al⸗Konsul, Herr Teixeira Sampayo, hat ein Vermoͤgen von 600,000 Pfund Sterling hinterlassen.
Auf die Nachricht, daß Herr Mendizabal in den Cortes eine Niederlage erlitten, fielen hier gestern die Spanischen Fonds um ½ pECt., erholten sich jedoch bald wieder.
Nach Privat⸗Briefen aus Madrid vom I7ten d., welche die Times mittheilt, hatte man zu Havana die von Herrn Men⸗ dizabal auf diesen Platz gezogenen Iechsel honorirt; uͤberhaupt waren die Einkuͤnste von Cuba in so guͤnstigem Verhaͤltniß, daß der Gouverneur eine ö Summe zur Verfuͤgung der Spanischen Regierung gestellt hatte. 1b
Auf dem Lap, ö die Nachrichten bis zum 21. No⸗
veinder reichen, wurde am Iten desselben Monats ein Erdbeben verspuͤrt, was seit dem Jahre 1809 nicht mehr der Fall gewesen war. In Grahametown herrschte große Verwirrung und Noth, und es soll den Kommissarien sehr schwer werden, die Kaffern mit den ihnen angewiesenen Landereien zufrieden zu stellen; in mehreren Föben. hatten die Haͤuptlinge sich geweigert, dieselben in Besitz zu nehmen. 8 Bescczschten aus Kalkutta vem 14. September zufolge, war der neue Ober⸗Befehlshaber der Ostindischen Armee, Sir H. Fane, dort angekommen und vereidigt worden. Rundschit Sing ruͤstete ein maͤchtiges Heer aus, um den Schach Schud⸗ scha wieder auf den Thron von Kabul zu setzen. Die Delhi— Gazette sagt, es sehe im Lande Dscheypur noch sehr bedenklich aus, und jeder Engländer, der sich dort oͤffentlich blicken lasse, werde beschimpft. Kurim⸗Chan, der Moͤrder des Herrn Fraser, war am 26. August erschossen worden. Es waren an 20,000 Menschen bei dieser Execution zusammengelaufen, und da man Unru⸗ hen befuͤrchtete, so erschien ein Truppen⸗Corps, welches die Ordnung aufrecht erhielt. Der Delinquent redete das Volk an und bat, daß es fuͤr ihn beten moͤchte, bekannte aber seine Schuld nicht. Am 28. stroͤmte das Volk in großen Schaaren nach den Moscheen, um für den Hingerichteten zu beten, es wurde der Menge aber der Zugang zu der groͤßten Moschee verwehrt. Nun beechte es eine Sammlung zu Stande, um bestaͤndig ein Licht bei Kurim's Grabe brennend zu erhalten, und erklaͤrte ihn fuͤr einen Heiligen, da ihn kein Tadel treffe, indem er bloß auf das Gebot seines Herrn, des Nabob, einen Nafsir (was so viel als Giaur in der Fuͤrkei bedeutet) getoͤdtet habe. Man glaubte, der Nabob werde freige prochen werden. . b
Vier Chinesen, welche sich in London gufhielten, haben folgende Bittschrift an den Koͤnig eingereicht: „Mit der tiefsten Achtung erlauben wir uns, Dir, der Du 10,000 Mal 10,600 Jahre le⸗
en moͤgest, anzuzeigen, daß unter Deiner Regierüung er ng 1 hat alls 1 ö “ vel gest, anzuzeigen, t alten freundschafelichen Verhaͤltnisse gaͤnzlich abgebrochen worden
sches Schiff in unserem Lande ankam und Mattosen suchte. Wir vier Bittsteller wurden angeworben, fuͤr 7 Pfd. Sterling monatlich, von der Zeit an, daß wir Lin⸗ting verließen, und muß⸗
na?!
ten dem Manne, welcher den Vertrag mit uns abschloß, noch den
Sold von 2 Monaten bezahlen Bei unserer Ankunst in Eng⸗ nd hatte Jeder von uns 14 Pfod. Sterling zu fordern. Der Name des Capitains ist Ka⸗na⸗fa (Crawford, die Chinesische Sprache hat bekanntlich kein R.) und der Name seines Schiffes Hwuy’ lin Lo⸗sze (wahrscheinlich „Williem Roß“). Nachdem wir 10. Monat zur See gewesen waren, laͤndeten wir in Po— loo⸗chin (wahrscheinlich Portsmouth.) Nachdem uns hier Unser ruͤckstaͤndiger Lehn ausgezahlt worden war, wurden wir an die Kuͤste gebracht, und man bekuͤmmerte sich nicht weiter um uns. Da wir uns aber hier in einer traurigen Lage befanden, so reisten wir nach Lun ton (London), wo wir uns etwa 6 Monate aufhielten und ganz von dem unge⸗ wissen Verkaufe einiger roenigen Kleinigkeiten abhingen, bis uns ein Englaͤnder aut af, dem wir unser Ungluͤck mitthe ilen konn⸗ ten, und der uns etwa vor einem Monate zu dem Lord⸗Mayor Min⸗che tha (Winchester) suͤhrte, welcher uns an die Ostindische Compagnie verwies. Da uns aber die Ostindische Compagnie keine Huͤlfe gewaͤhrte, so sehen wir vier Maͤnner nun auf Dich, großer Kaiser, daß es Dir gefallen moͤge, einen Befehl zu er⸗ lassen, daß wir von dem näͤchsten nach China bestimmten Schiffe an Bord genommen werden, in unser Geburtsland zuruͤckkehren eoͤnnen und nicht hier vor Kaͤlte und Hunger sterben muͤssen. Wir bhitten unterthaͤnigst, daß Du uns diese Gnade gewaͤhrest. A⸗Sze; A⸗Hwae; A⸗Heung; A kin. An oem 10ten Tage des ten Monats des 13ten Jehres des Kaisers Taou⸗kwang.“ — Ihre Bitte ist erfuͤllt; sie sind bereits auf einem Schiffe nach Lhina abgegangen. 1b 9. W“ Nachrichten aus New⸗NYork zufolze, war die Frage wegen Emancipatton der Neger im Kongresse am 22sten „ M. abermals zur Sprache gekommen, und mehrere Mitglie⸗ der hatten in den schaͤrssten Ausdruͤcken erklaͤrt, sie wollten mit dieser Sache nichts zu schaffen haben. 8
Die Berichte aus Buenos⸗Ayres von 8. November lau⸗ ten guͤnstiger als gewoͤhnlich. Privatleute hatten eine freiwillige Anlerhhe von mehr als einer Million Dollars zu Stande gebracht, welche zur Zahlrveng der ausstehenden Regierungs⸗Schulden verwendet wurden. Von den Assecié's des Hauses Lezica Gebruͤder hat sich Herr Manuel Lezica, in Folge der erhaltenen Nachricht von dem Fallissement dieser Handlung, einige Tage nachdem er von Corrientes angekommen war, mit Hinterlassung von Frau und Kindern, entleibt. Au die Stelle des Brigade Generals Alpear, dessen Gesundheit noch nicht hergestellt ist, hat General Rosas burch ein Detet vom 17. Sept. den Argentinischen Gesandten in London, Dr. Moreno, zum Gesandten bei den Vereinigten Staaten ernannt, um sich zum Behuf der Ausgleichung der Ir⸗ ruͤngen mit dieser Republik nach Washingten zu begeben. An die Stelle des abgesetzten Reynafe war Herr Mariano Luzano zum Gouverneur des Staats Cordova ernannt worden.
—Der Regenshurger Herold enthaͤit folgendes Schreiben
seines Korrespondenten aus Dublin vom 9. Januar: „Man pricht gegen vaͤrtig Hieder von einer neuen Zehnten Bill, welche das Melbournesche Kabinet gegen das Enve der ald zu eroͤffnen, dHeu Sitzung des Parlamenis einbringen wolle. In der That sst es auch hohe Zeit, daß diese Angesegenhe.t endlich ins Reine gebracht werde; denn viele protestantische Geistliche befinden sich n einer bedauernswerthen Lase, da sie nun schon seit meg eren Jahren aller ihrer Einkuͤnfte beraubt gewesen sind. Manche der⸗
selben, die zahlreiche Familie und kein eizeness ermoögen haben, l iden
ben birtersten Mangel, welchen bieher die fuͤr sie in Eysland eroͤff⸗ neten Subscriptionen noch nicht zu lindern im Slande gewe en sind. In den nördlichen Grafschaften vgeht es ihnen ertras licher, in den suͤdlichen aber, und vor allem in dem sogeraunten ‚fuͤßen“ Tipperarv, steht es desto schlimmer. Manche Gutsbe. sitzer, und darunter auch mehrere Kathollken, die O Lonnell auf dee rechte We se wuͤrdigen, haben sich daher entschlossen, bis auf Seiteres den ouf ihren Guͤtern wohnenden Geistlichen den Zehn⸗ ten vorlausig aus ihrer eigenen Tasche zu zahlen, und es darauf ankommen zu lassen, ob sie spaͤter von der einen oder der anderen Seite dafuͤr euischegigt werden. Es unterliegt keiner Frage, daß fruͤ⸗ Her mehrere protestantische Prediger sich großer Haͤrte, sa Grausamkeit Amnmnamnmm abr. haben. iu. Zchuldin. kemmeeee
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aber die Zahl dieser ist im Ganzen eben so gering und eben so wenig in Anschlag zu bringen, als die der katholischen Agitations⸗ Priester. Indessen, wie es denn nun einmal in diesem partei⸗ zerrissenen Lande geht, auf der feindlichen Seite wird alles uͤber⸗ trieben, waͤhrend man sein eigenes Unrecht bemaͤntelt, oder gar noch damit groß prahlt, oder darauf trotzt. Den groͤßten Larm hat man bekanntlich zuerst deshalb geschlagen, weil ein protestantischer Pfarrer einem katholischen Priester, der als Inhaber eines Grundstuͤücks zehntenpflichtig war, eine Kuh gepfaͤndet hatte. Jedoch haben andere protestantische Geistliche sich gerade entgegengesetzt benommen, und sind in verschiedenen Faͤllen mit einem großen Undank belohnt worden, der alle wohlgesinnten Katholiken nur empoͤren konnte. Mir persoͤnlich ist sehr genau ein Fall bekannt, wo ein Wuͤrden⸗ traͤger der Anglikanischen Kirche etwa ein Jahr nach Antritt sei⸗ ner Pfruͤnde Briefe von zwei katholischen Geistlichen erhielt, worin sie ihn baten, „er moͤge ihnen doch den Zehnten erlassen; der fruͤhere Zehnten⸗Inhaber habe denselben nie von ihnen ver⸗ langt, sein Agent dagegen habe vor kurzem die Abgabe von ih⸗ nen eingesordert. Sie haͤtten sie bezahlt, hofften aber, er wuͤrde fuͤr die Zuvkunft sie dieser Steuer entheben.“ Der protestantische Geistliche schrieb sogleich an seinen Agenten, beauftragte ihn, das von den beiden Priestern empfangene Geld zuruͤckzugeben, und sie kuͤnftig nie wieder zu belaͤstigen. Von diesem Entschluß setzte er sosort auch die zwei Betheiligten in Kenntniß, underhielt dar⸗ auf von dem Einen ein freundliches Danksagungeschreiben, der Andere aber antwortete: „Der Herr Pfruͤndner habe nur ge⸗ than, was seine Schuldigkeit sey, verdiene daher keinen Dank, da er ihm nichts, als sein Recht, habe widerfahren lassen. In diesem Sinne nehme er die Wiedererstattung an.“ — Ein solches Benehmen charokterisirt sich selbst und verdient keinen Commen⸗ tar. Wollte man jedoch von diesem einen katholischen Priester auf alle schließen, so wuͤrde man gerade so Unrecht thun, als wenn man von dem, welcher die Kuh pfaͤndete, oder einem an⸗ dern, der einer armen Wittwe ihr einziges Schwein, ihren ganzen Reichthum, nahm, auf den ganzen protestantischen Clerus schlteßen wollte. Solche Schluͤsse sind indessen bei allen Parteien hier an der Tagesordnung. Alles Boͤse wird hervorgesucht, und des Guten auch mit keiner Sylbe gedacht; die Fanantker verder⸗ ben Alles. Die Grafschaft Wicklow z. B. war bis vor zwei Jahren sehr ruhig; die protestantischen und katholischen Guts⸗ besitzer lebten nicht bloß in Eintracht, sondern auch in freund— schaftlichem Umgange; seitdem ist aber ein Herr Guinnes, ein orangistischer Feuerbrand, als Pfarrer dort angestellt worden, und dieser hat alle unter einander so verhetzt, daß die meisten
sind. Viele solcher Leute gefallen sich nur in stetem Zwist und
Zank und suchen dadurch eine Wichtigkeit zu erhalten, die sie auf
keine andere Weise erlangen koͤnnen.“ Deueschland.
Harmstadt, 27. Jan. Die Großherzogl. Hess. Zei⸗
tung ist wegen Ablebens Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Frau Groß⸗
herzogin mit schwarzem Rande erschienen. Sie enthaͤlt uͤberein⸗ stimmend mit unserer vorgestrigen Meldung folgenden Eingangs⸗ Artikel: „Es hat dem Allmaͤchtigen in seiner unerforschlachen Weisheit gefallen, Ihre Koͤnigl. Hoheit die Allerdurchlauchtigste Fuͤrstin und Frau, Wilhenmne Louise, Großherzogin von Hessen und bei Rhein ꝛc., geborene Prinzessin von Baden, heute Mor⸗ gen um ein Viertel nach acht Uhr in einem Alter von 47 Jah⸗ ren, 4 Monaten, 17 Tagen, nach einem dreiwoͤchigen schmertichen Krankenlager, aus diesem Leben in jenes bessere Daseyn abzurufen. Se. K. H. der Großherzog und das gesammte hohe Großherzogl. Haus sind durch diesen so unerwarteten als unersetzlichen Verlust in die tiesste Trauer versetzt, an welcher die ganze Residenz den innigsten und schmerzlichsten Antheil nimmt, und welche das
ganze Land mitempfinden wird, sobald es die Trauerbotschaft von
dem Tode der edlen und milden Fuͤrstin erfaͤhrt, die so Vielen in Ihrer unerschoͤpflichen Herzensguͤte die menschenfreundlichste Wohlthaͤterin war.“ 8 8 . b
Wegen des Ablebens Ihrer Koͤnigl. Hoh. der Großherzogir wird eine Hoftrauer von 12 Wechen verordnet; auch wird nach dem Befehl Sr. Koͤnigl. Hoh. der Großherzogs eine Landes⸗ trauer von 12 Wochen angelegt werden.
Karlsruhe, 27. Jan. Die Karlsruher Zeitung ent⸗ haͤlt heute folgenden, dem Anscheine nach amilichen, Eingangs⸗ Artikel: „Die Anlegzung von Eisenbahnen ist schon vor einigen Jahren und seither bei der Großherzogl. Regierung in Anre⸗ gung gebracht, von dieser aber die Entschließung darauf ausge⸗ setzt worden, bis sich zeigen werde, ob diese wichtige Angelegen⸗ heit auch in den uͤbrigen, zunäͤchst in den angraͤnzenden Staaten eine Theilnahme finden werde, welche eine des Gegenstandes an⸗ gemessene Ausfuͤhrung in der Richtung des großen Weltverkehrs erwarten lasse. Auf einmal hat sich wirklich eine groͤßere Theil⸗ nahme, als man erwarten durste, und zwar, wie die oͤffentlichen Blaͤtter nachweisen, beinahe gleichzeitig durch ganz Deutschland kund gegeben; der Gegenstand ist in Gesellschaften und Vereinen hier und dort und uͤberail vielfach versprochen, von allen Seiten beleuchtet worden, und wird noch täg ich besprochen und beleuch⸗ tt. Wenn auch hier und da Taͤuschungen mitunter gelaufen, und Wirren herbeigefuͤhrt worden sind, welche die Sache gerade nicht soͤrdern, so sind dech auch unstreitig zuͤchtige und gruͤnd⸗ liche Untersuchungen und Vorarbeiten zu Tage gebracht weor⸗ den. Der Gegenstand ist wenigstens in der Lage, daß die Regierungen denselben von dem Feld allgemeiner Betrach⸗ tͤngen und Besprechungen auf das besondere der Berathung zu einem gegebenen und bestimmten Zweck uͤbertragen koͤnnen, wenn auch nicht in der sicheren Erwartung, doch 1 umehr in der ge⸗ gruͤndeten Hoffaung, daß die Zeit und Muͤhe der Arbeit nicht
werloren, sondern daß letztere immer ein wichtiges Resultat,
welches es auch sey, liefern koͤnne. — Unsere Regierung hat ge⸗ glaubt, ehe irgend ein Schritt zur Aurfuͤhrung geschehe, vor abem die Sache sich selbst klar machen zu muͤssen; klar hinsicht⸗
ich der Raͤchchkeit ober Nothwendigkeit der Anlage, kla* hin⸗
tel der Ausfuührung. Aus biesem Grund haben Seine Koͤnig⸗ liche Hoheit der Grobherzog fuͤr raͤthlich erachtet, dem Mittiste⸗ rium des Innern ein Ceinite, zusammengesetzt aus solchen Per⸗ sonen, denen aan nach ihrem Beruf und nach ihrer Beschaͤftigung eine Stimme in dieser Angelegenheit zutrauen darf, mit dein Auf⸗ trag beizugeben, uͤber obgedachte Hauptfra en unter Benutzung dessen, was indesten bei uns und sonst gesarameie und berathen wor⸗ den ist, und sobald als es ohne Nachtheil fuͤr die Reife der Bera⸗ thung geschehen kann, ein Gutachten zur weitern Vorlage zu erstat⸗ ten, worauf Se. Koͤnigliche Hoh it die endliche hoͤchste Entschlie⸗ zung fassen werden. In Betracht aber, daß ein solches Unter⸗ nehmen die Bewohner des Großherzogthums vielfach beruͤhrt, und ihre Interessen oft in entgegengesetzter Richtung in Anspruch nimmt, schien es wohl mehr als angemessen, auch diesen eine Bahga fnen, un fsolcher diese ihre Interessen, ihre
sichtlich der Richtung, und klar hinsichtlicch der Wege und Mit⸗
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sche und Ansichten auf eine wuͤrdige und fuͤr den Einzelnen stenfreie Weise, so weit thunlich und moͤglich, zur Kenntniß ie⸗ Regierung zu bringen. Darum haben Se. Koͤnigliche Hof weiter ausgesprochen, daß auch Sachverstaͤndige theils aus ze vier Hauptstaͤdten und außer diesen noch weiter aus den ii⸗ Kreisen des Landes zur Berathung einberufen werden sollen, der von Hoͤchstdenselben bezeichneten Weise, und zu der Zeit, welcher ihr Rath erst von Nutzen und Erfolg seyn kann, „ heißt, wenn die Voruntersuchungen beendigt sind. Die Beme ner des Großherzogthums koͤnnen hierdurch die beruhigende Uege zeugung erhalten, daß in dieser wichtigen Angelegenheit nich geschehen werde, welchem nicht die ernste Pruͤfung vorangege
gen ist, welche sie zu erwarten berechtigt sind.
Hannover, 29. Jan. (Hannoversche Ztg.) Der
Roncidèresche Prozeß in Paris, welcher in Frankreich bereit Vergessenheit geraͤth, bietet ein so auffallendes Beispiel der!
sicherheit des Lebens, der Ehre, der Freiheit bei einem Frag
sischen Geschwornen⸗Prozesse dar, daß es nicht anders alz st belehrend seyn kann, jenen Prozeß einer unparteiischen und s foͤltigen Untersuchung in Deutschland unterworfen zu sehen ses Verdienst hat sich Hr. Medizinalrath Dr. Matthaei inße⸗ den, mittelst einer so eben in der Helwingschen Hof⸗Buchhang hierselbst erschienenen Schrift erworben: „Medizinisch⸗psycht sches Gutachten uͤber die Verurtheilung des Lieutenants de la Roncidre vor den Assisen von Paris im Jahre 1835% rin derselbe die einzelnen Thatsachen und Charaktere, so wuß moͤglichen Zusammenhang mit Huͤlfe einer ausgebreiteten zin chen Erfahrung beleuchtet. Eine solche Schrift kommt, n auch freilich fuͤr den Angeklagten zu spaͤt, doch fuͤr das Der Publikum, bei den unbestimmten Begrissen, welche ein d desselben mit dem Franzoͤsischen Geschwornen⸗Gerichte verbin noch immer zur rechten Zeit. Bekanntlich hat man noch d Tage in der zweiten Kammer einer Deutschen Staͤnde⸗Versa lung die allgemeinen Redensarten von 1833 fuͤr die Einfsuͤhr des Franzoͤsischen Rechts in Deutschland, wenn auch nur vereinzelt, wieder anklingen hoͤren.
Oesterreich.
— — Teplitz, 29. Jan. Die Urbergabe des von Majestaͤt dem Kaiser den Teplitzer Schuͤtzen zum Andenken; liehenen Pokals wurde auf folgende Art gefeiert: „Am 27. nuar um 9 Uhr fruͤh versammelten sich alle hier befindliche. serliche Stabs⸗ und andere Offiziere, das fuͤrstliche Oberamt, Magistrat, andere Honoratioren der Stadt und die Buͤrgeist auf dem Rathhause. Die Schuͤtzen- Gesellschaft begab sich! gleiche Zeit mit ihren Vorstaͤnden zu dem Rath, Eichler, al rem Ober⸗Vorsteher, und geleitete ihn mit Musik in feterle Zuge nach dem Rathhause. Hierauf holte eine Deputation Buͤrgermeister aus seiner Wohnung in den Versammlungs & in welchem der von Sr. Majestaͤt Kaiser Ferdinand J. Schuͤtzen⸗Gesellschaft zum Andenken huldreichst verliehene gü tig gearbeitete silberne Potal auf einem dekorirten Tische ue dem Bildnisse des Kaisers aufgestellt war. Der Buͤrgermef Herr Joseph Wolfram hielt nun eine gehaltvolle gediegene N an die Gesellschaft, und uͤbergab ihr den Pokal unter Trm ten⸗- und Paukenschall. Der Schuͤtzen⸗Vorsteher Herr 2 Siegel beantwortete diese und sprach den tiefsten Dam! Schuͤtzen⸗Gesellschaft fuͤr dieses huldreiche Andenken aus, unn das Volkslied abgesungen wurde. Nun begab sich die g. Versammlung im feierlichen Zuge nach der Kirche, wo der
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gebetene Prager Domherr und Konsistorial⸗Rath Herr Jn
Werner das Hoch⸗- und Dankamt abhielt. Um 1 Uhr verein der Rath Fuͤhler die Autoritaͤten, Honorattoren und die - staͤnde der Schuͤtzen⸗Gesellschaft mit einigen Mitgliedern da ben zu einem Diner. Nachher war auf dem Schießhause Fest⸗Schießen, dessen Einlagen und Gewinne den kuͤrzlich brannten von Kleinaugezd zugewendet wurden. Den T schloß ein von der Schuͤtzen⸗Gesellschaft auf dem Schießzse gegebener Ball. Der schoͤne Saal war dekorirt, und in Nische unter einem roth damastenen Baldachin das von d—. großen silbernen Girandolen beleuchtete Bildniß Sr. Majt angebracht. Am folgenden Tage spielte die hiesige Theate⸗ D tanten⸗Gesellschaft als Nachfeier und zum Besten wohlthaͤt Zwecke. Ein Prolog, von einem sungen Maͤdchen sehr gut getragen, ging dem Stuͤcke voran. Den Schluß machte Allegorie, bei welcher vor dem mit einem Blumenkranz gesche ten Bildniß Sr. Maiestaͤt des Kaisers das beliebte Volts Gott erhalte ꝛc. mit Musik⸗Begleitung abgesungen, und e. belndes Vivat ausgebracht wurde. Ganz im Sinne unsers desvaters ward dieser Tag der Freude auch durch zahlreiche 2 thaͤtigkeits⸗Handlungen bezeichnet. So hat die Teplitzer Saht⸗ Gesellschaft und die Stadt dankbar eine Begebenheit nach! Kraͤften und Moͤglichkeit gefeiert, die aus ihrem Gedaͤchtn verschwinden wird. 6 G Schweiz. Basel⸗Landschaft, 25. Jan. Die in der Wah Angelegenheit niedergesetzte Spezial⸗Kommiession hat un Asten d. dem h. Vororte im Namen des Landraths im Fa lichen folgende Erklaͤrung eingereicht: Nachdem dem h. Len fuͤr seine Theilnahme gedankt worden, wird in Beziehum die von der Franzoͤsischen Gesandtschaft erhobene Beschuhn einer Rechtsverweigerung bemerkt: „Es ist uns kaum boß⸗ lich, wie die Franzoͤsische Regterung noch immer auf der, hauptung bestehen kann, wir haͤtten uns eine Rechts⸗Verne rung zu Schulden kommen lassen. In unserem Antwort üto an den Koͤnigl. Franzoͤsischen Hrn. Geschaͤftstraͤger hatten wits druͤcklich gesagt: „„Sollten die Gebruͤder Wahl eine Er gungsforderung geltend machen wollen, oder geltend m ichen koͤnnen glauben, so sey dies eine reine Civilsache, wegen we sie an die buͤrgerlichen Gerichte sich zu wenden haͤtten Wir hatten also schon damals mit ausdruͤcklichen Worten Weg Rechtens den Gebruͤdern Wahl offen erkläͤrt, und köͤnnen daher die fortdauernde Anschuldigung einer Rechls weigerung nur als Bestreben betrachten, der Koͤnigl. Ordonn vom 14. Oktober wenigstens Ein Fundament zu erhalten, ihr die andere Stuͤtze, bie uns angeschuldigte Verletzung Vertraͤge, bereits entzogen ist. Wir muͤssen mithin auch sen Punkt im Grunde als erledigt betrachten.”“ Und so b⸗ denn auch die landraͤthl. Kommesston, mit Verwerfwag des
dem Vorort vorgeschlagenen Schiedsgerichts, varauf, daß die bruͤder Wahl den Kanten Basel⸗Landschaft oder eine Behn desselben vor den gewoͤhnlichen Gerichten des Kantons belag
moͤgen; indem sie bemerti, daß Fraukreich fuͤr eine vermeinl Verletzung eines Schweizer⸗Buͤrgers ven Seiten einer Fran schen Behoͤrde auch nirgends und nicht anders Recht geben wi als vor einem Franzoͤsischen Gerichte. Nachdem die Ansch gung verletzter Staats⸗Vertraͤge von der Franzoͤsischen fanbtschaft selbst aufgegeben worden, falle uͤberhaupt Franzoͤsische Regierung ganz aus dem Streite aus Schit
Benehmen d en Regierung gegen einen Kanton, gegen den sie fort iche Gesinnungen zu hegen versichere, und durch die Ordonnanz vom 14. Okt. Sperrmaßregeln, sondern auch uͤber die vexatorische exequirt werden, geklagt. ergreife Basel⸗Landschaft nicht, weil man daselbst es vertrage sich nicht mit der Civilisation und barbarischen Zeit an, Zwistigkei heinzelnen Buͤrger entgelten zu lassen.
[NE111 Durch mehrere Herzogliche Verord⸗
das Befremde ckt uͤber d t freundschaftl er die strengen,
. Repressalien, die zu ote stuͤnden,
n zwischen Staaten
Modena, 19. Jan. en ist die Verwaltung der Herzogthuͤmer der von Modena vereinigt vund der Zoll auf mehrere 6⸗ Beduͤrfnisse bedeutend herabgesetzt worden. bei dem nunmehr vollendeten Ponte Alto uͤber die fuͤr diesseitige Unterthanen und Waaren ganz aufge⸗ Auslaͤnder und auslaͤndische Guͤter ermaͤßigt worden. So eben verbreitet sich die von der heute um 3 ½ Uhr Morgens erfolgten gluͤckli⸗ bindung Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von einem Prin⸗ Meldung im gestrigen Blatte der Staats⸗Zei⸗ und Kind sollen, den Umstaͤnden gemaͤß, sich Man hofft auf viele Gnadenbezeugungen von Auch auf das mit morgen beginnende Kar⸗ sʒEreigniß belebend einwirken. d der junge Prinz wohlauf bleiben, erwartet man oße Festlichkeiten und oͤffentliche Mas⸗ Die Couriere, welche die Nachricht von der Entbindung Wien und Paris bringen werden, sollen schon esignirt gewesen und bereit gehalten worden seyn. ‚Paris bestimmte wird die Nachricht von der gluͤcklichen thurt eines Prinzen auch nach Turin bringen. werde kein Courier gesendet, sondern es wuͤrden Paris aus auf gewoͤhnlichem Wege
assa und Car⸗
hecohia ist oben und fuͤr 8 NNheg 66.
(Vgl. die ang.) Mutter
s8 Koͤnigs. vol wird die So fern die hohe goͤchnerin un
en des Hofes gr
r Koͤnigin nach
Nach Spa⸗ en, sagt man, hoͤthigen Anzeigen von fördert werden. Spanien.
(Franzoͤsische Blaͤtter.) Sitzung der Prokuradoren⸗Kammer wurde der ufie Artikel des Wahl⸗Gesetzes mit einer starken Majoritaͤt an⸗ Man erwartete eine Rede Toreno's gegen diesen Ar⸗ ehe die Reihe an den Red⸗ So hat also das Prinzip uerten jedes Distriktes heute lten, und hiernach werden in Zukunft die Wahlen Lartinez de la Rosa geleitete Op⸗ ng eines bestimmten Census nicht durchsetzen Die heutige Sitzung der Prokuradoren⸗Kammer rde um 1 Uhr eroöͤffnet. Herr Mendizabal theilte der Kam⸗ er die Koͤnigliche Bestaͤtigung de der Tages⸗Ordnung war die 6 5. Artikels, der von den B j ndeit. Herr Mendizabal erklaͤrte, daß die Kommission im kändnisse mit der Regierung den Paragraphen in Betreff llichen Beamten anders abfassen werde. Herr Lopez, Mit⸗ Kommission, ließ es sich angelegen seyn, die von Herrn ag der Kommission vorgebrachten Argu⸗ und es erhob sich ein lebhafter Wortwech⸗ Herr Belda, welcher
Madrid, 18. Januar.
el, der jedoch angenommen wurde, r kam, die Teibune zu besteigen. r Wahl durch die 160 Hoͤchstb esetzeskraft erh⸗ Die durch Herrn N sition hat die Feststellu
s Votums des Vertrauens mit. Diskussion desjenigen edingungen der Wahffaͤhigkeit
Paragraphen
erpvina gegen den Antr nie zu widerlegen, zwischen diesen be den Prokuradoren. ben den Artikel das Wort nahm, erlaubte sich einige Ausfaͤlle gegen Er gab in seiner Rede eine Statistik der ttglieder der Prokuradoren⸗Kammer, woraus sich ergiebt, ß die National⸗Repraͤsentanten aus 51 Eigenthuͤmern, 17 Kauf⸗ ten oder Fabrikanten, 44 Advokaten, 51 Militairs und 3 In⸗ Der Minister der Justiz und der Gnaden, err Gomez Becerra, beantwortete die Sarkasmen errn Belda und die Argumente des Herrn Perpina. igen Bemerkungen des Letzteren nahm der Graf de las Navas s Wort, um den erwaͤhnten Paragraphen des rtheidigen. — Beim Abgange der Post war er noch auf der Die Diskussion duͤrfte lang und stuͤrmisch wer⸗ in. Man sagt, obwohl nur ganz unbestimmt, daß gegen Ende r Sitzung feindselige Demonstrationen gegen Herrn Martinez la Rosa unternommen werden sollten. Dieser ehemalige Minister am Morgen von seinen Freunden gewarnt worden seyn; er jedoch, er ohne Furcht sey, wollte sich zu Fuß in die Die Behoͤrden, welche von Allem in Kennt⸗ Sgesetzt waren, haben die erforderlichen Maßregeln getroffen, Die Wachen sind verdoppelt d strenge Befehle ertheilt worden, doch hat es durchaus nicht Anschein, daß die Ruhe gestoͤrt werden wuͤrde. — Die roceres⸗Kammer versammelte sich gestern, um die Mit⸗ ilung der Koͤniglichen Bestaͤtigung des Votums des Vertrauens tgegenzunehmen, worauf die Sitzung sogleich wieder aufge⸗
Advokatenstand. ndanten bestehen.
. Artikels zu
ednerbuͤhne.
n zu zeigen, daß ammer begeben.
jeden Angriff zu verhindern.
Ein Theil des hiesigen diplomatischen Corps, der Englische ssandte, der Attaché Herr Southern, der junge Herr von ayneval, der Marquis von Bassano, die Geschaͤftstraͤger von ünemark und Belgien, unternahmen zu Anfang voriger Woche nen Streifzug gegen die Factiosen, jedoch nur gegen die vier⸗ inigen Woͤlfe, Eber u. s. w., welche das Gebirge von Man⸗ nares durchstreifen, und den Bewohnern vielen Schaden zu⸗ gen. Das uͤber diesen Feldzug erschienene Bulletin ruͤhmt brzuͤglich die Tapferkeit und feine Lebensart, welche Herr dal borgo di Primo im Kampsfe mit diesen Bestien bewiesen habe. 1s Zeugnisse seines Jagdgluͤckes dienen drei erlegte Woͤlfe, wel⸗ e er neben verschiedenen ausgestopften Baͤren in seiner Samm⸗ g aufgestellt hat.
Herr Mendtzabal dringt bekanntlich auf ein kraͤftiges, rasches erfahren; wie sehr dieses jetzt die Behoͤrden zu vollziehen ver⸗ — Der neue Civil⸗Gouverneur un⸗ rer Provinz, Don Salustiano de Olozaga, welcher 1831 zum Tode rurtheilt war, hatte erfahren, daß in der Stadt Alcala de Hena⸗ zeine der Regterung feindliche Stimmung herrsche; er begab sich ulich in Begleitung von 28 hiesigen berittenen National⸗Gardisten erthin, und in nicht mehr als einem Tage setzte er alle mißfeaͤl⸗ gen und verdaͤchtigen Professoren ab, liberale und wohlgefaͤllige rosessoren ein, perbannte alle Jesuiten, hob mehrere Kloͤster f, gab den Moͤnchen Vercheise und Paͤsse, zog verschiedene reiche 1Besten des Staates ein, schickte mehrere verdaͤch⸗ ge Doktoren und andere Personen in ihre Heimath, machte organisirte dort eine National⸗Garde, ließ Denkmal errichten, setzte eine oͤkonomische esellschaft ein, und wohnte uͤberdies noch einem ihm zu Ehren Bereits am folgenden Tage traf
ehen, zeizt folgendes Beisptel.
dern den Prozeß, mpecinado ein
ranstalteten Festmahle bei.
err Olozaga wieder hier ein. rung hat sehr unerwartet folgende Maßregeln Heute um Mitternacht ließ naͤmlich d
er Civil⸗Gou⸗
verneur der Hauptstadt Olozaga die vorzuͤglichsten Kls er in Madrid schließen. Die Moͤnche ind ihren Familien 1.
sandt worden. Man sagt, dies sey nur das Vorspiel zu der Aufhebung aller Kloͤfier im ganzen Koͤnigreiche. 8c Beziehung erlassene Koͤnigliche Dekret wird, wie es heißt, mor⸗ gen in der Hof⸗Zeitung bekannt gemacht werden. Man glaubt allgemein, daß dem Ministerium in der heutigen Sitzung einige Fragen uͤber diesen Gegenstand vorgelegt werden duͤrften. Vom Kriegsschauplatze sind keine neuern Nachrichten hier eingegangen. Der Kriegs⸗Minister ist durch eine Krankheit bis jetzt an der Ruͤckkehr verhindert worden.
Wir haben hier eine ganz ungewoͤhnliche Kaͤlte, die um so unertraͤglicher ist, als man sich nicht gegen sie schuͤtzen kann. Des Morgens ist sie bereits hier bis auf 7, und in Valladolid sogar bis auf 14 Grad Reaumur gestiegen; dort ist der Pisuerga 18 Zoll tief gefroren. Diese Kaͤlte hat Ihre Majestaͤt die Koͤnigin⸗ Regentin nicht abgehalten, eine große Jagd⸗Partie zu veranstal⸗
ten, welcher, wie es heißt, auch der Infant Don Francisco de
Paula und dessen Gemahlin beiwohnten.
— Die Gazette de France enthaͤlt die beiden nachste⸗
henden Buͤlletins uͤber die Niederlage, welche Cordova am 16.
und 17. Januar erlitten hat:
„Der Feind hat mit allen seinen Truppen von Vittoria aus eine Bewegung nach Guevara und Villareal de Alava unternom⸗ men, doch hat er nach den Berichten des kommandirenden Gene⸗ rals, welcher den ersteren Ort vertheidigt, ungeachtet seines hart⸗ naͤckigen Angriffs und der Uebeelegenheit seiner Streitkraͤfte nicht weiter vordringen koͤnnen. Da die Feinde sich indessen vor unserer Stellung lagerten, was uns glauben ließ, daß sie den Kampf er⸗ neuern wollten, und daß andererseits die nach Villareal mar⸗ schirte Kolonne sich dieses Ortes bemaͤchtigt habe, so sandte ich den Brigadier Don Juan de Beamurguia mit dem dritten Bataillon und den Tiratlleurs von Castilien nach den Defi⸗ léen von Urquiolo, um dieselben zu vertheidigen. Ich habe gleich⸗ falls dem Brigadier Don Thomas Tarragual Befehl ertheilt, mit dem zweiten Navarresischen Bataillon sich schleunigst in Nunaria aufzustellen und diefen Punkt zu vertheidigen, die Kavallerie aver nach Durango zu senden, weil ihre Anwesenheit bei dem Kampfe nicht nothwendig ist. Der kommandirende General von Biscaya ist auch von Allem in Kenntniß gesetzt, damit er dieijenigen Maßre⸗ geln ergreife, welche durch das Eindringen der Feinde in Villareal nothwendig geworden sind. Hauptquartier Salinas, den 16. Ja⸗ nuar 1836. Graf von Casa⸗Eguiag.“
„In meinem gestrigen Berichte meldete ich Ew. Excellenz, daß der Feind sich den Punkten gegenüber gelagert habe, welche von den unter meinem Befehl stehenden Truppen so tapfer vertheidigt wurden, und ich hoffe, daß auch heute, wenn der Feind es versuchen
sollte, durch unsere Berge zu dringen, meine Soldaten ihn mit der⸗ selben Tapferkeit zuruͤckweisen werden. Da ich jedoch nur fuͤnf Ba⸗ taillone, naͤmlich zwei Navarresische, zwei Castilische und ein Gui⸗ puzeoisches zu meiner Disposition hatte, so ließ ich gestern Abend noch das fuͤnfte Navarresische Bataillon hierherkommen und uͤbersandte dem Ge⸗ neral⸗Major Don Bruno Villareal den Befehl, mit drei Bataillonen sich hierher zu begeben und zwei Bataillone nebst der Kavallerie in
Guevara zuruͤckzulassen, damit der Feind glaube, es seyen in jener Richtung keine Truppen mehr vorhanden. Da der Feind heute Morgen um zehn Uhr noch keine Bewegung gemacht hatte, und ich
nach der Ankunft Villareal's 11 Bataillone und eine Eskadron Ka⸗
vallerie hatte, so gab ich Befehl zum Angriff, um die Staͤrke und
die Stellung des Feindes kennen zu lernen. Ich theilte meine Trup⸗
pen in drei Kolonnen; die eine bestand aus dem zweiten Castilischen und dem dritten Navarresischen Batgillon unter dem Befehl des Brigadiers Goni, sie bildete den rechten Fluͤgel; die zweite, welche auf der
großen Straße marschirte, bestand aus dem ersten Castilischen und dem dritten Guipuzeoischen Bataillon unter dem Befehl des Briga⸗ dier Don Carlos Perez de las Vacas, der auch die Kavallerie kom⸗ mandirte; den linken Fluͤgel bildeten das erste Navarresische, das vierte Biscaysche und drei Alavische Bataillone, unter Anfuͤhrung des General⸗Majors Villareal. Das fuͤnfte Navarresische Bataillon ist in dieser Stadt als Reserve zuruͤckgeblieben. Die linke Kolonne hatte den Befehl, nicht weiter vorzudringen, als bis zu dem ersten Wirthshause von Arlaban. Der Kamps hat nun begonnen. Sobald er beendigt ist, werde ich Sie von dem Resul⸗ tat desselben in Kenntniß setzen und zugleich das Naͤhere uͤber den gestrigen Kampf mittheilen. Ich habe mich beeilt, Sr. Majestaͤt das Vorgefallene zu berichten und fuͤge nur noch hinzu, daß ich nicht glaube, daß der Feind nach Villareal vorgedrungen ist, weil, nach dem Berichte des kommandirenden Generals in Bis⸗ caya, unsere Truppen in Ochandiana standen. Ich habe auch erfah⸗ ren, daß der Brigadier Tarragual sich in Marsch gesetzt hat, um sich der Engpaͤsse von Manaria zu bemaͤchtigen. Hauptquartier Sa⸗ linas, den 17. Januar 1836. Graf von Casa⸗Eguia. An den Kriegs⸗Minister.“ “
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Lissabon, 17. Jan. (Englische Blaͤtter.) Die De⸗ batten in den Cortes haben noch keinen rechten Aufschluß uͤber den wahren Stand der Dinge gegeben, und bis jetzt wenigstens haben sich die Minister erhalten. Die geistlichen Angelegenhei⸗ ten kamen in der Pairs⸗Kammer viel zur Sprache, und der Vis⸗ conde do Banho fragte den Justiz⸗Minister, ob es wahr sey, daß die Regierung die Anzahl der Seelsorger auf dem Lande auf ein Drittheil oder Viertheil ihrer jetzigen Anzahl reduziren wolle? Der Justiz⸗Minister Veles Caldeira entgegnete, es solle allerdings ein Gesetz⸗Entwurf uͤber diesen Gegenstand vorgelegt werden, zuvor jedoch werde man den Rath der Civil⸗Gouver⸗ neure einholen. Der Finanz⸗Minister Campos erklaͤrte, er koͤnne sein Budget erst in einigen Tagen vorlegen. Zu gleicher Zeit motivirte er seinen Gesetz⸗Entwurf wegen Verkaufs von Staats⸗ Laͤndereien gegen Baarzahlung, indem er behauptete, seine Vor⸗ gaͤnger haͤtten die Finanzen in dem verwickeltsten Zustande hin⸗ terlassen, die Tabacks⸗Pacht im Voraus fuͤr 930 Contos und die Zoͤlle fuͤr 400 Contos verpfaͤndet; uͤberdies haͤtten sie Schatzkammer⸗-Scheine zum Belaufe von 500 Contos ausgestellt und seyen fuͤr 87,000 Pfd. Rothschildscher Wech⸗ sel schuldig geblieben. Dies wurde von Herrn Gomes de Castro, der die sinanziellen Operationen der fruͤheren Minister betrieben, lebhaft bestritten, und die Regierungs⸗Zeitung hat seitdem eingestanden, daß der Bettag jener Summen weit gerin⸗ ger sey, und daß namentlich die Hypothek auf dem Tabacks⸗ Monopol nicht 225,000, wie der Finanz⸗Minister behauptet hat, sondern nur ungefaͤhr 54,000 Pfd. Sterling betrage. Inzwischen sucht Herr Campos durch Anleihen gegen einfache Promessen Geld zu erhalten, und die mit der Finanznoth eng verbundenen Klagen der aus dem Portugiesischen Dienst entlassenen Auslaͤn⸗ der uͤber Verweigerung der ihnen gebuͤhrenden Ruͤckstaͤnde finden kein Ende. In der Diplomatie sind einige Veräaͤnderungen vor⸗ gegangen. Der aus Turin verwiesene Gesschaͤftstraͤger, Herr Rodrigues, ist zum Minister⸗Residenten in Kopenhagen an die Stelle des Herrn d'Almeida Garrett ernannt, und der Geschaͤfts
traͤger in Madrid, Herr v. Lima, soll zum Gesandten befoͤrdert werden. — In den noͤrdlichen Provinzen hatten zwei bekannt⸗ Miguelisten, der Visconde San Joao da Pesqueira und der Guerillas⸗Haͤuptling Cachapur, Unruhen erregt. Man hat ein Bataillon Cacadores hingesandt, und der Erstere soll gefangen
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seyn. Auch nach Setubal mußten wegen der haͤufigen Ermor⸗ dungen in der dortigen Umgegend Truppen geschickt werden.
Griechenland.
Athen, 3. Jan. (Allg. Ztg.) Die Anwesenheit Sr. Maj. des Koͤnigs von Bayern in dieser Hauptstadt faͤhrt in zu⸗ nehmendem Maße fort die freudige Theilnahme zu unterhalten, die seine Ankunft dahier erregt hatte; sie spricht sich auf jede Weise, auf der Straße sowohl als in den hoͤhern Kreisen, bei Eingebornen wie bei Fremden, kraͤftig aus; aber die innigste Emp⸗ findung daruͤber leuchtet doch aus den Zuͤgen des jungen Koͤnigs. Beide Koͤnige genießen des besten Wohlseyns und einer Heiterkeit des Geistes, die nur der Wiederschein innerer Ruhe seyn kann. Ofr wenn sie in traulichem Gespraͤche einen Spaziergang machen, blickt ihnen das Volk lange mit herzlicher Freude nach. Es waͤre unmoͤglich, nicht lebhaften Antheil zu nehmen an der Schoͤpfung dieses jungen Staates, der in dem Jugendleben der Voͤlker einst so⸗ schoͤne Bluͤthen trieb, und der sich nun aus seinen groͤßtentheils unveraͤnderten Elementen rasch und kraͤftig wieder gestalten will. Es ist in der That fuͤr die kurze Zeit des neubegruͤndeten Koͤnig⸗ reichs schon viel Erfreuliches geschehen, und der Zustand der Dinge in Griechenland zeigt sich jedenfalls weit uͤber jener Vor⸗ stellung, die man sich jenseits des Meeres davon zu machen pflegt. Im ungestoͤrten Frieden, unter dem Schutze der Gesetze, waͤchst sichtbar das Vertrauen des Volkes zur Regierung. Der Handel hebt sich; die Finanzen sind geordnet und berechtigen zu noch besseren Erwartungen. Im Besitze ausgedehnter Staats⸗Domai⸗ nen ruht ein großer National⸗Reichthum, und das neue Bank⸗ Institut verheißt der Industrie einen wohlthaͤtigen Einfluß. Der An⸗ forderungen an die Staats⸗Regierung sind zwar viele, aber allenthal⸗ ben findet man die billigen anerkannt. Die Lebenskraft des jun⸗ gen Koͤnigreichs bethaͤtigt wohl auch das rasche Entstehen der neuen Residenzstadt. Gerade vor einem Jahre bestand Athen kaum mehr dem Namen nach. In Schurt und Ruinen lagen fast alle Wohnungen; der Piraͤus war veroͤdet. Jetzt erheben sich in Athen mit unglaublicher Schnelligkeit erweiterte regelmaͤßige Straßen, und die Regsamkeit der Bauenden ist wahrhaft erfreulich. Mit jedem Tage verschwinden die traurigen Spuren der Zerstoͤrung mehr und mehr. Den kostbaren Ueberresten althellenischer Kunst wird von der Regierung ebenfalls gebuͤhrende Sorgfalt geschenkt, die Erhaltung der vorhandenen, die Wiederauffindung verschuͤtte⸗ ter mit Einsicht bezweckt. Auch am Piraͤus hat sich seit einem Jahre ein neuer Ort aufgebaut, der sich taͤglich erweitert, und es ruͤhrt sich das Gewerbe. Da man die Versumpfung des Kephissos als eine vorzuͤgliche Ursache der im vorigen Sommer erschiene⸗ nen Fieber betrachtet hat, so ist nunmehr durch ableitende Kanäͤle vorgesorgt und das Flußbett verbessert worden. Wie die gegen⸗
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waͤrtige Jahreszeit fuͤr den Gesundheitszustand in diesem Lande
uͤberhaupt die zuträͤglichste, so ist auch die Sterblichkeit jetzt ge⸗
ring. Es hat in den letzten Tagen des Dezembers auf den
Bergruͤcken des Hymettos, des Pentelikos und des entfernteren Parnas viel geschneit. Auch in der Thal⸗Ebene fiel seitdem Schnee, und der rauhe Nordwind blies empfindlich uͤber dieselbe. In geselliger Beziehung kann nur Erfreuliches von Athen gesagt werden; auch hier ist das Werden und Sichgestalten von eigen⸗ thuͤmlichem Reize. Die Anwesenheit Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Bayern hat schon Veranlassung zu einigen schoͤnen Festen gegeben. Am Namenstage des Kaisers Nikolaus veranstaltete der Russische Gesandte, Herr von Katakazy, in seinem Hause ein glaͤnzendes Ballfest, welches beide Koͤnige mit ihrer Gegenwart beehrten. Die Menge der Uniformen aus allen Laͤndern Europa’'s, worun⸗ tee sich die bildsame Griechische Tracht mit den Fustanellen der vielen Griechischen Staatsraͤthe und mehrerer Stabs⸗Oc fiziere auszeichnet, die Eleganz der Toiletten, jedoch ohne irgend mehr etwas Orientalisches beizubehalten, zewäͤhr⸗ ten einen angenehmen Eindruck. In einem großen Hof⸗ Konzerte hoͤrte man an einem anderen Abend mit Ver⸗ gnuͤgen die ausgezeichnetsten Dilettanten der Hauptstadt, und am zweiten Weihnachtsfeste hat der K. Bayersche Gesandte, Herr v. Kobell, gleichfalls einen sehr zahlreich besuchten Ball ge⸗ geben, welchem auch IJJ. MM. beizuwohnen geruhten. Merk⸗ wuͤrdig und erheiternd war es dabei zu sehen, wie mehrere alte Kapitani — fruͤher die Haͤupter entgegengesetzter Parteien — vor dem Koͤnig Ludwig die Romaika — einen Rundtanz von Maͤn nern — unter Absingung ihrer National⸗Kriegs⸗Lieder, ausfuͤhr ten, und ihm gleichsam die schoͤnste Huldigung durch ihre Ein⸗ tracht unter dem Scepter seines geliebten Sohnes darzubringen bemuͤht waren. “
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In einer Korrespondenz aus Konstantinopel meldet der Morning Herald Folgendes: „Ein Tatar aus Persien hat Depeschen von Herrn Ellis und viele Briefe von Privat⸗Perso⸗ nen uͤberbracht, von denen die spaͤtesten aus Teheran vom 5. De⸗ zember datirt sind. Der Schach, ein schwacher, argwoͤhnischer, unwissender junger Mann, hat sich fast voͤllig uͤberreden lassen, daß Eng⸗ and das Persische Reich zu seinen Indischen Besitzungen hinzufuͤgen wolle. Daher betrachtet er, statt dankbar zu seyn fuͤr den Bei stand Englands im Augenblick der Gefahr, unser Entgegenkom⸗ men als treulose und gefahrvolle Annaͤherungen. Da er seinen alten Gouverneur, den Premier⸗Minister, los ist, der, wie Sie wissen, aus dem Wege geschafft wurde, so uͤberlaͤßt er sich ganz der Leitung eines Menschen Namens Hadscht Mirza Agasst, der, ohne einen offiziellen Charakter am Hofe, einen unbegraͤnz⸗ ten Einfluß auf den schwachen Geist des Schachs ausuͤbt. Waͤre
dieser neue Mentor nur von der rechten Art, so waͤre Alles gut,
aber so ist sein Charakter eine schaͤndliche Mischung von Narr⸗ heit und Schurkerei, mit einer Zugabe von stolzer Selbstgenuͤg⸗ samkeit, Unverschaͤmtheit, unersaͤttlichem Ehrgeiz und unermuüͤd⸗ licher Thaͤtigkeit in Allem, was er unternimmt, sowohl in Ge⸗ schaͤften aeis im Intriguiren. Indeß werden alle wichtigen An⸗ gelegenheiten des Landes, die Einziehung der Einkuͤnfte, die Zah⸗ lung der Schuld an Rußtand, der Vortheil einer Verbindung mit England entweder voͤllig vernachlaͤssigt oder falsch von ihm verstanden. Sir John Camvbell hat Teheran verlassen und ist auf seiner Ruͤckreise nach England in Tabriz angekommen. Man erwartet ihn hier in kurzem uͤber Trapezunt. Der Schach hat ihn sehr veraͤchtich behandelt, und dies ist nach dem, was Sir John per⸗ soͤnlich fuͤr ihn gethan hat, der groͤßte Undank. Es ist noch nichts fuͤr den Handels Troktat geschehen, und Herr Ellis wird sich bald genoͤthigt sehen, sich unverrichteter Sache zu entfernen. Man
sagt sogar, er erwarte nur noch die Ankunft des Herrn M Neill, um abzureisen.“