1836 / 26 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

——————— 8 e. 8 8.

zu Brighton gehaltenen Geheimen⸗Raths⸗Sitzung, in welcher auch die bisherigen Commissaire fuͤr das große Kanzlei⸗Siegel dasselbe abgaben, ihren Amtseid geleistet hatten. Man glaubt, daß die Hof⸗Zeitung, welche heute Abend ausgegeben werden soll, die er⸗ warteten Pairs⸗Ernennungen enthalten wird. Als den fuͤr Lady Campbell bestimmten Titel betd ipes man den einer Baro⸗ nin Strath⸗Eden, nicht Edendale. Der News and Sunday Herald macht bei dieser Gelegenheit bemerklich, daß es keinesweges beispiellos sey, daß die Gemahlin eines Com⸗

moners zur Pairs⸗Wuͤrde erhoben werde, waͤhrend ihr Gemahl

seinen fruͤheren Stand beibehalte. Auch die Gemahlin von Wil⸗ liam Pitt (des nachherigen Grafen Chatham) sey durch Verlei⸗ hung von Seiten des Koͤnigs eher zur Pairs⸗Wuͤrde gelangt, als dieser selbst, und noch im Jahre 1797 sey die Gemahlin des be⸗

ruͤchtigten General⸗Advokaten fuͤr Irland, John Toler, vom Koͤ⸗

nige zur Pairin erhoben worden, ohne daß ihrem Gemahl die⸗ selbe Ehre zu Theil geworden sey.

Der Herzog von Wellington reist morgen zu einem Besuch

bei Sir R. Peel von hier ab. Lord Brougham, der von seiner Krankheit wieder vollkommen genesen seyn soll, wird in der naͤch⸗ sten Woche hier erwartet.

Lord Melbeourne sowohl als Lord John Russell sind seit meh⸗ 1.39. Tagen unwohl; der Letztere soll sich jetzt in Besserung be⸗

nden.

Der konservative Verein der Grafschaft Durham hat kuͤrz⸗ lich unter dem Vorsitz des Marquis von Londonderry den drit⸗ ten Jahrestag seiner Stiftung durch ein großes Diner gefeiert.

Die Vorbereitungen zu dem in Birmingham zu Ehre O Con⸗ nell's zu veranstaltenden Diner werden eifeig fortgesetzt. Im An⸗ fange dieser Woche wurden 600 Billete ausgeboten, und zum Theil fuͤr 5 Guineen verkauft. Man glaubt, der Ausschuß werde sich genoͤthigt sehen, die Zahl der zuzulassenden Gaͤste auf acht⸗ hundert bis tausend zu vermehren. Gestern fand in Bir⸗ mingham die angekuͤndigte Versammlung des Ausschusses der po⸗ itischen Union statt, zu der sich gegen 10,000 Personen einfanden. Es wurde die bekannte, vom Ausschusse beantragte Adresse der Union an den Koͤnig und eine Petition an das Unterhaus, zur Danksagung wegen der Munizipalitaͤts⸗-Reform und zur Beantragung einer Reform des Oberhauses, einstimmig angenommen und be⸗ schlossen, daß die erstere durch den Marquis von Westminster und die letztere durch die Herren Attwood und Sholefied, die Parlaments⸗Mitglieder fuͤr Birmingham, uͤberreicht werden solle. Am 15ten trat ein fuͤr die Whig⸗Partei nicht minder wichtiges Ereigniß in Dublin ein, naͤmlich die erste oͤffentliche Versamm⸗ ung der großen Reform⸗Association fuͤr Irland. Die Asseciation aͤhlt jetzt sechzehnhundert Subskribenten, die sich in weni⸗ ger als einem Monate derselben angeschlossen haben. Die

Zwecke der Gesellschaft wurden in einer Rede des Ser⸗ geant Woulfe auseinandergesetzt. Sie bestehen im Wesentlichen, pie schon fruͤher erwaͤhnt, in einer genauen Aufsicht uͤber die inregistrirung der Waͤhler, wodurch man am leichtesten die Er⸗ waͤhlung überaler Kandidaten und die Vereitelung der Macht⸗ ationen der Tory⸗Partei herbeifuͤhren zu koͤnnen glaubt. O Con⸗ ꝛell gehoͤrt nominell nicht zu den Mitgliedern der Association; es ist aber nicht zu bezweifeln, daß er die Erreichung ihrer Zwecke auf jede Weise befoͤrdern wird. Derselbe hat am làten d. M., mwie er sich selbst auedruͤckt, „seine neue Agitation begonnen.“ Er verließ nämlich an diesem Tage seinen disherigen Aufent⸗ 1G Derrynane⸗Abbey, und wohnte einem ihm zu Ehren eranstalten Bankett in Tralee bei. In der Rede, welche er bei ieser Gelegenheit hielt, wiederholte er sein Lob der jetzigen Mi⸗ ister und seinen festen Entschluß, zur Unterdruͤckung der Oran⸗ isten Alles zu wagen. .

Wenn Oberst Evans auf seinen Parlamentssitz fuͤr Westmin⸗

jer verzichtet, was man von ihm erwartet, da die Interessen

einer Kommittenten durch seine Abwesenheit leiden wurden, und

wenn dann, wie die Times es angekuͤndigt hat, Sir Thomas Cochrane als Tory⸗Kandidat daselbst auftritt, so wird diesem, nach

der Angabe des Globe, der Oberst Napier von Seiten der die i 8 gemacht we mit dessen Verfertigung unsere Glashuͤtten im Kreise Charleroy

Whiag⸗Partei entgegentreten.

Die entlassenen Beamten der alten Munizipalitaͤten haben etzt meistentheils ihre Entschaͤdigungs⸗Forderungen, zu denen sie urch die Munizipalitaͤts⸗Reform⸗Bill berechtigt sind, eingereicht. Linige dieser Forderungen uͤbersteigen alles billige Maaß. So

macht unter Anderem der Stadt⸗Secretair von Liverpool auf die

Summe von 77,000 Pfd. Sterl. Anspruch. Man erfaͤhrt bei jeser Gelegenheit, daß die jaͤhrliche Einnahme desselben das Ge⸗ alt des Praͤstdenten der Vereinigten Staaten um ein Vierthetl

uͤberstiegen hat. Er erhielt naͤmlich in fuͤnf Jahren 37,005 Pfd.

Sterl. 6 Sh. 7 Pece., also im Durchschnitt jaͤhrlich 7401 Pfd. Sterl. 1 Sh. 3 ¼ Pee.

In Manchester haben die Berichte uͤber das Feuer in New⸗ Hork natuͤrlech außerordentliche Sensation erregt, und es sind

viele bereits ertheilte Auftraͤge auf Manufaktur⸗Waaren zuruͤck⸗ enommen worden. Ein Handelshaus, welches am meisten auf en Amerikanischen Staͤdten absetzt, hat das Ungluͤck gehabt, daß

nicht weniger als funfzehn seiner Korrespondenten in New⸗York abgebrannt sind. Dessenungeachtet werden doch neue Waaren⸗

Sendungen vorbereitet, indeß werden dieselben unter die Aufsicht on Supercargos gestellt werden, da man in vielen Faͤllen nicht

mit Sicherheit auf seine Consignataire wird rechnen koͤnnen.

Die Times, welche bei Gelegenheit der Herauzgabe einer

neuen Nummer des „Portfolio“ wieder einige Zweifel uͤber die

Wahrheit der Behauptung eines ihrer Korrespondenten aͤußert, erzufolge alle mitgetheilte Dokumente verfaͤlscht seyen, enthaͤlt bermals ein Schreiben uͤber denselben Gegenstand, in welchem ehauptet wird, der Herausgeber des „Portfolio“ sey Herr Ur⸗ uhart, der neuerdings ernannte Legations⸗ Secretair bei der Bri⸗

tischen Botschaft in Konstantinopel und dieser Herr Urquhart sey ein natuͤrlicher Sohn des Sir Herbert Taylor, General⸗Adjutan⸗ ren des Koͤnigs. Beiden Angaben widerspricht der Courier auf das Entschiedenste und fuͤgt hinzu, daß Herr Urquhart allgemein dafuͤr anerkannt sey, daß seine ehrenwerthen Grundsaͤtze und sein bisheriges Benehmen ihn gaͤnzlich unfaͤhig dazu machten, confi⸗ dentielle Mitthellungen irgend einer Art zu mißbrauchen.

Die Nachrichten aus Lissabon vom 10ten d. sind ohn: Helang. Die Antworts⸗Adresse der Pairs auf die Thron⸗Rede t ein bloßer Wiederhall derselben. Ein unbedeutendes Feuer n dem Palast de las Necessidades, welches in Abwesenheit der Koͤnigin entstand, wurde mit Huͤlfe Britischer Matresen, welche

Aodmiral Gage an's Land schickte, schneil geloͤscht.

Der Courier theilt eine Korresvondenz zwischen dem setzt n Spanischen Diensten befindlichen Obersten Shaw, dem Bru⸗ er desselben und dem Portugiesischen Marschall Saldanha mit,

welche sich auf ein von Ersterem im Courier publizirtes Schrei⸗

ben des Letzteren bezieht, in welchem dieser alle Anspruͤche des

Obersten auf Entschaͤdigung von Seiten Portugals anerkennt,

und deren schleunige Anerkennung durch die Portugiesische Re⸗

gierung zu bewirken verspricht. Zur Zeit, als das Schreiben im

88

Courier erschien, scheint der Marschall die Ausfertigung desselben

104 gaͤnzlich vergessen gehabt zu haben, und beschuldigt den Oberst Shaw, der es veroͤffentlichte, einer Faͤlschung, wogegen dieser in einem sehr heftigen Briefe den Marschall einen Luͤgner nennt, und 68 zur Rechenschaft zu fordern verspricht, weng er den bevorstehenden Kampf in Spanien uͤberlebe.

Ein New⸗Yorker Blatt berichtet uͤber ein moͤrderisches Duell, welches im November in Florida zwischen einem Capitain White und dem Obersten Bellamy, der fruͤher Praͤsident des gesetzgebenden Rathes von Florida gewesen, stattgefunden hat. Die Ursach desselben war ein Streit wegen einer Congreß⸗Wahl, bei welcher beide als Kandidaten auftraten und Capitain White den Sieg davontrug. Bei dem Duell wurden die Kombattanten 60 Schritte von einander gestellt, erhielten jeder vier Pistolen, und es wurde bestimmt, daß sie im Avanciren feuern sollten. Capitain White ging vor, empfing dreimal das Feuer seines Gegners, ohne getroffen zu werden, und schoß dann selbst in einer Distanz von 15 Schritt. Sein erster Schuß traf den Arm, der zweite den Leib des Obersten, als er aber mit den beiden noch uͤbrigen Pistolen weiter vorging, streckte ihn der vierte Schuß seines Gegners todt nieder. Der Oberst ist ebenfalls toͤdlich verwundet.

Aus Rio Janeiro sind Nachrichten bis zum 12. Nov. angelangt, denen zufolge die Regierung alle Haͤfen der Provinz Para in Blokade⸗Zustand erklaͤrt hatte. Vinagre, der selbster⸗ nannte Praͤsident von Para, war mit 200 seiner Anhaͤnger durch den Kommodore Taylor gefangen genommen worden, worauf dessen Bruder, nachdem er vergeblich die Auslieferung desselben verlangt hatte, mit einen Haufen Indianer in Para eindrang und Alles, ohne Unterschied des Alters und Geschlechts, nieder⸗ metzelte. Es wurden Marine⸗Soldaten von den im Hafen liegenen Portugiesischen und Britischen Kriegsschiffen gelandet; sie mußten sich aber bald unverrichteter Sache wieder zuruͤckziehen. Darauf eroͤffneten die Britischen, Portugtesischen und Brastlianischen Kriegsschiffe ein Feuer auf die Stadt, welche dadurch in einen Haufen von Truͤmmern verwandelt wurde. Vinagre, der die Indianer in die Stadt gefuͤhrt hatte, wurde erschossen.

Aus Caraccas vom 6. Dez. sind die amtlichen Berichte von der Unterwerfung des Generals Monagas und anderer Re⸗ bellen⸗Anfuͤhrer und von der gaͤnzlichen Unterdruͤckung des Mi⸗ litair Aufstandes, durch welchen die Zweckmäaͤßigkeit der Beibe⸗ haltung einer bedeutenden Truppen Macht in Venezuela mehr als zweifelhaft geworden, hier eingegangen; Schreiben aus Laguayra vom 10. Dez., daß das Fort von Porto Cabello sich noch nicht ergeben hatte.

Niederland e.

Aus dem Haag, 20. Jan. Zum Schiffs⸗Lieutenant zwei⸗ ter Klasse haben Se. Mafrestaͤt den bisherigen Kadetten erster Klasse Prinzen Wilhelmn Friedrich Heinrich, dritten Sohn des Prinzen von Oranien, ernannt.

Der fruͤhere Staats⸗Minister und Mitglied der ersten Kam⸗ mer, Baron Gonbau d'Hovorst (Belgter), ist mit Tode abge⸗ gangen. In Utrecht stard Herr W. A. Roöll, vormals Kaiser⸗ sicher Gesandtschafts Secretair in St. Petersburg.

1 1 Belglien.

Bruͤssel, 19. Jan. Das Dampfschiff „der Lord der In⸗ seln“ ist vorgestern mit Depeschen fuͤr den Herzog von Sachsen⸗ Koburg, der sich gegenwaͤrtig hier befindet, zu Ostende angekom⸗ men. Dieses Schiff hat die Reise von Lissabon in 13 Tagen zuruͤckgelegt. Da es keinen Lootsen an Vord hatte, so ward es gegen den Kopf der Schleuse geworfen, und es waͤre unfehlbar gesunken, wenn es ihm nicht durch die Fluth gelungen waͤre, in den Hafen einzulaufen. 1

Der Handelsstand von New⸗York hat schon bedeutende Be⸗ stellungen in Europa gemacht, um die Waaren und andere Ge⸗ genstaͤnde zu ersetzen, die durch den Brand dieser Stadt vernich⸗ tet wurden. Man fuͤhrt unter Anderem eine Bestellung von 7009 Kisten Fensterglas an, die in Belgien gemacht ward und

beschaͤftigt sind, um diese Quantitaͤt in den ersten Tagen des Februar abzultefern. vET1ö1“

Stuttgart, 16. Januar. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben heute dem andie Stelle des abberufenen Koͤnial. Großbritanischen be⸗ vollmaͤchtigten Ministers, Lord William Russell, zum Koͤnigl. Großbritanischen außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtig⸗ ten Minister an hiesigem Hofe ernannten Sir George Shee

Audienz ertheilt und dessen Beglaubigungs⸗Schreiben entgegen⸗

genommen. Auch hatte der Gesandte die Ehre, von Ihrer Ma⸗

sestaͤt der Koͤnigin empfangen zu werden und Hoͤchstderselben ein

Schreiben seines Monarchen zu uͤberreichen.

Karlsruhe, 19. Jan. Se. K. Hoh. der Großherzog hat der Wittwe des Professors Dr. Schletermacher zu Berlin fuͤr die beabsichtigte Herausgabe der saͤmmtlichen Werke ihres ver⸗ storbenen Ehemanns, sowohl der schon gedruckten und neu auf⸗ zulegenden, als auch der noch ungedruckten, ein ausschließendes Privilegium gegen den Nachdruck und gegen den Verkauf ven auswaͤrtigen Nachdruͤcken auf die Dauer von 15 Jahren fuͤr den Umfang des Großherzogthums ertheilt.

Mannheim, 16. Jan. Gestern wurde hier ein Comité erwaͤhlt, um die Einleitung zur Ausfuͤhrung der Eisenbahn von hier nach Basel zu treffen. Auch werden wir bald eine stehende Neckar⸗Bruͤcke, wahrscheinlich eine Ketten, oder Draht⸗ Bruͤcke, besitzen.

Gesiter voch.

Wien, 14. Jan. (Allg. Ztg.) Ueber die Resultate der angestellten Versuche mit den Consoleschen Gewehren, die, wie schon feuͤher erwaͤhnt, uͤber alle Erwartung gut ausgefallen sind, hatte der Hofertegsrath Sr. Maj. dem Kaiser einen ausfuͤhrlichen Bericht erstaͤttet. Es verlautet nun, daß Se. Maj. Ihre Zu friedenheit daruͤber zu erkennen gegeben haben, und daß die Con⸗ soleschen Feuergewehre bei der gesammten Infanterie der Armee eingefuͤhrt werden sollen. Ob auch die Kavallerie davon Gebrauch machen wird, scheint noch nicht entschieden, weil bisher keine Ver⸗ suche mit dieser Waffengattung vorgenemmen worden sind, und man ohne diese das alte Bewaͤhrte mit dem Neuen nicht vertau⸗ schen wird. Nach den Resultaten aber zu urtheilen, die bei der Infanterie erhalten worden, duͤrfte es wenigem Zweifel unter lie⸗ gen, daß auch die Kavpallerie die Consolesche Methode benutzen, und also die gesammte Armee in kurzem sich derselben bedienen wird. Dies ist eine wesentliche Neuerung, welche seiner Zeit ihre Fruͤchte tragen und dankbar von jedem Patrioten anerkannt wer⸗ den wird. Man muß es ruͤhmlich erwaͤhnen, daß unsere Negie⸗ rung Alles beherzigt, was fuͤr das Wohl des Staates nuͤtzlich erscheint, und insofern auch allen zwecksienlichen Neuerungen ihre Aufmerksamkeit schenkt.

doch meldet ein

Wien, 20. Jan. Die hiesigen Blaͤtter enthalten in amtlicher Form (als Cirkulare der K. K. Landes⸗Regierung im Erzherzogthum Hesterreich unter der Ens) den Beschluß der voien Deutschen Bundes-⸗Versammlung gegen die literarischen Produkte der unter dem Namen des „jungen Deutschland“ oder bder „jungen Literatur”“ bekannten Schrifisteller.

Teplitz, 21. Jan. Heute ist bei dem hiesigen Magistratz ein silberner Pokal angelangt, welchen Se. Maj. der Kaiser Fer⸗ dinand I. der Teplitzer Bogen⸗ und Scheibenschuͤtzengesellschaf als Andenken uͤbersandt haben. Er ist ziemlich groß, im Innern vergoldet, sehr schoͤn verziert, auf dem Deckel ein Schuͤtze von mattem Silber, den Stutzen am Fuß haltend. Schilder befin⸗ den sich an zwei entgegengesetzten Seiten, in deren einem der Boͤhmische Loͤwe schreitend dargestellt ist, waͤhrend im andern die Worte eingegraben sind: „Ferdinand I. Kaiser von Oesterreich Koͤnig von Boͤhmen, den Teplitzer Schuͤtzen, den 28. Sept. 1835 Man kann sich die Freude der Teplitzer wohl vorstellen, de durch dieses Andenken sich ungemein ausgezeichnet fuͤhlen, und daß daher die Uebergabe von Seiten des Magistrats an die G sellschaft gewiß mit großen Feierlichkeiten verbunden seyn wing

Ftaliien.

Lucca, 8. Jan. Gestern traf hier unerwartet Se. Kasse

Hoheit der Großherzog von Toskana ein, besuchte die hiesgg

neuen Anlagen und begab sich sodann nach Pisa zuruͤck. Turin, 16. Jan. Se. Mafestaͤt der Koͤnig haben befeh len, daß die beiden Orte Conflans und L' Hôpital hinfuͤhro vi einigt eine Stadt unter dem Namen Albertville bilden solle Ein Schreiben aus Turin vom 13. Jan. (im Oestern, Beobachter) aͤußert sich folgendermaßen uͤber die seit einig Zeit in den Pariser und anderen Blaͤttern verbreiteten Nachric⸗ ten hinsichtlich einer angeblich auf der Insel Sardinien ausge brochenen Insurrection: „Einige Franzoͤsische Journale si seit einiger Zeit ganz daͤrauf versessen gewesen, Europa uͤberredn zu wollen, daß sich die Insel Sardinien in vollem Aufstande ke finde. Das Ganze ist eine reine Erdichtung, in der sich hoͤch⸗ stens die Wuͤnsche und Hoffnungen einer bekannten Partei ah spiegeln. Da jedoch neuerdings wieder das Echo Frangait aus dem Toulonnais einen Artikel hieruͤber entlehnt hat, der neben einigen wahren Thatsachen, die mit der angeblichen Insurre⸗ tion durchaus in keiner Verbindung stehen, eine Menge von Irr⸗ thuͤmern und Unwahrheiten enthaͤlt, so glaube ich, Ihnen zur Berichtigung Folgendes mittheilen zu muͤssen: Der Toulonnait giebt als Grund der Unzufriedenheit der Sardinier an, daß da setzt regierende Koͤnig noch immer auf das jaͤhrliche Geschent von 60,000 Thalern, welches Sardinien der verstorbenen Küni⸗ gin Marie Therese waͤhrend ihres Aufenthalts auf der Insel angewiesen hatte, Auspruch mache und behauptet, daß wegen der Weigerung, diese Abgabe zu entrichten, die Sardinischen Pro⸗ dukte und Waaren bei ihrem Eingange in die Provinen des Festlandes mit einem Einfuhrzoll belegt worden seyen. Das Wahre an der Sache ist, daß das obenerwaͤhnte Ge schenk, welches uͤbrigens nicht 60,000, sondern 25,600 Tho ler betrug, so lange die Koͤnigin Marie Therese lebht, auch noch unter der Regierung des Koͤnigs Karl Felix, der jedoch durch einen verhaͤltnißmaͤßigen Nachlaß an der fuͤr Stra ßenbau und Reparatur zu zahlenden Abgabe compensiren zu miß sen glaubte, entrichtet wurde, seit der Thronbesteigung Sr. Mo⸗ jestat des jetzt regierenden Koͤnigs aber nicht mehr entrichtet win Hieraus ergiebt sich, daß die in Betreff der Einfuhr Sarde nischer Produkte und Waaren getroffene Verfuͤgung, die sich uͤb gens bei der administrativen Trennung der Insel von den Sta ten des Festlandes wohl erklaͤren laͤßt, unmoͤglich mit einer Waͤ gerung, das mehrerwaͤhnte Geschenk zu entrichten, in Verbindun stehen kann. Was endlich die im Toulonnais zum Beweeise de feindseligen Stimmung der Bewohner der Insel enthaltene Angalt betrifft, daß einer Koͤnigl. Fregatte die Aufnahme in Sardinien verwe⸗ gert worden sey, so verhaͤlt sich die Sache hiermit ganz einfac so, daß zur Zeit, als im verflossenen Herbste die Cholera so hiß⸗ tig in Genua wuͤthete, einem direkt aus diesem Hafen gekomme⸗ nen Fahrzeuge von den Sanitaͤts⸗Behoͤrden der Insel die freit Pratica ohne die bei Pestfaͤllen uͤblichen Vorsichts⸗J kaßregenn verweigert, dasselbe jedoch nichtsdestoweniger mit all m Noͤthigen versehen wurde. Seirdem die Cholera auf dem Festlande der Sardinischen Staaten verschwunden ist, sind die Communicatio. nen zwischen diesen und der Insel Sardinien vollkommen au den alten Fuß wiederhergestellt und Fahrzeuge der Koͤnigliche

Marine, so wie die periodischen Dampfboͤte fahren regelmaͤgege

zwischen den Haͤfen der Insel und denen des Piemontesiscm Kontinents hin und her.“

Rom, 4. Jan. (Allg. Ztg.) Von einer Dispensatic die Don Sebastian, zur Vermäaͤhlung des Don Carlos mit seine Schwaͤgerin, nach Spanien uͤberbracht haben sollte, weiß hik Niemand etwas, und wie man hoͤrt, ist bis jetzt gar nicht darun angesucht worden. Unterdessen ist es keinem Zweifel unterwm fen, daß, wenn die Dispensation verlangt wuͤrde, sie nicht abhge⸗ schlagen werden wird, da bei fuͤrstlichen Haͤusern dieser Fall säm oͤfters vorgekommen ist.

Die hiesige Regierung hat mit der von Parma untem . Oktober vorigen Jahres eine Uebereinkunft abgeschlossen, wenah man sich gegenseitig die Deserteure des Militairs und entsprun⸗ gene Verbrecher ausliefern wird. Die Artikel sind sehr umstand lich und mit vieler Einsicht abgefaßt, damit kein Beamter Mif brauch von dieser in seine Haͤnde gelegten Willkuͤr machen koͤnne

Unser Staats⸗ Secretair, Kardinal Bernetti, ist wieder 8- leidend; er soll den Wunsch geaͤußert haben, sich von seinem ne sten zuruͤckzuziehen, um sich ganz der Sorge fuͤr seine Gesuh heit hinzugeben. Aber seine Entlassung ist schwerlich zu ernn ten, da der Papst ihm sein ganzes Vertrauen geschenkt hat, 8. mit seiner Leitung der Geschaͤfte voͤllig zufrieden ist. Mon sig e Capaccini steht im Departement der aͤußern Angelegenheiten Kardinal als Gehuͤlfe zur Seite, so daß keine Verzögerung

ich die Krankheit entstehen kann. 8 dürch. e s Tod hat der Academia Filarmonica Gelegenheit 9 geben, zum Andenken dieses Komponisten eine große Messe der Basilika S. Lorenzo in Damaso aufzufuͤhren, wobei an 2 Saͤnger und Musiker Theil nahmen. 8

Das Verzeichniß der Gebornen und Gestorbenen zu Yan⸗ im vergangenen Jahr, giebt 3977 Gestorbene und 5142 Ghebe an. Die Bevoͤlkerung ist bis auf 152,457 gewachsen, worunde aber die Fremden und Juden nicht begriffen sind, so dag diesen, die ganze Zahl auf 160,000 Einwohner anzunch

1 oͤchte Spanien. 8

Madr 11 Januar. (Franzoͤsische Blaͤtter.) 65 Regierung ist so versichtig gewesen, bei Eroͤffnung der Diceneg uͤber das Wahl⸗Gesetz durch Herrn de los Heros zu erke

bzaß sie diesen Gegenstand nicht als eine Kabinetsfrage betrachte.

ehoͤrt allerdings zu den Bedingungen einer vorsichtigen Po⸗ liik, dasjenige zu berechnen, was moͤglicher Weise eintreten kann; namentlich aber ist man wohl berechtigt, zu erwarten, daß der Bericht der Kommission verworfen werden duͤrfte. Obgleich die Kommissarien, und namentlich die Herren Arguelles und

Galiano, zu den parlamentarischen Notabilitaͤten gezaͤhlt werden

muͤssen, so ist es doch fast als gewiß anzunehmen, daß die Insichten der Kommission, wenn Martinez de la Rosa, Toreno und mehrere andere Redner sich dagegen aussprechen, nicht ange⸗ nonmen werden. Nach der Verwersung des Kommissions⸗Be⸗ ricts wird, wie man glaubt, der Kammer das Prinzip der di⸗ relten Wahl vorgelegt werden, das von Seiten der Gegner der gegierung lebhafte Unterstuͤtzung finden duͤrfte und es ist wahr⸗ cheinlich, daß der schon amendirte ministerielle Gesetz⸗Ent⸗ wurf noch neue Modificationen erleiden wird. Das schadet indeß dem Ministerium nicht, denn es hat erklaͤrt, daß diese Frage keine Kabinetsfrage sey. Einige glauben, s werde noch eine dritte Kommission ernannt um den Gesetz⸗Entwurf zu revidiren. In der gestrigen Siz⸗ zung der Proceres⸗Kammer wurde der Bericht der Kommission ber das Votum des Vertrauens verlesen. Das Votum dieser Kammer ist der Regierung gesichert, doch wird die Opposition diese Gelegenheit nicht ohne einige Vorwuͤrfe voruͤbergehen lassen. Die Finanz⸗Frage ist noch immer diejenige, welche am meisten die Gemuͤther beschaͤftigt; aber die Ungeduld des Publikums zürste wohl vor dem Februar nicht befriedigt werden. Personen, die gewoͤhnlich gut unterrichtet sind, wollen wissen, daß die Reduc⸗ tion oder die Konvertirung der innern Schuld fest beschlossen ist.

ur gluͤcklichen Ausfuͤhrung der Finanz⸗Ploͤne des Ministeriums sind jedoch einige entscheidende Ereignisse in Navarra nothwen⸗ dig, und man versichert, daß die Vorbereitung wichtiger militai⸗ rischer Operationen den Kriegs⸗Minister noch in dem Hauptquar⸗ tier des Generals Cordova zuruͤckhalte; doch erwartet man ihn von einem Tage zum anderen. Herr Mendizabal hat, um den Gang seiner Finanz⸗Operationen zu sichern, eine Maßregel vor⸗ bereitet, die schon lange allgemein gewuͤnscht wurde, doch wollte bis seztkein Minister die Verantwortlichkeit derselben uͤbernehmen. Diese Maßregel ist die Aufhebung der Kloͤster. Die „Hof⸗Zeitung“ wird bald die Bekanntmachung dieses neuen Zugestaͤndnisses enthalten. Statt, wie Uebelwollende behaupten, eine Anleihe in England zu pontrahiren und dafuͤr unsere Zoͤlle und Zehnten zu verpfaͤnden, oder einen Handels⸗Vertrag mit England abzuschließen, der die⸗ sem Lande allein Vortheil braͤchte, sucht das Ministerium viel⸗ mehr die Huͤlfsmittel fuͤr Spanien in Spanien selbst. Wie es heißt, wird jetzt ein ausfuͤhrliches Verzeichniß der ehemaligen Klosterguͤter, diejetzt Staats⸗Eigenthum geworden sind, angefertigt. Es ergiebt sich daraus, daß der Werth der Besitzungen des Ceocurial allein 122,640,000 Realen betraͤgt, naͤmlich in Laͤndereien des Escurial selbst 22,940,000 Realen, zu Avila 4 Millionen, in Estremadura 5 Millionen, in Segovia 4 Millionen, in Madrid 10,700,000, und am Flusse Jarama 6 Millionen; das Gebaͤude des Escurial ist auf 70 Millionen Realen geschäͤtzt. Man sieht hieraus, daß Spanien noch reich an Grund⸗Eigenthum ist, das zwar jetzt we⸗ nig gesucht wird, aber nach wiederbegruͤndeter Ordnung bald be⸗ deutend im Werthe steigen duͤrfte.

Der Phare de Bayonne kheilt folgendes Privatschr ei⸗ ben aus Madrid vom 10. Januar mit: „Die Proceres⸗Kammer st mit den Debatten uͤber das Vertrauens⸗Votum beschaͤftigt. Der Vericht der Kommission wurde am 7ten von dem Grafen von Montijo abgestattet, der die Annahme des Votums vorschlug, o wie es in der Prokuradoren⸗Kammer durchgegangen war;

nd es ist zuverlaͤssig zu erwarten, daß dasselbe ohne Amende⸗ ent angenommen werden wird, obgleich man das Gegentheil efuͤrchtet hatte. Die Proceres werden der oͤffentlichen Meinung olgen, die sich entschieden fuͤr das Votum ausgesprochen hat, von dem man sich so viel verspricht. Die Debatten uͤber das Wahlgesetz hegannen in der Prokuradoren⸗Kammer am 8ten. Hr. Martinez de la Rosa sprach mit großer Beredsamkeit gegen die von dem Mini⸗ erium und von der Kommission der Kammer vorgeschlagenen Plaͤne. herr Alcala Galiano hielt eine eben so glaͤnzende Rede im ent⸗ gegengesetzten Sinne, wiewohl er sich in einer sonderbaren Lage lefand, denn als Theilnehmer an der Entwerfung des von der RFegierung vorgelegten Gesetzes erklaͤrte er sich zu Gunsten der direkten Wahl, als Mitglied der Kommission aber opferte er seine

persoͤnliche Meinung auf und stimmte dem einer mit⸗

elbaren Wahl bei. Um diese Aenderung seiner Unsichten zu echtfertigen, sagte er, das gegenwaͤrtige Geselz sey ein durch die imstaͤnde erfordertes. Diese Erklaͤrung findet aber im Publikum einen Wiederhall, denn man ist allgemein fuͤr die direkte Wahl gestimmt. Es verdient jedoch bemerkt zu werden, daß die Mi⸗ nister gleich beim Beginn der Diskussion erklaͤrten, sie betrachte⸗ in den Gesetz⸗Entwurf als keine Kabinets⸗Maßregel, ind wuͤrden sich daher in alle Amendements fuͤgen, welche die Kammer etwa damit vornehmen moͤchte. In der gestrigen Sißung hielt der Marquis von Toremegia einen sehr vaischen ortrag, worin er, sowie Herr Martinez de la Rosa, beide pläne angriff. Er kuͤndigte den Entschluß an, fuͤr eine direkte Wahl stimmen zu wollen. Nach ihm sprach Herr Arguelles mit il seiner gewohnten Beredsamkeit und bekaͤmpfte der Reihe nach ile Argumente der fruͤheren Redner. Die Debatte dauert noch 9 und die Sache ist schon von allen Seiten beleuchtet wor⸗ den. Bis jetzt ist das Resultat noch nicht vorauszusehen. Die Anhaͤnger des vorigen Ministeriums bemuͤhen sich auf alle moͤg⸗ lche Weise, bei dieser wichtigen Gelegenheit den Sieg davon⸗ zutragen, aber es wird ihnen doch wohl nicht gelingen, die Ma⸗

vritaͤt zu erlangen.“ 8 Aus Barcelona theilen Franzoͤsische Blaͤtter wie⸗ der eine Privat⸗Korrespondenz vom 12. Januar mit, worin es heißt: „Der Abmarsch des zweiten Bataillons der National⸗ arde, des sogenannten Blousen⸗Bataillons, hat stattgefunden 9. wird mehr als irgend etwas zur Wiederherstellung der Vrdnung igagen, da dasselbe in die Unruhen vom 5. d. ernstlich ver⸗ 88* war. Der General Mina befahl daher, daß es einen 8 der Verstaͤrkungen bilden sollte, die gestern fruͤh um 8 en hier abgesandt wurden, um, es koste was es wolle, das 8 de la Virgen del Hort zu nehmen. Der General begleitete 1sccus 1600 Mann bestehende Abtheilung eine Strecke weit, 86. persoͤnlich der puͤnktlichen Ausfuͤhrung seiner Befehle zu ver— herb sern. Daman von diesem seinem Entschluß schon vorher wußte, so reitete sich hier am vorigen Abend das Geruͤcht, der Gene⸗ * nülh die Stadt ganz verlassen. Er bleibt jedoch hier, um 3 8 aufrecht zu erhalten. Die abmarschirte Division, die 8 Artillerie⸗Park begleitet, steht unter den Befehlen 8* 8g Lema. Das Blousen⸗Bataillon ist ganz vollstaͤndig. Meiga hat ein Dekret erlassen, wonach Jeder, der zu 8. Vensto⸗ gehoͤrt und nach dem Abmarsch desselben noch en üͤbre tadt betroffen wird, erschossen werden soll. Auch fuͤr viel igen Theil der abgeschickten Division suchte der General als moͤglich solche Compagnieen auszuwaͤhlen, von denen

7

werden,

105

man wußte, daß sie am heftigsten zu Gunsten der Constitution gestimmt seyen. Ihre Entfernung wird der Gerechtigkeit bei den gegen die Theilnehmer an den letzten Unruhen einzu⸗ leitenden Untersuchungen freiere Hand lassen. Es geht das Ge⸗ ruͤcht, daß neue Bewegungen zu erwarten seyen; man glaubt jedoch nicht daran, da die letzten Ausschweifungen hier so allge⸗ meinen Unwillen erregt haben. Die Vorfaͤlle vom 5ten brachten auch in Reus einige Gaͤhrung hervor; die Behoͤrden zeigten aber so viel Energie, daß kein weiteres Ungluͤck entstand. Der Militair⸗Kommandant und die Munizipalitaͤt publizirten am 8ten eine Proclamation zur Beruhigung der Einwohner, worin sie diesen die Versicherung gaben, daß die Behoͤrden darauf bedacht seyen, sie zu schuͤtzen, und daß die bewaffnete Macht eine feste und loyale Stellung einnehme. P. S. So eben verbreitet sich das Geruͤcht, daß die Christinos einen Sturm auf das Fort de la Virgen del Hort unternommen haͤtten und mit Verlust von 500 Mann zuruͤckgeschlagen worden seyen.“ Täarkel.

Die neueste Nummer der Tekwimi Wekaji enthäͤlt noch solgenden Artikel: Daß die Angelegenheiten Albaniens unter dem Schatten Seiner Hoheit zu einem gluͤcklichen Ende gekommen, haben wir in einem fruͤheren Blatte gemeldet. Waͤhrend das Großherrliche Heer in Skodra schuͤtzend verweilte, zog ein Haufe Rebellen, in der frevelhaften Absicht, den Großherrli⸗ chen Truppen den Ruͤckzug abzuschneiden, aus den Distrik⸗ ten Dibra und Mat in das Gebiet von Elbassan. Die in El⸗ bassan liegenden zwei Bataillone thaten ihr Moͤgliches, um das Gesindel niederzukaämpfen, der Wali von Rumili aber schickte ihnen schleunigst eine Verstaͤrkung von zwei Bataillonen unter dem Kommando des Mirlewa's Achmed Pascha, welche in einem Tagemarsch Elbassan erreichten. Die Rebellen wurden schon beim ersten Angriff zersprengt und auf⸗ gerieben. Hocherfreut uͤber die von den Truppen und ihrem Anfuͤhrer bewiesene, mit rastlosem Eifer gepaarte Tapferkeit, wo⸗ durch sie den Frevlern einen so glaͤnzenden Beweis von der sie⸗ genden Kraft der erhabenen Pforte gaben, hat der Sultan Alle Seiner auszeichnenden Gnade wuͤrdig erkläͤrt.“

Das Journal d'Odessa enthaͤlt folgende Nachrichten aus Konstantinopel vom 22. Dezember: „Es heerscht hier die vollkommenste Ruhe, und zwischen dem Tuͤrkischen Kabinet und den Gesandtschaften der bedeutendsten fremden Maͤchte scheint ein gutes Vernehmen obzuwalten. Einige Linienschiffe und Fre⸗ gatten sind in das Arsenal zuruͤckgekehrt; andere Kriegs⸗Fahr⸗ zeuge gehen theils nach dem Mittellaͤndischen Meere ab, theils kommen sie von dort zuruͤck. Der Sturm, der am Ilten, 12ten und 13ten d. M. hier wuͤthete, hat mehrere Schiffbruͤche zur Folge gehabt. Bei Midia ist die von Ibraila kommende und mit Wolle, Seife und Leinsaamen befrachtete Oesterreichische Brigg „il Piu bello“, kommandirt vom Capit. Foretich, gescheitert; ein Ma⸗ trose kam dabei ums Leben, die Ladung aber hofft man noch zu retten; bei Karaburnu der vom Capitain Zundl gefuͤhrte und mit Faßdauben fuͤr Marseille beladene Russische Dreimaster „Atlas“, von welchem ein Matrose ertrank; und die vom Ca, pitain Miovich befehligte Oesterreichische Brigg „Probo“, die mit Mann und Maus untergegangen seyn soll, denn man fand nur ein Stuͤck von ihrer Signal⸗Flagge an der Kuͤste. Die Briggs „Buon Cittadino“, Capitain Tadejevich, und „Radivoi“, Capitain Wukassovich, von eben derselben Nation, soll ein gleiches Schicksal getroffen haben. Im Serail ist einer der Lieblinge des Sultan, der Kapidschi⸗Baschi Apti⸗Bey, mit Tode abgegangen.“ Der Englische Globe theilt ein Schreiben aus Konstantinopel vom 23. Dezember mit, worin dieser Apti⸗Bey als eine Art von Hofnarr der Sultane geschildert wird. „Er bekleidete diesen Posten“, heißt es dort, „schon seit vierzig Jahren unter ver⸗ schiedenen Sultanen, und in der ersten Zeit seines Lebens war seine Stelle keine Sinekure, denn er mußte damals allerlei Spaͤße machen, zum Beispiel auf einer Giraffe reiten, ins Wasser tau⸗ chen und dergleichen, und es wurde viel auf seine Kosten gelacht. Sultan Mahmud aber, der an solchen Belustigungen keinen Ge⸗ schmack fand, bediente sich seiner hauptsaͤchlich nur, um sich durch seine Witzworte und unterhaltenden Erzaͤhlungen bei guter Laune zu erhalten. Daß dem Verstorbenen sein Witz etwas einbrachte, beweist der Umstand, doß er ein Vermoͤgen von 150,000 Pfund Sterling hinterlassen hat.“

Grkechenland.

Athen, 19. Dez. (Bericht in der Muͤnchener politi⸗ schen Zeitung uͤber die Ankunft Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Bayern.) Nach einer ungemein gluͤcklichen Seefahrt, liefen Se. Majestaͤt der Koͤnig Ludwig von Bayern am 7ten d. fruͤh nach 8 Uhr im Hasen von Piraͤus ein. Der Umstand, daß das Meer den ganzen Morgen uͤber mit einem fast undurchsichtigen Nebel bedeckt war, verhinderte das bei Aegina aufgestellte Beobachtungs⸗Schiff, die Ankunft des Koͤnigs entdecken und signalisiren zu koͤnnen, was auch die Ursache war, daß die Signal⸗Schuͤsse in Piraͤus und Athen im Momente der Lan⸗ dung erst abgefeuert wurden und Allerhoͤchstdieselben trotz der freudigen Hast, trotz des liebenden Sehnens, mit welchem Koͤnig Otto in einem sechsspaͤnnigen Galla⸗Wagen, von dem großen Cortege ꝛc. begleitet, hin nach Piraͤus eilte, um an dem Vaterherzen die dreijaͤhrige Trennung zu vergessen und Ersatz der vielen Opfer und Entbehrungen zu suchen fast anderthalb Stunden die Ankunft des geliebten Sohnes abwarten mußten. Angelangt am Hafen, begaben Sich Se. Majestaͤt der Koͤnig Otto mit Gefolge in die hier in Be⸗ reitschaft gehaltenen schoͤn geschmuͤckten Schaluppen, wel⸗ che rasch an den von Matrosen bis auf die obersten Masten besetzten und in Parade aufgestellten Krieags, und anderen Schiffen voruͤbereikend im schnellsten Fluge die Fluthen des Meeres durchschnitten, bis hin an das Schiff, wo der von Sehnsucht erfuͤllte Vater, seinen uͤberstroͤmenden Gefuͤh⸗ len kaum mehr maͤchtig, schon auf dem Verdecke harrte, die Arme weit hinausbreitete und laut „mein Sohn! mein Otto!“ dem herannahenden Sohne entgegen rief. Kaum konnte der Koͤnig Ludwig den Augenblick erwarten, der Seinen Otto Ihm an das Herz brachte, und noch hatte der junge Koͤnig nicht ganz die Leiter erstiegen, welche auf das Verdeck fuͤhrt, als schon der heilige Kuß des Wiedersehens auf seinen jugendlichen Lippen brannte. Die unzaͤhlbare Menschenmenge, welche sich an dem Hafen, auf den Schissen ꝛc. versammelte, und bisher mit einem stuͤrmischen Hurrah! und Sito! die Luft erfuͤllt hatte, hielt bei der Scene des Wiedersehens, wie elektrisirt, ploͤtzlich inne; eine heilige Stille war eingetreten, kaum hoͤrte man das Anschlagen der Wellen, Greise und Juͤnglinge, Maͤnner und Kinder entbloͤßten, wie von einem alles belebenden Gefuͤhl geleitet geruͤhrt ihre Haͤupter, falteten in feierlicher ernster Stille die Haͤnde, bis beide Maje⸗ staͤten sich dem Lande naͤherten. Da waren mit einemmale alle Zungen wieder geloͤst; ein endloses Sito! ertoͤnte, von allen Sei⸗

*

in die Hoͤhe, die Musis begann den Parade⸗Marsch und Aller⸗ hoͤchstdieselben stiegen, die Haͤnde fest ineinander geschlossen, zu gleicher Zeit an das Land, durchzogen das fuͤr dieses Fest hergerichtete, mit Myrrthen und Lorbeerzweigen geschmuͤckte Gelaͤnder am Ha⸗ fen, nahmen den Triumphbogen in Augenschein und dankten freund⸗ lich und huldvoll der zujauchzenden Menge. Vater und Sohn begaben sich unmittelbar hierauf in den mit sechs schaͤumenden Rossen bespannten Koͤnigl. Staatswagen, und von der Lanzen⸗ reiter⸗Eskadron umgeben, bewegte sich der Zug durch die in Spa⸗ lier aufgestellte Infanterie⸗Abtheilung hinauf nach dem anderthalb Stunden entfernten weltberuͤhmten Athen. Kaum war es hier moͤglich, die Massen von Zuschauern, welche sruͤher alle nahe gelegenen An⸗ hoͤhen, Wege und Huͤgel besetzt hielten, und sich nun dem Zug, der von Piraͤus bis Athen bis zur Unzahl angeschwol⸗ sen war, beigesellt hatten, zu durchbrechen, oͤsters mußte der Koͤnigl. Wagen minutenlang stille stehen, und diese Gele⸗ genheit benutzten die wonneberauschten Griechen, um ihre Gefuͤhle, ihre Dankbarkeit, ihre Liebe und ihr Sito laut und stuͤrmisch den beiden Herrschern zuzurufen. Die fast an allen Griechischen Gebaͤuden angebrachten Terrassen, alle Fenster, alle an der Hauptstraße eine etwas erhöhte Stel⸗ lung darbietenden Plaͤtze waren von den in groͤßter Galla geklei⸗ deten, mit Blumen und Guirlanden das Haar gezierten Frauen Athens in Beschlag genommen. In der Mitte der Hauptstadt war eine Ehrenpforte in dorischer Bauart errichtet, links befand sich das neue Bayerische Wappen mit einem gothischen I.⸗ und rechts das Griechische mit einem O, ferner: „Sey will⸗ kommen Ludwig, erster Philhellene!“ in Neugriechischer Sprache. An der Ehrenpforte waren die Geistlichkeit und die Honoratioren ꝛc. Athens. Die Buͤrgerschaft oder viel⸗ mehr die Handwerkszuͤnfte hatten mit ihren praͤchtigen Fah⸗ nen Ihre Majestaͤten schon außerhalb Athen erwartet und sich dem Zuge angeschlossen. Sie hießen den Koͤnig von Bayern im Namen Griechenlands willkommen, worauf Aller⸗ hoͤchstdieselden das Evangelium kuͤßten und die von acht blau und weiß gekleideten Maͤdchen Ihm dargereichten Lorbeer⸗Kraͤnze Al⸗ lerhuldvollst in Empfang naͤhmen. Man sah dem Koͤnige von Bayern deutlich an, was in seiner großen Seele fuͤr Empfin⸗ dungen am vorherrschendsten seyn mochten; Ruͤhrung, Bewunde⸗

rung, Vaterfreude Gefuͤhle der heiligsten Art waren in dem ausdrucksvollen Auge mit der lesbarsten Schrift aufgezeichnet, und indem Er mit den Haͤnden oder dem Hute der unabsehbaren jubelnden Menschenmenge dankend entgegenwinkte, ruhte sein Vaterblick mit unbeschreibbarer Milde auf dem geliebten Sohne, der so schoͤn Seinen und den Erwartungen und Wuͤnschen der

Griechischen Nation entsprach, und so schnell zum kraftvollen

ten krachten Kanonen, Matrosen jubelten, rothe Muͤtzen fuhren

bluͤhenden Manne herangereift war. Bei der Residenz ange⸗ langt, stiegen Ihre Majestaͤten aus dem Wagen, begaben Sich unter dem Zujauchzen des Volkes in Ihre Gemaͤcher, zeigten Sich jedoch auf dem Balkon der harrenden Menge wieder, die nicht aufhoͤren wollte mit ihrem Sito! Sito! Nachdem nun der große Corteège die Ehre gehabt hatte, Sr. Maäjestät dem Koͤnige von Bayern vorgestellt zu werden bei welcher Gelegenheit Allerhoͤchstdieselben mit dem Staats⸗ Kanzler Grafen von Armansperg Arm in Arm auf dem Bal⸗ kon erschienen, fast eine Viertelstunde mit diesem vielgepruͤften Staatsmanne Sich auf das Huldvollste unterhielten, defilirte die Garnison Athens an beiden Majestaͤten voruͤber; fast jeder aus Bayerischen Diensten uͤbergetretene Offizier hatte hier das Gluͤck, von seinem Koͤnige gekannt und beim Namen genannt zu werden. Nachts war die ganze Stadt auf das praͤchtigste He⸗ leuchtet, umgeben von Tausenden jauchzender Griechen war der Palast Sr. Majestaͤt; Feuer, von den froͤhlichen Schaaren ange⸗ zuͤndet, loderten in Menge, und Taͤnze, von den Juͤnglingen Athens ausgefuͤhrt, uͤberraschten denjenigen, der diese Bewegungen, Beu⸗ gungen, Wendungen und nationellen Spruͤnge noch nie gesehen, auf das Angenehmste. Schaaren wanderten die engen Gaͤßchen und die breitern Hauptstraßen auf und ab; es herrschte ein Ge⸗ draͤnge, wie es selten in den Hauptstaͤdten Deutschlands bei den festlichsten Gelegenheiten anzutreffen ist, uͤberall wurde getanzt und gejubelt, sogar die froͤhliche Jugend wandelte tanzend und singend, Palm⸗ und Myrthenzweige in den Haͤnden durch die Stadt, und ließ ihr stuͤrmisches Sito! durch die Luft erschallen. In der Nacht begluͤckten Ihre Majestaͤten die wandernde Menge mit Ih⸗ rer Gegenwart, und ein tausendstimmiger endloser Freudenruf ertoͤnte allenthalben. So endete dieser fuͤr die Griechische Na⸗ tion ewig denkwuͤrdige Tag! Und wenn Zeiten und Generatio⸗ nen verschwinden, wenn die Gegenwart schon laͤngst in den Ar⸗ men der endlosen Vergangenheit ruht, wird das, was die Wonne und den Jubel des gesammten Hellas veranlaßt, offen und welt⸗ geschichtlich vor den Augen der Nachwelt daliegen, wird dieser Tag mit goldner Schrift in der Geschichte Griechenlands pran⸗ gen. Die Stadt wurde am 8. Dez. wiererholt beleuchter, auch die Akropolis war illuminirt; Nachts war große Tafel bei Hofe, wozu saͤmmtliche Minister, der Staatsrath ꝛc. geladen wa⸗ ren. Die Griechischen Blaͤtter wetteifern im Lobe des Koͤnigs von Bayern und bemuͤhen sich, das viele Edle und Große auf⸗ zuzaͤhlen, das dieser erste Philhellene fuͤr Hellas Wohl schon gethan; oͤffentliche Blaͤtter, und namentlich die neuen Griechischen, sind fast immer das Organ der oͤffentlichen Meinungen, und was der gelehrtere Theil des Volkes in Worte zu kleiden im Stande ist, dies fuͤhlt der große Haufe, dies zeigt die Menge durch Handlungen, durch frohe Feste, durch Jubel, Springen, Tanzen und Singen, durch die froͤhliche Miene, womit jeder Grieche ohne Ausnahme gegenwaͤrtig sein Gesicht zur Schau träͤgt. Se. Majestaͤt der Koͤnig Ludwig besuchen fortwaͤhrend in Be⸗ gleitung der Herrn Professoren Gaͤrtner und Dr. Roß die hier befindlichen Alterthuͤmer, und die Griechen staunen nicht wenig, den Vater ihres geliebten Koͤnigs, so ohne allen Pomp, in einem schlichten Civilrock, ja oft ohne die mindeste Begleitung, die Straßen durchschreiten und die hoͤchsten Berge besteigen zu sehe

Berlin, 25. Januar. Nachrichten aus Koͤnigsberg in Pr. zufolge, war die Leiche des am 9ten in dem Defilé von Schunié verungluͤckten Hauptmanns Grafen von Schlippenbach am 20sten dort angekommen, um uͤber Danzig nach Prenzlau zur Familiengruft gefuͤhrt zu werden.

Nach der Populations⸗Liste der Stadt Stetlin betrug die Zahl der Einwohner zu Ende des verflossenen Jahres 30,575 Seelen und hatte sich mithin gegen das Jahr 1834 um 601 ver⸗ mehrt. Es waren im Jahre 1835 geboren 1025 Kinder (darun⸗ ter 448 eheliche und 84 uneheliche maͤnnlichen und 431 eheliche und 62 uneheliche weiblichen Geschlechts); es starben 853 Perso⸗ nen (443 maͤnnlichen und 410 weiblichen Geschlechts) also sind 172 mehr geboren als gestorben. Das hoͤchste Alter uͤber 90 Jahre erreichten 2 Personen. An den Pocken starb Niemand, durch Selbstmord kamen 16, darunter 14 Maͤnner, um, und durch ver⸗