1836 / 6 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

zmond; Secretair

Herzog von Rich Wellington; Ko⸗

der abswäͤärtigen Angelegenheiten, Herzog von t sonial⸗Secretair, Lerd Stanlep; erster Lord der Admiralität, Lord der Ostindischen Kontrolle, lenborough; Praͤsident der Handels⸗Kammer, Lord Ashburton; Kanzler des Herzeathums Lancaster, Herr Goulburn; General⸗ Postmeister, Sir J. Graham; Generaifeldzeugmeister, Sir G. Murrap; Secretatr fuͤr Irland, Sir H. Hardinge; Muͤnzmei⸗ ster, Herr Wynn: Kriegs⸗Secretair, Lord F. Egerton;; Hierzu fuͤgt das genannte Blatt noch die Namen Lord Lowther, Lord G. Somerset, Beckett, Pollock und Follet, und meint, ein so zusammengesetztes Mini⸗ sterium wuüͤrde allen Stuͤrmen der O'TLonnellschen und der Rus⸗ sellschen Partei Trotz bieten koͤnnen, und ein solches Ministerium werde in wenigen Wochen am Alt⸗ Englands zu retten.

Aberdeen; Prästdent Lord El⸗

ster der Armeen, Sir R. Vypvyan.

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Ruder seyn, um Waͤhrend die Tory⸗Zeitungen sich mit solchen Heffnungen schmeichein, behaupten die ministeriellen, es habe noch keine Verwaltung so fest gestanden, wie die jetzige in diesem Augendlick, und auch die radikalen uͤberhaͤufen das Mi⸗ nisterium mit Lobeserhebungen. Insinuation der „Times,“ daß Lord Melbourne den Grundsatz der Aneignung des Ueberschusses der Irlandischen Kirchen Fonds zu Zweiken des allgemeinen Volksunterrichts sollte aufgeben wol⸗ ien, und der Spectator, eines der radikalsten Blaͤtter, sagt „Es ist Thatsache, daß die Verwaltung der jetzigen Minister vom schoͤnsten Erfolge gekroͤnt wird; daher der Aerger der kleinen Tory⸗Scribenten und Amtsjaͤger, denn nur diese sind es, die alle die Geschichten von einer bevorstehenden Ministerial Veraͤnderung verbreiten, waͤhrend die großen der Oppositions Partei, Sir R. Peel, der Herzog von ton, Lord Lyndhurst und Andere, ganz ruhig auf ihren Land⸗ sitzen leben und selbst das achtbarste und glaubwuͤrdigste Organ ihrer Partei, die „Quarterly Review“, in seinem Dezember⸗ Heft auch nicht eine Zeile von Partei⸗Politik enthaͤlt. einem seltenen Lord Melbourne und seine Kollegen erfreuen sich allgemeinen In Irland wird Lord Mulgrave von der Masse der Nation und von der liberalen Aristokratie unterstuͤtzt; seine Hoͤflichkeit gegen die radikalen Mitglieder, die Entfernung fac⸗ tioͤser Magistratspersonen, die Aufloͤsung der aufruͤhrerischen orangistischen Heomanry und neuerlich die Befreiung des Herrn Reynolds aus seinem Gefaͤngniß, dienen dazu, seine Popularitaͤt zu vermehren. Auch in England und Schottland ist das Be⸗ naymen Lord Melbourne's, so oft sich ihm eine Gelegenheit dar⸗ bot, die Politik der Regierung zu zeigen, wie bei der Ernen⸗ nung von Lord⸗Lieutenants und bei der Besetzung von Pfruͤn⸗ den, den Reformern uͤberall zu Dank gewesen, und es kann keine Manche meinen zwar, die Mi⸗ nister machten nicht hinlaͤnglich energischen Gebrauch von ihrer Mucht zu Gunsten des Liberalismus und seiner Anhaͤnger; was sedoch die Verwaltung der Minister anbetrifft, so ist sie fast ohne Ausnahme populair und preiswuͤrdig.“

Von der Expedition nach dem Euphrat hatte man in Malta Nachrichten bis zum 6. Oktober, zu welcher Zeit Oberst Chesney eben von einem heftigen Fieber zu genesen begann. ßere Dampfboot war flott, und man erwartete, daß es binnen wenigen Tagen auf dem Wege nach Bussorah seyn wuͤrde. Es war am 26. September vom Stapel gelassen worden, unter Ab⸗ feuerung von Geschuͤtz und Raketen und zum großen Erstaunen der Eingebornen, die sich nicht genug wundern konnten, Eisen Die Juͤrkische, die Arabische und die Eng⸗ Oberst Chesney

Der Sun spoͤttelt uͤber die

unter Anderem:

——

Gedeihen,

——

Klage daruͤber gefuͤhrt werden.

Das groͤ⸗

schwimmen zu sehen. lische Flagge wehten auf diesem Fahrzeuge. war wieder auf unerwartete Schwierigkeiten von Seiten der Behoͤrden gestoßen, hoffte jedoch, trotz aller Hindernisse, beide Dampfboͤte in Gang zu bekommen. einem die weitere Fahrt antreten. Lieutenant Lynch war so eben von einer Mission an die Araber zuruͤckgekehrt. ausdruͤcklichen Auftrag gehabt, den Intriguen entgegenzuwirken, die zur Behinderung der Expedition angezettelt wurden, und al⸗ Anschein nach hatte er diesen Zweck erreicht.

Niederlande.

Amsterdam, 31. Dez. Die heutige Nummer des Han⸗ delsblads publizirt bereits das nunmehr von beiden Kammern angenommene Gesetz in Bezug auf die Erhoͤhung des Zolles von ausländischem Getraide.

Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten im Haag hat gestern ein großes diplomatisches Diner gegeben.

Belgiien.

Dez. Das heutige Blatt des

thaͤlt das Gesetz in Bezug auf die sogenannten Loos⸗Renten. Vom 1. Jan. 1836 ab kommt das von den Kammern ge⸗

nehmigte neue Regulativ des Brief⸗Portos in Anwendung.

Zur groͤßern Verbindung der Vertheidigungs⸗Linie gegen Holland soll ein Zweig der Eisenbahn uͤber Diest und Hasselt gefuͤhrt werden, welche beide Staͤdte befestigt werden sollen. Man arbeitet an dem Plan zur Vollendung des großen Nord⸗Kanals laͤnge der Hollaͤndischen Graͤnze. 1

Deutschland. Leipz. Ztg.)

Er wollte indeß nur mit

Er hatte den

Bruͤssel, 31.

b Herr Jo⸗ Die Aner⸗

Leipzig, 3. Jan. seph Gustkow aus Rufland sein drittes Konzert. tennung im vollen Saale war eben so gerecht, als der Beifall ruf allgemein und laut, ja stuͤrmisch. Der von der Natur ge⸗ weihte Meister seines Instruments spielte mit Holz auf Holz und Stroh das Gloͤckchen⸗Konzert üͤber ein Thema von Paga⸗ nini, Variationen von Maiseder und Variationen uͤber Russische Die gepflasterte Straße.“ Aber

Gestern ga

Volkslieder, unter andern uͤber: diese Straße war mit Harmonika⸗Glocken belegt, uͤber welche die Toͤne in Stroͤmen hinrollten oder tanzend hinflogen, rein wie Perlen, lauter wie Goldkoͤrnchen.

1 Diese Klangfiguren sollte ein Chladni sehen und zeichnen! vfhig b

und Wir irrten uns, als wir glaub⸗ ten, eine Metallfolie unter den Fuͤßen des Tisches koͤnne dabei Es war bloßer Zufall, daß ein gewoͤhnlicher Tisch, auf dem die Stroh, und Holz⸗Harmonika liegt, damals, zu erhoͤhen, auf blecherne Teller gestellt worden war.

stand ein hoͤherer Tisch auf den Brettern. Instrumente hat also Meister Vulkan auf keine Weise die Hand mit im Spiele. Der Meister Paganini⸗Gusikow thut Alles.

a, 2 . Unsere Universitäaͤt be⸗ itzt jetzt in allen Fakulrten 30 ordentliche, 24 außerordentliche Professoren, 12 Privat Dozenten und 9 Lehrer der Kuͤnste. Die Zahl der Studirenden ist in diesem Winter⸗Halbjahre 454, und zwar 208 Inländer und 186 Auslaͤnder; mit dem Sommer, Semester um 9 nannten Halbjahre widmeten sich . Rech isgele schaften, b

mitwirken.

Bei diesem Klang⸗

X 2 Iko 6 n Jena, 2. Jen. (Weim. Ztag.)

sie ist im Vergleich In dem letztge⸗ 1d 90 der Theologie, 125 der Ii der Arzneikunde und 49 den Wissen⸗ emeinschaftlichen Namen Philoso⸗ Von dieser Anzahl

hrsamkeit, düle man unter bem phis auf Universiteͤten zu ver

ehen pflegt.

24 schieden zu. Michaelis 1835 aus: 31 Theologen, 25 ZJuristen, 7 Medtziner und 14 Philosophen, neuaufgenommen wurden da⸗ gegen 37 Theologen, 24 Juristen, 12 Mediziner und 14 Philo⸗ sophen. Lehrer und Studirende folgen ihrem Berufe mit einem Fleiße, welcher der Universitaͤt die verdiente Achtung in den Au⸗ gen der Welt und gegruͤndetes Vertrauen bei den Aeltern er⸗ hält. Auch beweist die letzte Zeit, mit nur wenigen bedauerli⸗ chen Ausnahmen, daß die Juͤnglinge immer mehr den unschaͤtz⸗ baren Werth ihrer Studienzeit erkennen und sie nicht an Be⸗ schaͤftigungen vergeuden, die außerhalb ihrer Sphére liegen und sie in Verirrungen und Ungluͤck fuͤhren wuͤrden.

Am 30sten v. M. entriß ein Schlagfluß schnell und unge⸗ ahnet den Geheimen Kirchenrath, ersten ordentlichen Professor der Theologie an der Universitaͤt, Dr. Heinrich August Schott, den Lebenden, seiner Familie ein geliebtes Haupt, der gelehrten Anstalt ein thaͤtiges, beruͤhmtes Mitglied, der Wissenschaft einen treuen Befoͤrderer, der protestantischen Kirche eine Stuͤtze. Die Trauer uͤber diesen Todesfall ist allgemein.

Gotha, 2. Jan. In hiesiger Stadt, so wie uͤberall im Lande, wird das heutige Fest, der Geburtstag unsers Durchlauch⸗ tigsten Landesvaters, mit der aufrichtigsten Theilnahme begangen. Auf Anordnung Sr. Durchlaucht sind 100 Klafter Brennholz unrer die Armen vertheilt und auf Veranstaltung der Herzogl. Almosen⸗Kommission heute 200 Armen ein kraͤftiges Mittagsmahl im hiesigen Hospitale bereitet und auch in der Huͤtte des Duͤrf⸗ tigen dieses festlichen Tages mit dankbarem Herzen gedacht worden.

Muͤnchen, 30. Dez. Es haben seit gestern keine naͤhern

Nachrichten uͤber die Reise Sr. Maj. des Koͤnigs verlautet. Die angekommenen Briefe sind alle sehr kurz und sogleich nach der Landung geschrieben worden, um schnell die Nachricht von der gluͤcklich vollendeten Seereise nach Bayern zu bringen. Sie stimmen darin uͤberein, daß die Fahrt außerordentlich schnell und selbst angenehm war. Heute Nacht wird der Praͤsidial⸗Gesandte der Deutschen Bundes⸗Versammlung, Graf v. Muͤnch⸗Bellinghausen, von Frank⸗ furt auf der Reise nach Wien hier erwartet. Es ist fuͤr ihn ein Quartier in einem hiesigen Gasthofe bestellt. Se. Excellenz wird sich, wie man vernimmt, einige Tage hier aufhalten.

Von den (gestern erwaͤhnten) Koͤnigl. Bayerischen Bekannt⸗ machungen aus Anlaß des Zoll⸗Vereins mit Baden lautet die erste so: „In Folge des am 1. Jan. k. J. vertragsmaͤßig ein⸗ tretenden freien Verkehrs mit dem Großherzogthume Baden veraͤndern sich die Anordnungen, welche bisher an der Graͤnze des Koͤnigreiches gegen das Großherzogthum Baden zum Zwecke der Zoll⸗Erhebung und der Zoll⸗Aufsicht bestanden haben; es wird demnach, mit Beziehung auf das dem Regierungs⸗Blatte Nr. 9 vom 7. Maͤrz 1834 (S. 189 bis 200) beigefuͤgte Ver⸗ zeichniß der Haupt⸗Zoll⸗Aemter und der Neben⸗Zoll⸗Aemter erster Klasse an den Graͤnzen des Koͤnigreichs Bapern, so wie auf die im Regierungs⸗Blatte Nr. 10 vom 10. Maͤrz des naͤmlichen Jah⸗ res verkuͤndete Uebersicht der Haupt⸗Zoll⸗ und Neben⸗Zoll⸗Aemter im Innern des Koͤnigreichs, endlich auf das im Regierungs⸗Blatte Nr. 17 vom 5. April vorigen Jahres enthaltene Verzeichniß der Ober⸗ Controlleure an den Graͤnzen, hierdurch zur oͤffentlichen Kennt⸗ niß gebracht, daß, vorbehaltlich der weiteren Bestimmung, zur Zeit die bisherigen Graͤnz⸗Haupt⸗Zoll⸗Aemter Wuͤrzburg, Mil⸗ tenberg, Rheinschanze und Speyer in die Reihe der Haupt⸗Zoll⸗ Aemter im Innern uͤbergehen, und daß die Neben⸗Zoll⸗Aemter Frankenthal und Germersheim kuͤnftig als Neben⸗Zoll⸗Aemter im Innern, Oggersheim und der Posten am Krahnen bei Speyer als Exposituren beibehalten seyen; den Beamten und Bedienste⸗ ten, welche durch die Erweiterung des Zoll⸗Vereins ihre amtliche Wirksamkeit verlieren, wird zu ihrer Beruhigung das Naͤhere durch die General⸗Zoll⸗Administration ohne Verzug eroͤffnet wer⸗ den. Muͤnchen, den 24. Dez. 1835. Auf Sr. Maj. des Koͤnigs Allerhoͤchsten Befehl: v. Wirschinger. Durch den Minister: der General⸗Secretair Gietl.a”“0

In der Runkelruͤben⸗Zucker⸗Fabrik des Geheimen Raths von Utzschneider zu Obergiesing finden sich In⸗ und Auslaͤnder ein, um sich da in der Runkelruͤben⸗Zucker⸗Fabrication einzuuͤben. In 24 Stunden wird in dieser Fabrik aus den Runkelruͤben der Rohzucker dargestellt, und in denselben Formen, in welche der Syröüp eingegossen wird, auch gleich zu Melis⸗Zucker raffinirt. Der Fabrications⸗Prozeß ist dort so abgekuͤr t, daß Herr v. Utz⸗ schneider sich veranlaßt findet, im Jahre 1836 neben der bereits zu Obergiesing bestehenden Zucker⸗Fabrik noch drei neue, und zwar zu Schleißheim, zu Erching und bei Triesdorf im Rezat⸗ Kreise, anzulegen.

Augsburg, 31. (Allgemeine Zeitung.)

Dezember.

oniteurs Waͤhrend die Wuͤrttemberger sich anschicken, eine Eisenbahn von

Ulm nach Friedrichshafen zu fuͤhren, hat in Lindau ein sehr achtbarer Verein sich gebildet, mit dem Namen Rupprecht an bereits bei der Regierung um die Erlaubniß eingekommen ist, eine Eisenbahn von Lindau nach Augsburg an⸗ legen zu duͤrfen. Die Besorgniß, durch die Thaͤtigkeit der Nach⸗ barn uͤberholt zu werden, ist der wirksamste Impuls, der keine Wahl noch Zoͤgerung gestattet. Saͤhe Wuͤrttemberg noch eine Zeit lang ruhig zu, wie Eisenbahnen von Basel nach Mann⸗—⸗ heim, von Lindau nach Augsburg, ven Augsburg nach Nuͤrn⸗ berg vorbereitet werden, ohne daß man sich in jenem Lande an diese Bewegung anschloͤsse, so ist klar, daß der Wuͤrttembergi⸗ sche Handel außerhalb der Haupt⸗Communtcationen fiele, und namentlich den groͤßten Theil seines Transit⸗ und Speditions⸗ Verkehrs verlieren muͤßte. Es zeigt sich dabei, wie dringend noͤ⸗ thig gemeinsames Zusammenwirken ist, um so mehr als, nach⸗ dem die Zollschranken gefallen, die betreffenden Staaten nur Ei⸗ nen Koͤrper mit gleichen Interessen bilden, so daß, was der eine gewinnt, allen zu gut kommt. Aber dem Ruͤhrigsten wird der Preis zufallen! Wir wollen, von allen andern Vortheilen abge⸗ sehen, nur auf Einen aufmerksam machen. Im naͤchsten Fruͤh⸗ jahr beginnt der Bau des Main⸗Donau⸗Kanals und der Muͤnchen⸗ Augsburger⸗Eisenbahn, falls bis dahin die Entschaäͤdigungs⸗Forde⸗ rungen der Post ꝛc. ausgeglichen sind, was zu hoffen ist, da in dem mehrerwaͤhnten Reskripte der K. Regierung ausdruͤcklich der Wunsch des Monarchen, die Arbeiten im Fruͤhjahr beginnen zu sehen, an den Tag gelegt war. Der Kanal, dessen Kosten auf 8,500,000 Gulden veranschlagt sind, soll in sechs Jahren vollen⸗ det seyn; die Eisenbahn, die vielleicht 2 bis 2 ½ Millionen ko⸗

der Spitze, der

27/2 stet, kann in weniger als der Haͤlfte jener Zeit ausgefuͤhrt wer⸗ den. Es werden also in den naͤchsten sechs Jahren gegen 11 Mill., jaͤhrlich fast 2 Mill., den Arbeiter⸗Klassen, dem Gewerbfleiß des Voikes zugewendet werden, ohne daß sie einer nuͤtzlichen Industrie des Landes entzogen wuͤrden. Der fuͤr das Allgemeine ohnedies nutzlose Europaͤtsche Papier⸗Verkehr wird die meisten Kapitalien, weiche die Eisenbahnen in Anspruch nehmen, liefern. waͤge, welche Masse von gewinnreicher Thaͤtigkeit dadurch hervor⸗ gerufen, welcher Gewerbfseiß gewecht, welche Talente zu neuer, ungewehnter Entwickelung gerufen werden man erwaoͤge, wie durch die Vertheilung der Eisenbahn⸗Aetien unter das groͤßere Publikum

man jeden Augenblick von Nuͤrnberg nach Fuͤrth und von Fuͤrt

Man er⸗

Tausende und aber Tausende an die großen Interessen des Ge,

werbfleißes, des Friedens, des inneren Fortschrittes, mit Einem

Wort, an die Interessen des Staats im schoͤnsten Sinne des Wortes, gekettet werden die groͤßte moralische Wirkung, die durch kein Gesetz, kein Gebot, keine Polizei, keine Geld⸗ noch Militairmacht bewirkt werden koͤnnte, sondern die bloß durch ver, staͤndige, friedliche Anwendung der innern Kraͤfte, ohne alle Opfer des Staats, bewirkt wird. Der Staat wird sogar bedeutende Ersparnisse, namentlich in den kostbaren Chaussee⸗Bauten machen, die am meisten durch die Guͤter- und Post⸗Wagen ruinirt wer⸗ den, d. h. durch diejenigen Wagen, deren Ladungen kuͤnftig den Eisenbahnen zufallen. Um so zuversichtlicher laͤßt sich ein freund, liches foͤrderliches Entgegenkommen der Regierungen, von denen

die Bayerische und die Saͤchsische mit so hochherzigem Beispiele

vorangegangen sind, hoffen.

Ruͤrnberg, 26. Dez. Da die hiesige Eisenbahn, als erste Deutsche, ein besonderes Interesse einfloͤßt, so duͤrften si⸗ gende dem Morgenblatte entlehnte Nachrichten daruͤber wet nicht veraltet erscheinen: „Die Eisenbahnfahrt ist nun seit ach Tagen in vollem Gange, der Zudrang dabei fortwaͤhrend ung hoͤrt. Es sollen taͤglich gegen 200 Fl. eingenommen werden, mat wenigstens 1200 Passagiere täglich voraussetzt; denn je nach de besseren Plaͤtzen werden 12, 9 oder 6 Kr. fuͤr eine Fahrt nach Fuͤrth be⸗ zahlt. Es istuͤbrigens wahrscheinlich, daß weit mehr Personen taͤglic die Fahrt machen, da bis jetzt eine entsetzliche Unordnung herrscht, Manche mitfahren, die nichts bezahlt, Manche einen Zwoͤlfkreuzer, platz üsurpiren, welche nur neun oder sechs Kreuzer bezahlt ha⸗ ben ꝛc. Doch wird diesem Uebelstande bald abgeholfen seyn; wuͤrde auch dem Unternehmen selbst schaden, wenn man, wie bit⸗ her, sich immer um einen Platz fast schlagen muͤßte. Wenn die Frequenz so fortdauert,

nicht zu denken. Wenn der Reiz der Neuheit voruͤber und die

Neugierde der beiden Schwesterstädte und der Umgegend befrie⸗ wird, dann hoͤrt der uͤbergroße Zudrang auf, und wit

digt seyn 1ge zufrieden seyn, wenn taͤglich etwa 500 Personen sich der Eisenbahn bedienen. Zwar will man beobachtet haben, daß taͤg⸗ lich 1200 Personen sich auf der Straße von Fuͤrth hin und her⸗ bewegen; aber daß Dreiviertheile Fußgaͤnger seyen, duͤrfte wohl nicht bestritten werden. Eine von dem Landrichter Wellmer her⸗ ruͤhrende Schrift uͤber die hiesige Eisenbayn haͤlt viel zu einseitig die Ruͤcksicht auf volle Rentirung des Unternehmens fest. Haͤtte man sich von dieser Ruͤcksicht von Anfang an allein leiten lassen, so waͤre gar nichts zu Stande gekommen, und man ist auch von Seiten des groͤßten Theils der Gesellschaft nie von dieser einseiti⸗ gen Ruͤcksicht ausgegangen. Die meisten Actionaire wußten schon, als sie die Actien nahmen, zu beurtheilen, daß, so lange die Eisenbahn bloß zwischen Nuͤrnberg und Fuͤrth bestaͤnde, vin

einer betraͤchtlichen Rente nicht wohl die Rede seyn koͤnne; das

aber sahen sie ein, daß es gut sey, den Anfang zu machen, umnd

wenn es auch ein Opfer koste. Darf boch die hiesige Eisenbahn⸗ Gesellschaft es sich schon zum Ruhme anrechnen, zur Dresden⸗ Leipziger wie zur Muͤnchen⸗Augsburger Eisenbahn⸗Unterneh⸗ mung mit ermuthigt zu haben. Und fast laͤßt sich mit Gewiß⸗ heit voraussehen, daß, noch ehe die letztgenannte fertig seyn wird, man schon auf Fortsetzung unserer Bahn nach Kitzingen und Wuͤrzburg einerseits und nach Augsburg andererseits Be⸗ dacht genommen haben wird. Wirklich ist seit Eroͤffnung un serer Bahn schon viel davon geredet worden, man wil sogar bemerkt haben, daß Freiherr Karl von Rothschild, welcher zur Zeit der Eisenbahn⸗Eroͤssnung hier war, sich gar eifrig mit Hrn. Denis, 1 ho ten und sich sehr guͤnstig uͤber ein allgemeines Deutsches Eisen⸗ bahn⸗System ausgesprochen habe. Inzwischen bin ich uͤberzeugt, daß ein solches auch ohne Mitwirkung des Hrn. v. Rothschild zu Stande kommen werde, zu einer Zeit, wo die Staats⸗Papiere mei stentheils auf 3 ½ „Ct. herabgesetzt sind*). Es war nur im Geiste des ganzen Unternehmens gehandelt, die Dampfwagensahrt eintreten zu lassen, obgleich zugegeben ist, daß dieselbe bei dem Mangel an nahegelegenen Steinkohlenlagern etwas theuer zu stehen kommen duͤrfte, und daß wenigstens noch ein zweiter Dampfwa gen wird angeschafft werden muͤssen, wenn die Dampfwagensahr nicht immer eingestellt werden soll, sobald die nicht selten erfor⸗ derlichen Reparaturen des Dampfwagens eintreten. Ob das Pw⸗ jekt, von dem neuerdings geredet wird, Kronacher Steinkohlen u gebrauchen, nachdem man sie, da sie sehr schwefelhaltig seyn sch len, zur Gasbeleuchtung der hiesigen polytechnischen Schule, vien leicht auch anderer oͤffentlicher Gebaͤude, des Theaters ꝛc., benutz hat, sich realisiren wird, lasse ich dahingestellt seyn. Ließe sich dasselbe aber wirklich realisiren, dann waͤre eine Hauptschwierig⸗ keit, die sich bei uns der Dampfwagenfahrt entgegensetzt, die Theurung der Steinkohlen, gehoben; denn ein Professor der hie⸗ sigen polytechnischen Schule soll berechnet haben, daß nach Benug zung des Kronacher Materials zur Gasbeleuchtung die Heizung des Dampfwagens fast nichts mehr kosten wuͤrde. Herr ell mer verlangt in seiner Schrift, man solle es so einrichten, das

Nuͤrnberg fahren koͤnnte, was nur bei Anwendung von Pferde h und ü. von Ausweich⸗Schienen moͤglich waͤn Daß Abfahrten von Halbstunde zu Halbstunde wuͤnschenswert waͤren, ist nicht zu leugnen, oder wenigstens, daß es so eingerich tet wuͤrde, daß, so wie eine gehoͤrige Anzahl Menschen beisam men waͤre, ein Wagen abfahren koͤnnte; denn an Markt⸗ und Meßtagen duͤrfte die Nothwendiakeit, eine Stunde warten u muͤssen, eine betraͤchtliche Anzahl Passagiere den Fiakern wiede zufuͤhren. Das Gesellschafts⸗Direktorium hat vorlaͤufig das juste⸗ znilieu gewaͤhlt, indem zwischen ein und drei Uhr der Dam wagen faͤhrt, die Zeit vor⸗ und nachher Pferdekraft angewende wird, und zwar so, daß man von Stunde zu Stunde abfahnn kann. Doch ist diese Einrichtung nur provisorisch, bis eine laͤngn Erfahrung eine andere zweckmaͤßiger erscheinen lassen wird; sage eine laͤngere Erfahruna, denn bei dem gegenwaͤrtigen Zudrang wuͤrden allviertelstuͤndlich Abfahrten gewuͤnscht werden. t6nan 8

Wuͤrzburg, 29. Dez. Die Kreis⸗Regierung hat so e 8 folgendes Reskript, in Betreff der Ausfuͤhrung des Main⸗ 68 Donau⸗Kanals, erlassen: „Die K. Regierung hat bereits 9. einem fruͤheren Ausschreiben auf die hohe Wichtigkeit des g. zeichneten Unternehmens aufmerksam gemacht und glaubt 24⁰ die Theilnahme der Unterthanen in einem Grade rege .en zu haben, welcher der Fuͤrsorge ihres erhabenen Koͤnigs um 4 Wohl derselben entspricht. Nun, wo die Actien saͤmmtlich 889 geben sind und der Beginn der Arbeiten bevorsteht, werden de

18 *) So eben erfahre ich, daß in Wuͤrzburg eine Aetien⸗Ges⸗ 113“ und daß dort und in der Umgegen bereitt

3 Bahn 700,000 Fl. unterzeichnet sehen, um der Fortsetzung unserer Be in der mhichtung auf Wuͤrzburg entgegenzukommen. Unser Stüc⸗

u hat mit dem Wagen 175,000 Fl. gekostet, in we . 1 772 8 zung der Babn nicht noch einsat gen (Enmant des zntenbeen⸗

9½,£½

dann wirft das Unternehmen freilich eine betraͤchtliche Rente von circa 34 pCt. ab. Allein daran ist auch

yr Kassa als auf Zeit. dem Baumeister unserer Bahn, unterhal⸗

fes an Zucker in unserem Koͤnigreiche friedigt wird. Fuͤr das naͤchste Jahr sind schon wieder mehrere

üßt sich mit Sicherheit annehmen,

der Einfuhr des Westindischen Zuckers nicht mehr

raffinirten Rohr⸗Zucker nur

8 wei vunde von dem Inspete echen Zucker Aefern

worden waren,

ausged 8 G 1 1' e Beweise des Gegentheils auf das hinlaͤnglichste widerlegt.

Pharm. Bd. XII. disse Fabrik war 40,000 Fl. Conv. M.

ein Aaa, 22. Dez, DPer 10, Fhene w

Köͤniglichen Behoͤrden aufgefordert, dieser großartigen Unterneh⸗ mung ihre volle Aufmerksamkeit und sorgfaͤltigste Thaͤtigkeit zu⸗ uwenden und das Interesse der Unterthanen daran stets rege zu erhalten. Wenn auch der Kanal selbst den Kreis nicht beruhrt, so steht doch die Beseitigung der Schifffahrts⸗Hindernisse auf dem Bayerischen Maine, der den Kreis in der ganzen Laͤnge durchschneidet, in unmittelbarer Verbindung, und der Bedarf an üͤchtigen Arbeitern bei den an mehreren Punkten zugleich be⸗ innenden Erd⸗Arbeiten giebt den Gemeinden dieses Kreises er⸗

vuͤnschte Gelegenheit zur zweckmaͤßigen Beschaͤftigung ihrer ar⸗

beitsfaͤhigen Armen. Die Koͤniglichen Distrikts⸗Polizei⸗Behoͤr⸗ den haben daher alsbald unter Mitwirkung der Distrikts⸗Lokal⸗ Armenpflegen den Stand ihrer arbeitsfaͤhigen Armen zu erhe⸗ ben und binnen 14 Tagen anher berichtlich vorzulegen, damit bie oberste Bau⸗Behoͤrde in den Stand gesetzt werden koͤnne, die Masse der disponibeln Kraͤfte beurtheilen zu koͤnnen.“

Stuttgart, 31. Dez. Gestern Abend fand in dem Hause des Freiherrn von Cotta eine Besprechung zwischen den hier an⸗ wesenden Abgeordneten des Ulmer Comité's fuͤr Errichtung einer Eisenbahn und mehreren Einwohnern von Stuttgart, welche sich besonders fuͤr diese Angelegenheit interessiren, statt.

So eben ist von Seiten des Stadt⸗Raths der Jahres⸗Etat der Stadt⸗Rechnung vom 1. Juli 1835 bis 30. Juni 1836 er⸗ schienen. Die Ausgaben sind berechnet auf 92,057 Fl. 49 Kr., die Einnahmen auf 62,567 Fl. 26 Kr., folglich ergiebt sich ein Defizit von 29,490 Fl. 23 Kr. Zur Deckung desselben wird die Summe von 30,000 Fl. (Stadt⸗Schaden) ausgeschrieben.

Frankfurt a. M., 2. Jan. Gestern ist hier der Freiherr Alexander aus Paris eingetroffen.

Die Neujahrs⸗Festlichkeiten wurden gestern in sehr uner⸗ freulicher Weise durch eine starke Feuersbrunst gestoͤrt, die gegen 10 Uhr an der „Schoͤnen Aussicht“ in einem der großen Haͤu⸗ ser zunaͤchst der Bruͤcke ausbrach und rasch um sich griff. Durch die angestrengtesten Bemuͤhungen des Pompier⸗Corps und der Kaiserl. Oesterreichischen Bundes⸗Truppen, welche aus Sachsen⸗ hausen heruͤbereilten, wurde man bald nach 12 Uhr Meister der Flamme, nachdem nur der Dachstuhl des Hauses abgebrannt war und der dritte Stock viel gelitten hatte. r Frankfurt a. M., 2. Jan. Obgleich die Schwankun⸗ gen in den Coursen der Staats⸗Effekten im Laufe dieser Woche, die Spanischen abgerechnet, nicht eben bedeutend waren, so sind doch viele Geschaͤfte in Fonds gemacht worden. Die Liquidation beim ahresschluß beinge gewoͤhnlich einige Lebhaftigkeit in die Umsaͤtze. ie meisten Praͤmienhaͤndel und Lleferungsschluͤsse laufen am 31. Dez. ab. Der etwas fuͤhlbare Geldmangel hielt die Notirung der Oester⸗ reichischen und Hollaͤndischen Papiere fast stationair. Die Äbrech⸗ nung fand keine Schwierigkeit. Prolongationen wurden nur wenige gemacht. Bei Integralen war der Report 16 à ½¼ vpCt., bei Ae⸗ tien 3 à 4 Fl. pr. Monat. Depot⸗Geschaͤfte fanden mit 5 pCt. Zins pr. Jahr statt. Das Ergehniß der Liquidation fuͤr Dezember war im Ganzen nicht ersprießlich fuͤr die Spekulanten aufs Steigen. Alle Fonds, mit Ausnahme der Spanischen, gingen im Laufe des Monats etwas zuruͤck; Zproc. Meralliques um ½¼ pCt., Actien um 6 Fl., Integrale um 19 pCt., Oesterreichische 500 Fl.⸗Loose um 1 ¾ pCt. Die 5proc. Ardoins hingegen hoben sich von 8 ½¼ auf 50 ¾, passive Schuld von 13 % auf 16, Differés Englischer Emtssion von 16 ¾⅞ auf 18 ½¼. Die Darmstaͤdtischen 50 Fl.⸗Loose und die Polnischen von 500 Fl. gingen etwas vornehmlich erstere, deren gar viele am Markt sind; sie druͤckten sich, obschon die Zie⸗ ung nahe ist, auf 64 ½ Fl. herunter. Beim Beginn des neuen ahres zeigte sich Kauflust; im Privat⸗Geschaͤft wurden gestern alle

Fonds zu boͤheren Preisen eingethan; es fanden sich viele Nehmer

r Integrale, Bank⸗Aectien und dproc. Spanische Ardoins, sowohl Man hatte bessere Notirung von Antwer⸗ pen und Amsterdam und erwartete guͤnstige Rachrichten aus Paris. Im Wechselbandel ging nur wenig um; die meisten Devisen kann man unter der Notiz haben; nur Paris und London waren begehrt. Diskonto⸗Briefe waren nicht eben gesucht; kleine Posten wurden zu 4 ½,9Ct. placirt Nachschrift. Heute, am Sonnabend, be⸗ schraͤnkte sich der Handel meist auf Integrale, Actien und 5proc. Ardoins. Die letzteren blieben, auf die Kunde von flauer Notirung

tegrale wirkte. Oesterrelchische hielten sich stationair.

Cakerreich.

Prag, 31. Dez. Man rechnet, daß im laufenden Jahre an

16 20,000 Ctr. Runkelruͤben⸗ Zucker in Boͤhmen worden und daß ungefaͤhr der vierte Theil des Gesammt⸗Bedar⸗ durch diese Fabriken be⸗

. arle, um 1 pCt. niedriger, was denn auch nachtheilig auf die

abriken von sehr bedeutender Ausdehnung im Werke, und es daß Boͤhmen in fuͤnf bis

e Von dem in Boͤhmen ehr wenig der eigentlichen Raffination unter ; er koͤmmt vielmehr theilweise als Fac Zucker, G Benennung Farin⸗Zucker, oder als gedeckter Roh⸗Zucker den Handel. Der erstere hat eine hellgelbe Farbe, der süc ist schoͤn weiß und unterscheidet sich vom raffinirten West⸗ Uhnen Zucker nur durch seine groͤßere Porositaͤt und das da— P. bedingte geringere specifische Gewicht. Die Einfuͤhrung 9 Zuckers hatte Anfangs, besonders in der Hauptstadt, einige Schwierigkeiten; einmal wegen der Porositaͤt, und dann deshalb 8 die Zuckerbrode zur Vermeidung groͤßerer Kosten saäͤmmtlich 9 18¼ (d. h. mit abgeschlagener Spitze, welche dann syruphal⸗ 19 leibt), von den Fabriken geliefert werden und sie folglich ; so schoͤnes Kaufmannsgut sind. Der Widerwille gegen den 1 appten Ruͤbenzucker hat sich jedoch bald gelegt, und jetzt sind 8 von den Fabriken nach Prag gesendeten Lieferungen schon Fh der Ankunft verkauft, und namentlich ziehen ihn die Gast⸗ c wegen seines groͤßeren Volumens dem raffinirten Rohr⸗

ucker vor. Der raffinirte 11 unterscheidet sich vom

1 zu seinem Vortheil. 8 8

nüben Zucker⸗Fabrit und eine der ersten, 1 J.ens hue. . oeg Fuͤrsten von Thurn und Taxis gehoͤrige in

6 awit bei Jung⸗Bunzlau. Sie verarbeitet taͤglich 1000 Ctr. en, im Ganzen dieses Jahr etwa 80,000 Ctr. Ruͤben, wird

Weinrich eingerichtet, nachdem 18 eiten der Oekonomie, Beamten fruchtlose Vorstellungen gemacht welche beweisen sollten, wie hoͤchst nachtheilig ein

erzeugten Zucker wird

Behauptungen: sind jetzt durch fuͤnsjaͤhrige prak⸗

ie Dobrawitzer Fabrik arbeitet noch mit Pressen (Schrauben⸗

derscgn⸗ und uͤbrigens ganz nach dem Verfahren, wie es Wein⸗

einfuͤhrte, und wie es Dr. Kodweis i Dr. n seinem er Runkelruͤben⸗Zucker⸗Fabrication und 68 den G

9. 1. beschrieb. Das Anlage⸗Kapital fuͤr

Spanien,

ar fuͤr Madrid

Tag, fuͤr Niese aber ein Tag der Trauer.

sey noch

25 2à*

Das vierte Infunterie⸗Regiment der Garde, welches seit zwei Jahren den Krieg in den Nord⸗Provinzen mitmachte, hielt sei⸗ nen feierlichen Einzug. Nur 7 Offiziere von denen, die vor zwei Jahren hier ausmarschirten, sind wieder zuruͤckgekommen; 73 andere desselben Regiments sind im Laufe des Krieges gefal⸗ len, da sie der bestaͤndige Zielpunkt der Scharfschuͤtzen Zumala⸗ carreguy's waren. Am 9ten d. uͤbernachtete das Regiment in Alcobendas, wo es von der hiesigen National⸗Garde, die eine Kolonne dorthin geschickt hatte, bewirthet wurde. Von dieser begleitet, kam es gestern Morgen um 11 Uhr vor Madrid an. Die ganze National⸗Garde, begleitet von einer unzaͤhligen Menge Fußgaͤnger und Equipagen, war den Truppen entige⸗ genmarschirt, und erwies ihnen dort die kriegerischen Ehrenbe⸗ zeugungen. Unter dem Erschallen patriotischer Hymnen und dem lauten Jubel der Zuschauer ruͤckten sie dann bis zum Thore San Fernando vor, wo sie von dem General⸗Kommandan⸗ ten der Koͤnigl. Garde, Auesada, empfangen, angeredet und ge⸗ mustert wurden. Als man eben erwartete, daß man diesen bia⸗ ven Kriegern gestatten wuͤrde, mit ihren ruͤhmlich gefuͤhrten Fah⸗ nen im Triumphe durch die Straßen Madrids zu ziehen, erhiel⸗ ten sie den Befehl, sogleich vom Thore rechts ab in ihre Kaserne zu marschiren. Die abgenutzten Uniformen, die eingefallenen und geschwaͤrzten Gesichter der Soldaten sollten nicht das Auge der friedlichen Bewohner der Hauptstadt beleidigen, und statt der „Tapferen von Mendigorria, Lomba und Guevara“ paradirten die Helden von der Plaza Mayor durch die Straßen. Aber eine ehrenvolle Belohnung ward dem vierten Regimente zu Theil; der Held von Saragossa, Palafox, erschien in voller Uniform,

zwei Uhr fand sich die Koͤnigin, nur von der Marquesa Santa Cruz begleitet, in der Kaserne ein, redete mit der ihr eigenthuͤmlichen Huld zu den Soldaten, und gestattete saͤmmtlichen Offizieren, so wie vier Unteroffizieren aus jeder Com⸗ pagnie des Regiments, die Ehre, ihre Koͤnigl. Hand zu kuͤssen. Das Offizier⸗Corps und ein Soldat von jeder Compagnie wur⸗ den von der National⸗Garde in einem im Prado belegenen Café bewirthet, wo sich auch Palafox und der Justiz⸗Minister einfan⸗ den. Abends fuͤhrten die National⸗Gardisten eine große Anzahl der Soldaten des 4. Regiments in das große Café nuevo, um sie dort zu bewirthen. Die der Freiheit, den Tapfern des 4. Regiments, der Koͤnigin, der National⸗Garde, dem General Cor⸗ dova, dem Herrn Mendizabal ausgebrachten Vivas fanden lau⸗ ten Anklang bei den Kriegern; als aber einige National⸗Gardi⸗ sten ausriefen: muera Toreno! (Es sterbe Toreno!) verstumm⸗ ten jene, gewohnt, nur auf dem Schlachtfelde Blut zu vergießen.“

Die Frankfurter Ober⸗Post⸗Amts⸗Zeitung ent⸗ haͤlt nachstehende Betrachtungen, Mendizabal's Finanz⸗ plaͤne uͤberschrieben: „Die Madrider Zeitung bringt verschie⸗ dene offizielle Artikel uͤber die Finanz⸗Verhaͤltnissez Spaniens und die Piaͤne des Kabinets Mendizabal zur Conzolidation der Staatsschuld. Diese Gegenstaͤnde sind fuͤr einen großen Theil des Publikums von bedeutendem Interesse, denn es hat sich die Speculation aufs neue den Piastern mit einem Eifer zugewen⸗

det, als waͤre ihr verbuͤrgt, daß eine Ruͤckkehr der fruͤher so hart

empfundenen Katastrophen unmoͤglich sey. Aber auch die noch zahlreicheren Leser, welche sich nicht taͤglich erkundigen nach dem Winde, der an den Boͤrsen weht, nehmen Antheil an dem sonderbaren Schauspiel, das uns eine politische Re⸗ volution durch finanzielle Besaͤnftigungsmittel nach und nach, gleich einer Schuld, amortisirt sehen laͤßt. Unter allen Finanz⸗ Ministern, die jemals berufen waren, alte Schaͤden zu heilen, und aus dem Chaos der Verwirrung jene klare Ordnung her⸗ vorzurufen, die ungemessenes Vertrauen weckt und näaͤhrt, ist gewiß Mendizabal derjenige, dem die schwerste Aufgabe gewor⸗ den ist. Der Ruhm wird in solchem Fall nach dem Verdienst zugetheilt, denn ein Kapitalist, dem hohe Zinsen (etwa 10 Pro⸗ zent vom Grundstock) richtig eingehen, ist (was so selten!) ein dankbarer Sterblicher er erklaͤrt unbedenklich den Mann, der so besorgt fuͤr ihn ist, fuͤr einen Halbgott und weiht ihm eine Stelle am Haus⸗Altar. Also, wenn es gelingt mit den angekuͤndigten, freilich nur in fluͤchtiger Skizze gezeichneten, staatswirthschaftlichen Plaͤnen, so wird Mendizabal's Name neben denen der Colbert und Necker glaͤnzen. Zugleich waͤre dadurch ein Haupt⸗Erforderniß zu guter Verwaltung die Stetigkeit in der Person des Dirigenten nebenbei erreicht, denn man weiß ja, daß Fi⸗ nanz⸗Minister, die mit Verstand und Gluͤck arbeiten, lange an ihrem Posten bleiben, wie sich an Pitt und Villèle bewaͤhrt hat und jetzt an Humann und Cancrin wieder ausweist. Was

nun die Artikel der Madrider Zeitung betrifft, so wollen wir sie zwar, so gut es angeht, ihrem wesentlichen Inhalt nach uͤbersetzt mittheilen; wir koͤnnen aber den Lesern nicht viele deutliche Erkenntniß daraus versprechen. ten sich von jeher einer dunklen Sprache, und die Finanz⸗Ora⸗ kel machen darin keine Ausnahme, obschon sie wohl sollten. Die Grund⸗Idee scheint uns aus dem bekannten, den Uneinge⸗ weihten ganz „Spanisch“ vorkommenden Satz: „Wer Schul⸗ den macht, bereichert sich“, abgeleitet werden zu koͤnnen. Dieser Satz, der Kontrast zu dem andern, der unter Privatleuten gilt: „Wer Schulden abzahlt, bereichert sich“, findet nur bei Staa⸗ ten Anwendung und hat, wie die Erfahrung zeigt, in dieser Beschraͤnkung viel fuͤr sich. 1 Schuldenlast hat offenbar den Wohlstand der beiden Nationen eher vefoͤrdert, als gehindert. ohne Schulden um so rascher zu gedeihen; das Experiment ist aber noch zu machen, und schon hieß es ja, man wisse mit dem Geld im ein neuer Beweis seyn wuͤrde, daß ein Staat sich huͤten muͤsse, zu wenig Schulden zu haben. Mendizabal's Programm ist: „Ruhe, Ordnung, kein neues Anlehen“, und er verlangt dazu nur ein „Vertrauens⸗Votum“. dem Gesetz⸗Vorschlag, der am 21. Dezember an die Prokura⸗ doren gelangt ist. Wir kommen nun auf die Eroͤrterungen in der Madrider Zeitung: „Jeder Finanz⸗Plan“, heißt es darin, „er mag noch so klug ausgedacht seyn, fordert, um ausfuͤhrbar zu werden, Befestigung (Konsolidirung) des öffentlichen Kredits. Bei Er⸗ oͤffnung der Session wurde die baldige Anwendung dieses Grund⸗ wie der fremden, soll verbessert werden durch sichere Begr n des Kredits. - 86 ö Cortes in der letzten Session uͤbergeben, begegnete vielen Einspruͤ⸗ chen; er ist darum zuruͤckgenommen worden, Schon daraus konnte man Hoffnung schoͤpfen, daß die zugesagten Verbesserungen bald eintreten wuͤrden, duldig, und wir muͤssen Besorgnisse entfernen, die uͤber einen so allgemein wichtigen Gegenstand genaͤhrt werden. Oft schon ist gesagt worden: In Spanien sey noch Alles zu machen (man

Die Orakel bedien⸗

Englands und Frankreichs große

Nord⸗Amerika freilich ruͤhmt sich,

chatz nichts Besseres anzufangen, als Krieg, was dann

Was das sey, ergiebt sich aus

(Wir haben denselben gestern mitgetheilt.)

Das Loos der Gaͤubiger, der einheimischen

Der Gesetz-⸗Vorschlag uͤber die innere Schuld, den

Inzwischen ist das Publikum unge⸗

hat auch noch Niemand geleugnet, daß es die Elemente des Staats⸗Reichthums in seinem Schoße trage. Von allen Quel⸗ len der Wohlfahrt oͤffnet sich die des oͤffentlichen Kredits am schnellsten; es bedarf dazu nur, daß die Regierung ihre Zusa⸗ gen halte und das Volk Vertrauen zeige. Dieser Satz wuͤrde nicht gelten bei einer Nation, die von jeher arm gewesen; aber Spanien war sonst reich und maͤchtig und kann es wieder werden, wenn man die rechten Mittel, die dahin fuͤhren, anzuwenden versteht. Was muß nun eine gerechte Regie⸗ rung, die eine Staatsschuld zu zahlen hat, welche alle Ein⸗ nahmen und Ressourcen verzehrt, thun, wenn sie aus eben dieser Schuld ein Mittel zum Gedeihen fuͤr die Nation und zur Macht fuͤr den Staat machen will? Welches System auch in Vorschlag kommen mag, zwei Dinge sind unerläͤßlich. Zuerst muß die Schuld konsolidirt (liquidirt, regulirt und zur

Amortisirung eingetheilt) werden, und dann ist fuͤr sichere Zins⸗ zahlung zu sorgen, nicht durch Versprechungen, deren Erfuͤllung

von Umstaͤnden abhängt, sondern durch Pfandstuͤcke (Hypothe⸗ ken) und andere Buͤrgschaften, die gesetzlich angesprochen wer⸗ den koͤnnen, die Laune der Menschen und die Unbeständigke t der Dinge ausschließend. (Das Ideal eines Staats⸗Schuldenwesens daruͤber werden die Leser einverstanden seyn. Aber „grau ist alle Theorie!“) Um die Schuld zu konsolidiren, muß eine Nation, die durch eigene Mittel zum Wohlstand kommen will, die unkonsolidirten inslosen) Nom nal⸗Kapitalien reduziren und fuͤr den Verlust eine Entschaͤdigung gewäͤhren durch Verzinsung des herabgesetzten Kapitals, damit das Ri⸗

1. 9 3 siko, das aus Mangel an Vertrauen und Sicherheit ent⸗ durchzog die Linien, und begruͤßte die Fahnen, und um

steht, gegenuͤber der Moͤglichkeit, Mittel zu finden zur Interessenzahlung, nach und nach verschwinde von der Puͤnkt⸗

lchkeit in Erfuͤllung eingegangener Verpflichtungen, auch die

Kapitalien sich erhalten und anwachsen, so daß sie zum wahren Reichthum werden fuͤr die Einzelnen und die Nation. (Wem dieser Satz unklar vorkommt, dem geben wir die Versicherung, daß er in der Franzoͤsischen Version, wonach unser Auszug be⸗ arbeitet ist, eben so mysterioͤs lautet; der Sinn ist wohl: wenn die zinslose Schuld, im nominellen Kapital heruntergesetzt, zins⸗ tragend wird, kommen die daraus entstehenden Effekten in allge⸗ meinen Umlauf und können leicht realisirt werden.) Diese Wahr⸗ heit ist besonders wichtig fuͤr ein Land, wo eine enorme zinslose Schuld besteht, die doch nach ihrer Entstehung jede andere an Reinheit und Heiligkeit uͤbertrifft. Man hat Kapitalien, die von den Staatsbuͤrgern in kritischen Augenblicken zum oͤffentlichen Dienst hingegeben wurden, auf die ungerechteste Weise in die zinslose Schuld verwiesen, eine Handelsweise, die unsere Nach⸗ kommen in Erstaunen setzen wird.“ (Den Schluß des Artikels der Hof⸗Zeitung werden wir morgen mittheilen.) 1

Tuͤrket.

Konstantinopel, 2. Dez. (Times.) Am Isten v. M. hatte Lord Ponsonby eine Audienz beim Sultan. Die aͤußere Veranlassung war (wie bereits erwaͤhnt), daß Se. Hoheit das fuͤr den Koͤnig von England bestimmte Geschenk dem Botschaster üͤberreichen wollte. Es bestand in einer uͤberaus glaͤnzenden Ta⸗ batièere, mit dem Bildniß des Padischah geschmuͤckt, und es

wurde unter Ausdruͤcken der wärmsten Freundschafts⸗Gesinnun⸗

gen fuͤr England uͤbergeben. Der Sultan befestigte dann eigen⸗ haͤndig einen Tuͤrkischen Orden an die Brust Lord Ponsonby s, indem er sagte, er koͤnne ein Herz, das so heiß fuͤr die Interessen des Ottomanischen Reichs schlage, nicht ohne ein Ehrenzeichen lassen. Die Herren Doyle und Bagot, von der Gesandschaft, wurden hierauf ebenfalls mit ihrem Range angemessenen agkeg⸗ zeichen bekleidet, und als der Sultan sich zuruͤckzog, empfahl er seinen Ministern und Granden, die bei dieser Gelegenheit ver⸗ sammelt waren, den Botschafter, als eine Person, fuͤr die er ganz besondere Achtung hege, mit aller möglichen Auszeichnung zu behandeln. b 1

Die von dem Kaiser von Rußland zu Warschau an die De⸗ putation der Municipalitaͤt gehaltene Anrede zirkulirt hier in Tuͤrkischer Uebersetzung unter den Mitgliedern der Regierung.

Man spricht von einer diplomatischen Note, welche Oester⸗ reich kuͤrzlich der Pforte in Betreff des Zustandes von Bosnien uͤberreicht haben soll, und auf die der Internuntius sehr drin⸗ geno eine Antwort fordere. Oesterreich verlangt, dem Vernehmen nach, daß die Pforte unverzuͤglich Schritte thun soll, um die Bosnier, deren raͤuberische Einfaͤlle in das Oesterreichische Gebiet natuͤrlich fuͤr jene Regierung sehr verdrießlich seyn muͤssen, in Ordnung zu bringen. Die Bosrier sind tuͤchtige Krieger und koͤnnen 50,000 bis 60,00 treffliche Reiter ins Feld stellen. Sie sind eigentlich dem Sultan ergeben, werden aber, wie es heißt, von Agenten aufgereizt, die in fremdem Solde stehen.

Ein Schreiben aus den Dardanellen vom 29. November meldet, daß dort 1500 Mann Infanterie und 800 Kanoniere stehen, daß vor wenigen Tagen 260 Infanteristen daselbst an⸗ langten, daß noch 1000 erwartet werden, daß man dem Zustand der Schloͤsser große Aufmerksamkeit widme, und daß Alles nach Kriegsruͤstungen aussehe.

Die Pforte soll ihre Einwilligung zu der neuen Absteckung der Griechischen Graͤnze geben wollen, jedoch unter einer Bedin⸗ gung, die wohl von den drei Maͤchten schwerlich angenommen werden moͤchte, naͤmlich unter der, daß sie sich fernerhin nicht weiter in die Angelegenheiten Griechenlands mischen sollten.

Hafiz Pascha, der tapfere Vertheidiger von Skutari waͤh⸗ rend der letzten Empoͤrung, ist vor drei Tagen hier angelangt; nach dem Bairam wird er sich in sein neues Paschalik Kiutahia begeben. G 8

In einem Schreiben aus Aleppo vom 14. November heißt es, Zanz Syrien befinde sich in der Ruhe der Verzweiflung. Die Bergbewohner hatten einen großen Theil ihrer Waffen aus⸗ geliefert, und 2000 derselben hatte man unter die Aegyptischen Truppen gesteckt. Der Seraskier Ibrahim war nach den Graͤn⸗ zen geschickt worden, um verschiedene Festungen auszubessern, und sobald er in dieser Beziehung seine Maßregeln getroffen, sollte er sich nach Damaskus begeben, um einer dert zu haltenden großen Raths⸗Versammlung beizuwohnen. Einige Personen in Syrien glaubten, Ibraͤhim Pascha werde nach seiner Ruͤckkehr aus Aegypten sogleich vorwaͤrts gehen und in Klein⸗Asien eindringen. Aus Alexandrien hat man hier Nach

in keiner Veziehung auf dem rechten Weg); aber es

die alleinige Anerkennung der katholtschen Religion und dle Rechfe

richten vom 13. November; es war dort Alles in Bewegung und Verwirrung, weil die Armee ohne Zeitverlust durch neue Rekrutirungen verstaͤrkt werden sollte. Der Pascha befand sich in solcher Geldnoth, daß er ungeachtet des Verbots der Getraide Ausfuhr, bei der gewissen Aussicht auf eine allgemeine Noth im naͤchsten Jahre, doch Weizen und Gerste verkauft hatte, um nur nicht ganz in Verlegenheit zu gerathen.

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Die wichtigsten Artikel des & sehes zur Reorganistrung der Repuhlik (wovon die beiden ersten,

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