Nummer derselben, angeben, sendern auch den Inhalt der Kollt und die genane Angabe des Gewichts, der Anzahl und jedes anderen Matzes, nach welchem die Zoll⸗Abgabe zu erheben ist. Die Connoissements müssen eben dasselbe enthalten. Ein fehlerfreies Eremplar des Mani⸗ festes, in welchem weder radirt noch korrigirt seyn darf, soll dem Rus⸗ sischen Konsulate zum Visa und zur Bestegelung vorgelegt werden, gegen Erlegung der laut Tarifs vom 25. Oktober 1820 für Ladungs Deelarationen vorgeschriebenen Gebühren. In Städten, wo sich kein Russisches Konsulat befindet, kann das Manifest durch einen öffentlichen Notarius oder die Lokal⸗Behörden beglaubigt werden. Nach der Vi strung darf dem Manifeste nichts weiter hinzugefugt werden, und wenn bei der Untersuchung von Seiten der Finnländischen Zoll⸗Beamten sich Gegenstände vorfinden, die nicht im Manifeste angegeben sind und den Werth von 100 Rubel S. M. nicht übersteigen, so wird darauf die Zoll⸗Abgabe doppelt erlegt; wenn aber der Werth die angegebene Summe übersteigt, oder wenn sich in Ballen, Packeten ꝛc. andere, als die im Manifeste angegebenen Güter befinden, so sollen diese konsiszirt soerden. Wenn ein Schiff ohne gehöriges Manifest anlangt, oder in demselben radirt oder korrigirt ist, soll die ganze Ladung der Confis⸗ cation unterliegen. Gegenwärtiger Befehl erhält Gesetzestraft und tritt in Wirkung mit Anfang des Jahres 1836. 1“
Ueber einen bei Reval neu errichteten Leuchtthurm ist folgende amtliche Bekauntmachung erschienen: 8 b
„Um den Schiffen bei Nachtzeit die Fahrt auf der Rhede von Reval und das Absegeln von derselben zwischen den Sandbänken, Neue Untiefe und Revalstein genannt, gefahrlos zu machen, ist, außer dem bereits in Reval bei den Marine⸗Kasernen bestandenen steinernen Leuchtthurme, ein zweiter hölzerner auf dem Laksberge, in einer Entfernung von 500 Faden vom steinernen R. S. O. 90 er⸗ richtet worden. Dieser neue Thurm wird seit dem 20. September 1835 erleuchtet, und zwar mittelst sieben Refraktoren mit anhaltendem Feuer, dessen Schein von 2 ½ bis 290 N. W. ein Viertel bei Erhö⸗ hung des Auges auf ebenem Meere zu 15 Fuß sichtbar wird Derselbe steht in 590 25/ 47“ N. B. und 24° 49 26“ O. L. von Greenwich. Seine Höhe mit der Laterne beträgt vom Boden 1105 und von der Meeresfläche 210 Fuß Englisch. Auch auf dem alten steinernen Thurme sind, statt der bisherigen drei, jetzt sieben Refraktoren angebracht. Sein beständiges Feuer steht, wie bisher, 125 Fuß Enalisch über dem Meeresspiegel, aber seine Erleuchtung ist seit dem 20. Septem ber 1835 gleichfalls nach N W. erweitert von 2 — 300, und auf 1744 Jtaliä⸗ nische Meilen in einer Höhe von 15 Fuß Enalisch den Seefahrern sichtbar. Ihm ist der Name des Nord⸗Katharinenthalschen, so wie dem neuen hölzernen der des Süd⸗Kath arinenthalschen Leuchtthurms beigelegt worden.“ Schweden. Am 14. November 18ab ward für eine Privat⸗Bank⸗An⸗ stalt im großen Kupferbergs⸗Lehn (Dalekarlien) die Königliche Bestä⸗ tigung auf zehn Jahre ertheilt 8 18 Arvohtei an der neuen Verbindung der Nord⸗ und Oßsee mittelst des Götha⸗Kanals sind jetzt beendigt, und der Kana! ist für die Schifffahrt eröffnet. Derselbe mündet in die Nordsee bei Gothen⸗ burg, in die Ostsee bei Mom unweit Söderköping, und durchläuft eine Strecke von 38 ½ Schwedische Meilen, ist jedoch bis jetzt nur fur Fahrzeuge praktikabel, welche nicht über 210½ — 22 Breite und nicht uüben 601½ — 7 Wassertiefe haben: indessen soll dem Reichstage bereits ein Plan vorliegen, wonach er für Fahrzenge von 2„ Breite und 9, Wassertiese passerbar werden würde. Die durch seinen Gebrauch, bei Vermeidung des Sundzolls, stattsindende Zollersparung scheint, insofern ie nicht etwa durch andere Umstände wieder verloren geht, bei cinigen Hauptartikeln ganz beträchtlich zu seyn, wie aus nachstehender kompa⸗ ativen Uebersicht erhellt: ativen Ueberst ht t Sundzol! Kanalzoll. Zucker zahlen — Mk. 9 Sch. H. B. 2,. Sch. H. B.
—88*
00 Pfd. raffinirter ⸗ Kassee 7 113 Wa wolle. -⸗ TT11“ Twisten 2 2. * x11 ee“ 5 Taback ““ 2 Immer wird jedoch der bedeutendste Nutzen der neuen Communi⸗ ation nur für die aus der Nordsee nach dem öͤstlichen Schweden, Finn⸗ land, und einem Theil von Rußland bestimmte Schifffahrt erwartet. 8 Unterm 28. November 1835 ward zu Stockholm eine erneuerte Königliche Schifffahrts⸗Ordnung publizirt, aus welcher besonders die solgenden Paragraphen des ausländischen Handels⸗ und⸗Schiferstandes usmertsamkeit zu empfehlen sind: 1 §. 1. Schifter, Schwedische oder fremde, welche an rinem solchen landischen Orte, wo ein Schwedischer Konsul angestelit ist, Waaren mit der Bestimmung nach Schweden geladen haben, sind verbunden, vor ihrer Abreise dem Konsul nicht nur ein eigenhandig unterzeichnetes Duplikat ihres Ladungs⸗Manifestes, sondern auch alle ihre Original⸗ Connoissemente einzureichen. Diese Aktenstücke werden ihnen vom Kon⸗ sul bestegelt zurückgegeben, nachdem derselbe das Manifest mit den Founoissementen verglichen, und bei befundener Richtigkeit diese auf dem Manifeste attestirt hasen wird. Die Connoissemente müssen, so weit ste nicht loses Gut betressen, und wenn d.e Abladung aus einem
2 5 2 — —
7 27 82 2
22 82S2 e: 72
7 7 8 „
Europäischen Hafen geschieht, nebst den Nummern und Marken das
Bruttogewicht oder den Kubik⸗Inhalt jedes Kolli nach der am Abla⸗ dungzorte geltenden Berechnung enthalten.
§. 16. Jeder Schiffer, Schwedischer oder fremder, wenn von einem mit Schwedischen Konsulate versehenen ausländischen Orte kommend, soll bei 100 Röthlr. Geldbuße, zugleich mit Einreichung feines Origi⸗ nal⸗Manifestes bei der Zollkammer auch das nach §. 1 legalisirte Du⸗ plikat desselben einreichen. W X“ § 258. Ist der Schiffer, einheimisch oder fremd, nach einem Schwedischen Hafen besti der nicht allgemeine Niederlags⸗Frei⸗ Schwedischen Hafen bestimmt, der gem ederkags⸗Frei⸗ heit hat, so soll es ihm nicht erlaubt seon, Güter zur Wiederausfuhr an Bord zu haben, deren Einfuhr verboten ist, es sey denn, das er durch Paß, Certifikat oder Manifest darthun kann, er gedenke mit sol⸗ chem Gute nach irgend einem bestimmt angegebenen ausländischen Orte die Reise sortzusetzen. Wird dieser Beweis nicht geführt, soll das betreffende Gut der Conftreation unterliegen. G .
§. 61. Jeder Schisser, Schwedischer oder fremder, der ein Schiff unter 15 Lasten Traͤchtigkeit oder ein offenes Fahrzeug sährt, soll, wenn er im Auslande Waaren eingenommen hat, entweder mit Bestimmung nach cinem Schwedischen Hafen, oder, als Schwedischer Schisser, mit der Absicht von einem auslandischen Hasen zum andern oder nach Norwegen zu sahren, mit Manifest oder Verzeichniß über seine Ladung versehen seyn, welches Dokument die Namen des Schiffers und des Fahrzeuges, den Heimathsort und die Nummer des letzteren, den Orrt, vohin es bestimmt ist, die Ladung nach Stückzahl, Nummern und Marken, und den Inhalt jedes Kolli benennen muß! Dieses Mani⸗ fest, nebst einem vom Schiffer eigenhändig unterschriebenen Duplikate desselben, mit Attest versehen, daß das Duplikat übereinstimmend mit der bei der Zollkammer am ausländischen Austlarirungs⸗Orte ab⸗ gegebenen Eulage zur Angabe ist, wonach die Ausklarirung geschehen, muß der Schifter vor der Abreise dem zur Stelle verordneten Schwe⸗ dischen Konsul einreichen, der, nach gegebener Bescheinigung auf dem Mauifeste, daß ihm ein gleichlautendes Duplikat davon eingereicht vorden, das eistere Dokument dem Schiffer zurückzustollen, das letztere mit nächster Post entweder an die Zollkammer des Schwedischen Ha⸗ fens, wohin der Schiffer bestimmt ist, oder, im Fall der Schiffer nach einem ausländischen Orte oder Norwegen abzugehen gedenkt, au die Zollkammer in Schweden, in deren Distrikt das Fahrzeug zu Hause gchört, abzusenden hat.
F. 62. Wird der Schiffer auf Fahrzeugen von der gedachten Be⸗ schaffenheit während der Reise ron der Küsten- und Scheeren⸗Bewa⸗ chung ang troffen, so liegt ihm ob, er mag nach einem Schwedischen Hafen segeln wollen oder nicht, Wache an Bord zu nehmen und seine Schisss⸗ und Ladungs⸗Papiere vorzuzeigen. Findet sich alsdann, daß der Schisser von einem mit Schwedischem Konsulate versehenen aus⸗ ländischen Orte kommt, ohne ein gehöriges, mit Aufschrift des Kon suls versehenes Manifest über seine Ladung bei sich zu führen, oder wird er darguf betroffen, andere oder mehr Güter zu führen, als das Manifest besagt, sb Lahrzeug nach der nächsten See⸗Zollkam⸗
“ 1.2
mer eingebracht, der Schiffer zur rechtlichen Verantwortung gezogen,
und alles Gut, worüber ein auf vorbeschriebene Art eingerichtetes Ma⸗ nifest ganz fehlt, oder welches nach Zahl und Beschaffenheit mit die⸗ sem Dokumente nicht übereinstimmt, der Confiscation unterworfen, der Schiffer aber wegen unerlaubter Waaren⸗Einfuhr dem Gesetze ge⸗ maß bestraft werden. Dasselbe soll geschehen, wenn bei Ankunft am Schwedischen Bestimmungsorte das Manifest fehlt oder mit der La⸗ dung nicht übereinstimmt.
Schluß solgt)
— ——
Literatur und Kunst. Das historische Taschenbuch. Mit Beitraͤgen von Barthold, Boͤttiger, Raumer, Roepell, Varnhagen von Ense. Herausgegeben von F. v. Raumer. Siebenter
Jahrgang. 8 Die Musen⸗Almanache in Deutschland wurden von den Taschen⸗
buͤchern abgeldͤst. Anfaͤnglich herrschte in diesen noch die Lyrik,
jevoch gewannen die Erzaͤhlungen Jahr um Jahr darin mehr Raum, bis die Novellistik jene endlich fast ganz verdraͤngte. Auch hierin trat bald ein sichtliches Streben nach dem historischen Hintergrunde heraus; die Taschenbuͤcher wurden zwar noch nicht verdtaͤngt, aber mehrere, der Geschichte eigen gewidmete, gelangten unter den zierlichen Gaben zu Ansehen und Wuͤrde. Von den beiden, denen Herc von Hormayr und Herr von Raumer ihre Namen gelieyen, hat sich das des Letzteren, weniger durch den? lan, ols durch seine Man⸗ nigfaltigkeit und einzelne gediegene Aufsaͤtze, festgesetzt. Lassen wir die Frage, ob die Geschichte an sich in Taschenbuͤcher gehoͤrt, auf sich beraben, so giebt es doch gewiß Theile derselben, von denen es besser waͤre, wenn die Deutsche Gelehrsamkeit von je an sie nur als Taschenbuch⸗Artikel behandelt haͤtte Unrecht waͤre es uͤbrigens, vornehm diesen ganzen Literaturzweig abzuweisen, da er ein echt ge⸗ borenes Deutsches Kiad ist, eines der wenigen Bluͤthen⸗Reiser bes geistigen Beduͤrfnisses, die wir uns selbst verdanken, und woren an⸗ dere Voͤlker uns nachgeahmt haben. Nur fehlte man in den fruͤhe⸗ ren Jahrgaͤngen dieses historischen Taschenbuches, indem man kritt⸗ sche Untersuchwungen und Bruchstuͤcke aus zusammenhaͤngenden Ge⸗ schichtswerken einem Publikum vorsetzte, welches unter dieser Form nur abgeschlossene Bilder, und zwar fertige, aus der Spezial⸗Ge⸗ scichte erwartete. Die letzteren Jahrgaͤnge haben sich meor dieser Aufgabe genaͤhert und einzelne vorrreffliche Darstellungen geliefert. So wenig sich die Geschichte machen laͤßt, kann uͤbrigens auch ein Taschenduch, welches die Jahresfruͤchte freier Thaͤtigkeit sammelt, nach einem bestimmten Platze komponirt werden. Als Hauptstuͤck bie⸗ let sich der Auzsatz Anna Joaänowna, Kabinet, Hof, Sitte und ge⸗ sellschaftliche Bildung in Moskau und St. Petersburg unter jener Kaiserin darstelend. Wollte man danach die Kunst der heuti⸗ gen Geschichtsschreibung abmessen, so staͤnde es schlimm um dieselbe. Denn des Verfassers sonst achtbare Zusammenstellung der zerstreu⸗ ten Thatsachen laborirt an einee Geschraubtheit und einem halb orientalisch bombastigen, halb taciteisch gedraͤngt seyn sollenden Style, von dem man die Motive nicht einsieht. Daß er einfacher schreiben tann, beweisen mehrere Stellen; wie er auch im vorigen Jahrgange eine treffliche Geschichte des Luͤbecker Buͤrgermeisters Georg Wollen⸗ wever lieferte. Gehaltener sind die angehaͤngten Kapitel uͤber den Sittenzustand jener Zeit am Russischen Hose. — K. W. Boͤttiger liefert aus den Dresdener Archiven den traurigen Bewets, daß en Charakter, der hell in der Geschichte dasteht, Wilhelm von Oranien, von argen Flecken nicht rein war. Er vehandelt die dunkle Ge⸗ schichte der Ehe des Prinzen mit Anna von Sachsen, die, durch Beider Schuld uͤberaus ungluͤcklich und widerwaͤrtig, endlich in der Einsperrung der armen Fuͤrstin von Seiten ihrer vaͤterlichen Verwandten endete. Die uͤbrigen Beitraͤge lassen uns wieder auf⸗ athmer. Vom Herausgeber enthaͤlt das Taschenbuch, außer einer lichtvouen Darstellung des Preußischen General⸗Ober⸗Finanz⸗Kriegs⸗ und Domaitnen⸗Direktoriums seit den Zeiten Friedrich Wilhelms des Ersten, die Geschichte des Waffenstillstandes von Nizza. Varnhagen von Ense schildert (aus frinen Memotren und zur Haͤlfte aus eige⸗ ner Erlebniß) die Schlacht von Deutsch Wagram, in der er selbst verwundet wurde. Wir erfahren nebenvei, daß ein seither ruͤhmlich bekannt gewordener Dichter, Freiherr von Zedlitz, als Husaren⸗Cor⸗ net in derselben tapfer mitgesochten hat. Von Richard Roͤpell wird der Anlaß des ersten Kampfes der Franzosen und Englaͤnder in Ost⸗ indien und damit der politische Einfluß in der zuerst fast gegen ib⸗ ren Willen erlangten Macht der Letztern geschildert. Von Frank⸗ reich ging der durch die Verhaͤltnisse nothgedrungene Versuch aus, die Handels⸗Kolonieen in politische Machthaber zu verwandeln und aus geduldeten Kaufleuten Regenten des Landes zu machen. Das Zies, das den Franzosen entging, ergriffen die Englaͤnder; und, nur dem Gebot der Selbsterhaltung folgend. mußten sie allmaͤlig das kolossale Reich gruͤnden, das noch immee nicht groß genug ist, um seiner Selbsterhaltung gewiß zu seyn. Welche Maͤngel das Regi⸗ ment der Ostindischen Compagnie auch habe, so viel geht aus der Darstellung hervor, daß die einheimischen Regterungen, die et schlang, in sittenloser Zerruͤttung, in Anarchie und Derpotismus mit den aufgeloͤsesten Zustaͤnden der büͤrgerlichen Gesellschaft wett⸗ Liteend, in keines Unbefangenen Brust den Wunsch nach ihrer Wie⸗ derherstellung erwecken loͤnnen. 1 — n.
Am 14. Februar wurde im Koͤnigl. Opernhause Bellini's Oper: Die Familien Capuleti und Montecchi, gegeben, in welcher Dllc. Franzilla Piris zum vorletzten Male in der Rolle des „Romeo“ auf⸗ frat, und fuͤr ihre ausgezeichnete Leistung von dem uͤberfuͤllten Hause durch den stuͤrmischsten Beifall belohnt und drei Mal gerufen wurde; am 15ten aber beschloß die geschaͤtzte Kuͤnstlerin den Cyelus ihrer Gastspiele mit der „Constanze“ in der bereits von uns besprochenen Operette: Di⸗Sprache des Herzens, so wie mit der Desdemonat im dritten Alt von Rossin’'s Othello, vorgetragen in Italiaͤni⸗ scher Sprache. Dlle. Pixis bekundete sich auch in dieser Rolle als eine Saͤngerin ersten Ranges, und entwickelte, bei großer Innigkeit des Vortrages, namentlich auch eine Kraft der Stimme, wie man sie ihrer Personlichkeit kaum zutrauen sollre. Gleich bei dem ersten rezitativischen Wechselgesange mit ihrer Vertrauten und der Romanze mit der Harfe druͤckte sich in jedem ihrer Tone eine selche Wehmuth und ein solcher Seclenschmerz aus, daß die Zuhoͤrer dadurch auf das tiefste ergriffen wurden; ganz besonders aber sprach das Gebet an, das die Kuͤnstlexin mit einer Waͤrme des Gefuͤhls und einer Inbrunst vortrug, die sie ihren groͤßten Vorgaͤngerinnen in dieser Rolle an die Seite stellen. Daß Olle Piris am Schlusse ei⸗ ner solchen Vorstellung, zu deren Vollendung auch Herr Bader als „Othello“ das Seinige beitrug, stuͤrmisch gerufen wurde, versteht sich von selbst. Nachdem die Kuͤnstlerin fuͤr die in Berlins Mauern ge⸗ fundene Aufnahme gedankt hatte, erscholl von allen Setten der Raf: „Hier bleiben!“ worauf Dlle. Pixis zum zweiten Male das Wort erariff und sich dahin aͤußerte, daß sie diesem so schmeichelhaf⸗ ten Wunsche, der auch der ihrige sey, mit Vergnuͤgen nachkommen wuͤrde, wenn es in ihrer Macht staͤnde. Es ziemt uns nicht, nach den Hindernissen zu forschen, die dem ferneren Auftreten der Dlle. Pixis bemmend in den Weg treten; wohl aber duͤrfen wir in dem Interesse des kunstliebenden Publikums, das namentlich an den beiden letzten Theater⸗Ahenden seine Theilnahme fuͤr die junge Saͤngerin so un⸗ verkennbar an den Tag gelegt hat, den Wunsch aͤußern, daß jene Hindernisse nicht unbesiegbar seyn moͤgen, damit der gefeierte Gast uns wenigstens noch eine Zeit lang erhalten werde. — n.
Amsterdam, I1. Februar. 8
iederl. wirkl. Schuld 55¹¹ 16. 5 % do. 103 ½. Kanz--Bill.
2412 1, 9. 5 % Span 49. Passive 155,8. Ausg. Schuld —.
Linsl. 183⁄3. Preuss Präm.-Scheine 106 1X. Poln. 123. Oesterr. Met.
Antwerpen, 19. Februar. Passire 15 ¾. Br. ½. G. Ausg. Schuld —. Zinzl. ½. G. Neue Aul. 48 ½. G. 1 8 Frankfurt a. M., 13. Februar.
721
Preuss. Präm.-Sch. 6051. 60 ⅛. do. 4 % Anl. 99 ⅛8. G. Loose 70 Br. 5 % Span. Anl. 48. 477⅛. 2 ½ %
55/16. 5415/16.
8 1 Paris“, 10. Februar. 5 % Kente pr. compt. 109. 5. tin cour. 109 4A0. 30, compt. 80 30. fin cour. 80. 55. 5 % Neap. 99. 75. 5 % Ln Rente 48 3 ¾. Passive 157 1. Neue Ausg. Sch. —. Ausg. Sech. 88
Pfandbr. 971 2. 98. Coup. —. Gr. Russ. Assigu. —. 8 Wien, 10. Februar. „27 5 21 /
—. Bank-Actien 1353. Neue Anl. —.
1181“
8 Den 16. Februar 1836.
gAmtlicher Fondos- i. un weold-Co 22221 -Ze” Pr. Cour.
nriet. Celd. I
St. Schuld-Sch. 4102 1 101 ⁄ sostpr. Pfandbr. 52 8
4
Pr. Eogl. Obl. 30. 1013 ⁄ 100 ⅛ m do. 195 ¼ PrämSch. d. Sceb 61 ½ 61 Kur- u. Neum. do. 101 ½ Kurm. Obl. m. l. C. 102 ½ü 102 do., do. de. 2 88 Nm. Iut. Sch. do. — 101 %¾à2 [sSchlesische do. 4] 107 ½ Berl. Stadt-Obl. 102 ¾ Rückst. C. und Z. Königsb. do. Sch. d. K. u. N. 9 1 Elbinger do. 99 — sgdqGold al marco 216 ½ Danz. do. in Th. 43] 2 Neue Duk. 183 འWestpr. Pfandbr. 103 102]1 2 [rriedrichsd'or 13 ⅓ Grossh. Pos. do. 104 103! 2 Disconto 3
Ve chs el-Cours- Brief.
5222
—
——
2
250 Fl. Kurz do. 250 Fl. -J; 5 Hamburg 300 Mhk. Kurz 1851 b do. 300 Mk. 2 Mt. 152 ¼ 300 Fr. 2 Mt. 150 Fl. 2 Mt. 150 Fl. 2 Mt. 103 ¾ Breslau 100 Thl. 2 Mt. — Leipzig 100 Thl. 8 Tage 103 1 Frankflurt a. M. WAMW 1480 Fl. 2 Mt. 103 ½ 1027 100 Rbl. 3 Woch. — vlI.
Amsterdam
9 Augsburg „ 7
Petersburg
Meteorologische Beobachtung. 1836. Morgens Nachmittags Abends Nach einmalzer 15 Februar. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftwärme. + 2,00 R. †N 380 R. + 340 R. Flußwarme 1 ½0 % Thaupunkt. +†. 1,50 R. +. 1,5 0 R. + 2,5 °R. Bodenwärme 15! Dunstsättig ... 96 vCt. 82 pCt. 92 pCt. Ausdünstung 0 /1. Wetter regnig. trübe. trübe. 1 98 Wind W. W. W. Niederschlag 0,19, Wolkenzug ... — W. — Nachtkälte +†. 3z00 Tagesmittel: 339,45„ Par.. +† 3,10 R. + 2,8 0 R. 90
Koͤnigliche Schauspiele. Mittwoch, 17. Febr. Im Opernhause: Don Carlos,
Devrient: Marquis von Posa.)
sentation extraordinaire au bénéfice de Mlle. Deschauel
brillant pour le Fortepiano, par Kalkbrenner, exécuté g
Eléonore Amiol damecront un nouveau pas de trois comper Har Mr. Paul Taglioni.
den gewoͤhnlichen Preisen zu haben.
nicht guͤltig.
spiel in 5 Abth.
spiel in Akt. Musik von W. Taubert.
vaudeville en 1 acte.
Mittwoch, 17. Febr. Belmonte und Constanze, oder:
von Mozart. (Dlle. Beckaͤr: Blonde.)
Donnerstag, 18. Febr. Zriny, oder: Die Bestuͤrmung Sigeth, Melodrama mit Choͤren in 5 Akten, von Theodor ner. Musik vom Kapellmeister Franz Glaͤser.
Markt⸗Preise vom Getrailde. Berlin, den 15. Februar 1836. 9 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 1 enrn; Gersts 20 Sgr. 11 Pf.; kleine Eerste 1 Rthlr., auch 26
3 Pf.; Hafer 25 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf. 88 Wafsser: Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.
Das Schock Stroh 6 Rthlr. 5 Sgr., auch 5 Rt der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr, auch 20 Sgr.
Redacteur Ed. Cottel.
597. Bt. 10% 25 ⁄¼, G. Bauk-Actien 1636. 1634. F'astial-bi. ah G. Loose zu 500 Fl. 1145⅛. 11451. Loose zu 100 Fl. 2111”,
9 S'
Warschau, 12. Februar.
— —’ ˖—V
Luftdruch 339, 18 "‧Par. 339,34“‧Par. 339,86 Par.] Quellwärme 700 %
. . 9. b s
fant von Spanien, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. h Im Schauspielhause: Ahonnement suspendu. Hem spectacie se composera de: P) La première représentalicne Le Marquis et la Grisette, vaudeville nouveau en 2 acb par Mr. Bayard. 2) Les charmes de Berlin, grand Rup- Mlle. Sidonia Senger, dgée de 8 ans. 3) Pas de deus (- zurka), dansé par Mr. Kmiot et Mlle. Marie Amiot. Ie geec lacle sera terminé par la première représentation de- Folct-
on: Le Sylphe. pièce nouvcau en 2 actes. par MI. Vuine Desvergers. Dans le second acte Mlles. Galster. Marvie7
Billets zu dieser Vorstellung sind von Morgens 9 bis . mittags 2 Uhr, in der Wohnung der Dlle. Deschanel, Knn Straße Nr. 28, parterre links und Abends an der Kaste
Die Abonnements und freien Entreen sind ohne Ausnefes
Donnerstag, 18. Febr. Im Schauspielhause: Abele, di spiel in / Akt, von G. Harrys. Hierauf: Der Oheim, bu Freitag, 19. Febr. Im Opernhause: Zum erstenmale an Marquis von Carabas, oder: Der gestiefelte Kater, toufe Zauber⸗Ballet in 2 Abth., von Hoguet. Musik von dem Fnnl Kammer⸗Musikus H. Schmidt. Vorher: Die Kirmes, ing⸗
Im Schauspielhause: 1) Un chaumière et son cceus- vaudeville nouveau en 3 actes, par Scribe. 2) Pourqudhe-
Sonntag, 21. Febr. Im Opernhause: Nurmahal, Ut sches Drama in 2 Abth, mit Ballets. Musik von Spontine
Koͤnigstadtisches Theater. 1
Entfuͤhrung aus dem Serail, komische Oper in 3 Akten. Mu
Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rtblr. 13 9
Sonnabend, den 13. Februar 1836. 0 Gℳ
Gedruckt bei A. W. I —
Berlin, Donnerstag den 18ten F
—
1I1“X“
Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem Geheimen expedirenden Beneral⸗Post⸗Amts⸗Secretair Fischer den Charakter als Hof⸗ ith beizulegen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Kaufmann Louis purnier hierselbst zum Handels⸗Agenten fuͤr das Fuͤrstenthum
Amtliche Nachrichten.
heuchatel und Valangin Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Zeitungs⸗Nachrichten. Eb11
Rußland.
St. Petersburg, 9. Febr. Se. Maj. der Kaiser haben huͤrstin Nina, Tochter des General⸗Lieutenants Fuͤrsten Da⸗ n von Mingrelien, zum Ehren⸗Fraͤulein Ihrer Maj. der Kai⸗ in ernannt.
Der Wirkliche Staatsrath Marini hat den Stanislaus⸗ den erster Klasse erhalten.
Am 23. Januar starb hier der General der Infanterie Ba⸗ uzki, Mitglied des General⸗ Auditoriats, Senateur, General⸗ jutant Sr. Majestaͤt des Kaisers und waͤhrend 30 Jahren mmandant von St. Petersburg. Am 27sten fand seine Be⸗ bigung statt, der auch Se. Majestaͤt der Kaiser, IJ. KK. HH.
Thronfolger Cesarewitsch, und der Großfuͤrst Michael, so wie
Prinz Peter von Oldenburg beiwohnten. In Bezug auf die Kalmuͤcken⸗Staͤmme haben Se. Majestaͤt Kaiser unterm 24. November (6. Dezember) v. J. nach⸗ henden Ukas an den dirigirenden Senat erlassen: „Die Lage der in dem Gouvernement Astrachan und der Cis⸗ nkasischen Provinz wohnenden Kalmuͤcken⸗Staͤmme hat Unsere be⸗ dere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Um fuͤr die Zukunft den ordnungen, welche in fruͤherer Zeit nicht selten unter ihnen statt⸗ den, vorzubeugen, und um unter ihnen die Rechtspflege auf ein⸗ t, aber feste Grundsaͤtze zu basiren, endlich um auch diesem Theil rer Unterthanen, durch Anzeige der Haupt⸗ Regeln einer ren Wirthschaft und durch W““ der Arbeitsliebe, n bequemen und sicheren Weg zur rlangung der mit Cipilisation verbundenen Vortheile zu eroͤffnen, befahlen „ an Ort und Stelle uͤber alle ihre eduͤrfnisse auf genaueste Erkundigungen einzuziehen und in Uebereinstimmung denselben, so wie auch in Uebereinstimmung mit ihren Begriffen Sitten, den Plan einer neuen Verwaltung zu entwerfen. Das gemaͤß von den Lokal⸗Behoͤrden und dem Ministerium des Innern faßte Reglement uͤber die Verwaltung des im Astrachanschen vernement und der Cis⸗Kaukasischen Provinz wohnenden Kal⸗ Ken⸗Volkes ist im Reichsrathe durchgesehen, verbessert und von bestaͤtigt worden. Das Reglement und den Etat der Verwal⸗ g des Kalmuͤcken⸗Volkes an den dirigirenden Senat uͤbermachend, rdnen Wir: 1) Die gehorigen Maßregeln zu ergreifen, um die⸗ ten in Wirkung zu setzen, und das ööG in Russischer und muͤckischer Sprache zur allgemeinen renntniß zu bringen. 2) gemaͤß dem Etat zur Verwaltung des Kalmuͤcken⸗Volks erfor⸗ iche Geldsumme von 84,000 Rbl. soll waͤbrend der ersten 3 Jahre
dem Reichsschatze, als Anleihe, verabfolgt werden, jedoch unter r e; daß bis zu ihrer Wiederbezahlung die, dem neuen Reglement zu
olge, von den Kalmuͤcken zur Bestreitung der mit ih⸗ Verwaltung verknuͤpften Ausgaben zu erhebende Abgabe an die ne entrichtet werde. 3) Der Ober⸗Kurator der Kalmuͤcken, das nseil der Kalmuͤcken⸗Verwaltung, der Richtstuhl Sargo und die naische geistliche Regierung sollen sich fortwaͤhrend in der Stadt achan befinden.“
Die rasch zunehmende Bevoͤlkerung des jenseits der Wolga genen Theils des Saratoffschen Gouvernements hat den Be— ß der Regierung veranlaßt, zur Erleichterung der Verbin⸗ gen, in juridischer sowohl, als in kommerzieller Hinsicht, drei Bezirke bilden zu lassen.
Der Deutsche aͤrztliche Verein hieselbst hat einen Preis von 9 Rubel B. A. (ungefaͤhr 100 Dukaten) fuͤr die beste bis 15. September 1837 eingehende Abhandlung uͤber die soge⸗ ite Aegyptische Augen⸗Entzuͤndung ausgesetzt.
Frankreich.
Fieschi’'s Prozeß. Sitzung vom 10. Febr. Die oͤffnt⸗ en Tribuͤnen waren auch heute uͤberfuͤllt. Um 11 Uhr werden wngeklagren eingefuͤhrt. Man macht die Bemerkung, daß Fieschi einigen Tagen sehr an Unbefangenheit verloren hat; seine Zuͤge nachdenkender geworden, und er versinkt oft in ein finsteres ten, dem er sich dann gewaltsam zu entreißen sucht. Gleich Eroͤffnung der Sitzung begann der General⸗Prokurator neguisitorium in folgender Weise: „Zu allen Zeiten, wie unter Regierungs⸗Formen ist der Gang der Aufruͤhrer derselbe ge⸗ Sie beginnen damit, ihre Lehrsaͤtze zu verbreiten, um die hende Be und politische Ordnung zu untergraben, wenn sie sich schmeicheln, die Theilnahme des Volkes erregt zu n, so fordern sie zur Empoͤrung auf, die sie fuͤr die heiligste aller chten erklaͤren. Wena sie alsdann durch die Kraft der Gesetze iltigt werden und an dem Beistande der Mahoritaͤt des Volkes 9 fel — eln, und in der sisendung ihrer edurch Meuchelmord die Hin⸗ se aus dem Wege zu raͤumen, die sie zu uͤbersteigen nicht im nde waren. Die Geschichte bezeugt die Wahrheit d eser Behaup⸗ Man blicke nur auf die Ligue, wie sie dem Volke den Grund⸗ predigt, daß man einen ketzerischen Fuͤrsten toͤdten duͤrfe; bald n wfahenne die Fahne des Aufruhrs und belagert den Koͤnig blelnem Palast, und nicht lange, so durchbohrt Ravaillac's meu⸗ rderischer Dolch die Brust Heinrich's IV. Eben so ist es in eaarTagen gegangen. Eine aus unserer Jult⸗Revolution her⸗ Mangene Faction hat uns, indem sie angeblich die Fruͤchte je⸗ evolution verlangte, zu dem Systeme und zu den Grundsaͤtzen 8 zuruͤckfuͤhren wollen. Was brauche ich Ihnen, m. H, hr ang und ihre Entwickelung ins Gedaͤchtniß zuruͤckzurufen — 4 e Sie ihr als Gesetzgeher wie als Richter gleichsam durch beserabasen dehige gge 8 S0 Feincc 188 ö Her⸗ gen, affneten Demonstrationen und die heimli⸗
und strafbaren Umtriebe ihrer Vereine. Das Attentat Fäcg
Urheber Sie heute furchtbaren Dram wohl behaupten, da Regierung, oh Schmaͤhungen un geheimen Gesellscha
zu richten haben, ist glei
2 chsam der letzte Akt des as, dem Sie
Wer möoͤchte ungen gegen s gerichteten n Lehren der
beigewohnt haben.
ß ohne die bestaͤndigen Herausforder ne die gegen das Oberhaupt des Staat „ohne die fanatische Menschen es gewagt haben sinnen und auszufuͤh⸗ von den traurigen und unterhalten haben, der richtet hat, muͤssen wir Frankreich beschuͤtzte, in⸗ hne, den Stolz und die ielt, andererseits aber es en Wunden uͤberlebte, um Arm bewaffnet hatten. H. Ihnen die schreck⸗ Augen zu fuͤhren. Es aus seinem Gedaͤchtnisse hat auch schwierig seyn, mit von den Gefahren zu Wir haben uns an Ihre chtigkeit zu wenden. Be⸗ en einlassen, draͤngt sich Frage auf. n der, der es aus⸗ man sich natuͤrlich zu der That veranlaßt haben? denselben aufzufinden. Fieschi Hasse zu dem Verbrechen t jenen politischen und re⸗ Arm der Koͤnigs⸗
en groͤßten Verbrechen verlei triebene Eitelkeit, einen S
ften einige ob das verhaßteste aller Verbrechen dem Augenblick indeß, lichen Folgen eines Mord selbst bis in Ihre Reihen Verw auch der Vorsehung dafuͤr dank dem sie einerseits den K Hoffnung des Vaterlan zuließ, daß der K der Anklaͤger der Wir glauben,
wo wir Sie danschlags zu uͤstungen ange en, daß sie oͤnig und seine Soͤ rlandes unversehrt erh önigsmoͤrder seine schwer er zu werden, die se es uns ersparen liche Seene des 28. Jult noch giebt Erinnerungen, verwischen muß. der Ruhe, die uns in u sprechen, denen Frankret hobe Einsicht, an vor wir uns in di uns, und gewiß alle ein großes Verbrech gefuͤhrt hat, zuerst: Welcher Beweggr Wir gestehen, daß es uns schwer cht von einem leidenschaftlich 9 Man erblickt in ihm auch n ioͤsen Fanatismus, der zu anderen Zei bewaffnete. die zu den
zu koͤnnen, m. h einmal vor die man in diesen Hallen Es wuͤrde in der T nserer Stellun ch ausgesetzt war. Ihre unparteiische Gere Details der Thatsach n Gemuͤthern, eine en begangen worden ist, wen
vor seinen Richtern steht, so fragt
Es giebt Fieschi besttzt eine uͤber befriedigen kann. wurde durch,
tolz, den nichts er sich befand. Er Beruͤhmtheit, ver⸗ sein Ziel erreicht, gleich⸗ fuͤhren. Fieschi hat sich und bald ward er die seinen Charakter Jene Maͤnner wandten sich indem sie ihm versprachen, e zu tragen, falls it Bezug auf die niger, daß Fieschi stellt, naͤmlich als ein hat, das man sich nur ihm abgelegten und unsere darzulegen, und Sie zu gten aus den Fieschi hat sich lange welchen Angebereien daß solche Verbrechen, roͤßte Offenherzigkeit einiger⸗ Der General⸗Pro Fieschl's und seine ersten V zu den Vorbereitungen zu die auf jedem Einzelnen d trifft“, sagt er, „so ver
Ihn druͤckte die Lage, in der welchen Durst nach wenn er nur
ich weiß nicht, zehrt, dem nichts zu schwer ist viel ob gute oder boͤse Thaten ihn dahin derbten Atmosphaͤre befu Er lebte mit Maͤnnern, g ibrer Plaͤne benutzten. n Empfindungen, en, welches er li Unternehmen das Leben verldre.
Sittlichkeit behaupten wir nichtsdestowe wie er sich uns dar rbrechen begangen glauben wir,
leider in einer ver ein großer Verbre zur Ausfuͤhrun sogar an seine fuͤr ein junges Maͤdch er bei seinem oͤffentliche so betracht
bte, Sorge
et werden muß, Mensch, der das groͤßte Ve denken kann. Gleichwohl
daß die von Gestaͤndnisse
Wahrbelt gemaͤß sind
die Beweise ben beigebracht worden ob die Mitschuld von Fiesch cht klar und deutlich hervo on Widerwillen gefuͤrchtet, aber man stellte ihm vor, abe, nur durch die maßen gemildert werden koͤnnten.“ — dert nun das feuͤhere Leben mit Morey. Er geht dann uͤber, und zu den Anklagen, ten lasten. „Was Bescher be Strafbarkeit, wenn er nicht Papieren Gebrauch gen Morey erhobenen Anklage, sucht
daß man unmdglich groͤßte Antheil Zahlreiche und u angeblichen Onkel Fiesch
durchaus der Aufgabe besteht also darin, Unterstüͤtzung derse i's Mitangekla Debatten ni Zeit vor de einzufloͤßen pflegen; wie er begangen h urator schil⸗ erbindungen dem Attentat er Angeklag⸗ schwindet dessen Passe und seinen Bei Eroͤrterung der ge⸗ der General⸗Prokurator Zweifel seyn koͤnne,
haͤtten in ihm den bis in das Zimmer des mit Fieschi die Ge⸗ ung der Maschine be⸗ Theil der Laͤufe gela⸗ dabei daran, daß Mo⸗ der Gesellschaft der bergehend, deutet er
Er macht bemerk⸗ folgenden Naͤchte nicht zu inem Bekannten zum andern der jeden Augenblick verha m Gedanken, vor seinen R Prozeß instruiren. „Am r fort, „fluͤchtet Pepin aus r hatte an den Herrn Praͤsiden⸗ es verlange, seine Unschuld ver⸗ nicht; und als man hm? den Entwurf zu Ankunft in Rotterdam schi's steht eine Summe von Auslagen erhalten f eines Mobiliars. 3 Pepin in uͤcher, als an
weiß, wer von seinem machen sollte.“
daruͤber in an dem Verbre nverwerfliche Zeugen
darzuthun,
i's erkannt, der
gedrungen sey, gemeinschaftli ihm dei Zusammensetz endlich den groͤßten Prokurator erinnert ifrigsten Mitgliede Zu Pevpin uͤ harakter hin.
Verbrechens wehr⸗Laͤufe g huͤlflich gewesen sey, und Der General⸗ rey von jeher eines der e Menschen⸗Rechte gewesen gleichfalls auf dessen politischen C lich, daß derselbe am 28. J Hause geschlafen habe, sondern von eine wie ein Mensch, werden fuͤrchte; er zittert vor de zu erscheinen, die den furchtbaren Begraͤbnisses der Opfer“, faͤhrt e gt sich in Lagny. E
ekauft habe,
uli und die
gegangen sey,
und verbir ten geschrieben, Gefangener stellen werde, kuͤndet zu sehen; dessenun ihn in Lagny verhaftet, einem Artikel im Nationa „ worin seine gemeldet wird. In der Schreibtafel Fie 218 Fr. 50 C., die er von Pepin fuͤr ve namentlich zum Ankau seiner Worte giebt er an, daß in eines seiner B Er bezeichnet genau das Buch, eingeschrieben s befragt, leugnet in seine Buͤcher einge⸗ ezahlt habe. Man nimmt seine e auf das strengste, und in schreibung Fieschi's genau paßt, neten Stelle zwei radirte, aber
falls man weil ihm daran liege, geachtet stellt er sich was findet man bei i
erschiedene zu haben erklaͤrt, Beweis fuͤr die Wahrheit seiner Gegenwart diese Bescher gezahlt, eingeschrieben habe.
klaͤrung Fieschi's be solche Notsz
elbe Summe
worden sey. Pepin, uͤber diese Er hartnaͤckig, daß er jemals eine tragen oder an Fieschi oder Bes⸗ Buͤcher in Beschlag, man pruͤft einem derselben, welches auf die Be findet man auf der von ihm bezeich noch leserliche Zeilen: An Bescher. .. Wohnung ꝛc. die wichtige Aus Gewehre bezah ner Gegenwart gemacht w fluß wurde Boireau anze Wahrheit; aber dem uben schenken, da ieschi’s uͤbereinstin den ihm Pepin gemacht h
50 C. zusammen 218 Fr. 50 C.
sage Fieschi's bestaͤtigt. such mit der Pulver⸗ orden; durch ihn und in das Komplott gezogen. „ was er gesteht, es fast in allen Punkten Er hat von dem at, zu Pferde bei zur Richtung der Maschine be⸗ epin von einer Ver⸗ 28. Juli bereit gegluͤckt waͤre, an ich erst spaͤt abge⸗ rdruüͤckende Anklaagen
F
So fand sich also hat außerdem die schlange ist in sei durch seinen Ein Boireau sagt nicht die
kann man unbedingt G mit den Erklaͤrungen F Vorschlage gesprochen,
Fieschi's Fenster voruͤber huͤlflich zu seyn. sammlung von 40 ehalten haͤtten, ie Spitze der Be legten Gestaͤndnisse
lt; der Ver
zureiten, um Auch hat er gestan Personen gesprochen habe, um sich, im
ung zu ste ilden nichts
all das Attentat en. Diese obgle destoweniaer e
ebruag
gegen Pepin. Was Boireau betrifft, so steht seine Mitschuld nicht weniger fest; es muß eine Strafe gegen ihn ausgesprochen werden; dies erheischt das Heil der Gesellschaft Aber Botreau ist jung; er ist erst kurz vor der Ausfuͤhrung des Attentats in das Komplott ein⸗ getreten; er kann durch treulofe Rathschlaͤge verleitet worden seyn. Er hat Gestaͤndnisse abgelegt: die Thraͤnen seiner Mutter haben ihn dazu vermocht. Er verdient einiges Mitleiden und die Nachsicht des Gerichts. Wir wuͤnschten, daß Sie in Ihr Berathungs⸗Zimmer den Eindruck mitnaͤhmen, den seine Gestaͤndnisse auf Sie gemacht ha⸗ ben. — Wir sind fest uͤberzeugt, daß mehrere Personen, ohne gerade genau zu wissen, was man beabsichtigte, bereit waren, jedes reig⸗ niß zu benutzen. Wenn wir an die Namen denken, die im Laufe der Debatten ausgesprochen worden sind, wenn wir uns alle Um⸗ staͤnde ins Gedaͤchtniß zuruͤckrufen, so sind wir uͤberzeugt, daß es einige unreine Ueberreste der Gesellschaft der Menschen⸗ rechte waren, die das Attentat ausbeuten wollten, Die so außerordentliche Entweichung aus Ste. Pélagie, die wenige Tage vor dem Attentate stattfand, kann als ein Beweis fuͤr unsere Be⸗ hauptung gelten. Wir sind weit entfernt, unsere Bemerkungen auf alle Maͤnner auszudehnen, die jener Partei angehoͤrt haben. Wir raͤumen gern ein, daß viele von ihnen erroͤthet seyn wuͤrden, wenn man ihnen den Meuchelmord als ein Mittel zur Erreichung ihrer Zwecke vorgeschlagen haͤtte Einer dieser Maͤnner, dessen ehrenwer⸗ ther Charakter allgemein bekannt ist (Armand Carrel), hat sogar ausdruͤcklich erklaͤrt, daß, wenn irgend etwas von dem Attentat zu seiner Kenntniß gekommen waͤre, er sich beeilt haben wuͤrde, den Behoͤrden Anzeige davon zu machen. (Gemurmel des Beifalls.) Wir koͤnnen nicht glauben, m. H., daß sich jemals in Frankreich wieder Maͤnner finden werden, die den Gedanken zu fassen wagen, ein aͤhnliches Verbrechen zu begehen. Zur Ehre unsers Vaterlandes sey es gesagt: eine Partet, die ihre Zuflucht zum Meuchel morde nimmt, ist in der oͤffentlichen Meinung verloren. Sollte es aber, wider alles Vermuthen, noch Maͤnner geben, die auf solche Verbrechen sinnen koͤnnten, so wird dieser Prozeß fuͤr sie eine heil⸗ same Lehre seyn. Wie wollte man ein Komplott mit mehr Hinter⸗ list und mit mehr Geschicklichkeit schmieden, wie wollte man ein gewandteres, ein verschwiegeneres Werkzug finden? Und doch hat die Justiz Alles ermittelt! (Freilich etwas spaͤt!) Das Land verlangt eine exemplarische Bestrafung; es erwartet dieselbe, als eine Buße fuͤr die Vergangenheit, als eine Buͤrgschaft fuͤr die Zukunft!ö— Nach Beendigung dieses Requisttoriums, welches uͤber zwei Stun⸗ den dauerte, wollte der Praͤsident die Sitzung auf eine Viertelstunde 8 aufheben, als Herr Patorni (einer der Vertheidiger Fieschi's) sagte: „Herr Praͤsident, ich glaube, auf die Verschiebung bis morgen an⸗ tragen zu muͤssen, um das so eben vernommene ausfuͤhr⸗ liche Rquisittorium mit meinen Kollegen reiflich uͤberlegen zu koͤnnen.“ Der Praͤsident: „Das Requisitorium des Herrn Ge⸗ neral⸗Prokurators hat keinen neuen Gegenstand zur Sprache gebracht. Sie muͤssen also vollkommen vorbereitet seyn. Es ist noch zu fruͤh, um die Sitzung aufzuheben; dus Gericht erwartet Ihr Plaidoyer.“ Nach einer viertelstuͤndigen Pause nahm Herr Patorni das Wort, und aͤußerte sich im esentlichen folgendermaßen: „M. H., eine furchtbare Katastrophe befleckte Paris am 28. Juli 1835 mit Blut. Der Köͤnig, umgeben von seinen Soͤhnen und den hoͤchsten Staats⸗ Beamten, feierte die Wiederkehr eines der drei Tage, die ihn auf den Thron erboben hatten, als eine Explosion, die man mit Recht hoͤllisch genannt hat, beinahe den Koͤnig, die Prinzen und den Thron uͤber den Haufen gestuͤrzt haͤtte. Aber die Vorsehung wachte über ihn und seine Familie. Von Todten und Sterbenden umringt, blieben der Koͤnig und seine Soͤhne unversehrt. Achtzehn Todte und Fuͤnf und Zwanzig Verwundete — dies war das Resultat einer Schlacht neuer Art, ‚die man der Dynastie und der Regierun geliefert hat Es ist unnüͤtz, edle Pairs, Ihnen hier noch einmal die Details der langen Prozedur, die von Ihren Kommissarien instruirt worden ist, vorzufuͤhren. Es gebt im Wesentlichen daraus hervor, daß der, den ich in diesem Augenblick vertheidige, daß Fieschi, geboren zu Murato in Korsika, vormaltger Soldat, dann im ienste der jetzigen Regie⸗ rung, der Urheber des Attentats gewesen ist. Fieschi leugnet sein Verbrechen nicht; er erkennt das Furchtbare desselben an, und ver⸗ hehlt sich die Folgen nicht. Er sagt nicht wie gewisse
Wenn es noch nicht geschehen ware, so wuͤrde — Im Gegentheil, die Namen seiner Schlachtopfer klingen ihm be⸗ staͤndig vor den Ohren, und ibre blutigen Schatten stoͤren all⸗ naͤchtlich seinen Schlaf. Man findet also bei ihm Reue und Ge⸗ wissensbisse. Wenn aber Gewissensbisse und Reue Gnade vor Gott finden, so koͤnnen unsere Gesetze keine Ruͤcksicht darauf nehmen. Menschliche Richter beduͤrfen einer andern Rechtfertigung; sie beduͤrfen der Entschuldigungs⸗ oder Milderungs⸗Gruͤnde, die von den Gesetz en selbst vorausgesehen worden sind. Diese Aufgabe habe ich zu erfuͤl⸗ len; es ist eine peinliche, eine schwierige, aber doch keine unmoͤgliche Aufgabe.“ Herr Patorni heschaͤftigt sich hierauf mit dem öe“ Leben Fieschi's. r erwaͤhnt, daß sein Klient mit 14 Jahren als Soldat in ein Korstkanisches Regiment eingetreten, und bald zum Unteroffizier befoͤrdert worden sey. Er erinnert daran, daß sich Fieschi waͤhrend des Russischen Feldzuges ganz besonders hervorgethan, daß er Murat bei seiner Expedition in Kalabrien begleitet habe, mit ihm gefangen, zum Tode verurtheilt, und begnadigt worden sey. „Dieses Ümstandes halber“, fuhr der Vertheidiger fort, „reklamirte Fieschi, nicht in Neapel, sondern in Frankreich eine Unterstuͤtzung al politischer Verurtheilter, und erbielt monatlich 45 Fr. Fiescht wa entschlossen, diese Wohlthat zu verdienen; er wurde dur Damas mit dem damaligen Poli ei⸗Praͤfekten, Herrn Baude, in Verbindung gesetzt, und er leistete große Dienste
waͤhrend der Pluͤnderung des Erzbischoͤflichen Palastes. weise fuͤr die guten und wahrhaft edlen Seiten in Fieschi's Cha rakter brauche ich nur an die Aussagen der Herren Lavocat un
Caunes zu erinnern. Wie ing es zu, daß diefer Mann, nachdem er so viel Dienste geleistet hatte, sich arm und entbloͤßt von Allem
befand, daß er nackt, jaͤmmerlich und brodlos, den Verfolgungen der Gerichtshoͤfe und der Poltzei ausgesetzt und mit lebenslaͤngliche Galeeren⸗Strafe bedroht war? Ist darin die Vorsicht einer Regie⸗ rung zu erkennen? Warum behandelt man einen Freund als Feind?
Warum treibt man diesen verkannten und mit Fuͤßen getretenen
Freund bis zum aͤußersten Grade der Verzweiflung J glaube in einigen Staats⸗Schriften gelesen zu haben, daß es der Gipfel der Unklugheit sey, einen bestegten Feind zur Verzweiflung zu treiben. Ich sage nicht, meine Herren, daß eine foͤrmliche Absicht, Fieschi zu schaden, vorgewaltet habe, aber man ist in Bezug auf ihn nachlaͤssig, faul, gleich uͤltig gewesen, man hat seine Sache nicht genau untersucht; das w 1 eine halbe Stunde ihres Schlafs geraubt haben, (Murren) und man zog es also vor, einem Kommis der General⸗Polizei zu sagen: „,Wohlan, man verfolge ihn.““ Wegen eines bloßen zuchtpolizei⸗ lichen Vergehens, m. H., Mce. man meinem Klienten mit lebens⸗ laͤnglicher Kettenstrafe. So w
Maͤnnern ausgeuͤbt, die, meines Erachtens, geschickter sind, den Plan
eu einom alantenden Mam 12. r..
rde vielleicht Einer Excellenz
rd bei uns die Regierun s⸗Kunst von