Berlin, 1. Februar. Im Jahre 1835 betrug die Getraide⸗
Zufuhr in Betlin: a) zu Lande.
5589 Wispel — Scheffel Weizen. 2 Reoggen. ggroße Ge
leine Gerste.
” und 8 „ Linsen. zu Wasser.
„
b)
12,895 Wispel 23 Scheffel Weizen. Roggen. große Gerste. kleine Gerste.
15J rbsen und
1835 die Ge⸗
12,339 “ 3157 23 451 18 9872 22 680 15 1b 4 3 Linsen. Im Verhaͤltniß mit dem Jahre 1834 betrug traide Zufuhr
„
u Lande 5233 Wispel 13 Scheffel weniger, die Getraide⸗Zufuhr zu Wasser aber 4376 Wispel 11 Scheffel mehr. — Berichtigung. Im gestrigen Blatte S. 131, Sp. 2, . 31 v. u. statt „Karlisten“ lies „Christinos“.
Bn S
Amtlicher Fonds- un
Den 1. Februar 1836. g üSeld-Cours-Zettel.
B 6 r e.
Dienstag,
Pr. Cour. Brief. Geld.
A.
Pr. Cour. von C. M. v.
A Brief.] Geld.
102 ¾¼
St.-Schuld-Sch. 4 Pr. Engl. Obl. 30. PrämSch. d. Sech Kaurm. Obl. m.l. C. Nm. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandhr. Grossb. Pos. do. 4
-1b8ö
103 %
8 Amsterdamn Niederl.
241 l 6. 5 % Span 50 ⁄ 199 ⁄1 6. Preuss. Präm.-Scheine Met.
Ausg. Schuld Frankfurt a.
Passive 10 ⅞.
59 %¾.
Meteorologische Beobachtung.
Nach einmaliger Beobachtung.
Abends 10 Uhr.
äa89. 31. Januar.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 6 Uhr.
330,³32““ Par. — 0,30 R. — 3,8 °‧R. 74 pCt. heiter. O.
+ 0,2 0 R..
Luftdrucbc.. Luftwärme.. Thaupunkt... Dunstsättig.. Wa“ Wolkenzug...
Tagesmittel:
329,29“ Par. — 0,5 °R. — 1,80 R. 90 vCt. trübe. W.
—
330,53“ Par. + 1,49° R. 2090R. 75 v„Ct. heiter. NW. NW.
Quellwärme 7,0 0 R.
Flußwärme 0,5 0 R.
Bodenwärme 1,2 0 R. Ausdünstung 0,036“ Rb. Niederschlag 0,061“Rh. Nachtkälte — 1,4 0 R. — 250R..D
G. Loose zu 500 Fl. 118 ⅛.
Loose 70 ¾H. 70 ½. 551 1 6. 55.
5 % Rente pr. compt. 109. compt. 80. 60. fin cour. Rente 49 ¼. Passive 16 ¾. 19 ⅛l. 3 % Portug. —.
Wien, 2 5 % Met. 102 ⅞. 1 Bank-Actien 13679,1 .
80 pCt.
—
Auswärtige Börsen.
wirkl. Schuld 55 ⅞. Passive 165⁄1. Ausg. Schuld —.
Antwerpen, 26. Januar.
Oesterr. 5 % Metall. 1023⁄. 102 %. 1 % 25 ⁄[. G. Bank-Actien 1673. 1672 117 ⅓. Br. Preuss. Präm.-Sch. 60. 59 ¾. 5 % Span. Anl. 49 ⁄½⅞. 49 ½-.
Paris, 26. Januar.
80. 75. Neue Ausg. Sch. —.
27. Januar.
102 ⅛ ( 102 % 105 ½ 10434 101 ½ 101 107 ½
Ostpr. Pfandbr. 4 Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rückst. C. und Z. Sch. d. K. u. N.
890%
216 ½ 13 8 3
Mittwoch, wiederholt: sischen, von G. Abth.
Gold al marco Neue Duk Friedrichsd'or Discounto
Kanz--Dill. Zinsl. Oesterr.
n, 27. Januar. E. Raupach. 5 % do. 108 ½. 1 6 . 1 hauses: Subsc Poln. Dienstag,
106. 125 ¼.
—. Zinsl. 19 1. Neue Aul. 50 ¼4.
M., 29. Januur.
4 % 9911 16. 99 ⁄1 6. 2 ½ %
Partial-Obl. 140 ⁄1.
Loose zu 100 Fl. 217 ½.
do. 4 % Anl. 99 ⅛. G. Poln. 2 ½ % Holl.
Bellini.
lini. (Dlle. G Mittwoch,
fin cour. 109. 6D9. 3 % pr. 5 % Neap. 99. 25. 5 % Span. Ausg. Sch.
45.
3 % 7531% 2 / 0 ¾ Neue Anl. 59025⁄ 2.
330,04“" Par...
Allgem
Bekanntmachungen.
8 J11““ Heber den Nachlaß des am 30. November 1834 zu Lissa verstorbenen Buchhaͤndlers Elias Loͤwenthal ist heute dee erbschaftliche Liquidationsprozet eroͤffnet worden. Der Termin zur Anmeldung aller An⸗ spruͤche steht 1
am 1. Maͤrz 1836, Vormittags um 9 Uhr, vor dem Referendar Ambronn im Partheienzimmer des hiesigen Gerichts an. Wer sich in diesem Termin nicht meldet, wird aller seiner etwanigen Vorrechte verlustig erklaͤrt, und mit seinen Forderungen nur an dasjenige, was nach Brfriedigung der sich meldenden Glaͤubiger von der Miss noch übrig dleiben sollte, verwiesen werden.
Posen, am 22 October 1835.
Koͤnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht I.
.
1]
Aufgebots⸗Proclama.
Vom unterzeichneten Gericht werden
a. nachgenannte verloren gegangene Hypotheken⸗
nstrumente, deren Betrag schon laͤngst zuruͤckge⸗
zahlt und gerichtlich quittirt worden ist, als: b
¹1) vom 18 Dezemder 1797 uͤber 650 Thlr., fuͤr
das jungfraäuliche Kiosterstift zu NRaumburg a Q,
auf das Groͤbel⸗Vorwerk Nr. 397, dem Buͤrger
Gottlieb Hollstein geboͤrig, eingetragen, wovon,
laut Cesuon vom 6 November 1820, 400 Thlr.
In die 6 Geschwister Hollstein cedert worden:
2) vom 12. Seytember 1777 uber 100 Thir., fuͤr
die katholische Eiechen⸗Kasse zu Bunzlau, auf dem Andreas Hollsteinschen Bauergute Nr. 32
jin Neu⸗Jaͤschwitz; 1“
3) vom 24 August 1801 über 200 Thlr., fuͤr die Maria Magtaiena Woltersdorf, auf dem Hanse Nr. 347 hierselböst, vormals dem Schoͤnfaͤrber
Seimert, jetzt dem Particulier Glaeser modo dessen Erden gehoͤrig, intabulirt;
4) vom 91. August 1795 üVber 50 Thlr, der Schul⸗ haus⸗Baukasse hierselbst, auf der Gaͤrtner⸗ Mahrung Nr. 16 zu Aschitzau, vormals dem Gottlob Seidel, jetzt dem Hanke gehoͤrig;
5) vom 10. September 1811 über 100 Thlr., der
Stellmacher⸗Wittwe Heidrich zu Ober⸗Thomas⸗
woaldau, auf der Haͤusler⸗Nahrung Nr. 17 zu
Grenlich, vormals dem Samuel Friedrich, jetzt dem Hammerpaͤchter Muͤller gehdrig;
) vom 9. Juli 1798 uͤber 80 Thlr., fes die ver⸗ ehel. Start⸗Direktor Liebner, auf das Haus Nr. 81 hierselbst intabulirt, durch Cession auf das hiesige Hospital ad St. Quirinum uͤber⸗
gegangen; 18
) vom 17. Mai 1815 urspruͤnglich uͤber 300 Thir, und jetzt nur noch auf 200 Thlr. guͤltia, fuͤr
dden Bauerssohn Nicolaus Hentschel zu Tillen⸗
dorf, auf das Bauergut Nr. 125 daselbst, dem Gottfried Schneider gehdrig, intabulirt; vom 13. Maͤrz 1705, urspruͤnglich uͤber 420 Thlr., jetzt nur noch auf 395 Thlr. guͤltig, fuͤr die katholische Stadt Pfarrkirche hierselbst, auf das Haus Nr. 20 hierselbst, vormals dem Schnei⸗ der Clemens Greulich, jetzt dem Schleifer Krause gehoͤrig, intabulirt; 8
9) vom 18. Januae 1790 uüͤber 50 Thlr, vormals der Schnlhaus⸗Baukasse, jetzt der Rutterschen Fundations⸗Kasse auf dem Hause Nr. 381 hier⸗ selbst, vormals dem Schneider Schwengler, jetzt dem Baͤcker Roͤhricht gehoͤrig;
10) vom 1. September 1800 uͤber 50 Thlr., der ka⸗ tholischen Kirchen Kasse auf vorgenanntem Hause Nr 381;
11) vom 25. Januar 1779 uüber 410 Thlr., dem St. Annen⸗Kirchen⸗Aerario zu Tillendorf, auf dem sonst Nayarraschen, jetzt Zuckerbaͤcker Talkeschen Hause Nr. 223 hier; 1
12) vom 28. Juli 1790 uüber 200 Thlr., urspruͤng⸗ lich fuͤr den Strickermeister Karl Nerlich, spaͤ⸗
ter in Folge gerichtlicher Cession fuͤr den hie⸗ sigen Kaufmann Jenke auf das Haus Nr. 28 hierselbst, vormals dem Schornsteinfeger Nord⸗ mann, jetzt dem Roͤhrmeister Weinhold gehörig, intabulirt; 6 13) vom 31. Mäaͤrz 1818 uͤber 50 Thlr. ruͤckstaͤndige Kanufgelder der George Schubertschen Eheleute
Koͤnig! 2. Febr.
Donnerstag, auspier male: Prinz und Baͤuerin, Trauerspiel in 5
Akten, nach dem Italiaͤnischen, von Seyfried.
“ 8
iche Schauspiele. Im Opernhause:
Mush
(Mad. Franchetti Walzel, vom Herzog,
Weber.
lichen Hof⸗Theater zu Braunschweig: Rezia, als erste Gastrolle Herr Eichberger: Huon.) — Preise der Plaͤtze: Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Im Schauspielhause: actes. 2) Monsieur Chapolard, vaudeville en I acte, da théätre des variétés.
Ein Plaͤtz in den Logen des ersten
1) La séparation, comédie en;
3. Febr. Im Schauspielhause: Zum erstenmal
Adele, Lustspiel in 2 Abth., frei nach dem Franzi
Harrys. Hierauf: Der Oheim, Lustspiel inz
4. Febr. Im Schauspielhause: Zum ersten
Aufzuͤgen, vy
Sonnabend, 6. Febr. Im Konzert⸗Saale des Schauspig,
riptions⸗Ball.
9. Febr. Im Opernhause: Zum erstenmh.
Die Puritaner, große Oper in 3 Abth., nach dem Italiaͤnsten des Pepoli, von dem Freiherrn v
Lichtenstein.
89
Mußt n
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
2. Febr. Auf Begehren: Norma, Ogper in; Musik von Po erhardt: Adalgisa.
3. Febr. Die Reise auf gemeinschaftliche Kosug
Posse in 5 Akten, frei nach dem Franzoͤsischen, von L. Angeg,
Redacteur Ed. Cottel.
1 11“ Gedruckt bei A.
“
rmrSNNdHeg
. 2* „ 8 83 iner Anzeiger fuͤr zu Greulich, auf der Haͤuslerstelle Nr 87 daselbst, vormals dem Christoph Schubert, jetzt dem Gottfried Franke gehoͤrig; vom 10. Juni 1823 uͤber 50 Thlr., der evange⸗ Ug Kirche zu Aslau auf vorgenannter Stelle v. S2. vom 17. Juli 1817 üͤber 100 Thlr.) des Tisch⸗ ler Glafenhein zu Ruͤckenwaldau, auf der Haͤus⸗
14)
1)
lerstelle Nr. 43 daselbst, dem Gottlieb Reich
gehoͤrig;
16) vom 31. Juli 1811 uͤber 131 Thlr. 20 sgr, der
Gebruͤder Friedrich Wilhelm und Ernst Sa⸗
muel Zahn, auf dem hiesigen Gottfried David
Sauerschen Ackergut Nr. 302;
vom 15. Maͤrz 1797 uͤber 100 Thlr, der Anna
Rosina, verehel gewesenen Joppe, nachher ver⸗
ehel. gestorbenen Toͤpfer Eichert, geb. Huͤbel,
auf dem hiesigen Hause Nr. 320, der Schnei⸗ der⸗Wittwe Gerlach gehoͤrig;
) vom 2. Oktober 1821 uͤber 500 Thlr, urspruͤng⸗ lich fuͤr den hiesigen Kaufmann Bayer, auf das vormals dem Joseph Tilaner, jetzt dem Gotthardt Rothe gehoͤrige kalte Vorwerk Nr. 390, eingetragen und durch Cession auf den Schnei⸗ der Petri zu Haͤynau gelangt:
19) vom 31. Mai 1825 uber 100 Thlr, des biesigen Getraidehaͤndler Flader, auf vorgenanntem Vor⸗ werk Nr. 390
B. Folgende ebenfalls verloren gegangene, von den
17)
Besitzern der verpfaͤndeten Grundstuͤcke aber noch als sind, unbezahlt anerkannte Instrumente, als:
1) vom 22. Oktober 1723 uber 40 Thlr, fruͤher fuͤr den Apotheker Queißen, auf das sonst der Wittwe Vorbach, jetzt dem Roͤhrmeister Wein⸗ hold gehoͤrige Haus Nr. 28 hierselbst eingetra⸗ gen und durch Cession vom 28 Juli 1775 auf die hiesige katholische Kirchen Kasse gelangt;
)h vom 2 Dezember 1793 uͤber 72 Thlr, der hie⸗ sigen katholischen Kirchen⸗Kasse auf dem Hause Nr. 186 hierselbst, der verwittweten Stadt⸗Se⸗ eretair Wagner gehoͤrig;
vom 2. Mai 1791, gerichtlich recognoscirt den 10. Juni ej. n. uͤber 50 Thlr., der genannten Kirchen⸗Kasse auf dem Weißgerber Scholzschen Hause Nr. 54 hierselbst; vom 1A4 Juli 1773 uüͤber 100 Thlr., fuͤr die Witt⸗ frau Anna Eleonora Rothe, auf die Baͤcker Loͤfflersche Brodbank Nr. 5 eingetragen, durch Cession vom 21. November 1781 auf den Salz⸗ Factor Killmann und von diesem laut Cession vom 2. Februar 1795 an die hiesige katholische Kirchen⸗Kasse gelangt; vom 26. Juni 1797 uͤber 200 Thlr., fuͤr den Strickermeister Nerlich, auf die sonst Baͤcker⸗ Thiemannsche, jetzt Baͤcker Haeslersche Brod⸗ bank Nr. 13, der andere Wink l genannt, ein⸗ getragen und durch Cession vom 21. Mai 1800 auf die katholische Kirchen⸗Kasse hierselbst ge⸗ kommen:
) vom 27. Februar 1786 uͤber 50 Thlr., der hiesi⸗ gen katholischen Pfarrkirche, auf dem hiesigen Hause Nr. 212, dem Tischler Leitner gehoͤrig;
7) vom 31. August 1733 uͤber 100 Thlr, der ka⸗
tholischen Pfarrkirche hierselbst, auf dem hiesi⸗ P
gen Hause Nr. 158, der Tuchmacher⸗Wittwe Alde gehorig;
8) vom 30. Juni 1810 uͤber 200 Thlr, der hiesi⸗ gen katholischen Kirchen- Fundations⸗Kasse, auf dem hiesigen Hause Nr 70, vormals dem Tuch⸗ macher Waschnowsky, jetzt dem Tuchscheerer Gaertner gehoͤrig;
9) vom 24. Mai 1751 uͤber 20 Thlr., der katholi⸗ schen Kirchen⸗Fundations⸗Kasse auf dem Hause Nr. 50, dem Guͤrtler Scholz hierselbst gehoͤrig
Hiernaͤchst:
C. Folgende verlorne, zwar abgezahlte, aber noch
nicht quittirte Instrumente, als:
1) das Instrument vom 21. Maͤrz 1795 über 100 Thlr., fuͤr die verwittwete Buͤrgermeister Jo⸗
hanne Sabine Verjagt, geb. Zillelmann, auf
das Seilermeister Schubertsche Haus Nr. 253 hierselbst eingetragen, angeblich durch Zahlung an die spaͤterhin gestorbene Inhaberin getilgt,
und im Jahr 1813 verloren gegangen, so wie P
die unbekannten Erben der Wittwe Verjagt; 2) das Instrument vom 10. Juli 1797 uüͤher 400
4 6 die Preu Thlr., urspruͤnglich fuͤr den Freiherrn von Braun auf das hiesige, vormals der Wittf au Bitter, geb. Kriebel, jetzt dem Fleischermeister Gottwald zugehoͤrige Haus Nr 69 eingetragen, wovon spaͤterhin 300 Thlr. an die hiesige Ar⸗ men Fundation cedirt und zuruͤckgezahlt sind, 100 Thlr aber schon laͤngst an den von Braun oder dessen Erben abgefuͤhrt seyn sollen, inglei— chen die unbekannten von Braunschen Ecben, und das Instrument vom 12 Februar 1800 uͤber 400 Thlr., fuͤr den vormaligen General⸗Chi⸗ rurgus Schmidt zu Potsdam, auf das vorge⸗ nannte Haus Nr. 69 intabulirt, welches der vormalige Besitzer, Rathmann Wollmann, ge⸗ liehen hat und ebenfalls laͤngst zuruͤckgezahlt worden seyn soll, so wie die unbekannten Schmidt⸗ schen Erben; und endlich: “ Die unbekannten Erben des von hier nach Hirsch⸗ berg gezogenen und dort vor circa 30 Jahren gestorbenen Baͤckermeister Benjamin Jaekel, welcher, in Gemeinschaft mit seinen Geschwi⸗ stern aus dem vaͤterlichen Gotthardt Jaekelschen Hause Nr 2241 hierselbst, 200 Thlr ruͤckstaͤndige Kaufgelder zu fordern gehabt;“ 8 1 hierdurch oͤffentlich vorgeladen, und die Inhaber die
ser Instrumente so wie die Eigenthuͤmer der einge⸗ 88
tragenen Forderungen, deren Erben Cessionarien
oder diejenigen, welche sonst in ihre Rechte getreten si aufgefordert; bis zu oder spaͤtestens in dem auf den 4. Mai 1836, Vormittags um 10 Uhr, V im hiesigen Geschaͤ ts⸗Lokal vor dem Deoputirten, Herrn Assessor Lachmund, anberaumten Termine, ent⸗ weder selbst oder durch einen mit Vollmacht verse⸗ henen Mandatarius, wozu der hiesige Justiz⸗Kom⸗ missarius Nimmer in Vorschlag gebracht wird, ihre erlangten Real-Anspruͤche anzumelden und nachzu⸗ weisen, widrigenfalls sie damit gegen die verpfäaͤnde⸗ ten Grundstuͤcke unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens praͤkludirt und mit der Mortification der Instrumente und Loͤschung saͤmmtlicher schon durch Zahlung berichtigter Forderungen in den Hy— pothekenbuͤchern verfahren werden wird. Bunzlau, den 5. Januar 1836. Koͤnigl. Preuß.⸗ Stadtgericht
Edietal⸗Cidation. Nachdem der hiesige Buͤrger und Kaufmann, Frie⸗ drich August Fritzsche, seine Insolvenz angezeigt hat,⸗ und in dem zu dessen Vermoͤgen entstandenen Cre⸗ ditwesen
„ 27.
3 der Juni 1836, 1 zum Liquidations⸗Termine anberaumt worden ist, so werden alle diejenigen, welche an den genannten Ge⸗ meinschuldner Anspruͤche zu haben vermeinen, edie- taliter und peremtorie, nicht minder bei Verlust der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, endlich un⸗ ter der Verwarnung, daß diejenigen, welche, im obi⸗ gen Termine nicht erscheinen oder nicht gehoͤrig li⸗ quidiren, pro praerlusis. sowie die, welche ob sie dem vorseyenden Vergleiche beitreten wollen, nicht oder nicht deutlich sich erklaͤren, pro consentientibus ge-⸗ achtet werden sollen, geladen, daß ste entweder in erson oder durch hinlaͤnglich und von Auslaͤndern mittelst gerichtlicher Vollmacht zu legitimirende, so⸗ wohl zum Vergleich instruirte Bevollmaͤchtigte, der⸗ gleichen auswaͤrtige Glaͤubiger zur Annahme kuͤnf⸗ tiger Zufertigungen unter der Jurisdiction der Stadt Leipzig unbedingt und bei 5 Thlr. Strafe zu bestellen haben, gedachten Tages fruͤh um 11 Uhr auf hiesi⸗ gem Rathhause in der Richterstube erscheinen, mit dem Curatore Litis. welcher ebenfalls zu erscheinen bedeutet wird, die Guͤte pflegen und, wo moͤglich, einen Accord treffen, in dessen Entstehung binnen 6 Tagen, vom Termine an gerechnet, ihre Forderungen unter Beibringung des erforderlichen Beweises, Pro⸗ duction der darauf Zeßug habenden Urkunden, auch Deducirung der Prioritaͤt, gebuͤhrend liquidiren, der Curator Litis binnen anderweiten 6 Tagen auf das Vorbringen der Glaͤubiger sub poena confissi et convicti sich einlassen und antworten, auch die pro⸗ ducirten Urkunden ub poena recogniti recognoseciren, die Glaͤubiger mit dem Curatore Litis, sowie der rioritaͤt halber unter sich, von 6 zu 6 Tagen bis n hc bestteh. rechtlich verfahren, sodann beschließen un
den 22 August 1836, ulation der Acten, nicht wenige den 5. September 1836, der Eroͤffnung eines Praͤclusiv⸗Bescheides, wamct Mittags 12 Uhr in coöntumaciam der Nichtersäc⸗ nenden verfahren werden wird, sich gewaͤrtigen solan. Leipzig, den 11. Januar 1836. Das Stadtgericht zu Leipzig Winter, Stadtrichter, R. d. K. S. C. V. d. Meschke, G.⸗Schrr.
Auf ehrerbietigst gehorsamsten Antrag des Legationt⸗ raths von Ferber zu Buͤtzow, des Mazjors von Ferher auf Meltz, des Hauptmanns von Ferber auf Klein⸗ Helle, und des Koͤnigl Preußischen Lieutenants a. . August von Ferber zu Duͤsseldorf, werden alle ditjene⸗ gen, welche aus irgend einem cioilrechtlichen Grunde an das zur Verlassenschaft des weiland Landtabe von Ferber auf Varchentin und Wattmannshag gehoͤrig gewesene, von den Provokanten verkauft im Amte Guͤstrow belegene Lehngut Wattmanne hagen c. p, namentlich an die dazu gehoͤrige auf da Friedrichshaeger Felde belegene Windmuͤhle, und u das Wattmannshaeger Patrimonialgericht, dinglich Anspruͤche und Forderungen zu haben vermeinen peremlorie hiermit geladen, am 16. April d. J., Morgens um 10 Uhr, auf hiesiger Großherzoglicher Instiz⸗Kanzlei zu er⸗ scheinen, und solche ihre Anspruͤche bestimmt anza— geben, widrigenfalls aber zu gewaͤrtigen, daß sie das mit unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens auf stets werden praͤkludirt und abgewiesen werden.
Von dieser Anmeldungspflicht werden indeß hier⸗ durch ausdruͤcklich ausgenommen:
1) alle diejenigen Glaͤubiger, deren Forderungeg in das uͤber Wattmannshagen c. p. niedergeleg, Hypothekenbuch eingetragen worden, wegen soe cher ihrer Kapital⸗Forderungen und der darm ein termino Johannis v J noch nicht faͤllig „⸗ wesenen Zinsen; . der Engere Ausschuß der Ritter⸗ und Landsche der Herzogthuͤmer Mecklenburg, wegen ale und jeder in lermino Johannis v J. noch uttce faͤllig gewesener oͤffentlicher Abgaben und Brald⸗ Kassen⸗Beitraͤge, so wie wegen der Beitraͤge ü den Landes schulden, der Steuer nach der Norm, und etwaniger desfallsiger Monituren; 1 die Ritterschaft Amts Guͤstrow, wegen aller in dem gedachten Termin noch nicht faͤllig geme— senen Amts⸗Anlagen;
4) die Kirche, Pfarre und Kuͤsterei zu Wattmims⸗
hagen, wegen aller in solchem Termine boͤch nicht zahlbar gewesenen Gefaͤlle, und „
5) alle diejenigen, welche auf einem von hiesiget
Großherzoglicher Justiz⸗Kanzlei korroborirte, ihnen ten pestive ante terminum vorgezeigten Postenzettel ihre Forderungen und Anspruͤche richtig werden verzeichnet finden: mindestens haben dieselben eine Erstattung der di quidationskosten nicht zu gewaͤrtigen.
Gegeben Guͤstrow, den 12 Januar 1836. 1 Großherzoglich Mecklenburgsche, zur Ju⸗ stiz⸗Kanzlei allerhoͤchstverordnete Direi⸗
tor, Vice⸗Direktor und Raͤthe.
(L. S.) G. Brandt.
der I
r2-
3)
Kunst⸗Verein fuͤr die Rheinlande und Westphalen. —
Die General⸗Versammlung der Mitglieder de Vereins und die Verloosung der angekauften Kuns⸗ werke fuͤr 1835 wird im Laufe des Juli d. J. an einem kuͤnftig naͤher zu bestimmenden Tage statthaben, und die damit verbundene Ausstellung am 1,. In eroͤffnet werden. Die Kuͤnstler, welche geneigt sin dabei zu konkurriren, werden daher ersucht, ibre Wer⸗ wo moͤglich bis zum 20. Juni hierher unter der Adres
des Herrn Inspektor Wintergerst im Akademie⸗Ge⸗ d
baͤude einzusenden und gleichzeitig uns zu beng0 richtigen, ob und zu welchem Preise sie verkaͤuf sind. Alle Mittheilungen werden, um die Yortofre heit zu genießen, unter Kreuz⸗Couvert und mit dh Rubrik: „Angelegenheiten des Kunst⸗Vereins fuͤr 1 Rheinlande und Westphalen“ erbeten. Fuͤr Ber giebt Herr George Gropius naͤhere Auskunft. Duͤsselborf, im Januar 1836. Der Verwaltungsrath des Vereins.
1 Oberon, Koͤnig der Elfen, romantische Feen⸗Oper in 3 Abth., mit Ballets.
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Maäjestaͤt der Koͤnig haben dem Regierungs Vice⸗Praͤ⸗ benten von Kozierowski in Bromberg den Rochen Adter⸗ reen zweiter Klasse mit Eichenlaub zu verleihen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Geheimen Justiz⸗ und ber⸗Landesgerichts⸗Rath, Grafen von Matuschka zu Bres⸗ u, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse mit der Schleife zu nlihen geruht. 1
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Gutsbesitzer Johann bilhelm von Guͤlcher zu Duͤsseldorf in den Freiherrn⸗Stand erheben geruht. 1
Die oͤffentliche Sitzung der Koͤnigl. Akademie der Wissen⸗
aften am 28. Januar, zur Feier des Jahrestages Friedrich's II., ard durch die Anwesenheit Ihrer Koͤniglichen Hoheiten des
onprinzen, der Prinzen Wilhelm und Albrecht, Soͤhne Sr. Majtstat des Koͤnigs, verherrlicht. Nach der Eroͤffnung durch im vorsitzenden Secretair, Herrn Erman, las Herr Ranke einen sübshnitt seiner Geschichte der Entwickelung der Italaaͤnischen seste.
„
s⸗Nachric— bTöööd “ Frankreich. v Paris, Jan. Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem seils⸗Praͤsidenten und dem Justiz⸗Minister. Heute findet in Tuilerieen ein Kinderball statt, zu welchem uͤber 500 Kinder z den ersten Familien geladen sind. Morgen giebt der Herzog n Orleans einen Ball in seinen Gemaͤchern, und fuͤr uͤber⸗ orgen hat der Herzog von Broglie ein zweites großes Fest Hotel des Ministeriums der auswaͤrtigen Angelegenheiten unstaltet. — Es heißt, daß waͤhrend der ganzen Dauer des kschischen Prozesses in den Tuileriecen keine Baͤlle oder Kon⸗ ie gegeben werden wuͤrden. “ Die Deputirten⸗Kammer hielt heute wieder eine oͤffent he Sitzung, die der Praͤsident mit der Erklaͤrung eroͤffnete, daß er Humann seine Ernennung zum Mitgliede der Budgets⸗ mowission abgelehnt habe, weshalb die Deputirten des neunten reaus sich in ihrem Lokale versammeln moͤchten, um eine an⸗ e Wahl zu treffen. Hierauf bestieg der See⸗Minister die dnerbuͤhne, um der Kammer einen Gesetz⸗Entwurf vorzulegen, urch er einen Nachschuß von 7,500,000 Fr. zu den vorjaͤhri⸗ Ausgaben seines Ministeriums verlangt. Der Minister e Innern brachte sodann aufs neue den Gesetz⸗Entwurf er die Munizipal⸗Befugnisse ein, der bekanntlich schen in der igen Session von der Deputirten⸗Kammer angenommen, von Pairs⸗Kammer aber wesentlich veraͤndert worden ist. Die kesammlung schenkte den Vorträgen, womit die beiden Mini⸗ diese Gesetz⸗Entwuͤrfe begleiteten, eine so geringe Aufmerk⸗ mnkeit und unterhielt sich statt dessen so angelegentlich uͤber Frage, ob die Rente zu reduzickn sey oder nicht, daß die timmen der Redner gaͤnzlich bedeckt wurden. Die Glocke des aͤsidenten stellte endlich wieder die Ruhe einigermaßen her, rauf Herr A. Giraud diesen Augenblick benutzte, um sei trag, den Ehren⸗Legions⸗Rittern aus der Zeit der 100 gesetzliche Gehalt zu bewilligen, auseinanderzusetzen. oreau unterstützte diesen Vorschlag, indem es sich hier um e Ehrensache handele, bei welcher eine jaͤhrliche Summe von ba 72,000 Fr. nicht in Betracht kommen koͤnne. Zwei Ab⸗ mungs⸗Versuche uͤber die Frage, ob der Antrag in Erwaͤ⸗ gzu ziehen sey, blieben zweifelhaft; es mußte daher zur Kugel⸗ ahl geschritten werden, worauf die Proposition mit 176 gegen 86 timmen verworfen wurde. Waͤhrend die Stimmzettel gezaͤhlt rden, kuͤndigte der Praͤsident der Versammlung an, daß eine dere Proposition (man glaubt, wegen der Renten⸗Reduction) f das Buͤrecau niedergelegt worden sey. Den Beschluß der bung machte Herr Anisson⸗Duperron mit der Entwickelung nes Antrages wegen der Urbarmachung der Waldungen, den bereits in der vorigen Session gemacht, nach den Debatten in t Pairs⸗Kammer aber in manchen Punkten modisizirt hat. ie Kammer beschloß, diese Proposition in Erwaͤgung zu ziehen. — orgen findet keine oͤffentliche Sitzung statt. Die heutigen Zeitungen beschaͤftigen sich fast ausschließlich it einer Rede, die Herr Humann gestern im 9. Bureau der eputirten⸗Kammer gehalten hat, um eine Uebersicht von der ge⸗ nwaͤrtigen finanziellen Lage des Landes zu geben. Es befinden h in derselben folgende merkwuͤrdige Gestaͤndnisse: „Die Noth⸗ endigkeit, Beduͤrfnissen erster Art zu genuͤgen, hat uns seit dem ahre 1830 mit 800 Mill. an außerordentlichen Ausgaben be⸗ et, die etwa 40 Mill. neu creirter Renten repraͤsentiren. gier lastet schwer auf unserm Budget. Der im er⸗ n Jahre von mir vorgelegte Ausgabe⸗Etat wies ein tfizit von 167 Millionen nach; mein zweiter Etat schloß mit em Ausfall von 38 Millionen, mein dritter mit einem solchen n 21 Millionen ab, und das Budget fuͤr 1837 wird, wie ich nen versichern kann, bei einem scheinbaren Ueberschuß von wa 2 Millionen, mindestens mit 17 Millionen belastet wer⸗ „ Andererseits will man dem Schatze nicht die 30 Millionen ckgeben, um welche die Getraͤnksteuer ermaͤßiat ist. Der in⸗ adische Zucker hat dem Schatze im Jahre 1835 bereits 15 illionen entzogen und wird ihm in diesem Jahre 20 Millio⸗ elintziehen. Ein Minister, der das Gefuͤhl seiner Verant⸗ ichkeit hat und seine Lage kennt, kann unter solchen aͤnden nicht gleichguͤltig und unbeweglich bleiben. Man bte einen Entschluß fassen. Neue Anlethen zur Deckung ei⸗ b saͤhrlichen Defizits darf man nicht vorschlagen. Will man
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Pegen die Steuern erhoͤhen? Hierdurch wuͤrde man sich eben
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Nihm, so wie etwanige fruͤhere Vorschuͤsse gehen verloren.
nicht populair machen; schon jetzt werden die Abgaben nur mit Murren gezahlt. Frankreich ist vielleicht dasjenige Land der Welt, wo man, vorzuͤglich nach einer Revolution, zu einem sol⸗ chen Auskunftsmittel am Wenigsten seine Zuflucht nehmen darf. Es bleibt also zur Ausgleichung des Budgets nichts uͤbrig, als die Ausgaben zu vermindern, und die Haupt⸗Ausgabe ist die Verzinsung der Staatsschuld. Will man mir vielleicht einwenden, daß die Herabsetzung des Zinsfußes der Rente einige Kapitali⸗ sten arm machen wuͤrde. Hierauf erwiedere ich, daß Steuern und Anleihen ein ganzes Volk arm machen, da der Staat doch nur mit dem Gelde Aller bezahlen kann. Man muß also das geringere Uebel waͤhlen.“ — Der Gazette de France geben diese Gestaͤndnisse zu allerhand Betrachtungen Anlaß.
Der Herzog von Broglie hatte, wie man sich erinnern wird, in der Deputirten⸗Kammer erklärt, daß er sich der Reduction der Rente nur als einer unzeitigen Maßregel widersetze. Das Journul des Débats scheint aber heute die Minister veran⸗ lassen zu wollen, den Finanzplan des Herrn Humann nicht allein als unzeitig, sondern auch als schlecht zuruͤckzuweisen. Das doctrinaire Blatt wuͤnscht, daß die Frage bald durch die Kammer entschieden werden moͤge, indem die fortdauernde Ungewißheit uͤber diesen Gegenstand in vieler Beziehung hoͤchst nachtheilig sey.
Saͤmmtliche Buͤreaus der Deputirten⸗Kammer haben jetzt ihre Budgets⸗Kommissarien (zusammen 36) ernannt. Es sind die Herren Pelet, Havin, Duprat, A. Giraud, Cunin⸗Gridaine, Dumon, Rouillé de Fontaine, Etienne, Passy, Sapey, Hernoux, Heector d'Aulnay, Calmon, Desjobert, Tupinier, Dubois, Ödier, Duvergier⸗de⸗Hauranne, Dufaure, Bresson, Salvandy, Pisca⸗ tory, Las Cases, von Haubersaͤert, Sauzet, Gouin, Lepelletier d'Aulnay, Baude, Amilhau, Berenger, Aroux, Delbecque, Le⸗ grand, Gravier, Felix⸗Real und Humann. Statt des Letzteren muß ein neuer Kommissarius ernannt werden, da derselbe seine Wahl abgelehnt hat. 23 Mitglieder der Kommission sollen füuͤr, und nur 13 gegen die Reduction der Rente seyn.
Das Wahl⸗Kollegium zu Limoges hat, statt des aus der Kammer ausgeschiedenen Herrn Bourdeau, den ministeriellen Kan⸗ didaten Herrn Talabot zum Deputirten gewaͤhlt. Die Opposition hatte keinen Kandidaten gestellt.
Die Verhandlungen in dem Prozesse Fieschi's und seiner Mitangeschuldigten werden am naͤchsten Sonnabend Punkt 12 Uhr beginnen. Der General⸗Prokurator hat 5 große zu verschlie⸗ ßende Eßkoͤrbe machen lassen, in welchen den Angeklagten waͤh⸗ rend ihrer Gefangenschaft im Luxembourg die Speisen gebracht werden sollen. Als Grund zu dieser Vorsichts⸗Maßregel giebt man an, daß neuerdings der Versuch gemacht worden sey, dem Angeklagten Morey Gift zu verschaffen.
Die aus Ste. Pélagie entsprungenen politischen Gefangenen wollen in London ein Franzoͤsisches Journal herausgeben, dessen Haupt⸗Redacteure die Herren Cavaignac und Marrast seyn wuͤrden.
Das Journal des Debats sagt bei Gelegenheit der neu⸗ sten aus New⸗York eingegangenen Nachrichten vom I. Januar: „Die Total⸗Summe der Verluste scheint sich auf nicht weniger als 80 Millionen Fr. zu belaufen; aber die Assekuranz⸗Compag⸗ nieen, die sich vermoͤgender erweisen, als man anfaͤnglich glaubte, werden den groͤßten Theil der obigen Summe decken. Die von den Banken geleisteten Vorschuͤsse und die von vielen Seiten ein⸗ treffenden Unterstützungen werden den Handelsstand wahrschein⸗ lich ganz vor bedeutenden Fallissements schuͤtzen. Die bedeutende Preis⸗Erhoͤhung der Waaren faͤngt schon an, die Kaufleute eini⸗ germaßen fuͤr ihre Verluste zu entschaͤdigen. Zu Grunde gerich⸗ tet werden nur diejenigen Assekuranz⸗Compagnieen, welche nicht vorsichtig genug waren, einen hinreichenden Reserve⸗Fonds zu bilden, sondern ihren Gewinn immer gleich unter die Actionatre vertheilten. Bei der ersten Nachricht von der Feuersbrunst in New⸗York gab es gewiß in Frankreich und in Europa keinen Kaufmann, der nicht fuͤr seine Amerikanischen Schuldner gezittert haͤtte; denn wenn in Europa im Allgemeinen, oder in Frankreich insbesondere sich ein solcher Ungluͤcks⸗ fall ereignet haͤtte, so wuͤrden die Personen, die davon betroffen worden waͤren, ihres Kredits und aller Mittel, um ihr Ungluͤck wieder gut zu machen, beraubt worden seyn. In Frank⸗ reich herrscht ein seltsamer Gebrauch im Handels⸗Verkehr: wenn man des Kredits nicht bedarf, so wird Einem derselbe angeboten, wenn man ihn braucht, so wird er verweigert. In den Ver⸗ einigten Staaten sehen wir im Gegentheil bei der Nachricht von dem Ungluͤcksfalle den Praͤsidenten der Bank von Philadesphia herbeieilen, 11 Millionen zur Verfuͤgung des New⸗Yorker Han⸗ delsstandes stellen, und die Banken im Allgemeinen erklaͤren, daß
sie die Wechsel der beim Brande Verungluͤckten vorzugsweise
diskontiren wuͤrden. Bei dem Amerikaner zeigt sich auf diese Weise im Angesichte des den Handel betreffenden Mißgeschicks ein Muth, der dem des Soldaten auf dem Schlachtfelde aͤhnlich sieht: er will siegen oder untergehen. Das Verdienst dieser ganz neuen Kuͤhnheit gebuͤhrt nicht den Amerikanern allein. Sie trugen den Keim dazu schon in ihrem Blute. Es ist ein Geschenk ihres Mutterlandes. Bei der New⸗Yorker Kalamitaͤt sind die Englaͤn⸗ der der Furcht eben so wenig zugaͤnglich gewesen, als ihre Ame⸗ rikanischen Abkoͤmmlinge. Wir haben erfahren, daß ei⸗ nige in Paris etablirte Kommanditen Amerikanischer Hand⸗ lungshaͤuser bei ihren Londoner Banquiers angefragt haben, ob sie nach dem Ereignisse in New⸗York fortfahren koͤnnten, sich des Kredits zu bedienen, den jene Banquiers ihnen eroͤffnet haͤt⸗ ten, und sogleich zur Antwort bekamen, daß man nicht allein die fruͤheren Kredite aufrecht erhalte, sondern daß man ihnen einen unumschraͤnkten Kredit eroͤffne, um sie in den Stand zu setzen, ihre Verluste durch ausgedehntere Operationen wieder gut zu machen. Franzoͤsische Banquiers, die sich in derselben Lage befanden, haben sich im Gegentheil beeilt, die Bruͤcken aufzuzie⸗ hen und jeden Kredit abzuschneiden. Es scheint uns, daß die Franzoͤsischen Banquiers dabei weniger fuͤr ihr Interesse gesorgt haben, als die Englischen; denn wenn man einem Kauf⸗ manne inmitten einer Krisis den Kredit abschneidet, so muß der⸗ selbe nothwendig falliren, und die Vortheile der Frdengung me
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man dagegen dem bewaͤhrten und umsichtigen Kaufmanne aus⸗ gedehnte Mittel verschafft, sein Gluͤck nochmals zu versuchen, so gewinnt er haͤufig das Verlorene wieder und sichert die Interessen seiner Glaͤubiger. Dies sehen die Englaͤnder ein; wir haben es noch zu lernen.“
Man schreibt aus Barcelona vom 17ten d.: „Die Be⸗ hoͤrde fuͤrchtet neue Unordnungen, und man hatte deshalb heut ganz ungewoͤhnliche Vorsichts⸗Maßregeln getroffen. Es warell mehrere Piquets der National⸗Garde beordert, und Jaͤger⸗Ab theilungen durchzogen die Stadt. Die Ruhe wurde indeß nicht gestoͤrt. — Der General Mina hat eine Instruction publizirt die zum Zweck hat, die Ausfuͤhrung seiner am 29. Nov. erlasse nen strengen Verordnung zu erleichtern. Dieses offizielle Akten stuͤck lautet solgendermaßen: 1) Es wird in dem Hauptorte je des Bezirks ein außerordentliches Kriegsgericht unter dem Vor⸗ size des Stadt⸗- oder Platz⸗Kommandanten gebildet. 2) Die Kommandanten ernennen 6 Mitglieder vom Capitains⸗Range. Die Anklaͤger werden unter solchen Offizieren ausgesucht, die die noͤthigen Faͤhigkeiten zu diesem Amte besitzen. Die Proze werden auf Befehl der Praͤsidenten instruirt. Jeder vorge ladene Zeuge muß sich stellen, ohne sich durch ein Vorrechr irgend einer Art entschuldigen zu koͤnnen. Die Ange⸗ klagten werden innerhalb der ersten 24 Stunden nach ihrer Verhaftung verhoͤrt. Sie koͤnnen ihre Vertheidiger unter den Offizieren der Garnison oder der National⸗Garde waͤhlen. 3) Die Urtheile werden mir zur Genehmigung vorgelegt, wenn sie nicht einstimmig gefaͤllt worden sind. In diesem letzteren Falle aber sorgt der Praͤsident fuͤr die Vollziehung und giebt mir so⸗ gleich Nachricht davon. 4) Die Kommandanten sind fuͤr die Aus⸗ fuͤhrung der gegenwaͤrtigen Instruction verantwortlich. — Vom j9ten. Die Wiederherstellung der Ruhe ist nicht so gesichert, wie man hoffte. Es zirkuliren in der Stadt fortwaͤhrend beun⸗ ruhigende Geruͤchte. Viele reiche Familien haben sich entfernt. Allnaͤchtlich werden aufruͤhrerische Plakate an den Palast des Ge⸗ neral⸗Capitains angeschlagen, und zahlreiche Verhaftungen finden statt. In der vergangenen Nacht soll im Hofe des Palastes eine rothe Muͤtze gefunden worden seyn, in welcher sich ein Exemplar der Constitution von 1812 und ein Brief befand, worin gesagt wurde, daß dem General Mina, da er auf die Stimme des Volkes nicht hoͤren wolle, der Tod geschworen sey. Der General Mina ist entschlossen, die Ordnung um jeden Preis wiederherzustellen.“
Aus St. Sebastian schreibt man unterm lsten, der Karli sten⸗General Sagastibelza habe den Englischen und Franzoͤsischen Schiffs⸗Kommandanten anzeigen lassen, daß ihre Flaggen respektir werden wuͤrden. In St. Sebastian waren neuerdings 2 Moͤr ser und 3 Kanonen angekommen; dagegen fuhren auch die Kar listen mit ihren Befestigungen in der Umgegend fort. Das For Guetaria war noch immer blokirt.
Gvoßbritanien und Irlan b. London, 26. Januar. Se. Koͤnigliche Hoheit der Herzo von Cumberland wird taͤglich im St. James⸗Palast erwartet. Der neue Lord-Kanzler hat Herrn R. B. Wingfield, de Bruder seiner Gemahlin, zu seinem Secretair ernannt. 8 Die Morning Post behauptet, Lord Mulgrave werde naͤchsten Montag in London eintreffen; der Courier aber hat
nichts davon gehoͤrt, daß es die Absicht des Lord⸗Lieutenants
waͤre, so bald hierher zu kommen.
Der Oberst Dubois Tenequi, Adjutant und Gesandter des Koͤnigs von Audih, der sich einige Zeit hier aufgehalten hat, un Herr G. H. Freeling, Letzterer in Angelegenheiten der Postver bindung zwischen England und Frankreich, sind von hier nach Paris und Herr Newton Saville Scott, Attaché bei der Bri tischen Gesandtschaft in Holland, nach dem Haag abgereist.
Das General-Feldzeug-Amt hat den Befehl ertheilt, daß eine Untersuchung daruͤber eingeleitet werden solle, ob sich Per sonen, die zu diesem Departement gehoͤren, wie verlautet hatte bei den letzten Munizipal⸗Wahlen in Dover ihres amtlichen Ein flusses auf ungebuͤhrende Weise zur Einmischung in dieselben be dient, und es soll schon so viel erwiesen seyn, was gegen einig dieser Individuen spricht, daß man glaubt, ihre Amtswohnungen die sie zum Mitstimmen berechtigten, wuͤrden ihnen genommen wer den. Der Courier gesteht geradezu ein, daß alle im Dienst de Regierung stehende Personen zu Dover mit den Konservativen gestimmt und den Ausschlag gegen die liberale Partei gegeben haͤtten, und daß dasselbe in mehreren anderen Staͤdten der Fall gewesen sey, was er natuͤrlich fuͤr unverzeihlich erklaͤrt, indem er den Ingenieur⸗Oberst Arnold, Adjutanten des Koͤnigs, der waͤhrend der Munizipal⸗Wahlen in Dover das Kommando hatte, und alle aͤhnlich gestellte Beamte daran erinnert, daß der Herzog von Wellington, als man ihm gesagt, Lord Beresford, der da⸗ malige General⸗Feldzeugmeister, wolle gegen die Emancipations⸗ Bill stimmen, zur Antwort gegeben habe: „Das ist moͤglich, Lord Beresford mag gegen die Bill stimmen, aber der General⸗ Feldzeugmeister soll nicht dagegen stimmen.“
Der Herzog von Gordon hat, als Lord⸗Lieutenant der Graf⸗ schaft Aberdeen, folgende Mittheilung von dem Staats⸗Seecre⸗ tair des Innern erhalten: „Whitehall, 11. Januar. Mylord! In Folge wiederholter Empfehlungen von Seiten der Grafschaft⸗ Lieutenants in Großbritanien zur Vermehrung der Zahl ihrer Stellvertreter ist meine Aufmerksamkeit neuerlich auf diese Er⸗ nennungen gelenkt worden. Indem ich die letzten Parlaments⸗Nach⸗ weise vom 13. Juli 1835 zur Hand nehme, finde ich, daß es fast in allen Grafschaften weit mehr Vice⸗Lieutenants giebt, als zur Verrichtung der diesen Beamten auferlegten Pflichten noͤthig sind. Unter die⸗ sen Umstaͤnden halte ich es nicht fuͤr angemessen, Sr. Majestaͤt zur Bestaͤtigung neuer Ernennungen zu rathen, wenn nicht ir⸗ gendwo ein besonderer Grund die Beibehaltung oder Vergroͤße⸗ rung der jetzigen Zahl erheischt. Ew. Gnaden werden daher be⸗ greifen, daß ich nicht aus Mißtrauen in die Tauglichkeit der bis⸗ her empfohlenen Personen es fuͤr zweckmaͤßig erachtet habe, Sr. Maj. nicht zu der Einwilligung in die bei diesem Departement eingegangenen Empfehlungen zu rathen, und. ich ersuche Ew.