“
gehen auf die frühesten Sieneser, Pisaner Florentiner Und sodann, in streug chronologischer Ordnung, ohne auf die zelnen Schulen als Unter⸗Abtheilungen weitere Rücksicht zu men, bis zu Camuccini, Benvenuti und Sabatelli. Bei Künst⸗ lern, von denen sehr viele Werke gestochen worden sind, z. B. Ra⸗ phaei, Tizian u. A., sind die einzelnen Blätter nach der Natur der Gegenstände unter Rubriken gebracht; waren Maler auch zugleich Kupferstecher, wie Mantegna, die Carracci u. s. w., so stehen ihre Arbeiten in letzterem Fache den übrigen voran. Seltenere Mono⸗ gramme sind beigefügt und drei Register erhöhen die Brauchbarkeit als Rachschlagebuch. Einzelne Irrthümer von geringer Bedeutung, Fehler in der Rechtschreibunz der Namen u. s. w., wird man in einer Acbeit von solchem Umfange gern übersehen.
Die den vorliegenden starken Band füllende erste Haupi⸗Abthei⸗ lung enthält die Architektur und Skulptur des Alterthums, des Mit⸗ telalters und der neuern Zeit in 1596 Nummern, und die Italiäui⸗ sche Malerci, in 9 Kunst⸗Epochen eingetheilt, in 5843 Rummern. Es giebt fast keinen namhaften Meister, von dem hier nicht etwas vorkäme; die Blätter großer Sammlungen und Galleriewerke sind Vereinzelt und bei jedem gehörigen Orts eingefügt. Findet man nun die Arbeiten der berühmtesten alten Kupferstecher, so ist namentlich von denen der mittleren Epoche — Italiäner wie Oltramontane — so wie von den vorzüglichsten neuern ein großer Vorrath da. Bei ictteren sind zum Theil die erlesensten Abdrücke von solchen Platten vorhanden, wovon selbst minder gute Exemplare beinahe aus dem Kunsthandel verschwunden sind. Um einen Begriff von dem Reich thum der Sammlung zu geben, möge hier über den Artikel Raphael ctwas Mäheres stehen. Die ganze Reihe umfaßt 629 Nummern. Man findet hier die Stiche von Marc Auton, Marco da Ra⸗ venna, Agostino Veneziano, Hugo da Carpi, G. Ghisi, vom Meister mit dem Würfel; dann Edelinck, Wenzel Hollar, Vorstermann, Bonasone, Frey, Del Moro, Larmessin (nebst m. A. des Crozatschen Werkes), Sadeler, Gregory und so fort bis auf Dorigny, S. Bartoli, Bartolozzi, Strange,
lpato, Raph. Morghen, F r. Müller, Longhi, Bou⸗
über ein⸗ neh⸗
1 Fried r⸗Desnovers, Bettelini, Anderloni, Garavaglia, G.
Jesi, Lignon n. A. Unter den Ausgaben der sogenannten wdie von Borgiaut in 52 Blättern, die von Badalochio und rfrauco m 57 Vlättern, die von Villamena, Chaperon, Fantelli s. w. — Von Mautegna sind 17 Original⸗Blätter vorhanden, von ionardo da Pinci 30 Rummern, wornnter die vielen Studien, as Reitergefecht, ein ganz vorzüglicher Druck des Cenacolo; von Michel Angele Buonaroti 105 Nummern, worunter das jüngste Gericht von G. Ghisi, die 74 Blätter der Propheten, Sibvllen und übrigen Gruppen der Bogen⸗Gemälde der Sistina von A. Ghisi; von Tizian 199 Nummern, von Primaticcio 39, darunter die Thaten des Ulvffes von Van Tulden radirt; von Giulio Romano 145, viele seitene Blätter von Agostino Venez., del Moro, A. und Diana Ghist, D. Hollar, Gg. Pencz, Bonasone u. A. — Reich sind überdies die Artikel: Correggio, Perin dei Vaga, Andrea del Sarto, Paolo Veronese, Parmegiano u. A., nicht zu gedenken der gro⸗ ten Menge der Veneziauer, der späteren Florentiner, so wie nament⸗ Carraccis und ihrer Schule, wo wir viele Blätter von Lo⸗ „Agostino und Aunibale selbst finden. Rt.
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Die neue, von dem Königstädtischen Theater in Scene gesetzte Oper „Aurora“ von Fr. von Hollbein, mit Musik von Gläser, be⸗ handelt die alte schon von Ramlter melodramatisch bearbeitete Fabel:
„Lephalus und Procris“, aber nicht so vollständig, wie Ovid sie im 5ten Buch seiner Metamorphosen erzählt, sondern nur zur Hälfte und mit heliebigen Abänderungen. Wie viel von diesen dem Herrn von Holl⸗ bein oder dem Bearbeiter seines Produkts, Herrn Genée, zukommen, können wir, da uns das Hollbeinsche Original unbekannt ist, nicht hbeurtheilen. Es liegt aber auch daran sehr wenig, da unsers Erach⸗ tens, so guͤnstig auch beim ersten Anblick ein mpthologischer Stoff der musikalischen Behandlung scheint, nach vielfältig gemachter Er⸗
fahrung, niemals eine gehörige Wirkung dadurch erreicht worden ist. Entweder hat sich die Musik mit eigner Ueberladung und rei⸗ cher Mithülfe des Decorateurs dermaßen des Stoffes bemächtigt, daß das Gedicht gar nicht mehr beachtet wird, oder der Zuhörer, wenn ihm noch Zeit und Besinnung gelassen worden, nach dem Inhalt zu fragen, Lrhält eine ganz ungenügende oder unverständliche Ant⸗ wort durch den Tert. Die alten mythologischen Fabeln sind dem gewöhnlichen und insbesondere dem nur nach Ohrenschmans lüster⸗ nen Publikum keinesweges so bekannt, als man gemeiniglich voraus⸗ setzt. Entkleidet man sie aber von der ursprünglichen Form und lo⸗ set den Inhalt in seine nackten Bestandtheile auf, so sagen sie mitunter nichts mehr, als die gewöhnlichen Alltagsgeschichten, und man thäte daun besser, ihnen auch nur den Alltagsnamen zu geben und da⸗ durch wenigstens das Interesse für sie zu gewinnen, das man an den Angelegenheiten der Pettern und Gevattern, kurz, dem beliehten Fa⸗ miltengemälde, nimmt. Wie dem aber auch seyn mag, immer bleibt es höchst befremdlich, daß cine Oper, wie diese Aurora, so reich an ein⸗ zelnen schönen poetischen Elementen und noch reicher an mustkali⸗ 9 ja überhaupt mit einer dem Geist des Gedichts so gemäßen Mustk, schon bei der ersten Wiederholung ein fast leeres Haus gefunden hat, eine Erscheinung oder vielmehr Richterscheinung, die vollends uner⸗ klärlich wird, wenn man die sehr lobenswerthe Ausführung durch die Sänger und Sängerinnen dieses Theaters in Anschiag bringt. Dlle. Häncl, an Voll⸗ und Wohllaut der Stimme, Kraft und Feuer eine „Aurora“, wie man sie nur wünschen mag, und Dlle. Gerhard als „Procris“ hinreißend durch den seelenvollen Ausdruck der lei⸗ denschaftlichsten Gefühle, hätten zu einer anderen Zeit ohne alle weitere Ansprüche an den Werth des Sujets, das Glück dieser Oper entschie⸗ den, und das Publikum in Strömen herbeigezogen. Ja bloß allein die Decorationen, wie sie in dieser Oper zu schauen sind, namentlich die letzte mit dem schöncn Farbenlicht, wären hinreichend gewesen, eine Masse von Zuschauern anzulocken. Worauf läßt sich nun hei solchem Wechsel und dieser Veränderlichkett des Geschmacks, uamentlich der so viel gerühmten Musikliebhaberei, bauen? — ⸗—
B S l i ma 6. Bͤ5 9
Den 5. April 1836. Fonds- unnai Geld-Cours-Zettel. 8 [IS — I SBrief. I Geld. 3 Briet. Cel4. . St.-Schnld-Sch. 4 102 1 101% [0stpr. Ptandbr. 4 102 102 ½ Pr. Kugl. 0bl. 30 4 10 i 3 100 Pomm. do. 4 102 ¾ Prämßch. d. Seech -8 61 ⁄1 20 y60712 [Kur- u Neum. do. 4 101 ’. 2 Kurm. Obl. m. 1.C. 4 102 101 51⁄ do. do. do 34 99 6 V Nm. Iut.Sch. do. 4 102] 3 Sechlesische do. 4 103 /1
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ImtlzichÜe!“
Berl. Stadt-Obl. — 102 Rückst. C. und Z. Gold al mareceo — 216 ½ Neue Ducaten — —
Frieüdrichs'dor Disconto — ‿——
Königsb. do. 4 — Elbinger do. 43 Danz. do. iu Th. — Westpr Pfandbr. 4 b Grossh. Pos. do 4 103³⁄½
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2 Mt. 3 Mt.
2 Mt. 2 Mt. 2 Mt.
2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch.
250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mh. 1 LSt. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fi. 100 Rbl.
Amsterdash“ do.
Hamburg do.
London
Wien in 20 Xr. Augsburg. Breslau
Leipzig
Fraukfurt a. M. WZ. Petersburg..
30 1 1 2
b“ Auswärtige Börsen. Amsterdam, 31. März. hs er SI„ 12 50/¼ 3/ 1 Niederl, Wirkl. Sehnld 56 5 9, 40. 102 ⁄1. Kam. 8. 5 % Span. 4313⁄16. Passive 14 ¼. Ausg. Schuld —. 78. . Preuss. Priim.-Scheine 106 3 ¾. Poln. 116 ¼. Auntwerpen, 30. März. Aunsg. Schuld —. Zinsl. 16 ¼2. Neue . Frankfurt a. M., 2. April. Oesterr. 5 % Met. 10315716. 1031216α.. 40 % 9918/⁄16. 9911 16. 2 60. Br. 1 % 252,1 6. G. Bank-Actien 1635. 1633. Partial-Ol G. Loose zu 500 Fl. 114 ½. 114 ¼. Loose zu 100 Fl. Preuss. Präm.-Sch. 605/G60 Br. do. 4 % Anl. 99 8. G Loose 66 6. Br. 5 % Spau. Anl. 43 ¾¼. 43 ½. 56171 6. 561/16.
Oesterr. Net. 1chn
- 7
assive 14 ⅜.
Aul. zn⸗ T- M
2 ¼ d1. 1S- 2A6-,
8 bop; 21 O
Paris, 30. März. 5 % Kente 107. 75 3 % do. 81. 50 5 % Neap. 101. 7 Span Kente 44 ¾⅞. Lassive 14 ¼. Ausg. Schuld 15 ¾¼ N Sch. 20 ¼. 3 % Portug. 49 ½¼.
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07
KSgslchhah Mittwoch, 6. April. Im Schauspielhause: Die Leübre„, Schwank in 1 Akt, von G. A. v. Maltitz. f. da
Hierauf Blatt hat sich gewendet, Original⸗Lustspiel in 5 Abth
Donnerstag, 7. April. Im Schauspielhause: Kaiser gn drich 1., Vierter Theil, oder: Friedrich's Abschied, hiätorse Schauspiel in 5 Abth., von E. Raupach.
Freitag, 8. April. Im Opernhause: Das Geheing Singspiel in 1 Akt. Musik von Solic. Hierauf: Der N ruhr im Serail, Ballet in 3 Abth., von Ph. Taglioni. ad Vagon: Zulma.)
Im Schauspielhause:
Pour le premier début de h Tallot dans lP'emploi des umoureuses: J1) La haine dha lemme, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 2) Le muri deê veuve, comédie eu 1 acte. 3) La première représentation Lua prima donna, vaudeville nouveau en 1 acte. Dam première piece Bad. Tallot remplira le röle de Juliette,, dans la troisiame, celui de la Signora Rosellini.
8 KSmtgstadthe MMittwoch, 6. April. Zu ebener Erde und erster Stock, h vaunen des Gluͤckes. Lokal⸗Posse mit Gesang in 3 Akten, J. Nestroy. Musik von A. Muͤller.
Donnerstag den 7. April wird die obige Vorstellung wiederze
—
Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 2. April 1836.
Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr. 4 %
b Pf.; große Gerste 26 Sgr. 11 Pf.; kleine Gerste 25 Sgr.; hh. 25 Sgr., auch 21 Sgr. 11 Pf. . Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rih Sgr. 6 Pf. und 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 N. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.; Hafer 23 Sgr. 9 Pf., G. 22 Sgr. 6 Pf.; Erbsen, schlechte Sorte, 1 Rthlr. 10 Sgr.,
1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf. Sonnabend, den 2. April 1836.
Das Schock Stroh 5 Rthlr. 10 Sgr., auch 5 Rthlr.;
ner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 20 Sgr.
“
der (.
Redacteur Ed. Cottel. EAE —
Gedruckt bei A. W. Hayn.
— — ——
Allgemeiner Bekanntmachungen.
Bekanntmachung Wir bringen hierdurch zur oͤffentlichen Kenntniß, daß wir hinsichtlich des Verkaufs des Alauns vom Freienwalder Alaunwerke mit dem Konsul und Kaufmann C. Koch janior in Stettin ein Ueber⸗ einkommen in der Art geschlossen haben, daß derselbe den Alaun sowohl von dem Werke, als von seiner Niederlage in Stettin ab, zu den von uns bestimm⸗ ten Preisen verkaufen wird. Es bleibt indessen einem jeden Kaͤufer uͤberlassen, den Alaun auch unmittelbar vom Werke selost zu beziehen. Berlin, den 24. Maͤrz 1836. Koͤnigl. Ober⸗Berg⸗Amt fuͤr die Branden⸗ burg⸗Preußischen Provinzen.
thaͤnigsten
alle. Inhaber 3 bovv Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 2. Dezember 1835. Der dem Buchbindermeister Carl Friedrich Wil⸗ helm Wander zur Haͤlfte gehoͤrende Antheil des in der Heiligengeist⸗Straße Ne. 40 und Brauhausgassen⸗ Ecke belegenen Grundstuͤcks, welches auf 11,617 Thlr. 26 sqgr. 9 pf. taxirt worden, soll am 30 August 1836, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Oie dem Aufenthalte nach unbekannte eingetragene Glaͤubigerin, Wittwe Colverg, Eva Elisabeth, gebor⸗ nen Schmidt, wird hierdurch oͤffentlich vorgeladen.
Edietal Citgtipn. Zur Anmeldung und Nachweisung der Anspruͤche an den Muͤhlen neister Christian Heinrich Weiße zu Garz, uͤber dessen Vermoͤgen von uns der Konkurs ceoͤffnet ist, haben wie einen Termin auf den 7. Juli c.) Vormittags 10 Uhr, zu Garz angesetzt. Wir laden dazu die Glaͤudiger, welche zu den Akten noch nicht bekannt sind, unter der Verwarnung vor, daß sie beim Ausbleiben mit ihren Forderungen an die Masse ausgeschlossen und ihnen deshalb gegen die uͤbrigen Glaͤubiger ein ewi⸗ ges Stillschweigen auferlegt werden soll Denjenigen, welche persoͤnlich zu erscheinen verhin⸗ dert werden, schlagen wir die Justiz⸗Kommissarien Bodstein zu Neu⸗Ruppin und Goldbeck zu Wuster⸗ hausen a. d. D. zu Bevollmaͤchtigten vor. Febrbellin, den 22. Maͤrz 1836. 1 Von Quaßsches Patrimonial⸗Gericht uͤber
Garz. Kletschke.
so ist die
Hekanniemgch. den Leipziger Wollmarkt betreffend. Der diesjaͤhrige Leipziger Wollmarkt beginnt den 13ten und endet mit dem 16. Junt. Leiyzig, den 2 April 1836. b Der Rath der Stadt Leipzig. Dr. Deutrich, Buͤrgermeister.
Anzeige
Bekanntmachung. Des Koͤnigs Majestaͤt haben auf unsern allerunter⸗ Antrag Ordre vom 17ten d. M. zu genehmigen geraht, daß der von uns nach §. den⸗Tilgungs⸗Ordnung vom 17. Dezember 1821 ver⸗ sprochene Zinsfuß von fuͤnf auf vier vom Hundert ermaͤßigt werden duͤrfe, und zwar dergestalt, daß die⸗ jenigen Jerichowschen Kreisschuldscheine, in denen fuͤnf pro Cent Zinsen versprochen sind, wie hier⸗ mit geschieht, gekuͤndigt, und die Valuta entweder baar zuruͤckgezahlt, oder aber das Dokument selbst fernerhin nur alsein vier vro Cent Zinsen kannt und bezeichnet werden. In Ausfuͤhrung dieser Maaßregel, fordern wir
scheine Litt. B. zu fuͤnf pro Cent Zinsen
hierdurch auf, am 2
folgenden Tagen bei der Kriegs⸗Schulden⸗
Tilgungs⸗Kasse zu Burg gegen Zuruͤck⸗
gabe der quittirten Kreisschuldscheine und
der Coupons uͤber die bis dahin noch nicht abgelaufenen Zins⸗Termine die Valuta in
Empfang zu nehmen.
Die alsdaun und spaͤtestens in der ersten Haͤlfte des Monats Juli d. J. werden auf Gefahr und Kosten der Inhaber gericht⸗ lich deponirt werden.
Sollten Letztere jedoch vorziehen, Kapitalien ferner zu vier pro Cent Zinsen vom 1. Juli d. den bisherigen in den Obligation. gedruͤckten Bedingungen stehen zu lassen, Krieges⸗Schulden⸗Tilgungs⸗ Kommission hierauf einzugehen unter fol⸗ genden Bedingungen bereit:
1) Die Inhaber reichen der Krieges⸗Schulden⸗ Tilgungs⸗Kasse zu Burg vom 1 Mai bis spaͤ⸗ testens den 1. Juni c. eine kurze schriftliche Er⸗ klaͤrung ein, die nach Lit., No., Datum der Verschreibung und Geld⸗Betrag genau zu be⸗ zeichnenden Kapitalien vom 1. Juli d. J fer⸗ ner zu vier pro Cent stehen lassen zu wollen.
2) Bei Uebergabe dieser Erklaͤrung werden die Original⸗Obligationen der Kasse vorgelegt, welche dieselben mittelst eines aufzudruͤckenden Stem⸗ pels als vom 1. Juli c. nur 4 pro Cent Zinsen tragend bezeichnet und dem Praͤsentanten so⸗ fort zuruͤckgiebt.
3) Gleichzeitig muͤssen der benannten Kasse die Coupons uͤber die vom 1. Juli d. J. laufenden Zinsen gegen einen ebenfalls sofort zu behaͤn⸗ digenden gedruckten Empfangschein, der uͤber die zu jeder einzelnen Obligation gehoͤrigen Cou⸗ vons besonders ausgestellt wird, und mit dem Stempel der Schulden⸗Tilaungs⸗Kommission und der Unterschrift des Rendanten versehen ist, uͤberliefert werden.
Die neuen vierprocentigen Coupons werden dann nach dem 1. Juli c. so bald als moͤglich,
s di
mittelst Allerhoͤchster Kabinets⸗
Bekanntmachung hieruͤber v
7. Kapit. III. der Kriegsschul⸗ Burg, den 29. Maͤrz 1836.
v. Muͤnchhausen.
Preußis
auf jeden Fall geraume Zeit vor dem 1. Januarplemente bereichert, welche hauptsaͤchlich auf 1837 dem Producenten der Ooligation gegen Europaͤischen Kontinent und seine industriellen ?d Zuruͤckgabe der Quittung uͤber die fuͤnfprocen⸗ he den 2
igen Coupons behaͤndigt, und wi d die näͤhere die Anerkennung gefunden, welche sein reicher —
Direktorium der Krieges⸗Schulden⸗Til⸗ gungs⸗Kommission ver Kreise des Herzog⸗ thums Magdeburg rechts der Elbe. Berendes.
chen Staaten.
baͤltnisse Bezug haben, hat uͤberall den Beifal!
gener Inhalt verdient. Der Umfang desselben scheh⸗ jedoch einen Preis vor, der, wenn schon an und sich aͤußerst billig, das Werk doch Manchem ue gaͤnglich macht Wir haben uns deshalb entschle eine gedraͤngte Umarbeitung zu veranstalten, ue diesem Uebelstande begegnet, und uͤberhaupt vor weise auf die Beduͤrfnisse des praktischen Kaufmmn
rhehalten.
tragendes Papier aner⸗
Jerichowscher Kreisschuld⸗
₰ O
Die siebenfaͤltige Morgen 1836. schel. Gr. 8vo. Geh. 122
Im vorigen Jahre erschien
Juli d J. und an den
lativen Philosophie
nicht erhobenen Kapitalien
ihre schienenen korrekten, auf schoͤn gedruckten, bereits cartonnicten
J. ab, uͤbrigens aber unter b 8 Ausgaben aufmerksam zu machen
en aus⸗
depuis 1789 juscha'en 1814. 1I, 1 „„.
1 Thlr. 11 ¾ sge.
1 Phfr. 18 ¾ sgr.
—
1
“ nach
tinopel, Neu⸗York, Petersburg
Literarische Anzeigen. 11
Im Verlage von Duncker u. ble zoͤsische Straße Nr. 20 , ist so eben erschienen und
in allen Buchhandlungen zu haben: sterfrage Von Ur. Kar
Von den Beweisen fuüͤr die Unsterblichkeit der menschlichen Seele im Lichte der speku⸗
w Eine Ostergabe von C. F.
Goͤschel. Gr. 8vo. Geh. 1 Thlr. 15 sgr.
Fuͤr Lehr⸗Anstalten u. s. w. Wir erlauben uns auf die in unserm Verlage er
F. A. Mignet, histoire de la révolution frangaise
Comte de Ségur. histoire de Napoléon et de la geande armée pendant l'année 1812. Svo. 1834
Es sind diese als klassisch anerkannten Werke in saͤmmtlichen Buchhandlungen stets vorraͤthig, in Ber⸗ lin vei E. S. Mittler, Stechbahn Nr. 3:
J Scheible's Buchhandlung in Stuttgart
Subscriptions⸗Anzei Hand Mac Culloch in Einem Bande. 1.“ Mit den Planen von Gibraltar, Helsingoͤr, Konstan⸗
und einer Weltkarte nach Mercator's Projection.
Bis zur Ostermesse 1836 erscheint unter obigem Titel die erste 10 Bogen starke Lieferung einer schoͤnen und außerordentlich wohlfeilen Ausgabe von Mac Culloch's vortrefflichem Dictionory of Lom- merce and Commercial Navigation, auf die wir hier⸗ mit das ganze gebildete Publikum, besonders aber den Handels⸗ und Gewerbsstand aufmerksam machen.
Unser Handbuch fuͤr Kaufleute, nach demsel⸗ ben Englischen Originale bearbeitet und durch Sup⸗
Fabrikanten und Gewerbsmannes berechnet ist. wird in derselben nichts ausgelassen, alzs w nigen Partiecen des Originals, welche rein!
38 auf Großbritannien Bezug haben, Humblot, Fran⸗ nichts abgekuͤrzt, als einige laͤngere thn retische Abhandlungen. Ganz vollstaͤndig ie aufgenommen: B Alles, was auf Handels⸗Geo graysl Waaren⸗ und Gewerbskunde, Mül Maaß⸗ und Gewichts⸗Verhaͤltn Wechsel⸗Course, Staatspapiere, M⸗ sicherungen, Leibrenten, Banl⸗ schaͤfte ꝛc. Bezug hat, ja alle diese wichtigen Zweige des ü maͤnnischen Wissens werden durch Zusaͤtze u ”. neuesten und besten Huͤlfsquellen vereicher Komvresser, aber dennoch sehr deutlicher Oruck ing ein großes Format machen es moͤglich, das gange hoͤchst reichhaltige Werk in 60 bis 70 Bogen züsta dauerhaftes Papier menzudraͤngen, welche noch im Laufe des Jahrüs! und sehr billigen in sechs bis sieben Lieferungen, à 10 Bogen jede, von: scheinen werden. 1“ Den Subsecriptlons⸗Preis stellen wir auf 1 fuͤr jede Lieferung, zahlbar bei Empfang dersäh und laͤssen ihn vorläͤufig bis zur Ausgabe des na ten Heftes offen. Suobseribentensammler ethül auf zehn das ellfte Exemplar gratis, 9 sie sich an die ihnen zunaäͤchst gelegene Bucha lung wenden. Wir haben jede solide 90n lung in den Stand gesetz, diese Verzlf
igung einzuraͤumen.
Dieser außerordentlich wohlfeile Preis win, dem Unbemittelten gestatten, sich ein Werk aning
- fen, das bereits die Runde in Europa gemabec 88 und uͤbecoll als das vortrefftichste seiner vn, 1 b kannt worden ist Es ist die vollstäͤndiaste 2n sddels⸗Encyelopaͤdie und wird das ℳhg bpehrliche Handbuch auf jedem Comp werden.
Das Handbuch fuͤr Kaufleute wir sic dieser neuen Bearbeitung in seinen eigenthun mehr auf das Theorrtische der Hande lzwissenor⸗ gehenden Vorzuͤgen fortbestehen und, durch färn nen des letzten der Supplemente, in Frist geschlossen werden.
S art, im Maͤrz 1836.
Stuttgart, 8 EegCortasche Buchhandlun
Ferd. Duͤmmler' s Buchhandlung, L in Berlin, empfiehlt sich zu geneigten
„Zum Oster⸗ lFriedrich Goͤ⸗ sgr.
und Rio⸗Janeiro,
Jaubert die Debatte zusammenfaßte.
wird nh
vi li ch e Nachrichten. 111““
K Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem evangelischen Pfarrer Witfeld zu Meurs den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht. Se. Majestäͤt der Koͤnig haben dem Kaͤmmerer Barrein u Gruͤnberg das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht. Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Koblenz ist der bisherige Vikarius in Staale, Ferd. artmann, zum katholischen Pfarrer in Friesenhagen, und der Predigtamts⸗Kandidat Eduard Wagner zum zweiten Pre⸗ diger in Kastellaun ernannt worden.
— —.—
Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und Commandeur der 7ten Division, von Thile lI., und
Die General⸗Majors von Zglinicki, Commandeur der zten Infanterie⸗, von Zollicoffer, Commandeur der 7 Kavalleriee, und von Monsterberg, Commandeur der Landwehr⸗Brigade, nach Magdeburg.
Zeitungs⸗RNachrichten 1“
8 O 11I1““ 8
Paris, 31. Maͤrz. Der Herzog von Broglie und der Duchatel wurden vorgestern von dem Koͤnige empfangen.
Der Prinz von Capua ist am 25sten mit Miß Penelope Smith von Madrid in Bordeaux angekommen, und hat am fol⸗ genden Tage Abends die Reise nach Paris fortgesetzt.
Bei Eroͤffnung der heutigen Sitzung der Deputirten⸗ Kammer waren hoͤchstens einige 30 Mitglieder zugegen, und die oöffentlichen Tribunen waren ganz leer. Nachdem Hr. Gol⸗ bery uͤber einen zur Vollendung verschiedener Wasserbauten auf dem Rheine verlangten Kredit berichtet hatte, mußte die Sitzung fast eine halbe Stunde lang suspendirt werden. er Ta
Graf
Auf der Tages⸗ ordnung stand die Debatte uͤber einen Gesetz⸗Entwurf, wodurch eine Summe von 8 Millionen Fr. pro 1836 und 1837 zur Ver⸗ mehrung der großen Landstraßen verlangt wird. Nur 3 Redner ließen sich hieruͤber vernehmen, worauf der Berichterstatter Graf Ein von der Kommission beantragter Zusatz⸗Artikel besagt, daß hinfuͤhro alljöhrlich den Kammern ein Spezial⸗Bericht uͤber die auf den Grund des ge⸗ genwaͤrtigen Gesetzes unternommenen Chaussee⸗Bauten und die dafuͤr verausgabten Summen abgestattet werden solle. Mit die⸗
sem Zusatze ging der Gesetz⸗Entwurf mit 252 gegen 9 Stimmen
durch. Die Versammlung trennte sich bereits um 3 ½ Uhr. — Morgen als am Char⸗Freitage findet keine Sitzung statt.
Die ersten Zeugen, die in der gestrigen Sitzung des Assi⸗ senhofes vernommen wurden, waren der Polizei⸗Kommissarius und die Agenten, die am 26. Juni die Nachsuchungen und Ver⸗ sengen in der Wohnung der Wittwe Chaveau vorgenommen atten. Sie erzaͤhlten genau dieselben Umstaͤnde, die schon in
der Anklage⸗Akte verzeichnet worden sind. Der Praͤsident legte,
was bei einem Prozeß von angeblich so hoher Wichtigkeit eini⸗
ermaßen in Verwunderung setzte, einen großen Werth auf die chmaͤhungen, die die Angeklagten im Augenblicke der Verhaf⸗
tung gegen die Polizei⸗Beamten ausgestoßen hatten, und ging
uͤber diesen Gegenstand so ins Detail, daß es fast den Anschein gewann, als ob dies der Hauptpunkt der Anklage werden solle. ach diesen ersten ganz uninteressanten Verhoͤren ward der Zeuge Bray aufgerufen. Da der ganze Prozeß auf den Aussagen zund Angaben dieses Mannes beruht, so gab sich bei seinem Ein⸗ breten eine gewisse Spannung in der Versammlung kund. Bray ist sehr groß, und hat ein ganz militairisches Ansehen. r kreuzt die Arme uͤber einander, blickt ruhig und mit Zuver⸗ sicht umher, und erwiedert auf die ersten Fragen des Praͤsiden⸗ ten, er heiße Nicolas Charlemagne Bray, sey 48 Jahr alt und Professionist. Fr. „Kennen Sie die Angeklagten?“ Bray naͤhert sich der Bank der Angeklagten und sagt: „Ich kenne i- Karl Chaveau, Combes, Delont und Huillery; 18- er 89 waren T11““ elpeg ung. “ D er minal⸗Instruction zuß “ d E114141““ — zufolge, benachrichtige ich die Herren Ge⸗
schworenen, daß der Zeuge Bray derjenige ist, der der Justiz
1“ Kenntniß gegeben hat. Bray naieh Sbmun, ausfuͤhrlich die in der Anklage⸗Akte verzeich⸗ 9 Thatsachen, und bemerkte noch, daß er, um in den G mehrerwaͤhnten Fasses zu gelangen, den Ver⸗ hcc Ven gegeben habe, daß er noch zu einer * 1 süht rung gehoͤre, an deren Spitze ein gewisser s sch hne⸗ 1 S von dem Fasse Gebrauch machen wuͤrde. 8 che Foft e ht gelungen, das Faß zu erhalten, oder den Llusse G A. 9 gebracht worden, ausfindig zu machen. Am
ih da see e dSssag beklagte sich Bray über die Schmaͤhun⸗ raide, in E11““ Blaͤttern erdulden müsse. Der und ich b ) habe gestern in Eurer Abwesenheit gesagt, verth * 7 erhole Helegt, daß Euer Betragen durchaus ehren⸗ svoistem Le F 88 2 herachtet jene Schmaͤhungen 1 MNach been⸗ rhoͤr bestuͤrmten nun die Vertheidiger der Angeklagten virkiich 2 mit einer Menge Fragen, und es gelang ihnen auch Uise in die allerauffallendsten Widerspruͤche mit sich selbst Geschwor eln, so daß der Praͤsident sich veranlaßt fand, die 8 mehreremale auf die schwierige Stellung 1a - b aufmerksam zu machen „ und seine Verwir⸗ entschucde 8 u Ungewohntheit oͤffentlicher Debatten zu ray's 6 8. 1 Anderem ging aus den Antworten ache den 8 rha eutlich hervor, daß er in dieser ganzen — olizei⸗Spion abgegeben, um einen Posten im In⸗
validen⸗Hause zu erhalten, daß er nichts gethan, um die jungen Chaveau's von ihren Gesinnungen abzubringen, sondern sie eher noch angereizt, und endlich, daß er der Polizei mehrere falsche Thatsachen mitgetheilt hatte. So gestand er z. B. ein, daß er bei der Versammlung am 25. Juni in der Chavcauschen Woh⸗ nung gar nicht persoͤnlich zugegen gewesen sey. Diese Aussage machte einen so lebhaften Eindruck auf die Geschworenen, daß sie sich leise ihre Meinungen mittheilten, wodurch sie sich einen Verweis des Praͤsidenten zuzogen, der sie darauf aufmerksam machte, daß es der Jury nicht erlaubt sey, im Laufe der De⸗ batten mit einander zu reden. Ueber anderthalb Stunden lang draͤngten die Advokaten den Bray mit Fragen, und als der Praͤsident ihn hierauf entlassen wollte, erhoben sich saͤmmtliche Vertheidiger und bemerkten, daß sie noch viele Fragen an ihn zu richten haͤtten und nicht in sein Abtreten willigen koͤnnten. Nun erklaͤrte aber der Praͤsident, er, fuͤr seine Person sey so er⸗ muͤdet, daß er die Sitzung und das weitere Verhoͤr des Bray auf den folgenden Tag verschieben muͤsse. Da die Aufhebung der Sitzung inmirten eines begonnenen Verhoͤrs etwas sehr Un⸗ gewoͤhnliches ist, so erregte dies Verfahren eine ungemeine Auf⸗ regung in der Versammlung, und sogar in den Mienen der Ge⸗ schworenen glaubte man eine Mißbilligung zu lesen, die das Re⸗ sultat des Prozesses, falls nicht noch neue Umstaͤnde die Lage der Angeklagten erschweren sollten, fast nicht mehr zweifelhaft erscheinen laͤßt.
Die ministeriellen Blaͤtter erklaͤren die Anzeige, daß das Museum in Versailles am 1. Mai dem Publikum geoͤffnet werden wuͤrde, fuͤr ungegruͤndet.
Der Messager erzaͤhlt von einem persoͤnlichen der sich zwischen dem Marschall Moncey, Gouverneur validen⸗Hauses, und dem Kriegs⸗Minister, Marschall erhoben habe. Die haͤufigen Verwendungen des Marschall
Streite, des In⸗ Maison, Moncey
bei der Besetzung von Stellen sollen den Kriegs⸗Minister zu
einer so heftigen Aeußerung veranlaßt haben, daß dieselbe eine Herausforderung zur Folge gehabt. Man sey indeß eifrig be⸗ muͤht, die Sache beizulegen.
Von allen Seiten gehen Nachrichten uͤber die Verwuͤstun⸗ gen ein, die durch den am 27, 28 und 29sten stattgehabten Or⸗ kan angerichtet worden sind.
Das Linienschiff „Trocadero“, das kuͤrzlich in Toulon in Flammen aufgegangen ist, soll durch ein anderes von gleicher Groͤße: „der Souverain“, ersetzt werden. Es ist bereits der Befehl zur Ausruͤstung desselben ertheilt worden.
Im Jahre 1835 hat sich der Antheil der dramatischen Schriftsteller an den Einnahmen saͤmmtlicher Theater in Frank⸗ reich auf 710,000 Fr. belaufen. Im Jahre 1834 betrug dieser
Antheil nur 600,000 Fr., woven Herr Scribe allein uͤber
100,000 Fr. erhielt. 8
Der Moniteur koͤmmt heute noch einmal auf das Ge⸗ fecht bei Orduna zuruͤck: „Ein Buͤlletin des Generals Cordova“, sagt derselbe, „bestaͤtigt alle in dem Berichte des Generals Es⸗ partero uͤber die Affaire bei Ordunia enthaltenen Details. Die⸗ ser neue und wichtige Vortheil wird vollends dazu beitragen, die Plaͤne der Karlisten an der Kuͤste von Biscaya zu vereiteln; sie scheinen in der That schon auf ihre Unternehmungen gegen Bil⸗ bao und Lequestio verzichtet zu haben, und beschraͤnken sich nur noch darauf, ihre Arbeiten in den verschanzten Lagern fortzu⸗ setzen. Man glaub:, daß diese Lager bald dasselbe Loos haben werden, wie diejenigen bei Maturana, die Cordova am 14. in 2 Stun⸗ den vernichtet hat, ohne dabei einen einzigen Mann zu verlieren.“ — Die AQuotidienne giebt dagegen folgendes Schreiben von der Spanischen Graͤnze: „Am 19ten Abends um 10 Uhr wurde in Vittoria mit allen Glocken gelaͤutet zur Feier des Einzuges Espartero's in Bilbao; dieses Geruͤcht war absichtlich verbreitet worden, um einen Vorwand zur Abfertigung eines Couriers nach Madrid zu haben, der noch vor der Eroͤffnung der Cortes dort eintraͤfe. Wie groß war aber das Erstaunen, als man 2 Stun⸗ den spaͤter dieselbe Diviston in der groͤßten Unordnung zuruͤckkommen sah. Die Soldaten waren großentheils ohne Waffen und Patronta⸗ schen, und schrieen laut, man habe sie verrathen. Die Nieder⸗ lage ist vollstaͤndig gewesen.“ — In einem anderen Schreiben heißt es: „Es leidet keinen Zweifel, daß Cordova's Plan, in Biscayg einzudringen, gescheitert Ist. Man ist begierig, was die in Balmaseda eingeschlossene Division thun wird; es waͤre moͤglich, daß Cordova irgend eine Bewegung machte, um ihr zu Huͤlfe zu kommen.“
Großbritanie
Parlaments⸗Verhandlungen. zung vom 29. Maͤrz. Die Irlaͤndische Munizipal⸗Bill er⸗ hielt die erste Lesung, und Lord Melbourne destimmte die zweite auf den 18ten d. M. Die zur Verbesserung der Engli⸗ schen Munizipal⸗Akte eingebrachte Bill erhielt dann die zweite
“
Oberhaus. Sitzung vom 30. Maͤrz. Auf den An⸗ trag des Herzogs von Leinster wurde ein Untersuchungs⸗Aus⸗ schuß zur Erleichterung des Verkehrs mit dem Britischen Nord⸗ Amerika vermittelst der Dampfschifffahrt ernannt. Das Haus vertagte sich sodann bis zum 12. April.
Unterhaus. Sitzung vom 29. Mäarz. Diese Sitzung wurde hauptsachlich mit einer Debatte uͤber die von der Regie⸗ rung nach der neuen Englischen Munizipal⸗Akte in den Staͤdten ernannten richterlichen Beamten ausgefuͤllt, veranlaßt durch einen Antrag Lord John Russell's, daß dem Hause eine Abschrift des im verflossenen Oktober von dem Unter⸗Staats⸗Secretair des Innern in Bezug auf die besagte Akte erlassenen Cirkulars vor⸗ gelegt werden sollte, womit der Minister der neulich von Sir R. Peel gemachten Anzeige, daß er einige Fragen in Betreff je⸗ ner Ernennungen an ihn richten werde, begegnen wollte. Sir R. Peelerhob sich darauf und warf dem Ministerium vor, daß es im All⸗ gemeinen nur Maͤnner von der liberalen Partei zu Friedensrichtern er⸗ nannt habe, wobei er jedoch zugab, daß alle zu diesen Aemtern ernannte Individuen achtbare Maͤnner seyen, und daß er keine versoͤnliche Einwendungen gegen dieselben machen wolle. Lord
EIö Oberhaus. Siz⸗
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John Russell antwortete, daß, wenn auch die Mehrheit de besagten Individuen sich zu einer liberalen Politik bekennten, e doch meistentheils den Anempfehlungen der Stadtraͤthe gefolg sey, wie er es bei den Debatten uͤber die Englische Munizipal⸗ Bill schon angekuͤndigt habe, und daß, obgleich er kein Wort zur Verkleinerung der Grafschafts⸗Friedensrichter oder der Art und Weise, wie die Lord⸗Lieutenants der Grafschaften ihre Be⸗ fugniß ausgeuͤbt, sagen wolle, er doch glaube, daß sich die Friedensrichter der Stäͤdte als eben so einsichtsvoll und tuͤchtig, rechtschaffen und redlich in der Rechtspflege bewaͤhren wuͤrden, wie die Friedensrichter der Grafschaften. Schlie lich erkläͤrte der Minister, daß auf Seiten der Rathgeber der Krone nicht im entferntesten die Neigung vorwalte, die Sach der Gerechtigkeit um parteisuͤchtiger Zwecke willen aufzuopfern Herr Roebuck behauptete, Sir R. Peel sey nur deshalb über jene Ernennungen aͤrgerlich, weil sie zum Besten des Volks ge
reichten, weil er die Macht, die er so lange besessen, in Staub
sinken sehe, und weil er fuͤhle, daß die Tage der Tory-Herrschaf fuͤr immer voruͤber seyen, seitdem das Volk die Macht besitze sich seine eigenen Magistrats⸗Beamten zu waͤhlen. Die De batte fuͤhrte uͤbrigens zu keinem weitern Resultat, als daß der Antrag Lord John Russell's angenommen wurde.
Unterhaus. Sitzung vom 30. März. Sir W. Mo sworth richtete, wie er es angekuͤndigt hatte, eine Frage an n Kriegs⸗Secretair in Bezug auf die angebliche Ernennung
Lord Brudenell zum Oberst⸗Lieutenant des I1ten Dragoner
Regiments. Bekanntlich, sagte er, habe ein Kriegsgericht nach reiflicher Untersuchung den Capitain Wathen von sechs schweren Anklagen, die Lord Brudenell gegen denselben erhoben, auf ei ehrenvolle Weise freigesprochen und erklaͤrt, daß es Lord Bru denell’'s Beweggruͤnde zu diesen Anklagen nicht bloß dem Wunsche die Ehre und das Interesse der Armee aufrecht zu erhalten, zuschret bon koͤnne; der Koͤnig habe dieses Urtheil bestaͤtigt und am 1. Fe bruar 1834 befohlen, daß der Lord vom Kommando de löten Husaren⸗Regiments entfernt werden solle; wie komme nun, daß, ohne Kassirung jenes Ausspruchs, und ohne daß derselbe feierlich vor der Armee als ungercht prokla⸗ mirt worden sey, Lord Brudenell ein neues Kommando erhal ten solle; wenn dies wahr sey, so wuͤnsche er zu wissen, ob der
Kriegs⸗Secretair diese Ernennung gebilligt und bestaͤtigt habe.
besagte edle Lord
(Hoͤrt, hoͤrt!) Lord Howick erwiederte, der hl aus dem aktiver
8 U sey allerdings durch einen fruͤheren Befehl Dienst entlassen und auf Halbsold gesetzt worden; aber wie Strafe seyn und der
0 glaube, habe dies nur eine voruͤbergehende S edle Lord dadurch nicht der Aussicht beraubt werden sollen, ein wieder in den aktiven Dienst eintreten zu koͤnnen; uͤbrigens scheine der ehrenwerthe Baronet mit der Verwaltung der Mi⸗ litair⸗Angelegenheiten nicht genau bekannt zu seyn, wenn er glaube, daß der Kriegs⸗Secretair sich um die Befoͤrderungen und Ernennungen in der Armee zu kuͤmmern habe, da ihm nur die finanzielle Partie des Kriegs⸗Departements anvertraut sey und alles Uebrige, was die Disziplin und die sonstigen Ange legenheiten der Armee betreffe, ganz allein von dem Ober⸗Be fehlshaber (Lord Hill) abhaͤnge, der auch dafuͤr verantwortli sey. (Hoͤrt!) Allerdings habe er von der Absicht gehoͤrt, daß dem Lord Brudenell wieder ein Kommando, und zwar das des I1ten Dragoner⸗Regiments, uͤbertragen werden solle, und er habe darauf dem Lord Hill nur gesagt, daß dieser die Ernennung auf seine Verantwortlichkeit vorzunehmen, und daß er (Lord Howick) keine Gruͤnde habe, etwas dagegen einzuwenden; uͤbrigens sey, wenn ein Offizier auf Halbsold gesetzt werde, darunter immer schon verstanden, daß sein Charakter und Benehmen von der Art ge⸗ wesen, daß der Ober⸗Befehlshaber ihn jederzeit wieder zum aktiven Dienst berufen koͤnne. (Hoͤrt!) Herr Hume fand es sehr unan⸗ gemessen, daß kein im Unterhause sitzender Minister fuͤr die Ernennungen in der Armee verantwortlich seyn sollte, da das Unterhaus doch die Mittel zur Erhaltung der Armee hergebe, und fragte den Minister des Innern, ob denn auch er den Kriegs⸗ Secretair fuͤr einen bloßen Schreiber des Oberbefehlshabers der Armee ansehe. (Hoͤrt, hoͤrt!) Lord John Russell erklaͤrte, der Oberbefehlshaber sey fuͤr die einzelnen Maßregeln, zu denen er rathe, verantwortlich, und die Minister seyen dann dafuͤr ver antwortlich, wenn sie der Krone riethen, Vertrauen auf Rath des Oberbefehlshabers zu setzen, indem sie, wenn sie i sen Handlungen und Rathschlaͤge fuͤr unangemessen hiel dessen Entlassung wuͤrden bestehen muüssen. (Hoͤrt, hoͤrt!) sey aber Lord Hill, wie es der Oberbefehlshaber in der Arm stets seyn muͤsse, ein Mann, der vermoͤge seiner hohen Stellung in der Armee die Dienstleistungen und Vorzuͤge der einzeinen Offiziere am besten kenne, wogegen Civil⸗Beamten der Krone feine kompetente Richter uͤber das seyen, was dem Militairdienst des Landes zum Vortheil gereichen koͤnne, und in dem vorliegenden Fall habe auch er (Lord Russell) geglaubt, es ganz der De scre⸗ tion Lord Hill's uͤberlassen zu muͤssen, ob er den Lord Brudenell fuͤr wuͤrdig halte, wieder in den aktiven Dienst aufgenommen zu werden, zumal da der Oberbefehlshaber ihm versichert, daß die militairischen Kenntnisse des Lords der Armee großen Nutzen schaffen koͤngten. Sir H. Hardinge machte auch noch bemerk⸗ lich, daß Lord Brudenell sich keinesweges bei jenem Ausspruch des Kriegsgerichts beruhigt, sondern daß derselbe Se. Majestaͤt gebeten habe, die Sache von einem Ober⸗Kriegsgericht unter⸗ suchen zu lassen; dies Gesuch habe zwar der Koͤnig abgeschla⸗ gen, weil er es wahrscheinlich als nachtheilig fuͤr den Dienst trachtet, ihm zu willfahren, doch sey dem Lord Brudenell ange⸗ deutet worden, daß er, da seine Sache eine bloß disziplinarische sey, nach einiger Zeit seine Wiedereinsetzung in seine fruͤhere Stellung erwarten koͤnne. Der Redner konnte nicht umhin, dabei seine große Freude daruͤ er auszudruͤcken, daß Lord Brudenell wieder in Aktivitat gesetzt worden, da derselbe gewiß der Armee nur zur Ehre gereichen werde. Lord G. Lennox stimmte mit die⸗ ser Aeußerung uͤberein und bezeichnete die Wiedereinsetzung Lord Brudenell's als einen Akt der Gerechtigkeit. Sir W. Moles worth sagte darauf, daß er fuͤr jetzt nicht naͤher auf die Sache eingeben, nach Ostern aber eine Adresse an Se. Majestaͤt bean⸗
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