Kommisston zu Stat ide 1 Art fest. Es sind im L aufe fern des Marienwerders chen
gebracht worden, stellt sich in folgender des verflossenen Jahres in 31 Doͤr⸗ rienn sschen Regierungs⸗Bezirks 188 baͤuerliche Einsassen freie Eigent h’ imer geworden, und sie haben im Ganzen 16,206 Morgen Prem ifg. an Land erhalten. An Diensten sind durch diese Regulir, mugen zugleich 4030 Spanntage und 4269 Handtage abgeloͤset! vorden. Die betreffenden 31 adeligen Guts⸗ Herrschaften haben ihrer Seits dafuͤr als Entschaͤdigung erhal⸗ en: 2171 Morgen, welche sie zu ihren Vorwerken eingezogen, 2135 Rthlr. an Re mꝛe, 3145 Rthlr. an Kapital und 581 an Hofwehrgelderr. In 20 Doͤrfern sind ferner 127 dienstpflich⸗ ige Grundstuͤcke v on den ihnen obgelegenen Lasten befreit und bei dieser Gel⸗genhei t sind 1492 Spann⸗ und 666 Handtage ab⸗ geloͤst worden, wofuͤr die Gutsherren durch 750 Morgen, 916 Rth r. Re, nte und 1251 Rthlr. Kapital entschaͤdigt worden sind. — Durch die Fortschritte der Gemeinheits⸗Aufhebung sind in 86. Ortschaften 1870 Grundstuͤcke separirt, und zwar sind 160 ,463 Morgen von allen Servituts⸗Einschraͤnkungen, 56,769 Moorgen aber von den laͤstigsten Theilen derselben befreit worden. .M Ueber den Zustand der Regulirung der gutsherrlichen nnd baͤuerlichen Verhaͤltnisse innerhalb der Domainen im Ma⸗ menwerderschen Regierungs⸗Bezirk ist zu bemerken, daß diese Regulirung in dem alten Landestheile und zwar in Absicht der vormaligen Immediat⸗Einsassen nach der Allerhoͤchsten Verord⸗ nung vom 27. Juli 1808 und ruͤcksichtlich der Emphyteuten und der sogenannten Konsens⸗Besitzer nach Anleitung des Edikts vom 14. September 1811 schon seit laͤngerer Zeit durchgefuͤhrt ist. In den wenigen Faͤllen, wo die Auseinandersetzung noch nicht zum Abschluß gekommen, sind solche Einleitungen getroffen, daß die gaͤnzliche Erledigung dieser Angelegenheit als nicht mehr fern betrachtet werden kann. In dem erst seit 1815 mit den al⸗ ten Provinzen wieder vereinigten Kulmer und Michelauer Lan⸗ destheile hat die Verleihung des Grund⸗Eigenthumns an die berech⸗ tigten baͤuerlichen Einsassen einen besonders erfreulichen Fortgang
thlr.
§. 5. Die Gouvernements⸗Confiscations⸗Kommisstonen, die Kameralhoͤfe und uͤbrigen Behoͤrden und Obrigkeiten haben in gleichem Zeitraum von 6 Monaten dieser Kommission zu berich⸗ ten von allen ihnen bekannt gewordenen Schulden der fruͤheren Besitzer dieser konsiszirten Guͤter — von den von ihnen erwirk⸗ ten Zahlungen und noch zu erhebenden Geldern, so wie von deren Forderungen an verschiedene Personen und Behoͤrden — deren beweglichem und unbeweglichem Vermoͤgen — ihnen zuge⸗ hoͤrigen Kredit⸗Billets und Obligationen, und von ihren etwani⸗ gen Nutzungsrechten auf Kron⸗ oder Privatguͤter.
§. 6. Die Gerichts⸗Behoͤrden werden besonders angegan⸗ gen, von allen bei ihnen wegen Schuldforderungen an untenge⸗ nannte Personen anhaͤngigen Prozessen die ungesaͤumte Anzeige zu machen, so wie von den angemeldeten Forderungen derselben an Privatpersonen oder Behoͤrden, mit Bemerkung des wahr⸗ scheinlichen Belaufs und der Dokumente, auf welche sie sich gruͤnden.
§. 7. Diejenigen, welche den obengenannten Verpflichtun⸗ gen nicht nachkommen, setzen sich allen den Folgen und der Ver⸗ antwortung aus, welche durch die allgemeinen Gesetze des Reichs fuͤr die zum Publications⸗Termin unterlassene Anmeldung der Schuldforderungen an zahlungsunfaͤhige, nicht zum Handels⸗ stande gehoͤrige Personen, so wie gleichmaͤßig fuͤr Verheimlichung denselben zustehender Geldzahlungen, Vermoͤgen, Kapitalien und Dokumente festgesetzt sind. ““
Namens,derzeichn tß 8 derjenigen Personen des Wilnaer Gouvernements, deren gesamm⸗ tes Vermoͤgen definitiv konfiszirt worden ist.
Antonowicz Joseph, Civil⸗Be⸗ Kuszynski, August, aus Szywodel amter aus Royow. im Rossiekschen Kreise.
Baranowski, Nikolaus, Arzt, in Krzywiec, Bernhard, Student Gefangenschaft gerathen. der Wilnaer Universitaͤt.
Supinski, Vincenz, aus dem Wilkomirer Kreise, Stankiewicz, Joseph, Graͤnz⸗ Stankiewicz, Matheus, aufseher. Skorycki, Joseph, Sledzinski, Alexander, Symonowicz, Sta⸗ nislaus Stoymak, Vincenz,
Studen⸗ ten der
Wilnaer Universt⸗
Sukowski, Joseph, taͤt.
Stalkowski, Karl,
Smoliez, Leopold,
Syryni, Andreas, Civil⸗Be⸗
Sancewicz, Franz, amte.
Staluniewicz, Michael, aus Daͤ⸗ dubiszek.
Stanzekiewicz, Johann, aus Tau⸗ nnggen.
Stankiewicz, Christoph, unbe⸗ kannter Herkunft.
Slawinski, Michael, Oekonom.
Tabel, Heinrich, deutscher Ab⸗ aus dem Telschewsker Kreise.
8 oder Tyrko, Thadeus, Stu⸗ ent.
Tyczko, Joseph, aus Antonosza, im Wilkomirschen Kreise.
Teyszezko, Julian,
Urbanowicz, Matheus, Faber, Onufrius, Civil⸗Beg Chonszenski (muthmaßl. zynski), Alexander, Celinski, Johann, Augufti⸗ zerniewski, Anton Stadt Traltt. uus EV - Keswit, Eh 1 em mann chaweische Szyryno, Fran⸗ Student. Szulkowski, Simon, Student Szarlawskt, Joseph, Civil.p amter. Szezesnowicz, Franz, Stuz Juszkiewicz, Michael, aus 6 kaycyim, Schawelschen eac Jurcewicz, Paul, unter den n. volutionaiken Regierungin Senschtete, Edel agmin, am, elma dem Telschewsker Kreitt vus Jardowski, Prosper, Stog Jalowiecki, Alerander, m Jackiewicz, Vincenz, Schen. scher Polizeischreiber.
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88
4
Berline
Den 19. Fe
“ 270
„„ E8 bruar 1836.
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r. Cour. Geld.
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Brief.
tlicher FEaonds. und &ald-Courzg- Zette!
17.⸗ 101 ½ 61 ½
107 ¾ 100 1 61
2A 2.
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. PrümSch. d. Seeh
Ostpr. Pfandbr. Pomm. Kur- u. Neum. do.
28
16
gehabt, indem es beinahe uͤberall in sehr kurzer Zeit gelungen ist, die Auseinandersetzung mit den Einsassen im Wege der Gäͤte
zu Stande zu bringen. Es sind in diesem Landestheile auf diese Weise mehr als 3000 Wirthe freie Eigenthuͤmer geworden, welche
die Segnungen des Allerhoͤchsten Gesetzes vom 8. April 1823 dankbar anerkennen.“
— In Marienburg hat der beim dortigen Schullehrer⸗ Seminar angestellte Lehrer Lettau, durch seine Bemuͤhungen um den Unterricht der Taubstummen, es dahin gebracht, daß drei
aus dem Danziger Regierungs⸗Bezirk dorthin gegebene Taub⸗ stumme, nach dreijaͤhriger Unterweisung in den Lehren der christ⸗
lichen Kirche, von dem zustaͤndigen Superintendenten oͤffentlich haben eingesegnet werden koͤnnen, bei welcher Gelegenhe t die
Konfirmanden, zur allgemeinen Bewunderung der Versammelten,
erfreuliche Einsicht und Religions⸗Kenntnisse an den Tag legten,
auch der Aelteste von ihnen sein eigens aufgesetztes Glaubens⸗ bekenntniß nebst dem apostolischen Symbolum mit tiefem Ge⸗ uͤhle auf erbauliche Weise oͤffentlich aussprach.
— Von der Stadt Elbing verdient es als eine erfreuliche Erscheinung erwaͤhnt zu werden, daß das Schulwesen daselbst, durch vielseitige Aufmerksamkeit angeregt und befoͤrdert, den ge⸗
eihlichsten Fortgang zeigt, so daß nach dem letzten Jahres⸗ Be⸗ ichte der dortigen Schul⸗Deputation keine schulfaͤhigen Kinder ohne Schul⸗Unterricht waren.
— In den Hafen zu Danzig sind im Monat Januar 5 Schiffe eingegangen und zwar: 1 Schiff aus einem Preußischen,
aus einem Englischen, 1 aus einem Franzoͤsischen, 1 aus einem
Spanischen und 1 aus einem Mecklenburgischen Hafen. Ausge⸗
angen sind 4 Schiffe, naͤmlich 1 nach Schwedischen, I nach Hanseatischen und 2 nach Englischen Haͤfen.
— Am 18. Januar waren auf einer Fahrt von Danzig nach Putziger⸗Heisternest, auf der Halbinsel Hela, 4 Einwohner des letzten Ortes mit ihrem Boote durch Sturm und Schneege⸗ stoͤber in die Naͤhe des Dorfes Querd verschlagen worden; hier aber wurde das Boot bei einbrechender Nacht zwischen das, vom Ufer auf 100 Ruthen in die See sich erstreckende Eis fest ein⸗ geklemmt, und konnte das Land nicht erreichen. Nachdem beim Anbruche des folgenden Morgen zwei von diesen Leuten sich mit⸗ telst ihrer Ruderstangen uͤber das Eis ans Land gerettet hatten, entschlossen sich zwei Dorf Bewohner, der Bauer Bialk und der Knecht Mathias Ferva, zur Rettung der beiden Zuruͤckgebliebe⸗ nen. Auf der duͤnnen Eisdecke, mit Anwendung vorgeschobener Dielen bis an das Boot kreiechend, gelangten sie mit Lebens⸗Ge⸗ fahr zu den Verungluͤckten, die beinahe regungslos erstarrt waͤ⸗ ren, und brachten sie gluͤcklich ans Land. “
Niach dem Wunsche der Kaiserl. Russischen Gesandtschaft am hiesigen Hofe wird die nachstehende Bekanntmachung hiermit zur ffentlichen Kenntniß gebracht:
8 sssssegtion. 1“
Die Wilnaer Gouvernements⸗Liquidations⸗Kommission hat neuerdings vecvollstaͤndigte Nachrichten uͤber verschiedene Personen des Wilnaer Gouvernements erhalten, deren gesammtes Vermoͤ⸗ gen fuͤr Theilnahme an dem letzten Aufruhr definitiv zu konfis⸗ ziren verordnet worden ist. I dem sie hier das Namens⸗Register derselben beifuͤgt, macht sie, auf den Grund des § 13 der am 28. Juni 1832 zur Regulirung der Schulden der Aufruͤhrer Allerhoͤchst bestaͤtigten Regeln, Folgendes hiermit oͤffentlich bekannt:
§. 1. Daß asse Kreditoren der untenbenannten Personen, ohne den Ablauf der Termine zur Befriedigung ihrer resp. Forderun⸗ gen abzuwarten, sofort ihre Anspruͤche dieser Kommission einzu⸗ reichen haben, und zwar diejenigen, welche in Rußland und dem Koͤntgreich Polen wohnen, innerhalb 6 Monaten, diesenigen aber, welche sich im Auslande befinden, spaͤtestens binnen 12 Monaten, gerechnet von dem Tage des Erscheinens der ersten gedruckten Publication in einer der oͤffentlichen Zeitungen beider Haupt⸗ 16 in einer der Warschauer Zeitungen oder dem Lithauschen Courter.
§. 2. Haben sowohl Privatpersonen als Kirchen, 5 Lehr⸗- und Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten, so wie die 7Ih. meiner Fuͤrsorge, ihre Anforderungen an gedachtes konsiszirtes Bisstagebe dieser Kommission ebenfalls binnen 6 Monaten an⸗ zuzeigen.
§. 3. Die Schuldner der untenbenannten Personen 3 Zahlungs⸗Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, Hhüln cerd ncice Zadlung wFüleen, die 1”4. ”h aber binnen dem festge⸗
6 mine von 6 Monaten ihre uld⸗ 6 Lammacfen anäuege hre Schuld⸗Verpflichtung dieser
.4. Alle diejenigen, welche von untenbenannten Persone bewegliches Vermoͤgen, Kapetalten oder was immer fab anen mente, oder sonst denselben zugehoͤrige Kredit⸗Billets und Obli⸗ gationen in Haͤnden haben, sollen solche saͤmmtlich in dem Zeit⸗ raum von 6 Monaten ebenfalls dieser Kommission einreichen, und derselben zugleich von allen auf diesen Guͤtern zu Gunsten der fruͤheren Eigenthuͤmer haftenden Gerechtsamen Anzeige machen.
Barowski, Franz, von der revo⸗ lutionairen Regierung mit dem Tode bestraft.
Balski oder Bielski, Johann,
Graͤnzaufseher.
Bukont, Georg, Civil⸗Beamter aus der Stadt Schawel.
Bakiewicz, Ignatz, Civil⸗Beam⸗ ter aus Rossienie.
Borowski, Konstantin, Student der Wilnaer Universitäat.
Beresniewicz, Florian, Zoll⸗Be⸗ amter.
Bendzius, Hieronimus, unbe⸗
vaabntt Stantiane, kannter
Bojard, Stanislaus, J] Abkunst.
Bartoszewicz, Anton, in Frank⸗ reich gestorben.
Woyciecchowski, Onu⸗
Onu⸗
Woronowicz, frius,
Wertel, Stanislaus, Civil⸗Beam⸗
1“ aus der Stadt Telsz. orszewicz, Joseph,
Waskoweti, Josepb, unbekann⸗
Wasilewski, Kasimir,ter unft.
Woynsckt, Wladis⸗) Stud. der laus, - Wilnaer
Wierzbieki, Albert,] Universitaͤt.
Witkowski, Joseph, undekannter Herkunft.
Woronowicz, Onufrius, aus Ucian, im Walkomirschen Kreise.
Gosztowt, Waclaw, Kanzellist im Schawelschen Landgericht.
Giedwillo, Matheus, Edell. a. d.
Geniat, Johann, TelschenKe.
Giedwillo, Johann, unter der re⸗ volutionairen Regierung hin⸗ h
Dphsstt⸗ Jakob, Doktor der Me⸗
zin. Hajewski, Anton, Gemeinde⸗Auf⸗
seher.
Grabowskl, Michael, Aufseher von Kameral⸗Guͤtern.
Gaweianski, Kasimir, aus Mi⸗ ckiseak im Schawelschen Kreise.
Gietwillo, Joseph, Civil⸗Beamter.
Dolinska, Eleonora, aus Micha⸗ lowska, blieb im Gefecht.
Dobrowolski, Konstantin, Advo⸗ kat aus dem Upitsker Kreise.
Daryiewicz, Ambrosius geriethen
Dzandalet, Cyprian in Gef.
Dolobowski, Konstantin, Advo⸗ kat aus dem Upitsker Kreise.
Danikowsk;, Jose vh/· Stud. der
Dowert, Florian, Wilnager
Danilo wicz, Vincenz,] Univers.
Domanski, Thomas, Graͤnz⸗Auf⸗ seher.
Danalowski, Karl, Accise⸗Beam ter in Wilna.
Eymontowicz, Kasimir,, Civil⸗
Eymontowicz, Julian, Beamte.
Zakowski, Adam, Student der Wilnaer Universitaͤt.
Zeczomski, Anton, Polizei⸗Wacht⸗ meister,
Zyromski, Paul, aus Szeliszek im Rossienser Kreise.
Zawisza, Edmund, Edelmann im Kowner Kreise.
Jozefow, Jgnaz, Herkunft unbe⸗ kannt.
Kuczynski, Vincent, aus dem Wil⸗ naer Kloster entlaufen.
se h, Paul, Graͤnz⸗Auf⸗ eher.
Krukiewicz, Michael,
Koruybo, Johann,
Kawalewski, Matheus,
Kilikowski, Matheus,
Karmanski, Karl,
Korweczki, Justin,
Koszewicz, Felix,
Komar, Nikodemus,
Kozlowski, Thomaz, Accise⸗Be⸗ amter in Wilna.
Komarowski, Theodor, gewesener Courier.
Kossar, Martin, aus Wielon im
owner Kreise. Kossakowski, Joseph, aus Tau⸗
Graͤnz⸗ aufseher.
Stud. d.
Wilnaer
Univer⸗ sitaͤt.
Beamte.
roggen im Wratzlawer Kreise.
Kaminski, Kajetan, aus der Stadt Wilkomir.
Karczewskt, Vincenz, unbekannt.
“
Karpowlicz, Ignoz, Herkunft.
Leszezynski, Georg, Universitaͤts⸗ Lehrer.
Le eh. bethe Joseph, Graͤnz⸗Auf⸗ eher.
Lipocki, Jakob, Civll⸗
Landsberg. Kasimir,) Beamte.
Ludwig, Ferdinand, Student der Wilnaer Universitaͤt.
Mokrzeckt, Eduard, Gutsbesitzers⸗ Sohn aus dem Oszmiansker Kreise.
Mickiewicz, Andreas, Kanzellist in dem Upitsker Landgericht. Mozeyko, Justin, Kloster⸗Geist⸗
licher in Wilna. Magnu zewski, Matheus, aus dem Wilkomirer Kreise. 8 Morganski, Joseph, Moszulewicz, Andreas, Milewski, Jobann, Miszkowski, Simon, Makiewich, Eduard, Markiewecz, Stanislaus, Forst⸗ Beamter. Mrikulicz oder Mikukicz, Adam, Civil⸗Beamter. Mackeewicz, Stanislaus, Student der Universitaͤt Wilna. Milanowski, Joseph, Stu⸗ Miziekvosad, Kasimir, denten Mikulicz, Kasimer, d. Wil⸗ Mrkanowicz, Joseph, naer Moreinkiewich, Thadeus, Univ. Ge⸗
Marienkiewicz, Gregor, meinde⸗Anfseher.
Maniewski, Valerian, Mitglied der Quartier⸗Kommisston.
Maniewicz, Augustin, Student.
Markiewic;, Martin, unbekann⸗ ter Herkunft.
Norialo, Benediktus, Graͤnz⸗ Beamter.
Niewiardowski, Mattheus, Edel⸗ mann, Aufseber.
Riestlowski, Franz, Civil⸗Be⸗ amter.
Narkiewich,Ignaz,) Stud. d. Wil⸗
Omecki, Theodor, J naer Univ.
Ordilowski, Alexander, Seecretair aus Rossien.
Opolski, Mitkaye, aus dem Wil⸗ naer Gouvernement.
ö Fgna, Zoll⸗Beamter.
Osinski, Stanislaus,
Orzowski, Stephan, (Studenten
Piekaskiewicz, Kasimir,
Propttulski, Konstantin,/
Paskiewicz, Stephan,
Pollak, Ambrosius,
Paskowski, Nikolaus,
Pawlowsti, Ludwig, Bedienter.
Pielkiewicz, Mattheus, Accise⸗ Beamter.
Piotrowicz, Graͤnz⸗ Beamter.
(Civil- Beamte.
Stu⸗ denten.
Vincenz,
Pacewicz, Stanislaus, Student.
Paskiewicz, Michael, unbekann⸗ ter Herkunft. Racewicz, Ignaz, von der revo⸗ lutionairen Regierung hinge⸗ Nasseosfi, Jofeb aszkowski, Joseph, Rynkward, Georg,] Studenten. Rajewski, Michael, Civil⸗Be⸗ amter. Reyner, Stanislaus, aus dem Duͤnaburger Kadetten⸗Corps. Rutkiewicz, Joseph, Student. Rajewski, Joseph, unbekannt. Reynhard, Johann,] Herkunft. Rudokowski, Gabriel, aus Obyla im Wraslawer Kreise. Radowicz, Ignas⸗ aus Kielm im Rossiener Krelse. Rolkowski, Kajetan, aus Uciane im Wilkomirer Kreise. Rybnicki, Vincenz, unbekannter Herkunft. Staniewicz, Anton, geriethen in Sciepura, Vincenz,) Gef. Sokolowski, Johann, unter der revolutionairen Regierung hin⸗ gerichtet.
Kurm. Obl. m. l. C. Nm. Int. Sch. do.] Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.
Elbinger do.
Danz. do. in Th. Weatpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.
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Niederl. 243%¾.
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Amsterdam, Schuld 55 9¼ Zins!
Antwerpen,
18 %¼.
Auswärtige Börsen.
14 Februar.
6. 5 % do. Kanz.N Neue Anl. 48 ¾.
13. Februar.
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Passive 15 ⁄¾. Br. 15 ⅞. G. Ausg. Schuld —. Zinsl. —. Jeu
Aul. 48 ¼.
Oesterr. 3 % Metall. 103. 102 ⅛
Frankfurt a. M., 16. Februar.
4 % 99 ¾ 99 ¾. 2%
59 ⅛. Br. ½1 % 25 ½. G. Bank-Actien 1635. 1633. Fartial-Obl. vnn,
G. Loose zu 500 Fl. 114 ½ 114 ¼.
Loose zu 100 Fl. 218 b
Preuss. l'rüm.-Sch. 605 ⅛. 60 ½. do. 4 % Anl. 99 ¼. 6. h
Loose 69 ¾⅞. Br.
55 16. 54116.
5 % Rente compt. 80. 50. Kente 477⅞. 2 ½ % tioll. —.
5 % Met HBank-Actien
Uassiva 15 6. 3 % Fortug. 53.
103
0 2% 5 %
Paris, 13 r. compt. in cour. 80. 65 Neue
Wien. 13 4 % 99 ¾ 1358.
Span. Anl. 48.
09 50 Ausg. Sch. —. Ausg. Sch.
Neue Anl. 572 127⁄1½
. Februar. nn cour. 109 5 % Neap. 99 60.
75
3%
5 % 1
2 ½ % 59.
Februar.
Koͤnigliche Schauspiere.
Sonnabend,
20. Febr.
Im Schauspielhause: Laßt! lesen, Schwark in 1 Akt, vom Dr. C. Toͤpfer.
Hierauf:
zert fuͤr die Violine von Kreuzer, auf der Lombardischen M. doline vorgetragen von dem Herrn Professor Vimercati ah Matland. Dann: Der Kammerdiener, Posse in 4 Abth., w
Leitershofen.
Und:
komponirt und vorgetragen von Sonntag, 21. Febr. Im
sches Drama in 2 Abth., mut Ballets. Im Schauspielhause:
Abth., von G. E. Lessing.
Montag, 22. Febr.
Emilia Galotti, Trauerspiel in
Große Variationen, fuͤr die Manwoöte
errn Vimercati. pernhause: Nurmah h, Musik von Spentii
Im Schauspielhause: Zum erstenne⸗
Der Narr seiner Freiheit, Lustspiel in 2 Aufzuͤgen, von E. 9
pach. Hierauf:
errmann und
Dorothea, idyllisches Famih
Gemäaͤlde in 4 Abth., vom Dr. C. Toͤpfer.
Dienstag, 23. Febr.
Im Schauspielhause:
Corona h
Saluzzo, Schauspiel in 5 Abth., von E. Raupach.
8 Koͤnigstaͤdtisches Theater. Sonnabend, 20. Febr. Eulenspiegel, oder: Schabernact Schabernack, Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang in 4 Akten,-
J. Nestrop.
Musik von Adolph Muͤller.
Sonntag, 21. Febr. Lestocg, oder: Intrigue und b6. Oper in 4 Akten. Musik von Auber. Fuͤr die Deutsche blste bearbeitet vom Freiherrn von Lichtenstein.
Montag,
35
+82.
Febr. Zrinp,
Die Bestuͤrmung ven
oder:
Sigeth, Melodrama mit Choͤren in 5 Akten, von Theoder Ke
ner.
Musik vom Kapellmeister Franz Glaͤser.
—
82
Markt⸗Preise vom Getraide.
Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 21
Berlin, den 18.
Februar 1836.
Sgr. 3 Pf., Rt
auch ]
10 Sgr.: Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr. 58 Se c
Gerste 27 Sgr. 6 Pf., auch 25 Sgr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 6 Pf., auch 25 Sgr. 8 Pf.; H Eingegangen sind 580 Wispel 12 Scheffel.
Zu Wasser:
Hafer 23 Sgr.
afer 23 Sgr. 9 Pf., auch 21
ell 9 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.
Mittwoch, den 17. Februar 1836. 1 Das Schock Stroh 6 Rthlr. 5 Sgr., auch 5 Rthlr., der Ce
ner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr, auch 20 Sgr
Rthlr. 15 Sgr.
Branntwein⸗Preise vom 12. bis 18. Februar 1836. .; Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder . Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Branntwein 16 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 16 Rthlr. 6 Pf.; Kartoffel⸗Branntwein 14 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., aut
Kartoffel⸗Preise vom 11. bis 17. Februar 1836. Der Scheffel 17 Sgr. 6 Pf., auch 12 Sgr.
Redacteur Ed. Cottel.
Gedruckt bei A. W. Ha
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Kroyit des Tages.. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Bombardieren Karl
enbel und Ernst Tschech der sechsten Artillerie⸗Brigade
nie Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu verleihen geruht.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung 8 zu Koͤslin ist der shenta- Prediger in Labes, Krause, ls Hrediger in Koͤpin angestellt worden; 1 2 8 peln ist der Predigtamts⸗Kandidat Elias August bommer zum evangelischen Pfarrer in Schurgast ernanat
Zeitungs⸗Nachrich
EqEIllan d. Rußland.
St. Petersburg, 13. Febr. Se. Maj. der Kaiser haben
mn General⸗Stabsarzt, Wirklichen Staatsrath Gajewskij, den
nen Orden erster Kasse mit der Katseruichen Krone verktehen.
Der General⸗Lieutenant, Fuͤrst Gortschakoff UI., ist an die Stelle des General⸗Lieutenants Sulimma zum Commandeur des gesonderten Sibirischen Armee⸗Corps und zum General⸗Gou⸗ erneur des westlichen Sibirien ernannt worden,
Mit dem ersten Januar 1836 trat fuͤr die Laͤnder der Do⸗ ischen Kosaken eine neue Epoche ein, durch eine neue von Sr. Naj. dem Kaiser denselben bewilligte Verfassung. Der Tag der infuͤhrung derselben ward mit angemessener Feier begangen. die neuen Statuten enthalten unter Anderem feste Bestimmun⸗ n in Betreff der Verhaͤltnisse der Kosaken verschiedenen Ran⸗
tem.
Ps gegen einander; ihrer Ausruͤstung, wenn sie in's Feld ziehen;
er Unterstuͤtzungen unbemittelter Kosaken; des Fischfanges, der kanntlich ein wichtiger Erwerbzweig in jener Gegend ist; der zersorgung mit Salz; der Befoͤrderung der Posten; einer jaͤhr⸗ h von der Regierung bewilligten Summe von 59,000 Rubeln m Besten verwundeter Krieger und deren Wittwen und Wai⸗ n, und einer etwa eintretenden Mißaͤrndte.
Frankreich. 1
Fieschi's Prozeß. Sitzung vom 13. Febr. Vor Eröff⸗ z-ung der Sitzung wird dem Fieschi eine Lithographie gezeigt, auf elcher er und seine Mitangeklagten dargestellt sind. Er scheint mit er Ausfuͤhrung sehr zufrieden und zeigt des Blatt von Weitem r Nina Lassave, wobei er ihr zurusft: „Das lasse ich mir gefal⸗ n.’ — Um 12 Uhr traten die Pairs ein, und der Praͤsident er⸗ heilte sofort Herrn Parquin (einem der dem Fieschi von Amts⸗ segen bestelten Defensoren) das Wort; derselbe aͤußerte sich im We ntlichen folgendermaßen: „Es ist nicht das Erstemal, daß ich die hre habe, vor dem Pairshofe das Wort zu fuͤhren, und mir ist ne tiefe Erinnerung geblieben an die Wuͤrde, die Unpartetlichkeit nd die gewissenhafte Aufmerksamkeit, womit in diesen Raͤumen die zustiz gehandhabt wird. Nach langem Zoͤgern eest habe ich mich atschloseen, Ihre Theilnahme fuͤr den Urheber des furchtbaren At⸗ ntats vom 28. Jult einigermaßen in Anspruch zu nehmen. Jenes
Nttentat, welches den Zweck hatte, Frankreich des weisesten Monar⸗ ben zu berauben, uns in einen Buͤrgerkrieg zu stuͤrzen, und uns
it Europa zu entzweien, ist zwar mißlungen, die Personen des Koͤ⸗ gs und seiner Soͤhne sind verschont geblieben; aber nichtsdestoweniger at das Attentat die beklagenswerthesten Resultate herbeigefuͤyrt. zahlreiche Opfer sind gefallen, das Blut der ehrenwerthesten Maͤnner ist uf eine schnoͤde Weise vergossen worden, und festliche Tage sind zu Tagen er Trauer geworden. Aber, meine Herren, wer ist der Urheber die⸗ es Attentats? Ein Mann, der sein Leben in der militairischen Lauf⸗ dahn auf eine glaͤnzende Weise begonnen und es verdient hat, seine Beust mit dem Kreuze der Tapferen geschmuͤckt zu sehen.“ (Be⸗ vbegung.) Herr Pargunn erinnert an die guten Eigenschaften Fieschi's no druͤckt sein Erstaunen daruͤber aus, daß einer der gestern ver⸗ ommenen Advokaten dem Fieschi mit einer allerdings beredten, aber hoch vielleicht teuflischen Stimme das Schaffott gezeigt und ihm zu sagen geschienen habe: Was Du auch thun moͤgest, Du wirst es be⸗ feigen! „Ich darf mich wundern“, setzte Herr Parquin hinzu, „daß
Pener Vertheidiger, statt die vielleicht schwierige Vertheidigung sei⸗
s eigenen Klienten zu unternehmen, die Verurtheilung des mei⸗ nigen berbeigewuͤnscht hat. In jenem Augenblick moralischer Fol⸗ eraualen neigte sich Fiescht zu mir und sagte: „„Ich leide jetzt ehr, als ich an dem Tage leiden werde, wo ich das Schaffott zu besteigen habe.“ Herr Parquin erinnert hierauf an die Verurthei⸗ haen, die fruͤher Fögen Feecht ausgesprochen worden sind, und - 8 die moralische Wichtigkeit derselben zu mindern. „Als er zum Code verurtheikt wurde, geschah es einer politischen und ehrenvollen üe halber; es geschah, weil er einem ungluͤcklichen Monarchen * geblieben war. Er hat sich den Diebstabl einer Kuh zu Schulden bvuimen lassen; aber diese Kuh gehoͤrte seinem Stiefvater, und er ¹ nte zu dem Gedanken verleitet worden seyn, daß sie sein Eigen⸗ 18 sey, und die Verurtheilung zu zehnjaͤhriger Einsperrung war e Betracht des Vergehens sehr bart. Und wie hat Fieschi diese irafe ertragen, wie bat er sich in seinem Gefaͤngnisse aufgefuͤhrt? *ℳ. haben den Inspektor des Gefaͤngnisses von Embrun vernom⸗ men. Waͤhrend der zehn Jahre seiner Gefangenschaft hat er sich —: — Herr Parquin fordert das thicht auf, in Betracht der standnisfe ene habe, 49 derndt Umstaͤnde zu seinen Gunsten eintreten zu lassen. „Man ge einwenden“, ruft er aus, „daß die Opfer, die durch feine Hand gefallen sind, eine ektatante Genugthunng erfordern. Wie Ist diese sbenuztbuung nicht zum Theil schon gegeben? Ist es fuͤr sene be⸗ genswer;hen Opfer nichts, daß sie durch ihren Tod den Monar⸗ n und seine erhabene Familie beschuͤtzt haben? Sind die Thraͤ⸗ Hauptstadt und die großartigen religidsen Trauer⸗Feier⸗
deren Zeugen wir gewesen, fuͤr nichts zu rechnen?
ichkene nichis, daß der Koͤnig in Begleitung seiner Geist⸗ 9 M. entseelten Ueberreste mit gemweihtem Wasser besprengt Flesch das oͤffentliche Ministerium selbst hat es Ihnen gesagt: durch Fönat sein Verbrechen durch seine aufrichtigen Gesiaͤndnisse, Pnnhe ne Reue zum Theil gebuͤßt, und wenn seine Opfer sprechen 8 sie wüͤrden den edlen Ruf eines erlauchten Opfers; ade fuͤr den Mann““ wiederholen. (Diese Anhlund
21 sten Februa
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auf die letzten Worte des Herzogs von Berry bringt eine große Aufregung in der Versammlung hervor.) Herr Parquin, sich zu Fiescht wendend: „Fieschi, ich war anfangs mit Abscheu vor Eurer Vertheidigung erfuͤllt; ich hatte dieselbe nur uͤbernommen, um mich dem Wunsche eines ehrwuͤrdigen Justizmannes zu fuͤgen. Jetzt, ich wage es zu sagen, habt Ihr heilige Rechte auf meine Theilnahme erlangt. Eure Reue, Eure Resignation, dem Abschen, den Schmaͤ⸗ hungen gegenuͤver, die Euer Verbrechen Euch zugezogen hat, haben mich tief geruͤhrt. Ich habe Euch vertheidigt, wie Ihr es nur wuͤn⸗
schen konntet. Ich habe Euer Verbrechen nicht verkleinert; Ihr wuͤrdet es
nicht gewollt haben. (Fieschi macht eine den Worten des Herrn
Parquln entsprechende Bewegung mit dem Kopfe.) Ich habe die
Rechte hberausgehoben, die Ihr auf die Gnade eines Monarchen
habt, dessen zu einer andern Zeit gesprochene Worte ich hier wie⸗
derholen moͤchte, weil sie dem Lande beweisen wuͤrden, wie viel Edel⸗
muth in dem Herzen des Fuͤrsten wohnt, der es regiert. Jetzt uͤber⸗ lasse ich es der menschlichen Gerechtigkeit, ihr Urtheil zu faͤllen!“ (Das kurze Plaidoyer des Herrn Parquin scheint auf das Gericht einen lebhaften Eindruck gemacht zu haben.) — Der General⸗ Prokurator erhaͤlt das Wort zur Replik. Er beschaͤftigt sich zuerst mit dem Angeklagten Boireau, und behauptet, daß dessen Vertheidi⸗ ger keinen Punkt der Anklage widerlegt habe. Boireau hat, dem dͤffentlichen Ministerium zufolge, einen positiven Antheil an dem Komplott genommen, er hat sich Pulver verschafft, sich mit einem Pistol bewaffnet, und auf demn Boulevard den Augenblick der Er⸗ plosion abgewartet, um an der auf das Attentat folgenden Bewe⸗ gung Theil zu nehmen. Das Gericht koͤnne allerdings Nachsicht
gegen Boireau ausuͤben, aber hie Gesellschaft verlange Genngthunng. b N
Was Pepin betreffe, so glaube er nicht, daß dieser auf die Nachsicht der Instiz Anspruch machen foͤnne. „Sie hahen“, sagte der Gene⸗ ral⸗Prokurator, „ein beredtes Plardoyer zu Gunsten Pepin’'s gehöoͤrt.
Provinz zuruͤckgewiesen werden; sollte es vor dem
Was ist davon in Ihren Gemuͤthern zuruͤck geblieben? Nichts. Man hat gesagt, die Verantwortlichkeit fuͤr Fiescht's Verbrechen koͤnne auf keiner Partei, auf keinem politischen Vereine lasten Ich werde ne⸗ ben den Namen Fieschi's und seiner Mttangeklagten keinen anderen Namen nennen; wenn ich es thaͤte, so waͤre meine Pflicht, denje⸗ nigen, der diesen anderen Namen truͤge, nicht zu denunziren, sondern ihn gerichtlich zu verfolgen. Aber ist dies ein Grund, um zu be⸗ haupten, daß keine Partei, selbst nicht einmal moralisch, fuͤr das furchtbare Verbrechen verantwortlich sey? Dies ist wenigstens nicht unsere Ansicht; wie glauben, daß die Lehrsaͤtze der Gesellschaft der Menschenrechte an dem Verbrechen Schuld sind. Wir stoßen in der That bei diesem Prozesse sast auf lauter Menschen, die zu jener Ge⸗ sellschaft gehoͤrt oder doch mit ihr in Verbindung gestanden haben. Boireau ist, wie Sie wissen, ein junger Mensch, der seinen Geist eben nicht auszubilden sucht; man fendet bei ihm nur Gesaͤnge; aber es sind republikanische Gesaͤnge. Morey liest wenig, aber doch fin⸗ det man bei ihm einige Buͤcher: zuerst eine Flugschrift, in welcher die Grundsaͤtze der Gesellschaft der Menschenrechte entwickelt wer⸗ den, den Populaire, die Ketten der Sklaverei von Marat und den Prozeß der April⸗Axgeklagten. Was Pepin betrifft, so ist seine Bibliothek etwas reichhaltiger. Sie wissen, daß Pepin floh, daß er sich am 28. September heimlich nach Lagny begab. Was nimmt er mit sich? Einen Theil der Werke von Saint⸗Just; aͤhnlich dem Moͤrder Heinrich's IIl., der am Tage vor dem Verbrechen, die Augen auf eine Stelle der Bibel geheftet, eingeschlafen war. Sind das Thatsachen? Sie ken⸗ nen die Lehrsaͤtze jener Gesellschaft. Wird ein gesunder und mora⸗ lischer Gedanke von ihr geachtet? Das Eigenthum untergraͤbt sie. Die Throne? Sie muͤssen umgeszuͤrzt werden. Der 21. Januar ist fuͤr sie ein glorreicher Jahrestag: Namen Louvel. Marat, Couthon, St.⸗Just, Robespierre — das sind die Schutzheiligen, die von den Mitgliedern der Gesellschaft der Menschenrechte angerufen werden. Glauben Sie nicht, m. H., daß ich einen Aufruf an Ihre Leidenschaften ergehen lasse; nein, das Uebermaß des Boͤsen selbst hat schon viel Gutes hervorgebracht; es sind viele Irrthuͤmer gehoben, viele Augen enttaͤuscht, viele Gemuͤ⸗ ther beruhigt worden. Es giebt Dinge, deren man sich fruͤher ruͤhmte, und die man heute verleugnet. Aber dies kann fuͤr uns kein Grund seyn, uns einer falschen Sicherheit zu üͤber⸗ lassen, und jedesmal, wenn ein Prozeß große Verbrecher enthuͤlt, wird die Justiz ihre Pflicht zu thun wissen.“ — Schließlich erklaͤrte der General⸗Prokurator: 1) in Betreff Bescher's, daß, da sich nicht ergeben habe, daß derselbe Haupt⸗ oder Mitschul⸗ diger des gegen den Koͤnig veruͤbten Attentats gewesen sey, er (der rokurator) dessen Schicksal der Weisheit des Gerichtshofes anheim⸗ elle; 2) in Betreff Fieschts, Morey's, Pepin's und Boireau's, daß, da der Erstere das gedachte Attentat veruͤbt, und sich uͤberdies des freiwilligen Todschlags gegen 18 Personen schuldig gemacht habe, die drei anderen ihm aber dabei behuͤlflich gewesen waͤren, er die Anwen⸗ dung der in den betreffenden Artikeln des Strafgesetzbuches enthaltenen Strafe (die Todesstrafe) auf sie beantrage; 3) daß er in Betreff Boirequ's eine Straf⸗Milderung der hohen Einsicht des Gerichtshofes anheim⸗ stelle. — Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung erhielt Herr Dupont zu seiner Replik das Wort und begann folgendermaßen: „Eine Ge⸗ rechtigkeit, die man uns in dieser wichtigen Sache widerfahren lassen muß, ist, daß der Anklaͤger allein und nicht der Vertheidiger die politischen Leidenschaften mit ins Spiel zu ziehen gesucht hot. Auch muß ich dem Herrn General⸗Prokurator selbst die Entscheidung uͤberlassen, ob es nicht eine wahre Beleidigung gegen das Gericht ist, wenn man es durch Elemente, die dem Prozesse ganz fremd sind, zu einer Verurtheilung aufreizt. In dem Augenblicke, wo Sie uͤher Leben und Tod entscheiden sollen, beunruhigt das oͤffent⸗ liche Ministerium Ihre Gemuͤther, indem es von gewissen Associa⸗ tionen und ihren Grundsaͤtzen spricht. Es weckt duͤstere Erinne⸗ rungen, die mit dem vorliegenden Prozesse gar nichts gemein haben, in Ihnen auf. Aber, mein Gott! Fst es denn nicht Zeit, jenen Gemeinplaͤtzen ein Ende zu machen? Was wuͤrde man sagen, wenn ich meinerseits mich nun auch in solchen allgemeinen Betrachtungen ergehen wollte? Die Religion bewaffnete den Arm Ravaillac's und Jean Chatel's; Damiens wurde von den Parlamenten fanatisirt; Louvel wollte die Schmach von 1814 an einem Bourbon raͤchen; ist es erlaubt, deshalb die Religion, die Justiz, den Patriotismus zu schmaͤhen? Die Heftigkeit des Requisttoriums giebt mir uͤbrigens einen Beweis, daß die Argumente unserer Vertheidigung nicht ganz ohne Eindruck geblieben sind, und daß sie Zweifel in den Gemuͤ⸗ thern angeregt haben. Wenn das Gewissen der Richter durch meine Vertheidigung erschuͤttert worden ist, so bin ich keinesweges so un⸗ verschaͤmt, mir das Verdienst davon beizumessen. Ich habe die That⸗ sachen nicht geschaffen; ich habe sie nur herausgehoben und sie einer der andern gegenuͤbergestellt. Es steht fest, daß man hier auf bloße
Wahrscheinlichkeiten hin Todes⸗Urtheile faͤllen lassen will. Die An⸗
klage beruht auf Wahrscheinlichkeiten; Alles, was man nicht erklaͤ⸗ ren kann, will man auf die Angeklagten waͤlzen. Was kuͤmmert es aber mich, daß man die Thatsachen nicht erklären kann? Soll ich
eine ihrer Sectionen traͤgt den
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Ein solches Raisonnement wuͤrde von der geringsten Hochschule in der brovt Pairshofe Gnade nden? 6 h bin fest uͤberzeugt, daß Fieschi nur als Anklaäͤger auf⸗ etreten ist, weil er sein Leben dadurch zu retten hofft. Er ertheilt Herrn Lavocat den Titel eines Retters der Dynastie, er kettet sich an ihn durch die Bande der Dankbarkeit, weil er einsteht, daß, wenn Herr Lavocat nicht als Undankbarer erscheinen will, er sich dem Koͤ⸗ nige zu Fuͤßen werfen, und um Gnade fuͤr ihn flehen muß. Be⸗ merken Sie, daß bis zum 11. September dem Fieschi kein Wort ge⸗ gen seine Mitangeklagten entschluͤpft ist; er hat erst gesprochen, als ihm mit der Hoffnung, sein Leben zu retten, geschmeichelt wurde. Nehmen Sie seine dann erfolgten Verhoͤre zur Hand; er macht sich zum Polizei⸗Agenten; er nennt diese und jene Person aus den Rei⸗ hen der ihm bezeichneten Partei; er wird der Schmeichler der Re⸗ gierung, die ihn ihrerseits mit tausend Ruͤcksichten umgiebt. Um denen zu gefallen, die ihn unterhalten und ihm Nachsicht und Ver⸗ zeihung versprechen, geht er in ihre politischen Abneigungen ein, und bald werden neben den Namen der Angeklagten dem öffentli⸗ chen Ministerium noch andere Namen zugeworfen: Guinard wird genannt, Cavaignaec soll die Gewehre versprochen haben, die Mit⸗ glieder der polttischen Vereine waren zum Handeln bereit u. s. w. Das ist der Gang von Fieschi's Ideen; Alles horcht auf seine beklagenswerthen Erfindungen. Seine Gestaͤndnisse sind ein solches Gemisch von Widerspruͤchen, daß, wenn ein Zeuge, dessen anzes Leben untadelhaft gewesen waͤre, sie vor Ihnen ablegte, Sie hm doch keinen Glauben schenken wuͤrden; und wer ist dieser Fiescht? Ein von der Justiz gleichsam gebrandmarkter Mensch, der, wenn er nicht angeklagt waͤre, nicht einmal als Zeuge vor Ihnen vereldig: werden köͤnnte! Man stuͤtzt sich auf die angebliche Uebereinstimmung zwischen den Aussagen Fieschi's und denen der Nina Lassave. Aber, m. H, man darf den seltsamen Gang der Instructton nicht aus den Augen verlieren: man muß daran denken, daß eine der Justiz fremde Person, Herr Lavocat, zu Fiescht gelassen worden ist, um ihm Ge⸗ aͤndnisse zu entlocken. Wer weiß, m. H., was in diesen gebeimniß⸗ vollen Konferenzen vorgefallen ist? Ich will keine Hypotbesen auf⸗ stellen, dite Herrn Lavocat beleidigen koͤnnten; aber, m. H., wenn seine Rechtschaffenheit nicht allgemein anerkannt waͤre, wel⸗ chen Mißbrauch haͤtte er nicht von der ihm anvertrauten außerordentlichen Mission machen koͤnnen? Ich will uͤber diesen Ge⸗ genstand nichts weiter sagen. Wenn ich nun aber zu der von dem Heern Praͤsidenten selbst geleiteten Instruction uͤbergehe, so finde ich, daß Fieschi vor dem 11. Sept. nichts gesagt hat, was mit den Aussagen der Nina uͤbereinstimmte. Von dem Laden der Ge⸗ wehre, von dem Passe, von der Empfehlung der Nina an Morey, von dem Verbrennen der Papiere u. s. w. sagt er vor dem 11. Sept kein Wort. So lange Fieschi nicht wußte, was Nina Lassave aus⸗ gesagt hat, stimmten ihre Erklaͤrungen keinesweges uͤberein. Mo⸗ rey glaubte, wie man sagt, daß Fieschi bei Ausfuͤhrung seines Ver⸗ brechens unes Leben Pesa c sey. So waͤre also der einzige Zeuge, der gegen Morey haͤtte auftreten koͤnnen, von der Erde verschwun⸗ den. Ist es nun wohl glaublich, daß Morey, des einzigen Zeugen entledict, den er zu fuͤrchten gehabt haͤtte, ohne Anlaß, ohne Noth⸗ wendigkeit, ohne Verstand, der Nina solche Gestaͤndnisse machen konnte? Das ist durchaus nicht anzunehmen. Viel wahrscheinlicher ist es im Gegentheil, daß Nina, die einige Details von Fieschi er⸗ fahren hatte, selbige in der Angst ihres Herzens erzaͤhlte, und spaͤ ter behauptete, dieselben erst von Morey erfahren zu haben um den Verdacht der Mitwissenschaft von sich abzuwaͤlzen Auf dieses Argument, welches doch wohl nicht ohne Wich tigkeit ist, hat das oͤffentliche Ministerium keine Sylbe geant wortet.“” Nach einigen andern Bemerkungen zu Gunsten sei nes Klienten, schloß Herr Dupont mit folgenden Worten: „Wen ich mir auch vielleicht nicht schmeicheln darf, Sie von der Unschul Morey’'s vollkommen uͤberzeugt zu haben, so muß ich doch, wie ge sagt, glanben, daß bedeutende Zweifel uͤber seine Schuld in Ihne rege geworden sind. Wenn der Richter zweifelt, so muß e freisprechen!“ — Der Praͤsident ertheilte nun dem zweiten Ver theidiger Pepin's, Herrn Philipp Dupin, das Wort; dieser for derte Herrn Chaix d'Est⸗Ange auf, falls er der Vertheidigung Fies ch's noch etwas hinzuzufuͤgen habe, vorher zu reden. Herr Chair d’'Est⸗Ange: „Ich verzichte auf das Wort. Fieschi fordert mich zwar noch zum Plaidiren auf; aber ich bin der Meinung, daß sein Vertheidigung vollstaͤndig ist, und daß es die Geduld des Gericht mißbrauchen hieße, wenn ich noch etwas hinzufuͤgen wollte. Wenn ich aber spaͤter, gegen meinen Willen, noch gezwungen seyn sollte, einige Wor
tezu sprechen, so werde ich nur zu Gunsten Fieschi's und nicht gegen sein Mitangeklagten reden“ — Nach dieser Erklaärung nimmt Herr Phi
livp Dupin das Wort. „M. H., durch Sie aufgefordert, an der Vertheidigung Pepin's Theil zu nehmen, hoffte ich, daß ich dem merkwuͤrdigen Plaidoyer, das Sie gestern vernommen haben, nichts mehr binzuzufuͤgen haben wuͤrde. Die neuen Angriffe des oͤffentli chen Ministertums erheischen aber eine neue werss nhten Beru bigen Sie sich indeß, m. H. Auf dem Punkt, wohin die Diskussion jeßzt gelangt ist, füͤhle ich die Nothwendigkeit, das Eingehen in di Details zu vermeiden; ich werde nur Ihrer unparteiischen Gerech tigkeit noch einige allgemeine Betrachtungen vorzulegen haben. In Frankreich ist man sehr, vielleicht zu sehr geneigt, Demienigen vie zu verzeihen, der seine Ehre mit Geist, und sein Leben mit Muth un vertheidigen weiß. 55 besitzt beide Talente in einem hohen rade, und der ungluͤckliche Pevin, ich muß es gestehen, besitzt keins von beiden; daher ohne Zweifel die Stellung, die Jeder von ihnen bei diesen Debatten eingenommen hat. Fiescht, kfuͤhn, energisch, entschlossen, trat als Zeuge und nicht als Angeklagter als Verbuͤndeter und nicht als Gegner der Anklage auf; er schien die Debatten zu leiten und man hoͤrte aus seinem Munde die ent⸗ weihten Worte: Tugend und Vaterlandsliebe Pepin dagegen, ver⸗ legen, aͤngstlich und zitternd, durch die Ueberlegenheit jenes energi⸗ schen Menschen gleichsam erdruͤckt, konnte kaum einige Worte zu seiner Vertheidigung stammeln. Und doch, m. H., ist nicht Peyin der Urheber jener fuͤrchtbaren Maschine; doch ist nicht Pepin der Ur⸗ heber des Attentats vom 28. Juli. Woher kommt dieser Unterschied? Fieschi hat in seinem Charakter eine Energie, in seinem Geiste Huͤlfsquellen, die dem Geiste und dem Charakter Pepin's fehlen Wenn der gewoͤhnliche Haufe sich durch einen solchen außern Schein taͤuschen, wenn er sich durch eitle Worte verfuͤhren lassen kann, so duͤr⸗ fen doch Sie, m. H., nicht wie der gewoͤhnliche Haufe urtheilen. Das einzige, was Sie leiten darf, ist Gerechtigkeit und Wahrheit. Man sagrt, Pepin sey der Chef, oder wenigstens das Werkzeug mehrerer Personen gewesen. Aber, m. H., ist dies wohl ein Platz, den man dem Pevin anweisen kann?““ Herr Dupin sucht aus dem Charakter seines Klienten zu beweisen, daß von ihm unmoͤglich der Gedanke an die Hoͤllen⸗Maschine ausgegangen seyn koͤnne. „Wenn dies“, faͤhrt er fort, „ganz augenscheinlich ist, so haben wir zu untersuchen, durch welche Hebel Fieschi in Bewegung gesetzt wurde. Die Kenakniß des menschlichen Herzens wird uns ohns Erklaͤrung helfen. Hat
vielleicht gar jene Erklaͤrungen herbeischafen? Man argumentirt gegen Morey aus der angedlichen Mitschuld Pepin's und Boireau's.
Fieschi aus Fanatismus gehandelt? Nein, gewiß nicht. Sollte ihn vielleicht Rache angetriehen haden? Aher gegen wen diese Rache?