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MNaͤchrichten, welche in unserer Armee bekannt geworden sind,
haben nur dazu beigetragen, den Muth der Offfziere und Sol⸗ daten noch mehr zu beleben, und sie erwarten mit Ungeduld
den Besehl, gegen den Feind zu marschiren, um bie Franzosen zu raͤchen, die in dem Treffen an der Maßta geblieben sind.⸗
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Großbritanien und Irland.
London, 28. Nov. Die Hof⸗Zeitung meldet die Er⸗ nennung des jetzigen Minister⸗Residenten in Florenz, Herrn Ge⸗ orge Hamilton Seymour, zum außerdrdentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister beim Koͤnige der Belaier, des jetzigen Legations⸗Srcretairs in Berlin, Herrn Ralph Abercrombie, zum Minister, Residenten am Hofe des Großherz . von Toskana, des jetzigen Legations⸗Secretairs in Bruͤssel, Sir George Baillie Hamilton, zum Legations⸗Secretair in Berlin, des Herrn Henrv Lytton Bulwer zum Legations⸗Secretair in Bruͤssel und des Sir Francis Bond Head, Ritter des Hannoverschen Guelphen⸗Or⸗ dens und des Preußischen Ordens pour le mêrite, zum Gou⸗
verneur der Provinz Ober⸗Kanada.
Lord William Bentink hatte gestern eine Unterredung mit dem Premier⸗Minister.
gegen se n⸗ Aufnahme verhielt sich wie 3 zu 1.
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als anfangs betrachtet zu werden,
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Schritt zur Versoͤhnung zu thun.
zu Beheimen eine Kollision mit den Vereinigten Staaten, als eine dem Volke nicht unangenehme und zur Abwendung seiner Auf⸗
8.
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Der Ex, Sheriff Raphael, der als Mitglied in die Koͤnigl. Societaͤt aufgenommen zu werden wuͤnschte, und uͤber den vor⸗ gestern in einer Versanmlung dieser Gesellschuft abgestimmt wurde, ist durchgefallen. Es ist ein seltener Fall, daß ein Kan⸗ didat von diesem Verein verworfen wird. Die Stimmenzahl Die Versamm⸗ lung war sehr zahlreich und umfaßte die in London anwesenden ausgezeichnetsten Männer aus allen Parteien. Sir John Ren⸗ nie fuͤhrte den Vorsitz, und als er die Kugeln zaͤhlte, ließ sich ein leises Zischen in der Versammlung vernehmen. Hrn. Raphael's Em⸗ pfehlungsbrief war von dem Grafen Munster, Lord Brougham und zwei oder drei anderen angesehenen Personen unterzeichnet, doch war ihm derselbe, wie ein ministerielles Blatt bemerkt, mehrere Wochen fruͤher ausgefertigt worden, ehe er O'Connell's Beistand, um ins Parlament zu kommen, nachgesucht hatte. Der letzte Kandidat, der vor Herrn Raphael von dieser Societaͤt zuruͤckge⸗ wiesen wurde, war Herr Hughes gewesen. Die Times macht hierzu folgende Bemerkungen: „Herr Raphael zaͤhlte die Herren
4. Petit, Sir Gore Ouseley und Sir Alexander Johnstone unter seinen Unterstuͤtzern. Waͤre er d shalb verworfen worden, weil er keine Anspruͤche darauf haͤtte, Mitglied einer wissen⸗ schaftlichen Societaͤt zu werden, so wüͤrde doch ein Grund vorhanden seyn, bei dem man sich einigermaßel beruhigen koͤnnte. Aber es ist nicht wahrscheinlich, daß ein aner⸗ kannt unfaͤhiger Kandidat von fuͤnf kompetenten Richtern em⸗ pfohlen worden waͤre, die fuͤr ihre Empfehlung immer als ver⸗ antwortlich anzusehen sind. Wenn jedoch, wie es wahrscheinlicher ist, die Societaͤt sich durch diese Handlung als die politische Un⸗
terstuͤtzerin O' Connell’'s gegen Raphael hat zeigen wollen, so hat
sie die Zwecke ihres Vereins und ihrer Privilegien auf eine be⸗ dauernswuͤrdige Weise mißverstanden und verkehrt, hat sich zu einer bloßen Faction herabgewuͤrdigt und verdient, aufgeloͤst zu werden. err Raphael ist, wie wir hoͤren, Mitglied der Astati⸗ schen Gesellschaft und Mitglied von Brooke's Klub; in letzterem wurde seine Aufnahme von Lord Cowper beantragt und von Lord Althorp unterstuͤtzt.“ Die Times setzt ihre Polemik gegen das neue Armen⸗Ge⸗ 8b noch immer fort; sie erklaͤrt heute wieder in einem langen rtikel, es sey ihre unveränderte Meinung, daß man diese Maß⸗ regel einerseits als eine Praͤmie auf das Verbrechen, ande⸗ rerseits als eine unmenschliche Geißel fuͤr den unverdaͤch⸗
daß dieselbe ein ewiger Schandfleck fuͤr das Paͤrlament bleiben wuͤrde, wenn es sie nicht veraͤndere, oder ganz zuruͤcknehme. „Un⸗ sere armen verlassenen Wittwen“, 8 das genannte Blatt ur ter Anderem, „die in ihren Vermoͤgens⸗Umstaͤnden heruntergekommen sind, sollen in ihren Siebzigern der armseligen achtzehn Pence, die sie woͤchentlich empfingen, beraubt werden, wenn sie sich nicht in den neuen Kirchspiels⸗Schlachtbaͤnken, die Lord Broug⸗ ham ihnen vorbehalten hat, langsam wollen hinmorden lassen. Vermoͤge derselben gemeinen, grausamen und kurzsichtigen Poli⸗ tik sollen ganze Schaaren von Armen, Verlassenen, ÜUnbeschaͤftigten und Huͤlfiosen in die Welt hinausgetrieben werden, um zu bet⸗ teln, zu stehlen, zu betruͤgen, in Schulden zu gerathen oder zu⸗ zusehen, wie sie sich ihren Lebensunterhalt am besten verschaffen koͤnnen. Kein Wunder, daß sie die Chancen des Vagabunden⸗ lebens oder der freiwilligen Wohlthaͤtigkeit dem ihnen auf Be⸗ fehl ihrer freigebigen amtlichen Versorger unzenweise zugewoge⸗ nen Hungertode vorziehen. Ihr muͤßt entweder mit euerm taͤg⸗ lichen Maaß von zwei Pence in unserem Arbeitshause zufrieden seyn, heißt es, oder euch selbst nach euerem Geschmack eine bes⸗ sere Art des Verhungerns suchen.“
Am 25sten ist in Plymouth der Befehl eingegangen, 5000 Stuͤck Waffen, welche das Dampfboot „James Watt“ dorthin gebracht, auf das Linienschiff „Rodney“ von 92 Kanonen uͤber⸗ uschiffen; auch Kriegsvorraͤthe, die auf dem Dampfboot „Royal
ar“ dort erwartet werden, sollen an Bord des „Rodney“ ge⸗ bracht werden, der dann mit 20,000 Stuͤck Waffen und mit Munition fuͤr die Christinos nach Barcelona absegeln soll. Der „Nimrod“ von 20 und die „Pearl“ von 20 Kanonen sind eben⸗ falls segelfertig, ihre Bestimmung aber unbekannt.
In Börsenbericht der heutigen Times heißt es: „Der Fonds⸗Markt hatte gestern von fruͤh an ein sehr duͤsteres Ausse⸗ hen. Am meisten scheint die zweite Entlassung und die darauf gefolgte gaͤnzliche Veraͤnderung des Portugiesischen Ministeriums auf unsere Kapitalisten gewirkt zu haben, die zu einer sehr un⸗ gelegenen Zeit eingetreten ist und, wie man fuͤrchtet, wichtige Folgen haben koͤnnte, besonders wenn man darin, wie einige Berichte uns zu glauben veranlassen, einen Beweis von dem Erfolg der Franzoͤsischen Intriguen in Lissabon erblicken darf. Auch die Aussicht auf einen Kampf zwi⸗ schen Frankreich und Amerika scheint jetzt in ernsterem Lichte en, je mehr man vernimmt, eide Regierungen entschlossen sind, nicht den ersten Viele Personen hier sind dem Glauben geneigt, daß die Franzoͤsische Regierung im
wie fest
merksamkeit von ihren eigenen andlungen nicht ungeeignete Maßregel, nicht ganz ungern 2.5 wuͤrde. Außer dieses Grun⸗ den zur Entmuthigung der Kapitalisten, kam noch gestern Nach⸗ mittig ein Geruͤcht von einer nahe bevorstehenden Veraͤnderung n unserem Ministerium in Umlauf, welches aber wohl sehr wenig, wo uͤberhaupt, beachtet zu werden verdiente.“
Niederlande.
Aus dem Haag, 29. Nov. Se. oheit der Herzog
in Nymwegen, wo derselbe nehmen wird.
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Danemark. 1
Kopenhagen, 28. Nov. Nach Verlesung des (gestern mit⸗ getheilten) Gesetz⸗ Entwurfs wegen Verbots der Nachahmungen von Kunstwerken trug das zu dessen Berathung niedergesetzte Comité seinen Bericht uͤber denselben vor. ersten Punkt fand dasselbe, daß das einem jeden Kuͤnstler zuste⸗ hende Eigenthumsrecht an seinen Werken dadurch geschmaͤlert werde, daß man seine Besugniß, daruͤber zu disponiren, auf einen bestimmten Zeitraum beschranke, und trug deshalb auf die Streichung des ersten Paragraphen des Gesetz⸗Entwurfes an, welche auch von der Versammlung genehmigt wurde, nachdem die Einwendungen des Commissairs kein Gehoͤr gefunden hatten und verschiedene Amendements verworfen worden waren. Ge⸗ gen den zweiten und dritten Paragraphen fand der Ausschuß nichts einzuwenden, indeß ward doch von der Versammlung ein Amendement angenommen, welches den Schutz des Gesetzes auch auf Kupferstiche ausgedehnt wissen wollte. Der vierte Para⸗ graph wurde auf den Antrag des Ausschusses verworfen. Was den fuͤnften und sechsten Paragraphen des Gesetz⸗Entwurfes be⸗ trifft, so wollte der Ausschuß die Bestimmungen desselben nur auf die im zweiten und dritten Paragraphen bestimmten Fälle angewendet wissen, und die Versammlung stimmte dem bei. Nachdem auf diese Weise der ganze Gesetz⸗Entwurf zur Dis⸗ kussion gekommen war, verlas der Referent des Ausschusses, Justiz⸗Rath Salicath, das Konzept des Gutachtens der Staͤnde, welches die im Ges6, Ent vur⸗ gemachten Veränderungen ent⸗
ielt, und durch diese Verlesung war dann die Mitwirkung der taände bei der Abfassung des Gesetzes beendigt.
— Folgende interessante Notizen uͤber die Bevoͤlkerung in Daͤ⸗ nemark werden durch oͤffentliche Bltter mitgetheilt: Die Volks⸗ zahl im Koͤnigreiche Daͤnemark hat in den 18 bis 1787 um 3 „Ct., in den 14 Jahren von 1787 bis 1801 um 10 pCt., in den 33 Jahren von 1801 bis 1834 um 32 pCt. zu⸗ genommen. Im Jahre 1834 betrug die Bevöoͤlkerung 1,223,807. Den groͤßten Zuwachs in den letzten 33 Jahren hat die Insel Fuͤhnen gehabt, nach dieser kommt Juͤtland, dann Seeland, La⸗
land, Falster und Bornholm. In Schweden ist die Bevoͤlkerung in den letzten 30 Jahren nur um 23 Ct. gestiegen, in England
und Schottiand aber um 45 pCt. und in Preußen in den 5 Jahren von 1821 bis 1825 gar jaͤhrlich um 1 ¾ pCt. Die Zu⸗ nahme der Bevoͤlkerung in Daäͤnemark haͤlt also im Ver⸗ gleich mit anderen Laͤndern 2 die Mitte. Auf der Q. M. in Daͤnemark wohnen 1790 Menschen. Schließt man Kopenhagen
und Amager aus, so ist Fuͤhnen dem Aeral nach am staͤrksten
bevöͤlkert, indem 2729 auf die Q. M. fallen; am schwaͤchsten
aber Juͤtland, welches nur 1173 auf der Q. M. enthaͤlt. Die Bevoͤlkerung der Staͤdte verhaͤlt sich zur Bevöͤlkerung des flachen Daͤnemark nach der letzten Zaͤhlung wie 259: 1000,
Landes in waͤhrend sie im Jahre 1769 sich wie 272: 1000 verhielt. Die⸗ ser groͤßere Zuwachs der Landbevoͤlkerung ist vorzuͤglich der Auf⸗ hebung der beibeigenschaft zuzuschreiben. In Schweden verhielt sich die Bevoͤlkerung der Staͤdte zu jener der Land⸗ Bezirke nur wie 108: 1000. Unter 1000 Einwohnern sind im ganzen Lande 489,2, die vom Landbau leben; 181,37 Fabrikaunten und Hand⸗ werker; 114,3 Tagelöhner; 38,87 Pensionisten, Kapitalisten und von ihren Mitteln Lebende, worunter auch die Altentheils⸗ leute; 35,22, Almosen Genießende; 35,42, die vom Handel und Waaren⸗Umsatz leben; 27,87 von der Seefahrt und Fischerei Le⸗ bende; 24,82 Civil⸗Beamte; 20,87 Geistliche und Lehrer; 9,s,
tigen, huͤlflosen und altersschwachen Armen betrachten muͤsse, und welche keinen bestimmten Nahrungszweig haben; 8,23 Unteroffi⸗
ziere und wirklich dienstthüuende Soldaten; 4,93 Matrosen im
von
Bernhard von Sachsen⸗Weimar befindet sich seit dem 25ten d. M.
wirklichen See⸗Militairdienst; 4,i1 privatisirende Gelehrte, Kuͤnst⸗
ler, Studenten; 3,0⸗5 1 und Beamte beim Land⸗Militair⸗
Etat; 1,20 in Straf⸗Gefaͤngnissen; 0,77 Offiziere und Beamte
beim See⸗Militair⸗Etat.
Deutschland.
annover, 1. Dez. Se. Koͤnigliche Hoheit der Herzog umberland ist heute Nachmittag hier eingetroffen und im Palais Sr. Koͤniglichen Hoheit des Vice⸗Koͤnigs abgestiegen.
Hamburg, 2. Dezember. Am 28sten v. M. Abends fand zu Itzehoe im Rathsweinkeller eine zahlreich besuchte Versamm⸗ lung zu dem Zwecke statt, Actien zur Anlegung einer Chaussee von Colding uͤber Flensburg, Schleswig, Rendsburg und Ihze⸗ hoe nach Altona zu zeichnen, wobei der Wunsch zu seyn scheint, daß das Unternehmen durch Privatkraͤfte zu Stande gebracht werde, die Regierung aber die Leitung uͤbernehmen moͤge. Die Kosten fuͤr die ganze, 30 Meilen lange Wegstrecke sind auf 600,000 Rthlr. Courant veranschlagt; die Actie soll 100 Rthlr. Spez. betragen, und man hosst auf eine Verzinsung von 4 pCt. Die Zahl der bei dieser Gelegenheit gezeichneten Actien wird nicht genannt, sie soll aber ansehnlich seyn. Auch wird nicht berichtet, ob schon einstweilen ein Comité fuͤr Itzehoe ernannt sey.
Dresden, 28. Nov. Der so eben erschsenenen sechsten Lieferung des statistischen Vereins zufolge, betrug die Bevoͤlke⸗ rung des Koͤnigreichs Sachsen am 1. Dezember 1,595,668 Per⸗ sonen, und zwar verhielt sich dabei das Verhaͤltniß der maͤnnlichen zur weiblichen Bevoͤlkerung, wie 16 zu 17. Seit dem 3. Juli 1832 hat sich die Einwohnerzahl um 37,515 vermehrt, wonach die jäͤhrliche Zunahme 15,523 Individuen betraͤgt. Auf die Quadratmeile kommen durchschnittlich 5817 Einwohner. Der Religion nach, sind 1,565,170 Einwohner evangelisch⸗lutherischen, 1620 evangelisch⸗reformirten, 27,938 roͤmisch⸗katholischen, 90 grie⸗ chisch⸗katholischen und 850 mosaischen Glaubens. In 141 Staͤd⸗ ten befinden sich 508,467, in 3501 Doͤrfern 1,066,804 und in verschiedenen Vvrwerken, einzelnen Gebaͤuden ꝛc. 4893 Einwoh⸗ ner, worunter die zum Militair⸗Etat gehoͤrenden 15,298 Perso⸗ nen nicht begriffen sind. In saͤmmtlichen Staͤdten besinden sich 49,006 Haͤuser mit durchschnittlich 10 ⅛, in den Doͤrfern 159,596 Haͤuser mit durchschnittlich 6 ⅞ und in den Vorwerken ꝛc. 520 Haͤuser mit durchschnittlich 9 ¾ Bewohnern eines Hauses. Dres⸗ den zaͤhlt 3013 Häuser mit durchschnittlich 22, Leipzig 1448 mit 31 und Cheminitz 1147 mit 18 ½ Bewohnern auf jedes Haus. Die Haͤuser Zunahme seit 1832 betrug jaͤhrlich 2083. Die Zahl der Taubstummen betraͤgt 1010, der Blindgebornen 324, der Ehe⸗ paare 277,812 und, der getrennt lebenden Eheleute 11,213. Auf 100 Ehepaare kommen durchschnittiich 189 Kinder, also noch nicht zwei auf eine Ehe, waͤhrend in Frankreich 3 bis 4 Kinder durch⸗ schnittiich auf eine Ehe gerechnet werden. Das Verhaͤltniß der Geborenen zur Bevoͤlkerung ist wie 1 zu 25 und das der Ee⸗ storbenen wie 1 zu 31. Unter 11,600 Individuen lebt in Sach⸗ sen nur Einer uͤber das neunzigste Jahr hinaus.
Stuttgart, 27. Nov. Die von unserer Kammer zunaͤchst in Berathung zu nehmenden Gegenstaͤnde sind vor Allem der Rechenschafts⸗Bericht des Ausschusses, dessen erster Theil morgen im Zusammentritt beider Kammern vorgetragen werden soll, fer⸗ ner idie folgenden von den verschiedenen Kommissionen schon be⸗
In Bezug auf den
Jahren von 1769
eingetreffen.
[ gutachteten Gesetz⸗Entwuͤrse: 1) Ergñͤnzungen, Abaͤnderungen der allgemeinen Gewerbe Ordnung; 2) Flußbau⸗Ordnung; 3) uͤber die Notariats⸗Sporteln; 4) Lese.2 in Betreff des sechsten Zins⸗Guldens; 5) Gleichstellung der Markungs⸗ und Steuer⸗ Graͤnzen der Gemeinden; 6) revidirtes Gesetz uͤber das Nota⸗ riatswesen; 7) Gesetz in Betreff der Bestrafung von einfachen Unzucht⸗Vergehen; 8) Gesetz in Betreff der Volksschulen; 9) Gesetz in Betreff der fortwährenden Erhaltung der Flurkarten in den Gemeinden; 10) Gesetz in Betreff von Ergaͤnzungen und Abaͤnderungen der allgemeinen Gewerbe⸗Ordnung vom 22. April 1828; 11) Gesetz in Betreff der Beeden und ahnlicher aͤlterer Abgaben; 12) Gesetz in Betreff der Umwandlung und Abloͤsung von Frohnen. . 1 Kaaerlsruhe, 27. Nov. Die heutige Nummer des Groß⸗ herzoglichen Staats, und Regierungs⸗Blattes enthaͤlt eine Verordnung des Großherzogl. Finanz⸗Ministeriums vom 20sten d. M., wodurch die Zollerhebungsstellen angewiesen werden, vom 1. Januar k. J. an, die nachstehend aufgefuͤhrten Muͤnzsorten der andern Vereinsstaaten bei Entrichtung der Zoll⸗Abgaben von allen Zahlungspflichtigen in dem bezeichneten g;S Füügehmen: 8 ert Benennung der Muͤnzen. in Gulden in Preußischen 8 1 u. Kreuzern. Muͤnzen. 1 Fl. Kr. Hl. Thlr. Sar. Pf. Ein Conventions⸗oder Speziesthaler 2 24 — 1 11 1 halber dito 20 6 % » 24 Kreuzerstückk 6 102 % „ Kronenthaler 3 3 % » Preußischer Thaler — — „ % Stück 10 — 1X“ 5 — » Koͤnigl. Saͤchsisches ½ Thalerstuͤck 5 I1 ¼ v „ „ 161½ „ — 2 6 % » Kurhessischer Thaler — „ „ halber Thaler 15 » ¼ Kurhessischer Thaler von 1833 und neuerem Gepraͤge 10 „ „%X Kurhessischer Thaler von 1833
und neuerem Gevpraͤge 1G . Goldmuͤnzen, deren Waͤhrung uͤberhaupt gesetzlich nicht bestimm ist, duͤrfen auch bei Zoll⸗Abgaben nur nach dem jeweilign Course angenommen werden.
Das Regierungsblatt enthaͤlt auch eine Bekanntmachung des Finanz⸗Ministeriums vom 26sten d., wonach, in Folge des Beitritts des Großherzogthums zu dem großen Deutschen Zol⸗ Vereine, alle bestehende Zoll⸗Privilegien vom 1sten k. M. ah aufgehoben werden. .
Frankfurt a. M., 1. Dez. Die Zeitung des Ober⸗ und Niederrheins vom 25. November druͤckt ihre tiefe Ent⸗ ruͤstung daruͤber aus, daß man den neuen Blitz⸗Ableiter des Muͤnsters zu Straßburg gerade in das Grab Erwin's von Stein⸗ bach, des Erbauers dieses erhabenen religioͤsen Monumentes, ge⸗ leitet habe, so daß die Arbeiter beim Graben des Loches auf die Gebeine des großen Baumeisters stießen und sie unter den Koth warfen, der weggefuͤhrt wurde. Noch zur Stunde seyen die Gebeine Erwin's nicht wieder bestattet, wohl aber haͤtten Alterthumsliebhaber Knochen des Mannes weggeholt, dem Eu⸗ ropa eines seiner schoͤnsten Bauwerke verdanke. Diese Schmach, ruft die „Zeitung des Ober⸗ und Niederrheins“ aus, vollende den Vandalismus der „Muͤnster⸗Komm ’ ssion“, die erst vor kur⸗ zem zur Verschoͤnerung des alten ehrwuͤrdigen Domes denselben ganz neu und durchgaͤngig weiß anpinseln sieß. Das erwaͤhnte Blatt fordert „glaͤnzende Genugthuung fuͤr die entweihten Ge⸗ beine Erwin's von Steinbach.“ 8
Zuͤrich, 26. Nov. (Zuͤricher Ztg.) Nach ganz zuver⸗ laͤssigen Nachrichten aus dem freien Amt vom gestrigen Datum war dort fuͤr den Augenblick voͤllige Ruhe, und die Stimmung schien auch nicht fuͤr den Widerstand. gegen die anruͤckenden
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Truppen, da die von Zuͤrich ergriffenen Maßnahmen den Eifer abgekuͤhlt hatten. Grade fanatisirt und unbedingt fuͤr den Papst gegenuͤber dem
Gleichwohl sey dicevoͤlkerung im hoͤchsten
Staate. Die Aargauischen Truppen hutten die widerspenstigen Bezirke noch nicht betreten. Offenbar kann nur starke Besetzun dieser Bezirke den Ausbruch verhuͤten, wenn der große g seine Beschluͤsse vollziehen will. Aus den Kantonen Schw und Zug sind bis jetzt keine oͤffentliche Anzeichen vorhanden daß man den Freiaͤmtlern Beistand gegen ihre verfassungsmaͤß gen Behoͤrden leisten wolle. Gleichwohl ist die Stimmung nich zuverlaͤssig, und man beobachtet viel Beweglichkeit und Geschä ligkeit gewisser Personen.
Buͤrgermeister Hirzel ist diesen Vormittag wieder in Zuͤrich Vom Vorort ist Oberst Hirzel als Ober⸗Befehle⸗ haber der Zuͤricher Truppen bestaͤtigt und, nach dem Gutbefiaden
der eidgenoͤssischen Repraͤsentanten, auch zum Befehlshaber eine
eidgenoͤssischen Truppen⸗Zusammenzugs bezeichnet. Die Regie⸗ rung von St. Gailen hat ihren Dank uͤber Zuͤrichs schnelles ö bezeugt und mitgetheilt, daß ihr Kanton seine Truppen ebenfalls mobil gemacht und einen Commissair an die suͤdwest
liche Graͤnze des Kantons abgeordnet habe. “
Aarau, 26. Nov. Die an der Graͤnze des freien Amt⸗ aufgestellten Aargauischen Truppen sollten auf Befehl der Ne gierung am 27. Nov. in das freie Amt selbst einruͤcken. — De eidgenoͤssischen Commissaire, Buͤrgermeister Heß und Regierunzt Präͤsident Munzinger, sind am 25. d. in Aarau angekommen.— Die Regierung soll den Geistlichen, welche den Eid verweigern, Bedentzeit bis zum 28. d. gegeben haben; mit der Zusicherum daß durch den Eid die durch die Verfassung garantirte Rellgin nicht gefaͤhrdet werden soll.
— Die Frankfurter Ober⸗Post⸗Amts⸗Zeitung entzl
Ein Entsetzen und eine Erbitterung erfuͤllt die Gemuͤther alegl derjenigen, welche noch empfaͤnglich sind fuͤr die Regungen Abscheues gegen eine solche That, und welchen Sophiennt noch nicht den Sinn und die Tugend verruͤckt. Und derß zaͤhlt die Schweiz, dem Himmel sey Dank! noch Tausem und abermalis Tausende. Denn es verdtent bemerkt zu wn g. den, daß der Frevel und der Wahnsinn der sogenannten Flüch linge selbst unter den radikalsten Schweizern nie Anklen gesunden, sondern daß Haß und Verachtung denjenigen 8
waͤlzten. Wir, wie viele Andere, gehoͤren zu denjenigen, — in fruͤherer Zeit dort ein Asyl fanden. Damals war aber e
Egoismus der Jugend noch nicht bis zu dem Schwindel gelanze
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ael hat wieder begonnen, man traͤufelt wieder Gist in die
anl einfloͤßen wollten; und die Welt wird glorreich bleiben — 1 mit einer Rede des Herrn Whitaker, worin er die anwesenden
llich, sagen die Leute der Reichs⸗Kanzlei! Nie ist das Volk zu⸗
nachstehenden Artikel aus der Schweiz vom 17. Nov. „N. l Ermordung Lessing's ist zum Ereigniß fuͤr unser Land geworde 8
sona, nimmt einen sehr ernsten Charakter an. lioten zaͤhlen 4000 Mann unter den Waffen, mehrere der eng. Chefs der Sulioten und anderer Landschaften stehen
klavrita, Karytene, Arkadia, Pyrgos, Kalamata, wo man sich er die Mittel eines unbewaffneten Widerstandes berathet. Wie
Theil geworden, welche damit zahlreiche Opfer eines gastfrent Numelten die Capitaine
Landes vergalten, daß sie Unheil und Schandthaten uͤber dasselh 66
erbindung und gehen mit der Erklaͤrung um, daß man der Pesierung keinen Zehnten bezahlen werde, bis eine National⸗
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in der glorreichen Zeit, und Knaben fuͤhlten sich noch hhtigt, durch knabenhafte Mittel große Zwecke zu errei⸗ als galt es noch fuͤr eine Pflicht der Ehre, sich dankbar astfreies Land zu beweisen, seine naͤchsten Interessen gerletzen, es nicht zu brandmarken. Damals glaubten wir, vanderten, daß die Kenntniß der Schweizerischen Eigen⸗ sten, daß eine langjaͤhrige Beobachtung vorhergehen
se Fremde sich berufen fuͤhlen, an den Geschaͤften Theil en, oder gar große Angelegenheiten reformatorisch zu Damals waltete noch Ehrfurcht und Ernst in den Ge⸗ man hatte noch nicht systematisch bewiesen, daß Tugend,
nd Wissenschaft Chimaͤre sey, der Mord war noch ein
je Verraͤtherei gegen das Vaterland eine Schande und kbarkeit ein Laster. Jetzt, in der glorreichen Zeit ist das hers geworden. Italtaͤner und Deutsche, welche in ihrer [Sekten, wie die „Giovine Italia“, gestiftet, die den ir heißen und zu oft schon Schlachtopfer des Fanatismus Italiaͤner, Polen und Deutsche, welche in ihrer Hei⸗ chthare Grundsaͤtze gepredigt, welche sich nicht bloß ge⸗ huͤrgerliche und politische, welche sich gegen die menschliche. ft uͤberhaupt ruchlos verschworen, welche gradezu mord⸗
e Fackeln in die Staͤdte geworfen und dort den Buͤr⸗ hier naͤchtliche Metzeleien angestiftet — Menschen, welche soll man verhehlen, wo die Schandthaten sprechen? — gescheut, die heiligen Grundpfeiler der Religion und lichkeit im hoͤllischen Hohn zu untergraben, und deren erliche Werke und Schriften geradezu den Zweck hatten, en Theile der Nationen zu vergiften und die Welt alische Brutalitaͤt zu stuͤrzen — solche Menschen kom⸗ em raͤchenden Schwert entschluͤpft, nach der Schweiz, arm, verfolgt; man nimmt sich ihrer aus Mit eiden
n klaidet die Halbnackten, man hofft auf Besserung Verirrten. Und was geschieht? Wirft man einen Blick Reihe von Freveln und Schandthaten, deren Schauplatz weiz, durch diese Fluͤchtlinge, in den letzten Jahren ge⸗ erwägt man, welche materielle Nachtheile und welchen men Einfluß auf die Entwickelung der Schweizerischen Insti⸗ diese Herren ausgeuͤbt, so sragt sich jeder Verstaͤndige: groͤßer, die Frechheit und die Unverbesserlichkeit dieser ten, oder die Langmuth unserer Regierungen? Man be⸗ amit, die ehrenwerthesten Schweizer, welche als wahrhafte diger der Freiheit dastehen, mit wirklich nichtswuͤrdi⸗ eschimpfungen zu besudeln, man stiftete Blaͤtter, welche Naͤnner mit Koth bewarfen und sie verhaßt machten. sen, deren Heldenstuͤcke darin bestanden, daß sie Akten⸗ aus den Archiven gestohlen, daß sie den meuchlerischen zuw zucken und ihr Opfer zu treffen verstehen, daß sie un⸗ ite Schildwachen feig uͤberfielen und niedermachten — Menschen, die einige abgenutzte Redensarten von Freiheit leichheit aufgefangen und die theilweise den Schulbaͤnken en sind — erkuͤhnten sich, die Fuͤrsten Europa's mit In⸗ zu uͤberschuͤtten, die begruͤndetsten Namen der Schweiz himpfen und eine neue Zeit zu verkuͤndigen. Die Schweiz hen propagandischen Krieg beginnen. Diversionen uͤber den sollten vor sich gehen, das Banner des Welten⸗Fruͤhlings sollte falten. So begann eine Preßfrechheit bei uns, die beispiellos in schichte ist, moͤrderische Grundsaͤtze wurden unter das Volk zut, und die Juͤnger der Verraͤtherei, die Priester des es, erzogen sich Schuͤler. Auf unsere inneren Verhaͤltnisse V 1
dies Treiben aufloͤsend ein, und wer wollte es den scchen Regierungen verdenken, wenn sie ihr koͤstliches Gut niversttaͤten zuruͤckzogen, wo die Koryphaͤen der Umwaͤl⸗ iungescheut ihr Wesen trieben und nicht bloß die poli⸗ Gesinnung gruͤndlich verdarben, sondern Sittenlosigkeit Codtschlag predigten. Den Bann uͤber unsere Universi⸗ verdanken wir lediglich den Fluͤchtlingen. Dann der Zug avoyen, der uns so sehr kompromittirte, und alle jene el, welche nicht bloß unsere Verhaͤltnisse nach Außen teten, sondern innerlich Spannungen hervorriesen, die nichtuͤberwunden sind. Und so folgte Wahnsinn auf Wahn⸗ Frevel auf Frevel, und Entsetzliches auf Unerhoͤrtes. Die nen Verbindungen dauerten fort, und die Schande waltete Stillen. Aber sie wird dem raͤchenden Arm der Gerechtig⸗ nicht entschluͤpfen; ein Schrei des Unwillens geht durch das Land. Hier handelt es sich um keine politische Gesinnung; ndelt sich darum, sollen Mord, Pluͤnderung, Gottlosigkeit, bichkeit und Brutalitaͤt herrschen? Soll die Religion in den getreten, soll die Sittlichkeit als Phantom, die Tugend als edargestellt werden? Sollen wahnsinnige Knaben sortfahren, sreen Tollhäͤuslerschriften die Grundsaͤtze des Frevels und der lichkeit zu verkuͤndigen, das Christenthum zu besudein und Merd zu lehren? Darum handelt es sich. Denn das a'tte
n der Voͤlker. Aber nicht bloß politisches Gift, wie ehe⸗ bnein, soziales Gift, aqua toffana, wie es kaum gebraut de in den Tagen Voltaire's und der encyclopaͤdischen Got⸗ ugner. Das Gift wird diejenigen toͤdten, welche es der
Glaube und
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in ihr glorreich die Freiheit, der heilige
Griechenland.
Die Allgemeine Zeitung berichtet in einem Schreiben Ancona vom 20. Nov.: „Wir haben mit den letzten aus jechenland angekommenen Schiffen Nachrichten, welche bis 9. Nev. gehen. Die Griechischen Seeleute sowohl als Briefe isich zwar mit vieler Zuruͤckhaltung, doch gehen von diesen letz⸗ Neinige mit der Sprache freier heraus, unter anderen der Brief g vor kurzem in Athen etablirten Kaufmanns vom 7. Nov., der er Anderem dieses enthaͤlt: „„Wie es bei uns geht?““ Vor⸗
sener und die Aussicht in die Zukunft besser gewesen!“”“ — üro die Andern. Im Laufe des Oktobers hatte man einmalwaͤhrend Tagen keine Drachme in den oͤffentlichen Kassen, und ohne gus Bayern angekommenen Wechsel im Betrage von zwei ionen Drachmen waͤre man schon damals am Ende gewesen.
ewegung im Innern des Festlandes, schreibt man aus Die Ru⸗
rer Spitze, und Niemand denkt mehr daran, sie mit Gewalt bekämpfen. Sie fordern ihre Rechte und eine National⸗ sammlung. Im Peloponnes giebt es Versammlungen in
so stehen hier die Primaten an der i2 sammeln ihre Anhaͤnger und ruͤsten sich, um fuͤr den fall bereit zu seyn. Sie stehen mit den Rumelioten in
¹Vorrvaͤter
Versammlung berufen, und dieser Rechnung uͤber die Ver⸗ wendung der zwei ersten Drittheile des Anlehens und der vom Lande eingegangenen Gelder sey abgelegt worden. In Folge da⸗ von verbreiten sich die duͤstersten Geruͤüchte, welche die Thaͤtigkeit der Regierung noch mehr hemmen. Dem Koͤnige, sagt man, sey die Lage der Dinge bis jetzt nur theilweise bekannt gewesen; doch sey endlich die Wahrheit wenigstens theilweise zu ihm ge⸗ drungen, und nach einer heftigen Scene mit dem Grafen Ar⸗ mansperg habe er diesem befohlen, Herrn Kolletti zuruͤckzuberu⸗ fen. Dies ist heute das allgemeine Geruͤcht in der Stadt, und der Eindruck, den es macht, ist ein freudiger. Es ist unmoͤglich, daß es so fortgehen kann, wie es bisher gegangen. Die Regentschaft hat von vorn herein ihre Aufgabe verfehlt, und wer daran zweifelt, braucht nur das Buch des Hrn. v. Maurer uͤber das Griechische Volk zu lesen, das noch wie eine Bombe in unsern Gaͤhrungs⸗ stoff gefallen ist und Niemanden rechtfertigt, als das arme Gra⸗ chenland, am wenigsten aber ihn selbst, denn die Maßregeln, zu denen er sich dort bekannte, und die das regentschaftliche Sy⸗ stem gleich von vorn herein bezeichneten, sind es gerade, welche diese bittern Fruͤchte tragen, vorzuͤglich die mit der National Ver⸗ sammlung, der Nationalmiliz und mit der Kirche. Diese letztere steht jetzt an Feindseligkeit jener nichts nach. Die Behandlung des Bischofs von Karystes, der von der Synode in Bezug auf die gegen ihn erhobene Anklage freigesprochen, aber von der Polizei gehindert wurde, Athen zu verlassen, bis er erfuhr, daß die Intrigue gegen ihn durchgefuͤhrt, und er einen Nach⸗ folger in der Person des Peter Michael Apostolidis aus Kreta erhalten hatte, habe dem Klerus die Augen geoͤffnet, und er sehe mit Schrecken, daß er nach der neuen Synodal⸗Oronung, die jetzt ihre Kraft entfaltet, gleich den uͤbrigen Staäͤnden der Na⸗ tion, ohne Recht, ohne Schutz, ohne politische Gewaͤhrschaften gegen die Staatsgewalt ist, sobald diese, sey es nach eigener Lei⸗ denschaft, oder als Instrument fremder Leidenschaft, gegen ihn verfahren wollte, wie ihr gutduͤnke. Sie kennen doch die Pro⸗ testation des Praͤlaten gegen jenes willkuͤrliche Verfahren, an den Koͤnig selbst gerichtet? Ich habe nichts Staͤrkeres, nichts Schla⸗ genderes gelesen, als jenes Manifest, denn so muß man sie nennen, gegen gewaltthaͤtige Unterdruͤckung der Kirche, auch ist nichts geschehen oder gethan worden, was das Ansehen und die Macht der Regierung so erschuͤttert haͤtte, als diese trostlose Ge⸗ schichte.*) Uebrigens ist das Schicksal von Griechenland einer endlichen Loͤsung wohl naͤher, als man glauben sollte, zumal Se. Majestaͤt der Koͤnig von Bayern zu uns auf dem Wege ist und mit den Absichten der drei Maͤchte und den Gesinnungen der Nation hier zusam nentreffen wird.““ —
Merxiko.
Nach New⸗Yorker Blaͤttern vom 4. November wollte man in Veracruz am 20. September zuverlaͤssig wissen, daß auf den bestimmten Befehl der Regierung zur Unterdruͤckung der Insurrection in Texas nicht allein der Brigadier Cos, Ober⸗
Befehlshaber der oͤstlichen Gegenden, aufgebrochen sey und sein
Hauptquartier in Monterrey in Texas mit 1500 Mann zu Fuß und 500 Mann leichter Reiterei gehabt, sondern daß auch der Oberst Ugartecha, welcher mit 300 Mann Fußvolk und 250
Reitern in Bexar war, Befehl erhalten, auf San Felipe vor⸗
zuruͤcken, wohin auch die in Bexar und Matagorda zusammen⸗ gebrachten Magazine geschafft werden sollten. Zwei armirte Schooner waren von Tampico nach der Kuͤste von Texas abge⸗ segelt, und in Veracruz wurde eine Brigg zu demselben Zweck ausgrruͤster. Cos hatte Vorschrifr von ver Regierrung in Mexiko, wo noͤthig, die Indianer zum Beistande herbeizurufen und ihnen 2 oder 300,000 Acres Land an der Ost⸗Graͤnze der Kolonie zu versprechen, um sie damit zu locken. Schon hatten Kommissa⸗ rien die Cumanchos⸗Staͤmme am Rio Brapo del Norte besucht und mit einigen Haͤuptern derselben einen Vertrag abgeschlossen. Große Kriegs⸗ und Mund⸗Vorraͤthe waren seit einigen Wochen
von Matamoras, Tampico und Veracruz nach Matagorda ver⸗
schifft worden.
Schon ein Brief aus Mexiko vom 18. August in den New ⸗Yorker Zeitungen meldete ein Gefecht zwischen den Truppen Santana's und denen von Texas, worin Erstere mit einem Verlust von 400 Mann sich zuruͤckziehen mußten. Merk⸗ wuͤrdig ist eine Volksversammlung, die, jenem Briefe zufolge, in Nacogdoches gehalten wurde. Die unmittelbare ÜUrsache, welche diese Versammlung veranlaßte, heißt es, sey der unum⸗ wundene Versuch des Meyxikanischen Diktators, durch feile Krie⸗ gerhorden und Emissarien die Bevoͤlkerung von Texas zur An⸗
nahme seiner ehrgeizigen Plaͤne vorzubereiten, und, wenn List
und Ueberredungskuͤnste nichts mehr vermoͤchten, mit dem Schwert in der Hand zu zwingen; allein die ausgeworfenen Netze des ver⸗ kappten Despoten fielen auf eine Bevoͤlkerung, welche der Mehr⸗ heit nach aus Buͤrgern der freien Vereinigten Staaten be⸗ stehe, deren Unabhaͤngigkeitsliebe ein theures Geschenk ihrer sey und auch jetzt die ungeschwaͤchte Triebfeder ihrer politischen und buͤrgerlichen Grundsaͤtze bleiben James Broadshaw wurde zum Vorsitzer und W. C. Die Verhandlungen begannen
aller solle. . Logan zum Secretair ernannt.
Mitglieder zu einer unerschrockenen, freigesinnten, ernsten Be⸗ rathung der vorliegenden Gegenstaͤnde aufforderte. Hierauf er⸗ folgten nach einer einleitenden Erklaͤrung uͤber die Gleichheit aller Menschenrechte nachstehende Beschluͤsse: „I) Wir sind von der Mexikanischen Regierung eingeladen worden, Buͤrger dersel⸗ ben zu werden und eidlich uns zu verpflichten, die Foͤderal⸗ Constitution von Coahuila und Texas zu unterstuͤtzen. Wir ha⸗ ben dies gethan, und in dieser Pflicht wollen wir auch unver⸗ aͤnderlich beharren. 2) Die Einkerkerung unseres ersten Staats⸗ Beamten (Austin), die Verhaftung der Mitglieder unserer Ge⸗ setzgebung durch Truppen der Regierung und der Einfall einer Föͤderativ⸗Armee in das Gebiet von Texas, deren Bestimmung man geheim haͤlt, betrachten wir als Anzeichen einer Tyrannei, die der Freiheit gefaͤhrlich und eine Verletzung der Grundsaͤtze
kanischen Staates zu werden. 3) Wir haben kein constitution⸗ 1 nelles Oberhaupt der Staats⸗Regierung. Ein militairischer Chef (Santana), der eine Gewalt sich anmaßt, von der die Constitution nichts weiß, tritt unser freies Wahlrecht mit Fuͤßen und sucht uns zu einer sklavischen Unterwuͤrfigkeit herabzuwuͤrdigen. 4) Un⸗ sere Mitbuͤrger sind Jahre lang, ohne Prozeß, im voͤlligen Wi⸗ derspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen der Constitution in gefaͤnglicher Verwahrung gehalten worden. 5) Wir sehen jeden Bewohner der Provinz Texas, welcher bei einem feindseligen Ueberfall des Landes das Gebiet desselben feigherzig verlaͤßt, fuͤr unwuͤrdig an, das Buͤrgerrecht fernerhin zu genießen und Land⸗ eigenthuͤmer im Staate zu seyn. 6) Wir wollen unseren Bruͤdern,
*) Dem Einsender ist jene Protestation schon fruͤher zugekom⸗ men, doch trug er Bedenkken, sie zur Verdͤffentlichung einzuschicken.
ist, nach welchen man uns aufgefordert hat, Buͤrger des Mexi⸗
die in den entfernteren Theilen von Texas dem Einfall und An⸗
griff der Truppen des Diktators ausgesetzt seyn sollten, mit Gut und Blut Beistand leisten. .
stehen, ob wir willkuͤrlicher Macht oder dem Kriege uns unter⸗ werfen sollen, so ist unser Entschluß gefaßt: wir werden in der Vertheidigung unserer Freiheit und Rechte einen Kampf auf Tod und Leben beginnen, darin siegen oder sterben. 8) Despotis⸗ mus und Monarchieen sind mit den Grundsaͤtzen, womit wir ieben und sterben wollen, unvereinbar, und aus diesen Gruͤn⸗ den erklaͤren wir uns als entschiedene und unversoͤhnli⸗ che Gegner aller derer, welche eine solche Regierungs⸗ form, gleichviel unter welchen Vorwaͤnden oder unter wel⸗ cher Gestalt, in der Provinz Texas einzufuͤhren trachten. 9) Auf Verlangen endlich verschiedener Distrikte, daß ein Gene⸗
gegenwaͤrtige und zukuͤnftige politische Lage des Landes in Bera⸗ thung zu ziehen, wie auch in Folge der an uns ergangenen Zu⸗ muthung, die projektirte Central⸗Regierung der Freunde des Dik⸗ tators zu genehmigen und derselben beizutreten, empfehlen wir die Errichtung eines General⸗Konvents, welcher diese Angelegen⸗
heiten in Erwaͤgung nehmen und daruͤber entscheiden soll. Außer
diesen Resolutionen wurde noch ein anderer Beschluß abgefaßt und angenommen, welcher sich auf die Proclamationen eines ge⸗ wissen Thompson bezieht, in welchen er den Bewohnern von Texas befiehlt, sich nicht in Miliz⸗Compagnieen zu organisiren, wie es die polititischen und republikanischen Chefs des Landes zur Si⸗ cherheit und Vertheidigung desselben ins Werk zu setzen suchten. Eine dritte Resolution druͤckt das Mißfallen der Versammlung uͤber John A. Williams aus, welcher die Buͤrger der Provinz Texas, auf eine heimliche Weise, bei der Foͤderativ⸗Regierung in ein verdaͤchtiges Licht gestellt habe. Der vierte und letzte Beschluß bestimmt den Bezirk von Austin als den schicklichsten Platz fuͤr die Zusammenberufung des dekretirten General⸗Konvents.
Privat⸗Briefe aus New⸗Orleans melden, daß der Ame⸗ rikanische Schooner „San Felipe“, welcher den Mexikanischen Zoll⸗Kutter „Correo“ genommen und nach New⸗Orleans auf⸗ gebracht, am 10. Oktober wieder nach Braxoria in Texas ab⸗
genommen zu haben. Er hatte seine fruͤhere Ausruͤstung be⸗ traͤchtlich verstaͤrkt und scheint entschlossen, den Schmuggel⸗Krieg auf eigene Rechnung fortzusezten.
Fmw las b b.
Berlin, 4. Dezember. maͤrkischen Landarmen⸗Wesens pro 1834 ist nach dem kuͤrzlich
publizirten Jahresberichte, der sich an den Bericht fuͤr 1833
(siehe Nr. 348 der St. Z. v. v. J.) anschließt, Folgendes zu melden: In dem Landarmenhause zu Strausberg sind zu
befanden, im verflossenen Jahre 943 hinzugetreten. sammtzahl belief sich also auf 1373. Von diesen sind 32 gestorben, 12 entwichen, 23 als Auslaͤnder uͤber die Graͤnze gewiesen, 758
bracht, und 24 nach anderen Anstalten translocirt worden; in Summa 871. lich 310 Maͤnner, 60 Weiber und 132 Kinder. —
v. J. 158 und in dem dortigen Provinzial⸗Invalidenhause 194 Personen. — Was endlich die Land⸗Irren⸗Anstalt zu Neu⸗ Ruppin betrifft, so sind zu den am Jahresschluß 1833 in der⸗
und 23 abgegangen, wonach die Gesammtzahl sich am 1. Januar 1835 auf 134 stellt. — Die Unterhaltungs⸗Kosten fuͤr Verpfle⸗ gung und Bekleidung, mit Einschluß der allgemeinen Verwal⸗ tungs⸗Ausgaben, betrugen in Strausberg 25,498 Rthlr., in Wittstock 9709 und in Neu⸗Ruppin etwa 9535 Rthlr., uͤber⸗ haupt also 44,742 Rthlr., das ist 785 Rthlr. weniger als im Jahre 1833. — Der Vermoͤgens⸗Zustand des Kurmaͤrkischen Landarmen⸗Fonds belief sich am 1. Jan. d. J. auf 18,849 Rthlr. 17 Sgr. 3 Pf., also auf 5366 Rthlr. 28 Sgr. mehr als am 1. Januar 1834.
— Man schreibt aus Neuß unterm 28sten v. M.: „Un⸗ sere Stadt gewaͤhrt seit einigen Tagen einen ungewoͤhnlich leben⸗ digen Anblick. Die oft besprochenen Arbeiten zur Schiffbar⸗ machung der Erft zwischen hier und dem Rheine haben nun⸗ mehr begonnen, und schon sind mehr als 200 Menschen daran in taͤglicher ununterbrochener Beschaͤftigung. Von der milden Herbstwitterung beguͤnstigt, schreiten die Arbeiten sichtbar vor⸗ waͤrts. Wird nun, wie es heißt, die Zahl der Werksleute naͤch⸗ stens wenigstens verdoppelt, so laͤßt sich mit Gewißheit anneh⸗ men, daß das ganze wichtige Unternehmen bald zum Ziele ge⸗ foͤrdert, und bereits um die Mitte des kuͤnftigen Jahres voll⸗ endet seyn werde. Sodann wird sich unser Handel der so lange Sea Vortheile einer vollkommenen Schifffahrt zu erfreuen
aben.“
7) Wir betrachten zwar den Krieg an sich als eine furchtbare Geißel, und werden auch alle unsere Kraͤfte aufbieten, Frieden zu erhalten; wird aber die Frage ent.
1“ 8.
gesegelt sey, beladen mit Waaren, Gewehren und Munition, ohne Papiere von dem Mexikanischen Konsul in New⸗Orleans
Ueber die Verwaltung des Kur⸗
den 430 Personen, die sich am Jahresschlusse 1833 in demselben Die Ge⸗
nach ihren Angehoͤrigkeits⸗Orten entlassen, 22 in Dienst unterge⸗
selben befindlich gewesenen 130 Geisteskranken 27 hinzugetreten
z4
——
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
— — EEEe“““ — — 337,61“ Par. Quellwärme 7,6 °R. + 33 ° R. Flußwarme 2,0 ° R.
+, 26° R. 02 91 pCe. Bodenwaͤrme 3,2 ° R. trübe.
1835. 3. Dezember.
bees e,. 8 ueer,
Lusftdruck. 335,79“ Par. 337,11" Par. Lustwärme. †+. 3,9 ° R.+. 7,0 °R. Thaupunkt.. †. 1,5 °R. + 4,2 ° R. Dunstsättig. 81 vCt. 79 pCt. Wetter halbheiter. heiter. 8 W. Wolkenzug 8 — W. Tagesmittel: 336,84“ Par.ü.
+ 47° R... † 2,8 ° R... 84 pCt.
Berliner Börse.
Den 4. Dezember 1835.
Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zettel.
Pr. Cour. Pr. GCour. — Brief. Geld.
Ausdünstung 0,061“ Rh. Niederschlag 0,050 Rh.
8 8 Bricf.] Geld.
St.-Schuld-Sch. 101 I 102 ¾ Pr. Engl. Obl. 30. 99 ½ PrämSch. d. Sech. 60 l
Kurm. Obl. m. l. C. 101 G Nm. Int. Sch. do. 100 3% [Rückst. C. und Z.
Berl. Stadt-Obl. 101 Sch. d. K. u. N. Königsb. do. 6 1 Elbinger do. Gold al marco
Danz. do. in Th. Neue Duk. 18 l Westpr. Pfandbr. Friedrichsd'or 13 ⅞
Pomm. do. 10⁴ ½ Kur- u. Neum. do.
Schlesische do.
8 Ostpr. Pfandbr. 4 4 4 4
101 ½ —
88 ½ 215 ¾
87 ½
214⁄¾4
(Anmerk. der Allg. Ztg)
13 ½ Grossh. Pos. do. Disconto 3 4 2.
8
ral⸗Konvent in Texas zusammenberufen werden moͤchte, um die
Es blieben also am 1. Januar 1835 im Hause 502, näm⸗ In dem Landarmenhause zu Wittstock befanden sich am Schliusse des