1836 / 17 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Meteorologische Beobachtung

1836. 14. Januar.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags

2 Uhr.

Abends 10 Uhr.

Q Fl

336,81“"Par. + 41,10R. + 2,90 R. 91 pCt. regnig.

336,38“ Par. + 3,00° R. + 0,4° R. 80 pCt. trübe. WSW.

336,82“ Par. + 1,2 ° R. 1,6 ° R. 79 pCt. trübe.

Lustdruck Luftwärme.. Thaupunkt... Dunstsättig... Wetter. Wolkenzug... W.

Tagesmittel: 336,67“„ Par.. 28 0 R. + 0,6

——

öq1116

9 Den 15. Januar 1836.

Bodenwärme 0,8 0 R. Ausdünstung 0,042“ Rh. Niederschlag 0,079“ Rh. Nachtkälte +† 25 0 R.

Amrlticher Fonds- und aelad-Coun

Antwerpe Nach einmaliger assive 17. Au Beobachtung. 1 Frankfurt a.

Oesterr. 5 % Metall. 102 ¼. 59 à¼. 1 % 25 ⅞. G. Bank-Acti G. Br. Preuss. Präm.-Sch. 60 ⅛. 5 Loose 71 ¼½. 71. 5 % Spaun. 55 ⁄16. 55 ⁄10.

uellwärme 7,0 0 R. ußwärme 0,3 ° R.

Paris, 5 % Rente pr. compt. 108. 1 compt. 81. 10. fin cour. 81. 30 0 . 9R... 83 pEt. Reunte 50 ¾¼. Passive 16 ⅛⅞. 7 74 e 8 11 18 ⅛. 3 % Portug. 55.

H-Zettel.

Fr. Tour.

Brief. 1 Celd. 8

’8

Pr. Cour Brief. Geld.

onntag, 17. Jan. Im

1001112 100712 61 ½¼½ 60 ¾

101 ¾¼ 101 ¼ 101

102

Ostpr. Pfandbr. 4⁴ Pomm. do. 4 Kur- u. Neum. do. 4 Schlesische do. 4 Rückst. C. und Z. Sch. d. K. u. N.

St.-Schuld-Sch. 4 Pr. Engl. Obl. 30. 4 PrümSch. d. Seech,— Kurm. Obl. m. l. C. 4 Nm. Int. Sch. do. 4 Berl. Stadt-Obl. 4 102 ½ Köuigsb. do. 4 Elbinger do. 4 ½ Danz. do. in Th.

Westpr. Pfandbr. 4 102 ¼ Grossh. Pos. do.] 4

43

Gold al marco Neue Duk. Friedrichsd'or Disconto

103 ¼

Auswärtige Börsen

Amsterqam, 10. Jannar. wirkl. Schuld 56. 5 % do. 103. Linsl. 19 ½. Neue Anl. 51 ⅞.

RWRWMederl. Passive 16 ¾.

Kanz-Bill. 2415 16.

102 ¾l 105 ¼ 101 ½ 107 ½

Im Schauspielhause: 1)

vaudeville nouvean en 3 parti

Iffland. 216 ½ 18 1

wiederholt: Kerker und Krone 13 3

Baron v. Zedlitz. Konigstaͤdtis Sonnabend, 16. Jan. Ola Musik von Mercadante. Sonntag, 17. Jan. Schabernack.

]

Ausg. Schuld —.

Loose zu 500 Fl. 1183 84. 118 ½2.

Neue Ausg. Sch.

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 16. Jan. Im Schauspielhause: Üde; Schauspiel in 5 Abth., von E. Raupach. 2 Abth. Musik von L. van Beethoven. (Dlle. Stephan: Fidelio.) jaunes, pièce comique en 1 acte,

In Potsdam: Die Aussteuer, Schausoiel in 5 Akten, von

Montag, 18. Jan. Im Schauspielhause: Zum erstenmale

Eulenspiegel, oder: Schabernack uͤber Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang in 4 Akten.

n, 9. Januar. Zinsl. 19 ½2. M., 12. Januar. 102 ⅛. 4 % 99 1 6.,995 /186. 2 ½ % en 1666. 1664. Fartial-Obl. 140 ⅛. Loose zu 100 Fl. 219. do. 4 % Anl. 99 G. Poln. 50 ¼. 2 ½ % Holl.

4

Neue Anl. 51 ⁄. (Verfasser des stenmale: Alb

Dienstag, Akten. Musik

97 ¼.

Anl. 50 ⁄[-

Montag, 18. Jan. 2 enm rb denburg, Hriginal⸗Lustspiel in 3 Akten, von C.

Zum erstenmale: Die ’. Bran⸗ 2 P. Berger. Lustspiels: „Die Bastille.“) Vorher, zum er⸗ recht Duͤrer in Venedig, Lustspiel in 1 Akt, von

E. von Schenk⸗

19. Jan. Auf Begehren: Norma, Oper in? von Bellini. (Dlle. Gerhardt: Adalgisa.)

2

1 5- 9. Januar.

60. fin cour. 5 %h Neap. 98. 75.

108. 80. 3 % pr. 5 % Span. Ausg. Sch.

g

5 Sgr s auch 26 Sgr. 1

Hafer 25 Sar.

2

21

—,—————

Corona von

Opernhause: Fidelio, Oper in auch 22 Sar Une chaumière et son coeur, es, par Scribe. 2) Les ganis par Mr. Bavard.

———g⸗

ner Heu

Richter gegen Brauntwein 16

ches Theater.

““ Der Scheff v, der Daͤne, Oper in 2 Akten.

Narkr⸗Preise vom Getraide.

Zu Lande: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 23 Sgr. 2

Berlin, den 14. Januar 1836.

Pf., auch

Sgr. 3 Pf. und 1 Rthlr. 10 Sgr.; Roggen 1 Rthlr 6 Pf, auch 1 Rthlr. 5 Sgr; große Gerste 27 Sgr. 10 Pf,

1 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr., auch 25 Sgr.; auch 20 Sgr.; Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr., auch

1. Pthlr. 10 Sgr.; Linsen 1 Rthlr. 18 Sgr. Eingegangen sind 68h Wispel 23 Scheffel. . Zu Wasser: Roggen 1 Rthlr. 10 Sgr.; Hafer 23 Sgr. 9 Pf,

9ʃ½ Mittwoch, den 13. Januar 1836.

Das Schock Strog 6 Rthlr. 10 Sgr., auch 5 Rthlr.; der Cent⸗ 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 20 Sgr.

Branntwein⸗Preise vom 8. bis 14. Janugr 1836.

Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 40 poC.

baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Kor Rthlr., auch 16 Rthlr. 15 Sgr.; Kartoffel⸗Brannt. 22 Sgr. 6 Pf., auch 15 Rthlr. 15 Sgr. Kartoffel⸗Preise 8 vom 7. bis 13. Januar 1836. el 15 Sgr., auch 10 Sgr. Redacteur Ed. Cottel.

Gedruckt bei A.

W. Hayn.

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Bekanntmachungen. ETETEöT“

Da, nach dem anher beschehenen Antrag, und resp. zu Folge hoͤchsten Befehls, zu Regulirung des hin⸗ terlassenen Vermoͤgens der unter naͤher beschriebenen abwesenden und verschollenen Personen, in Gemaͤßheit des hoͤchsten Mandats vom 13. November 1779 mit Eroͤffnung des Edictal⸗Prozesses zu verfahren ist; so werden Amts⸗ und beziehendlich Commissionswegen diese abwesenden Personen, so wie eventuell deren Erben und Glaͤubiger, hiermit oͤffentlich vorgeladen, den sechszehnten Maͤrz 1836 zur gehoͤrigen Gerichtszeit und vor Nachmittag fuͤnf ÜUhr, unter der Verwarnung, daß außerdem die Ab⸗ wesenden selbst fuͤr todt erklaͤrt und das Solchen zu⸗ kommende Vermoͤgen den sich anmeldenden Erben und Glaͤubigern verabfolgt, diese aber im Falle des

Außenbleibens von ihren Rechten am Vermoͤgen der Verschollenen ausgeschlossen und der ihnen etwa zuste⸗ henden Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand fuͤr verlustig werden geachtet werden, in Person oder durch gehoͤrig instruirte Be⸗ vollmaͤchtigte an hiesiger Amtsstelle zu erscheinen und sich ausreichend zu legitimiren, so wie die betreffen⸗ den Anspruͤche und Forderungen gehdrig zu beschei⸗ nigen und nachzuweisen, auch daruͤber mit dem ver⸗ pflichteten Contradictor in abgewechselten Schriften rechtlich zu verfahren, und es wird hiernaͤchst

der achtzehnte Mai 1836

als Tag des Actenbeschlusses und, nach Befinden, der Verschickung der Acten zum rechtlichen Verspruche, so wie

der siebenzehnte August 1836 als Termin zur Publication des öhafegenden Amts⸗ Bescheides oder einzuholenden rechtlichen Erkennt⸗ nisses anberaumt, uͤbrigens aber den entfernter woh⸗ nenden und auswaͤrtigen Interessenten noch aufer⸗

legt, zu Annehmung kuͤnftiger Ausfertigungen im hiesigen Orte oder in dessen Naͤhe Sachwalter, die von Ausläͤndern zugleich mit gerichtlichen Vollmach⸗ ten zu versehen sind, bei 5 Thlr. Strafe zu bestellen.

Instizamt zu Pegau, den 1. October 1835. Kdnigl. Saͤchs. bestallter Justiz⸗Amtmann daselbst, als

8 Commissarius causae.

Busse.

PWzei der verschollenen Personen.

1) Carl Gottfried Beyer, aus Piegel gebuͤrtig, und Sohn des vormaligen Nachbarn Johann Christian Beyer dasigen Ortes, im hiesigen Amtsdorfe Piegel, geboren den 24. Juni 1762, ist bereits im Jahre 1778 als Tischlergeselle vom Dorfe Schnaudertrebnitz aus auf die Wanderschaft gegangen und hat sich spaͤ⸗ terhin in einem Dorfe Rocken bei Bremen ansaͤssig gemacht, auch daselbst sich verehelicht und Kinder ge⸗ zeugt, in der Folge aber als Hollaͤndischer Hnusar Kriegsdienste geleistet und im Jahre 1809 den Feld⸗ zug gegen Oesterreich mitgemacht, auf welchem der⸗ selbe, nach der von Solchem im Jahre 1810 einge⸗ gangenen letzten Nachricht, Invalid geworden ist.

Das Solchem als vaͤterliches Erbtheil zugefallene Vermoͤgen besteht in 50 Mfl., vom Jahre 1813 an mit vier Procent zinsbar, und ist auf einem Gute zu Piegel hppothecarisch versichert.

2) Andreas Krobitzsch, gebuͤrtig aus Staͤntsch, und ein Sohn des vormaligen Nachbarn Christoph Kro⸗ bitzsch dasigen Ortes, hat als gemeiner Soldat in dem Koͤnigl. Saͤchs. Cuirassier⸗Regimente von Zastrow in den Jahren 1812 und 1813 dem Feldzug nach Ruß⸗ land mitgemacht und seit dieser Zeit von seinem Le⸗ ben und Aufenthalt keine Nachricht gegeben.

Beim Ableben dessen Vaters ist Solchem, zugleich mit vier Geschwistern, nichts weiter als ein Grund⸗ stuͤck von einem Acker Feld zum gemeinschaftlichen Erbtheile zugefallen, das nach her fuͤr 30 Thlr. ver⸗ kauft worden.

3) Johann Rudolph Zschocher, aus Medewitzsch, Sohn des vormaligen Nachbarn Johann Christian Zschocher daselbst, geboren den 8. Februar 1757, ist bereits in den achtziger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts als Schumacher⸗Geselle von Leipzig aus auf die Wanderschaft gegangen, und hat seitdem nie etwas von sich hoͤren lassen, soll indessen vor laͤnge⸗ kesct g. 1e seyn

Das Solchem zugesallene und im hiesigen Amts⸗ Peugsito Vermoͤgen betraͤgt” 12 Thlr. 16 gr. 3 pf.

4) Carl Friedrich Richter aus Zeschwitz, ein Sohn Cristian Gottholb Richters dasigen Ortes, jetzt ohn⸗

gefaͤhr 44 Jahr alt, ist im Jahre 1807 als gemeiner

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die

mit solchem nach Spanien marschirt, hat jedoch von dieser Zeit an von sich keine Nachricht gegeben. Das Solchem als aͤlterliches Erbtheil zugefallene Vermoͤgen betraͤgt 450 Thlr., vom 29. August 1833 an mit 4 Proecent jaͤhrlich zinsbar, und ist auf dem Richterschen Gute zu Zeschwitz hypotheecarisch versichert. 5) Johann Friedrich Barthel, aus Zeschwitz, juͤng⸗ ster Sohn des vormaligen Auszuͤglers Andreas Bar⸗ thel dasigen Ortes, und im Jahre 1792 geboren, hat im Jahre 1811 als Koͤnigl. Saͤchs. Leibgardist den Feldzug nach Rußland mitgemacht, ohne jemals wei⸗ ter einige Nachricht uͤber sein Leben zu ertheilen. Sein Vermoͤgen besteht in 50 Mfl. muͤtterlichen und 8 Thlrn. vaͤterlichen Erbtheil. 6) Rosalie Witzveuf, dem Geburtsorte und der 1811 Gouvernante bei dem verstorbenen Domherrn von Levetzow zu Loͤbnitz, hat sich um diese Zeit nach Bautzen gewendet und dort bei dem vormaligen Groß⸗Kaufmann Prenzel als Gouvernante in Dien⸗ sten gestanden, jedoch schon zu Ansage des Jahres 1814 diesen Ort wieder verlassen, und soll nachher zunaͤchst bei einem Herrn von Roͤmer in Leipzig, der Major bei der Koͤnigl. Saͤchs. Armee gewesen, ein aͤhnliches Engagement genommen haben. Von deren ferneren Lebens⸗Verhaͤltnissen sind keine Nachrichten vorhanden, und ist uͤbrigens deren gegenwaͤrtiges Al⸗ ter mit allem Grund uͤber 70 Jahr zu vermuthen. Das Solcher aus der Levetzowschen Concursmasse zugefallene Vermoͤgen betraͤäat dermalen noch 181 Thlr. is8 gr. 1 pf. und befindet sich unter besonderer Ver⸗ waltung. No. 17050. E d t t 0 Sopra la petizione di Annunciata Biginata moglie di Luigi Ziviani prodotta il 13. settembre corr. No. 17059. contro il suddetto Luigi Ziviani sul punto di dichiarazione di morte del ridetto Luigi Ziviani all' effetto di succedere alla di lui eredità fu da questo imperiale Regio Tribunale di Prima Istanza deputato a pericolo e spese di esso rco convennto Ziviani in curatore l' nvvocato Alessandro Brognoligo e Ussato il termine di un anno per comparire dinanzi lo stesso imperiale Regio Pribunale, came col presente editto vi viene cilato, o far avere al suaccennato curatore i documenti di sua esistenza con avvertenza che non dando in alcan modo notizia di sua esistenza si pro- cederà alla dichiarazione di morte. II presente editto verrà insczitto a spese dalla is- tante nelle gazzette di Verona, Vienna, Pietroburgo e Berlino, locchè dovrè essere giustificato dalla is- tante slessa, trascorso il suddetto termine, con sue- cessiva di lei istanza. Dall' imp. R. TPribunale Provinciale, Verona Ii 18. settembre 1834. In assenza di Presidente II Consigliere Dirigente Bonfanti. Angeli. I. R. Cansigliere Mola, I. R. Consigliere.

—-——

Nachdem Herr Dr. Johann Adam Bergk allhier mit Tode abgegangen und dessen Verlassenschaft zu Befriedigung der bekannten Forderungen unzurei⸗ chend befunden worden, dessen nachgelassene Frau Wittwe und Kinder sammt dem Altersvormunde der unmuͤndigen Kinder daher den Nachlaß anzutreten Bedenken getragen haben und darauf Concurs zu eröͤffnen beschlossen worden;

Als werden hiermit alle bekannte und unbekannte Glaͤubiger und Interessenten, welche an die erwaͤhnte Verlassenschaft Anspruͤche und Forderungen als Glaͤu. biger oder aus irgend einem andern Grunde zu ha⸗ ben vermeinen, geladen, daß

den achtzehnten Juni 18360, als welcher zum Liquidations⸗Termine anberaumt worden, zu rechter fruͤher Gerichtszeit an Universi⸗ täͤts⸗Gerichtsstelle entweder in Person rvesp. ecum curatore et per tutores oder durch gehoͤrig legllimirte und zu Abschließung eines Vergleichs gehorig in⸗ struirte Gevollmaͤchtigte erscheinen, zusoͤrderst mit dem bestellten Herrn Curator lilis guͤtlich Verhoͤr und Handlung pflegen und wo moͤglich einen Vergleich treffen, in dessen Entstehung ihre Anspruͤche und Forderungen liquidiren und bescheinigen unter der Verwarnung, daß diejenigen, welche außen bleiben oder ihre Anspruͤche nicht gehoͤrig liquidiren, dersel⸗ ben, so wie diejenigen, welchen das Recht der Wie⸗ dereinsetzung in den vorigen Stand zustehen moͤchte, dessen fuͤr verlustig und pro praeclusis, nicht min⸗

Abkunft nach unbekanut, vormals und bis zum Jahr⸗

[Erscheinungen des Auslandes, und zwar sowohl auf

erklaͤren, fuͤr einwilligend werden geachtet werden, hierauf mit dem bestellten Herrn Curator litis recht⸗ lich verfahren binnen sechs Wochen beschließen und den sechszebhnten Juli 1830, der Publication eines Praͤclusiv Bescheides sowohl den sechsten August 1836, der Inrotulation der Acten zu Einholung eines Lo⸗ cations⸗Erkenntnisses der Abfassung eines Gerichts⸗ Bescheides gewaͤrtig seyn, auch die auswaͤrtigen Glaͤu⸗ biger zu Annahme kuüͤnftiger Zufertigungen Bevoll⸗ mäaͤchtigte in hiesigem Orte bestellen sollen. Leipzig, den 23. Dezember 1835. Das Universitaͤts⸗Gericht daselbst D. Ruͤling. Boͤttger, Act.

VWanõnnmhun

Es wird von uns fuͤr nothwendig erachtet, auf die Interimsscheine der Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗Com⸗ pagnie, in Grmaͤßheit des F. 4. der Statuten, eine fernere Einzahlung von Zehn Thaler pro Actie anzuordnen, und werden die Actionairs hierdurch auf⸗ gefordert, solche bis spaͤtestens . den 15. Marz 1836, Abends 7 Uhr, im Bureau der Compagnie hierselost zu leisten, in⸗ dem zugleich erinnert wird, daß im Unterlassungs falle nach diesem Tage der im §. 5. der Statuten ausgesprochene Verlust aller Rechte und des bereits bezahlten Einschlusses unabaͤnderlich eintreten muß. Wir ersuchen uͤbrigens, bei der Einreichang meh⸗ rerer Interimsscheine selbige mit einem nach der Nummerfolge geordneten Verzeichnisse in zwei Erxem⸗ plaren zu begleiten, um die Quittungen uͤber geleistete Einzahlungen zu erleichtern. 8 Zufolge unserer Bekanntmachung vom 15. August d. J. wird eine spaͤtere Erinnerung an die Folgen unterbliebener puͤnktlicher Einzablung diesmal und fernerhin nicht erfolgen, und machen wir zugleich bekannt, daß unser Cassirer Herr Bäaͤder von uns er⸗ maͤchtigt ist, die Quittungen uͤber geschehene Raten⸗ zahlungen auf den Interimsscheinen zu bewirken, und unser Comptoirist Herr F. Heineken, solche zu con⸗ trasigniren.

Leipzig, am 31. Dezember 1835. Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗Compagnie. 3““

Carl Tenner, Bevollmaͤchtigter.

gv. , uFien AUecefE. MeARnn daensnMdnHcxsamnrvN-vad trwvegn Heradfn. Literarische Anzeigen.

. 2-2 32 Nagazin fuͤr die Literatur des Auslandes. Diese Zeitschrift, welche zwar ein Beiblatt der Allgem Preuß. Staats⸗Zeitung bildet, aber auch, ihrer ganz fuͤr sich abgeschlossenen Tendenz halber, als ein selbststaͤndiges Institut angesehen werben kann, umfaßt eine Uebersicht der gleichzeitigen lerarischen

dem Gebiete der eigentlichen schöͤnen Literarur, als auch insbesondere auf dem der Laͤnber⸗ und Voͤlker⸗ Beschreibungen. Waͤhrend auf der einen Seite die Dichter und unterhaltenden Schriftsteller Frankreichs, Englands, Italiens, der Pyrenaͤischen und der Skan⸗ dinavischen Halbinsel, Rußlands und Nord Amerikas, theils durch Auszuͤge aus ihren Werken und theils durch kritische Bemerkungen uͤber dieselben, vorge⸗ fuͤhrt werden, wird auf der andern Seite auch die unerschoͤpfliche Fundgrube, aus der besonders unsere Zeit die Kenntniß von unserm Erdballe ergaͤnzt und berichtigt hat, nicht unbenutzt gelassen, ohne daß darum doch die Uebecsicht der Literatur als erster Zweck aus den Augen gelassen wird. Der Beifall, welcher dieser Zeitschrift, die mit dem 1. Januar ihren fuͤnften Fahrgang begonnen hat, von vielen achtbaren Seiten zu Theil geworden ist, muntert die Redaction auf, auch fernerhin bei ihrem hisherigen Verfahren zu beharren.

Der Praͤnumerations⸗Preis fuͤr das drei Mal woͤ⸗ chentlich in Fol. erscheinende Blatt betraͤgt viertel⸗ jaͤhrlich 22 ½ sgr. (jaͤhrlich 3 Thlr.) wofuͤr es sowohl hier (durch die Expedition der Preuß. Staats⸗Zeitung) als durch alle Koͤnigl. Post Aemter zu beziehen ist und den Hiesigen frei in das Haus gesandt wied.

Berlin, im Januar 1836.

Bei A. W. Hayn, Zimmerstraße Nr. 29, ist er⸗ schienen, und in allen Buchhandlungen zu haben:

Der Geschaͤftsstil

der diejenigen, welche zwar erscheinen, jedoch uͤber

Soldat unter das Isenburgsche Corps gegangen und

einen etwa vorliegenden Vergleich sich deutlich nicht

gegruͤndet auf die Kunst richtig zu denken und sich

58

Preußischen Staaten.

den

in Amts⸗ und Privatvortraͤgen

deutlich, bestimmt und schoͤn auszudruͤcken; mit be⸗

Uͤhrenden Beispielen zum Selbstunterrichte. Von J.

D. F. Rumpf, Koͤnigl. Preuß. Hofrathe. Dritte veebesserte Ausgabe. Preis 1 ¾ Thlr.

In der Einleitung wird gezeigt, wie die Denk⸗ kraft uͤberhaupt ausgebildet und geuͤbt, durch welche Hüͤlfsmittel Jedermann zu einem deutlichen, wohl⸗ geordneten und schoͤnen Gedankenvortrag gelangen,

wie eine Behauptung bewiesen oder widerlegt, und

eine Wahrheit bis zur voͤlligen Gewißheit und he⸗ berzeugung dargethan werden kann. Diese mit Bei⸗ spielen klar gemachten Grundsaͤtze, werden nun auf hoͤhern Geschaͤftsstil in oͤffentlichen und privat Angelegenheiten aller Art angewendet und mit Mustern begleitet. Auf gleiche Weise wird der nie⸗ drige Geschaͤftsstil in Vertraͤgen, Schuldver⸗ schreibungen, Testamenten und allen moͤglichen im

buͤrgerlichen Leben vorkommenden Aufsaͤtzen behan⸗

delt. Bei den gegebenen Mustern werden die gegen Stil und Sprachregeln begangenen Fehler gezeigt und verbessert, und somit dem Puolikum ein theore⸗ tisch praktisches Handbuch uͤber den Geschaͤftsstil dar⸗ geboten, das an Rerichhaltigkeit noch nicht uͤbertrof⸗ fen ist, und dessen Gemeinnuͤtzigkeit auch die gegen⸗ waͤrtige dritte Ausgabe verbuͤrgt.

Frankfurter Repertorium fuͤr

Handel⸗ und Finanz⸗Wesen

zunaͤchst die deutschen Bundesstaaten betreffend, mit Kundgebung gemeinnuͤtziger Nachrichten, Ent⸗ deckungen und Erfahrungen im Gebiete der Indu⸗

strie, Haus⸗ und Landwirthschaft u. s. w.

Mit dem Jahre 1836 beginnt das erste Decennium dieses Journals und fuͤr dasselbe beziehungsweise eine neue Aera.

Von nun an wird dasselbe woͤchentlich einmal ke⸗ gelmaͤßig ausgegeben, und zwar unter Begleitung einer Extra⸗Beilage betitelt:

W Anzeigen jeder Art, vorzugsweise solche, die der Tendenz des Blattes entsprechen und ein poetisches Interesse fuͤr das Geschaͤfts⸗ und Privatle⸗ ben darbieten, finden darin Aufnahme.

Fonds⸗ und Geldcourse mit explicativen Anmer⸗ kungen versehen, Waaren- und Getreide-⸗Preist, Memorabilien und sonstige allgemein nuͤtzliche Noti⸗ zen ꝛc, werden den praktischen Werth desselben erhoͤhen

Das Repertorium, inclusive des Dampfwagen, kostet vierteljaͤhrlich 1 Fl. 30 Kr. oder 25 sgr.; der Dampfwagen apart 36 Kr. oder 10 sgr. Man kann darauf bei den zunaͤchst gelegenen resp. Post⸗Aemten, sowie in jeder solibden Buchhandlung abonniren. Frankfurt a. M, den 31. Dezember 1835.

Erpedition des Handels⸗Repertoriums,

8 Zeil L. 0) 211 Auftraͤge in Handels⸗ und Geschaͤfts⸗Angelegenhei⸗ ten jeder Art effectnirt obige Expedition mit gewissen⸗

sfter Sorgfalt eben so puͤnktlich als billig.

74

27

In der Antiqwarhandlung, unter den Kolonaden an der Koͤnigsoruͤcke Nr. 32 (neben dem Comtoirk des Herrn Burg), ist zu haben:

Verhandlungend. Gewerbvereins in Preu⸗

ßen. Ganz complet bis incl. 1834. 13 Jahrgge. (Ladenpr. 94 Thlr.) Ganz neu 47 Thlr. Die⸗ selben bis incl. 1832. 11 Jahrgge. (Ladenpr. 74 Thlr.) Ganz neu 37 Thlr. Dieselben 1828 bis incl. 1832. 5 Jahrgge. (Ladenpr. 50 Thlr.) Ganz neu 162 Thlr. Verhandlungen d. Gartenvereins. 20 Lie⸗ ferungen. Berlin 1824 bis 1834. (Ladenpreis 39 Thlr.) Ganz neu 10⁄ Thlr. Kunst und (Gewerbeblattd. polytechn Instituts des Koͤnigr. Bayern, ganz vollstaͤndig; nebst dem: Monatsblatt f. Bauwesen, ganz vollstaͤndig; 1815 bis incl 1834. Muͤnchen. Alo. (Ladenpreis an 100 Tblr.) 29 ½ Thlr. Briefe und Gelder von außerhalb: „franco.“

——ᷓᷓ—

In dem Verlage des Unterzeichneten ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Berlin

bei Ferd. Duͤmmler und E. S. Mittler:

Die jeune Allemagne in Deutschland. Svo. 2 Bogen fein Velin in Umschlag. 33 sgr. Stuttgart, Dezember 1835.

S. G. Liesching.

——

N eoue has siren.

17 ten

Amtl iche Nachrichtey.

Kronik des Tages. 8

Se. Koͤnigl. Hoheit der Herzog von Cumberland ist von hier nach London abgereist.

Kunst⸗Ausstellung im Akademie⸗Gebaͤude.

Die Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste wird in diesem Jahre miederum eine Kunst⸗Ausstellung veranstalten, und ladet auswaͤr⸗ eand einheimische Kuͤnstler hierdurch ergebenst ein, dieselbe *ꝙEinsendung ihrer Kunstwerke zu bereichern. Da die Er⸗ aung der Ausstellung bereits in der ersten Woche des Sep⸗ tembers erfolgen soll, so muͤssen die fuͤr dieselbe bestimmten Kunst⸗ verke spaͤtestens bis zum 25. August im Akademie⸗Gebaͤude ab⸗ geltefert werden, die schriftlichen Anzeigen derselben aber schon vor dem 14. August eintreffen, um in das zu druckende Ver⸗ zeichniß aufgenommen zu werden. Fuͤr dieses wird, außer der Angabe des vollstaͤndigen Namens und des Wohnortes der Kuͤnst⸗ ker, nebst einer kurzen Beschreibung der einzusendenden Kunst⸗ verke (welche zur Verhuͤtung von Verwechselungen auch bei Landschaften nicht fehlen darf), auch noch die Bemerkung erbe⸗ en, ob ein Kunstwerk kaͤuflich ist oder nicht, und in letzterem Falle der Name des Besitzers. Anonyme Arbeiten, so wie aus der Ferne kommende Malereien unter Glas, werden nicht zur Ausstellung angenommen.

Die Dauer der Ausstellung ist auf zwei Monate festgesetzt.

Die Akademie wird von ihrer Seite alle Vorkehrungen tref⸗ fen, um die Benutzung der Ausstellung zu unbefugter Publizirung der Kunstwerke unmoͤglich zu machen.

Wenn Fabrikanten und Handwerker, welche nicht akademi⸗ sche Kuͤnstler sind, vorzuͤglich schoͤne oder von ihnen neuerfundene Gegenstaͤnde durch diese Ausstellung zur Kenntniß des Publi⸗ ums bringen wollen, so haben sie solche zuvor der mit diesem Geschaͤft von der Akademie beauftragten Kommission zur Beur⸗ heilung vorzulegen, ob dieselben fuͤr eine Kunst-⸗Ausstellung geeignet sind. W

Auswaͤrtige Kuͤnstler, wenn sie nicht Mitglieder der Akade⸗ ie, oder Professoren an einer Kunst⸗ Schule, oder besonders nufgefordert worden sind, haben die Kosten des Transports ih⸗ er Arbeiten selbst zu tragen, und zur Ablieferung und Wieder⸗ mpfangnahme derselben ihrerseits einem Kommittenten in Ber⸗ in Auftrag zu geben, was uͤberdies immer geschehen muß, wenn der Verkauf der Werke beabsichtigt wird.

Berlin, den 1. Januar 1836.

Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste. Dr. G. Schadow, Direktor

Bei der am 14ten und 15ten d. M. geschehenen Ziehung der lsten Klasse 73ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fiel der Haupt⸗ Gewinn von 5000 Rthlr. auf Nr. 9736; die naͤchstfolgenden 2 Gewinne zu 1200 Rthlr. fielen auf Nr. 23,881 und 45,557; zGewinne zu 800 Rthlr. auf Nr. 73,026. 86,254 und 95,541; †Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 26,993. 39,619. 91,201 und 100,272; 5 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 8599. 14,420. 16,018. 79,153 und 94,742.

Der Anfang der Ziehung der 2ten Klasse dieser Lotterie ist auf den 11. Februar d. J. festgesetzt.

Berlin, den 16. Januar 1836.

Koͤniglich Preußische General⸗Lotterie⸗Direction.

Dem Mechaflltus Lange zu Neumarkt ist unterm 13. Ja⸗ nuar 1836 ein Patent

wegen einer mechanischen Einrichtung zum Reguliren der Fluͤgelflaͤche einer Windmuͤhle durch den Windstoß in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiese⸗ nen Zusammensetzung auf Acht Jahre, von jenem Termine angerechnet, und fuͤr den

mfang der Monarchie ertheilt worden.

Angekommen: Der Fuͤrst Alexander zu Sayn⸗ Pittgenstein⸗Berleburg, von St. Petersburg.

Se. Excellenz der Großherzogl. Sachsen⸗Weimarsche Wirk⸗ liche Geheime Rath und Ober⸗Stallmeister, Generalk⸗Major von Seebach, von Weinnar.

8

Zeitungs⸗Nachrichte: bö“ Rußland.

St. Petersburg, 9. Jan. Am vorigen Mittwoch, als am Russischen Weihnachtsfeste, fand in der Kapelle des Winter⸗ Dalais eine feierliche Messe statt, der Ihre Majestaͤten der Kai⸗ A. und die Kaiserin und Ihre Kaiserl. Hoheiten der Großfuͤrst⸗ hronfolger und die Großfürstin Marie, so wie der Prinz Pe⸗ er von Oldenburg, beiwohnten. Nach der Messe stimmte der

ketropolitan von Moskau, Philaretes, assistirt von den Mit⸗ gliedern der Shnode, das Tedeum zum Danke fuͤr die im Jahre 812 geschehene Befreiung des Russischen Gebietes von den feindlichen Heerschaaren an. Ein gleiches Tedeum wurde auch d den Saͤlen des Palastes gesungen, wo unter den Befehlen e. Kaiserl. Hoheit des Großfuͤrsten Michael die Palast⸗Grena⸗ Urere, so wie die mit dem Georg⸗Orden geschmuͤckten Offiziere, Umteroffiztete und Gemeineb des Garde⸗Corps versammelt waren. ach dem Gottesdienste beehrten Ihre Kaiserl. Majestaͤten die

arade dieser Truppen und ließen sie in den großen Saͤlen die

r erste große Adels⸗Ball, welcher in diesem Winter am

sten v. M. stattfand, war einer der glaͤnzendsten, dessen man

sich jemals zu erinnern weiß. Die Kaiserliche Familie hat den⸗ selben ebenfalls mit ihrer Gegenwart beehrt.

Der General⸗Lieutenant Martynoff, Platz⸗Kommandant von St. Petersburg, hat den Alexander⸗-Newsky⸗Orden, der General⸗ Lieutenant Jessakoff den Wladimir⸗Orden zweiter Klasse und der General⸗Major Buturlin den Annen⸗Orden erster Klasse erhalten.

Der General⸗Lieutenant Baron von der Pahlen ist seiper Functionen als Kurator des Universitäts⸗Bezirkes Dorpat in Gnaden entlassen worden.

Der außerordentliche Botschafter Sr. Maj. des Koͤnigs der Franzosen beim hiesigen Hofe, Baron von Barante, ist vor⸗ gestern mit seiner Familte aus Berlin hier eingetroffken.

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Riiga, 8. Jan. (Prov. Bl.) Am 25. November 1735 bewilligte die Kaiserin Anna der Kaufmannschaft Riga's ein zin⸗ senfreies Darlehn von 100,000 Alberts⸗Thalern zur Stiftung der Handlungs⸗Kasse, aus der, gegen hinreichende Sicherheit, Kaufleute, denen es fuͤr den Augenblick zu einer wohlberechne⸗ ten Speculation an baarem Gelde fehlt, Vorschuͤsse erhalten koͤn⸗ en. Dies äͤngst zuruͤckgezahlte Darlehen gab dem Handel der wichtigen Seestadt den durch Kriege verlornen Aufschwung wieder, wirkte wohlthaͤtig mit in jeder Lebens⸗Function des Ge⸗ meinwesens und begruͤndete jene Wohlhabenheit Riga's, deren man sich jetzt oft nur seufzend erinnert. Als der Jubel⸗ tag der Stiftung im vorigen Jahre eintrat, sandte ein hochverehrter Greis, seit mehr als einem Menschenalter eine Säule des Handelsstandes und Vorbild uͤberall, wo es galt, tiefgefuͤhlten Patriotismus zu beweisen, dem Fonds des Armen⸗ Direktoriums ein Geschenk von 500 Rubel B. A., und am fol⸗ genden Sonntage wurde, auf Verordnung des Rathes, ein Dank⸗ fest in allen Stadtkirchen begangen. Dos Stadtblatt erwaͤhnt noch anderer Feierlichkeiten, mit denen auch in Privat⸗Zirkeln dies schoͤne Jubelfest begangen worden. Eine Huldbezeugung, die nach einem Jahrhundert die Urenkel der Empfaͤnger mit hei⸗ ßem Dankgefuͤhl erfuͤllt, ist wahrlich ein herrliches Denkmal ech⸗ ter Regenten⸗Weisheit.

Seit einigen Wochen haben die srei praktizirenden Aerzte zu Riga, deren wir 34 besitzen, einen schon bestaͤtigten Verein gebildet, zur Unterstuͤtzung der durch Krankheit oder Alter ver⸗ armten Aerzte und ihrer Wittwen. Jedes Mitglied zahlt fuͤr den Eintritr 15, und einen Jahres⸗Beitrag von 8 Rbl. S. Im sechsten Jahre nach der Stiftung wird die Zahlung der Unter⸗ stuͤtzungen anfangen.

Frankressch.

Paris, 10. Jan. Der Paͤpstliche Geschaͤftstraͤger hatte gestern eine Audienz beim Koͤnige, zu welcher er von dem Ein⸗ hh. der Botschafter, Herrn von Saint⸗Maurice, geleitet wurde.

Der Herzog von Orleans befindet sich seit seiner Ruͤckkehr aus Afrika noch immer unwohl, was auch wohl der Grund ist, weshalb er dem letzten Hof⸗Balle in den Tuilerieen nicht beiwohnte.

Nachdem in der gestrigen Sitzung des Pairshofes die An⸗ klage⸗Akte gegen die April⸗Gefangenen von der Pariser Kategorie vee sen worden, vertagte sich der Gerichtshof auf den naͤchsten Montag.

Folgendes sind die Namen der Deputirten, die sich im Laufe der Berathungen uͤber den Adreß⸗Entwurf zu Gunsten dessel⸗ ben vernehmen lassen wollen. Die Herren Muret⸗de⸗Bort, Du⸗ vergier⸗de⸗Hauranne, Merlin, Saint⸗Marc⸗Girardin, Leyraud, Fulchiron, Pataille und Daunant. Wider denselben werden die Herren Chapuy⸗Montlaville, Dubois, von Sade, Auguis, Eusebe⸗Salverte und Glais⸗Bizoin auftreten.

Der heutige Moniteur enthaͤlt eine Koͤnigliche Verordnung, wonach die aus der Levante und den Kuͤsten der Barbarei kom⸗ menden Kauffahrteischiffe kuͤnftig auf der Insel Saint⸗Michel, bei Lorient, Quarantaine halten sollen. Den Schiffen der Koͤ⸗ niglichen Marine, gleichviel von wo sie kommen, wird zu dem⸗ selben Behufe jetzt auch die Quarantaine⸗Anstalt zu Trébéron auf der Rhede von Brest angewiesen.

Das Journal de Paris meldet, daß die Sparkassen im Laufe des Jahres 1835 bei dem Koͤnigl. Schatze die Summe von 27,516,000 Fr. niedergelegt haben, naͤmlich: die Pariser Sparkassen 13,670,000 Fr. und die Provinzial⸗Sparkassen 13,846,000 Fr. Saͤmmtliche Sparkassen haben im Laufe des verflossenen Jahres nur die verhaͤltnißmaͤßig geringe Summe von 441,000 Fr. zuruͤckgenommen. Der Gesammtbetrag, der am 31. Dezember 1835 beim Koͤnigl. Schatze fuͤr alle Sparkassen Frankreichs deponirt war, belief sich auf 62,279,000 Fr. Es existirten zu dieser Zeit 155 regelmaͤßig autorisirte Sparkassen.

Die beiden bisherigen Mitarbeiter der Quotidienne, Baron von Brian und Alfred Nettement, haben sich nunmehr der „Gazette de France“ angeschlossen.

Die Dlles. Therese und Fanny Elsler sind bereits wieder in Paris eingetroffen.

Die hiesigen Blaͤtter geben heute ausfuͤhrlichere Be⸗ richte uͤber die Hinrichtung Lacenaire’'s. Dieser verstockte Boͤse⸗ wicht hatte durch sein Benehmen vor den Assisen, durch das kecke Eingestaͤndniß aller seiner Verbrechen, durch seine wissenschaft⸗ liche Bildung und seine freigeisterischen Anstchten, besonders aber durch seine angebliche gänzliche Verachtung des Todes die Auf⸗ merksamkeit des Publikums sehr lebhaft in Anspruch genommen. Man war begierig, ob er seine materialistische Philosophie bis an's Ende durchfuͤhren und dem Tode auf dem Schaffotte so kuͤhn in's Auge sehen wuͤrde, wie er sich offen geruͤhmt hatte. Nach einigen Berichten waͤre dies allerdings der Fall gewesen; die meisten aber stimmen darin uͤberein, daß ihn sein Muth im letz⸗ ten Augenblicke gaͤnzlich verlassen hatte, wogegen Avril, der seine Ver⸗ brechen bereut und die Troͤstungen der Religion angenommen, mit weit mehr Fassung und Ergebung seine Strafe erlitten ha⸗ ben soll. Dem National giebt diese Hinrichtung zu folgenden Betrachtungen Anlaß: „Gestern wurden Lacenaire und Avril in Gegenwart einer Menge Neugieriger zu Fuß und in

Cquipagen hingerichtet. Man hatte sich das Schausviel

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eines Menschen versprochen, der bis zum letzten Au⸗ genblick der Stimme seines Gewissens und den Gesetzen der Natur trotzen wuͤrde. Es ist jenem Poͤbel der hoͤheren Klassen, der das Scheußliche fuͤr erhaben haͤlt, und des⸗ sen schwacher Geist durch die Frechheit der Lacenaireschen Theo⸗ rieen uͤber den Mord gleichsam unterjocht war, eine große Lehre gegeben worden: Lacenaire ist wie ein Feiger gestorben. Ein andermal wird man sich nicht so leicht fuͤr einen schaamlosen Boͤ⸗ sewicht interessiren, der sich ein Recht uͤber Leben und Tod an⸗ maßt, indem er sich ruͤhmt, als Ersatz dafuͤr seine eigene Exi⸗ stenz mit eben so viel Verachtung wie ein Stuͤck Geld hinzuge⸗ ben, und man wird nicht wieder glauben, daß ein Moͤrder eben so ruhig sterben koͤnne, wie Einer, der den Gesetzen der Moral treu geblieben ist.“

Unter der Ueberschrift: „Seltsame Lage Spaniens“, ent⸗ haͤlt der National folgenden Artikel: „Wenn man danach forscht, wer eigentlich in Spanien regiert, so findet man, daß es die „unschuldige Isabella“ von der einen, und Don Carlos von der anderen Seite ist; dies ist ganz natuͤrlich in einem Lande, wo der Buͤrgerkrieg im Namen zweier sich einander g genuͤberstehenden Legitimitaͤten gefuͤhrt wird. Wenn man fragt, wer in Spanien herrscht, so ist die Antwort nicht so leicht. Es sind weder die Cortes, noch der Minister⸗Rath, noch die ver⸗ wittwete Koͤnigin; denn ohne daß von ihnen im Geringsten die Rede gewesen waͤre, ist Herr Mendizabal zum sinanziellen Diktator ernannt worden. Mina, der noch weniger von Formen haͤlt, wie Herr Mendizabal, hatte sich schon von selbst in der Provinz, die ihm anvertraut worden ist, zum militairischen Dik⸗ tator gemacht. Er schreibt Contributionen aus; er dekretirt den Belagerungszustand mit allen seinen furchtbaren Folgen; er macht die Vaͤter verantwortlich fuͤr die Desertion ihrer Soͤhne, woͤh⸗ rend Herr Mendizabal die Minderjaͤhrigen der vaͤterlichen Au⸗ toritaͤt entzieht, damit sie sich vor dem gesetzlichen Alter anwer⸗ ben lassen koͤnnen. Cordova nimmt, in Erwartung der Schlach⸗ ten, die er gewinnen will, den Titel des Unuͤberwindlichen an. Der Kriegs⸗Minister verlaäßt Madrid, um mit Cordova zu konferiren; bloße Befehle des Kriegs⸗Departements reichen an⸗ scheinend nicht mehr hin. Auf der Seite des proskribirten Don Carlos findet man nur einheimische Freiwillige, deren Zahl im⸗ mer mehr zunimmt, während auf der Seite der „unschuldigen Isabella“ der Patriotismus bis jetzt durch die Fremden⸗Legion, durch das Englische Huͤlfs⸗Corps und durch einen unbekannten Theil der Portugiesischen Armee repraͤsentirt wird. Je mehr man die Lage dieses Koͤnigreichs pruͤft, desto weniger versteht man sie, weil man die in demselben vorherr⸗ schende Meinung vergebens sucht. Drei große Aufgaben sind in Spanien zu erfuͤllen: 1) den Zusammenhang des Ge⸗ biets durch Beendigung des Buͤrgerkrieges wieder herzustellen; 2) die politische Gesetzgebung in Einklang mit der constitu⸗ tionnellen Regierung zu bringen, deren Formen man provisorisch angenommen hat; und 3) den Kredit des Staats durch eine aufrich⸗ tige Pruͤfung seiner Lage und seiner Huͤlfsquellen neu zu b leben. Um den Buͤrgerkrieg zu beendigen, mußte man das Vol enthusiasmiren. Die Provinzial⸗Junten zeigten, indem sie si selbst bildeten, was man von ihnen erwarten konnte; aber die Ministerien, die einander folgten, sind nur uͤber den einzigen Punkt gleicher Meinung gewesen, daß man jeden National⸗Au schwung unterdruͤcken muͤsse. Herr Mendizabal ruͤhmt sich, jene Junten besiegt und sie zu den Fuͤßen des Thrones zuruͤckgefuͤhrt zu haben. Sey dem so; man sieht aber nicht, daß der Thron Isabella's dadurch mehr befestigt, oder daß Don Carlos mehr ge⸗ schwaͤcht worden waͤre. Die Provinzial⸗Junten koͤnnten sich daher leicht veranlaßt finden, wieder zusammenzutreten; denn, trotz der triumphirenden Ausdruͤcke des Herrn Mendizabal, kann man versichert seyn, daß sie nur in einen Waffenstillstand gewilligt haben; dies war das Einzige, was sie bei der Fortdauer des Buͤrgerkrieges thun konnten. Die Ernennung eines Finanz⸗Diktators ist ein Gestaͤndniß, welche die Cortes von ihrer Unfaͤhigkeit oder von ihrer nur zu genaue Kenntniß der trostlosen Lage Spaniens abgelegt haben. Nach de Aerzten kommen die Empiriker; Hr. Mendizabal tritt als ein solche auf; man hat ihm unbedingtes Vertrauen geschenkt, eben weil das Vertrauen in die Zukunft aller Welt fehlt; aber man kann sagen, daß, nach dem Votum der Cortes, Herr Mendizabal nur noch sein eigenes Vertrauen besitzt, welches schon weit mehr erschuͤt tert ist, als vor einiger Zeit. In seiner letzten Rede hat er ge meint, daß Siege seine finanziellen Combinationen unterstuͤtzen muͤßten; anfaͤnglich stellte er keine Bedingung, und die Sieg haͤngen allerdings nicht von ihm ab. Er hat die von ihm beab⸗ sichtigten Maßregeln geheim zu halten begehrt, weil er keine Versprechungen mehr machen konnte; er hat alle Gemeinplaͤtze, di man in Bezug auf den oͤffentlichen Kredit vorbringen kann, er⸗ schoͤpft. Das Geheimniß des Herrn Mendizabal ist wahrschein⸗ lich in diesem Augenblicke der Gegenstand aller Gespraͤche in Spanien. Wir unsererseits haben folgende Vermuthung. Nach⸗ dem man vorlaͤufig 100,000 dienstfaͤhige Maͤnner zu den Waffer gerufen und jedem Einzelnen freigestellt hat, sich mittelst eine Summe von 1000 Fr. loszukaufen, ist es uns wahrscheinlich, daß man jetzt die Dienstunfaͤhigen im Verhaͤltniß ihres Ver⸗ moͤgens in Anspruch nehmen will, was in der That weder neue Anleihen, noch Verkauf der National⸗Guͤter, noch neue Auflagen nach sich ziehen wuͤrde. Da das Loskaufen vom Militairdiens schon auf 100,000 Personen angewendet ist, und da das Gesetz erlaubt, es auf 400,000 anzuwenden, so wuͤrde es sich nur dar⸗ um handeln, die Maßregel allgemein 88 machen und sie den ver⸗ schiedenen Staͤnden und Vermoͤgens⸗Umstaͤnden anzupassen. Ei solcher Plan muß seiner Natur nach bis zur Ausfuͤhrung geheim gehalten werden; denn sonst wuͤrde er die Auswanderung einer Menge reicher Familien veranlassen. Wir werden in der Meinung, daß dies das ganze Geheimniß des Herrn Mendiza⸗ bal sey, dadurch bestaͤtigt, daß in der letzten Sitzung der Pro⸗ kuradoren⸗Kammer die Herren Galiano und Arguelles auf die Nothwendigkeit drangen, die große von Herrn Mendizabal er⸗ dachte Maßregel geheim zu halten, und zualeich erklaͤrten, daß

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