1836 / 57 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

einer Anzeiger fuͤr

(Erben, welche Anspruͤche an sothanes Curatel Ver⸗ mögen zu haben vermeinen, geziemend ersuchet. Wann nun diesem Petito deferiret worden, so laden Wir den vorgedachten Schneidergesellen Gottlieb

Joachim Friedrich Reincke, sub praejudicio ünali. daß dessen bishber sub cura gestandenes Vermoͤgen

die Preußischen Staͤaten.

In unserem Verlage ist erschienen und durch alle T“ um die beigesetzten Preise zu er⸗ alten: Beschreibung von Hunter's anatomisch-patholo- gischem Museum des Collegiums der, Wund-. ürzte in London. Aus dem Engl. für deutsche

Allgem Bekanntmachungen.

Subhastations⸗Patent.

Das hierselbst am Steindamm Nr. 13 belegene Grundstuͤck des Banquier Benjamin Daniel Itzig, taxirt auf 11,888 Thlr. 20 sgr. 6 pf., soll in termino

Le Mercure galant. Svo. 1836. Schoppe (Amalia, geb. Weise), ler fuͤr Damen Vignette. Geheftet Solger, S. E., Reuester und vollstͤ ster Briefsteller. 2te Auflage. Gr. 8%0

Geb. 1 Brinsig

nes Sohnes des im Jahre 1793 hierselbst verstorbe⸗ nen Schneidermeisters Christovi

den 26. Juli 1836, Vormittags 10 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden.

Frankfurt a. d. O., den 10. Dezember 1835.

Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

Subhastations⸗Patent.

Das dem Braueigen und Rathsherrn Hirsekorn gehoͤrige, hierselbst in der Bruͤckenstraße belegene, im Hypothekenbuche sub No. 36 verzeichnete Wohnhaus nebst Zubehoͤr auf 5992 Thlr. 12 sgr. 9 pf. abgeschaͤtzt,

soll in nothwendiger Subhastation verkauft werden

Der Bietungstermin ist in unserm Gerichtslocal auf

den 28. Maͤrz 1836, Vormittags 10 Uhr,

vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius 1 Die Tarxe, der neueste Hy⸗ vpothekenschein und die Kaufbedingungen sind in un⸗

von Stechow, angesetzt. serer Reg'’stratur einzusehen.

Landsberg a. W., den 12. September 1835 Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

ddn

Der Muͤllergeselle Friedrich Dienegott Schneider,

tsstel Taxe und Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

seinen naͤchsten Erben werde ausgekehret werden, eventualiter aber dessen Intestat⸗Erben, mittelst ge⸗ genwaͤrtiger Edictal- Ladung peremtorie vor, und wollen, daß selbige sich binnen 2 Jahren dafo vor Unserm Obergerichte glaubhaft melden, auch Letztere ihre Anspruͤche specisice angeben und sofort beschei⸗ nigen, sub poena pro omml praeciasivnis. und ein⸗ retender rechtlicher Verfuͤgung uͤber das gedachte Curatel⸗Vermoͤgen.

Publicatum Jussu Senatus. tober 1834.

27 —7.

Rostock, den

n Oc⸗

Handels-Lebhr-Anstalt in Erfurt. Anfangs Mai dieses Jahres bezinnt in der seit funfzehn Jahren mit bestem Erfolg beste- henden Handels-Lebhr-Anstalt des Unterzeichneten ein neuer Lehrgang (Cursus), und der gründlichste und sorgfältigste Unterricht In Theorie und Pra- xis wird sich, wie bisher, über alle Theile der UHan- delsvissenschaft verbreiten, worüber jedem deshalb Anfragenden ausführliche Nachricht zu Diensten steht.

Sobhn des zu Wollstein im Großberzogthum Posen Lehr-Anstalt anzuvertrauen gedenken, bei wel-

domicilirten Kantor und Rektor Schneider, bereits Jahren verschollen, so wie dessen etwa⸗

seit 40 bis 50

nige noch unbekannte Erben und Erbnehmer, werden

hierdurch auf den Antrag der Verwandten vocgela⸗ den, von ihrem Leben und Aufenthalte bvinnen 9 Mo⸗

naten Nachricht zu geben, spaͤtestens aber in dem auf

EEEETEVTWWDIEqIqq“ vor dem Deputirten, Herrn Ober Landesgerichts⸗Refe⸗ rendar v. Stochow, auf dem hiesigen Land⸗ und Stadt⸗ gerichts⸗Lokale angesetzten Termine in Person oder durch einen mit Information und Vollmacht ver⸗

sehenen Mandata ius, wozu den hier Unbekannten

die Justiz⸗Kommissarien Burchardt, Roͤßler, Gott⸗ schaltk in Vorschlag gebracht werden, zu erscheinen und sich zu legitimiren, widrigenfalls der Verschol⸗ lene fuͤr todt erklaͤrt und das zuruͤckgelassene Ver moͤzen unter seine naͤchsten sich legitimirten Ver⸗ wandten vertheilt werden wird Landsberg a d. W., den 2 Februar 1836.

Koͤnigl Preuß. Land⸗ und Stadtgericht

Bekanntmachung. Das der hiesigen Kaͤmmerei gehoͤrige, im Westha⸗ vellaͤndischen Kreise eine halbe Meile von hiesiger Stadt belegene Vorwerk Klein Kreutz soll von Tri⸗ nitatis d. J. ab vererbpachtet werden. Der Lizita⸗ tions⸗Termin ist auf den 10. März d. J., Vormittags 90 Uhr, zu Rathhause vor dem Stadt⸗Syndikus Brandt an⸗ veraumt, und werden Erbpachtlustige dazu mit dem Bemerken eingeladen, daß die speciellen Bedingun⸗ gen, die Taxe, die Beschreibungen der Wohn⸗ und Wirthschafts⸗Gebaͤude des Vorwerks taͤglich in un serer Registratur einzusehen, auch Abschriften davon, gegen Kopialien, durch den Registrator Angerstein zu erhalten sind Die Grundstuͤcke des Vorwerks auf der Feldmark Klein Kreutz werden spectell separirt, der demselben zugetheilte Abfindungsplan an Acker, Wiesen und Huͤtung steht bereits durch Anerkenntniß fest, und tritt die erste privative Benutzung des Ackees mit 1836, die der Wiesen und Huͤtungen aber Schlusse der Weidezeit im Herbste 1836 ab, ein Die Grundstuͤcke, rwelchebdas Vorwerk auf dem Muͤhlenfelde der hiesigen Stadt besitzt, liegen zwar zur Zeit noch im Gemenge: es s bt jedoch dieser⸗ halb ebenfalls die Separation, welche so weit gedie hen ist, daß gegenwaͤrtig die Ermittelung und Berech⸗ nung der Abnndungs⸗Plaͤne im Werke und alle Wahr⸗ scheinlichkeit vorhanden ist, daß der Besitzstand des Vorwerks auch resp. zu Johannis und zum Herbste dieses Jahres zur privativen Benutzung wird uͤber⸗ wiesen werden koͤnnen. Oer Besitzstand des Vorwerks ist folgender: J. auf der Feldmark Klein Kreutz: Acker 389 Morgen Maͤschwiesen 60 101 8 bestaͤndigen Wiesen 219 183) * Grundweide 156 . 8x1 Wegen, Graͤben u Anaend. 1 1 II. auf der Feldmark Muͤhlenfeld: an Acke⸗ 245 Morgen 22 ¶Muth. an Maͤschwiesen. 5 . 1809 han bestaͤndigen Wiesen an Wegen, Graͤben u

) an 45 IRuth. an ) an 4) an an

„.„ 22 *

de Balzac, Annette et le criminel. 2 Vol.

cher es Haupt-Grundsatz ist, neben der sorgfältigsten Ausbildung zum brauchba- ren Geschäftsmanne diesittliche Führung

Diejenigen, wolche ihre Söhne oder Pfleglinge dieser!

Aerzte und Wundärzte bearbeitet und mit eini- gen Anmerkungen hegleitet von Dr. Mich. Jäger. gr. SVo. 20 sgr. Bereits ist dieser Schrift in der Berliner me⸗ dieinischen Zeitung 1835 Nr. 38 und in der Fenaischen Literatur⸗Zeitung 1835 Nr. 185 auf das Nuͤhmlichste gedacht, wir erlauben uns da⸗ her auf diese Recensionen zu verweisen. Die Geschichte der Natur, als zweite gaͤnzlich um⸗ earheitete Auflage de: allgemeinen Naturge⸗ chichte, von D’e. G. H. von Schubert. Zwei⸗ ter Band Erste Abtheilung. Mit 8 Kupfer⸗ tafeln. Gr. 8vo. 1 Thlr. 7;3 sar. Diese Abtbeilung enthaͤlt die Mineralogie, und auf den 8 Kupfertafeln sind die Krystallisations⸗ Gestalten gegeben. Die Zweite Abtheilung,

die Botanik enthaltend, ist unter der Presse. Die Anzeigen zu den geburtsbülflichen Operatio- nen, von Dr. Eug. Rofshirt. gr. Svo. 222⁄ sgr. Bei den großen Schwierigkeiten, welchen in vie len Faͤllen die Aufstellung bestimmter Anzeigen zu den verschiedenen bei der Geburtshuͤlfe vorkommen⸗ den Operationen unterworfen ist, duͤrfte dieses Werk⸗ chen eine sehr willkommene Erscheinung seyn. Die vegetativen Krankheiten und die entgiftende Heilmethode beschrieben von Dr. ELisenmann. (A4⁄ enggedruckte Bogen, Preis 2 Thlr. 25 sgr.)

Der Herr Verfasser giebt in diesem Werke eine all⸗

ihrer Zöglinge unausgesetzt im Auge zu bebalten, bitte ich, sich deshalb baldmöglichst bei mir zu melden, um allen Anforderungen Uee entsprechen zu können. Erfurt, den 14. Februar 1836. I Christian Noback.

Vorsteher der Handels-Lehr-Anstalt hierselbst.

Literarische Anzeigen.

Im Verlage des Unterzeichneten hat so eben die Presse verlassen und ist durch alle gute Buchhand⸗ lungen zu vezieben (vorraͤthig in der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2): 8 Berlin und Hamburg

oder

A2Q&rHrH NRHe T Erx vet cüATSN ETX aUI.b12g.

gemeine Naturgeschichte der vegetativen Krankheiten, naͤmlich derjenigen Krankheiten, denen eine qualitativ anomale Plastik zu Grunde liegt. Derselbe bekaͤmpft die Entzuͤndungs⸗Theorie und richtet sein Bestreben darauf, die plastische Seite der Krankheiten von der reaktiven zu unterscheiden, und die Aufmerksamkeit der Herren Aerzte mehr auf die verschiedenen Qua sttafse Fes Krankheiten, auf die Krankheits⸗Prozesse zu lenken. Das Lesen der einzelnen Monographieen des Herrn Verfassers, von denen bereits erschienen sind: Die Krankheitstamilie Pyra (Schleimhautexan- theme). Zwei Bände. gr. 8vo. 1834. 3 Thlr 223½ Sgr. Die Krankheitsfamilie Typhus. Svo. 1835. 2 Thlr. und sich unter der Presse befindet:

Briefe aus dem Leben von JI S. Loebell.

8vo. Preis 20 sgr.

Berlin und Hamburg sind in diesen Briefen aus

dem Leben mit scharfem Auge aufgefaßt und auf

grfaͤllige Weise in treu copirten Bilde n wiedergege⸗

ben. Moͤge diese kleine Andeutung genuͤgen, oviger

interessanten Schrift die Aufmerksamkeit des betref⸗ fenden Publikums zuzuwenden.

Breslau, im Februar 1836. M. Friedlaͤnder.

Ein christliches Erbauungsbuch. Siona, der Weg zu Gott.

In 161 Gesaͤngen von Karl Grumbach. Zweite verbesserte u sehr verm. Ausgabe, mit Kpfrn. 25 Bog. gr. 8vo. 1836. Thlr. Velinpap. 2 Thlr.

Dieses Buch hat Seelen gefunden, die es lieb ge⸗ wannen und Trost und Erbebung darin fanden. Die vorliegende Ausg. bietet fuͤr alle Jahreszeiten 2 volle Wochen, fuͤr alle Feste und besondere Ereignisse so reiche Auswahl dar, daß alle Erbauungsuchende Be⸗ friedigung finden duͤrften.

J. C. Hinrichssche Buchh in Leivzig. Zu sinden in der Plahnschen Buchh. (L. Nitze), Jagerstraße Rr 37, Mittler, Oehmigke ꝛc.

ten medicinisch⸗chirurgischen Praxis, das alle wich⸗ tige Neuigkeiten des In⸗ und Auslandes klar und umfassend darstellt, mit Umgehung des fuͤr den Prak⸗ tiker Uninteressanten und Werthlosen. 1 mit, bei dem geringen Aufwande von kaum Zwei Gulden Rbein. jaͤbrlich, einem lebhaft gefuͤhlten Be⸗ duͤrfnisse des praktischen Arztes und Chirurgen ab. Von den fruͤhern Fuͤnf Baͤndchen sind noch kom⸗ plette Exemplare zu 3 Thlr. 25 sgr. zu haben.

Die Krankheustfamilie Cholosis duͤrfte durch diese allgemeine Naturgeschichte der Krankheiten sehr erleichtert werden, da sie gleichsam als Organon zu den einzelnen Monog aphicen zu be⸗ trachten ist. Außer den schon genannten ist noch folgende Schrift von demselven Verfasser in unserm Verlage erschienen: Das Kindbettfieber. Ein naturhistorischer Ver-

such. gr. 8o 1834. gecheftet 22 ¼ sgr. So eden ist erschienen: Sammlung auserlesener Recepte der neuesten Zeit. Nehbst den neuesten Ertahrungen des Ia- und Auslandes in der gesammten medicinischen.; chirurgischen und geburtshülflichen Praxis. Unter Mitwirkung von Prof. Friedreich, herausge- geben von Dr. K. Wenzel. Sechstes Bänd- chen. 8vo. (Preis 18 ¾ szr.)

Diese Sammlung ist ein Repertorium der gesamm⸗

Sie hilft so⸗

Erlangen, im Dezember 1835 1 J. J. Palm und Ernst Enke.

Ppublications Nouvelles.

Fleur des pois.

Le Vicaire des Ardennes. 2

Jacob, bihliophile, La folle do

temps de Louis XIV. 2 Vol. .

Poujoulst. La Bédouine. J. de St. Génois, Hembhyse. de

la fip du XIVe siècle. 3 V. d'Arlincourt, Double règue. Chronique du XIIIe Simon le Borgne. 2 Val.

ziècle. 2 Vnl. Michel] Raymond. 3 Fréderic Soulié, Un Eté 2 Meudon. 2 Vol. B. Behr's Buchhandlung. Oberwallstrafse No. 12 u.

La

13.

Unland 83 Die Gebaude des Vorwerks sind im Jahre 182 zanz neu und massiv, und mit Ziegeln gedeckt, er⸗ haut worden Dieselben besinden sich auch jetzt in baulichen Wuͤrden, sind dem Umfange der Wirth⸗ schaft angemessen, und gegen Feuersgefahr mit 12,900 Thlr. bei der Land⸗Feuer⸗Sorietaͤt in erster Klasse

versichert.

Mit Bezug auf dem §. 189 der Staͤdte⸗Ordnung wird bemerkt, daß die Vererbpachtung dieses Vor⸗ verk; um deshald fuͤr nothwendig und nuͤtzlich erach et worden ist, weil eine raschere Abbuͤrdung der Stadtschulden beschlossen ist, und das einzunechmende Erbstandsgeld zu deren Tilaung verwandt werden soll uͤberhauvt auch das Grundstüͤck zu einem Kom⸗ nunalzweck nicht mehr fuͤr brauchbar befunden ist.

Brandenburg, den 12. Januar 1836. Ober⸗Huͤrgermeister, Buͤrgermeister und

Rath hiesiger Chur⸗ und Hauptstadt.

Demnach Uns Buͤrgermeistern und Rath der Stadt Rostock der Faͤrber Ruͤhe hierselbst um die Edictal⸗ Laung seines verschollenen Curanden, des Schnei⸗ dergesellen Gottlieb Joachim Friedrich Reincke, ei⸗

Neincke welcher vor längeren Jahren auf die Wanderung und zuletzt nach Wien gegangen, seit dem Jahre 1804 aber von seinem Leben oder dem Orte seines Aufenthalts keine Nachricht gegeben hat Zwecks der Entgegennahme seines sub, cuca gesetzten Vermoͤgens, zugleich aber auch um die Vorladung dessen etwaniger Intestat⸗

stralse No. 8., nahe der Münze) ist erschienen:

v. Kohlmann. Heimaths-Galopp 10 sgr.

laden zur gefälligen Unterzeichnung

Abraniee: Scèënes de la vie Espagnole. Theod. Hook's: Gilbert Gurney. compl. 1 Thlr. k 20 sge. Torenoe: Historis del Lavantamienio Revolu- eron do Espahn. 3 Anuusive da Burenu des Longitudes 1836. A. Asber. Linden No. 20.

Bei C. W. Fröhlich & Comp. (Unterwasser-

Le Carneval à Berlin pour le Pfte. Ch. I. Carnevals- Walzer v. Görner. 10 sgr. Ch. II. Preussischer Walzer. Jagd-Galopp und Matzurck v. Görner. Neuester Colosseum-Celopp

Ch. III. Tänze aus den Puritanern von Görner: 1) Contretänze. 2) Calopp. 3) Regdawak. 4) Polonaise. 10 sgr.

Binnen acht Tagen wird bei uns ausgegeben: Ornamenten-Buch. Zum prabktischen Gebrauche für Architekten, Decorations- und Stubenmaler. Tapeten-Fabrikanten. Seiden-, Woll- und Dam- mastweber u. s. W. Erfunden und auf Stein ge- zeichnet von C Bötticher, Lehrer am Königl. Gewerbe-Institute. 31c Lief., der neuen Folge Istes Heft. qu. Royal-Fol. Ein Probeheft liegt bei uns zur Ansicht; wir ergebenst ein.

schienen und in allen Buchhandlungen (Berlin bei F. Duͤmmler) zu haben:

Schreiblehre, den uͤblichen Titulaturen und kurzen Deutschen und Franzoͤstschen Denkspruͤchen zu Stamm⸗ buͤchern, Aufgaben zu Eine freundliche Gabe bei festlichen Gelegenheiten,

80. Mit Titel⸗Vignette. 1836. Sauber geh. 20 sgr.

gern Jahren, die Verlegenheit, in die man sich ver⸗ setzt sieht, wenn man, um einen Brief zu schreiben, s- Der Jugend also ein Buch in die Haͤnde zu geben, wodurch sie leene, sich fruͤhzeitig schon nicht bloß richtig und verstaͤndlich, sondern auch fließend und elegant auszudruͤcken, war ein sehr gluͤckliches Unter⸗ nehmen der um die geistige ng d. Jugend hochverdienten Frau Verfasserin, und um so dankenswerther, da diese Briefsammlung zugleich auch fuͤr Schulen und Erziehungs⸗Anstalten von zweckmaͤßigem Gebrauch seyn und unter Leitung des Lehrers zu Uebungen im Deutschen Styl dienen kann. Wir koͤnnen daher dieses auch aͤußer lich sau⸗ ber ausgestattete Buch als eins der nuͤtzlichsten Ge⸗ schenke fuͤr die heranwachsende Jugend empfehlen.

Bei W. Heinrichshofen in Magdeburg ist er⸗

Goͤtze, A. W., das Provinztalrecht der Alt⸗ mark, nach seinem Standpunkte im Jabre 1835 Im Auftrage des Koͤnigl. Justiz⸗Ministeriums fuͤr die Gesetz⸗Revision nach amtlichen Quellen bearbeitet. 2 Theile. Gr. 8vo. 1836. 5 Thlr

Arten von Briefen zu

önnen: nebst einer kurzen Deutschen Sprach⸗ und

Erzaͤhlungen und Aufsaͤtzen u. s w von Amalia Schovpe, geb. Weise.

Wer kennt wohl nicht, wenigstens aus seinen juͤn⸗

ine Gedanken und Empfindungen aufsetzen soll.

Bildung der Deutschen

8 8

9

nen: 1

Im naͤmlichen Verlage erschie 1E. A., Le Secrétaire français. 8vo. Ge⸗ heftet 8 Thlr. Meyer, Dr. E, Eros Briefsteller fuͤr Lie⸗ bende. 8vo. Mit Vignette. 1836 Geh 17 ½ sgr

her in unserem Verlage erschienenen Muͤst

vor Allen ꝛc“ f d In der Buchhandlung von C. Fr. Amelang in Berlin (Bruͤderstraße Nr. 11) erschien so eben und ist in allen Buchhandlungen des In⸗ und Auslan⸗ des zu haben:

Fe⸗ 2 8 2 . Briefsteller fuͤr die Jugend gebildeter Staͤnde, oder faßliche Anweisung, alle t schreiben, welche im jugendlichen Alter vorkommen

H. Heine, mit Begl. d. Pfte. d. Pfte. ꝛc.) in vorstehendem neuen Hefte d Gediegenes erwarten, so moͤchte der Inhalt dese doch Manchen in mehrfacher Hinsicht uͤberraschen

No. 9 ausgegeben. „: 8168. - 35 jel 2 4A dentlichen Beilage einen auslührlichern

über den Schutz der Gesundheit ins * 2* 2 g len, worauk wir vornämlich Schulme

; 11“ 1 neuen Literatur) ist jüährlich 2 ¾ Thlr;

Geheftet Vollbeding, J. Ch., Gemein Briefsteller fuͤr das buͤrgerl schaͤftsleben. 7te Auflage. SFvo. kupfer.

TWb naͤblig iche 0. Mit Tüg 66

Wichtige Anzeige.

Von dem neuesten Werke von Alphonse zeg martine: 8

Jocelyn. Journal trouvé chez un cureé

lage, Poöme. 2 Vosumes. erhalte ich in wenigen Tagen die Pariser Ong) Ausgaben, in 8vo.⸗Format und eine bil9e g gabe in 18mo.: letztere Ausgabe ist von Nnlue⸗ Ch. Gosselin veranstaltet worden, um dair ler Ausgaben zuvorzukommen

Bestellungen hierauf erbittet sich baldigft.

Leipzig, den 16. Februar 1836.

Leovold Michelsen

In Berlin nimmt Bestellungen darauf an. d. Buch⸗ und Musikalienhandlung von Rud. zest (Schloßplatz und Breitesir Ecgc.

de II-

se⸗

So eben erschien: b ö1““ Nenestes Liederhelt, Ate Samml., für eine Teng oder Sopranstimme mit Begleitung des Pianaqlre- Op. 13. Pr. 20 sgr. Inhalt: No. 1. Des Kinddes 1- No. 2. Frühlingstraum. No. 3. Mädehenbras No. 4. Gretehens Beichte. No. 5. Liebes-Gehgs nils. No. 6. Liebesliedchen. im Verlage bei Moritz Westphal

in Berlin, Breitestrasse No. 20 (nahe der S

eharraa 8 0'

Buͤcher⸗Versteigeruna. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen bei Herrn K. F. Koͤhler in Leivzig, Herrn G. Krug in Frankfurt a. M und in Berlm belg Eichler, Behrenstraße Nr. A2, vorraͤthig; Verzeichniß von Buͤchern aus allen Faͤchern der Wissenschaft, Lant. karten und Kupferstichen, welche am 14. Marz d. J. und an den felgenie Lagen, Nachmittags von 2 Uhr an, im Wagne schen Hause dayier oͤffentlich versteigert werden siln Dieser Katalog enthaͤlt in 2000 Nummu Buͤcher aus allen Faͤchern der Wissenschaft, u wenn Juristen und Pbilologen vieles Bat tenswerthe darin finden, so werden besonders The logen und Paͤdagogen selbst nichts Wesenlli aus ihrer Literatur vermissen und neben einee e vollständigen Sammlung von Katechismen christtichen und juͤdischen Religion selbst mate Seltenheiten begegnen.

Dieser Katalog verzeichnet auch noch eine reichhaltige Sammlung von Buͤchern, welche buͤrgerliche Stellung der Juden und Ma specielle Bildung betreffen. Da die Versteigerung schon am 14. Maͤrz d. J. hh Anfang nimmt, so bittet man, die Auftraͤge sche⸗ nigst abzugeben; hier auf dem Platze besorgen dan

Herr Eymnasiallehrer Dr. Wagner,

* Stadtschullehrer Schlapp, —‧Tgaxator Neustadt und die Buchhandlung von J. P. Diehl.

Darmstadt, im Januar 1836.

In unserem Verlage erschienen nachstehende umg

Musikalien:

Fr. Kuͤcken: Lieder fuͤr eine Singstimme n Begl. d. Pfte. Op. 14. Heft 4. Preis 129 Inhalt: Schlummerlied von Hoffm v. N

lersleben. Wanderlied von K. Th. Kuͤhl- Die Erwartung von A.. t. lied. Der Kuß von Bar v. Maltitz. zils⸗ lingsreigen von W. Muͤller.

Altes Lie

Lassen auch die von demselben Komvonisagcg Variat. brill. ůuber das beliebte Thema: „Hannch Pfte. Drei Duette fut Tragddit Hochzeitswalie, nur

Sopranstimmen mit Begl. d. Pfte.

E F Gaebler: Das war ich!“ Von Th. 8 ner. Fuͤr eine Singstimme mit Bagl d. Preis sgr. 1

Fr. Graße. Sechs Gesaͤnge fuͤr vier Männent Preis 10 sgr.

Lorenz Lehmann: Heitere Lieder und . ztes Heft. Fuͤc eine Singst. mit Begl. rsa Preis 10 sgr. Das iste und 2te Heft nen vor kurzem in demselben Verlage

7 Kalischer Lustlager⸗Galopp f. d. sgr. 1

Loulsenwalzer f. d Pfte. Preis 22 gas

Bechtold und Hartje in De . (Jaͤgerstraße Nr. 49)

——

11ö1 Von der Literarischen Zeitung Sie enthält in einer

Pfte.

0Q wird bes

avlsefe rlike 1- . vsals Sebe

Dr. J. Mützell gegen Med.-Rath Lorinser’ s inner aufce

1 / st 10] Der Preis der Lit.-Zig. (nebe in- und ausländi 2 N 1

am machen. tändiger Bibliographie der

uch einzeln zu 2 x sgr. zu haben. ann durch alle Buchbandlungen

Post-Aemter bezogen werden.

Duncker & Hum blot, Französ. Str. No. 202.

Derselbe in Franzoͤsischer Sprache, unter

Schenk & Gerstäcker, Linden N. N

dem Titel⸗

riere in Bewegung setzte.

blick los,

Ddes Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem evangelischen Pfarrer dler zu Berge den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu tleihen geruht.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Premier⸗Lieutenant a. D. in Negelein zum Landrath des Labtauschen Kreises, im Re⸗ smungs⸗Bezirk Koͤnigsberg, Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.

ngs⸗Nachrichten.

A hslblan aatLch

Paris, 19. Febr. Gestern Mittag hielt der Koͤnig neuer⸗

s Linen 1 ½ stuͤndigen Minister⸗Rath, bei welchem saͤmmt⸗

h Minister zugegen waren.

Die Deputirten⸗Kammer hielt heute wieder eine oͤffent⸗ he Sitzung, zu welcher sich jedoch, da bloß drei unerhebliche perichte auf der Tagesordnung standen, hoͤchstens 70 bis 80 ttglieder eingefunden hatten. Auf der Ministerbank befanden h nur die Herren von Broglie, Thiers und Guizot. Der ste j'ner drei Berichte (uͤber die Urbarmachung der Waldun⸗ v) konnte gar nicht abgestattet werden, da er noch nücht ganz eug war. Herr Vatout berichtete uͤber den Gesetz⸗Entm urf segen der Verbesserung der Feldwege und Herr Parant uͤber

Gesetz⸗Entwurf wegen der Bestrasung der in der Levante on Franzosen veruͤbten Contraventionen, Vergehen und Verbre⸗ in. Erst nachdem diese beiden Berichte abgestattet waren, fuͤllte hh der - Vers

Zeitu

Saal allmäaͤlig mit Deputirten, so daß d ng um 3 Uhr, wo die oͤffentliche Setzung bereits wirder auf⸗ hhoben wurde, ungewoͤhnlich zahlreich war. Morgen findet ne Bittschriften⸗Sitzung statt. Gestern war der Tag, an welchem die Franzoͤflsche Alademie m verstorbenen Lainé einen Nachfolger zu geben hatte. Es alten sich 32 Akademiker zu dieser Wahl eingefunden; die ab⸗ lute Majoritaͤt betrug hiernach 17. Die 3 Haupt⸗Kandidaten gabren die Herren Emanuel Dupaty, Graf Molé und Victor sugo. Fuͤnfmal mußte abgestimmt werden, bevor es zu einem esuitate kam. Die Stimmen fuͤr Herrn Victor Hugo vermin⸗ ten sich mit jeder Abstimmung und betrugen bei der letzten ur noch 2. Herr Emanuel Dupaty erhielt in dieser letzten vbsuümmung 18 und Graf Molé 12 Stimmen, so daß der Er⸗ ere zum Mitgliede der Akademie proklamirt wurde. Nachstehendes sind einige naͤhere Details uͤber die heute erfolgte hinrichtung Fiescht's, Pepin's und Moreys: „Heute Morgen um alb 5 Uhr stellten sich mehrere Abtheilungen der Munizipal⸗ arde in der Straße Vaugirard und in den in der Naͤhe des alastes Luxembourg liegenden Straßen auf. Eine Schwadron er reitenden Munizipal⸗Garde hielt auf dem Platze vor dem Dbservatorium. Andere zahlreiche Detaschements Jo fanterie und Ravallerie hatten die Zugaͤnge zu dem Hinrichtungs⸗Platze vor der Barrière St. Jacques besetzt, wohin schon seit 3 Uhr Mor⸗ ens eine ungeheure Menschenmenge gestroͤmt war, die von der Munizipal⸗Garde nur mit Muͤhe in Ordnung gehalien werden vonnte und mehreremale auseinandergetrieben werden mußte, m den Gehuͤlsen des Nachrichters den gehoͤrigen Raum zur Errichtung des Blutgeruͤstes zu verschaffen. Um 5 Uhr Meor⸗ ens begaben sich die Abbé's Grivel, Moulin und Gallard ach dem Gefaͤngnisse des Luxembourg und wurden zu den Verurtheilten gelassen. Um 6 Uhr verlangte Pepin, der sich beraus muthig und ergeben zeigte, zum Fruͤhstuͤck einen Eier⸗ uchen und eine Flasche Wein; Morey trank Kaffee; Fieschi wollte, ußer einem Glaͤschen Liqueur, nichts zu sich nehmen. Nach dem Fruͤhstuͤck zuͤndete sich Pepin eine Pfeife an und rauchte ine Zeitlang mit großer Kaltbluͤtigkrit. Um 7 Uhr traf der Rachtichter mit seinen Gehuͤlfen im Luxembourg ein, und die erurtheilten wurden zu ihrer sogenannten Teilette in ein be⸗ sonderes Zimmer gebracht. Pepin kam zuerst, dann Morey; eim Erscheinen des Letzteren rief Pepin aus: „„Wohlan, mein üter Freund, heute ist unser Tag; Muth; wir werden uns in einer andern Welt wiedersehen!““ Morey erwied mit fe⸗ 8 Stimme „„Ja.““ Dieser Letztere blieb unerschutterlich und gleichguͤltig, wie waͤhrend der ganzen Dauer des Pro⸗ jesses. Fiescht kam zuletzt; als er den Inspektor des Gefaͤngnis⸗ heebdicte, sagte er mit einiger Aufregung: „„Gestatten Sie Dus e vor meinem Tode wenigstens noch zu umarmen.“ be gewaͤhrte jener. Waͤhrend des Ankleidens neigte sich der 885 Grivel zu Fieschi und fragte, ob er ihm noch irgend 8 zu sagen habe: „„Nein““, erwiederte dieser mit fester 4 8 habe ich über mein Betragen theilten 1; sedaan 11 abzulegen.“ Die Verur⸗ ah . ae 2e en Hof gefuͤhrt und jeder in einem theilten Gecstltchen en een un die Seite des ihnen zuge⸗ des Obses is ichen gesetzt, worauf der Zug sich durch die Allee d vatoriums nach dem Platze St. Jacques ver der Bar⸗ tigen ungeh ch . I der Andrang der Neugie⸗ 821 man hac der Zuschauer auf 160,000. c hestieg z erst, zwar mit blassem Grsichte, aber doch ohne u wanken, das Schaffot. „„Ich sterbe unschuldig““ seine einzigen Worte, die er s - Seee sänn 8 Wfe lag. dhhe S. kunde darauf war l das weür. zorey wurde ge chst durch zwei Gehuͤlfen fürchrar chaffot gefuͤhrt; seine Zuͤge blieben auch in diesem Belaftelichen Augenblicke unveraͤndert; er starb mit derselben 8 Ruhe, die ihn seit sechs Monaten nicht einen Hzn dee 889 assen hatte. Fieschi umarmte seinen Beichtvater, soh B zifix und bestieg dann festen Schrittes das Schaf⸗ en angekommen, ließen ihn die Gehuͤlsen einen Augen⸗ er wendete sich zum Volke und sagte mit lauter, ver⸗

68 Sdigo 36269 3 0nn K44891⸗

veg 44*

Zieschi's eigener Hand folgende Worte:

waren sogar noch wiederholte, als sein

nehmlicher Stimme: „„Ich habe die Wahrheit gesagt, nichts als die Wahrheit. Ich weis, daß ich ein großes Verbrechen begangen habe, und ich bin hier, um es zu buͤßen.““ Wenige Sekunden darauf fiel das Beil zum dritten Male. Still und tief erschuͤttert verlief sich die versammelte Menge.“

Die hiesigen Blaͤtter theilen eine Menge von Briefen mit, die Fieschi noch in den letzten Tagen an verschiedene Personen gerichtet hat. Es befindet sich darunter auch einer an den Abbé Grivel, seinen Beichtiger, dem er gestern zugleich sein treffend aͤhnliches Bildniß geschenkt hat. Ueber demselben liest man von s eigen Worte: „Mein Beichtvater, venn ich in Eurer Naͤhe, ehrwuͤrdiger Priester, bin, so vergesse ich, daß ich zum Tode verurtheilt worden;“ unter demselben die Worte: „Andenken an meinen Beichtiger, den ehrwuͤrdigen Abbé Grivel, Almosenier der Pairs⸗Kammer“, und in schlechtem La⸗ tein: „Mea mihi consientia pluris est, quam omnium sermon. (Ich ziehe das Zeugniß meines Gewissens allen Reden vor, die man hinsichtlich meiner fuͤhren mag.) Im Gefaͤngnisse Luxem⸗ burg, den 18. Februar 1836. Fieschi.“

Man erinnert sich der Aussagen der Frau Petit (Mutter der Nina Lassave) vor dem Pairshofe. Aber was man nicht weiß, ist, daß sie 5 oder 6 Tage vor Eroͤffnung der Debatten einem der Vertheidiger Fiecht's geschrieben hatte, um die Er⸗ laubniß zu einer Unterredung mit Fieschi zu erlangen. „Seyen Sie so guͤtig“, sagte sie in diesem Briefe, „den ungluͤcklichen Fieschi zu fragen, ob er seine alte Freundin nicht zu sehen wuͤn⸗ sche. Ich weiß, daß er mir manche Schuld zuschiebt, die nicht die meinige ist. Ich habe es mit Geduld und Standhaftig⸗ keit ertragen, daß man mich auf alle moͤgliche Weise verleumdet hat. Ich habe, ohne mich zu beklagen, 55 Tage in geheimem Gewahrsam gesessen; dies Alles muß schwinden vor der Lage ei⸗ nes Mannes, dessen Ungluͤck mir gaͤnzliches Stillschweigen auf⸗ erlegt. Mir bleibt nur ein einziges Gefuͤhl, naͤmlich das meiner alten Anhaͤnglichkelit, welches seine ganze Kraft aus der Guͤte und dem Wohiwollen schoͤpft, das mir Fieschi bewies, ehe der Hauch der Zwietracht in unsere niedere Wohnung gedrungen war.“ Fieschi weigerte sich hartnaͤckig, die Frau Petit zu sehen. Folgendes war seine Antwort: .

„Die Zeit ist voruͤber, wo ich Dich meine Freundin nennen konnte. Ich wundere mich sogar, daß Du es versuchst, Nachrichten von mir zu erlangen. Jetzt begehrst Du mich zu sehen; aber ein Mann am Nande des Grabes bedarf keiner Besuche mehr. Ich fuͤr mein Theil zuͤrne Dir nicht; aber um eine unangenehme tragische Scene zwischen zwei Personen zu vermeiden, die sich uͤbermenschlich geliebt haben, mußt Du die Erinnerung an Deinen ungluͤcklichen Freund aus fruͤheren Zeiten verlieren. Ich habe nur noch kurze Zeit zu leben; ich wuͤrde gluͤcklich seyn, wenn ich die Erinnerung an Dich ausloͤschen koͤnnte. Wir duͤrfen uns nicht mehr sehen. Wenn ich Dir nuͤtzlich seyn koͤnnte. . . aber das ist unmoͤglich, also denke nicht mehe an mich. Ur brigens naht sich auch mein Ende. Aber eine Sa⸗ che kann ich unmoͤglich mit Stillschweigen uͤbergehen: daß Du es naͤmlich verweigertest, mir ein Zimmer einzurichten; ich wuͤrde gearbeitet baben und nicht in die Haͤnde der Leute gefallen seyn, die mich zu ihren Zwecken gebraucht haben. Die Tren⸗ nung war mir so schmerzlich, ste brachte mich zur Verzweiflung und verleltete mich zu dem großen Verbrechen, das mich aufs Schaf⸗ fott fuͤhrt; und trotz dem, daß Du meine Feindin geworden bist, wirst Du doch an jenem Tage nicht laͤcheln. Ich mache Dir keine Vor⸗ wuͤrfe; denn ein Mensch, wie ich, liebt nur einmal. Sey gluͤcklich, ich wuͤnsche es Dir. Ich kenne Deine Lage nicht, aber ich fuͤrchte fuͤr Dich: auch freue ich mich, daß ich mir nicht vorwerfen darf, Dich jemals mißhandelt zu haben; denn wenn Du mir die Sachen gelassen haͤttest, die uns beide gemeinschaftlich gehoͤrten, so wuͤrde ich jetzt feei, und Du wuͤrdest auch gluͤcklicher seyn, indem Du nicht zu hoͤren brauchtest, daß ich auf dem Schaffott gestorben bin. Bald wirst Du Gott fuͤr mich bitten; ich betrachte den Tod als meinen Gefaͤhrten; ich habe mich mit ihm vertraut gemacht und erwarte ihn ohne Furcht. Lebe wohl, auf immer! Dein alter Freund

Der Messager enthielt in seiner gestrigen Abend⸗Edition einen Artikel, worin er uͤber die Art und Weise Klage fuͤhrte, wie Pepin im Vergleiche zu Fieschi im Gefaͤngnisse behandeit werde; waͤhrend man näͤmlich diesem alle moͤgliche Schonung und Aufmerksamkeit zu Theil werden lasse, habe man jenem die Zwangs⸗ jacke angelegt, die Besuche seiner Gattin moͤglichst abgekuͤrzt, ihn auf eine unverantwortliche Weise gequaͤlt, um ihm vor seinem Ende noch Gestaͤndnisse abzudringen, und was dergleichen Albern⸗ heiten mehr sind. In Bezug auf diesen Artikel liest man heute im Journal des Débats Folgendes: „Ein Abendblatt ent⸗ haͤlt eine Reihefolge von Thatsachen hinsichtlich einer angeblichen physischen und moralischen Tortur, welcher der Angeklagte Pepin in seinem Gefaͤngnisse im Loxembourg unterworfen worden seyn soll. Wir sind zu der bestimmten Erklaͤrung ermaͤchtigt, daß jene Thatsachen voͤllig grundlos sind. Es ist gegen Pepin's Person keine einzige der Vorsichts⸗Maßregeln getroffen worden, deren das gedachte Blatt erwaͤhnt; man hatte ihm Anfangs die Zwangs⸗ jacke angelegt, wie den uͤbrigen beiden Verurtheilten; spaͤterhin ist sie ihm aber wieder abgenommen worden. Madame Pepin hat ihren Gatten so oft als sie gewollt und zu jeder beliebigen Stunde des Tages besuchen duͤrfen. Endlich hat der Proͤsident des Pairshofes sich, um die letzten G staͤndnisse des Verurtheilten zu erlangen, keiner anderen Mittel bedient, als der⸗ jenigen, die er stets in seinen oͤffentlichen und geheimen Verhoͤren in Anwendung gebracht hatte; und gewiß hat niemals irgend Je⸗ mand die Menschlichkeit und Sanftmuth jenes hochachtbaren Ju⸗ stizmannes in Zweifel gezogen. Die Regierung ist uͤbrigens ge⸗ sonnen, unverzuͤglich alle auf Pepin's Gnaden⸗Gesuch und die Gruͤnde zur Verweigerung desselben bezuͤglichen Details zur oͤffent⸗ lichen Kenntniß zu bringen. Auch die Aussagen Pepins seit sei⸗ ner Verurtheilung und seine Korrespondenz mit dem Praͤsidenten des Gerichtshofes, sollen dem Publikum mitgetheilt werden. Dies ist die beste Antwort auf die Protestationen des Eingangs erwaͤhnten Blattes. Wir fuͤgen noch hinzu, daß das Land sich uͤber die gewichtigen Beweggruͤnde, die bei diesem schmerzlichen Anlasse die Krone gelertet haben, nicht taͤuschen wird. Das Land muß aber wissen, und es soll es erfahren, daß das Koͤnigthum sich nicht ohne einen langen und peinlichen Kampf

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zur Erfuͤllung seiner strengen Pflichten entschlossen hat. Frark⸗ reich muß jene Aeußerung des Koͤnigs kennen lernen: „„Ich moͤchte mir an dem Tage des 28. Juli mit Meinem Blute das Recht erkauft haben, jene Ungluͤcklichen zu begnadigen.““

Im Constitutionnel liest man: „Wir erhielten gestern Abend das nachstehende Schreiben; leider zu spaͤt, als daß un⸗ sere Einmischung in die duͤstere Angelegenheit noch den Wunsch der ungluͤcklichen Frau, die den Beistand unserer Oeffentlichkeit in Anspruch nimmt, unterstuͤtzen koͤnnte. Wir sind es aber der Hin⸗ gebung der Madame Pepin, ihren Gefuͤhlen als Gattin und Mutter schuldig, die Zeilen mitzutheilen, die sie uns hat zuge⸗ hen lassen. Wenn die verhaͤngnißvolle Stunde noch nicht un⸗ widerruflich festgesetzt worden ist, so moͤge man auf ihre Bitte hören. „Mein Herr, ich habe so eben an die Herzogin von Treviso ge⸗ schrieben und sie angefleht, sich in ihrer Eigenschaft als Wittwe ei⸗ nes der Opfer des schauderhaften Attentats bet dem Koͤnige zu ver⸗ wenden, um fuͤr meinen Gatten eine Milderung der Strafe zu er⸗ langen. Ich glanube, daß es seiner Sache nuͤtzlich seyn koͤnnte, wenn dieser Umstand zur Oeffentlichkeit gelangte; und wenn Sie einige Betrachtungen in dem Sinne der Bitte, die ich an die Herzogin richte, binzufuͤgen wollten, so wuͤrden sie vielleicht eine Wirkung ha⸗ ben, die ich mir nicht zu versprechen wage, obgleich mein Gatte u⸗ schuldig ist. Wenn die Verwandten der Opfer sich vereinigten, um von dem Koͤnige eine Milderung zu erlangen! ihnen ziemt es, zu verzeiben! Kur;, ich setze Vertrauen in Ihre Menschlichkeit, m. H., und hoffe, daß Sie die Bitte einer verzweifelnden Gattin guͤnstig aufnehmen werden (gez.) Frau Pepin.“

An der heutigen Boͤrse hieß es, Madame Pepin habe sich in der vergangenen Nacht durch Gift ums Leben gebracht; indeß war nichts Authentisches daruͤber bekannt.

Großbritanten und Irland. 8

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz⸗ zung vom 16. Februar. (Nachtrag.) Hr. Hardy ließ zur Bezruͤndung seiner gegen O Connell gerichteten Motion zuerst den Beschluß des Hauses verlesen, demzufolge dasselbe gegen alle diejenigen mit aͤußerster Strenge zu verfahren verpflichtet ist, welche durch Bestechung oder andere Umtriebe die Wahl eines Mitgliedes des Hauses erwirkt haben. Herr Hardy ging dar⸗ auf zur Darstellung des Sachverhaͤltnisses uͤber. Er berichtete, daß am 27. Mai v. J. die Wahl der damaligen Repraͤsentanten fuͤr Carlow, der Herren Bruen und Kavanagh, fuͤr unguͤltig er⸗ klaͤrt worden sey, und daß schon am folgenden Tage, dem 28. Mai, O'Connell dem Herrn Raphael den Vorschlag gemacht habe, als Kandidat fuͤr Carlow aufzutreten, wobei er denn die Unkosten der Wahl auf 2000 Pfd. angegeben habe. Am 1. Junt endlich sey ein foͤrmlicher Vertrag zwischen. O'Connell und Ra⸗ phael eingegangen worden, in welchem bestimmt worden sey, daß Letzterer dem Ersteren bei Uebernahme der Kandidatur 1000 Pfo. und, wenn er gewaͤhlt werden sollte, abermals 1000 Pfd. zu zahlen haben solle, wofuͤr O' Connell sich verpflichtete, alle und jede Unkosten der Wahl zu tragen. Hr. Hardy brachte zum Be⸗ weise der Existenz dieses Vertrages einen Brief von O' Connell an Raphael bei, in welchem jene Stipulationen ausdruͤcklich angefuͤhr sind, außerdem aber noch mehrere andere Briefe von spaͤterem Datum, welche die Angabe bestaͤtigen. Herr Hardy erklaͤrte nach dieser Auseinandersetzung, daß die ganze Transaction so klar wie moͤglich und nichts als ein einfacher Kauf und Verkauf sey, und daß es gar nicht darauf ankomme, wie O' Connell das Geld ver wendet habe, sondern daß die Frage nur die sey, wie er es haͤtte verwenden koͤnnen, da nichts ihn verhindert, den ganzen Ueber⸗ schuß, der ihm bei unbestrittener Wahl geblieben waͤre, zur Ver mehrung seines eigenen Einflusses zu benutzen. Deshalb erscheine es auch ganz uͤberfluͤssig, dasjenige, was nach der Wahl folgte zu beruͤhren und namentlich die Art und Weise zu eroͤrtern, in welcher O' Connell, nachdem die Wahl des Herrn Raphael fuͤr unguͤltig erklaͤrt worden war, die noch schuldigen 1000 Pfd. von demselben zu erhalten suchte. O'Connell begann seine Verthei digung damit, daß er den von dem vorigen Redner bean tragten Beschluß des Hauses fuͤr aͤußerst armselig erklaͤr te, da er die Untersuchung nicht weit genug ausdehne Dann ging er auf die einzelnen Angaben des Herrn Hardy uͤber, mit welchen dieser seinen Antrag eingeleitet hatte und durch die er besonders seine Unparteilichkeit hatte erweisen wollen. Diese Unparteilichkeit, sagte er, komme ihm gerade so vor, wie das Urtheil einer Jury nach dem Aufruhr von 1798 welche einen Angeklagten wegen eines Mordes verurtheilte, un geachtet der angeblich Gemordete sich selbst als Zeuge fuͤr densel ben einstellte, nur weil der Angeklagte das Ungluͤck gehabt hatte einen Grauschimmel zu Schanden zu reiten, der dem Praͤsiden ten der Jury gehoͤrte, und fuͤr welchen dieser keine andere Rach zu nehmen wußte. „Eben so geht es mir“, sagte O Connell „gleich dem Angeklagten zu Werford soll ich wegen eines Ver gehens verurtheilt werden, weil ich ein anderes beging; ich soll weger angeblicher Bestechung buͤßen, nur weil ich dem Unwesen der Tories ein Ende machte. Das ist mein wirkliches Verbrechen; nicht daß ich einem Individuum bei einer bestrittenen Wahl und gegen die unbedeutende Ausgabe von 2900 Pfoö. zum Siege ver half, sondern daß, als ich den Toryismus, wie den Grauschim mel, von neuem im wuͤthenden Laufe uͤber Irland dahin spren gen sah, jede meiner Leidenschaften, alle meine Vorurtheile, alle meine Beschwerden vergaß und das ganze Gewicht meines Ein⸗ flusses im Lande den Tories entgegen wars. Daher sor dere ich das Haus auf, diese Angelegenheit als ein Sache von der groͤßten Wichtigkeit zu betrachten.“ O' Connell fuͤhrte darauf noch weitlaͤuftiger aus, daß die ganze Angelegen⸗ heit nichts als eine Parteisache sey, und kam dann zu der Waͤhl Angelegenheit selbst. Er bemerkte, daß bis zu der allgemeinen Wahl im Dezember 1834 die Repraͤsentanten fuͤr Carlow hbe ral gewesen seyen; damals aber haͤtten die Tories so viele An strengungen gemacht, Individuen von ihrer Partei die Wahl ze sichern, daß die fruͤheren Repraͤsentanten es nicht gewagt, gege die Tory⸗Kandidaten in die Schranken zu treten. Unter diesen

Umstaͤnden habe e (O'Tonnell) sich nach Kandidaten von der 8 ö ELREE“