1835 / 338 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

V Stuart bei ihrer Durchreise das Buͤrgerrecht er⸗

ilt.

Der unter dem Namen „der Schaͤfer von Ettrick“ bekannte Schottische Dichter James Hogg ist kuͤrzlich im 59sten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen.

Der zum Statthalter von Ober Kanada ernannte Sir Fran⸗ cis Head hat sich auch in der literarischen Welt durch seine un⸗ ter dem Titel; Bubbles of the brunnens bekannte humoristische Reise einen Namen gemacht.

Der angebliche Plan der Regierung, den Besitzern von fremdem Weizen, wovon 5 Millionen Quarters in London unter Koͤnigs Schloß liegen, die Vermahlung dieses Getraides und die Ausfuhr desselben in Gestalt von Mehl oder Schiffszwieback zu gestatten, damit das darin steckende Kapital anders angelegt, Muͤllern und Baͤckern Vereienst verschafft und der Handel mit diesen Artikeln nach New⸗Foundland kuͤnftig dem Mutterlande selbst zugewendet werden koͤnne, sfindet von Seiten der Korn⸗ Faktoren großen Widerstand, indem diese behaupten, daß es ganz unmoͤglich seyn wuͤrde, in London einen Verkauf von Schiffs⸗ zwieback zur Ausfuhr zu bewirken, weil dieser Artikel in Ham⸗ burg nese zu kaufen sey.

us Porto vom 30. Oktober schreibt man: „Der Prior von Montserrat, Don Francisco Pedro de Aranza, ist mit wich⸗ tigen Papieren, die er bei sich fuͤhrte, in Viana ergriffen wor⸗ den; es ergab sich, daß er Personen dazu verleiten sollle, sich einer Miggeliscischen Guerilla, die an einem nicht benannten Orte stand, anzuschließen. Heute fruͤh sind 120 Mann dorthin abmarschirt.“ Die Times macht darauf aufmerksam, daß fast alle Ma⸗ drider Zeituygen jetzt heftige Ausfaͤlle gegen die Franzoͤsische Re⸗ gierung enthielten, worin derselben das heimliche Bestreben Schuld gegeben wird, die populaire Wendung der Dinge im Koͤnigreiche zu hintertreiben.

16 Auch die Morning Chroniele widerspricht der Behaup⸗ tung Franzoͤsischer Blaͤtter, daß England gegenwaͤrtig mit Spa⸗ nien uͤber die Abtretung der Balearischen Inseln unterhandle.

Dergleichen Unterhandlungen, sagt die Chronicle, haͤtten niemals stattgesunden, denn England habe schon mehr Kolonieen, als es bbvrrauche, und moͤge keine neue Erwerbungen, die ihm eher eine Last, als ein Vortheil seyn wuͤrden; waͤre England aber wirklich ehrgeizig genug, um nach den Balearischen Inseln zu trachten, so wuͤrde es in keinem Fall den jetzigen Zeitpunkt, wo Spanien in einem Kampfe fuͤr eine freie Verfassung begriffen sey, dazu gewaͤhlt haben.

Amtlichen Angaben aus Quebek zufolge, waren in diesem

Jahre dort bis zum 19. Okt. 1067 Schiffe mit 11,394 Ansied⸗ lern angekommen; im vorigen Jahre betrug die Zahl der Letzte⸗ ren um dieselbe Zeit 18,781 mehr.

8 Den letzten Zeitungen aus Jamaika zufolge, war dort das Geruͤcht im Umlauf, daß der Statthalter sich anschicke, die Inhnsel zu verlassen. Es hatte in der letzten Zeit dort zwar ge⸗ reegnet, doch hoffte man kaum, daß dies fuͤr die Aerndte noch

von großem Nutzen seyn wuͤrde.

Aus Lima sind Nachrichten vom 21. Juli hier eingegan⸗

ggen, die aͤußerst traurig lauten; Alles war noch in der groͤßten

Unordnung, die Geschaͤfte lagen gaͤnzlich danieder, und die Land⸗ straßen waren mit Raͤuberbanden bedeckt. Die Einwohner er⸗ warteten taͤglich eine Armee von 6000 Mann unter dem Befehl des Praͤsidenten von Bolivien, General Santa⸗Cruz, um den General Salaberry, der in der Umgegend von Lima stand, an⸗ zugreifen. Salaberry wird als ein blutduͤrstiger Tyrann geschil⸗ dert, der kaum einen Tag ohne Mord verleben koͤnne. Er hatte eine Armee von 3000 Mann, die gut besoldet war und sich durch treffliche Disziplin auszeichnete. Ehe er Lima aufgaͤbe, hatte er erklaͤrt, wolle er jedes Haus daselbst bis auf den Grund nieder⸗ brennen. Man sah einer Krisis entgegen. Salaberry war Praͤ⸗ sident in Lima, Obrogoso in Arequipa und Gamarra in Cuzco und Punto, so daß es drei Praͤsidenten gab, ohne einen Kongreß.

Niederlande.

Amsterdam, 30. Nov. Folgendes ist die (kuͤrzlich er⸗ waͤhnte) Petition von 42 Friesischen und Groͤningschen Schiffern gegen das Korngesetz: Edelmoͤgende Herren! Wir Unterzeichneten, Schiffer und Faͤhrleute, die wir fuͤr uns und unsere Familien den Unterhalt mit unsern Koffen, Smakken, Tjalken u. s. w. verdienen muͤssen, wenden uns an Ew. Edelmoͤgenden mit Fle⸗ hen und Bitten, daß Sie uns vor dem Untergange bewahren moͤgen, der uns bedroht, sobald das vorgelegte Gesetz uͤber die Getreide⸗Einfuhr von Ew. Edelmoͤgenden angenommen werden sollte. Unsere Schiffe, meistentheils in Friesland und Groͤ⸗ ningen erbaut, sichern uns, sobald der Kornhandel bluͤht, unser Auskommen; fruͤherhin gingen wir mit Salz nach der Ostsee, doch seit langer Zeit schon ist dieser Handelszweig eingegangen; wir brachten ganze Ladungen Haͤringe, Dachpfannen, Taback und viele andere Artikel dorthin; jetzt noch koͤnnen, ungeachtet Emdener und Hamburger Haͤring, schon bevor unsere Buisen in See sind, in der Ostsee fuͤr Hollaͤndischen Haͤring verkauft wird, die Ausklarirungslisten beweisen, daß alljaͤhrlich viele Guͤter von uns nach den verschiedenen Haͤfen der Ostsee ausgefuͤhrt werden; wir begnuͤgen uns dabei mit mäaͤßigen Frachten, weil wir auf gute Ruͤckfracht von Korn, Saat, Hanf, Pottasche u. s. w. hof⸗ fen. Sollte nun das neue Getraide⸗Gesetz durchgehen, so ist fuͤr uns nichts als Elend zu erwarten. Wir flehen zu Ew. Edelm., geben sie nicht den Todesstoß dem thaͤtigen Seemann, der keine Gefahr scheut, und der, wenn Noth an Mann tritt, sich stets als einen braven Gesellen (Jan Maat) erweisen wird. Wie Viele von uns haben das nicht schon bewiesen! Und sollte das der Lohn seyn, daß des Landes Regierung uns die Mittel unserer Existenz nimmt? Nein, edelmoͤgende Herren, wir koͤnnen, wir moͤgen das nicht glauben. Schon in diesem Jahre haben ir die Folgen eines bedruͤckten Zustandes des Getraide⸗Handels empfunden, und wie soll es erst dann werden, wenn die Hoff⸗ nung auf eine bessere Zukunft uns geraubt ist? Der Gott der Niederlande lenke Ihre Herzen zur Verwerfung eines Geesetzes, welches die Schifffahrt, dieses Kleinod unsers lieben Vaterlandes, zu vernichten droht.“

Belgien.

Bruͤssel, 29. Nov. Gestern haben die Revpräͤsentanten, nachdem der Finanz⸗Minister darin nachgegeben hatte, beschlossen, daß der Einfuhrzoll auf auslaͤndisches Vieh vom Gewicht, und icht pr. Haupt oder nach dem Werth, bestimmt werden solle; lsdann aber mit 37 gegen 35 Stimmen diesen Zoll fuͤr Pferde uf 15 Fr. das Stuͤck (statt 50, wie es der Minister verlangt

hatte), so wie auf 5 Fr. fuͤr ein Fuͤllen festgese3t.

1 Dainemark. . Kopenhagen, 29. Nov. In der Sitzung der Staͤnde om 23sten d. M. wurde die Diskussion uͤber den von dem Zustizrath Salicath gemachten Antrag zu einer Petition wegen einer neuen Gesetzgebung in Bezug auf den Diebstahl beendet.

*

Darauf trug der Prokurator Rye mehrere auf die Branntwein⸗ brennereien bezuͤgliche Antraͤge vor, welche nebst anderen in die⸗ sen Gegenstand einschlagenden Petitionen an ein aus 5 Mitglie⸗ dern bestehendes Comité verwiesen wurden, und nachdem dann der Amtmann Tiltisch als Berichterstatter mehrerer Ausschuͤsse verschiedene in Auftrag der Versammlung abgefaßte Gutachten uͤber gesetzliche, auf die Faroͤer⸗Inseln bezuͤgliche Verordnungen verlesen hatte, wurde die Sitzung geschlosser.

Aus Toͤnning und Friedrichstadt wird berichtet, daß der Sturm in der Nacht vom 18. auf den 19. November, in Folge dessen das Wasser mit reißender Schnelle anwuchs, nicht unbedeutenden Schaden angerichtet und leider auch einer Anzahl Menschen das Leben gekostet hat. Namentlich haben die im vo⸗ rigen Sommer an den Eider⸗Deichen gemachten Arbeiten sehr gelitten, und bei Delve scheint sogar ein Durchbruch erfolgt zu

8

Deut 1 ch land. . 1“

Hannover, 2. Dez. Die heute ausgegebene Nummer der Gesetzsammlung enthaͤlt nachstehende Publication des Bundes⸗ beschlusses vom 5. v. M., betreffend das Verbot der Akten⸗Ver⸗ schickungen in Polizei⸗ und Kriminal⸗Sachen: „Wilhelm der Vierte ꝛc. Nachdem in der 27sten diesjaͤhrigen Sitzung der Deutschen Bundes⸗Versammlung zu Frankfurt a. M. am 5. No⸗ vember a. c. der Beschluß gefaßt worden ist, daß in denjenigen Bundes⸗Staaten, in denen die Verschickung der Akten in Poli⸗ zei- und Kriminal⸗Sachen an Fakultaͤten und Schoͤppenstuͤhle der⸗ malen noch gestattet ist, diese Verschickung der Akten, es sey an Deutsche oder auslaͤndische Universitaͤten, spaͤtestens von dem 1. Januar 1837 aufhoͤren solle; so wird dieser Bundesbeschluß hiedurch nach Maßgabe des zweiten Paragraphen des Staats⸗ Grundgesetzes Unseres Koͤnigreichs Hannover zur oͤffentlichen Kunde gebracht. Hannover, den 30. November 1835.“

Ebersdorf, 30. Nov. In der Nacht vom 13ten auf den I4ten d. M. verheerte eine Feuersbrunst das gewerbsame Staͤdt⸗ chen Hirschberg an der Saale im Reußischen. Das Feuer brach Nachts halb eilf Uhr in dem Hintergebaͤude eines am Markte gelegenen Hauses aus und griff mit solcher Schnelligkeit nach allen Seiten um sich, daß binnen wenig Stunden außer der Kirche, demmn Rathhause und der Knabenschule 49 Wohnhaͤuser und 23 Scheunen in Asche lagen. Se. Duarchlaucht der regie⸗ rende Fuͤrst war in unglaublich kurzer Zeit von Ebersdorf her⸗ beigeeilt, um persoͤnlich zum Loͤschen des Feuers mitzuwirken, und unter seiner Leitung gelang es, mit Huͤlfe der zahireich her⸗ beigekommenen Bewohner der umliegenden Ortschaften, gegen Morgen der weiteren Verbreitung des Brandes Einhalt zu thun. Der geringste Theil der abgebrannten Gebaͤude war versichert und die Noth der verarmten Einwohner wird durch die unge⸗ woͤhnlich strenge Jahreszeit vergroͤßert.

Hamburg, 3. Dez. (Boͤrsenhalle.) Da in oͤffent⸗ lichen Blaͤttern mehrfach die Rede von einem Hamburger Schiffe gewesen ist, welches von einem Spanischen Dampfschiffe genom⸗ men seyn sollte, weil es Waffen fuͤr die Karlisten am Bord ge⸗ habt, so geben wir hier zur Berichtigung folgende Mittheilung des Herrn P. H. Mohrmann, Rheder des hiesigen Schiffes „Pomona“: „Mein Jachtschiff „Pomona“, Capitain T. Va⸗ lentin, ist gestern mit einer Ladung Kastanien von Bilbao, von wo es am 22. v. M. abging, hier angekommen. Dieses Schiff segelte im Oktober von hier mit LKadung nach Jersey, kam dort am 19. desselben Monats an, loͤschte daselbst seine Ladung und ging dann in Ballast nach Bilbao. Am 11. Novbr. ward die „Pomona“ von 2 Spanischen Kanonier⸗Schaluppen angehalten, aber nach kurzer Untersuchung von denselben wieder freigegeben. Am folgenden Tage ward sie abermals angehalten und zwar von dem unter Span. Flagge fahrenden Dampfschiffe „Isabellall,“ dessen Befehlshaber dem Capitain Valentin sagte, er habe schon laͤnger nach ihm gekreuzt, indem es ihm wohl bekannt sey, daß er Waf⸗ fen fuͤr die Karlisten am Bord habe. Alle Gegenvorstellungen,

alle Bitten des Capitain Valentin, ihn fahren zu lassen, da er

die groͤßte Eile habe, halfen zu nichts und das Hamburger Schiff „Pomana“ ward von dem Dampfschiff „Isabella II.“ nach St. Andero aufgebracht. Nach 3taͤgigem Aufenthalt ward freilich die „Pomona“ wieder freigegeben und von demselben Dampf⸗ schiffe nach Bilbao gefuͤhrt. Capitain Valentin hat indessen nicht versäumt, gehoͤrigen Protest zu machen, und ich muß nun sehen, ob die Spanische Regierung mir den Schaden, der sich gar nicht berechnen laͤßt, aber fuͤr den Gegenstand der Reise sehr be⸗ deutend ist, ersetzen wird.“ 8 ““

Schweiz.

Basel, 28. Nov. Die hiesige Zeitung läaͤßt sich uͤber

die Aargauischen Angelegenheiten folgendermaßen vernehmen: „Der Aargauischen Regierung mag vielleicht ein großartiger und des Kampfes wuͤrdiger Zweck vorschweben, naͤmlich, die abhaͤnden gekommenen Rechte des Staates gegenuͤber der katholischen Kir⸗ che und den der Regierung gebuͤhrenden Einfluß auf den Un⸗ terricht in dem Umfange, wie die Deutschen Regierungen solches uͤben, sich wiederum zu vindiziren. Dieser Zweck, den wir nur bil⸗ ligen koͤnnen, ist noch klar festgehalten und ausgesprochen in den Ba⸗ dener und Luzerner Konferenz⸗Artikeln. Allein anstatt nun diesen großen Zweck ruhig und umsichtig durchzufuͤhren, faͤngt sie mit der katholischen Kirche uͤber lauter untergeordnete Dinge muth⸗ willigen Zank an, ergreift kleine Maßregeln, die, wenn die Regierung auch das volle Recht dabei haͤtte und des Sieges gewiß waͤre, unklug sind, weil sie zu keinem Resultate fuͤh⸗ ren, als die katholische Geistlichkeit zu erbittern und zu rei⸗ zen, ohne sie zu besiegen. Eine solche zrvecklose Zaͤnkerei war die den Geistlichen gebotene Verlesung der Großraͤthl. Procla⸗ mation; denn was ist doch fuͤr die rechtmaͤßige Stellung des Staates gegenuͤber der Kirche dadurch gewonnen worden? Ueberdies war die Regierung hierbei voͤllig im Unrecht, denn Groß⸗ und Kleinraͤthliche Proclamationen zu verlesen, ist Sache des weltlichen Beamten oder des Buͤttels, aber nicht des Kirchendieners, gehoͤrt auf's Rathhaus oder den Markt, nicht auf die Kanzel, und der Priester ist bloß zu dem ver⸗ pflichtet, was seines Amtes ist. Mehr Recht hat die Aar⸗ gauische Regierung in der juͤngsten Forderung des Staats⸗Eides und der Verweigerung des geistlichen Vorbehalts, indem dieser Vorbehalt durch die in der Verfassung ausgesprochene Garantie der katholischen Glaubens⸗Freiheit uͤberfluͤssig gemacht ist. Allein eine ganz andere Frage, als die der Berechtigung, ist die der Klugheit und Zweckmaͤßigkeit; und daran haͤtte die Aargauische Regierung doch wohl auch denken sollen! War es der Muͤhe werth, war es klug und zweckmaͤßig, wegen eines Vorbehaltes, der im Grunde schon in dem Schwure eines bloß verfassungs⸗ maͤßigen Gehorsams liegt, einen Buͤrgerkrieg anzufangen; Ba⸗ taillone und Batterieen aufzubieten; die Ruhe eines ganzen Kantons zu stoͤren, und die religioͤse Empfindlichkeit eines kraͤftigen Volks⸗ stammes aufs tiefste zu kraͤnken? Ist der möͤgliche, aber immer⸗

hin zweifelhafte Sieg dieser großen Anstrengungen werth? Oder

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hat uͤberhaupt die Aargauische Regierung sich nur klar vorge⸗ stellt, was sie erreichen und ersiegen wollte? Wir zweifeln sehr.

katholischen Geistlichken

luͤcklichsten Fall den Schwur der dhn. - S. 8 Garanti

ohne Vorbehalt, wobei aber derselben immer noch die der katholischen Glaubensfreiheit in vieldeutiger Ruͤckhalt blieb. gauische Regierung den Schwur an, lichkeit des Kantons zu sichten, und eine Gelegenheit

ten, sich der widerspenstigen Geistlichen zu entledigen. Gut

Sie soll auch hierin stegen, sie soll, indem sie die Gefuͤhle der an Gemeinden mit Bataillonen nieder⸗ eidweigernde Geistlichen abzusetzen und fortzuschicken; hat sie wohl auch schon daran gedacht, wie die besetzen? Jeder andere Stand ist mit Stand der katholischen Geistlich⸗ so leidenschaftlichen Regierung sein Schicksal anvertrauen wollen? Die Aargauische

ihren Geistlichen haͤngenden tritt, es dahin bringen, alle

leeren Stellen wieder zu Kandidaten uͤberfuͤllt, nur der nd de keit hat Mangel daran, und wer wird einer

Regierung moͤge es einmal bis zu diesem Siege treiben, so wir

sie finden, daß die groͤßere Verlegenheit fuͤr sie nun erst beginnt.

Wenn die Aargauische Regierung solche politische Fehler un Thorheiten begeht, so ist dies zur Noth noch erklaͤrlich, daß Regierungen, welche außerhalb des Kreises dieser

sen „Plapparten⸗Krieg“,

nicht zu traurig waͤre. Rath zur Klugheit und rung von Seiten kluger Nachbarn verdient. Instructionen nicht, welche der Vorort den eidgenoͤssischen praͤsentanten gegeben, wir hoffen aber, er 1 Art seyn, Buͤrgerkrieg zu verhindern und die Aargauische

Wir kennen di

doch zwecklosen und verderblichen Forderung eines Staatseides von Seiten der katholischen Priester

verschlägt, zu gestatten.“

* Spanien.

Cortes⸗Verhandlungen. Proceres⸗Kammer. Siß zung vom 17. Nov. In dieser Sitzung fand die Wahl der 4 Secretaire statt, welche auf den Marquis von Miraflores, ig Grafen von Sastago, den Marquis von Espeja und den G⸗ fen von Monterron fiel. Es wurde sodann die Kommission e

Redaction des Adreß⸗Entwurfs ernannt; sie besteht aus folgen⸗

den 9 Mitgliedern: den Marquis von Santa⸗Cruz und Quin⸗ tana, dem Herzoge von Gor, den Bischoͤfen von Cordova und Posada, dem Herzoge von Osuna und den Proceres Balanzat

und Alava. Am Schluß der Sitzung stattete noch der Herzog von Rivas uͤber die Verlegung der Proceres⸗Kammer aus dem

Palast del Buen⸗Retiro nach dem der Donna Maria von Ara⸗ gonien Bericht ab.

Prokuradoren⸗Kammer. Sitzung vom 17. Nov. Nach einigen Debatten uͤber die Eidesleistung wurde zur Pra⸗ sidenten⸗Wahl geschritten, und Herr Isturiz, der interimistische Praͤsident der Kammer, erhielt wieder die meisten Stimmen, naͤmlich 88 unter 134; naͤchst ihm hatten die meisten Stimmen Don Antonio Gonzalez, der Marquis von Someruelos, Hent Ochoa und Herr Ferrer, unter welchen fuͤnf Kandidaten die Kö⸗ nigin die Wahl zu treffen hat.

Prokuradoren⸗Kammer. Sitzung vom 18. Nou Es wurde der Kammer angezeigt, das Ihre Maj. die Kön⸗he unter den ihr vorgeschlagenen Kandidaten Herrn Isturiz zum Praͤsidenten und Herrn Antonio Gonzalez zum Vice⸗Praͤsedenten der Kammer erwaͤhlt habe. Herr Isturiz dankte darauf, wieß gewoͤhnlich, in einer kurzen Anrede fuͤr die Gunst, mit der s ihn beehrt habe. Die von der Kammer ernannten Secretairt, Herr Onis, Herr Polo y Monge, Herr Cortes und Herr Mong tes, nahmen ihre Sitze ein. Um 1 Uhr trat Herr Mendizabal in großer Gala in den Saal. Der Minister der Justiz und der Gna⸗ den verlas einen Gesetz⸗Entwurf uͤber die Fideikommiß⸗Guͤter, und nach der Vorlegung dieses Projekts zeigte Herr Martin de los Heros der Kammer an, daß die Koͤnigin die Publizirung des Munizi⸗ pal⸗Gesetzes erlaubt habe. Der Praͤsident bes Minister⸗Raths bestieg sodann die Rednerbuͤhne, um den umfangsreichen Wahl⸗ Gesetz⸗Entwurf zu verlesen. Er erklaͤrte, daß die mit der Ne daction dieses Entwurfs beauftragte Kommission sich nicht hae verstaͤndigen koͤnnen. Drei Kommissarien, worunter Herr Alag Galiano, hatten sich fuͤr die direkte oder einfache Wahl aug sprochen; die beiden anderen Kommissarien, namentlich Herr latrava, wollten die indirekte oder dreifache Wahl. Demnl vverlas Herr Onis, Secretair der Kammer, die Namen der N glieder der mit der Redaction der Antwort⸗Adresse auf die Thta⸗ Rede beauftragten Kommission; es sind die Herren Augus Arguelles, Alcala Galiano, Fleix, Ferrer, Marquis von Egj. nardo, Acuno, Firmin Caballero, Cano Manuel und Puche. Madrid, 21. Nov. Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt foha den Artikel uͤber dasjenige, was den gegenwaͤrtig versammele außerordentlichen Cortes, außer dem Wahlgesetze, noch vorgele werden soll: „Mehrere Personen haben, nach dem Inhalte ( Thron⸗Rede, geglaubt, daß den gegenwaͤrtigen Cortes eine grmf Zahl in der That vortrefflicher Gesetz⸗Entwuͤrfe vorgelegt te den sollte, deren Diskussion jedoch die Einberufung der neu Cortes verzoͤgern wuͤrde, welche, im Einverstaͤndniß mit der ⸗n niglichen Gewalt, das Koͤnigliche Statut revidiren und die st zweckmaͤßig befundenen Modificationen damit vornehmen sol Uebelwollende haben nicht unterlassen, diese Gelegenheit zu nutzen, um das Ministerium in den Verdacht zu bringen, wollte es die Einberufung dieser Cortes durch Verlaͤngerung! so eben eroͤffneten Session hinausschieben. Die folgenden h trachtungen werden indeß Jedermann von der Wahrheit zeugen, daß die Regierung Ihrer Majestaͤt, welche 1 als irgend Jemand dabei interessirt ist, ihre Vas chungen zu halten, nicht anders handeln durfte. 1) Repraͤsentativ⸗ Regierung ist unmoͤglich ohne Wahl’⸗ setz, ohne Freiheit der Presse, ohne Verantwortlichkeit der ster, und diese drei schon an und fuͤr sich sehr nothwendigen 90 werden dies noch mehr durch die Umstaͤnde. 2) Die Reguralh. will, ohne eine neue Anleihe zu machen, und ohne die Abg⸗ zu erhoͤhen, alle gewoͤhnliche und außerordentliche Ausgah⸗ welche durch ihre Anstrengungen zur Beendigung des Bnln krieges nothwendig werden duͤrften, bestreiten, ihre besteha⸗ Verpflichtungen erfuͤllen und den oͤffentlichen Kredit verbess Waͤre es aber moͤglich, diesen Entschluß auszufuͤhren, wenn den Cortes die in der Thron⸗Rede angefuͤhrten Gesetz⸗Entw uͤber die Staats⸗Oekonomie vorgelegt wuͤrden? Ein Votuns Vertrauens in beiden Kammern wuͤrde allerdings das Mi rium in den Stand setzen, jene wichtigen Maßregeln san auszufuͤhren, wobei seine Handlungen bestaͤndig der Kontre 81 kuͤnftigen Cortes unterworfen blieben; aber wie soll es dies

der Verfassung als eben so Vielleicht aber ordnete die Aar⸗ um die katholische Geist⸗ zu erhal⸗

Aber ferei stehen, wie die Zuͤricherische, auch mitziehen koͤnnen in die⸗ der muthwilligerweise in einen „Kap⸗ peler⸗Krieg“ verwandelt wird, dies waͤre laͤcherlich, wenn es Nicht Beistand, sondern wohlmeinenden Maͤßigung haͤtre die Aargauische Regie⸗

Re⸗ sie werden vermittelnder Re⸗

gierung zu vermoͤgen, von ihrer, wenn auch nicht unberechtigten, unbedingten abzustehen,

und denselben den Vorhehalt, der den Rechten des Staases nichts

ach den Gesinnungen, Vürllzegeben, in noch nicht eanunter den

* Vertrauens erhalten, wenn es nicht durch Vorlegung genannten wichtigen Gesetze vorlaͤufig eine Garantie fuͤr

t. pperationen bieret?“ e lle Koͤnigin hat das Palais der Infanten Don Carlos son Sebastian zu Aranjuez fuͤr das Koͤnigliche Waisen⸗ t der Union bestimmt. Der erste von Ihrer Majestät ze Zoͤgling desselben ist die achtjaͤhrige Tochter des Con⸗ z oer Diligence von Bonavente nach Santiago, Manuel ¹ , der am 17. Oktober von dem Karlisten Lopez getödtet

n Koͤnigliches Dekret vom 19. November befiehlt, in Ma⸗ er Umgegend ein Institut fuͤr Bauwesen und Berg⸗ erri . eGranden von Spanien haben sich, wie nunmehr die Hof⸗ g offiziell anzeigt, erboten, 5000 Soldaten auszuruͤsten. Malaga hat der Handelsstand am 13ten d. M. eine ption fuͤr die außerordentliche Bewaffnung eroͤffnet, die dwogf des Vormitiags schon 300,000 Realen ketrug. Barbastr. ist, in Folge einer gegen die Moͤnche gerichtet d hen Volksbewegung, das Kloster geschlossen worden. die hiesige Hof⸗Zeitung giebt ein (bereits unter London tes) Danksagungsschreiben des Kanonikus Riego, Bru⸗ hes rehabilitirten General Riego, an die Koͤnigin, worin t, nachdem er fuͤr die lebhafte Sympathie und den Ge⸗ keitssinn, den Ihre Majestaͤt zu Gunsten des Andenkens Generals und seiner Familie kundgegeben, innigst gedankt, h erkluͤrt, daß ihm seine Gesinnungen nicht erlaubten, in e aegenwaͤrtigen Augenblick nach Spanien zuruͤckzukehren. Achtung“, sagt er, „welche ich dem Andenken meines ers schuldig bin, der als Opfer seiner Hingebung fuͤr das seines Vaterlandes starb, und meine Grundsaͤtze, welche ie seinigen sind, gestatten es mir nicht, eine Gunst anzu⸗ n, welche, so großmuͤthig sie auch ist und so sehr sie mich in meinem Ungluͤcke troͤsten kann, nicht von der Nation ausgeht und meinem Bruder nicht als eine Handlung der evon Seiten der Nation, sondern nur als das persoͤnliche aak des edlen Herzens Eurer Majestaͤt dargeboten worden.“ das Eco del Comercio, ein Oppositionsblatt, enthaͤlt de Betrachtungen uͤber die Ernennung der Secretaire der radoren⸗Kammer, welche in der Sitzung vom AqFten statt⸗ „Die ehemalige ministerielle Partei hat nicht gesiegt, aber das Terrain ziemlich streitig gemacht, und sie hat bewiesen, se kompakt genug ist, um sich bei dem geringsten Schwan⸗ der Kammer den Erfolg zu sichern. Es ist zwar nur Einer Landidaten ernannt worden, die drei anderen aber haben Süimmen davongetragen, und es braucht nur durch einige mmende oder abwesende Mitglieder eine geringe Veraͤnde⸗ un dem Stande der beiden entgegengesetzten Ansichten her⸗ gracht zu werden, so kann beider Staͤrke sich ziemlich gleich⸗ n. Diese Betrachtung darf denen nicht entgehen, die den perrungen haben, und die mit dem jetzigen Kabiner am mei⸗ im Einklange stehen.“ 1 Im Espanol liest man: „Die Nachrichten von der Nord⸗ ee lauten nicht guͤnstig. Der Truppenmarsch nach Arago⸗ ist wichtiger, als man anfangs glaubte. Es handelt sich

lich um nichts Geringeres, als in Aragonien und Catalonien

Bewegung fuͤr Don Carlos hervorzubringen, wodurch der rakter des Krieges ein ganz anderer werden wuͤrde. Ohne re Leser heunruhigen zu wollen, glauben wir doch, ihnen an⸗ n zu muͤssen, daß die Sache der Freiheit sich in Gefahr be⸗ t, waͤhrend wir uns dem Vertrauen und der Freude uͤberlas⸗ Warum wird die Garnison von Madrid, welches durch Entracht und den Patriotismus seiner Bewohner hinreichend gert ist, nicht nach Aragonien gesandt, wo die Gefahr im⸗ ernster wird?“ Das Journal des Deébats enthaͤlt folgendes Schrei⸗ aus Madrid vom 21. November: „Die Kommission, che mit Entwerfung der Adresse zur Beantwortung der Thron⸗ de baauftragt ist, vereinigt die widersprechendsten Meinungen. er Zusammensetzung nach, gehoͤrt sie offenbar dem Fortschritte aber da die gemaͤßigten Mitglieder nicht die Majoritaͤt bil⸗ so ist es vorherzusehen, daß sich die Kommission schwerlich er den Entwurf zu der Adresse verstaͤndigen und vielleicht der immer einen doppelten Entwurf vorlegen wird, die sich dann rbeide aussprechen muß. Die beiden Prokuradoren, welche gemaäͤßigtsten Ansichten haben, sind die Herren Fleix und scgardo. Bis jetzt ist die Maäjoritaͤt in der Prokuradoren⸗ umer noch nicht deutlich hervorgetreten. Der von den ehe⸗ igen Ministeriellen fuͤr die Praͤsidenten⸗Wuͤrde aufgestellte Kan⸗ atistvon Herrn Isturiz nur mit wenigen Stimmen besiegt worden. an erwartete, Herrn Firmin Caballero zum Secretair der pkuradoren⸗Kammer ernannt zu sehen. Eine Art von eigen⸗ niger Vorliebe hat die ersten Versuche der Majoritaͤt ausge⸗ chnet. In der Proceres⸗Kammer ist die Nichterwaͤhlung des erzogs von Rivas zum Secretair dieser Kammer bezeichnend. edermann weiß, daß der Herzog sich durch seine Liebe zu dem iystem des Fortschrittes auszeichnet. Das Ministerium hat die sichngkeit einer Protestation gegen diese Handlung der Majo⸗ aät der Proceres eingesehen und den Herzog von Rivas zum ice⸗Praͤsidenten dieser Kammer ernannt. Doch haben diese Fersuche, welche jede Partei zur Erproͤbung ihrer Staͤrke macht, kei⸗ sweges einen so heftigen Charakter, daß sie die Regierung noͤthigen llten, zu so wichtigen Maßregeln zu schreiten, wie die Aufloͤsung der Prokuradoren, Kammer oder die Ernennung einer gewissen An⸗ [Proceres, um die Majoritaͤt zu erlangen; obgleich Uebelge⸗ nte sich in der Verbreitung solcher Geruͤchte zu gefallen schei⸗

n. Die Meinungen muͤssen sich erst voͤllig gesondert haben,

he das Ministerium eine bestimmte Partei ergreift. Die Pro⸗ radoren⸗Kammer ist noch bei weitem nicht vollzaͤhlig. Man aubt allgemein, daß die noch zu erwartenden Mitglieder sich Gemaͤßigten anschließen werden. In der Adresse muß noth⸗

undig eine Darlegung der Prinzipien gegeben werden, und in

Diskussion uͤber diesen Gegenstand werden die verschiedenen sichten besser hervortreten. Daher erwartet das Publikum mit

in so groͤßerer Ungeduld die ersten Resultate der Session.

n der Erwartung, daß diese Session eine bestimmtere hysiognomie annehmen werde, will das Ministerium zahlreiche ersonal⸗Veraͤnderungen vornehmen. Im Kriegs⸗Ministerium trscht fortwaͤhrend die groͤßte Thaͤtigkeit. Man glaubt, daß die sich in den meisten Provinzen kund⸗ bicht drei Monaten mehr als 60,000 Mann Waffen seyn werden. Mit Ungeduld erwartet man

hc Mitwirkung der Portugiesischen Truppen, auf die bekannt⸗ n. einen Courier mit einem Schreiben an die junge Koͤni⸗ . nach Lissabon gesandt, worin er sein Vertrauen auf das Ein⸗ G en der Huͤlfs⸗Truppen fuͤr die Sache ten entschieden ausspricht. gion von Seiten der denfalls

Herr Mendizabal so hohen Werth legt. Er hat ganz vor

der Koͤnigin von Spa⸗ 8 192 Interven⸗ Vortugiesischen Regierung wuͤrde hier je⸗ einen uͤblen Eindruck machen. Einige Umstaͤnde haben

EmMas.

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uͤbrigens hier die Meinung verbreitet, daß nach dem Wieder⸗ zusammentreten der Portugiesischen Cortes das Palmellasche Mi⸗ nisterium gestuͤrzt werden wuͤrde. Die Verhaͤltnisse des Pre⸗ mier⸗Ministers zu den Botschaftern Englands und Frankreichs sind fortwaͤhrend sehr freundschaftlicher Art.“

Konstantinopel, 6. Nov. Die Tuͤrkische Zeitung Tek⸗ wimi Wekaji vom ten Redscheb (5. November) enthaͤlt fol⸗ gende Artikel: 1b

„Nachdem im Schatten Sr. Hoheit die Angelegenheiten Skodras (Skutarr's) ein gluͤckliches Ende erreicht haben, ist der Kapudani Derja, Tahir Pascha, am 4ten dieses Monats mit einem Theil der Großherrlichen Flotie nach dem Weißen (Alba⸗ nischen) Meere abgesegelt, um suͤr die nothwendig gewordene stärkere Befestigung einiger Großherrlichen Festungen an den Kuͤsten Albaniens zu sorgen und daruͤber zu wachen, daß die im Weißen Meere liegenden Inseln gut verwaltet und sowohl die Ruhe als die Wohlfahrt ihrer Bewohner auf das strengste bewahrt werden. Das Großherrliche See⸗Arsenal wird bis zu seiner Ruͤckkehr unter der Leitung des nunmehr zur Wuͤrde ei⸗ nes Feriks der Großherrlichen Marine⸗Truppen erhobenen Na⸗ mik Pascha stehen, welcher an dem genannten Tage mit dem erforderlichen Ehrenkleide investirt worden ist.“

„Nachdem Hussein Pascha, Beilerbei von Tunis, mit Tode abgegangen, und die Magnaten dieses Ejalets (wie bereits fruͤ⸗ her gemeldet) die Genehmigung ihrer Wahl des Mustafa Bei (als seines Nachfolgers) durch den zu diesem Zwecke abgeordne⸗ ten Schakir Bei von Seiner Hoheit erfleht wie denn auch Mustafa Bei selbst deshalb schriftlich eingekommen so hat Se. Ho⸗ heit, in Erwaͤgung, daß der erwaͤhnte Magnat ein gerechter, wackerer und zur Verwaltung tuͤchtiger Staatsdiener ist, dem⸗ selben Gnade uͤber Gnade zu beweisen geruht. Es ist ihm außer der Wuͤrde eines Beilerbet von Tunis auch die eines Ferik Diwisions⸗Generals) der Groͤßherrlichen Linien⸗Truppen zuer⸗ kannt worden, und hat derselbe in Folge dessen die Decoration, welche der Ferik Wuͤrde zukommt, einen mit Diamanten besetzten Ehrensaͤbet, ein Harwan und ein Diplom empfangen. Der oben⸗ genannte Schaker Bei ist Miralai (Oberst) bei den Großherr⸗ lichen Linien-Truppen, und Mustafa Bei, der Schwieger⸗ sohn des Pascha's, Kaimakam (Oberst⸗Lieutenant) geworden. Den ꝛc. Schakir Bei begleiten auf seiner Ruͤckkehr 100 Mann aus dem Großherrlichen See⸗Arsenale, die in der Festung (Tu⸗ nis?) beschaͤftigt werden sollen. Auch sind von Seiten Sr. Hoh. Ermahnungen (an den Beilerbei) ergangen, daß er, der ihm be⸗ wiesenen Gnade dankbar eingedenk, fuͤr die Ruhe und Wohlfahrt der Voͤlker in seinem Ejalet eifrig und unablaͤssig Sorge trage.“

„Dem gnaͤdigsten Willen Sr. Hoheit gemäaͤß hat der Muͤte⸗ sellim des Sandschalks Nikoboli (Nikopolis), Arif Aga, in der gleichnamigen Festung zehn Magazine erbauen lassen, die 20,000 Kil Aegyptischen Weizens fassen koͤnnen. Das aus Rumili an⸗ gelangte Journal (eine Art Amtsblatt) setzt uns davon in Kennt⸗

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niß, daß der Bau schon am Anfang des diesjaͤhrigen Rebi Ela⸗

cher gluͤcklich vollendet worden ist.“

„In der Nacht des 2lsten Rebi Elewwil, um Uhr, sahen die Bewohner des Fleckens Biramidsch am suͤdlichen Him⸗ mel (woͤrtlich: an der Kibla⸗Seite) eine lichte Kugel schweben, deren Glanz an Staͤrke dem des Mondes glich und deren Farbe ins Gruͤne *) spielte. Dieses Phaͤnomen erhielt sich drei Mi⸗ nuten lang in den Luͤften und sank dann auf das Monument einer heiligen Frau hinab, welches eine Stunde von Biramidsch entfernt liegt.“”) u 88

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 4. Nov. Die Evening Post enthäͤlt fol⸗ gende Notiz, die bei dem jetzt uͤber die Emancipation der Skla⸗

ven angeregten Streite zwischen den noͤrdlichen und suͤdlichen

Staaten nicht ohne Interesse ist: „Es mag nicht Vielen be⸗ kannt seyn, daß Benjamin Franklin nicht nur ein eifriger Gegner

der Sklaverei, sondern selbst Praͤsident einer Gesellschaft war,

die sich im Jahre 1778 oder 1779 in Philadelphia bildete und sich „„Pennsplvanische Gesellschaft für die Abschaffung der Skla⸗ verei und die Befreiung der Neger, die auf ungesetzliche Weise in Fesseln gehalten werden““, nannte. Gegen Ende des Jahres 1789 erließ Franklin im Namen der Gesellschaft einen Aufruf an das Volk, worin er die Sklaverei „„eine abscheuliche Ernie⸗ drigung der menschlichen Natur““ nennt und es als eine heilige Pflicht bezeichnet, so viel als moöͤglich zur Emancipation der Ne⸗ ger beizutragen. Seine letzte oͤffentliche Handlung war, daß er, als Praͤsident der Gesellschaft, eine Bittschrift dersel⸗ ben an den Kongreß unterzeichnete, worin digser wurde, alle ihm durch die Constitution verliehene Mücht auf die Vernichtung des Menschen⸗Handels zu verwenden. Diese Bitt⸗ schrift gab zu heftigen Debatten Anlaß, indem mehrere Redner der suͤdlichen Staaten sich zu Gunsten der Sklaverei erklaͤrten. Die Rede eines Repraͤsentanten von Georgien, Namens Jackson, veranlaßte Franklin zu einer Parodie, worin er alle in jener Rede fuͤr die Sklaverei der Neger aufgestellte Argumente dazu anwendete, um die Jagd auf Europaͤer und die Sklaverei der⸗ selben zu rechtfertigen.“

In Washington hat sich eine Amerikanische historische Ge⸗ sellschaft gebildet, deren Zweck es ist, Alles, was sich auf die Naturgeschichte, die buͤrgerliche, literarische und Kirchen⸗Geschichte Amerika's und besonders der Vereinigten Staaten bezieht, zu heanesa und aufzubewahren. Sie wird vierteljaͤhrliche Sengen

alten. Die methodistischen Bischoͤfe haben einen Hirtenbrief er⸗ lassen, worin sie die Prediger und die Mitglieder ihrer Kirche ermahnen, sich nicht mit den Abolitionisten einzulassen.

Suͤd⸗Amerika. 1111“

Das Mißvpergnuͤgen uͤber die Douanengesetze des Kongres⸗

ses von Bogota erreichte im Anfange dieses Jahres in den zwei Provinzen des Isthmus von Panama, welche zu der Re⸗ publik von Neu⸗Granada gehoͤren, einen so hohen Grad, daß man in Bogota befuͤrchtete, sie wuͤrden sich entweder fuͤr unab⸗ haͤngig erklaͤren, was der allgemeine Wunsch in der Provinz Panama war, oder zu der Republik Central⸗Amerika schlagen, wozu die allgemeine Stimmung in der Provinz Veragua sich neigte. Der Kongreß hat daher einige Maßregeln genom⸗ men, diese Provinzen etwas mehr als bisher zu beguͤnstigen, und namentlich einige Haͤfen der Provinz Veragua zu oͤffnen, welche bis dahin gar keinen dem fremden Handel offenen Falen besaß und daher ihre Ausfuhr und Einfuhr uͤber Panama oder uͤber die Haͤfen der Republik Central⸗Amerika bewerkstelligen mußte. er Kongreß hat durch ein Dekret vom 9. Juni an dem Flusse Conception einen Hafen fuͤr Aus⸗ und Einfuhr errichtet und die Hafen von Montijo im

*) Gruͤn ist bekanntlich die Farbe des Propheten.

8 b

wo der Weihhischof und Dom⸗Probst Freiherr

ersucht

Distrikt von Santiago und von Bocachica im Distrikt von Alanje zu Ausfuhr⸗Haͤfen erklaͤrt. Eben so hat der Kongreß die Aus⸗ fuhr der Perlmutter aus den Inseln des Stillen Meeres erlaubt, welches Produkt bisher wegen des Ausfuhr⸗Verbots unbenutzt liegen blieb. Uebrigens tragen auch diese Dekrete den Charakter einer unnoͤthigen Einmischung in alle Handels⸗Geschaͤfte, welcher die Douanen⸗Gesetze aller Suͤd⸗Amerikanischen Freistaaten, be⸗ sonders aber die von Neu⸗Granaa auszeichnet. Die Unterschei⸗ dung der Haͤfen in Ausfuhr⸗ und Einfuhr⸗Haͤfen als ob die eine ohne die andere stattfinden koͤnnte! die Vervielfaͤltigung der Visitationen der Schiffe, der Paͤsse und Ausfuhr⸗Scheine, welche die Gouverneure der Provinz zu geben haben, und die Masse von legalen Papieren, welche erfordert werden und vor jeder Operation an die Central⸗Behoͤrden der Provinz geschickt werden muͤssen, scheinen nur berechnet, den offiziell erlaubten Ver⸗ kehr zu verhindern, oder den Douanen⸗Beamten

u Erpressungen zu geben.

a. 1

1“

Berlin, 5. Dez. In Koͤln fand am 1sten d. M die Wahl eines Oberhauptes fuͤr das seit dem Tode des Grafen Spiegel zum Desenberg und Canstein erledigte Erzbisthum Koͤln start. Die Mitglieder des Metropolitan⸗Dom⸗Kapitels versam⸗ melten sich des Morgens im Kapitel⸗Saale, um den Herrn Ober⸗Praͤsidenten der Rheim Provinz, von Bodelschwingh, wel⸗ cher von des Koͤnigs Majestaͤt zu Allerhoͤchstihrem Bevollmaͤch⸗ tigten bei der Wahl ernannt worden war, zu erwarten. Der⸗ selbe langte gegen 9 Uhr Morgens an, wurde von zwei Dom⸗ herren an den Pfoyten der Kirche empfangen und in den Ka⸗ pitel Saal geleitet, wo er die von Sr. Majestaͤt ihm verliehene Vollmacht dem Kapitel uͤberreichte. Letzteres begab sich hierauf mit dem Herrn Bevollmaͤchtigten in den Chor der Dom-Kirche, . von Beyer das Hochamt hielt, dem die gesammte Pfarr⸗Geistlichkett der Stadt beiwohnte. Nach Vollendung desselben verließ der Herr Bevollmaͤchtigte die Kirche und verfuͤgte sich zur Probstei. Hiernaͤchst ging im Kapitel⸗Saale auf herkoͤmmliche Weise die Wahl vor sich, deren Resultat sofort dem Herrn Be⸗ vollmaͤchtigten mitgetheilt wurde und von ihm das landesherrliche Placet erhielt. Der Herr Bevollmaͤchtigte kehrte jetzt in den Kapitel⸗Saal zuruͤck und begab sich aufs neue mit demn Kapitel in den Chor der Domkirche, wo gegen 12 Uhr der Dom Kapi⸗ tular und Praͤses des Erzbischoͤflichen Priester⸗Seminars, Dr. Weitz, der Geistlichkeit und dem Volke das Ergebniß der Waͤhl

und Deutscher Sprache verkuͤndigte. Danach ist der Freiherr Clemens August Droste zu Vischeringz, Bischof von Calamata und Weihbischof zu Muͤnster, einstimmig zum Erzbischof fuͤr die Erz⸗Didͤzese Koͤln erwaͤhlt worden. Nach⸗ bem dieses Resultat verkuͤndigt worden, stimmte der Weihbischof Freiherr von Beyer unter dem Gelaͤute aller Glocken das Te Deum landamuns an, womit die Feierlichkeit schloß. Man schreibt aus Posen vom 3ten d. M.: „Die hiesigen Justiz⸗Beamten gaben gestern ein großes Festmahl zu Ehren der saͤmmtlichen Militair⸗ und Verwaltungs⸗Behoͤrden, die ihnen vor 5 Monaten bei Einfuͤhrung der neuen Gerichts⸗ Behoͤrden in dieser Stadt freundlichst entgegen gekommen waren. Es nahmen mehr als 200 Personen daran Theil; ein seltener Frohsinn belebte die Gesellschaft und das Baund der Eintracht, welches hier alle Verhaͤltnisse beherrscht, wurde in groͤßern Krei⸗ sen geschlungen. Der erste Toast wurde dem Wohle Sr. Ma⸗ jestaͤt des Koͤnigs dargebracht, zugleich in dankbarer Anerkennung der neuen Wohlthat, welche der Provinz durch die Allerhoͤchste Bewilligung einer verbesserten Gerichts⸗Verfassung zu Theil ge⸗ worden ist.“

Aus einer Bekanntmachung des Vereins, der sich in Koͤnigsberg in Pr. zur Abhuͤlfe des Nothstandes in der Pro⸗ vinz Ost⸗Preußen und Litthauen gebildet hatte, ergiebt sich, daß die Gesammtsumme derjenigen milden Gaben, die dem Vereine, in Folge seines am 16. Maͤrz d. J. erlassenen oͤffentlichen Auf⸗ rufs zugegangen sind, 16,491 Rthlr. betragen hat. In einer dem Berichte angehaͤngten Nachweisung werden die einzelnen Summen, so wie die Quellen, aus denen sie hergeflossen, aufge⸗ fuͤhrt, und zugleich die Geber unterrichtet, welchen Gebrauch der Verem von den ihm anvertrauten Gaben gemacht hat. Die reichsten Spenden sind aus der Rhein⸗Provinz und namentlich aus dem R. B. Duͤsseldorf eingegangen. Der Verein hatte sich die Aufgabe gesetzt, die successive eingehenden Gelder den einzelnen Huͤlfs⸗Vereinen in der Provinz nach Maß⸗ gabe des motivirten Beduͤrfnisses zu uͤberweisen. Letzte⸗ res ist geschehen, und sind auf diese Weise allmaͤlig die Ausgaben gemacht worden, die der jetzt vorliegende Nach⸗ weis zusammenstellt. Die Huͤlfs⸗Vereine haben die ihnen be⸗ williglen Summen den Mitgliedern ihrer resp. Bezirke, und zwar den brodlosen, aber arbeitsfähigen Leuten im Wege der Arbeits⸗Vermittelung, den arbeitsunfaͤhigen Greisen, Wittwen und Kindern durch unmittelbare Verabreichung angekaufter Nah⸗ rungsmittel, und endlich den von dem vorjaͤhrigen Mißwachs betroffenen kleinen Ackerwirthen durch eine ganz oder theilweise unentgeltliche Ueberweisung von Saat⸗Getraide und Saat⸗Kar⸗ toffeln zugehen lassen. Zwar sind die milden Gaben nicht uͤberall zeitig und, bei der ersten Noth, auch nicht reich⸗ lich genug eingetroffen, um den Genuß ungesunder Nah⸗ rungsmirtel zu verhuͤten; indeß hat sich doch nirgends der Fall ereignet, daß ein Bewohner der bedraͤngten Kreise wirklich Hungers gestorben waͤre, wohl aber ist durch die Zu⸗ sammenwirkung mit den uͤbrigen gleichzeitig in Anwendung ge⸗ kommenen Huͤlfsmitteln eine große Menge der an Entkraͤftung Erkrankten wieder genesen, indeß die Aecker der Verarmten neu bestellt werden konnten. Der Verein schließt seinen Bericht mit folgenden Worten: „So viel an uns war, haben wir nicht ver⸗ saäumt, die uns anvertrauten Gaben nach bestem Wissen und Gewissen zu verwenden, und heute stellen wir den hochverehrten Gebern in allen Provinzen die ganze Fuͤlle des Dankes und der Segenswuͤnsche getreulich zu, die dem Vereine von den Gepfleg⸗

Maße der Herzensguͤte und Froͤhlichkeit, mit welcher er spen⸗ dete.

Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitung berichtet aus Ko⸗ blenz vom 30. Nov.: „Seit 1815, wo die Woͤlfe heerdenweise hier und in der Umgegend erschienen, weiß man sich nicht zu erinnern, so viele dieser Raubthiere gesehen und sie in einer sol⸗ chen Naͤhe der Stadt bemerkt zu haben, als in diesem Jahre In der Nacht vom 25sten zum 26sten brachen Woͤlfe in den, ganz nahe bei Wallersheim gelegenen, den hiesigen Metzgern zu⸗ gehoͤrenden Schafpferch, toͤdteten 9, zerrissen 7 und fraßen 1 Schaf auf. Gewiß wuͤrde die ganze Heerde, bei Abwesenheit des Schaͤfers, der seinen Pferch an jenem Ort außer Gefahr gestellt zu haben glaubte, eine Beute geworden seyn, wenn die

Woͤlfe nicht durch die Wachsamkeit der, einem daneben

ten fuͤr alle Helfer in der Noth zugeflossen jedem nach dem