1835 / 339 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Wenn die eine Art

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lohnt, so kann er es mit einer anderen versuchen. Ist das Ge⸗ traide zu wohlfeil, so mag er sich auf die Viehzucht legen; und wir sind nicht die Ersten, die ihr Erstaunen daruͤber ausdruͤcken, daß viele Distrikte unseres Landes nicht laͤngst aus Getraide⸗ in Weide Land verwandelt worden sind, dar doch verhaͤltnißmaͤßig das Brod weit mehr im Preise gesunken ist, als das Fleisch. Man hat immer gesagt, daß eine natuͤrliche und wichtige Folge von einer Aufhebung der Korn⸗Gesetze die groͤßere Verbreitung der Vieh⸗ zucht und ein groͤßerer Verbrauch von Fleisch seyn wuͤrde, ent⸗ sprechend dem der dann zu erwartenden Verminderung des Ge⸗ traide⸗ Anbaus. Was waͤre aber wohl gegen eine solche Veräͤn⸗ derung einzuwenden? Ein Fallen der Fleischpreise und der. dar⸗ aus folgende ausgedehntere Genuß von Fleisch unter den arbei⸗ renden Klassen Großbritaniens wuͤrden wir fuͤr eine der groͤßten und heilsamsten Verbesserungen zu Gunsten unserer aͤrmeren Landsleute ansehen. Dadurch wuͤrde auch der Preis des Weizens in emer angemessenen Hoͤhe gehalten werden, und das beste Getraide⸗Land dem Ackerbau verbleiben.

kan sagt uns aber, die Gutsherren koͤnnten den Grundzins nicht diktiren, und sie koͤnnten nie mehr fuͤr ihr Land bekommen, als es werth sey. Das ist aber eine arge Taͤuschung. Bei wei⸗

tem der groͤßere Theil der Landguͤter in Großbritanien wird lange

Jahre hindurch von derselben Familie in Pacht behalten; die

Raͤumung einer Pacht ist fuͤr den Paͤchter immer mit einem so

bedeutenden Verlust an Kapital und mit so viel anderem Unge⸗

mmach verbunden, daß der Gutsherr seine Bedingungen fast ganz nach seinem Belieben stellen kann, und, ausgenommen in Faͤt⸗ len, wo ein Stuͤck Land noch gar nicht besetzt und dem

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neuen Ankoͤmmling offen ist, wird es immer, wenn der Gutsherr habsuͤchtig ist, unter Bedingungen, auf die das Sin⸗ ken der Getraide⸗Preise nur geringen, wo uͤberhaupt ixgend einen Einfluß hat, so lange verpachtet bleiben, bis das Kapital des Paͤchters ganz versiegt ist und er zahlungsunfaͤhig wird. Es ist wohl wahr, daß der Grundzins im ganzen Lande gesunken ist, aber es fragt sich nur, ob in dem Maße, daß der Paͤchter sich

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jetzt so gut steht, wie vor 30 Jahren?

nicht seinen vollen Antheil an dem aus dem Fallen der Preise

entspringenden Verlust getragen hat, so bleibt der Paͤchter immer

8 iin einem gedruͤckten Zustande, dem noch abgeholfen werden muß. Wir sind weit entfernt, die Leiden einer Klasse, welche am wesentlichsten zu der Groͤße unserer Nation beitraͤgt, und von der

das Gemeinwesen genaͤhrt wird, ohne Mitgefuͤhl zu betrachten,

aber wir glauben nicht, daß, wenn der vom Auslande eingefuͤhrte

Weizen mit dem im Inlande erzeugten in Konkurenz kaͤme, die Preise des letzteren bestaͤndig im Sinken bleiben wuͤrden. Einer unserer Korrespondenten, der sich einen Freund aller Volksklassen

nennt, scheint sogar deshalb die moͤgliche Aufhebung der Korn⸗

9 gesetze zu fuͤrchten, weil eine solche Maßregel die Tendenz habe,

Meinung richtig

ein Steigen der Getraide⸗Preise zu bewirken; wenn diese ist, welchen Grund koͤnnen dann die

Agrikulturisten haben, sich einer fuͤr sie so vortheilhaften

Veraͤnderung zu widersetzen?

nie etwas Schlimmeres begegnen konnte, als die Festsetzung kuͤnst⸗ licher Preise fuͤr den Ertrag des Bodens und die durch eine

gewaltsame Einwirkung der Gesetzgebung hervorgebrachte Stoͤ⸗

rung der natuͤrlichen Verhaͤltnisse zwischen Gutsherrn, Paͤchter und Konsumenten. Die Agrikulturisten muͤssen jetzt sehen, wenn ihnen noch etwas Sehkraft geblieben ist, daß die Korngesetze ihnen nichts weniger als Schutz gewaͤhrt haben.“ Die Koͤnigliche Societaͤt zu Dublin hat den katholischen Erzbischof dieser Stadt, Dr. Murrap, der als Mitglied in die⸗ selbe aufgenommen zu werden wuͤnschte, mit 164 gegen 64 Stim⸗ men abgewiesen. „Dieser Umstand“, sagt der Dubliner Korre⸗ spondent des Morning Herald, „erregt um so groͤßeres Er⸗ staunen, da an dem Priwatleben jenes Mannes nicht der geringste Makel haftet, da man ihn sogar als einen heftigen Anti⸗Repea⸗

Wenn der Gutsherr

Wir fuͤr unser Theil waren von Anfang an der Meinung, das dem Land⸗ Interesse Großbritaniens

ler und als den groͤßten Freund der Vereinigung Irlands mit

Großbritanien kennt, und da noch dazu schon mehrere Katholi⸗ ken Mitglieder jener Societaͤt sind.“ 8

Dieser Tage brach zu Halfield auf dem Landsitze des Mar⸗ auis von Salisbury ein Feuer aus, welches aus Mangel an scheeuniger Huͤtfe so ploͤtzlich um sich griff, daß seine Sijährige Garrin den Too in den Flammen fäns und die uͤbrigen Haus⸗ Bewowner auch nur mit genauer Noth ihr Leben reiten konnten.

Das praͤchtige Wohngebaͤude des Marquis wurde fast ganz in

5 andelt. e verwan. Isch Gestern fand in der Kron⸗ und Anker⸗Taverne eine Ver⸗

Uung der hiesigeen Polnischen Fluͤchtlinge unter dem Vorsitz 8e. Seee statt, der sehr viele Damen beiwohnten, und in welcher sich auch der ehemalige Franzoͤsische Deputirte, Herr Cabet, vernehmen ließ.

2 Die Times berichtet ihre Angabe uͤber den hier unter Koͤnigs Schloß liegenden fremden Weizen dahin, daß dieser Vorrath nicht in 5 Millionen, sondern nur in 500,000 Quarters bestehe. b

1 Sas Linienschiff „Nimrod“ ehagr⸗ w Spanien, sondern, nach Westindien gehen. 2 1 Seae, Koͤnigliche Packet⸗Boot „Linnet“ ist am 27ten v. M. mit Zeitungen und Briefen von Lissabon, von wo es am 22sten absegelte, in Falmouth angekommen. Es bringt die Be⸗

ie es hieß, nach

staͤtigung der schon fruͤher durch den „Stag“ uͤberbrachten An⸗

d ie neue Ministerial⸗Veraͤnderung. (Vergl. den Ar⸗ in Nr. 335 und im heutigen Blatte der St. Z.) Der Marquis von Loulé ist zwar noch nicht offiziell zum Praͤstdenten des Conseils ernannt worden, doch zweifelt man nicht mehr daran, daß ihm Herr Mou⸗ zinho d'Albuquerque, welcher anfangs dazu designirt gewe⸗ ken seyn soll, werde weichen muͤssen. Fast alle Korrespondenten sind der Ansicht, daß die neueste Ministerial⸗Veraͤnderung, wenn auch vielleicht in anderer Beziehung von guten Folgen, doch deshalb zu beklagen sey, weil sie offenbar nur durch die Lissa⸗ boner Garmson herbeigefuͤhrt worden. Die hiesigen Blaͤtter außern sich seizr tadeind uͤber diese Veraͤnderung, namentlich uͤber die Ernennung des Marquis v. Loulé zum Minister der aus⸗

waͤrtigen Angelegenheiten, und uͤber die muthmaßliche Verdraͤngung

n. Mouz nho durch ihi in der Praͤsidentschaft des Consetls, so 6 5 .d des Feinanz⸗Departements an Herrn Campos, in Folge deren man in Lissabon schon von der unpopu⸗ lairen Maßregel einer Einkommensteuer spreche Dem Globe zufolge, wurde der junge Prinz von Sachsen⸗Koburg binnen kur⸗ zem in Lissabon erwartet. Mit dem Paketboot „Linnet“ sind der Brasilianische Gesandte am hiesigen Hofe, Don Manoel An⸗ tonio Galvo, und die Herren J. Gomes de Soaza, J. Shaw

und Levaillant von Lissabon hier angekommen.

An der hiesigen Boͤrse hat die Nachricht, daß Herr Cam⸗ vos zum Portugiesischen Finanz⸗Minister ernannt worden, große Besorgnisse fuͤr den Finanz⸗Zustand Portugals erregt, und die Portugiesischen Fonds erlitten in Folge dessen bedeutende Schwan⸗

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von Erzeugnissen desselben die Muͤhe nicht

kungen, was auch auf den Stand der Spanischen nachtheilig wirkte.

Der Globe giebt Folgendes als den Bestand der Britischen Huͤlfs⸗Legion in Spanien bis zum 16. November an: 5 Bri⸗ gade⸗Generale, 5 Brigade⸗Masors, 41 Feld⸗Offiziere, 94 Capi⸗ taine, 184 Subaltern⸗Offiziere, 67 Offiziere vom Generalstab, 18 Kaderten, 157 Trommelschlaͤger, 422 Sergeanten, 7161 Ge⸗ meine der Infanterie und 653 Kavalleristen.

Im Persischen Meerbusen soll, dem Globe zufolge, die Seeraͤuberei sehr zunehmen, wodurch besonders Arabische, aber auch einige Schiffe unter Britischer Flagge gelitten hatten; als Grund davon giebt man die Entfernung eines Theils der Bri⸗ tischen Seemacht an, die zu der Expedition nach Sokotora ge⸗ braucht wurde.

Nach den letzten Berichten aus Ostindien soll zwischen den Sikhs und Afghanen eine Waffenruhe eingetreten seyn. Einer der ersten Generale von Nepai beabsichtigte, zu seiner Belehrung eine Reise nach England zu machen.

Der Globe erklaͤrt, daß das Geruͤcht von der Ermordung des Herrn Colvin und anderer Englaͤnder in Delhi, welches von Bombay Zeitungen verbreitet worden, durchaus ungegruͤndet sev.

Aus Buenos⸗Ayres gehen die Nachrichten bis zum 9. Sept.; die Communicationen mit Cordova waren noch immer unterbrochen. b

Niederlan d.e.

Aus dem Haag, 1. Dez. Die zweite neralstaaten hat gestern eine Sitzung gehalten, in welcher die Central⸗Section ihren Bericht uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen Bezahlung des vollen Zinsbetrages der Staarsschuld abstattete. Die Discussion uͤber die en Gesetz⸗Entwurf wird morgen eroͤff⸗ net werden, und man ist auf deren Resultat um so mehr ge⸗ spannt, da auch aus dem Bericht der Central⸗Section, wie aus fruͤheren Aeußerungen in den Spezial⸗Sectionen hervorgeht, daß man sich keinesweges bei den Erklärungen der Regierung beru⸗ higen zu koͤnnen glaube. Aus dem Bericht der Central⸗Sectien erhellt insbesondere, daß viele Mitglieder der Kammer Nachricht von der Regierung daruͤber verlangen, auf welche Weise sie die am Ende des Juni 1836 faͤllig werdenden Zinsen zu decken ge⸗ sonnen sey; daß man es mehrfach fuͤr unpolitisch erklaͤrt hat, nur fuͤr den gegenwaͤrtigen Augenblick zu sorgen, ohne sich um den kommenden Tag zu bekuͤmmern; daß man die Aussicht in die Zukunft fuͤr duͤster haͤlt, und daß wenigstens keine Wahr⸗ scheinlichkeit der Annahme des von einem Mitgliede unter Ge⸗ nehmigung der Regierung ausgegangenen Vorschlages vorhanden ist, zum Behuf der Zinsbezahlung der Staatsschuld, ein drittes großes Buch zu eroͤffnen. 1““ 8 89 Belgien. Bruͤssel, 30. Nov. Dem von der Repraͤsentanten⸗Kammer angenommenen Gesetz uͤber die Besteuerung des Schlachtviehes zufolge, beträgt die Einfuhr⸗Abgabe uͤberhaupt 10 Centimen per Kilogramm. Fuͤr Kaͤlber sollen 50 Cent., fuͤr Schafe 5 Fr. und fuͤr Laͤmmer 1 Fr. per Stuͤck bezahlt werden. 8 8

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 27. Nov. Se. Majestaͤt der Koͤnig gaben am 2sten d. M. ein großes Diner, zu welchem auch der uͤrz⸗ lich hier eingetroffene neue Englische Gesandte am hiesigen Hofe, Herr Bligh, gezogen wurde. Vorgestern ist Herr Bligh bereits wieder auf einige Zeit nach England abgereist. 1 1

Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Graf von Wetterstedt, ist noch immer sehr krank, doch soll es sich seit eini⸗ gen Tagen mit seinem Befinden etwas bessern.

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Danemar k. 1I“

Kopenhagen, 30. Nov. Die „Daͤnische Staͤnde⸗Zeitung“ vom 29. November liefert (außer dem im gestrigen Blatte der Staats⸗Zeitung mitgetheilten Berichte uͤber die Sitzung vom 2östen d. M.) den Sohluß dessen, was in der Versammlung uͤber den Handel der Grossirer berathen und beschlossen worden ist. Die Mittheilungen uͤber diese Sache sind deswegen interes⸗ sant, weil man dadurch eine Einsicht in die buͤrgerliche und ge⸗ werbliche Stellung des Kaufmannsstandes und sein Verhaͤltniß zu dem Detailhandel bekommt. In den Bestimmungen des Gesetz⸗Entwurfs und noch mehr in dem Gutachten der Staͤnde ist es vorzuͤglich darauf abgesehen, den Großhaͤndlern oder Grossirern, die sich in einer unguͤnstigen Lage befinden, einige Vortheile auf Kosten der zunftberechtigten Detaillisten einzuraͤumen, ohne deren Ge⸗ rechtsamen jedoch einen wesentlichen Abbruch zu thun. Zugleich spricht das Gutachten den Wunsch aus: „Se. Majestaͤt moͤchten geru⸗ hen, in Allerhoͤchste Erwaͤgung zu ziehen, ob nicht nach Verlauf einer gewissen Zeit eine allgemeine Handelsfreiheit, unter Auf⸗ hebung der jetzt bestehenden Handels unft⸗Einrichtungen, einge⸗ raͤumt und paourch dem Talent eine Gelegenheit eroͤffnet werden koͤnne, sich auf eine passendere Weise zu entwickeln, ohne §8 oder 10 der besten Lebensjahre bei einer so haͤufig den Geist nieder⸗ druͤckenden Arbeit aufzuopfern.“ Der Beschluß, dem Koͤnige die⸗ sen Wunsch vorzulegen, war von der Versammlung mit 60 ge⸗ gen 4 Stimmen gefaßt worden. 1

Deutschland.

Hannover, 3. Dez. Se. Koͤnigl. Hoheit der Herzog von Cumberland wurde gestern Abend bei seinem Erscheinen im Theater mit einem allgemeinen Hurrah empfangen; unmittelbar darauf erscholl aus dem Orchester und von der Buͤhne das „God save the King, in welches die zahlreiche Versammlung einstimmte. 3

Die Prinzen Wilhelm und Carl von Preußen Koͤnigl. Ho⸗ heiten sind heute Nachmittags gegen halb zwei Uhr von Berlin hier eingetroffen und im Fuͤrstenhofe abgestiegen.

Darmstadt, 1. Dez. In unserer zweiten Kammer haben am 20sten v. M. Verhandlungen uͤber die Landes⸗Universitäͤt stattgefunden: Nach dem Ausschuß⸗Berichte erforderte die Uni⸗ versitäͤt fuͤr die Jahre 1833 35, einschließlich des Gymnastums, jäͤhrlich 70,400 Fl., waͤhrend sie nur 31,272 Fl. Einnahme hatte, so daß ein Defizit von 39,128 Fl. vorlag. Die Staats⸗Regie⸗ rung hielt aber noch weitere Ausgaben von 11,600 Fl. im In⸗ teresse der Universitaͤt fuͤr erforderlich, wodurch das Defizit auf 50,728 Fl. stieg, wovon aber 5628 Fl. durch Ruͤckstaͤnde, Erspar⸗ nisse ꝛc. gedeckt waren, und deshalb im Ganzen ein Zuschuß von 45,100 Fl., naͤmlich 38,500 Fl. fuͤr die Universitaͤt und 6600 8 fuͤr das Gymnasium, in Anspruch genommen wurden.

ie Erhöͤhung der bisherigen Dotationen beider Anstalten um 10,614 Fl. wurde dadurch motivirt, daß die Universttaͤt auf ei⸗ nen wuͤrdigen Standpunkt gebracht werden muͤsse, und die For⸗ derung auf dem Landtage 1834 bewilligt. Wiewohl die dabei in Aussicht genommenen Anstellungen an der Universitaͤt noch nicht erfolgt sind, so wurden fuͤr die Finanz⸗Periode von

1836 38 im Ganzen 86,826 Fl. veranschlagt, naͤmlich fuͤr

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ammer der Ge⸗

men durchgehends gruͤne Aufschlaͤge, die Ungarischen aber gelb!

die Erhaltung des dermatigen Standes 48,286 Fl., dige neue Ausgaben, worunter die erwaͤhnten neuen gen, 13,740 Fl., 74,400 Fl., Die staͤndige Dotation der Universitaͤt so um 23,526 Fl. erhoͤht und außerdem 74,000 Fl. fuͤr außen, dentliche Ausgaben in der naͤchsten Finanz⸗Periode verwen werden. Der Ausschuß hielt diese Forderung fuͤr so bedeuten daß es zur gruͤndlichen Beurtheilung derselben noͤthig erschein vorher genau zu wissen: a) ob die Ur iversitaͤt mit diesen 9 schuͤssen auch wirklich ihren Zweck erreichen wuͤrde, und b)7 nicht andere bereits bestehende Anstalten des Landes fuͤr din Zweck benutzt werden koͤnnten, um die vorgesehenen bedeuten Ausgaben von 120,000 Fl. jäͤhrlich (einschließlich der eigenen vennen der Universitaͤt) in der naͤchsten KFinanz⸗Periode zu ermäaͤßi⸗ Zur klaren Beurtheilung dieser Fragen sey durchaus noͤthig, uͤber Zweige des oͤffentlichen Unterrichts und uͤber die kuͤnftige nutzung der bereits vorhandenen wissenschaftlichen Ansta einen zusammenhaͤngenden und umfassenden Plan zu besih Schließlich wollte der Ausschuß die Hauptsumme von 5 ¼ Fl., wiewohl sie die der vorigen Finanz⸗Periode um mehr 16,000 Fl. uͤbersteige, bewilligen, statt der geforderten 86, Fl., und die Staats⸗Regierung ersuchen, auf dem naͤchsten La tage den vorhin erwaͤhnten zusammenhaͤngenden und umffos den Plan uͤber alle Zweige des hoͤheren oͤffentlichen Umg richts und uͤber die kuͤnftige Benutzung der vorhandenen senschaftlichen Anstalten, und einen definitiven Personal⸗ und! soldungs⸗Etat fuͤr die Landes⸗Universität vorlegen zu lassen. Die heutige Diskussion eroͤffnete der Abg. Ritgen. Pflicht, unsere einzige Universttaͤt zu erhalten, sey um so griß als schon die Universitat Mainz mit ihr verschmolzen waͤre. sey nicht schwer, da Gießen uͤber 30,000 Fl. eigene Revenuen he Nicht immer sey es eine kleine Universitaͤt gewesen, sondern noch Jahr 1829 eine mittelgroße, da es uͤber ein halb Tausend Zuhoͤre habt habe. Abg. Hesse ist der Meinung, nicht mehr als in der lau den Finanz⸗Periode zu bewilligen, da fuͤr kein Institut soz als wie seither stets fuͤr die Unnversitaͤt gegeben worden sey. Kanzler Linde vertheidigte in einem ausfuͤhrlichen Vortrage Propositionen der Staats⸗Regierung. Die Kammer werde u⸗ auf die finanzielle Seite sehen, da sie immer mit preiswuͤthe Bereitwilligkeit verwilligt habe, was fuͤr wissenschaftliche Bün nothwendig. Er ging in eine Eroͤrterung des Ausschuß⸗Iaeg ein und erlaͤuterte zunaͤchst, wie das Desizit eigentlich nicht so geoß sondern mehrere bedeutende Posten, die als staͤndische Bewillge gen dargestellt werden, eine staͤndige Dotation der Universitaͤt seher welche nur durch eine fruͤhere, den Ausschuͤssen nicht zum h wurf gereichende unrichtige Behandlung des Universitaͤts⸗Be gets nicht so betrachtet worden waͤren; daß die Universitaͤt seste Dotation von 58,513 Fl. 10 Kr. jaͤhrlich habe, und erst 1821 10,000 Fl., mit der Aussicht auf Vermehrung, und 1. weiter 6900 Fl. bewilligt worden seyen; daß endlich die Uii sitaͤt durch die gegebene Aversional⸗Summe nicht einmal fuͤr festen Dotationen entschaͤdigt worden sey.

Hechingen, 27. Nov. Gestern Abend wurde die 16ten d. M. in Wien verstorbene Prinzessin Maria Theresia Hohenzollern⸗Hechingen, Gemahlin des Kaiserl. Oesterreichisc General⸗Feldmarschalls Prinzen Friedrich Franz Paver zu henzollern⸗Hechingen, in der hiesigen Fuͤrstlichen Familiengru feierlich beigesetzt.

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Oesterreich. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem h

nc Wien, 1. Dez. fessor der Bildhauerkunst an der Akademie der schoͤnen Kaͤn

in Mailand, Pompejo Marchesi, zu bewilligen geruht, den von Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von Portugal verliehenen tugiesischen Christus⸗Orden annehmen und tragen zu duͤrfen. Teplitz, 30. Nov. Von der in verschiedenen De uts Blaͤttern angekuͤndigten Reduzirung der Oesterreichischen Am hat sich bisher noch nichts bestaͤtigt. Nur so viel ist gewiß, die Infanterie in der Montur einige Aenderung erhalten um Das knapp anliegende weiße Beinkleid wird in graue begug Pantalons verwandelt. Alle Regimenter erhalten nach den vinzen einerlei Ausschlaͤge und Unterscheiden sich durch die Nu mern. Die Offiziere werden an der Seitennath der Pantal goldene Borduͤren tragen. Die Boͤhmischen Regimenter bal

blaue Pantalons nach Ungarischem Schnitt.

Schweiz. 8 8 Liestal, 1. Dez. (Allg. Ztg.) Die Zeitunge des Zerwuͤrfnisses einigemale erwaͤhnt, welches sich zuw Frankreich und unserm kleinen Kantontheil (Basel⸗Landse zu entspinnen scheint. Es ist Ihnen veelleicht von einigem ieresse, die Sache von Anfang an rechtlich beleuchtet zu se auf Schweizer Blaͤtter ist sich bei solchen Vorfaͤllen nicht zu lassen, wie denn uͤberhaupt fast alle Darstellungen und Unt verselben vom Parteigeiste diktict, oder von Privat⸗Raͤnbe eingegeben sind. Die Sache ist folgende: Im Anfange Jahres erhielt der Franzoͤsische Buͤrger (Israelit) Wahl von N hausen von dem hiesigen Regierungs⸗Rathe, als der kompene Behoͤrde, die Bewilligung, eine mehrmais feilgebotene M schaft in unserem Kanton zu kaufen. Wie es hier landezl und gesetzlich vorgeschrieben ist, so wurde der Kauf zwischen Betheiligten von dem betreffenden Orts⸗Vorstande (Gema Rathe) gefertigt, und Wahl zahlte dem Verkaͤufer wirklic mme von 64,000 Schweizer Franken. Am 11. Mai el darauf unser Land⸗Rath: Da Wahl ein Jude sey, und 4 im Kanton kein Niederlassungs⸗Recht haͤtten, so sey der! unguͤltig. Vergebens machte die Franzoͤsische Regierung, Schutz Wahl angerufen hatte, dagegen Einsprache; gebens lieferte Wahl den Beweis, daß er das N. lassungs⸗Recht nie begehrt, sondern ausdruͤcklich verzichtet habe; vergebens bemuͤhte sich unser Regie Rarh, zu zeigen, daß Eigenthums⸗Recht an Grunze gar nicht eins und dasselbe waͤre mit Niederlassung, da ja (nach unsern Gesetzen) ein Vertriebener noch Laͤndereien be. duͤrfe: Der Landrath blieb bei seinem Beschlusse vom 11. Nun entstand natuͤrlich die Rechtsfrage, „ob eine von der petenten Behoͤrde ausgestellte, in guͤstiger Form verfaßte! Bewilligung von einer andern Behoͤrde zum Schaden des habers umgestoßen werden koͤnne?“ Diese Frage wurde, wit jedem Rechtskundigen, so auch von der Kranzoͤsischen Regl zu Gunsten des Kaͤufers Wahl verneint. Zugleich begse der Herzog von Broglie sein diesfaͤlliges Schreiben mit triftigen Vorstellung uͤber allgemeine zeitgemaͤße Rechts⸗Gla und machte auf die Folgen aufmerksam, welche aus eite harrlichen Weigerung des Landrathes hervorgehen muͤßten. man von hier aus diese Vorstéllungen nicht einmal einer wort wuͤrdigte, so erhielt der Vorort am 5. Oktober dh kannte Note (Ordonnanz) Ludwig. Philipp's, in welcher dem

fuͤr st fuͤr Neubauten und Anschaffungen im Game

oder jaͤhrlich fuͤr diese Finanz⸗Periode 24,800 ½ llte also aberme

nnhe Haͤlfte saͤmmtlicher Stimmen zu haben.

1 Basel⸗ Landschaft zwoͤlf Tage Bedenkzeit gegeben sind, widri⸗ Ussalls aller Verkehr zwischen dem Vasel⸗Gebiete und Frankreich 1 ggebrochen und gegen unsere Angehörigen in Frankreich das Ge⸗ neecht ausgeübt wuͤrde. Am 19. Okt. versammelte sich unser undrath wieder, bestaͤtigte aber aufs Neue seinen fruͤheren Beschluß, so sehen wir, da die Bedenkzeit verflossen ist, der wirklichen vllziehung der Franzoͤsischen Note entgegen. Da ziemlich starker ertehr zwischen uns und den Franzosen an der Gränze statt⸗ adet, auch viele alte Soldaten noch Pensionen, und der Staat sehr vortheilhafte Weise Salz aus Frankreich bezieht, so ith die Hemmung aller Verbindung fuͤhlbar werden. Wir ssen indeß noch, daß durch Vermittelung des Vororts und un⸗ ar Regierung der Landrath endlich nachgeben wird. Recht⸗ in ist immer, auch spaͤt, noch besser, als starre Unbeugsamkeit. itt vielleicht moͤglich, daß Frankreich bei dieser Gele enheit ch das allgemeine Niederlassungs⸗Recht fuͤr seine israelitischen sirger begehrte. Das waͤre dann allgemeine Schweizerische PDellon. Verona, 25. Nov. Se. Majestaͤt der Koͤnig von Bapern nd vorgestern Abend, von Innspruck kommend, hier eingetrof⸗ und haben, nachdem Sie hier uͤbernachtet, am folgenden Tage „Reise nach Ankona und Griechenland fortgesetzt. Turin, 24. Nov. Die hiesige Zeitung meldet, daß am Isten d. M. Nachrichten aus Cagliari hier eingegangen seyen, onach die daselbst angeordneten Maßregeln gegen Einschleppung er Cholera auf das Genaueste ausgefuͤhrt worden sind. Wir haben hier seit einigen Tagen sehr empfindliche Kaͤlte; kute feuͤh stand das Thermometer 2 ½ Grad unter dem Ge⸗

I1“ 11“ Madrid, 22. November. Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt b von der Majorität der Kommission entworfene Wahl⸗Gesetz, elches von der Regierung genehmigt und gestern in der Pro⸗ gradvren⸗Kammer verlesen worden ist. Folgendes ist ein briß won: „Auf jede 50,000 Seelen kommt ein Waͤhler, wie es in im, diesem Gesetze angehaͤngten Tableau naͤher angegeben ist. le Spanier, welche fuͤnf und zwanzig Jahre alt sind und fol⸗ ude Eigenschaften besitzen, sind Wahler: 1) Sie muͤssen im tznigreiche von Spanischen Aeltern geboren seyn, oder wenigstens nen Spanier zum Vater haben, wenn sie im Auslande geboren 6h. 2) Sie muͤssen zu den am hoͤchsten Besteuerten der Pro⸗ ig gehoͤren, von denen 100 auf jeden Deputirten kommen. Ist ae Verzeichniß dieser 100 Personen angefertigt, so sollen noch chmmigen als Wäͤhler hinzugefuͤgt werden, weiche soviel zahlen, w die am geringsten Besteuerten unter den ersten 100. 3) Alle pokaten, Assessoren, Sindici, Aerzte, Chirurgen, Apotheker, Hoktoren der Rechte, Licentiaten und Schreiber bei den Koͤniglichen berichtshoöfen, die Mitglieder der oͤkonomischen Gesellschaften, er Freunde des Landes, die Professoren, welche uͤber Wissen⸗ chaften, Literatur und Humaniora Vortraͤge halten, mit Aus⸗ ahme der Elementar⸗Lehrer und derjenigen, welche in fremden Sprachen unterrichten, koͤnnen Waͤhter seyn. Fernex alle die⸗⸗ enigen, welche eine Pension oder ein Wartegeld fuͤr ein oͤffent iches Amt beziehen, dessen Besoldung 10,000 Realen betraͤgt; alle pensionirte Ofsiziere der Land⸗ und Seemacht, so wie der Miliz; die Offiziere der National, Garde, vom Grade des Capi⸗ ains aufwaͤrts. Die Waͤhler Listen werden von den Provinzial⸗ Heputationen, mit Zuratheziehung der Muͤn cival⸗Corps, angtefer⸗ ih und jaͤhrlich im Juli zur Einsicht des Publikums ausgelegt berden. Einsprüche dagegen muͤssen an die Provinzial⸗Deputation gerichtet werden, mit Vorbehalt des Rekurses an die hoͤchste Behoͤrde. Die Provinzial Deputationen werden jede Provinz in so viele Wahl Distrikte theilen, als sie fuͤr zweckmaͤßig erachten, ohne sich babei an die administrative oder gerichtliche Eintheilung zu bin⸗ hen. In der Versammlung der Waͤhler fuͤhrt der Alcalde des Drtes den Vorsitz, bis ein Praͤsident und vier Secretaire, als Wahlzeugen, ernannt worden sind. Jeder Waͤhler schreibt so diele Namen auf, als die Provinz Deputirte zu waͤhlen hat, erner eine gleiche Anzahl Stellvertreter und endlich den Namen ines Kommissars des Bezirks. Nach beendigter Wahl begiebt ch der Bezirks⸗Kommissar mit dem Wahl⸗Protokolle nach der auptstadt der Provinz, wo er, in Verbindung mit der Provin⸗

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lal⸗Deputation, einen Auszug der Abstimmungen anfertigt.

n als Deputirter erwaͤhlt zu werden, ist es noͤthig, mehr als Fuͤr diejenigen, belche zwar relativ die meisten Stimmen, aber die Majoritaͤt sicht haben, wird zu einer neuen Abstimmung geschritten. Bei zer zweiten Abstimmung ist es indeß zur Erwaͤhlung hinreichend, ehr Stimmen als die anderen Kandidaten zu haben. Zum De⸗ zutirten kann jeder Spanier gewaͤhlt werden, der 1) Irei und weltlichen Standes ist; 2) der das fuͤnfundzwanzigste Jahr zu⸗ egelegt hat; 3) der Familien⸗Oberhaupt ist; der ein jaͤhr⸗ sches Einkommen von 6000 Realen oder ein Kapital von 240,000 Walen in Grund⸗Eigenthum besitzt, oder in Handels⸗ oder in⸗ dustrielen Unternehmungen angelegt hat; der auf eine unabhaͤn⸗ bige und ehrenvolle Weise von der Ausuͤbung eines Berufs lebt, 18 Aovokat, Doktor der Medizin oder der Rechte, als Professor her Wissenschaften oder schoͤnen Kuͤnste, wenn das jährliche Ein⸗ ommen 10,000 Realen betraͤgt; endlich Jeder, der aus dem Köͤniglichen Schatz jaͤhrlich eine Besoldung oder eine. Pen⸗ on von 14,000 Realen erhaͤlt. Die Deputirten bei den Cortes ind unbesoldet und zur Annahme der Wahl nicht gezwungen. Jeder Deputirte, dem die Regierung ein mit Besoldung verbun⸗ denes, Amt uͤbertraͤgt, muß sich einer neuen Wahl unterziehen. Fäͤr die Stellvertreter gelten dieselben Bedingungen, wie fuͤr die Deputirten. Sie uͤben ihre Functionen in folgenden Faͤllen aus: Wenn ein Deputirter in mehreren Provinzen erwaͤhlt worden st und sich fuͤr eine derselben entschieden hat; 2) im Falle des godes eines Deputirten; 3) im Falle der Entlassung desselben. Hei dem gegenmwaͤrtigen Zustande der Baskischen Provinzen wird ür den Augenblick die Eintheilung in Wahl⸗Distrikte auf die⸗ Aben nicht angewendet werden und die Ernennung der Deputir⸗ en in den vier Hauptstaͤdten der Provinz durch die sich daselbst kersammelnden Waͤhler stattfinden.’56

Der Globe und der Courier theilen wieder Korre⸗ bondenzen aus Briviesca, dem Hauptquartier der Britischen Sgion in Spanien, mit, die bis zum 14. November reichen, ber nicht viel Neues enthalten. Es heißt darin, daß am 13ten se aus dem zten und dem Ften Jaͤger⸗Regiment bestehende eschte Brigade, die nach Burgos hatte marschiren sollen, Ge⸗ b atefehl erhalten habe und in ihren jetzigen Quartieren ver⸗ lleiben werde, weil in Burgos bereirs mehrere Portu⸗

Regimenter angekommen seyen. Beim Abgang 5 riefe befand sich Cordova in Logrosio, Espartero in Va⸗ os, Cspeleta in Miranda, Evans in Briviesca und Mirasol

gelnden vierunddreißig Mitglieder,

sich eine namentliche Liste der

aus vier General⸗Majors, worunter der Graf Barbacena und

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Leissabon, 7. Nov. (Verspäaͤtet.) Der Augenblick der Wahl der zur Ergaͤnzung der Deputirten⸗Kammer noch man⸗ und demnaͤchst der Eroͤffnung der Cortes, ruͤckt heran. Das Ministerium, welches man unter diesen Umstaͤnden eng verbunden voraussetzen sollte, ist dessenun⸗ geachtet fortwaͤhrend in drei Parteien gespalten. Saldanha und Jervis d'Atougta erklaͤren laut, daß sie ihre Entlassung einrei⸗ chen wuͤrden, falls sie keine entscheidende Mehrheit erhielten, auf deren Bildung sie inzwischen nur wenig hinarbeiten, woraus zur Genuͤge hervorzugehen scheint, daß sie sich abermals mit ihren fruͤheren Bundes⸗Genossen der Linken verbinden zu koͤnnen hof⸗ fen, deren Grundsaͤtze Jervis d'Atougia, nach besten Kräften, im Marine⸗Departement zu besoͤrbern beflissen gewesen ist. Pinto de Magelhaes giebt sich nicht die mindeste Muͤhe, gewaͤhlt zu werden, da das ostensible System Palmella's dahin zielt, keiner Meinungs⸗Nuͤance anzugehoren, um sich, nach Lage der Umstaͤnde, seder anschließen zu koͤnnen. Silva Carvalho und Fonseca Magelhaes dagegen dieten Alles auf, um sich eine kompakte Mehtheit zu bilden, damit sie ihren zahlreichen Feinden, zu denen auch ein großer Theil des Hofes gehoͤrt, die Spitze bieten koͤnnen. Jedenfalls stehen wir hier am Vorabende von Ministerial⸗Krisen, die vermuthlich verschie⸗ dene Phasen darbieten werden, bis die Dinge, nach Eroͤffnung der Kammern und der Bildung der Maoritaͤten, wieder eine feste Gestalt gewinnen. Die Regierung ist entschlossen, die zu dem Staats⸗Gute gehoͤrige, unter dem Namen Lezirias be⸗ kannte fruchtbare Tajo⸗Niederung im Ganzen zum Verkauf zu stellen. Eine inlaͤndische Compagnie hat fuͤnf Millionen Crusa⸗ den in klingender Muͤnze dafuͤr geboten. Bei einem Parzelli⸗ rungs⸗Systeme wuͤrde vielleicht bas Doppelte dafuͤr einkommen; aber die Canalisation des Tajo, die zur Erhaltung und Verbes⸗ serung dieses fruchtbaren Landstriches unerlaͤßlich ist, wuͤrde dann wahrscheinlich nicht gehoͤrig besorgt werden. Der bekannte fruͤ⸗ here Minister Agostinho Freire ist in die letzte Pairs⸗Creation mit einbegriffen worden. Man hat dadurch diesen nicht unbe⸗ deutenden Mann zu neutralisiren gesucht, der waͤhrend des Auf⸗ standes der Junten in Spanien Miene machte, in Portugal das Cortes⸗System von 1820 wieder in Anregung zu bringen. Die hiesige Munizipalitaͤt hat die Entfernung der Ziegen⸗Heerden aus der Nachbarschaft dieser Hauptstadt, die bekanntlich der polizei⸗ lichen Sicherheit wegen fuͤr noͤthig erkannt wurde, nunmehr voll⸗ staͤndig ins Werk gesetzt.

Lissabon, 14. Nov. In hiesigen Blaͤttern befindet Generale und Brigadiers der Por⸗ tugiesischen Armee. Selbige werden in solche, die urspruͤnglich fuͤr Donna Maria Partei genommen, oder sofort nach der Ein⸗ nahme Lissabons zu ihrer Sache uͤbergetreten waren, und in solche eingetheilt, die erst 1834 die Sache Dom Miguel's verlie⸗ ßen und amnestirt worden sind. Die erste Kategorie zaͤhlt zwei Marschaͤlle, funfzehn General⸗Lieutenants, zwei General⸗Majors, vier dergleichen Titulaire, siebenunddreißig Brigadiers und zehn dergleichen Titulaire. Die zweite Kategorie besteht aus einem General Lieutenant, dem bekannten Visconde do Pero da Regoa;

Povoas; aus acht dergleichen Titulairen, worunter Santa⸗Martha; endlich aus fuͤnf titulairen Brigadiers, worunter der ehemalige Kriegs⸗Minister und Oberbefehlshaber Dom Miguel's, der Graf von St. Lourengo. 1

Im Diario do Governo vom 2. November befindet sich ein Koͤnigliches Dekret, welches, mit Bezugnahme auf das fruͤ⸗ here Dekret vom 31. August d. J., den Termin, bis zu welchem noch Sardinische Schiffe in den Portugiesischen Haͤfen zugelas⸗ sen werden sollen, bis zum letzten November verlaͤngert.

Die hiesigen Blaͤtter enthalten verschiedene Details hinsicht⸗ lich der Bewegungen der Anhaͤnger Dom Miguel'’s in der Pro⸗ vinz Minho, und namentlich in den Staͤdten Braga und Viana, die inzwischen doch nicht bis zu offenen Ausbruͤchen gediehen zu seyn scheinen. Der Prior von Montserrat und drei ehemalige Brigadiers der Armee Dom Miguels, Nicolaus da Cana, Joao Barbosa und Joao Joaquim, waren von den Behoͤrden verhaftet worden. Ein Detaschement der Freiwilligen von Porto war nach Viana marschirt, um dort zur Aufrechthaltung der Ruhe beizutragen.

Lissabon, 22. November. Die Regierungs⸗Zeitung vom 19ten d. enthaͤlt mehrere Koͤntgliche Dekrete, wodurch die Resignation der vorigen Minister nun doch angenommen und das neue Ministerium ernannt wird, und zwar 1) der Oberst Jose Jorge Loureiro zum Kriegs⸗Minister (diese Verordnung ist von dem Marquis Saldanha gegengezeichnet); 2): der Mar⸗ guis von Loulé zum Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten; 3) Herr Francisco Antonio de Campos zum Finanz⸗Minister; 4) Herr Manoel Antonio Vellez Caldeira Castelbranco zum Mi⸗ nister der geistlichen Angelegenheiten und der Justiz; 5) der Visconde de Sa da Bandeira zum Marine⸗Minister und inte⸗ rimistischen Minister des Innern; die letzteren vier Verordnun⸗ gen sind von dem neuen Kriegs⸗Minister, Oberst Loureiro, kon⸗

trasignirt.

Eben dieses Blatt theilt auch sechs andere fruͤhere Ver⸗ ordnungen der Koͤnigin mit, die erste, zweite und sechste vom 20. Mai, die dritte vom 11. Juli, die vierte vom 21. Juli und die fuͤnfte vom 8. Sept., durch welche mehreren Personen, als Lehn fuͤr ihre Dienste, hoͤhere Titel verliehen werden, naͤmlich 1) dem Herrn Christovao Pedro de Morages Sarmento „fuͤr seine diplomatischen Dienste, namentlich hei der Abschließung des Quadrupel⸗Allianz⸗Traktats“, der Titel Baron von Moncorvo; 2) dem General⸗ Lieutenant Francisco de Paula d'Azevedo, „fuͤr seine militairischen Dienste waͤhrend der langen Zeit von 44 Jahren und fuͤr seine Loyalitaͤt und ehrenvolle Emigration“, der Titel Visconde von Semodaes; 3) dem Grafen von Bemposta, Baron Hyde de Neuville, „fuͤr seine erfolgreiche Mit⸗ wirkung zu dem glorreichen Triumph der Sache der Legitimitaͤt und der Fortugiestichen Freiheit“, der Titel Marquis von Bemposta fuͤr ihn und zwei seiner Erben; 4) dem Herrn Alexander Thoͤmas de Moraes Sarmento, „fuͤr seine Opfer zu Gunsten der Sache der Legitimitaͤt und der Portugiesischen Freiheir und fuͤr seine diplomatischen Dienstleistungen in Madrid“, der Titel Visconde von Banho; dem Herrn Joao de Carvalho, „fuͤr seine Verdienste, Treue und ehrenpolle Emigration“, der Titel Graf von Carvalho, und dem General⸗Lieutenant Baron von Villa Nova de Gaig der Titel Visconde von Villa Nova de Gaia.

Der Morning Herald, dessen Lissaboner Korrespon⸗ dent meldet, daß Herr Mouzinho d'Albuquerque zum definitiven Minister des Innern bestimmt sey, und daß der Herzog von Terceira den Ober⸗Befehl uͤber die Armee niederlegen werde, da es zu den Ersparungs⸗Plaͤnen der neuen Minister gehoͤre, diesen

benachbarten, Raketen und Schwaͤrmer Soͤhne des Direktors und sein Schwiegersohn, der Secretair Raif Bei, wurden dem Sultan vorgestellt und empfingen aus

fer fortgesetzt. Dem vorliegenden Blatte der 5

von den Mitgliedern des neuen Portugiesischen Ministeriums! Herr F. A. de Campos ist ein wohlhabender Kaufmann. Seine Finanzg Talente sind noch nicht erprobt, denn er war, als er das letzte Mal diesen Posten bekleidete, zu kurze Zeit im Amte, als daß sich eine bestimmte Ansicht uͤber ihn haͤtte bilden koͤnnen. Er ist reich genug, um die Gewäaͤhr der Ehrlichkeit in seinem De⸗ partement darzubieten, und das ist gewiß eine große Empfehlung. Man häͤlt ihn fuͤr einen echten Patrioten, obwohl er sich etwas zu sehr zum Ultxraliberalismus hinneigt. Herr Mouzinho d'Al⸗ buquerque, der Minister des Innern, ist ein Mann, der sich, wenn er sich auf die Politik so gut wie auf die Chemie versteht, zur Staats⸗Verwaltung vortrefflich eignen wuͤrde. Im Jahre 1826 hielt er Vorlesungen an der chemischen Schule in Lissabon. Im Jahre 1828 wanderte er nach England aus, von wo er sich nach Terceira begab, woselbst er großen Beistand bei der Pul⸗ ver⸗Fabrication leistete. Seine politischen Talente zu bewaͤhren, hat er bis jetzt noch keine Gelegenheit gehabt. Er 9 cher Mann, aber ein entschiedener Radikaler eigensinniger Mensch. Der Marquis von Loulé auswaͤrtigen Angelegenheiten, wird gewoͤhnlich der Damen⸗Mi⸗ nister genannt, denn er ist ein sehr huͤbscher Mann, zeichnet sie aber durch nichts als durch seine Schoͤnheit und durch seine g schmeidige Unterwerfung unter die stolzen Befehle seiner besseren Haͤlfte, der Prinzessin Donna Anna, aus. Der Visronde Sa da Bandeira ist der aͤlteste unter acht Bruͤdern, von denen drei unter Dom Miguel dienten und der Eine fuͤr dessen Sache starb, waͤhrend er und die andern vier fuͤr die Constitution foch⸗ ten; er ist ein hoͤchst achtbarer Mann, dessen Charakter makellos dasteht, und ein Jeder haͤlt ihn fuͤr einen der bravsten Maͤnner seines Jahrhunderts.“

und ein sehr

Konstantinopel, 6. Nov.

richtet, daß der Sultan am 5ten Sommer, Palast Beilerbei verlassen, und anderen Quellen berichter worden) seinen tasch bezogen habe. Auch erzaͤhlt es mit gewohnter Umstaͤnd⸗ lichkeit einen Besuch, den der Sultan, in Begleitung aller Groß

Wuͤrdentraͤger, am 17ten Dschemasil Acher dem Direktor des Ar

tilleriewesens, Salb Efendi, in seinem L Behaji abgestattet. Nach der Abend⸗Mahlzeit, die in der eilften Stunde eingenommen wurde; ließ Saib Efendi, dem Sr. Hoheit gemaͤß, sowohl in der erwaͤh

(wie auch bereits **

den Haͤnden Sr. Hoheit silberne Tassenteller mit Dia

setzt. Um 3 ½ Uhr in der Nach

Wirthe Abschied. Dieser erhielt nachtraͤglich ein mit Brillante besetztes Bildniß Sr. Hoheit zum Geschenke.

Die Wiederaufbauung der stellung der schadhaften heiligen Gebaͤude wird mit großem Ei Tekwimi Wekajt⸗ zufolge, hat man außerhalb der Mauer eines Klosters in Bruss⸗ das Grabmal emer frommen Frau aus Juͦ . „die in ihrem l5ten Jahre durch Allah's gnadenvolle Leitung zum Islam uͤberging, und bis an ihren Tod in Duͤrftigkeit lav⸗ te.“ Diese ehrwuͤrdige Renegatin hat ein schoͤnes, mit einer Einfriedigung versehenes Monument erhalten.

Unter der Rubrik „Wunderbares“ theilt die Tuͤrkische Zei⸗ tung mit offiziellem Ernste folgende Nachricht mit: „Ein Be wohner des zum Sandschak Kiutahije gehoͤrigen Fleckens Uschal seines Namens Seid Muhammed, hatte funfzehn Jahre lang mit seiner Gattin in kinderloser Ehe gelebt. Eines Tages sagte die Letztere: „„Wenn Allah uns einen Kyn. ab len wir ihn von seinem zehnten Jah Heer eintreten lassen.““ Unmittelbar darauf fuͤhlte die Frau sich eE“ als die hestißzente war, da gebar sie drei Kinder zugleich, zwei Knaben und ei Maͤdchen! Dies leuchtende Zeichen von Ilahes Wohigefallen an dem Wirken unsers Sultans haben saͤmmtliche Bewohner des Ortes mit Ehrfurcht aufgenommen, und dem Geber alles Guten fuͤr Se.

Die Gazzetta di Zara Wir erfahren aus einem uns aus ben Folgendes: „Der Groß⸗Wesir, welcher im gierung uͤber alles mit groͤßter G schien, was waͤhrend des Aufstandes zum oͤffentlichen Ordnung in Skutari vorgefa rechter Strenge zu Werke. Er ließ Kaki, Pascha von Islam Pascha der Stadt Spech, und Seffulin, kommandirenden Pascha von Sacova, festnehmen, und sie nebst dem alten Kadi, Mollah Ibrahim, und dem Datschi Mustapha 3

. Batscheluk na Konstantinopel abfuͤhren, erstere drei als des Verraths be chuch digt, mittelst eines treulosen

Ruͤckzuges die Rebellen be⸗ 1 zu haben, letztere zwei als 98 f zuͤnstigt

vübte Man glaubt, daß noch en. sorgung der Volksangelegenheiten enthoben, uno durch ande der Großherrlichen Sache Ergebenere ersetzt. Der mail Bey, und der Kaimakan Welt Bey, welche mit den Redel⸗ len kapitulirt hatten, wurden ihrer Stellen entsetzt.“ .. .. Fuͤrst Milosch ist auf seiner Ruͤckreise von Konstantinopel in Widdin Sear 1

der kleinen Wallachei gelegenen Ort Pojana zu besuchen ent⸗ schlossen ist. Die neuesten Briefe aus Butarest 1g8 baß der Hospodar der Walachei diese Gelegenheit zu einer persoͤnli⸗ chen Zusammenkunst mit dem Fuͤrsten Milosch benutzen will, und es sind deshalb auf genannter Herrschaft des Fuͤrsten von Serbien, wo Fuͤrst Ghika in den naͤchsten Tagen, wie es heißt mit großem Pompe erwartet wird, alle Anstalten zu seinem Empfange getroffen. Aus Salonichi meldet man, daß in Drama, Tavalla und der Umgegend neuerdings Pestfaͤlle vorge⸗ kommen sind.

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Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 4. Nov. Der Mayor von New⸗York, Herr

. W. Lawrence, hat an den Praͤsidenten der Anti⸗Emancipa⸗ tions⸗Gesellschaft in Charleston ein Schreiben gerichtet, worin er die Ueberzeugung ausspricht, daß wenigstens neun Theile der Bevoͤlkerung von New⸗York fest entschlossen seyen, alle gesetzliche und verfassungsmaͤßige Maßregeln zu ergreifen, „um den gehei⸗ men Umtrieben des fanatischen gegen die Sklaverei gerichteten Bundes und der Verbreitung seiner aufreizenden Flugschriften einen unuͤber⸗ steiglichen Damm entgegenzusetzen.“ In einigen suͤdlichen Staaten ist die Austheilung solcher Flugschriften unter die Sklaven sogar in die Kategorie der Staats⸗Verbrechen gesetzt worden, und ein Buͤrger des Staates Missouri, der Herauogeber des Washing⸗ ton Telegraph, stellt in Bezug auf die Sklaven⸗Verhaͤltnisse

Hoheit bruͤnstig gebetet.“

uziehen,

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88 8

eintraͤglichen Posten ganz einz giebt folgende Schilderung

Redscheb den Großherrlichen Winter⸗Palast Beschik⸗

ist ein rechtlix’“.

Minister der

ustschlosse an der Bucht Wunsche nten Bucht als in einer aufftregen. Die beiden

verbrannten und die Wiederher⸗

dischem Stamme entdeckt, 8

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ben schenkt, so wol⸗ re an in das Großherrliche

Zahl der Monden verflossen

sie haben demnach zu

meldet unterm 19. November: Skutari zugekommenen Schrei⸗ Anfange seiner Re⸗ leichguͤltigkeit hinauszugehen

großen Nachtheile der llen, geht nun mit ge⸗ Didra,

ehhne r Befoͤrderer oes Auf ) fernere Arretirungen folgen wer⸗ Es wurden auch verschiedene Volksaͤlteste 8. Be⸗

Hmmen, von wo aus er den ihm gehoͤrigen in

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