs in Erwaͤgung zu ziehen und ihren sschluß am folgenden Morgen kundzugeben. Das Resultat ses Entschlusses soll nun, nach Einigen, eben die Entlassung Ministeriums gewesen seyn. Vor der endlichen Entlassung selben fand aber eine nochmalige Wiedereinsetzung desselben t, weil der von der Koͤnigin zuerst mit der Bildung eines nen Kabinets beauftragte Marquis von Fronteira nicht damit tte zu Stande kommen koͤnnen. Schon damals sprach man nemnem Ministerium Louls. Wenige Tage darauf hieß es, v'Herzog von Palmella habe an der Stelle des Marschalls sabanha die Conseils⸗Praͤsidenschaft uͤbernommen, was sich aber c nicht bestaͤtigte.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 31. Oktober. mité zur Unterstuͤtzung der Nord⸗Amerikaner in Texas gegen Regierung von Mexiko gebildet, welches alle diejenigen, die als Freiwillige den Einwohnern von Texas anschließen zllen, auffordert, sich bei ihm zu melden, damit die noͤthigen kaßregeln zur voͤlligen schleunigen Abmarsch desselben nach Texas getroffen werden iten; es sollen ihnen Waffen und Munition geliefert und die isten ihres Marsches bis Natchitoches bezahlt werde. Die wohner von New⸗HOrleans werden zugleich zu Geldbeitraͤgen szu Schenkungen von Flinten und Munteun aufgefordert. her dieses Unternehmen macht der hiesige Courier folgende Be⸗ rkungen: „Obgleich wir uns allmaͤlig an das Gesetz des Staͤr⸗ en gewoͤhnen und die Central⸗Regierung es gewohnt zu seyn eint, daß die hoͤchste Gewalt von Einzelnen ausgeuͤbt wird, so ssen wir doch annehmen, daß ein so verbrecherisches Manifest, e so gewaltsame Usurpation des Rechts, Krieg und Frieden beschließen, welches allein der Legislatur der Vereinigten Staa⸗ mzusteht, ste aus ihrem Schlafe erwecken werden. Wir sehen ser eine Gesellschaft von Buͤrgern der Vereinigten Staaten, selche Truppen ausruͤsten, um einem Haufen Graͤnzbewohner egen Mexiko, welches mit unserer Regierung in freundschaftli⸗ te Verbindung steht, Huͤlfe zu leisten. Es giebt vielleicht kei⸗ n Artikel des Voͤlkerrechts, der der gesunden Vernunft ange⸗ sener und dessen Gerechtigkeit weniger zweifelhaft waͤre, als welcher es fuͤr Hochverrath erklaͤrt und die Todesstrafe dar⸗ 1 setzt, wenn ein Individuum Krieg gegen eine Regierung er⸗ Ft. In Folge dieses Artikels wurde Joachim Murat in Nea⸗ lerschossen, und Ambrister und Arbuthnot, als wir im Frieden t Großbritanien lebten, auf Befehl des Generals Jackson ge⸗ ngt. Beide Fälle waren nicht nur an sich gerecht und gesetzlich, dern sind auch von der ganzen Welt gutgeheißen worden, etrachten wir diesen Gegenstand unparteiisch, so ist nicht ein schanen von Recht auf Seiten der Bewohner von Texas; ja, säßt sich nicht einmal ein Umstand auffinden, der die Sache f urxgend eine Weise entschuldigte. Eine Gesellschaft von Land⸗ pekulanten unserer großen Staͤdte hat einen begehrlichen Blick if die reiche und fruchtbare Provinz Texas geworfen, wie sie vellich, wenn es sich eben so leicht haͤtte thun lassen, auch 5 ndalusien, oder der Grafschaft Kent, oder den Ebenen des Kerrreichischen Italiens oder irgend einem anderen Theile der gethan haben wuͤrden, der unbestreitbar das Eigenthum ei⸗ stemden Macht ist. Diese Land⸗Spekulanten kauften, unter amaligen Verfassung jener auslaͤndischen Provinz, Land wandten nun alle moͤgliche Raͤnke an, um Amerikanische tger zur Einwanderung in ihr neuerworbenes Gebiet zu bewe⸗ ür achdem ihnen dies gelungen und eine bedeutende Bevölkerung 8 Hankee s aus den oͤstlichen Staaten, aus Kentucky, Tennessee 2 Mississippi, sich in Mexiko angesiebelt hat, suchen sie unsere atral⸗Regierung auf alle moͤgliche Weise zu bewegen, die bwin; Texas der Mexikanischen Regierung abzukaufen. Da gen dies nicht gelang, so wollen sie jetzt das Land auf ihre se Hand erobern und hoffen, daß sie, wenn dies nur erst 8 sey, die Regierung der Vereinigten Staaten dann schon ewegen wuͤrden, sie in die Union auszunehmen. Dies ist

1 ssel zu der ganzen Angelegenheit, und da die Umstaͤnde einn fruͤhen Ausbruch des Komplottes veranlaßt haben, so 82 en die Ingenieure Gefahr zu laufen, „„durch ihre eigenen rden verletzt zu werden“““ Sie koͤnnen sich jetzt genug Amerikanische Buͤchsen verschaffen, um die

hemäͤßigen Herren von ihrem Eigenthum zu vertreiben,

schneiden sie ein erbaͤrmliches Gesicht, schreien uͤber Unter⸗

ung, fordern die Amerikaner auf, ihnen zu Huͤlfe zu kom⸗ n, und benachrichtigen dieselben, daß sie Millionen Morgen elloser dih. Mexikanischen Landes, haben, welches sie, mit bei⸗ e iberalitaͤt, denjenigen schenken wollen, die ihnen Bei⸗

eisten. So bonge 18 Einzelne an wir. enn Einzelne, unter der Gefahr, ge⸗ nge zu 2. g 9 d Weeden diesen Kreuzzug mitmachen wollen, so mögen

In New⸗Orleans hat sich ein

Organisirung eines Huͤlfs⸗Corps und

diesem Streite Theil

sie es auf ihre eigene Verantwortlichkeit ihun, und die Regie⸗ rung kann sich nicht einmischen. Werden diese Abenteurer mnit den Waffen in der Hand gegen die Mexikanische Regierung er⸗ griffen und von dieser als Raͤuber, Moͤrder und Landpiraten behandelt, so muß unsere Regierung sie natuͤrlich ihrem Schicksale uͤberlassen. Die Angelegenheit hat indeß jetzt ein ganz anderes Ansehen ge⸗ wonnen. Die Mitglieder des Comité's fuͤr die Unterstuͤtzung von Texas gegen die Mexikanische Regierung schlagen vor, eine Ar⸗ mee auszuruͤsten und in das Mexkikanische Gebiet einruͤcken zu lassen, um bewaffnete Rebellen gegen eine friedliche Macht zu unterstuͤtzen. Dies ist noch nicht Alles; der „San Felipe“, ein den Vereinigten Staaten gehoͤrendes Schiff, macht eine Fahrt nach Texas, einer Mexikanischen Provinz, um dort Contrebande einzuschmuggeln. Er wird natuͤrlich von dem „Correo“, einem Mevpikanischen Kriegs⸗Fahrzeuge, angehalten, das aber sogleich von ersterem genommen und nach New⸗Orleans gebracht wird. Der Augenblick ist jetzt gekommen, wo die Regierung der Ver⸗ einigten Staaten einschreiten muß, oder sie verletzt die ersten Grundsaͤtze des Voͤlkerrechts. Die Grundsaͤtze der Billigkeit, Gerechtigkeit und Moralitaͤt, ja selbst die Polttik und unser ei⸗ genes Interesse fordern es von uns, das Verbrechen gegen die menschliche Gesellschaft zu verhindern.“

Heffentliche Blaͤtter enthalten folgende Bemerkun⸗ gen uͤber die Sklaverei in Nord⸗Amerika: „Die Sklaverel in den suͤdlichen Staaten ist durch die Verfolgung der Abolitioni⸗ sten erst recht bekannt geworden, und man fragt sich, wie ein solcher Zustand im neunzehnten Jahrhundert fortdauern kann und noch Vertheidiger findet. Wir wollen den Lesern ein Bild dieser Vergehen an der Menschheit unter die Augen stellen, ohne die Farben staͤrker aufzutragen, als sie in der Wirklichkeit sich vorfinden. Es ist ein Amerikaner, William Jay, Richter im Staate New⸗York, der den Stoff zu dem duͤstern Gemaͤlde ge⸗ liefert hat. Jeder weiß, was der Mensch ist, was er werden kann, wenn er seinen volten Werth, seine ganze Wuͤrde hat; er ist Buͤrger, Eigenthuͤmer, Sohn, Gatte, Vater; er unterrichtet sich, betet zu Gott, vertheidigt sich, wenn man ihn angreift. So kennen wir den Menschen. In den Vereinigten Staaten ist der Sklave weder Buͤrger, noch Eigenthuͤmer; nicht Sohn, nicht Gatte, nicht Vater; er kann nichts lernen; er betet nicht zu Gott; er darf sich nicht vertheidigen, wenn man ihn angreift; er darf nicht kommen und gehen, auch wenn seine Arbeit gethan ist; das Hausvieh ist freier, die wilden Thiere haben mehr Rechte. Das ist keine Uebertreibung; das ist in den suͤdlichen Staaten der Union gesetzlicher Zustand. Wie aber wird man Sklave? Wird der Sklave gekauft? Verkauft er sich selbst? Nein! Man wird als Sklave geboren. Das Kind folgt dem Stand der Mutter. Der Pflanzer in Suͤd⸗Carolina haͤlt die Negerinnen fuͤr seine Luͤste; der Freie zeugt sich selbst seine Sklaven. Welch ein Gesetz! Es befoͤrdert die Unsittlichkeit und bereichert den Luͤstling. In Europa glauht man wohl mitunter, nur die Schwarzen seyen Sklaven und die Farbe macht uns nachsichtig; wir sinden es nicht so außerordentlich, wenn ein Neger in der Knechtschaft lebt. Aber nein; in Carolina und Virginia giebt es auch weiße Sklaven, eingeborene Amerikaner (Indier). . Den Weißen schuͤtzt die Farbe nicht: war seine Aeltermutter eine Sklavin, er folgt ihrem Stand; er ist ein Sklave. In den Blaͤttern liest man oft Verhandlungen uͤber Anspruͤche auf Freiheit; sie werden nicht nach der Farbe, sondern nach dem Geburts⸗Register entschieden. In den Adern der Sklaven rollt oft vornehmes (nicht edles) Blut, aber die Muͤtter waren Negerinnen und das Kind kennt, nach dem Gesetz, nur die Mutter. In Amerika hat man die

Europaͤischen Adels⸗Vorurtheile nicht, wohl aber einen negativen Adel; Sklaverei, die von der Mutter auf den Sohn forterbt. Dem freigelassenen Neger, dem farbigen Menschen, droht Skla⸗ verei auf allen Wegen. Im Staate Georgien ist ein Gesetz, wenn sich ein freier Neger betreten laͤßt, wird ihm eine Geld⸗ buße aufgelegt; kann er nicht zahlen, wird er als Sklave ver⸗ kauft. Kann ein freier Neger nicht beweisen, wann und wie er frei geworden, faͤllt er aufs Neue in Knechtschaft; in dem freien Lande wird die Sklaverei praͤsumirt! Man hat Gesetze, die Mißhandlung von Thieren zu verbieten; man wornach untersagt ist, Sklaven zu mißhandeln. Die erstern Ge⸗ setze werden beobachtet, die letztern nicht. Bei den Thieren ist kein Kasten⸗Interesse im Weg; der Sklave aber, wenn er nur schwarze oder farbige Mitsklaven als Zeugen erlittener Mißhand⸗ lung aufrufen kann, wird nicht gehoͤrt. Ist die Mißhandlung

hat auch Gesetze,,

augenscheinlich oder durch guͤltige Zeugen ermittelt, so entscheiden doch nur Sklaveneigner uͤber den Thatbestand und der Weiße hat nichts zu fuͤrchten. Der Eigner ist also mehr Herr seines Sklaven, als seines Pferdes. Die Gesetze haben versucht, die Arbeitsstunden zu. reguliren. Aber wie? In Suͤd⸗Carolina kann der Sklave gesetzlich zu funfzehn Stunden Arbeit am Tage angehalten werden. Ein an⸗ deres Gesetz schreibt vor, daß die Gefangenen in den Correc⸗ tions⸗Anstalten zehn Stunden des Tages arbeiten muͤssen. Also erlaͤßt das Gesetz dem Weißen, der im Zuchthaus sitzt, 5 Stunden Arbeit, um sie dem unschuldigen Neger aufzubuͤrden. Der Sklave hat kein Eigenthum und kann auch nichts erwerben. Dem Eigner ist bei Strafe untersagt, seinem Sklaven Arbeit fuͤr sich selbst zu erlauben; Alles, was dem Sklaven einen Begriff von Eigenthum geben koͤnnte, ist von dem Gesetz verpoͤnt. Der Sklave kann nicht vor Gericht erscheinen; er kann also nicht selbst Klage fuͤhren; wird er geschlagen, mißhandelt man seine Frau, seine Kinder, er hat kein Mittel, Recht zu suchen. Auch fremde Sklaven darf der freie Weiße peitschen, wenn er sie nur nicht zur Arbeit unfaͤhig macht. Wird der Sklave verstuͤmmelt, so erkennt das 6 dem Eigner die Schadloshaltung dafuͤr zu. Der Schwarze hat keine Familie; heirathet er, so geschiehts nur um der Form wegen; von Rechten ist keine Rede; die Frau kann ihm weggenommen und anderwaͤrts hin verkauft werden; eben so ist's mit den Kindern. Er mag sich der Bigamie oder der Polygamie ergeben (zwei oder mehr Weiber nehmen), fuͤr ihn giebt es kein Ehegesetz, so wenig als fuͤr die Hausthiere. Der Sklave, seine Frauen, seine Kinder, koͤnnen verschenkt, ver⸗ kauft, verhypothecirt, unter Beschlag gelegt werden, wie jedes andere Stuͤck des Inventariums. Der Sklave ist moralisch todt; er darf sich nicht wehren, wenn ein Weißer nach ihm schlaͤgt. In Kentucky bekommt jeder Neger, Mulatte, oder In⸗ dier, frei oder unfrei, wenn er die Hand aufhebt gegen einen Weißen, dreißig Peitschenhiebe. Läaͤßt sich ein Neger außerhalb der Pflanzung seines Herrn betreffen, so darf ihn jeder Weiße, der zufaͤllig bei ihm vorbeikommt, ausfragen und nach Befinden auf der Stelle mit zwanzig Hieben abstrafen. Das Ge⸗ setz ist ersinderisch in Verbrechen der Neger. Hat ein Sklave eine Flinte, oder Pulver, oder auch nur einen Stock, so ver⸗ wirkt er 39 Peitschenhiebe. Kommt er zusammen mit Negern einer andern Pflanzung, so diktirt das Gesetz dem Besucher 40 Streiche, den Besuchten die Haͤlfte. Man kann sich denken, wie strenge das Gesetz bei wirklichen Vergehen ist, da es einge⸗

das Gesetzbuch revidirt; dennoch zaͤhlt es noch ein und siebenzig Vergehen, worauf, fuͤr den Sklaven, der Tod steht, waͤhrend der Weiße, der sich ihrer schuldig macht, mit Gefängniß davon kommt. Sklaven werden nicht durch Einsperrung gestraft, denn der Pflanzer wuͤrde ja ihre Arme entbehren und der Neger ruhte aus. Es ist oͤkonomischer, sie bei kleinen Vergehen zu peitschen, bei groͤßeren, zu haͤngen. In Carolina, Virginien und Louisiana kommen die Sklaven nicht vor eine Juryv. Im Jahr 1832 wurden 32 Neger verurtheilt und hingerichtet nach dem Spruch eines Tribunals, das aus zwei Friedensrichtern und fuͤnf Pflan⸗ zern bestand. Man wundert sich in Europa uͤber die Anwen⸗ dung des Lynch⸗Gesetzes. Nichts ist doch einfacher; die Pflanzer behandeln die Freunde der Sklaven, wie die Sklaven selbst. Da die Sklaven wie das liebe Vieh angesehen werden, so ist’s kein Wunder, daß fuͤr Ausbildung ihres Verstandes und das Heil ihrer Seelen nicht gesorgt wird. Die Gesetze verbieten, den Sklaven etwas zu lehren, oder ihnen das Wort Gottes zu pre⸗ digen. Ein Sklave, den sein Herr in einer Schule findet, oder sonst an einem Ort, wo Unterricht ertheilt wird, buͤßt seine Wiß⸗ begierde mit zwanzig Peitschenhieben. Lesen⸗- und Schreibenler⸗ nen ist bei harter Strafe verboten. Ein Weißer, der sich un⸗ tersteht, einem Neger Unterricht zu ertheilen, wird in Georgien um 500 Dollars gebuͤßt. So ist noch heute das Loos von zwei Millionen Menschen in dem freien Nord⸗Amerika.7

, I eh. Inland. 1

Berlin, 2. Dez. Die Koͤlnische Zeitung meldet aus Köͤln vom 28. November Abends: „So eben verkuͤndigt das Gelaͤute aller Glocken unserer Stadt die Ankunft des Ober⸗ Praͤsidenten der Rhein⸗Provinz, Herrn von Bodelschwingh, als des von Sr. Majestaͤt bevollmaͤchtigten Kommissars bei der Wahl eines neuen Oberhauptes der Koͤlnischen Erz⸗Dioͤcese, welche am 1sten k. M. hier stattfinden soll. Am 23sten d. M. feierte der Land⸗Dechant und Ober⸗Pfarrer C. H. J. Flimm zu Zuͤl⸗ pich sein 50jaͤhriges Priester⸗Jubilaͤum. Die Pfarr⸗ Genoöͤssen, besonders die Einsassen der Stadt, wetteiferten, dem Jubilar, der auch beinahe 50 Jahre der Pfarr⸗Gemeinde seines Geburts⸗ Ortes Zuͤlpich als eifriger Seelsorger vorgestanden hat, ihre An⸗ haͤnglichkeit und Dankbarkeit einmuͤthig zu beweisen, und es war ruͤhrend, zu bemerken, wie Großaͤltern, die unter dem Jubilar Kinder gewesen waren, nun ihre Enkel dem Segen desselben zu⸗ fuͤhrten. Die versammelten Pfarrer des Dekanats verehrten ih⸗ rem Vorsteher bei dieser Gelegenheit einen Ehren⸗Pokal, und der von der Koͤniglichen Regierung zu Koͤln deputirte Geistliche und Schulrath, Dom⸗Kapitular Dr. Schweitzer, uͤberreichte dem Jubilar ein Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben seiner kommittirenden Behoͤrde mit den Insignien des von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige dem Jubilar Allergnaͤdigst verliehenen Rothen Adter⸗Ordens vierter Klasse.“

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1835. 1. Dezember.

Quellwärme 7,6 °)N. Flußwärme 1,8 °⁊ R.

334,060“ Par. + 2,2 °R. 0,0 °˖ R. 83 pECt. heiter. SW.

333,75% Par. 334,09“ Par. + 23° R.[†. 5,8 ° R. 0,1 ° R. +† 1,5 ° R. 81 pCt. 70 pCt. halbheiter. heiter. WSW. SW. SW.BI 334,13% Par.. + 3,40 R. P 05° R...

Luftdruch.. 95 Luftwärme.. Thaupunkt.. Dunstsaͤttig.. Ausdünstung 0,074“*Rh Niederschlag 0. Nachtkälte + 1,1 ° R. 78 pEt.

Wolkenzug.. Tagesmittel:

Auswürtige Börsen. v“ Amsterdam, 27. November. 8 Niederl. wirkl. Schuid 5551 6 —. Kanz-Bill. 2413⁄1. 4 ½ % Amort. 95 ⅓. 3 ½ %. 799⁄16. KRuss. 97. Oesterr. 98 ¾¼. Preuss. Präm.-Scheinc 105 ⅞. 5 % Span. Anl. 507 ⁄. 3 % do. —. Antwerpen, 26. November. 3 Zünsl. 14. Cortes —. Neue Anl. 50. London, 27. November. Cons. 3 % 91 ¼. Belg. —. Span. Cortes —. Obl. v. 1834 46. Ziusl. 13 ⁄¾. Ausg. Sch. 236 ⁄. 2 ½ % Holl. 55 ⁄. 5 % 100 ¼. 5 % Lort. 89. do. 3 % 56. Engl. Kuss. 108 ½. Bras. 84 ½. Columb. 32. Mex. 36 ½. Peru —. Paris, 26. November. 8 5 % Rente pr. compt. 108. 65. fin cour. 108. 80. 3 % pr. compt. 81. 25. fin cour. 81. 30. 5 % Neap. 99. 60. fin cour. —. 5 % Span. Kente 48 ⅛. 3 % do. —. Cortes —. Ausg. Sch. 17 ¾. Neuo Anl. —. Integrale —. 3 % Portug. 58 ¼. St. Petersburg, 2 ½. November. Lond. 105⁄⁄6.. Amsterdam. 52. Hamburg 9 ⅛⅞. Sisber-Rub. 358. 6 % in B. A. 131. 3 Wien, 25. November. 5 % Met. 101 ⁄. 4 % 991516. 2 ½ % —. 1 % 25 ⅞. Bank- Actien —. Neue Anl. —. 1

Koͤnigliche Schauspiele.

Donnerstag, 3. Dez. Im Schauspielhause: Lebende Bil⸗ der. 1) Die Ruͤckkehr, nach einem Bilde von Nerenz. 2) Pro⸗ cidanerinnen, nach einem Bilde von L. Robert. 3) Toilette ei⸗ ner Florentinerin, nach einer Farben⸗Skizze von Hopfgarten. 4) Ein Brautlied, nach einer Zeichnung von Bendemann. 5) Ein Maͤdchen zur Kirche gehend, nach einem Bilde von Blanc. Ein Edelknabe, von H. Wittich. Der betrunkene Kuͤfer, nach einem Bilde von Pistorius. 6) Der Heiraths⸗Antrag auf Hel⸗ goland, nach einem Bilde von Jordan. Hierauf: Zum ersten⸗ male: Frau und Regenschirm, Posse in 1 Akt, nach Laurencin, frei bearbeitet von L. Angely. Und: Demoiselle Bock, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von J. E. Mand.

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits geloͤsten, mit Mitt⸗ woch bezeichneten Schauspielhaus⸗Billets guͤltig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Mittwoch

bezeichnet seyn. z b1 Freitag, 4. Dez. Im Opernhause: Die Kirmes, Oper in 1 Akt. Musik von W. Taubert. Hierauf: Das Schweizer⸗Milchmaͤdchen, pantomimisches Ballet in 2 Abth. (Dlle. Fanny Elsler: Liesli. Dlle. Therese Elsler wird hierin tanzen.) 8“ Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.

Köͤnigstadtisches Theater.

Donnerstag, 3. Dez. Die Bastille, oder: Wer Andern eine Grube graͤbt, faͤllt selbst hinein. Griginal, Lustspiel in 3 Akten, von Berger. Vorher: Der lustige Rath. Lustspiel in 2 Akten, von Th. Hell. 4““

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bildete so grausam straft. In Virginien wurde vor kurzem erst

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Bodenwärme 3,4 ° R. 8

1 81 5 % do. 101 ¾¼. Ausg. Schuld

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