1836 / 54 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Zahl der seit dem Jahre 1815 ohne ihre Einwilligung aus der Armee ⸗Liste gestrichenen auf Halbsold stehenden Offt⸗ zitere“ verlangte, in welcher Form der Antrag genehmigt wurde. Es entspann sich hierauf eine lebhafte Debatte uͤber die Etsen⸗ bahnen, indem Herr D. W. Harvey, der uͤber das gewaltige Ueberhandnehmen dieses Speculationszweiges in England klagte, darauf antrug, daß eine besondere Pruͤfungs⸗Kommission er⸗ nannt werden sollte, um alle Gesuche um Erlaubniß zur An⸗ legung von Eisenbahnen, die 7 Englische Meilen von der Haupt⸗ - endigten, zu untersuchen, weil besonders in London die ache gar zu weit getrieben werde und der groͤßte Theil dieser Projekte hier nicht in der Sorge fuͤr den oͤffentlichen Nutzen, ondern nur in dem Wunsche von Spekulanten, die ein uͤber⸗ 9b Kapital haͤtten, das sie nicht anders unterzubringen wuͤß⸗ ten, seinen Ursprung habe; es sey die Pflicht des Parlaments, meinte er, uͤber die Interessen des Pubinkums zu wachen und darauf zu sehen, daß nicht ein Theil der Unterthanen Sr. Ma⸗ jestaͤt duͤrch unvernuͤnftige und eigennuͤtzige Speculationen des anderen beeintraͤchtigt wuͤrde; vieles Eigenthum sey durch die Vervielfaͤltigung der Eisenbahnen gefaͤhrdet, und es wuͤrden ganze Distrikte dadurch zu Grunde gerichtet werden; schon wuͤr⸗ den Eisenbahnen nicht nur von außerhalb nach jedem Win⸗ kel von London, sondern auch von einem Orte in der Stadt zum anderen projektirt, und wenn das so fort, ginge, wuͤrde bald auch eine Eisenbahn nach dem Unter⸗ hause angelegt werden (hoͤrt! und Gelaͤchter) und am Ende vor lauter Eisenbahnen keine Straße mehr uͤbrig bleiben; das Un⸗ terhaus werde dermaßen mit solchen Bills uͤberschwemmt, daß es bald kein Parlaments Haus mehr, sondern ein Eisenbahnen⸗Haus seyn werde, und es muͤsse dieser Speculationswuth ein Ziel ge⸗ setzt werden. Herr W. Crawford war derselben Meinung und behauptete, daß besonders die Grafschaft Surrey ein voͤlliges Opfer der Eisenbahn⸗Compagnieen geworden sey. Sir R. Peelaber sagte, er sehe nicht ein, weschen Rutzen der Antrag des Herrn Harvey gewaͤhren sollte, da ja dech jede Bill, wenn sie von der vorge⸗ schlagenen Pruͤfungs Kommission untersucht waͤre, ihren Gang durch das Haus wuͤrde machen muͤssen und also keine Zeit da⸗ durch erspart wuͤrde; auch schien es ihm unbillig, daß gerade London und der Umkreis von 7 Meilen um diese Stodt den Vorzug einer besonderen Ruͤcksicht erhalten und daß hier das Eitgenthum mehr geschuͤtzt werden sollte, als etwa in Manchester, Birmingham oder Liverpool; uͤbrigens meinte er, es sey keine so große Gefahr fuͤr das Eigenthum, da ja kein Eisenbahn⸗Projekt in Ausfuͤhrung kommen koͤnne, wenn die Majoritaͤt des Parlaments nicht vorher erkläͤrt haͤtte, daß die Grundlage desselben ihm befriedigend und der Zweck desselben heilsam erscheine. Auch Lord F. Russellersuchte den Antragsteller, seine Motionzuruͤckzunehmen, wozu dieser sich denn auch nach einigen Erwiederungen endlich bewegen ließ. Lord Rus⸗ sell setzte dem Hause nun seinen Plan in Betreff der Registri⸗ rung der Geburten, Trauungen und Todesfaͤlle und in Berreff der Heirathen der Dissenters aus einander. (S. das gestrige Blatt der Staats⸗Zeitung.) Die erstere dieser Maßregeln traͤgt einen bloßen Civil⸗Charalkter, und es ist dabei dieselbe Maschinerie, wie bei der im vorigen Jahre durchgegan⸗ genen Armen⸗Will, zu Grunde gelegt. Die Kommissa⸗ rien, denen die Ausfuͤhrung der Maßregel uͤbertragen ist, sollen unter den ihnen untergebenen Beamten in jedem Distrikt einen Registrator ernennen, dem wieder Gehuͤlfen zur Seite ste⸗ hen sollen. Es soll Distrikts⸗Registraturen und eine Ober⸗Re⸗ gistratur in London geben, welcher letzteren von allen Registern der einzelnen Bezirke ein Duplikat einzusenden seyn wuͤrde. Sir R. Peel fand im Wesentlichen wenig Unterschied in den Vor⸗ schlaͤgen des Lord Russell und in denen, welche er selbst im vori⸗ gen Jahre uͤber diese Gegenstaͤnde dem Hause gemacht, und sagte, er wuͤrde sich denselben nicht widersetzen, nur frage es sich, ob die Dissenters damit zufrieden seyn wuͤrden. Herr O'Connell hatte auch nichts an der auf die Trauungen der Dissenters bezuͤglichen Maßregel, wie der Minister sie vor⸗ geschlagen, auszusetzen, nur hoffte er, daß sie auch auf die Ka⸗ tholiken ausgedehnt werden wuͤrde, worauf Lord John Rus⸗ sell erklaͤrte, die Bestimmungen der Bill seyen allerdinss auch auf die Katheoliken in England und Wales berechnet. (Hoͤrt!) Der Minister erhielt sodann von dem Hause die Erlaubniß, die pills einbringen zu duͤrfen.

London, 15. Febr. Gestern fand die Weihe des Archi⸗ diakonus Broughton zum Bischof von Australien und des Dr. Mountain zum Bischof von Montreal statt.

Lord Brougham befindet sich noch immer in Brougham⸗ Hall, und es soll wenig Aussicht dazu scyn, daß er die Anstren⸗ gung, an der diesjaͤhrigen Parlaments⸗Session Theil zu nehmen, wird ertragen koͤnnen, da sein Gesundheits⸗Zustand sehr ge⸗ schwaͤcht ist.

Mit Bezug auf die am Freitage von Lord John Russell dem Unterhause vorgelegte Bill uͤber die Heirathen der Dissen⸗ ters meint die Times, sie koͤnne nicht begreifen, wie die Dis⸗ senters, wenn sie mit der in der vorigen Session von Sir N. Peel eingebrachten nicht zufrieden gewesen, die jetzige ministe— rielle Maßregel beifaͤllig aufnehmen koͤnnten, da sie, was auch sonst ihre Verdienste seyn moͤchten, die Dissenters unendlich vie⸗ len Plackereien und Verdrießlichkeiten aussetze, von denen die Peelsche Bill ganz frei gewesen sey; so wuͤrde es doch zum Bei⸗ spiel den Mittelklassen, sey es nun aus Stolz oder Vorurtheil oder sonst einem Gefuͤht, hoͤchst unangenehm seyn, ihre Gesuche um Trauungs⸗Scheine bei den Arbeitshaͤusern der Distrikte, in denen sie lebten, einzureichen, und es sey sehr zu bezweifeln, ob die Dissenters, namentlich das schoͤne Geschlecht, es anstaͤndig finden duͤrften, sich unter Begleitung des Aufsehers, oder wie der Beamte fuͤr das Armenwesen sonst heißen moͤchte, zur Trauung zu begeben, ganz nach der Mode der alten Armen Hoch⸗ zeiten, bei denen der Kirchspiels⸗Buͤttel die bedeutendste Rolle gespielt habe. Auch der Sun ist der Meinung, daß die Bill den Dissenters nicht ganz echt seyn werde, da sie dadurch den Mitgliedern der Analekanischen Kirche nach estellt wuͤrden, in⸗ dem bet allen in Gotteshaͤusern der Dissenters stattfindenden Trauungen der Registrator des Kirchspiels noih wendig gegenwaͤr⸗ tig seyn solle, was bei den Trauungen in den bischoͤflichen Kir⸗ chen nicht erfordert werde. Dies Blatt glaubt auch nicht, daß man bei dem neuen System mit der Zahl von Registratoren aus⸗ reichen wuͤrde, welche nach der Russellschen Bill als dazu ersor⸗ derlich bezeichnet sey.

Die Morning Chroniele meldet, daß

b naͤchstens zum er⸗ stenmale eine Artillerie⸗

Compagnie in die ferne Kolonie Neu⸗ Suͤd⸗Wales geschickt und daß kuͤnftig dort eine Anzahl Geschuͤtz stationirt werden solle, was die große Erweiterung der Britischen Besitzungen in jenem Theile der Welt und die dortige Begruͤn⸗ 8889 889 nothwendig machten; auch solle zum chutz der Britischen Interessen stets ein Linienschiff auf jener Sac, 1. e sen kinienschiff auf Kloph’s Agent in Maranham schreibt unterm 2. Januar:

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„Seit einigen Monaten ist es keinem fremden Schiffe gestattet gewesen, vor den unfern Para vor Anker liegenden Kriegsschif⸗ fen vorbei zu passiren. Brasilianischen Schiffen aber ist es nach vorangegangener Untersuchung erlaubt, nach Camata zu segeln, nach welchem Hafen sich viele der Buͤrger in Para begeben ha⸗ ben. Camata haͤlt noch gegen die Rebellen aus. Aus den Streitkraͤften, welche aus den suͤdlichen Provinzen abgesandt wor⸗ den sind, zu schließen, erwartet man, daß die Ruhe baldigst wiederhergestellt und Para unter die Gewalt der Brasilianischen Regierung zuruͤckgebracht werden wird.“

NS(gkev.

Bruͤssel, 9. Febr. Die Frage, welche gegenwaͤrtig das Publikum und die Repraͤsentanten⸗Kammer beschaͤftigt, ist die der Kommunal⸗Organisation. Dieser Entwurf kommt nun schon zum dritten Mal zur Eroͤrterung, und es wird jedesmal schwerer, sich daruͤber zu verstaͤndigen. Man hoͤrt unendliche Reden und Sy⸗ steme, die sich mit den Prinzipien der Central⸗Regierung wenig oder nicht vertragen. Das hauptsaͤchliche Streit⸗Objekt ist die Frage, ob die Schoͤffen und die Buͤrgermeister von dem Koͤnige oder den Kommunal⸗Waͤhlern ernannt werden sollen. Die ersteren hauptsaͤch, lich werden von der direkten Munizipal Wahl in Anspruch genom⸗ men. Inmitten der verschiedenen, meistens in allgemeiner Decla⸗ mation und im Sinne der großen Grundsaͤtze der Munizipal⸗Frei⸗ heiten, womit die Einheit einer Central⸗Verwaltung, die einen Staat ausmacht, unvertroͤglich waͤre, ausgedruͤckten Meinungen hat Herr Nothomb in einer Rede, welche die wahren Grundsätze uͤber diesen Gegenstand enthaͤlt, die Frage klar aufgestellt. Man muß sich, sagte er, vor Allem aussprechen, ob man die eine oder die andere Wahlart fuͤr die Chefs der Kommunal-⸗Verwaltung will. Sein Vorschlag ward nicht angenommen. Die Eigenliebe bringt ungern Opfer, und so dauert das unbestimmte Reden fort. Der Ausgang dieser Debatten loͤßt sich noch nicht bestimmen. Der Minister des Innern hat gestern, indem er einen Blick auf die Munizipal⸗Einrichtungen in Frankreich und England gewor⸗ fen, bewiesen, daß Belgien weit umfassendere genteße. Das Schlimme bei der Sache ist, daß einige Gemuͤther, welche sich auf die Vergangenheit berafen, ohne de mehr oder minder ge⸗ naue Analogie zu beachten, welche die Epochen unter einander dardieten, von dem Munzzipal⸗System Beilgiens in fruͤheren Zei⸗ ten sprechen, ohage zu erwaͤ en, daß es demals Beweggruͤnde fuͤr ein sehr freies Munizipal⸗System gad, weil noch keine National⸗ Repraͤsentarton der gemeinschaftlichen Interessen, wie jetzt, vor⸗ handen war. Diese Repraͤsentation war damals in der Muni⸗ zipal Sphaͤre konzentrirt. Jenes Beduͤrfniß ist aber jetzt nicht mehr vorhanden. Man glaubt, daß das ministerielle System die

Oberhand erhalten, das heißt, daß der Buͤrgermeister von der

Regierung direkt ernannt werden wird.*) Die Schoͤffen duͤrf⸗ ten aber von dem Volke ernannt werden. Diese werden dann ein Kollegium bilden, das an der Vollziehung keinen Theil neh⸗ men, aber auf permanente Art das KommunalConseil repraͤsen⸗ tiren wird.

6

Hannover, 18. Febr. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Moͤser⸗Verein in Oenabruͤck einen Beitrag von 506 Thalern uͤberwiesen.

Muͤnchen, 18. Febr. Bayperische Blaͤtter berichten: „Nach einer Allerhoͤchsten Entschlirßung hat Se. Majestaͤt der Koͤnig aus sehr bestimmenden Gruͤnden und im Interesse des Landes sich bewogen g⸗funden, die der Gothaer Feuer⸗Versiche⸗ rungs Bank und den nachbenannten Franzoͤsischen Brand Versti⸗ cherungs⸗Gesellschaften: Compagnie Royale d'Assurance gé- usrale, Phénix und Union, fuͤr das Koͤnigreich bezuͤglich auf Mobiliar⸗Versicherungen bisher ertheilten Ermaͤchtigungen auf⸗ zuheben. Die Agenten dieser Gesellschaften haben ihre Wirk⸗ samkeit lediglich auf die bisher eingegangenen und von den Po⸗ ligei⸗Behoͤrden genehmigten Versicherungs Vertraͤge zu beschraͤa⸗ ken, duͤrfen aber, bei Strafe der Einschreitung wegen unerlaub⸗ ter Agentur, weder neue abschließen, noch die bestehenden nach Ablauf der Zeit ihrer Guͤltigkeit erneuern.“

Frankfurt a. M., 18. Febr. (Jahrbuͤcher.) Die ge⸗ meinschaftliche Vollziehungs⸗Kommission, welche Alles, was sich auf die Detail⸗Ausfuͤhrung der in dem Berliner Beitritts⸗Ver⸗ trage vom 2. Januar d. J. enthaltenen Verabredungen bezieht, vorzubereiten hat, besteht aus folgenden Kemmissarien, welche am 29. Januar d. J. ihre erste Sitzung hier gehalten haben und fortwaͤhrend thaͤtig sind, naͤmlich aus dem Koͤnigl. Preußischen Herrn Geheimen Ober⸗Finanz⸗Rath von Schuͤtz, dem Koͤnigl. Preußischen Herrn Regierungs⸗Rath Graf dem Koͤnigl. Bayerischen Herrn General⸗Zoll⸗Aoministrations⸗Rath von Deutz, dem Koͤnigl. Bayerischen Herrn Rath Bever, dem Koͤnigl. Saͤchsischen Herrn Ober Zoll⸗Rath von Zahn, dem Koͤnigl. Wuͤrttembergischen Herrn Finanz⸗Rath Hauber, dem Kurfuͤrstl. Hessischen Herrn Ober⸗Finanz⸗Rath Rommel, dem Großherzogl. Hessischen Herrn Geheimen Ober⸗Finanz⸗Rath Biersack, dem Großherzogl. Hessischen Herrn Zoll⸗Directions⸗Assessor Sarto⸗ rius, dem Herrn Schoͤff von Guaitta, dem Herrn Senator Bansa und dem Herrn Kanzlei⸗Rath Dr. Fiedler. Der Groß⸗ herzoglich Hessische Bevollmaͤchtigte, Herr Geheime Ober⸗Finanz⸗ Rath Biersack, welchem die Function eines provisoreschen Zoll⸗ Direktors uͤbertragen worden, ist zugleich Bevollmaͤchtigter absei⸗ ten des Großherzegthums Baden, und das Interesse der zu dem Thuͤring schen Zoll⸗ und Handels⸗Vereine verbundenen Staaten wird von den Herren Bevollmaͤchtigten der Krone Preußens und des Kurfuͤrstenthums Hessen vertreten. .

Italien

Rom, 6. Febr. Der Jahrestag der Kroͤnung des Papstes wurde heute durch Goltesdienst in der Stytinischen Kapelle ge⸗ fetert, worauf Se. Heil. die gewoͤhnlichen Gratulationen in Em⸗ pfang nahm. Gestern Abend waren aus diesem Anlaß fast alle oͤffentliche Gebaͤude und viele Privat⸗Wohnungen erleuchtet. Das Hotel der Franzoͤsischen Gesandtschaft und die Franzoͤsische Maler⸗ Akademie zeichneten sich durch ihren Glanz aus. Waͤhrend die schau⸗ lustigen Roͤmer nun durch den Corso wogten und Freudenschuͤsse ertoͤnten, wurde die Leiche der Madame Laͤtitia nach der Kirche S. Maria in Via Lata gebracht, von wo sie nach dem Staͤdtchen Corneto transportirt und dort bis auf weitere Verfuͤgung beige⸗ setzt werden soll. Heute wurde fuͤr die Verstorbene in derselben Kiecche eine Seelenmesse gehalten. Das Publikum, welches sich zum Begraͤbniß zahlreich eingefunden hatte, wurde in seiner Er⸗ wartung getaͤuscht, denn statt eines pomphaften Leichenzuges sah man einen einfachen Sarg, bloß von ihrer Deenerschaft beglei⸗ tet. Die Regierung scheint gewuͤnscht zu haben, daß kein Auf⸗ sehen durch unnuͤtzen Prunk gemacht werde. Die Tiber ist ourch den starken in den letzten Tagen gesallenen Regen so an⸗

—.—

.*) Die Kammer hat seithem wirklich in diesem Sinne ent⸗ schieden.

geschwollen, daß Theil der Stadt unter Wasser stehen; sie den angerichtet.

„Ehrwuͤrdige Bruͤder! Schon beginnt dem Wir, wenn gleich ohne Unser Verdienst lichen Rathschluß Gottes auf diesen Stuhl

ungluͤcklich und Unsern der Zeiten!

das sechste durch den bes heiligen

Aber ach

Wir

nur in keiner Hinsicht vermindert, sondern auch dergestalt von

zu Tag vermehrt, daß sie Uns selbst inmitten der Gluͤck

en den Schmerz, von dem Wir verzehrt

assen. Um anderes inzwischen zu geschweige wuͤrdige Bruͤder, wie es im Koͤnigreiche P heiten der Kirche steht, da Wir uͤber die dersel

und die gegen die geheiligte Gewalt und Freiheit derselbe ten Unthaten in Eurer Versammlung ein⸗

Klage gefuͤhrt haben. O, uͤber dieses allerh

unwuͤrdig jenes Volkes, das sich sonst ruͤhmte, Koͤnigen zu

chen, die durch den Ehrennamen der allerg net waren!

ortugal um die

Nach Unsern wiederholten Vorstellungen und

nungen, nach so vielen und so großen von Uns gegebenen Be von Langmuth ist man weder von den schaͤndlichsten Wag ausis flagitiosissimis) wider die Kirche und ihre ehrwuͤrdt

werden, nicht ein n, so wisset Fer

ben zugefuͤgten

aͤrteste Verfahren

etreuesten aus

die ae 8

2 Zuͤste e h ni 9.

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alle Niederungen der Campagna und hat bedeutenden 8 An die Feldarbeiter, die dadurch ohne Be tigung sind, wird, so lange die Ueberschwemmung daue Kolosseum Brod auf Kosten der Regierung ausgetheilt. Folgendes ist die Rede, welche Papst Gre Februar im geheimen Konsistorium gehalten:

scchg rt,

gor XVI. am!

1 5

boben worden sind; moͤchten wir aber jene Gluͤckwünsche, din⸗ an dem Jahrestage Unserer Stuhl⸗Besteigung mit der Euch bvornen Freundlichkeit der Sitte gemaͤß darbringen werdet, 8 der Seelenfreude entgegennehmen koͤnnen, welche dem Aus rer derartigen Gesinnungen gegen Uns entspraͤche! Wuͤnschen entgegengesetzt ist der Denn die Uebel, welche gleich bei dem Anbeging seres Pontifikats die Kirche heimgesucht hatten, finden

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halta , eht⸗ ngelegen⸗ vruihen derdh und abermal tnne

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abgestanden, noch ist der durch das schlechte Beispiel der gtvm

katholischen Welt zugefuͤgte Schaden einigermaßen gutgem den: ja gleichsam als eine Anhaͤufung der Verstocktheit ist ses hinzugekommen, daß die hoͤchst traurige Spaltung, wel die Feinde der Kirche und der Religion herbeigefs

acht wi noch che inf hrt worden zw

nun auf noch schamlosere Weise unkerhalten wird, indem manz⸗ Genossen solcher Gottlosigkeit in das Regiment der Kirchen eingeschg brechen so weit gegan

hat, deren mancher in Tollkuͤhnheit und Ver

ist, daß er, eine Machtvollkommenheit heuchelnd, deren e gar entbehrte, die Gemeinschafr mit diesem apostoln

r gang u schen Stuhle

Strafe des Anarhems den Gliaubigen untersagte. Ihr seht vollm e in unserm Gemit

men ein, wie sehr dieses den schon so lang

haftenden Schmerz verschaͤrfen und Uns in dem schon lange

ten Entschlusse bestaͤrken muß, solchen Uebel

n, wie die 2

gie Pflicht

apostolischen Hirtenamts und die Uns von Gott uͤbertragene Geru

es erheischen, nact, Unseren Kraͤften zu begegnen.

Doch nacht af

diese Gronzen beschraͤnken sich die Ursachen Unseres Schmetztz, m

Ihr selbst ehrwuͤctige Vaͤter, die Ihr einen Theil Unserer

Sotg

zu tragen beruen seyd, erkennet wohl, daß Uns, die Wir fenen 38 stand mit tiefstem Herzenskummer beklagen, noch von anzerer Siih her boͤchst ernste Ursache gegeben ist, Toraͤnen mit Tyraͤnen zu vi einigen. Denn, wem koͤnnte es verborgen seyn, was fuͤr Truͤbsal Chit

Kirche betroffen hat durch jene

Wirren, welche das vordem durch Rellge

und Treue gegen diesen apostolischen Stuhl ausgezeichnete Spine sche Reich auf das jammervollste erschuͤttern? Zwar haben N. da dort ein Kampf um die hoͤchste Gewalt entbrannt ist, nach w Gewohnheit und dem Grundsatz Unzerer Vorfahren, Uns hierben Vorsatz gefaßt, den Rechten weder des einen noch des andern Tü— das Mindeste in den Weg zu legen; da Uns aver zugleich die densliebe und die Sorge fuͤr die in jenem weiten Reiche letang Glaͤubigen antreibt, so legten Wir, waͤbrend Wir den von Urgg faßten Vorsatz vor den Berheiligten offen verkuͤndigten, zugleichtt Unsern Willen dar, daß der Stand des gegenseitigen Verkehre n

er damals war, erhalten werden moͤchte.

a man Unserm Pulte

jedoch nurunter Bedingungen willfahren wollte, die Un serm uͤbrigent hoöͤchm billig anerkannten Voͤrschlage geradezu entgegen waren, so schg Wir weiter vor, den ehrwuͤrdigen BruderAloysius, Bischof von Richist ernannten Nachtolger Unseres geliebten Sohnes Franciscus, Kadmg und Bischofs von Iesi, der in seinen Sprengel abzurelsa Begriffe stand, als Oelegaten des apostolischen Sitzes in dert. T daß er, mit gaͤnzlicher Aussetzung aller politischen 0.

chaͤfte, bloß die geistlichen zu besorgen habe.

Aber auch diee

Unserem Willen setzte man Bedingungen entgegen, die dem gn ben nach zwar verschieden, in der Sache selbst aber von jenen si heren nicht verschieden waren und dahin abzweckten, Uns selt So geschah es, die Anwesenheit desjenigen, den wir als den Stellvertreter U. serer Person gesandt hatten, in dem Spanischen Reiche sich‚

von Unserem gefaßten Vorsatz abzubringen.

ganz eitel und unnuͤtz erwies.

Noch mehr, diese Anwesenhe

wuͤrde im Foregange der Zeit sogar zur Unehre des heiligen Su und zum Schaden der Religion ausgefallen seyn. Bet der Verng rung der dortigen Kirchen⸗Angelegenheiten fing man näͤmlich g dasjenige zu beschließen und zu verordnen, was die Rechte der gt⸗

che verletzte, ihre Guͤter pluͤnderte, ihre Diener mißhandelr m .

auf baare Verachtung der Autoritaͤt des apostolischen Stuhlcs t

hinauslief. d all man die Buͤcher-Censur den Bischoͤfen gro

lichen Orden verboten und bald darauf

wobei man die Moͤnche entweder ihren geistlichen Vorgesetzten

zog oder sie in das Saͤkulum hinausstieß. D die gewaltsame Entfernung der Seelenhirten Verreibung der Pfarrer, die grausame Unte

ten Klerus, wobei die Rechte einer geheiligten Immunitaͤtg gar verachtet und sogar den Bischoͤfen untersagt wurde, fot riker zu den heiligen Stellen aus freier d dachtvollkommenhe⸗ foͤrdern. Und all' dieses wahrhaft Scheußlichste und nie genn 2 eschah kecklich unter den Augen eben .

Mißbilligende nter d dischofs von Ricaͤa, ohne daß ihm jedoch durch pflichtgemaͤße Beschwerde die Sache

heiligen Stuhles zu schuͤtzen, zum großen Aergerniß aus seinem Stillschweigen wo 8 Nachsicht, doch auf ein ruhiges Geschehenlassen von Sei nn

Deswegen also, apostolischen Amtes allzu

Guten, welche heiligen Stuhles schließen konnten. mit der Heiligkeit Unseres traͤglich gewesen waͤre, eine solche Schmach zu dulden, befahlen Wir demselben ehrwuͤrdt Graͤnzen zu verlassen, wie dies denn auch geschehen ist. Uebrigens die Pflicht Unseres der Sache gemaͤß ers

holten Malen gegen die der Kirche und die diesem Stu

ligen Petrus zugefuͤgten Unbilden zu reklam jenigen daruͤber zu beklagen, von denen Abh. Gleichwohl, mit Schmerzen sagen Wir es

der apostolischen Stimme Klageruf und Jammergese Wir beschlossen demnach, bei Gelegenbeit Eurer

gefrommt.

uͤllend, trugen Wir kein Bedenken, zu

Von dieser Art sind allerdings die Gesetze, woͤut

ßentheils entzogen m. die Berufung von ihrem Ausspruch an ein weltliches Tribunal stattet, ferner eine Kommission niedergesetzt hat, um die Nm zu einer allgemeinen Kirchen⸗Resorm zu enrwerfen; dann 92 Gesetz, wodurch zuerst die Aufnahme von Novizen in die a47 die allermeisten Fßh ster aufgeboben und ihre Guͤter dem Aerar zugeschlagen wulct

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der wisse, daß Wir die erwaͤhnten Beschluͤsse,

Verachtung gegen die kirchliche Gewalt Stuhl und mit so LI Schaden fuͤr worden sind, hoͤchlichst mißbilligen und erklaͤren. Unterdessen aber nun die nes heiligen Tages wiederkehrt, Gottesmutter den Tempel betrat, um eingebornen Sohn, den Engel des Testamen auf Erden erharrten Friedens⸗Koͤnig, zu wet Euch, so viele Ihr hier seyd als theilneh

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echmerzes, mit Elfer, daß Ihr, iener Gottesmutter in gemeinsamem chete mit Uns Euch demuͤthig nahend, sie um ihre Huͤlfe anflehet in diesen Drangsalen der Kirche, damit durch sie die Meinungs⸗ Spaltungen gehoben, die Wirren geschlichtet, Rube und Frieden nruͤckgefuͤhrt werden moͤgen, und dann die Tochter Sion ablege has schmutzige Trauergewand und anthue das Kleid der Freude.“ In Florenz ist der besonders als Kartenzeichner ruͤhmlichst

bekannte Kuͤnstier Girolanio Segato, der vor einigen Jahren

auch die Kunst der Petrifizirung thierischer Koͤrper erfunden hat, mit Tode abgegangen.

Neapel, 6. Febr. Heute fruͤh ist der Leichnam der ver⸗ urbenen Koͤnigin in einem Saale des Koͤnigl. Palastes ausge⸗ Uebermorgen wird derselbe nach der Kirche von Fancka Clara gebracht werden. Der Ritter Tranchina hat den bichnam nach seiner neu erfundenen Methode einbalsamirt.

Die Offiziere des Sardinischen Geschwaders, welches gegen⸗ vaͤrtig auf unserer Rhede vor Anker liegt, haben um die Ehre nachgesucht, sich dem Leichenzuge der Koͤnigin anschließen zu duͤr⸗ fen, die bekanntlich eine Prinzessin aus dem Koͤnigl. Hause Sa⸗

voyen war. Spanien.

Madrid, 8. Februar. Die Hof⸗Zeirung sagt, daß der im 5ten von ihr mitgetheilte Artikel (siehe Nr. 52. der Staats⸗ eitung) sowohl von den Zeitungen, als von den Kapitalisten ginstiz aufgenommen worden sey und ein Steigen der Fonds zur Folge gehabt habe. „Einige Personen“, bemerkt das ge⸗ nannte Blatt, „sind durch eine Stelle des erwaͤhnten Artikels, wo das Ministerium sagt, es hoffe, im Laufe des Monats Februar den Wuͤnschen und Beduͤrfnissen der Nation genuͤgen

ukönnen, beunruhigt worden. Allein dieser Ausdruck wurde nur deshalb gewaͤhlt, damit die Minister, einmal durch ihr Ver⸗ sorechen gebunden, bei unvorherzusehenden Umstaͤnden nicht ge⸗ zwungen waͤren, die Erwartungen des Publikums zu taͤuschen. die Regierung ist entschlossen, das Loos der Staats⸗Glaͤubiger schnell wie moͤglich festzustellen; denn waͤre dies nicht der sall, so wuͤrde der Artikel am 5ten nicht in unserem Blatte er⸗ schienen seyn.“

Die heutige Hof⸗Zeitung enthaͤlt einen Koͤnigl. Befehl an die Beamten der Finanz⸗Verwaltung, worin sie zu der groͤß⸗ ten Thaͤtigkeit in der Eintreibung der Steuern und Abgaben aufgefordert werden. Diese Beamten sollen auch ihre Bemer⸗ kungen uͤber die verschiedenen Klassen von Abgaben der Regie⸗ rung einsenden, damit dieselben bei den Maßregeln, welche den Cortes vorgelegt werden sollen, benutzt werden koͤnnen.

Das Eco del Comercio berechnet, daß es 84,000 Glocken in Spanien giebt, die 915,250 Centner wiegen. Da das Metall, woraus sie bestehen, etwas Silber enthaͤlt, so kann Geschuͤtz dar⸗ aus gegossen werden. Jede Arroba wird auf 70 Realen ge⸗ shaͤtzt, so daß hierdurch allein 256 Millionen Realen erhalten werden koͤnnen.

Eben dieses Blatt bezeichnet den Zustand von Ga⸗ liien als hoͤchst beklagenswerth. Die Insurgenten uͤberschwem⸗ men dort dac ganze Land.

Franzoͤsische Blaͤtter enthalten nachstehendes Schrei. ben aus Madrid vom 8ten: „Das Ministerium wird wohl eist wenige Tage vor der Zusammenkunft der Cortes ergaͤnzt werden. Herr Mendizabal sieht ein, daß es besser ist, sich die Wahl ministerieller Mitglieder zu sichern, als die Zeit mit Un⸗

chandlungen mit diesem oder jenem Staatsmann zu verbringen, denn wenn er einmal eine seinem System guͤnstige Majoritaͤt hat, so wird es ihm leicht werden, sein Kabinet zu komplettiren. Er hat deshalb Rundschreiben an alle General⸗Gouverneure der Pro⸗ vinzen erlassen, mehrere Praͤfekten abgesetzt und einige der ein⸗ lußreichsten Deputirten beauftragt, auf die Waͤhler einzuwirken; es ist, mit einem Worte, kein constitutionnelles Mittel zur Siche⸗ rung eines guͤnstigen Resultats vernachlaͤssigt worden, und wenn man aus den Berichten der Munizipal⸗Behoͤrden uͤber den Ein⸗ druck, welchen die Aufloͤsung der Cortes gemacht hat, einen Schluß ziehen darf, so wird die ministerielle Majoritaͤt in der neuen Prokuradoren⸗Kammer staͤrker seyn als in der vorigen. Zugleich sind die gemaͤßigte und die Bewegungs⸗Partei ent⸗ schlossen, das Terrain Schritt vor Schritt zu vertheidi⸗ gen, und es waͤre vielleicht zu voreilig, jetzt schon das ganze Resultat der Wahlen vorher sagen zu wollen, das jedoch gegen Ende dieses Monats fast ganz bekannt seyn wird. Um

dieselbe Zeit erwartet man die Bekanntmachung der Finanz⸗Ver⸗

ordnungen des Herrn Mendizabal.

Man hatte geglaubt, er werde seinen h geg 2

- en Plan erst den Cortes zur Genehmigung vorlegen, doch ist es jetzt gewiß, daß er es vorzieht, ihn in der Gestalt von Verordnungen erscheinen zu lassen, indem diese den Vortheil ha⸗ ben, daß die Erwartungen der Fonds⸗Inhaber schneller befrie⸗ digt werden. Die Weise, wie diese Plaͤne in den unter mini⸗ steriellem Einflusse stehenden Blaͤttern besprochen werden, hat den nhabern von Scheinen der unverzinslichen inneren Schuld Vertrauen eingefloͤßt, daher diese fortwaͤhrend steigt, waͤhrend das Gegentheil zeigt.

bei der konsolidirten Schuld sich Der (fruͤher erwaͤhnte) Streit zwischen dem General Breton und

dem Herrn Cabalero, Herausgeber des Eco del Comercio, ist

beigelegt. Es heißt, daß Herr Cabalero Genugthuung erhalten 18 Der General ist abgereist, um bei den Wahlen h- 2 zu seyn. Das Kapitel der Kathedrale zu Cordova hat der Fenigim ein Zehntheil seiner Einkuͤnfte als Beitrag zu den meiegskosten angeboten. Einem Schreiben aus Burgos vom nien zufolge, sind die bei der Verschwoͤrung von Santander Be⸗ theiligten in Gegenwart einer unermeßlichen Volksmenge verhoͤrt hehen. Der Priester Agetes, Gorostelza, 8 und Pero zu13 vanhs eent an; Sns und der Moͤnch Ignatius ehn Jahre un i 1 i geten Slrasen veveeh a. Jah d die Uebrigen zu gerin⸗

„— Der Englische Courier enthaͤlt ein Schreiben ein Offiziers der Britischen Legion aus Lns ria Iasugb, Fgen, es heißt: „Wir haben viel durch Krankheiten gelitten, nd die Zahl unserer Patienten ist jetzt noch bedeutend. Das Fieber hat manchen mitgenommen, und, was hoͤchst auffallend er⸗ hücht, die Kaͤlte hat uns großen Schaden zugefuͤgt. Viele ind dadurch zu Kruͤppeln geworden: Einige haben die Zehen

ndere sogar die Fuͤße verloren. Das Schlafen auf den kalten

keinen eines feuchten Klosters, ohne andere Decke als einen Nantel, und das Bivouakiren war nur zu sehr dazu geeignet, die aftanehetten zu erzeugen, die leider noch unter uns herrschen. Aber nichtsdestoweniger habe ich das groͤßte Vertrauen zu der Legion wenn sie nur mit dem Feinde in Beruͤhrung gebracht wuͤrde, was Einige behaupten, Cordova nicht zu thun entschlossen 8 8 die Ereignisse der letzten Tage rechtfertigen einigermaßen e saug nng. In den letzten zehn Tagen hat die vereinigt. 18* 11 che, Franzoͤsische und Englische Armee unter dem Befehl sezash nerals Cordova manoͤvrirt und leichte Gefechte mit dem Feinde

at, Die Spanier Und Franzosen kamen zum Theil zum Kampfe,

aber die Englaͤnder thaten kaum einen Schuß, obgleich sie, wie mehrere unserer Offiziere versichern, wenn es ihnen gestattet wor⸗ den waͤre, einen großen Theil der Karlistischen Armee haͤtten ab⸗ schneiden koͤnnen. Viele unter uns sind daher hoͤchst mißvergnuͤgt. Man ist allgemein der Meinung, daß Cordova eiferfuͤchtig auf die Englaͤnder ist und nicht den Ruhm des Sieges mit ihnen theilen will.“ Der Berichterstatter sucht nunmehr diese Be⸗ auptung vorzuͤglich durch die mit dem letzten Ruͤckzuge der hristinos verbunden gewesenen Umstaͤnde darzuthun und schil⸗ dert sowohl den physischen als den moralischen Zustand der Huͤlfs⸗ Legion als sehr traurig. Bei den vielen Kranken, welche dieselbe zaͤhlt, sollen jetzt nicht mehr als 5000 Mann noch dienstfaͤhig seyn.

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Von Seiten der Oesterreichischen Regierung ist ein Berg⸗ Beamter in Konstantinopel eingetroffen, welcher auf Ersuchen der Pforte den freilich fuͤr Eine Person unermeßlichen Auftrag hat, die Bergwerke in der Tuͤrkei zu untersuchen, um die Mittel zu ihrer bestmoͤglichen Benutzung und Vermehrun anzugeben. Be⸗ kanntlich ist der Bergbau im Orient unglaublich vernachlaͤssiat, obgleich in den Gebirgen sowohl der Europaͤischen⸗ als der Asia⸗ tischen Tuͤrkei edle Metalle im Ueberfluß vorhanden zu seyn scheinen und zu ihrer Ausbeutung nur geuͤbter Haͤnde beduͤrfen. Die Mission dieses Sachkundigen, Herrn Pauliny's, kann also fuͤr die Pforte von groͤßter Wichtigkeit werden.

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Athen, 18. Jan. (Allg. Ztg.) Der abwechselnden, mit unter unerwartet kalten Witterung, welche wir bisher gehabt, sind nun einige liebliche Fruͤhlingstage gefolgt. Unser Koͤnigli⸗ cher Gast hat diese benutzt, um auf der Dampf⸗Fregatte „Medea“, welche waͤhrend des Koͤnigs Anwesenheit im Piraͤus verweilt, eine achttaͤgige Rundreise nach den merkwuͤrdigsten der Griechischen Inseln zu machen. In der That kann Niemand, der Griechen⸗ land und seine Zustaͤnde kennen lernen will, diese werthvollen Theile unseres Koͤnigreiches ungesehen lassen, welche, dessen Herz⸗Kam⸗ mern bildend, in vieler Hinsicht von hoͤchstem Interesse sind, selbst wenn ihre Bewohner nicht so große Verdienste um die errun⸗ gene Freiheit Griechenlands haͤtten. Uebrigens darf bei Beur⸗ theilung des Insel⸗Lebens und der Handels⸗Verhaͤltnisse Griechen⸗ nnds auch die wichtige Handelsstadt Smyrna, wohin der Ver⸗ kehr am regsten ist, nicht außer Acht bleiben, und es wuͤrde uns daher beinahe befremden, wenn Koͤnig Ludwig seine Rundreise nicht auf diese von den Griechischen Cykladen aus in wenigen Stunden erreichbare Stadt, an welcher man gleichsam voruͤber⸗ faͤhrt, erstrecken wollte, um so mehr, da der Gesundheits⸗Zustand daselbst dermalen durchaus befriedigend ist. Moͤge der Koͤnig so wohlbehalten und heiter, wie er uns verlassen, wieder zu uns zuruͤckkehren und waͤhrend der nur zu kurzen Zeit, die Er noch in diesem Lande verweilen wird, in unserm herzlichen Empfange die Aufrichtigkeit der Wuͤnsche erkennen, mit welchen wir ihn be⸗ gleitet haben.

Nach Briefen aus Athen uͤber Patras, die nur bis zum 13. Januar reichen, verlautet nichts von Bedeutung, als daß die Regierung, da ihr die Zahlung der dritten Serie von den drei Maͤchten ganz gegen Erwartung fortdauernd vorenthalten werde, zu Bestreitung des laufendes Dienstes ein Anlehen, nach Eini⸗ gen von drei, nach Anderen von fuͤnf Millionen Drachmen, von den Englischen Haͤusern, welche die National⸗Bank in Griechen⸗ land errichten werden, unter billigen Bedingungen gegen Hypo⸗ thek der Zehnten vom laufenden Jahre kontrahirt und einen Theil der Fonds bereits erhalten habe. Ueber die Gesundheit des Grafen von Armansperg lauten die Briefe noch nicht befrie⸗ digend, obwohl es im Ganzen besser damit zu stehen schien, als bei Ankunft des hohen Gastes aus Bayern. Es ging deshalb das Geruͤcht, der Herr Graf habe nach Bayern Auftrag gege⸗ ben, das Schloß auf seinem Gute zu seiner und seiner Familie Aufnahme fuͤr näͤchstes Fruͤhjahr einzurichten, und werde um jene Zeit mit seinem Freunde, Herrn Staatsrath von Kobell, in sein Vaterland zuruͤckkehren, Herr von Miegg aber habe sich dazu verstanden, an seiner Stelle auf zwei Jahre in Griechen⸗ land zu bleiben. Alles das sind indessen unbestimmte Geruͤchte, die in Athen umgingen.

Berlin, 22. Febr. Am 3ten v. M. beging, wie nachtraͤglich aus Merseburg gemeldet wird, der dortige Prediger Heyden⸗ reich, dessen Name auch unter den Schriftstellern der praktischen Theologie als ein ehrenwerther genannt wird, sein 509 jaͤhriges Amts⸗Jubilaͤum, welche Feier eine um so allgemeinere Theil⸗ nahme weckte, als der Jubilar 48 Jahre in einer und derselben Stadt und 38 Jahre an einer und derselben Kirche als Ver⸗ kuͤndiger des Evangeliums gestanden hat. Der Regierungs⸗ Praͤsident von Meding uͤberreichte dem Jubelgreise als ein Zei⸗ chen der Allerhoͤchsten Gnade die Insignien des Rothen Adler⸗ Ordens dritter Klasse, der Konsistorial⸗Rath Dr. Haasenritter im Namen der ganzen Didͤzese eine Prachtbibel, ferner ein von dem Diakonus Dr. Roͤßler verfaßtes Lateinisches Ehren⸗Programm uͤber Luther's Bibel⸗Uebersetzung und mehrere Gluͤckwuͤnschungs⸗ Schreiben der Koͤnigl. Regierung zu Merseburg, des hochwuͤr⸗ digen Konsistoriums und des Herrn Bischofs Dr. Draͤsecke. Nach Beendigung der kirchlichen Feier, bei welcher der Jubilar selbst die Predigt hielt, uͤbergaben ihm noch der Magistrat und die Stadtverordneten in seiner Wohnung eine silberne Buͤrger⸗ Krone. Ein Festmahl beschloß die Feier des Tages.

In den Tuch⸗Fabriken des Kreises Lennep (Reg. Bez. Duͤsseldorf) herrscht ungemeines Leben; der groͤßere Fabrikant vermag seine Kunden kaum zu befriedigen. Auch die Kohlen⸗ Bergwerke werden fortwaͤhrend lebhaft betrieben, obgleich die Preise der Kohlen gedruͤckt sind. Im Jahre 1835 war die Kohlen⸗Ausfuhr staͤrker als im Jahre 1834. Im vorigen Jahr wurden naͤmlich von Ruhrort versendet: a) rheinaufwaͤrts 2,432,870 Ringel, b) von Ruhrort bis zur Hollaͤndischen Graͤnze 485,760 Ringel, c) nach Holland 1,994,650 Ringel, uͤberhaupt 4,913,280 Ringel. Im Jahre 1834 betrug die Ausfuhr dage⸗ gen nur 4,681,950 Ringel, mithin 231,330 Ringel weniger.

Man schreibt aus Wesel unterm 15. Februar: „Die merkwuͤrdigen Gewitter, welche wir am vergangenen Freitag (12.) hier hatten, haben auch an mehreren Orten in der Umgegend eingeschlagen, ohne jedoch uͤberall zu zuͤnden. In Kanten sfuhr der Blitz in ein Schulgebäͤude; in Emmerich in den Kirchthurm; in Duͤlmen gleichfalls, und hier brannte der Thurm zum Theil nieder. In dem Dorfe Weeze, im Kreise Geldern, entzuͤndete um 3 ½ Uhr Nachmittags ein Blitzstrahl den Kirchthum. Auf den Schall der Nothglocke versammelten sich zwar sofort zum Ge ber nicht bloß die Gemeinde⸗Mitglieder, sondern auch die

ewohner der benachbarten Staͤdte und Doͤrfer; es gelang ih⸗ nen jedoch nur, die nahe gelegenen Haͤuser zu retten; der Thurm selbst hrannte bis in den Grund nieder.

Im Monat Januar d. J. wurden im Regierungs⸗Be⸗ zirk Duͤsseldorf 2691 Kinder geboren und es starben 1863 Personen, also sind 828 Personen mehr geboren als gestorben. Unter den Gestorbenen erreichte die Wittwe von der Wieden zu Elberfeld das seltene Alter von 103 Jahren. Auffallend ist es, daß in der von 2522 Menschen bewohnten Buͤrgermeisterei Asperden, Kreises Kleve, seit dem Monat Mai v. J. kei Tebes ““

Auf außerordentlichem Wege ist heute hier aus Paris die Nachricht eingegangen, daß Fieschi und seine beiden zum Tode verurtheilten Mitschuldigen am neunzehnten Februar, Morgens um 8 Uhr, hin⸗ gerichtet worden sind; und zwar zuerst Pepin, dann Morey und zuletzt Fieschi.

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Her Dom zu Koln.

So wie bald nach dem Eintritt des 19ten Jahrhunderts der Kunstsinn im Allgemeinen eine guͤnstigere Richtung gewann, fand auch die Deutsche Kunst gebuͤhrende Anerkennung, und ihre vortrefflichen Denkmaͤler des Mittelalters traten aus der Verges⸗ senheit in das Gebiet aufmerksamer Betrachtung und echter Wuͤr⸗ digung hervor. Und wo zeigte sich wohl ein reichhaltigerer Cy⸗ klus von solchen Monumenten, als auf dem fuͤr die Architektur des Mittel⸗Alters nicht mit Unrecht klassisch genannten Boden der Rhein⸗Gegenden, insbesondere von Straßburg bis Köͤln. Gleich bedeutungsvoll erheben sich an diesen beiden Orten zwei Monumente, die an Groͤße sowohl, als an Erhabenheit unuͤber⸗ trefflich bleiben. Von einander abweichend in Pracht und Ei⸗ genthuͤmlichkeit der Formen finden sich an dem Straßburger Muͤnster, wie an den meisten Werken jener Zeit, noch verschie⸗ dene Baustyle angewendet, waͤhrend am Dome zu Koͤln im rein⸗ sten Einklange nur allein der schoͤne, vollkommen ausgebildete Spitzbogenstyl mit einer Konsequenz durchgefuͤhrt ist, die um so bewundernswerther erscheint, als alle die Wechselfaͤlle in jener langen Zeit des Riesenbaues keine Abweichungen hervorbrachten. Zur Vollendung gedieh leider nur der hohe Chor (geweiht im Jahre 1322), aber eben dieser Theil ist es, der als ein vorzuͤg⸗ liches Muster klassischer Deutscher Bauart gerechte Bewunde⸗ rung erregt. b b

Betrachtet man das weite Innere des Dom⸗Chors mit seinen wohlgeordneten Gewoͤlbpfeilern, und wie diese als feinge⸗ gliederte Säaͤulenbuͤndel durch angemessene Unterbrechungen zu den leichtesten Verhaͤltnissen aufsteigen, um die kuͤhn gespannten Gewoͤlbe aufzunehmen, bis zu deren 150 Fuß hohem Scheitel das Farbenspiel der uͤberaus prunkvollen Glasmalereien sich fort⸗ pflanzt, so kann dieser Anblick wohl nur den großartigsten Ein⸗ druck erzeugen, den je ein Kunstwerk solcher Gattung hervor⸗ zubringen vermochte.

Welch' ein schneidender Gegensatz traf aber hier den Be⸗ schauer bei dem Gedanken eines nahen Verfalls dieses so kunst⸗ reichen, zur Ehre Gottes geweihten Tempels! Und wirklich schien dieser Zeitpunkt nicht mehr fern. Denn jene herrlichen Gewoͤlbe finden ihren Widerhalt nur in den aͤußeren, eben so sinnreich als prachtooll angeordneten Strebeböͤgen, die andererseits aus den hochaufsteigenden Pfeilern entspringen, welche den Chor zahlreich umgeben und mit einer schoͤnen Auswahl von Laub⸗ werk und Pyramiden zierlich besetzt erscheinen. Diese wichtigen Constructions⸗Theile, von den Alten durch gluͤckliche Aufioͤsung der Massen⸗Verhaͤltnisse in den angenehmsten Formen scheinbar zu bloßen Zierarten gebildet, hatten mit dem Anfange des 19ten Jahehunderts bereits durch ein halbes Jahrtausend den zer⸗ stoͤrenden Einwirkungen der Witterung Widerstand geleistet und durch noch mancherlei Ursachen einen hohen Grad von Wandel⸗ barkeit erreicht. Sehr beschleunigt wuede jedoch letztere, als man in den Kriegszeiten den Dom zu einem Fourage⸗Magazin (1796) herabwuͤrdigte, ihn aller Aufsicht entzog und, nachdem das Blei aus den Dachrinnen entwendet, die wichtigsten Constructions⸗ Theile und Gewoͤlbe durch laͤnger als 15 Jahre den verderblich⸗ sten Einwirkungen der Naͤsse preisgab. 1

Hatten auch achtbare Kunstkenner das Interesse fuͤr di es dem Verfalle rasch entgegen eilende Bauwerk und fuͤr seine noth⸗ wendige Unterhaltung anzuregen versucht, so unterlagen ihre Be⸗ muͤhungen doch dem Drange unguͤnstiger Verhaͤltnisse, und es schien, als wenn jenes von der Groͤße des Geistes, der Kraft und dem frommen Sinne unserer Deutschen Vorfahren zeugende Denkmal auch seine Erhaltung nur einem frommen Deutschen Fuͤrsten verdanken sollte. Blickt man aber auf den Stand der damaligen nach so langen umwaͤlzenden Kriegsjahren tief herab gesunkenen Bau⸗Technik, so laͤßt es sich entschuldigen, wenn un⸗ berufene Romantiker den Wiederherstellungs Bau des Domes in Zweifel zogen und gern eme großartige Ruine daraus machen wollten. Doch die Architektur besaß schon den Befreier ihrer langjaͤhrigen Fesseln, und wie im Allgemeinen mit schoͤpferischem Kunstsinn sehen wir ihn, gleich einem leitenden Genius, auch hier mit einer Kraft heran nahen, wuͤrdig des Geistes, dem unser agroßes Kunstwerk seine Entstehung verdankt. Der Ober⸗Bau⸗ Direkter Schinkel zu Berlin hatte naͤmlich in hoͤherem Auftrage im Jahre 1816 den Zustand des Domes näher untersucht und den wahren Kunstwerth dieses erhabenen Denkmals auf eine Weise herausgestellt, daß alle maͤchtig entgegen tretenden techni⸗ schen Schwierigkeiten fuͤr den Erhaltungs⸗Bau kein Hinderniß seyn dursften. Noch in demselben Jahre schritt man zur noth⸗ duͤrftigsten Reparatur der baufaͤlligen Daͤcher und Anwendun mehrerer Vorsichts⸗Maßregeln; genaue Aufnahmen des Ganze und seiner Theile wurden als die fuͤr den Herstellungs⸗Bau no thigsten Vorarbeiten veranstaltet, die mit der Veranschlagung in Jahre 1822 vollendet waren. Des Koͤnigs Majestaͤt bewilligten zu Anfang des Jahres 1824 eine in 5 Baujahren zu verwen dende Summe von 105,000 Rthlrn.; augenblicklich trat de Bau ins Leben; die Erneuerung des großen Bleidaches auf de Hoch⸗Chor nebst anderen Dach⸗Reparaturen waren das erste z befriedigende Beduͤrfniß, waͤhrend man gleichzeitig die Restau ration der noͤrdlichen Kirchenmauer mit ihrem Fensterwerk, ge schmuͤckt durch die unuͤbertrefflichen Glas⸗Maiereien aus dem 16ten Jahrhundert, ins Werk setzte. Nach Vollendung diese Arbeiten konnte man zu den bei weitem schwierigeren an der suͤdlichen Fluͤgelmauer des Chorgiebels uͤbergehen. So wurde die Werkleute allmaͤlig vorgebildet fuͤr den eigentlichen Haupt Restaurations⸗Bau des Hoch⸗Chors, dessen Beginnen ins Jahr 1829 fällt. 1t

9 ist hier nicht am Orte, das Schwierige und Gefahrvoll

des Baues selbst auseinanderzusetzen, aber daß er zu den kuͤhn⸗ sten und großartigsten gehoͤrt, darf nicht unbemerkt dReiben Man