1836 / 50 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1““

8 Barcelona, 2. Februar. (Franzoͤsische Blaͤtter.) Die Einnahme des Forts del Hort wird zum Theil der Unklug⸗ heit der belagerten Karlisten zugeschrieben, die eine Bastion gaͤnz⸗ lich demontirten, in der Meinung, daß dieser Punkt vermoͤge

einer Lage auf einem senkrechten Felsen hinlaͤnglich geschuͤtzt sey. Als die Christinos diesen Fehler ihrer Gegner gewahr wurden,

bemaͤchtigten sie sich der Redoute ohne Widerstand, und wie nun die Karlisten, die unterdessen auf einer anderen Seite hart be⸗ draͤngt worden waren, sich in diese Position zuruͤckziehen wollten, UafgSeh sie sich zwischen zwei Feuern und wurden fast alle ge⸗ töͤdtet.

General Mina scheint sich beim Volke beliebt machen zu wollen; er geht haͤufig auf der Rambla spazieren, zuweilen allein, zuweilen mit seiner Gattin, und immer ganz schlicht gekleidet. Wahrscheinlich wuͤrde er, sobald die Catalonier die geringste feind⸗ liche Stimmung gegen seine Person zeigten, sich augenblicklich von hier entfernen und die Einwohner sich selbst uͤberlassen. Mina hat die Streitkraͤfte von Catalonien auf folgende Art vertheilt: 7 Bataillone sind unter die Befehle von Gurrea, Aspiroz, Ma⸗ grat, Sebastian, Montero, Nicebo und Osorio gestellt. Von den 7 Bataillonen des Franzoͤsischen Corps wird eines Taragona und das Priorat besetzen, ein zweites die Gebirge, ein drittes Girona und Figueras, ein viertes Lerida und Talaru, ein fuͤnf⸗ tes Tortosa, ein sechstes Cervera Segarra, und das siebente Es⸗ parraguira. Die Hauptstaͤrke der Christinos in Catalonien be⸗ steht in den Miquelets oder undisziplinirten, den Karlistischen Guerillas aͤhnlichen Schaaren. Die Portugiesischen Huͤlfstrup⸗ pen werden nur wenig nuͤtzen, da die Mannschaften nicht beweg⸗ lich und thaͤtig genug sind.

Die Nachricht von der Auftoͤsung der Cortes hat hier große Sensation erregt.

Gestern wurden hier, von England kommend, 17,000 Flin⸗ ten und 690,000 Stuͤck Flintensteine gelandet.

Die von einigen Blaͤttern gegebene Nachricht, daß Pastors sich in Haft befinde, hat sich als ganz ungegruͤndet erwiesen.

Zu Mahon sind einige Ruhestoͤrungs⸗Versuche gemacht wor⸗ den, sie wurden aber durch die Energie des Gouverneurs und den Muth der National⸗Garde unterdruͤckt, die auf die mit Knitteln bewaffneten Aufruͤhrer mehrere Angriffe mit dem Ba⸗ jonnet machten. Die beiden Raͤdelsfuͤhrer, Ferrer und sein Sohn, wurden verhaftet, und es soll nach der ganzen Strenge der Ge⸗ setze aegen sie verfahren werden.

Paudero, der Herausgeber des „Catalan“, ist nach Alicante transportirt worden, nachdem er dem General Mina die ganzen Details der Verschwoͤrung vom 5. und 6. Januar entdeckt hatte.

Der Handel befindet sich hier in einem beklagenswerthen Zustande der Stockung. Es wuͤrde den Franzoͤsischen Kaufleu⸗ ten sehr angenehm seyn, wenn sie kraͤftigeren Schutz bei ihrem Konsul faͤnden, und wenn der Handel in Barcelona nur gesi⸗ cherter waͤre, so wuͤrde der Verkehr dieser Stadt mit Frankreich gewiß viel bedeutender werden. An Glaswaaren ist hier großer Mangel, und wenn die Ruhe erst mehr befestigt waͤre, wuͤrde der Handel mit diesem Artikel großen Gewinn darbieten.

1“ Portugal.

Lissabon, 17. Januar. Emanuel Anton de Cawalho, der neulich in der Deputirten⸗Kammer die Mehrheit der Stimmen fuͤr die Praͤstdentur vereinigte, hatte seinen Sitz auf der Linken, und war 1826 und 1827 Finanz⸗Minister. Er ist noch gegen⸗ waͤrtig Mitglied der Lissaboner Munizipalitaͤt, und wird wegen seiner Maͤßigung, Kenntnisse und Rechtlichkeit von allen Par⸗ teien geachtet. Bento Pereira do Carmo, der diese Mehrheit für die Vice⸗Praͤsidenten⸗Stelle erhielt, saß auf der Rechten, war unter der Regentschaft Dom Pedro's Praͤfekt und spaͤter Mini⸗ ster des Innern, hat schon an den Ereignissen von 1820 Theil genommen, genießt aber uͤbrigens eines unbescholtenen Rufs. In den Provinzen zeigen sich noch fortwaͤhrend Spuren von Partei⸗Gaͤhrung. Als das zweite Jaͤger⸗Regiment am 6ten d. M. nach Viseu kam, sandte es sogleich starke Detaschements nach Pesqueira und Villa nova da um der dortigen Bevoͤl⸗ kerung zu imponiren. Der General Vahia, Visconde de St. Joao da Pesqueira, der fruͤher in der Armee Dom Miguel's gedient hatte und beschuldigt war, diese Gegend aufgeregt zu haben, wurde verhaftet und nach Porto abgefuͤhrt. Das Dia⸗ rio do Governo erklaͤrt offiziell die angeblichen Bedingungen des Heiraths⸗Kontrakts zwischen Donna Maria und Dom Fernando, die der Courrier frangais nach Deutschen Blaͤttern gegeben hatte, uͤr durchaus falsch, und versichert, daß ein solcher Kontrakt erst und zwar sehr bald den Kammern vorgelegt werden wuͤrde.

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Berlin, 13. Febr. Man schreibt aus Koblenz unterm IIten d. M.: „Der uͤblen Verhaͤltnisse ungeachtet, zeigt sich unter den Wein⸗ Produzenten an der Mosel eine stets unverdrossene Regsamkeit, und jeder nur halb guͤnstige Wintertag wird zu den entsprechenden Arbeiten, die oft von der muͤhsamsten Art sind, benutzt. Einen sehr wohlthaͤtigen Einfluß auf die Erhaltung und Befoͤrderung dieser Thaͤtigkeit hat die seit mehreren Jahren theils durch oͤf⸗ ztliche Versteigerung, theils durch Abgabe gegen Taxe stattge⸗ habte Verthalung von sogenanntem Gemeinde⸗Hedland und schlech⸗ tir Viehweide an die Uferbewohner, die dadurch in den Stand gesetzt werden, den nothwendigen Unterhalt, als Kartoffeln, Ge⸗ müse ꝛc. und einen großen Theil der Brodfruͤchte neben der Wein⸗Production zu erzielen. In den kleinen Landstaͤdten wird uͤber Mangel an Verkehr geklagt, wovon die Ursache in den niedrigen Fruchtpreisen zu suchen ist, welche den Landmann zur Einschraͤnkung noͤthigen. Der erfolgte Anschluß des Herzog⸗ thums Nassau an den Zoll⸗Verein hat der Industrie des Krei⸗ ses Wetzlar ein neues Felo eroͤffnet und dem verderblichen Schmug⸗ gelhandel ein Ende gemacht. Bei den Eisenhuͤtten und Ham⸗ merwerken findet augenblicklich ein sehr lebhafter Betrieb statt, namentlich bei dem Koͤniglichen Eisenwerke zu Sayn, wo die Anwendung der erhitzten Geblaͤse⸗Luft beim Hoch⸗Ofen hinsicht⸗ ch der Kohlen⸗Ersparniß fortwaͤhrend sehr guͤnstige Resultate liefert. In dem Reviere Kirchen erfreuen sich vorzuͤglich die Kobalt⸗Gruben eines zunehmenden Aufschwungs, welcher durch die im Bau begriffene neue Poch⸗ und Waschwerks⸗Anlage zum Nutzbarmachen der aͤrmeren Erze kuͤnftig noch mehr gefoͤrdert weroen wird. Aus dem Kreise Altenkirchen wurde auch viel Eisen nach den Pudlings⸗ und Walzwerken an der Ruhr ver⸗ fahren. Die Blei⸗ und Silbergruben bei St. Goar sind im lebhaftesten Betriebe. Im Kreise Adenau ist ein Bau eröͤffnet, der reichen Ertrag an Spiesglanz verspricht. Zu Boppard wurde eine Staͤrke⸗Fabrik errichtet, und zu Zell eine Maschine aufge⸗ Fr nt⸗ in 12 Stunden 30,000 sogenannte Pariser Schuh⸗ fte liefert. Der in Paderborn verstorbene Dom⸗Benefiziat Ever⸗ ken hat dem dasigen Krankenhause ein Legat von Eintausend Thalern ausgesetzt. X“

Aus einem kuͤrzlich von dem Direktorium der Sparkasse

u Magdeburg abgestatteten Berichte ergiebt sich, daß im ver⸗ ossenen Jahre 90,912 Rthlr. bei jener Kasse neubelegt und da⸗ gegen 85,153 Rthlr. zuruͤckgenommen worden sind, so daß die Gesammt⸗Summe, die sich am 31. Dezember 1834 auf 254,487 Rthlr. belief, beim Ablauf des Jahres 1835, mit Hinzurechnung der Zinsen fuͤr dieses Jahr, 268,394 Rthlr. betrug. Die Zahl der Einleger betraͤgt gegenwaͤrtig 6147 und hat sich im verflosse⸗ nen Jahre um 320 vermehrt, woraus hinlaͤnglich erhellt, daß das so wohlthaͤtige Institut der Sparkasse sich des wachsenden Vertrauens des Publikums erfreut.

Die Seehaͤfen Neu⸗Vorpommerns sind im verflossenen Jahre uͤberhaupt von 522 Schiffen mit 29,340 Lasten besucht worden, und zwar, der Nationalitaͤt nach, von 2 Englischen, 41 Schwe⸗ dischen und Norwegischen, 27 Danischen, 45 Hannoverschen, 7 Hanseatischen, 2 Mecklenburgischen, 15 Niederlaͤndischen, 2 Ol⸗ denburgischen, 9 Russischen und 372 Preußischen. Ausgelaufen sind 527 Schiffe mit 29,477 Lasten, naͤmlich 2 Englische, 40 Schwedische und Norwegische, 26 Daͤnische, 43 Hannoversche, 6 Hanseatische, 2 Mecklenburgische, 19 Niederlaͤndische, 2 Olden⸗ burgische, 8 Russische und 379 Preußische. Aus einem Vergleiche mit dem Jahre 1834 ergiebt sich bei den eingegangenen Schiffen ein Minus von 115 mit 5989 Lasten, und bei den ausgelaufenen ein Minus von 143 mit 9256 Lasten.

Haupt⸗Momente

neuerer Finanz⸗ und Polizei⸗Gesetzgebung des weit selbige den Handel betrifft.

Berlin, 31. Januar 1836. (Schluß.)

Auslandes, so

Deutschland. Oesterreich. Von dem in Bezug auf das Zoll⸗

wesen des Kaiserstaats im Dezember v. J. zu Wien publizirten Aller⸗ höchsten Patente vom 1I. Juli v. J. ist der wesentlichste Inhalt bereits durch Nr. 360 der vorjährigen Staats⸗Zeitung mitgetheilt worden. Zwischen den freien Hansestaädten Bremen und Lübeck und dem Königreiche Griechenland wurden Reciprocitäts-Erklärungen, wegen Behandlung der Schiffe mit Ladungen, als der begünstigtesten Nation angehörig, resp. auf gleichem Fuße mit den Einheimischen, durch die Königlich Bayerische Gesandtschaft in Hannover und das Bremer Se⸗ nats⸗Präsidium ausgewechselt. Aus Ham burg giebt Nr. 7305 der dortigen Börsenhallen⸗Zeitung in extenso die durch Rath⸗ und Bürgerschluß vom 15. Okt. v⸗ J. be⸗ liebte, vorläufig bereits in unserm Artikel XXVI. erwähnte, aus 20 Paragraphen bestehende Verordnung wegen der bei Errichtung, Ver⸗ änderung und Aufhebung von Handlungs⸗Societäten, Handlungs⸗Fir⸗ men, anonymen Gesellschaften uͤnd Prokuren bei dem Handels⸗Gerichte

zu machenden Anzeigen.

Niederlande. In Gemäßheit des neuen Gesetzes zur Beförde⸗

rung der Interessen des Landbaus findet sich der Tarif für Ein⸗, Aus⸗ ö1ö1 nachbenannter Getraide⸗Arten folgendermaßen festge⸗ stellt. I. Weizen und geschälter Spelz. Ist der gesetzliche Mittelpreis im Inlande über 9 Fl. pro Malter, so wird für die Einfuhr 25, für die Ausfuhr 50, für die Durchfuhr 10 C. pro Malter gezahlt; von 9 bis über 8 für die Einfuhr 50 C., für die Ausfuhr in diesen wie den folgenden Fäͤllen nichts, für die Durchfuhr 10 C, welcher letztere Satz auch in den folgenden Fällen unverändert bleibt: von 8—7 für die Einfuhr 1 Fl., von 7— 6 1 Fl. 50 C., von 6 5 ½ 2 Fl., von 5 ½ bis 5 2 Fl. 50 C., von 5 und darunter 3 Fl.

s„II. Roggen und Buchweizen. Bei einem inländischen Mittel⸗ Preise über 6 Fl., für die Einfuhr 15, Ausfuhr 30, Durchfuhr 5 C.: von 6 bis über 5 ½, Einfuhr 30 C., Ausfuhr von diesem Satze an frei, Durchfuhr bestäͤndig 5 C; von 5 ½ 5 die Einfuhr 50 C., von 5 —4 dieselbe 75 C., von 4 ½ —A dieselbe 1 Fl., von 4 3 61 die⸗ selbe 1 Fl. 50 C., von 3 ½ und darunter 2 Fl.

III. Gerste und Malz. Bei inländischem Mittel⸗Preise über 5 Fl., für die Einfuhr 10, Ausfuhr 25, Durchfuhr 5 C; von 5 4 ½ Einfuhr 25 C., Ausfuhr von diesem Satze an frei, Durchfuhr bestän⸗ dig 5 C; von 4 ½ 4 Einfuhr 50 C, von 31 2 3 dieselbe 50 C.; von 4— 3 ½ dieselbe 75 C., von 3 ½ 3 dieselbe 1 Fl., von 3 2 ½ dieselbe 1 Fl. 25 C., von 2 ½ und darunter 1 Fl 50 C.

IV. Hafer und ungeschälter Spelz. Bei inländischem Mittel⸗ Preise über 4 ½ Fl., für die Einfuhr 5, Ausfuhr 15, Durchfuhr 5 C.; von 4 ½ 4 Einfuhr 15 C, Ausfuhr von diesem Satze an frei, Durch suhr immer nur 5 C.; von 4 3 ½ Einfuhr 30 C., von 3 2 ½ die⸗ C., von 2 ½ —2 dieselbe 1 Fl., von 2 und darunter 1 Fl. 8G

Das Gesetz soll zwar mit dem Anfange des Jahrs 1836 in Kraft treten; jedoch sollen während der ersten zwei Monate dieses Jahres die Abgaben von den verschiedenen Getraidearten folgendermaßen er⸗ hoben werden: Weiz. u. geschäl⸗

ter Spelz. Roggen u. Buchw. Geren Malz..

Hafer u. unge⸗ GhIIeSö0ob 11] 1“ 5⸗ Vorstehende Abgaben sind von allem nach dem 1. Dezember 1835 eingeführten Getraide zu erheben. Ermäßigungs⸗Ausnahmen zu Gun⸗ sten solcher fremden Staaten, welche den Erzeugnissen der Niederlande oder ihrer Kolonieen eine besondere Begünstigung etwa zugestehen möch⸗ ten, sind vorbehalten.

Belgien. Nr. 365 des Moniteur Belge vom 31. Dezember v. J. enthält das Gesetz vom 29sten ejusd., wodurch eine neue Tarifi⸗ rung des Brief⸗ und Zeitungs⸗Porto vom 1. Januar d. J an für das Königreich in Kraft tritt.

Durch Gesetz vom 30. Dezember 1835 ist, in Bezug auf die Mo⸗ dification der Ein⸗, Aus⸗ und Durchfuhr⸗Zölle von Knochen der In⸗ halt des Gesetzes vom 25. März 1834 bis auf weitere Bestimmung fortbestehend und verbindlich erklärt worden.

Nr. 2 des diesjährigen Moniteur Belge publizirt ein Gesetz vom 31. Deiember v J., die Verzollung des Viehes bei der Ein⸗ und Ausfuhr betreffend, und folgenden wesentlichen Inhalts:

1) Die nachstehende vom allgemeinen Zoll⸗Tarif abweichende Ta⸗ rifirung gilt nur für die Provinzen Limburg, Antwerpen, Ost⸗Flandern und den nördlichen Theil von West⸗Flandern, welche in dieser speziellen Beziehung einen besonderen Zoll⸗Rayon bilden werden.

2) Innerhalb dieses Rayons soll an Einfuhr⸗Zoll erlegt werden:

von Pferden pr. Stück

von Fohlen 2 5 2 von Rindvieh pr. Kilogr. vom Gew. des lebenden Thiers 10 Cs. von Kälbern, unter 30 Kilogr. Gewicht pr. St 58 von Schafen und Lämmern pr. Kilogr. vom Gewicht

des lebenden Thiers 5

3) Die Ausfuhr der vorbenannten Viehsorten ist frei.

4) Ihre Durchfuhr durch den Rayon ist verboten.

5) Zur Verhütung der Contrebande bei der Vieh⸗Einfuhr wird

Einf. 2 Fl. pr. Malter; Ausf. frei; Durchf. 10 C. 78 (G 2 7 2 2 5 2 0 7 1 1.

der gesammte eigene Viehstand der Bewohner einer genauen Inven⸗

tarisirung und sehr strengen und komplizirten Kontrolle unterworsen, welche in den Artikeln 2— 7 des Gesetzes ausfüͤhrlich entwickelt und vorgeschrieben sich befindet.

Nr. 17 des Moniteur Belge enthält abermals zwei Listen sol⸗ cher seit 1825 ertheilten Erfindungs⸗Patente, deren Gegenstände, theils wegen Ablaufs der Zeit, für welche die Patente verliehen wurden, theils

wegen Nichterfüllung von Bedingungen, woran die Verleihung genl

war, jetzt zu freier Disposition des Publikums stehen.

Spanien. In Bezug auf auswärtigen Handel und So. wurde am 28. Novbember v. J. ein Königliches Dekret erlassen jis den wesentlichen Inhalts: folg

1) Alle ausländische Waaren, welche seewärts auf der Halte und den angränzenden Inseln ankommen, müssen von einem Halli Behörde bei der Ankunst eiuzuliefernden Manifeste begleitet ser 22 . 2) Diese Manifeste sollen nicht nur Markzeichen und n. jedes Kolli, sondern auch Quantität, Qualität und Gewicht deume enthaltenen Waaren und Effekten angeben, und zwar nicht üh 9p fern, sondern mit Buchstaben vollständig ausgeschrieben. * mit; „) Die Manifeste sind am ausläͤndischen Einladungsorte de tigen Spanischen Konsuln oder Vice⸗Konsuln vorzulegen, wein einregistriren und dieses unten auf dem Manifeste bescheinigen nche

4) Die Konsuls oder Vice⸗Konsuls sind gehalten, ein Geri Verzeichniß aller einzelnen, über die Ladung eines Schifsfes von nen beglaubigten Manifeste aufzunehmen, und durch den Schifss⸗LCanga an die Zoll⸗Behörde des Bestimmungsortes versiegelt einzusendenpie

5) Wenn der Capitain eines Schiffes, freiwillig oder norhgeh gen, einen fremden Hafen angeht, und daselbst einen Theil seine 9 dung verkauft, so muͤß er dem dortigen Konsul ein Manifest aher 7 Deklaration über die verkausten Gegenstände einreichen, woriice en Konsul dann ein Beglaubigungs⸗ Certifikat ausstellen wird. 8 - auch, wenn das Schiff in einem fremden Hafen seine Ladung en sb pletiren hat, sind vom Ablader oder Capitain beim Spanischa ünt⸗ sur des Platzes dieselben Formalitäten als im Abgangs⸗ Hafan an üllen. .

6) Hat ein Schiff in mehreren Spanischen Häfen zu bic so empfängt es von den Zoll⸗Behörden die bescheinigenden Dokunen über theilweise erfolgte Löschung zugestellt. tn

2) Alle am Bord eines Schiffes befindliche, aber nicht in- vom Konsul aufgenommenen Verzeichnisse erwähnten Kolli untexias der Confiscation. 7

8) Wenn die im Verzeichnisse der Konsuln aufgeführten Koll oder theilweise fehlen, so sind, bis auf weitere Verfügung, die 17% bestehenden Gesetzgebung für solchen Fall verordneten Strafen zurh wendung zu bringen.

9) Die Königlichen General⸗Konsuln, Konsuln und Vice⸗Fon werden über die Art und Weise, wie sie die vorstehend ihnen aufe ten Obliegenheiten erledigen und überhaupt für den Zweck dieses Ges mitzuwirken sich bestreben sollen, mit detaillirter Instruction verst Ihre Gebühr ist auf einen harten Piaster für jedes von ihnen zustellende Certificat bestimmt.

10) Die Vorschristen dieses Dekrets treten in Kraft:

Einen Monat nach der (am 28. November 1835 stattgefim nen) Publication für Schiffe aus den fremden Häfen von Bavponn bis Marseille und von Portvendre bis Marseille einschliegle

Anderthalb Monate nach der Publication für Schiße au a deren Häsen Frankreichs und Italiens.

Zwei Monate nach der Puͤblication für Schiffe aus Enxglan.

Drittehalb Monate nach der Publication für Schiffe aus ale übrigen Häfen Europa's.

Vier Monate nach

V No der Publication für Schiffe aus Ameri kanischen Häfen. K

K.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 12. Februar.

Niederl. wirkl. Schuld 557⁄ 6.., 5 % do.

2411 6. 5 % Span. 48. Passive 15716.

Linsl. 18 ¼. Preuss. Präm.-Scheine 106 ⅛. Met. 99 ¾.

103. Kam-Jx Ausg. Schrlt; Poln. 123. Oempe

Antwerpen, 11. Februar. Passive 15 1. Br. 1 6. G. Ausg. Schuld —. Zinsl. -, 5 Anl. 48. London, 12. Februar. Cons. 3 % 91. Belg. 102 X¼. Cortes —. 0b]. v. 183ʃ , Passive 153. Ausg. Sch. 23 6. 2 ½ % Holl. 55 ⅛. 5 % 100„ 5 % Port. 83 ⅛. do. 3 % 52 ¾⅞. Engl. Russ. —. Pru.-

Paris, 11. Februar. 5 % Rente pr. compt. 109. 25. fin cour. 109. 55. 3 %2 compt. 80. 55. fin cour. 80. 65. 5 % Neap. 99. 80 5 % qM. Rente 48 ⁄1. Passive 15 ½. Neue Ausg. Sch. —. Ausg. Sch.—

St. Petersburg, o. Februar. Amsterdam. 525⁄1. Hamburg 915,32. Paris 1.

ond. 101 12. 5 % Inscr. Ser. 1 u. 2 (Cours 370) 102, .

Silber-Rub. 3570½. Ser. 4. 98. Wien, 12. Februar. % Met. 102157⁄6. 4 % 992 ⁄⁄ 2. 3 % 75 ⅜. o —. Bank-Actien 1355. Neue Anl. 573 ⅛.

22 89 0 q

Koöͤnigliche Schauspiele. Donnerstag, 18. Febr. Im Schauspielhause: Adele, M.

spiel in 1 Akt, von G. Harrys. Hierauf: Der Oheim, u spiel in 5 Abth.

Freitag, 19. Febr. Im Opernhause: Zum erstenmale: N. Marquis von Carabas, oder: Der gestiefelte Kater, koniste Zauber⸗Ballet in 2 Abth., von Hoguet. Musik von dem Künd Kammer⸗Musikus H. Schmidt. Vorher: Die Kirmes, Sit spiel in 1 Akt. Musik von W. Taubert.

Im Schauspielhause: 1) Une chaumière et son coemn- vaudeville nouveau en 3 actes, par Scribe. 2) Pourcof vaudeville en 1 acfe.

Sonnabend, 20. Febr. Im Schauspielhause: Ut wic lesen, Schwank in 1 Akt, vom Dr. C. Toͤpfer. Hierauf: Krn zert fuͤr die Violine von Kreuzer auf. der Lombardischen 8 doline vorgetragen von dem Herrn Professor Vimercati 9

kailand. Dann: Der Kammerdiener, Posse in 4 Abth, vn Leitersghofen. Und: Große Variationen, fuͤr die Mandoli komponirt und vorgetragen von Herrn Vimercati. ;

Sonntag, 21. Febr. Im Opernhause: Nurmahal, Ui sches Drama in 2 Abth., mit Ballets. Musik von Spontm.

Im Schauspielhause: Emilia Galotti, Trauerspiel in Abth., von G. E. Lessing.

Koͤnigstaädtisches Theater.. 4 Donnerstag, 18. Febr. Zriny, oder: Die Bestuͤrmung Sigeth, Melodrama mit Choͤren in 5 Akten, von Theodor ner. Musik vom Kapellmeister Franz Glaͤser. 1 Freitag, 19. Febr. Die Goldgrotte des Gaer oder: Noch einmal jung! Romantisch⸗komisches Originas berspiel mit Gesang in 2 Akten, von J. E. Gulden. von Franz, Edlen von Marinelli. 40b, Sonnabend, 20. Febr. Eulenspiegel, oder: Schaberna Schabernack, Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang in 4 Akten.

Redacteur Ed. Cottel.

und die Ehre Morey's zu vertheidigen. Sie sehen aus seiner ruhi⸗ daß fuͤr ihn einige Tage mehr oder Wenn Sie ihn verurtheilen, so wird Beispiel dienen koͤnnen, w Nicht sein

Ausfluͤchte bei der Hand; aber ich mich kennt, weiß, daß, so freier Stirn vor d Fieschi sind zu mir gek Boireau hat mir nicht er hat mir Einiges dav egentheil, Herr Pepin, Sie waren es, d infloͤßte, indem Sie erzaͤhlten, einer Versammlung von vermuthet, um das Attentat abzuwarten daß Boireau der ich glaube, daß er, wie Ich will nicht sein ist doch schmerzlich, daß durch seine Aus⸗ luͤcklich gemacht werden soll.“ Boireau⸗ sichten mehr gegen Sie zu be daß ich einige Augenbli ille halten sollte’ „Ihr seht wohl, Pepin, daß Ihr Fieschi Pepin: „Herr Praͤsident, Boireau gesagt hat, und Sie wer⸗ Wie sollte es mir eingefallen seyn, zeschi sey ein Galeeren⸗Sklave? Instruction das Gegentheil? Ich habe jetzt nur noch ch der Mitschuldige Fieschi's ge⸗ doch wohl nicht zu Hause geblieben seyn, at beschaͤftizt haben. Ich wuͤrde doch wahr⸗ g nicht mit meiner Frau und meinen vier (Bewegung.) Boircau. „Zum gesagt habe, erklaͤre ich noch, daß dem Wege hierher zugeraunt hat: be Sie ersucht, mein Pferd abzuho⸗ ob sie nicht diese Aeuße⸗ getrennt haben?“ Der Praͤsi⸗ Pepin zoͤgernd: „Ich. ich habe raͤsident: „Haben einige von rung vernommen?“ Ein Mu⸗ „Ich habe nichts gehort; aber ich habe die rennt, weil sie mit einander heimlich spra⸗ Wahrheit sagen; er hat ich habe gehoͤrt, wie Herr oireau jenen Vorschlag machte. (Sensation.) Ich weiß sagen will; ich begreife von dem Allen nichts.“ miuß den Muth nicht verlieren, Frauen kommen nach 9 Monaten u Dies sind die Ende die Wahrheit bekennen. wußte sehr wohl meinen wahren Namen, da er me ben hatte. Meine Vertheidiger koͤnnen nicht als ten; aber meine Pflicht ist es; ich bin dem Lande di 1 Pepin: „Wenn ich es mit te, so wuͤrde ich an sein Gewissen ap fordern, dem Gerichte zu sagen, ob ich ich ihm Anleitungen ge⸗ schen wie Fieschi gegen Ihr habt gesagt, da haͤtte, Alles zu geste Euch befindet, und gen habt.“

e die Wahrheit.

Jeder, der uͤgen aussagte, ich nicht mit

leichguͤltigen Haltung, inen Werth haben. er manchem jungen Menschen als wenn man ein reines Gewissen hat. sondern seine Ehre. also bist Du Wenn diese Schlußfolgerung in Bezug auf Pepin was ich durchaus nicht behaupten will, so muͤßte man y ruhig in seiner Wohnung blieb, auf seine inen. Die Polizei koͤmmt Abends zu ihm, um aften; er ist ausgegangen, und als er beim Zuhausekom⸗ was vorgefallen ist, flieht er etwa? Nein, gen stellt sich die Polizei wieder ein, Es scheint mir, meine sem Betragen eine Antwort auf Fieschi's Morey soll schuldig seyn. Wo aber sind Die beiden einzigen Zeugen, die ihn anklagen, sind und wenn ich das Zeugniß der Lassave daß dasselbe durchaus keinen Werth hat, verstehen Sie wohl, m. H., unter uns koͤnnte nicht durch einen Men⸗ Ich wende mich nicht an denn man wendet sich in solchen Faͤllen nicht an Aber kann Fieschi nicht von Jedem, der ihm einfaͤllt, egeben, den ich als Allmosen zu st er mein Mitschuldiger?... Pforten des Grabes gesehen.

yn moͤgen, er war in einem Zustande,

Amtliche Nachrichten. Fronik dis Nages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Fuͤrstlich Hohenzollern⸗ hechingenschen Regierungs⸗Rath von Giegling den Rothen Aobler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bis guh von Wolff zum Geheimen Regierungs, und vortragen⸗ gen Rathe im Ministerium fuͤr die geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten zu ernennen und das diesfaͤllige Pa⸗ ent zu vollziehen geruht.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bei dem Ministerium des Innem fuͤr das Gewerbewesen angestellten Geheimen Registra⸗

r⸗Vorsteher Weinlig und den Geheimen expedirenden Se⸗ etair und Journalisten Minkert zu Hofraͤthen zu ernennen

wenn ich jetz em Pairshofe stehen wuͤrde. ommen, um mich ins Verderben das ganze Projekt Fieschi's on erzaͤhlt“ Boireau (mit groß er mir zu⸗ daß Sie am folgen⸗

zu stuͤrzen. mitgetheilt; aber n Leben sucht hat zu Pepin schuldig.““ wahr waͤre, auch daraus, Unschuld schließen koͤnn

vertheidigen, se. „„Du bist erst Argwohn e herigen Kammergerichts⸗

. daß More Versammlung stattfand, benutzen.“ Mitschuldige 7 Andere, in die Anklaͤger werden fluͤchte ein Anderer un „Ich habe keine Ruͤ Er hat mir gesagt, Fenstern Fieschi's st Der Praͤfident: unter seinem wahren erinnern Sie sich an den finden, wie sehr er luͤgt. dem Boireau zu sagen, F nicht die ganze das Eine zu

ihn zu verh men erfaͤhrt hig zu Bette. und er folgt gefaßt, Herren, daß schon in die Behauptungen liegt. die Beweise?

Nina Lassave un beseitige, wenn ich beweise, was bleibt alsdann uͤbrig? Ein Fieschi..

ieschi's gewesen ist; aber er geht ru⸗ e Lage hineingezogen worden Am andern Mor

wohin man ihn fuͤhrt.

cke vor den

(Lebhafte Sensa⸗ d Fieschi;

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem praktischen Arzte -. Oppert hier den Charakter als Hofrath Allergnaͤdi seihen und das diesfaͤllige Patent zu vollziehen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Schmiede⸗Meister und hier⸗Arzt Ludwig August Raabe jun. sof⸗Schmiede⸗Meisters beizulegen geruht

Namen kanntet“ Alles, was ein Fieschi! schen wie Fieschi kompron seine Richter. sagen, er hat mir einen Thaler meinem Verbrechen erbettelte, also habe meinen Klienten an den auch seine religtoͤsen Ansichten se wo alle menschlichen Ruͤcksichten aufbhoͤren, und wo auch der rohf besonders wenn sein Gewissen belastet it, fel und Schaudern an Vergangenheit und Zukunft denk Ich Morey fast sterbend gesehen; 14 Tage lang konnte ich kein Wort aus ihm herausbringen; er sah mich mit gebrochenen er druͤckte mir die Hand, und die Worte, die 1 t, waren: „„Ich sterbe unschuldig!““ Nachdem Wunder gethan und Morey gleichsam vom Tode er⸗ ein trauriges Wunder, weil es ihn einem entehrenden Waͤchter in diesen Saal gefuͤhrt geringste Spur eines boͤsen Gewissens an ihm aber zittert sie? Ha⸗ Sehen Si

Aber, wer u nittirt werden?

das Praͤdikat eines sagen: Wenn ich wirkli wesen waͤre, so wuͤrde ich sondern mich mit dem Attent haftig in dieser Stimmun Kindern spazieren gefahre Beweise, daß ich die Wahrbeit Peyin mir hbeute Morgen auf „Sagen Sie doch, Bescher ha len!“ Ich frage die Munizipa rung gehort und uns von einander dent: „Pepin, ist das wahr?“

nicht davon gesprochen... Der den Munizipal⸗Gardisten jene Aen nizipal⸗Gardist:

beiden Angeklagten get chen.“ Boireau: es gehoͤrt.“ Bescher: Es ist wahr;

Dem Oekonomen Christian Leist aus Densborn ist un⸗ rm 15. Februar 1836 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung angegebene Vorrichtung, dem Brenngeraͤthe stoßweise N. weit sie als neu und eigenthuͤmlich aner⸗ Jrmand in der Anwendung der bekannten Theile zu anderen Zwecken zu behindern, uf Sechs Jahre, von jenem Termine an gerechnet und fuͤr den mfang der Monarchie, ertheilt worden.

Dem Naͤhnadel⸗Fabrikanten Johann Edmund Lynen „Stolberg bei Achen ist unter dem 15. Februar c. hn hinter einander folgende Jahre, vom Tage der ung an gerechnet und suͤr den ganzen Umfang des Pe braats, guͤltiges Patent

auf eine fuͤr neu erachtete, durch Zeichnung und Be⸗ schreibung dargestellte Ma Poliren der Naͤhnadeln

heilt worden.

aische zu— der unglaͤubigste Mensch, ufuͤhren, inso kannt worden, ohne l⸗Gardisten, aber ruhig an;

seine letzten hiel die Kunst ein weckt hatte Tode aussetzt als er durch seine wurde, haben Sie die ) wahrgenommen? Seine Stimme ist schwach; ben Sie in seinen Zuͤgen die leiseste Unruhe dagegen Fieschi, wie er mit seiner Todes⸗Verachtung prahlt, und doch augenscheinlich bemuͤht ist, durch falsche Anklagen sein Lebe

che Unruhe, welche Besorgnisse, welche Furcht, da

rten keinen Glauben schenken moͤchte! daß er sich gegen einen so beweglichen, verschmitz⸗ ngreifenden Anklaͤger nicht wuͤrde vertheidigen Ruhe der Schuldlosigkeit und eines

In der That, zwanzigmal, wenn ich mei⸗ fragte ich mich mit Erstaunen „„Sitzt er denn hier oder wird er gerichtet?“ Wenn es mir gelingt, und das gelingt, die n meinem Klien⸗

„Moͤge Herr Bescher die

Pepin dem B was er damit „Man n Herr Praͤ⸗ Pepin wird (Gelaͤchter.) ine Papiere gese⸗ Anklager auftre⸗ e Wahrheit schul⸗ einem Manne von Ehre zu pelliren; ich wuͤrde ihn auf⸗ sein Mitschuldiger bin, ob geben habe. aber was kann ich einem Men⸗ Der Praͤsident: „Boireau,

ß die letzte Erklaͤrung Pepin's Euch veranlaßt Bedenket die kritische Lage, in der Ihr Ihr nichts mehr hinzuzufuͤ⸗ eligkeit, daß, rderungen Pe⸗ Herr Paillet (der Vertheidiger Boi⸗ e selbst dem Boireau gerathen, die Fragen des abzuwarten. Boireau durfte nicht zu der Vermu⸗ nlaß geben, daß er gegen irgend einen seiner Mitangekla Der Praͤsident „Boireau hat voch nichts uͤb welches auf der Straße nach Neuilly beabsichtigt er daruͤber gewiß Manches entdecken. Ich gebe ihm nd werde ihn am Schlusse der Sitzung noch Jetzt hat der Vertheidiger Fieschi's das Wort.“ Bemerkung. Meh⸗ gestrigen Sitzung t entzogen haͤtte. zu maͤßigen; das (Gelaͤchter, in das err Patornt setzt hierauf sein Er behauptet, die Behoͤrde en, und besonders nach der vonnet, die Dispositionen der onal⸗Garde auf dem Marsfelde zu⸗ Zu den Gestaͤndnissen und Anklagen Fieschi's t Herr Patorni, daß dieselben, wenigstens in Fieschi's als gerechtfertigt erschienen, daß einer der Mitange⸗ klagten, der versprochen gehabt, sich der Nina anzunehmen, sie nach gestoßen und verlassen, und daß der Andere die so stark geladen habe, um

zu retten. Wel man seinen Wo dem man waͤhnte, ten und rastlos a koͤnnen, Morey se guten Gewissens entgegen. nen Klienten ansah, u Gericht, der Zweck meines Plaidoyers, wenn es mir s vollkommen zu isoliren, so daß ich ihn alle Sie dann zwischen dem bejahenden Fieschi Morey zu entscheiden haben, werden Sie dann wenn man zwi⸗ Was thut man, wenn sich g Zweifel erheben? Man

Scheuren und

ine zum sch Morey, von

Angekommen⸗ Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und 1e.hea.6G on Breslau, von Carlowitz, von Breslau.

ten gegenuͤberstelle, und und dem verneinenden nicht thun, was man im gewoͤhnlichen Leben thut, schen zwei Menschen zu entscheiden hat? uͤber eine Bejahung und eine MVerneinun 8 befragt das vergangene Leben der beiden Menschen, und da, wo man bre, Wohlthaͤtigkeit und Großmuth findet, da scheukt Woblan, pruͤfen Sie das Leben je⸗ geklagten! Morey hat seinem Vaterlande gedient; auch pfer gefochten. Als aber auf Krieg und Schlachten der er Mensch, dem Blut und Bewe⸗ e Europa's von Neuem zu stoͤren ndere im Gegentheil kehrt in sein ein ehrenvolles Handwerk, und lebt als Er traͤgt deshalb nicht weniger in seinem Herzen an seinen fruͤhern Stand. Er bat sein Vaterland t, um es mit Vergnuͤgen von er laͤßt sich unbedachte ulden kommen, wird vor Gericht gestellt, aber paͤter sioͤßt Morey auf oͤffentlicher Straße einen fremden Soldaten nieder, der einem jungen Maͤdchen Gewalt an⸗ Man stellt ihn auch dieser That halber vor Gericht; man einen Richter gefunden, er ward abermals freigesprochen! iche, so ehrenwerthe Leben Morey's schildern? mit der er seine Kinder erzieht? Die Dienste, Was thut Fieschi waͤhrend dieser wegen Diebstahls

Zeitungs⸗Nachrichten. TIIö.

EEEeeh

ß. Sitzung vom 11. Febr. erhob sich der Praͤsident und sagte: „Der in hat uns heute fruͤh zu sich rufen lassen, um neue Gerichtsschreiber wird das daruͤber auf⸗ n.“ Dieses Protokoll lautete im We⸗ „Nachdem der Angeklagte Pepin von theuert hatte, erklaͤrte er, daß er ein Opfer e in Bezug auf den Angeklagten Boireau der That am Sonntag den 26. Juli zu ihm um ihm sein Pferd abzuborgen; er habe diese Ge⸗ scher's von ihm verlangt. Er (Pepin) habe und wirklich sey auch Boireau am folgen⸗ abe das Pferd geholt, und einen Ritt ge⸗ er, Pepin, gewußt habe, wohin. anzen Sache genommen, und noch ßt, zu welchem Zweck Boireau jenen Angeklagte sagte uns noch, daß er Fieschi⸗ n gekannt, und immer geglaubt habe, daß s Waffen⸗Vorraths verfolgt werde, wie er In Betreff der uͤbereinstimmenden Erklaͤrun⸗ chi's meinte Pepin, daß sich Beide in dieser Der Praͤsident „Pepin, das hinzuzufuͤgen?“ ich dies gestand.

amen gekannt.

uͤber thun!“

uͤberleget wohl, ob Ihr „Ich schwoͤre bei meiner S wenn ich noch etwas wuͤßte, ich es nach den Herausfo pin's gesagt haben wuͤrde.“ Herrn Praͤsidenten

v“ 1““ Boireau: Fieschi's Gleich nach Rechtlichkeit, rkffnung der man Glauben und Vertrauen. naeklagte Pep ussagen zu m Protokoll vorlese 1— folgencermaßen: leuem seine Unschuld be⸗ Fiesch!'s sey. ünzu, daß die kommen sey, Uligkeit als Fre lsen Wunsch gewaͤhrt, en Tage gekommen, h bacht, ohne daß azige Antheil, de

ner beiden An ieschi hat ta riede folgte, sucht der Eine, ein unruhi gung Beduͤrfniß geworden war, die Ru und macht den Wegweiser Murats; der A Vaterland zuruͤck, ergreift guter Buͤrger.

die Erinnerung

nicht zwanzig J fremden Horden Aeußerungen zu Sch freigesprochen.

erbittert sey.“ das Attentat gesagt, wurde, und doch kann Zeit zu uͤberlegen u einmal befragen. Fieschi: rere Journale haben angezeigt, meinem Vertheidiger und Landsmann das Wor Dies ist unrichtig; ich habe ihn nur gebeten, sich war Alles. Heute rufe ich ihn zur Herr Patorni selbst einstimmt) H gestern abgebrochenes Plaidoyer fo haͤtte nach den ihr zugegangenen Anzeig so bestimmten Erklaͤrung des

Revue abaͤndern und die Nat sammenberufen muͤssen. uͤbergehend, sa Augen, dadur

re lang vertheidi

rlauben Sie mir vorher noch eine berschwemmt zu sehen;

daß ich in der

Dies sey der n er an der Ordnung. er nicht einmal he ’1 nommen haͤtte. Der seinem wahren Name tselbe bloß als Verhehler eine bst versichert haͤtte. n Boireau's u hinsicht verstan nbt Ihr die

sescht nie unt au und Kin n“ Der Praͤside ing? Ibr seht, d in sagt, daß Hoireau: „Wenn i aus Ruͤcksicht füͤr ch nicht scheut, mich an n. (Zeichen der Reu li, auf die schon früͤher er mich, mit seiner Familie f, mich in sein Kabinet einli Fragen auf die R Laͤrm geben wuͤr rte mir darauf: „„Es ist bei n wird; ein Galeeren⸗Sklave hann sprach er mir dem Boulevard n wolle, weil er Er lud mich ein, fand Pepin in se Beschreibung de chi versprochen habe amit er seine mir vor, statt olgen zu beden

thun will. aber wo haͤtte erklaͤren moͤgen: ich das haäͤus Die Sorgfalt, die er seinen

der ihn haͤtte fuͤr schul⸗

reunden leistet?... Er laͤßt sich und Verfaͤlschun milie belastet, an. Fiescht dage chen, das er verf Frau, mit der er Jahre lang gelebt hat; blutschaͤnderisches Verbrechen.. Heftigkeit auf seiner

seinem Vaterlande gen verurtheilen. Morey, mit einer zahlreichen Fa⸗ nimmt noch eine ungluͤckliche Waise an Kindesstatt seinem Wege einem jungen Maͤd⸗ ochter seiner Frau, oder doch der er begeht gleichsam ein . (Fieschi bewegt sich mit großern Bank; er spricht bald mit seinen drei Verthei⸗ digern, bald scheint er Noten zu nehmen; dann steht er ploͤtzlich auf, kreuzt die Arme uͤber einander und sieht Herrn Dupont mit fun⸗ kelnden Augen an.) Erwaͤgen Sie, m. H, unparteiisch Beider Le⸗ ben und fragen Sie sich dann, wessen Behauptun Wenn Fieschi hier nicht als

ten, wenn er nur Angeklagter waͤre, so haͤtte

Gefuͤhle der Menschlichkeit, auf die Achtung, die i Angeklagten hegen werde.

en koͤnnten.“ ser Erklaͤrung noch etwas Wahrheit gesagt, als er seinem wahren N der haben mich veranlaßt, die nt: „Boireau, was sagt sie mit der Eurigen nich uch wirklich seines Pferdes Monate lang geschwiegen habe, so ge⸗ einen Familienvater; aber jetzt, da muß ich die ganze Wahrheit der Spannung.) Ich kam am erzaͤhlte Weise, in Pepin's Laden, r Spazierfahrt zuruͤckkeh⸗ id und nach einigen unbe⸗ evue zu sprechen kam. brere Personen b nahe gewiß, daß es Laͤrm ge⸗ auf den Koͤnig schießen.““ er sagte, daß er einen Ritt ch aber nicht einfin⸗ Ueberrock zu bekannt erzukommen; ich that hier eine epin, daß er „uͤber den Boulevard d . Gewehre auf ihn ri seiner diesen Ritt zu machen h dazu bereit, zu reiten ver ch zu Pferde nach dem ch aber nur kur ich alle diese s aus Schon

Ich habe

Die Thraͤnen Wahrheit zu sa⸗ Ihr zu dieser Erklaͤ⸗ instimmt. Pe⸗ bedient haͤttet.“

en begegne

dem Attentate zuruͤck 5 1 ährt; es ist

Gewehre absichtlich Der Vertheidiger behauptet ferner, Debatten sey Fieschi wahrhaft interessant der dem ganzen Lo gefloͤßt habe; er erscheine als ein Ungluͤck⸗ sey und beim Anblick seines ßlich druͤckte Herr Patorni daß das Gericht mildernde Umstaͤnde zulas⸗ schraͤnken wuͤrde, Fieschi zu lebenslaͤnglicher Der Praͤsident fragt hierauf Herrn Chaix⸗ Vertheidigung Fieschi's noch Etwas hinzufuͤ⸗ haix⸗d'Est⸗Ange: „Da unser Kollege die schi's vervollstaͤndtgt hat,

ihn zu toͤd⸗ seit Eroͤffnung der geworden.

Monate lang Abscheu ein licher, der zarter Empfin Wohlthaͤters Thraͤnen vergieße. Sch die Uekerzeugung aus, sen, und sich darauf be Haft zu verurtheilen. d'Est⸗Ange, ob er der gen wolle? Vertheidigung Fie daß noch etwas hinzuzufuͤgen sey. plik noch Gelegenheit dazu dar.“ theidiger des Angeklagten Morey tritt in die Mitte des Saales,

dungen faͤbi

am meisten Ver⸗ nklaͤger aufgetre⸗ er ein Recht auf ch stets vor einem Ich wuͤrde es mein ganzes Leben lang bereuen, wenn ich ein Wort sagte, das ihm ein Haar auf dem Kopfe r aufgeworfen, und gegen das öͤffentliche denn das oͤffentliche Ministerium Wir muͤssen daher die Be⸗ Er leugnet sein Ver⸗

trauen verdient.

Ich fragte ehaupteten. so glauben wir nicht, Nothigenfalls bietet uns die Re⸗ Der Praͤsident . hat das Wort.“ Herr Dupont und aͤußert sich unter der feier⸗ der Versammlung im Wesentlichen folgendermaßen:*) en Pairs, ich stehe im Be und Ihrer Strenge das Haupt eines Gre⸗ ch verlange von selbst kennen, und ich meiner Sprache mir daher einige Sie dieselben nicht meinem boͤsen Willen zu, und I meinem Klienten nicht entgelten.

de, wie me Aber Fiescht hat sich zum Anklaͤ wir baben uns zu vertheidigen, nicht sowoh Ministerium, als gegen Fieschi; wiederholt nur die Anklagen Fieschi's. weggruͤnde zu Fieschi's Benehmen aufsuchen. 3 brechen nicht; das kann er nicht, denn er ist auf der That ertappt worden; aber er weiß, daß jede Strafe sich mildern laͤßt. Zwischen glichen Gefaͤngnisse ist fuͤr Fieschi Er mag noch so laut ausrufen: „„Ich verachte den Tod! Man gebe mir den Tod; ich wuüͤnsche ihn herbei! Eben wegen dieser anscheinenden Sehnsucht nach dem Tode⸗ glaubt ihm Niemand. Wenn er den Tod gesucht haͤtte, so wuͤrde er sein ünseliges Geheimniß mit ins Grab man gesehen, daß ein Verbrecher klagen gleichsam noch einmal geschaͤndet haͤtte. ihn beherrscht, haͤtte ihn veranla

Der Ver⸗ von seinem Pferde; Dun zu machen habe, em großen gelben am naͤchsten Tage wied einem Stall. (Der Ang s Stalles) Nun sagt

lichen Stille 1 „Meine Herr riff, Ihrer Gerechtigkeit es streitig zu machen.... Geduld und Aufmerksamkeit. Jeder muß kenne mich; ich weiß, daß man mir in zuweilen eine Art Derbheit vorwerfen kann. Wenn

etwas lebhafte Worte entschluͤpfen sollten,

dem Tode und dem lebenslaͤn noch ein ungeheurer Unterschied ten koͤnne. und ich, ohne obgleich ich ihm

so schreiben assen Sie sie Ich stehe im Begriff, das Leben

ken, erklaͤrte mi daß ich gar nicht

u Temple, wo i

Be a n (ebhaft *

enommen haben. Niemals hat ch durch solche erbitterte An⸗ Die Eitelkeit, die ssen muͤssen, als der einzige Schul⸗ dige, als der einzige Urheber des Attentats zu erscheinen, und die ganze furchtbare Ehre fuͤr sich in Anspruch zu nehmen gentbeil aber, man sieht ihn ploͤtzlich die schaͤndliche Beräbmthei⸗

ze Zeit blieb, weil es Details nicht fruͤhe vonung fuͤr Pepin.“

on diesem Spazierritt keine K. „Herr Boiregu bat

glauben, unsere Leser darauf aufmerksam machen zu müssen, daß wir e Plaidoyers und überhaupt die Prozeß⸗Verhandlungen in solcher daß all die einzelnen Details dieser verwickel⸗ anzösischen Blaͤtter selbst zum Verständniß der Sache

Vollständigkeit ten Sache in ih sind in dieser B was Zeit und

it mittheilen können, nen rer ganzen Klarheit hervortreten. Die Fr eziehung sehr mangelhaft. Wir thun Raum ungs irgend gestatten