1836 / 159 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 1“ Herrn Firmin Didot den Herrn Barre, Mitglied des General⸗ Conseils des Departements der Seine und Oise zum Deputirten ernannt. Sein ministerieller Mitbewerber, Herr Desmousseaux de Givré, ist durchgefallen.

8 b 18,b Anelnschiffe „Scipio“ und „die Stadt Mar⸗ seille“ sind am 26sten v. M. Morgens um 5 Uhr mit 2186 Mann zur Verstaͤrkung des Corps des Generals von Arlanges von Port⸗Vendres nach der Kuͤste abgegangen. An demselben Tage Abends segelte das Linienschiff „Nestor“ mit 986 Mann aus Rosas zu derselben Bestimmung ab. Nach Briefen aus Algier vom 27sten waren uͤbrigens die in dem La⸗ ger an der Muͤndung der Tafna befindlichen Truppen reichlich mit Munition und Lebensmitteln versehen und hatten innerhalb ihrer Verschanzungen von dem Feinde nichts zu fuͤrchten; auch waren sie von demselben in keinerlei Weise beunruhigt worden.

Der Moniteur berichtet heute uͤber die Spanischen An⸗ gelegenheiten: „Man hat hier Nachrichten aus Madrid vom 26sten erhalten; sie lauten sehr befriedigend. Das Dekret we⸗ gen Zusammenstellung der Cortes nach dem neuen Wahlgesetze sollte am folgenden Tage publizirt werden. Die Cortes werden sich am 20. August versammeln. Die Karlisten hatten auf der Bidassoa, sehr nahe an unserm Ufer, eine schwimmende

Batterie, bestehend aus 24 Kanonen, errichtet, um die Bruͤcke und das Fort anzugreifen. Der General Harispe hatte darauf, seinen Instructionen gemaͤß, die ihm nicht gestatteten, derglei⸗ chen Demonstrationen so nahe an unserer Graͤnze zu dulden, dem General Nogues befohlen, sich jener Batteris zu bemaͤchti⸗ gen und sie zu vernichten. Dieser Befehl ist sofort vollzogen worden; die Feeiget wenn gleich zahlreich, leisteten doch nur einen sehr geringen Widerstand. 6—

e 2.B. J..Se. aus Bayonne vom 28. Maibefin⸗ den sich nachstehende, angeblich authentische Details uͤber die Opera⸗ tionen des Generals Cordova seit dem 21. Mai, wo er Vittoria verließ, bis zum 25sten incl.: „Nach mehreren Gefechten“, heißt es darin, „in welchen ihm der Sieg blieb, wenn gleich er ihn theuer erkaufen mußte, bemaͤchtigte Cordova sich der Positionen bei Arlaban und ging darauf bis Salinas vor. Hier konnte er sich jedoch nicht behaupten, da er jeden Augenblick befuͤrchter mußte, von uͤberlegenen Streitkraͤften angegriffen zu werden.

Er raͤumte daher wieder Salinas und hatte am 24sten ein leb— haftes Gefecht mit Eguig zu bestehen, in welchem der Sieg unentschieden blieb. Cordova ging darauf noch einmal nach Salinas, mußte jedoch diesen Ort aufs Neue raͤu⸗ men, da er erfuhr, daß zwei feindliche Kolonnen, von der Rechten und Linken kommend, sich in seinem Ruͤcken bilden wollten, um ihm den Ruͤckzug nach Vittoria abzuschnei— den. Er nahm daher eiligst seine fruͤheren Positionen wieder ein, deren Centrum Vittoria ist, waͤhrend seine Vorposten hoͤch⸗ stens zwei Lieues von dieser Stadt stehen. Dies geschah am 25sten. Der Verlust muß auf beiden Seiten bedeutend gewe⸗ sen seyn; indessen haben wir nicht gehoͤrt, daß irgend ein Ge— neral der Koͤnigin getoͤdtet oder verwundet worden waͤre. An⸗

Ituralde und Villareal aber schwer verwundet worden

Sowohl das amtliche Karlistische Buͤlletin, als das des beide Theil

ders verZ es sich mit den Karlisten, von denen La Torre ge—

toͤdtet, Befehlshabers der Christinos liegen uns vor; ben sich darin den Sieg zu.“

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 2. Juni. Lord Melbourne, der dieser Siz⸗ zung zum erstenmale wieder beiwohnte, antwortete auf eine von Lord Ellenborough an ihn gerichtete Frage, die Regie⸗ rung habe beschlossen, die Frist zur Zuruͤckzahlung der zum Bau von Arbeitshaͤusern vorgeschossenen Summen zu verlaͤngern. Lord Clare uͤberreichte eine Petition von den Ostindischen Ac⸗ tien⸗Inhabern, die in einer am ôten v. M. im Ostindischen Hause gehaltenen Versammlung angenommen woͤrden war, und worin um Gleichstellung des Zolls von Ost⸗ und Westindischem Zucker ersucht wird. Der Lord sprach die Hoffnung aus, daß die Mi⸗ nister die jetzige Session nicht wieder voruͤbergehen lassen wuͤr⸗ den, ohne eine Maßregel zur Erfuͤllung des von den Bittstellern geaͤußerten Wunsches einzubringen. Lord Melbourne ver⸗ sicherte hierauf, es koͤnne Niemand so sehr als er von der An⸗ gemessenheit der Erfuͤllung dieses Wunsches und von der Ge⸗ rechtigkeit desselben uͤberzeugt seyn, aber der edle Lord muͤsse auch bedenken, daß, nachdem einmal ein gewisses System angenommen und danach gehandelt worden, Interessen erwachsen seyen, sowohl in den Kolonicen als sonst, welche ernstliche Er— waͤgung erheischten, ehe eine Veraͤnderung in diesem System vorgenommen werden koͤnne; es sey jedoch die Absicht der Mi⸗ nister, wo moͤglich noch im Laufe dieser Session eine Maßregel einzubringen, die hoffentlich befriedigend seyn werde, indem der Zweck derselben seyn solle, die gewuͤnschten Vortheile zu gewaͤh⸗ ren, in so weit es sich mit gebuͤhrender Ruͤcksicht auf die Inter⸗ essen aller Parteien thun lassen wuͤrde. Lord Elleuborough betrachtete die Frage hinsichtlich einer Ausgleichung der beider⸗ seitigen Zoͤlle nicht als eine Prinzipien⸗, sondern als eine bloße Zeitfrage und glaubte, daß die Englischen Unterthanen in Ostindien ganz besondere Anspruͤche auf Erleichterung aller ihrer Zoͤlle haͤtten. Am Schluß der Sitzung wurde die Bill in Betreff der Ab⸗ schaffung der Sklaverei auf Jamaika zum drittenmal verlesen.

Unterhaus. Sitzung vom

e schrei⸗

31. Mai. (Nachtrag.) Die Rede Lord Palmerston's, womit derselbe sich dem An⸗ trage des Herrn Duncombe zu Gunsten der Gefangenen zu Ham widersetzte, lautete im Wesentlichen folgendermaßen: „Aus den Reden, welche auf beiden Seiten des Hauses gehal⸗ ten worden sind, und aus der Art und Weise, wie diese Reden auf⸗ genommen wurden, ergiebt sich zweierlei, einmal, daß das Haus mit dem ehrenwerthen Mitgliede für Finsburv hinsichtlich derjenigen Gesinnungen der Humanität und des Edelmuthes sompathisirt, die dasselbe bewogen, seinen Antrag einzubringen; und zweitens, daß das Haus nicht der Meinung ist, daß man für diesen Augenblick auf dem Antrage auf eine Verwendung der Britischen Regierung bei der Französischen bestehen dürfe. Ich spreche in meinem und meiner Kollegen Ramen, wenn ich sage, daß nichts mir eine aufrichtigere Freude gewähren würde, als wenn die Französischen Minister es für angemessen hielten, dem Könige der Franzosen zu rathen, von seiner Prärogative, Begnadigung zu ertheilen, in Bezug auf den Fürsten Polignac und seine Unglücks⸗Gefährten Gebrauch zu machen. Ich vin versichert, daß eine solche Handlung der Gnade von Seiten der Frau⸗ ug nicht nur in England, sondern auch in jedem Theite der civilisirten Welt mit Beifall würde aufgenommen werden. (Hört, hört!) Wenn ich meine individuelle Meinung über diesen Gegenstand aus⸗

8 sprechen will, so kann ich mir nicht verhehlen, daß, welches auch die politischen Vergehen gewefen seyn mögen, deren der Fürst Polignac und 8— Kollegen schuldig befunden worden sind, die über sie ver⸗ hängie Strafe doch sehr streng und lange dauernd ist. Es wäre da⸗ her den hochherzigen und ritterlichen Gesinnungen, welche die Fran⸗ ösische Ration auszeichnen, ganz angemessen, zu zeigen, daß, wenn ic Fortdauer der Strafe des Beispiels wegen nicht mehr nöthig ist,

zösischen Regieru

mit dem Schleier der Vergessenheit zu bedecken geneigt sey. (Hört, hört!) Wie ehrenvoll es indeß auch für das ehrenwerthe Mitglied für Finsbury seyn mag, sich zum Vertheidiger derjenigen aufzuwerfen, deren Meinungen den seinigen geradezu entgegengesetzt sind, so wird doch auch das Haus hoffentlich nicht vergessen, daß nichts so unzweckmäßig und, ich möchte selbst sagen, so gefährlich seyn kann, als den König von England in einer Adresse zu ersichen, sich mit einem Gegenstande zu befassen, der die inneren Angelegen⸗ heiten eines andern Landes betrifft. Es giebt kein Beispiel für eine folche Einmischung von Seiten des Britischen Unterhauses. Das von dem ehrenwerthen Mitgliecde für Finsbury erwähnte Beispiel ist völlig hiervon verschteden. Bet dieser Gelegenhett waren der Gene⸗ ral Lafapette und andere Offiziere, welche die Französische Armee verlassen hatten, um sich nach Holland zurückzuziehen, den Oesterrei⸗ chischen Vorposten in die Hände gefallen und wurden als Kriegs⸗ gefangene behandelt. Der ehrenwerthe Herr hat sich auf die Mei⸗ nungen von For, Sheridan und Whitebread zu Gunsten des An⸗ trages des Generals Fitzpatrick bezogen; allein er hat, vergessen, zu sagen, daß Fox ausdrücklich bemerkte, er unterstütze die Motion des Generals Fitzpatrick, weil der General Lafapette weder ein Unterthan des Königs von Preußen noch des Kaisers von Oesterreich sey, weil er kein Gesetz, das er zu halten verpflichtet war, verletzt habe, weil er ein blo⸗ ßer Kriegsgefangener sev, und weil wir, als Verbündete der Macht, die ihn gefangen hielt, zu seinen Gunsten cinzuschreiten berechtigt wären. Der vorliegende Fall ist indeß ein völlig anderer; denn es handelt sich dabct um Unterthanen eines fremden Landes, die wegen Verge⸗ hen gegen die Gesetze ihres Landes vor Gericht gezogen und durch gesetzliche Behörden desselben Landes zu Strafen verurtheilt wurden, welche diese Behörden für angemessen hielten. Wenn wir nun in solchem Falle ein Beispiel der Einmischung geben, so könnte dies auch auf uns unangenehm zurückwirken, und wenn irgend ein Prin⸗ zip von den Englischen Staatsmännern heiliger gehalten worden ist, als ein anderes, so ist es dies, daß es keiner fremden Regierung ge⸗ stattet ist, weder direkt noch indirekt, in die inneren Angelegenheiten Englands zu interveniren, und daß keine fremde Regierung es wa⸗ gen darf, weder in Bezug auf vorgeschlagene Gesetze, noch hinsicht⸗ lich der Ausführung schon angenommener Gesetze bei uns einzuschrei⸗ ten. (Beifall.) Nun würden wir dieses Prinzip unmöglich so aufrecht erhalten können, wie es unsere Pflicht ist, wenn wir in dem vorliegenden Falle intervenirten. Selbst um des Zweckes wil⸗ len, den das ehrenwerthe Mitglied für Finsbury zu erlangen wünscht, würde es höchst politisch von ihm seyn, wenn er nicht auf die Abstimmung über seine Motion dringen wollte (hört, hört!); denn das ritterliche und edelmüthige Französische Volk weiß Hochherzigkeit zu schätzen, und wenn es auch den Aeußerungen einer freien Versammlung in einem befreundeten Lande besondere Aufmerksamkeit schenken dürfte, so ist doch zu befürchten, daß, wenn diese Versammlung weiter geht und sich ein Recht der Einmischung anmaßt, der National⸗Stolz erweckt und gerade das Gegentheil von dem bewirkt werden würde, was der ehrenwerthe Herr bezweckt. Ich ersuche ihn daher, sich damit zu begnügen, daß beide Seiten des Haufes sich übereinstimmend mit seinen für ihn so ehrenvollen Ge⸗ sinnungen ausgesprochen haben, und den Gegenstand auf sich beru⸗ hen zu lassen, und da der Kampf nunmehr vorüber und die consti⸗ tutionnelle Monarchie Frankreichs gegen jede mögliche Erschütterung gesichert ist, da ferner die Zwecke, für die sie errichtet wurde, jetzt sich ihrer Erfüllung nähern, so bitte ich den ehrenwerthen Herru, sich eben der zuverlässigen Hoffnung zu überlassen, die ich hege, daß die⸗ selben nhena atn Gesinnungen, welche ihn beseelen, auch das ganze Französische Volk beseelen werden, und daß die demselben innewoh⸗ nende Hochherzigkeit es von selbst zu den Resultaten führen wird, die das ehrenwerthe Mitglied zu erlangen wünscht.“ Da die große Mehrzahl der Mitglieder sich in dem Sinne des Ministers aussprach, so fand Herr Duncombe sich veran⸗ laßt, seine Motion (wie bereits gestern erwaͤhnt) zuruͤckzuneh⸗ men, indem er sich uͤberzeugt hielt, daß ein solches Verfahren fuͤr die Interessen der Leidenden selbst am angemessensten sey. (Hoͤrt! hoͤrt!) In dieser Sitzung nahm auch noch Herr Ban⸗ nerman die Verwendung des Hauses zu Gunsten der großen Menge alter und gedienter Stabs⸗Offiziere der Land⸗ und See⸗ macht in Anspruch, welche wegen der Spaͤrlichkeit des Avance⸗ ments noch nicht zu dem ihren Verdiensten gebuͤhrenden Range gelangt seyen, und sprach den Wunsch aus, daß ein allgemeines Avancement baldigst vorgenommen werden moͤge. Er trug zu diesem Zweck auf Vorlegung von Nachweisen uͤber die vorge⸗ nommenen Befoͤrderungen und Pensionirungen in der Armee und Marine an und bemerkte, daß es, der Marine⸗Liste zufolge, 78 Capitaine gebe, die 30 Jahre in der Marine gedient haͤtten und, da sie 60 70 Jahre alt, zum aktiven Dienste untauglich waͤren, aber eine Vermehrung ihres erbaͤrmlichen Gehal⸗ tes verdient haͤtten. Dasselbe finde auch bei Offtzieren der Landmacht statt. Er koͤnne nicht umhin, bei dieser Gelegenheit zu bemerken, daß Offiziere, die in der Schlacht bei Waterloo mitgefochten und damals den Rang als Oberst⸗Lieute⸗ nants bekleidet haͤtten, jetzt noch nicht weiter avancirt seyen, waͤhrend Preußische Öfsiziere, welche zu derselben Zeit in dem⸗ selben Range gestanden, jetzt schon zu den hoͤchsten Ehrenstellen in der Armee gelangt waͤren. Dieser Kontrast sey nicht beson⸗ ders ehrenvoll fuͤr England. Was die vorgeschlagene Gehalts⸗ Erhoͤhung betreffe, so werde dieselbe nicht mehr als 20 25,000 Pfd., sowohl fuͤr die Land- als fuͤr die Seemacht, betragen, und er hoffe, man werde seine Motion so unterstuͤtzen, wie er glaube, daß sie es verdiene. Herr Hoy unterstuͤtzte den Antrag und bemerkte namentlich, daß in der Franzoͤsischen Armee zwar der Sold geringer, aber die Pensionen hoͤher seyen, als in dem Englischen Heere. Der Kriegs⸗Secretair, Lord Howick, glaubt zwar, in diesem Augenblick kein Avancement in der Armee in Vorschlag bringen zu duͤrfen, und meinte, wenn man im Kriege die Zahl der Offiziere sich nicht so sehr haͤtte vermehren lassen, so wuͤrde es jetzt nicht so schwer werden, fuͤr die Ausgedienten zu sorgen, uͤbrigens aber versprach er, den Zustand des Mili⸗ tairs im Allgemeinen in ernstliche Erwaͤgung zu ziehen und den Beschwerden so viel als moͤglich abzuhelfen. Der Antrag des Herrn Bannerman wurde schließlich genehmigt. b

Unterhaus. Sitzung vom I. Juni. Da die zweite Lesung der Irlaͤndischen Zehnten⸗Bill an der Tagesordnung war, so erhob sich nach Ueberreichung mehrerer Secdheh ge Gunsten der gaͤnzlichen Aufhebung des Zehnten und nachdem Hr. Craw⸗ ford erklaͤrt hatte, daß er naͤchstens einen darauf abzweckenden Antrag stellen werde, der Staats⸗Secretair des Innern, Lord John Russell und sagte mit Bezug auf die von Lord Stanley angezeigte Motion, er wuͤrde sich derselben nicht widersetzen, wenn sie nicht als ein Substitut fuͤr die ministerielle Zehnten⸗Bill bean⸗ tragt werden solle. Lord Stanley wuͤnschte nun zu wissen, ob der Minister nicht geneigt seyn moͤchte, die zweite Lesung der Morpethschen Bill zwei oder drei Wochen aufzuschieben, damit er und Lord Morpeth erst seine (Lord Stanley's) Vorschlaͤge in Erwaͤgung ziehen koͤnnten, da aber beide Minister dar— auf nicht eingehen wollten, sondern die zweite Lesung ihrer Bill sofort beaͤntragten, so entwickelte Lord Stanley nun, indenn er jenem Antrage sich widersetzte, als Amendement in einer sehr ausfuͤhrlichen Rede die von ihm am Montage angekuͤndigte Motion, welcher zufolge die Regulirung des Zehnten und eine

Systeme vorgenommen werden soll, wodurch die sogenannte

bessere Vertheilung der Kirchenguͤter in Irland nach einem

erste beseitigt werden wuͤrde. Er gab zu, daß an eine vollstze dige und definitive Erledigung der Irlaͤndischen Kirchen⸗An legenheit jetzt noch nicht zu denken sey, so wie, daß die Zehnt Frage alle Ministerien in Verlegenheit gesetzt und eine Verwi tung nach der anderen gestuͤrzt habe, aber er glaubte nic daß die ministerielle Maßregel das angemessene Mittel s um zu dem erwuͤnschten Zweck zu gelangen. „Zwischen n Zehntpflichtigen und der Kirche“, sagte er unter Am rem, „handelt es sich nur um zwei wichtige Punkte, um die der Erhebung der Einkuͤnfte und um den Betrag dersetbt Wie diese Einkuͤnfte vertheilt sind, das ist ihnen ganz glel guͤltig. Was liegt dem katholischen Landvolk daran, ob der in protestantische Geistliche eine zu hohe, der andere eine zu gerin Einnahme hat? Nur darauf koͤmmt es ihnen an, wie viel zu bezahlen haben; ob das Geld aber gehoͤrig oder schlecht mg theilt ist, das kann sie nicht interessiren, und es ist eine ꝛh schung, eine Verblendung, bei der gewiß der edle Lord geg uͤber (J. Russell)) nicht wird beharren wollen, wenn man hauptet, es werde der Zehntpflichtige auch nur um einen H—. dadurch erleichtert werden, man mag nun die Kirche um 30 9f um 300 Tausend Pfund berauben. Der Staat aber aufs tiefste dabei interessirt, wie hoch die Kirchen,g kuͤnfte sich belaufen und wie sie vertheilt sind; aufs tiefste dabei interessirt, den Geistlichen der herrsceade Kirche in Irland die, wie der edle Lord dem Hause glag hat, in jenem Lande fast einen solchen Platz einnimmt, wien Missions⸗Kirche auf den Vorposten des Protestantismus anstaͤndiges Auskommen zu sichern, damit sie ihre Pflichten! hoͤrig erfuͤllen und so leben koͤnnen, wie es gebildeten Maäng geziemt. Ist wohl fuͤr einen Gebildeten, der eine Familt unterhalten und zu erziehen hat, 300 Pfund ein zul hes Einkommen? Ich wende mich an dies Haus als Versammlung von Gentlemen und frage es, wie von Ihnen mit so viel eine Familie erhalten wollte.“ 8 fall.) Er schloß mit der Erklaͤrung, daß er nie von dem Ministerium aufgestellten abstrakten Grundsat Appropriation beipflichten werde. Lord John Russell bf jedoch auf diesem Prinzip und bekaͤmpfte Lord Stanley's m dement, indem er sich, wie er sagte, an die Maͤßigung und! nunft des Englischen Volks wandte. Die Ansichten seinc, len Freundes, meinte er, wuͤrden ganz vortrefflich seyn,; man es in Irland nur mit Protestanten zu thun haͤtte, wenn wenigstens die Protestanten die groͤßere Masse der m gen Bevoͤlkerung bildeten; so aber, da Irland 6,500,9000. tholiken und nur 852,000 Mitglieder der herrscar Kirche zaͤhle, ginge es nicht laͤnger, bei der Gesetzgt die Ersteren fuͤr Nichts und die Letzteren fuͤr Alles a sehen. „Ich hoffe“, so schloß der Minister seine Rede, Haus vor mir zu haben, das nicht besondere Klassen von wohnern und oͤrtliche Interessen repraͤsentirt, sondern das, Herr Burke es ansehen zu muͤssen glaubte, die ganze Ta rung dieses Reichs vertritt, und darunter auch jenen autg ßenen Theil des Volks, die sechs Millionen Katholiken in land.“ Nachdem sich noch mehrere andere Redner fuͤr um der hatten vernehmen lassen, wurde die Debatte auf den on den Abend vertagt. 8

Unterhaus. Sitzung vom 2. Juni. Es wurden voͤrderst wieder eine Menge Petitionen zu Gunsten der Aüsch fung des Zehnten in Irland und gegen die vom Ohechause g der Irlaͤndischen Corporations⸗Bill vorgenommene Umgesale uͤberreicht und sodann die Debatten uͤber die Irlaͤndische 30 ten⸗Bill fortgesetzt, aber auch in dieser Sitzung, in welcher mentlich Sir J. Graham dagegen und die Herren E. 9L. 9 wer, Shiel und Lord Morpeth dafuͤr sprachen, noch! beendigt.

London, 3. Juni. Bei dem letzten Lever wurdme Koͤnige unter Anderen auch der Capitain Back, in Folgt Ernennung zum Befehlshaber des zu einer Expedition umt arktischen Regionen bestimmten Koͤniglichen Schiffs „Tma der Britische Gesandte am Persischen Hofe, Herr John neill, und Herr Urquhart, um sich vor ihrer Abreise zu ben ben, und der aus Albanien zuruͤckgekehrte General⸗Konsil Meyer vorgestellt. Ihre Majestaͤten haben sich am M. wieder nach Schloß Windsor begeben. Der Koͤnig will da welches der Herzog von Wellington am 18ten d. zur feig Schlacht bei Waterloo geben und dem auch der Prinz wut nien beiwohnen wird, mit seiner Gegenwart beehren. N. chen der Hochachtung fuͤr den verstorbenen Herzog von . haben Se. Majestaͤt erlaubt, daß die irdische Huͤlle des in einer der Koͤniglichen Jachten nach Schottland 9. werde, um dort in Gordon-Castle beigesetzt zu werden.

Der Prinz von Capua und seine Gemahlin treffen ten zur Abreise von England. Sie wollen sich nach Rom ben und dort die Befehle des Koͤnigs von Neapel abwan

Die Herzogin von Gloucester ist gestern fruͤh mit b von hier nach Dover abgereist, wo Ihre Koͤnigl. Hoh.5 Hannover einschiffen will. 1

Das durch den Tod des Herzogs von Gordorn h⸗ Großkreuz des Bath-Ordens wird, wie man glaubt, h Admiral Sir Sydney Smith uͤbergehen. I

Man glaubt, daß heute die Diskussion uͤber die Iuhhh Zehnten⸗Bill im Unterhause beendigt werden wird, undn nisteriellen Bläͤtter rechnen auf eine bedeutende M. Gunsten der zweiten Verlesung derselben, wie sie von 7b nistern entworfen worden, und gegen das Stanleysche Amende

Dem Courier geht die ministerielle Irlaͤndische g9 Bill noch nicht weit genug; er haͤlt sie zwar fuͤr eine 1 rung des jetzigen Zustandes, bedauert es aber, daß sie nich liberaler sey, und glaubt, daß sie das Irlaͤndische Volk -- lich zufriedenstellen koͤnne; wenigstens aber werde sie 8 gen, daß das Unterhaus guͤnstig gegen Irland gesonnen b. die Hoffnung einfloͤßen, daß es den Irlaͤndern kuͤnftig no⸗ fassendere und gruͤndlichere Abhuͤlfe zu gewaͤhren geneng wuͤrde, denn so lange die protestantische Kirche in Jnnüg stehe und die katholsche Kirche daneben ohne eine anssg Dotirung von Seiten des Staats gelassen werde, so lanzs jene Institution auch eher ein Fluch als ein Segen Land, eher Lane Iehch ge Haders und Blutvergießens, Heils und der Wohlfahrt seyn. deited⸗ Times 18 alf Fie Wichtigkeit des Lord 8g schen Antrages auf Erlaubniß zur Einbringung einer ren merksam, die den Umtausch des Zehnten in eine Gru der wie die Abloͤsung desselben und die bessere Vertheilung lichen Einkuͤnfte in Irland zum Zweck haben soll. Darh,

) 8 Besch das genannte Blatt, sey Alles be. riffen, was des roͤnnt, des Irlaͤndischen Volks gerechte Abhuͤlfe gewaͤhren ein stn was noch vor sechzehn Monaten auch die jetzigen vnzchtigt der Dämon der Kirchen⸗Beraubung sich ihrer ben

Appropriations⸗Klausel, wegen Verwendung des Ueberschusses

man jede Art von Rache verschmähe und Vergehen, die hiunreichend bestraft worden sind, um ihre Wiederholung zu verhindern, großmü⸗

der Kirchenguͤter zu anderen als rein kirchlichen Zwecken, fuͤrs

& zsche Kirche ihnen eingeredet, daß Fonds der protestantischen Ki

ord Sta

boern aufzudec Htanley's Antrag em 2 ielle Maßregel, die von der Abtosung d

1“ atholischen Zwecken verwe

ommen aͤtten;

linister

sage, obg

8

hinreichende Reform der Irlaͤndischen Kirche gehalten

wenn also Lord John Russell sich in diesem Fall dem

nley widersetze, so duͤrfe er es nicht wagen, die Trieb⸗ fzudecken, von denen er sich dabei regieren ließe; Lord gehe sogar in einem Punkte weiter, als die 32525

es Zehnten nichts

leich es doch fuͤr den Gutsbesitzer sehr laͤstig seyn wuͤrde, eine

rtwaͤhrende Grundrente zahlen zumuͤssen, wenn er die Mittel habe,

ch durch eil des e Ungle

ein Kapital davon loszukaufen; und durch den dritten Stanleyschen Antrages solle dafuͤr gesorgt werden, daß ichmaͤßigkeit in der Dotation der Geistlichen aufgeho⸗

nwerde und ein Jeder ein seinem Beruf angemessenes Ein—

ommen e en nac

ndischen

rhalte, ohne die protestantische Kirche zu berauben, wo⸗ h dem Vorschlage der Minister der Unterhalt der Ir⸗ protestantischen Geistlichkeit um 50 pECt. reduzirt wer⸗

en wuͤrde; dabei sey von Lord Stanley in seinem Antrage alles

r die N

Ninister Unangenehme vermieden worden, indem er die

age hinsichtlich des vermeintlichen Ueberschusses in den Fonds e Irlaͤndischen Kirche ganz unberuͤhrt gelassen und also den Pinistern nicht den Handschuh hingeworfen, ihnen vielmehr fuͤr

e Zukun Die

6 Unter

ft freien Spielraum gestattet habe. Resolution, welche am Dienstag in einem Ausschusse hauses in Betrefsf der Juden angenommen wurde, und

ff die nun der Kanzler der Schatzkammer die Bill begruͤnden il, zu deren Einbringung er demnaͤchst Erlaubniß erhielt, lau⸗

tsolgendermaßen:

nfaͤhigke

C

„Daß es angemessen ist, alle buͤrgerliche iten, die jetzt mit Hinsicht auf diejenigen Unterthanen

br. Majestaͤt bestehen, welche sich zur juͤdischen Religion beken⸗

zahl⸗Kommission entschaͤdigt werden soll.

n, zu b ee zur

eseitigen, mit denselben Ausnahmen, die in Bezug auf

katholischen Religion sich bekennenden Unterthanen Sr.

festgesetzt worden.“ dem Morning Herald haben die Orangisten⸗Logen

noͤrdlichen Irland beschlossen, sich nicht anders als in Folge er foͤrmlichen Parlaments⸗Akte aufzuloͤsen. (Vorgestern fand hier eine Versammlung mehrerer Parla— ents⸗Mitglieder und anderer Personen statt, welche zum Zweck itte, die Subscription zu eroͤffnen, durch die O'Connell fuͤr ne Kosten bei Verfechtung seiner Interessen vor der Dubliner

Herr Hume fuͤhrte

Vorsitz und zeigte am Schluß der Versammlung an, daß

ersten

Unterschriften sich schon fast auf 3000 Pfund beliefen.

gist ein permanentes Comits ernannt worden, um die Be⸗ hluͤsse der Versammlung in Ausfuͤhrung zu bringen.

Auf

eine an Sir Francis Burdett ergangene Einladung von

seiten eines provisorischen Comite's, welches eine Subseription

r Errichtung eines

Monuments fuͤr den verstorbenen Cobbett

öffnen will, einer zu diesem Zweck am 13ten d. in der Kron⸗ d Anker⸗Tavern unter dem Vorsitz O Connell's zu haltenden

ersamml üchtigen ortet: , anzosen

ung beizuwohnen und das Unternehmen mit seinem Einfluß zu unterstuͤtzen, hat dieser Folgendes geant⸗ ‚Diese Aufforderung ist einzig in ihrer Art, wie die sagen wuͤrden, insofern naͤmlich ein Jeder, der an die—

r Versammlung Theil nimmt, ein oͤffentlicher Gewaͤhrsmann

r die R

z besagten

echtschaffenheit, Uneigennuͤtzigkeit und Vaterlandsliebe Herrn Cobbett werden soll. Da ich nun

er das Gegentheil glaube oder vielmehr weiß, und da uͤber⸗ es alle Welt meine Ansichten und Erfahrungen in dieser Be⸗ thhung kennt, so kann ich mich uͤber Ihre Einladung nur ver⸗ undern. Zugleich kann ich nicht umhin, anzuerkennen, daß das ereinigte Koͤnigreich keinen geeigneteren Vorsitzer haͤtte liefern

anen, als die von

Ihnen bezeichnete Person. Auch kann ich

in Comité keinen geeigneteren Beitrag anbieten, als die noch meinem Besitz besindlichen Cobbettschen Schuldverschreibun⸗

n, deren Werth

‚„ da es viel uͤber vierzehn Jahre her ist, seit

s Geld darauf geliehen worden, weit uͤber 8900 Pfd. betra⸗ n wird.

d passend finden. ster Diener.

hen, welches zum Sammelplatz fuͤr die Flotte b

Ich denke, das Comité wird dies Anerbieten huͤbsch Ich verharre, meine Herren, Ihr gehor— F. Burdert.

Die Linienschiffe Minden“, „Cornwallis“ und „Talavera“ gen segelfertig in Pyymouth und werden nach Spithead ab⸗

r „Va

⁄1 1 ie estimmt ist. nguard“ und der „Bellerophon“ sind bereits dort ein⸗

roffen. Man erwartet den Koͤnig zu einem Besuche des Ge— waders. Die Ostindische Compagnie hat beschlossen, mit zwei Dampf⸗

iffe der groͤßten Klasse (zu 201

einen heiner engalen

2) Pferde Kraft), wovon eines b n soll, als das andere, den Ver— das Vorgebirge der guten Hoffnung nach Bekanntlich hat schon fruͤher das Dampf—

Monat spaͤter abgehe Fahrt um zu machen.

is, „Entreprize“ diese Fahrt gluͤcklich zuruͤckgelegt, welches

n zur Zeit des Birman

Emen

kuͤrzem nach Pares kommen.

Vom n Buͤrea 1 aufhal s Parla

Di. r 2 Die Bank D rektoren haben gest

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Die Zufuh

t en⸗Krieges von der Regierung in In⸗ auft wurde. nhiesigen Blatt zufolge, wuͤrde Herr Mendizabal bin⸗ 1. Juli dieles Jahres an wird das bis uaufhoͤren und dagegen in B tenden Fremden die neue? ment in d

herige Frem⸗ Bezug auf die in England neue Anoronung eintreten, welche er gegenwaͤrtigen Session genehmigt hat. dank D rektoren h ern oͤffentlich angezeigt, daß Vorschüsse auf Staatspapiere (gegen 4pCt. Zins und 5. Juli zuruͤckzuzahlen) leisten wollen.

e Getraide⸗Preise erhalten sich steigend, und der Zoll em Weizen ist in dieser Woche wieder um 1 Shill., Roggen und Bohnen um ½ Shill. herabgesetzt ren sind unerheblich, besonders in Hafer,

In dem unsere Kaͤufer, die eine großere Zufuhr abwarten koͤn⸗

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rletzten Zeit wenig gekauft haben.

. „2 & * 8 Behauptung des „Journal du Commerce“, daß das

8 Kabinet an den Verbindungen, welche Frankreich durch ittelung des General Allard

üung rd mit den Persischen und In— ovinzen und namentlich mit dem Fuͤrsten von Lahore wolle, Anstoß nehme, und daß Lord Palmerston, ent⸗ kommerzieller oder politischer Eifersucht, Erklaͤrungen

efordert habe, wird vom Globe aufs bestimmteste

Daͤnischen Forderungen werden noch einmal und ver⸗ um letztenmale im Parlament zur Sprache kommen. en in drei Klassen: Buchschulden, Waaren, die in onfiszirt, und Schiffe, die mit ihren Ladungen in den dein der Ostsee weggenommen worden. Die erste ide bereits in der vorigen Session entschaͤdigt; fuͤr die in diesem Jahre 78,000 Pfd. ausgesetzt worden; aber verweigert der Kanzler der Schatzkammer eine jene Confiscationen dem voͤlkerrechtlichen ) gemaͤß gewesen seyen; doch hat auch diese Klasse Kechtsgelehrte auf ihrer Seite, und man ver— de b sie zuletzt auch noch entschaͤdigt werden wird. tten Nachrichten aus Lissabon zufolge, war die in ganz Portugal wieder hergestellt. Der Minister

ndet werden duͤrften, fuͤr eine voll—

tte mehrere Ge⸗ nd „Inter⸗ 1 und ein Gleiches harrte v8 „Raio“, „Toureiro“ und „Movi⸗ mento.“ Der Geldmangel hatte nachgelassen, und man ver— sprach sich von dem Verkauf der großen National⸗Domaine Le⸗ zeirias einen sehr ansehnlichen Ertrag. Die Deputirten trafen nach und nach aus den Provinzen ein, und man sah keiner son⸗ derlichen Opposition entgegen. Mehrere Miguelistische Offiziere welche auf Halbsold in ihre Heimath zuruͤckgekehrt waren, hat⸗ ten sich nach Galizien begeben, um zu den dortigen Karlisten zu stoßzen, wurden aber bald aufgegriffen und von den Christinos zuruͤckgebracht. Die Koͤnigin Donna Maria und ihr Gemahl wollten ihre Sommer⸗Residenz in Cintra nehmen.

Briefe aus Konstantinopel vom 11. Mai melden, daß Sir Henry Bethune im Begriff stand, von dort nach Persien abzureisen, nachdem am gten die Offiziere, die er noch aus Eng⸗ land erwartet hatte, daselbst angelangt waren.

Faist hrslt 112 daß kuͤrzlich 32,000 da cher Truppen Silistria angel . ir

Fe sisch ppen in Silistria angelangt seyen, fuͤr un⸗

Berichten aus Ober-Kanada vom am Tage vorher das Parlament dieser Provinz durch den Vice⸗ Gouverneur, Sir F. Head, prorogirt worden. Eine Phila⸗ delphia⸗ Zeitung vom 2. Mai will die Nachricht haben, daß der Prorogation eine Aufloͤsung der Versammlung gefolgt sey und der Courier haͤlt diese letztere Nachricht fuͤr sehr wahr⸗ scheinlich. Das Parlament von Nieder⸗Kanada ist ebenfalls ver⸗ tagt worden, und zwar bis zum 30. Mai.

Nach Berichten aus Kahira vom 25 med Ali's Hoffnungen auf eine guͤnstigere dritte Expedition nach Hedschas ploͤtzlich dadurch vernichtet worden, daß saͤmmtliche Europaͤische Aerzte, 33 an der Zahl, ihren Abschied eingereicht 1 a verlassen haͤtten, weil ihnen ihr Sold vorenthal⸗ e rden.

1.“ b v des Innern war sehr energisch aufgetreten und ha

Civil⸗Gouverneure im Norden durch zuverlaͤssigere ersetzt. gen drei Miguelistische Blaͤtter, „Echo“, „Farol“ u essante“, war eine Klage eingeleitet, der revolutionairen Blaͤtter

21. April zufolge, war

.Maͤrz waͤren Meh—

1ueu“ London, 31. Mai. Irland scheint in furchtbarer DBewegung; nicht nur in den groͤßeren Staͤdten in den Graf⸗ schaften sind Versammlungen gehalten worden oder angekuͤndigt sondern selbst jedes Kirchspiel, jedes Dorf scheint seine Zusam⸗ menkuͤnfte haben zu wollen. Da aber, der Natur der Sache nach, den Landleuten das Städtewesen wenig In⸗

Zehnten mit in

teresse abgewinnen koͤnnte, hat man den da man die Voraussetzung gelten

die Aufregung eingeflochten; laͤßt, daß dieselben Lords, welche den Irlaͤndischen Staͤdten ihre Corporationen genommen, auch die Maßregel in Bezug auf den Zehnten verwerfen wuͤrden, welche allein die Katholiken einiger⸗ maßen mit der Vertauschung desselben fuͤr einen Grundzins aus⸗ soͤhnen koͤnnte. Die Reden, wie die Beschluͤsse und Bittschrif⸗ ten an das Unterhaus (denn an das Oberhaus verschmaͤht man s, sich noch bittend zu wenden), sind von der heftigsten Art, und die Idee, daß man die beiden ministeriellen Maßregeln durch⸗ setzen oder die Aufloͤsung der Union erzwingen muͤsse, scheint sich in den Koͤpfen festsetzen zu wollen. Als praktische Folge da⸗ von bemerkt man einen entschlosseneren Widerstand gegen die Entrichtung des Zehnten und eine wachsende Bereitwil⸗ ligkeit unter den Landleuten, dafuͤr jedes Uebel, selbst Gefangenschaft und Tod, zu erleiden. Der Standard und an⸗ dere Ultra⸗Tory⸗Journale, und selbst die Times, stellen sich, als freute sie diese Wendung der Dinge. Entschlossen, den Irlaͤn⸗ dischen Katholiken auf keinen Fall diejenigen Forderungen zu gewaͤhren, welche, ihrer Meinung nach, zum Untergange der Staats⸗Kirche und, als Folge hiervon, zur Aufloͤsung der Union fuͤhren muͤßten, halten sie es fuͤrs Beste, daß man die Unzufrie⸗ denheit zur offenbaren Rebellion heranreifen lasse, um alsdann die katholische Partei durch die Gewalt der Waffen und, wie sie sich schmeicheln, fuͤr immer, niederdruͤcken zu koͤnnen. Ohne mich bei der Frage uͤber die Menschlichkeit einer solchen An⸗ sicht und zwar im 19ten Jahrhundert aufzuhalten, er⸗ laube ich mir nur, uͤber die Wahrscheinlichkeit eines sol⸗ chen Ausganges einige Vermuthungen aufzustellen. Auf die Lenksamkeit einer aufgeregten Volksmasse ist freilich nicht mit Zuverlaͤssigkeit zu rechnen. Das Irlaͤndische Volk jedoch ist so gelehrig und hat in der Schule der Aufregung so treffli⸗ chen Unterricht und lange Uebung gehabt und steht dabei so sehr unter dem Einflusse O'Connell's und dessen Gehuͤlfen, daß ich gar nicht glauben kann, es werde den Tories den Gefallen thun, sich in eine Insurrection zu stuͤrzen. Um so weniger duͤrfte es das, da es durch die Unterstuͤtzung so vieler ausgezeich⸗ neter Protestanten in Irland, so wie eines sehr großen Theiles des Englischen und Schottischen Volkes, ja der Regierung und der Mehrheit des Unterhauses selbst, sich schmeicheln darf, seinen Zweck uͤber kurz oder lang auch durch „friedliche Aufregung“ zu erreichen. Gesetzt aber, es kaͤme doch zu Gewaltthaͤtigkeiten, so duͤrfte bei dem Mitgefuͤhl, welches ein so großer Theil der Briti⸗ schen Nation fuͤr Irland hegt, die Unterdruͤckung der Katholiken nicht so leicht seyn, als der Standard sich schmeichelt. Wie das Britische Volk uͤber den Gegenstand denkt, davon haben uns diese Tage reichliche Belege geliefert. Man lese nur, wie O'Con⸗ nell wieder in zwei Staͤdten Englands aufgenommen worden wie man seinen Klagen, obgleich man sie wohl hundert Mal gelesen, mit steigender Theilnahme gehorcht, wie man seinen Vorschlaͤgen lauten Beifall zollt, und wie man sich be⸗ eifert, in ihm seine Nation zu ehren, zu ermuntern und zu troͤsten. Daß es kleinere Slraͤdte waren, ist eben ein Beweis von der schnell fortschreitenden toleranten Denkart, von der zunehmenden Humanitäaͤt des Landes. Dabei hat er sich auch genoͤthigt gesehen, die Einladung der Stadt⸗ raͤthe zweier großer Staͤdte, Norwich und Yarmouth, fuͤr den Augenblick abzulehnen. Man lese ferner die Reden, Beschluͤsse und Bittschriften der zahlreichen Versammlungen, welche in vielen Orten stattgefunden, besonders in Edinburg, Bath und London, um sich zu üͤberzeugen, daß es nichts Leichtes seyn wuͤrde, die Bewohner Irlands aufs neue zu Paaren zu trei⸗ ben. Lord John Russell hat indessen gestern Abend erklaͤrt, daß er sich dem Vorschlage O'Connell's, das Oberhaus zu reformiren wi⸗ dersetzen werde. Dieses ist nichts Anderes, als was von der Regierung erwartet werden konnte, welche aus Pflicht wie aus Neigung uͤber die Erhaltung der Grundfesten der Verfassung wachen muß. Doch darf dieses Verfahren keinesweges zu der Voraussetzung berechtigen, daß die Regierung darum dem Unterhause eine Unterwuͤrfigkeit gegen das Oberhaus anrathen wuͤrde, welche nicht nur das ganze Ansehen ihrer Partei ver⸗ nichten, sondern auch der Verfassung selbst die groͤßte Gefahr drohen wuͤrde. Es koͤmmt also gewiß uͤber die Corporations⸗ bill zu einem Vergleich, wenn anders die Opposition nicht unklug genug ist, Alles auf die Spitze zu stellen. Die naͤchste Schwie⸗

rigkeit ist alsdann der Zehnte in Ir S; Stanle 1— Irland. Hieruͤber hat Lord Stanley gestern Abend eine Bill nach seinen eigenen Ansichten

im Gegensatze mit der Die Zeit muß lehren, den Tories, daß sie

. vegeteche⸗ Maßregel wie es hiermit wird; doch ist es klug v

1 sich hierbei nicht in entschiedener Oppostrion zeigen wollen. Die Bittschrift gegen die Tory⸗Repraͤsentanten von Dublin ist gestern Abend als gesetzwidrig zuruͤckgenommen worden, doch wurde es ziemlich allgemein anerkannt, daß der Ausschuß, welcher die Sache zu untersuchen gehabt, durch eine seiner ersten Entscheidungen, deren Folgen man damals nicht er⸗ kannte, ein großes Unrecht begangen habe. Zugleich hat Herr Price auch seinen Vorsch lag, daß O'Connell's Ankuͤndigung zu einem Vorschlage fuͤr die Reform des Oberhauses als verfassungs⸗ widrig aus dem Register des Hauses getilgt werden solle zuruͤck⸗ genommen. Nur wann das Haus O'Connell's Vorschlag verworfen heißt es, werde er solchen erneuern. Morgen soll eine Versamm⸗ lung hier stattfinden, um eine Subscription zur Entschaͤdigung O Connell’s fuͤr die großen Unkosten, die er zur Vertheidigung seines Sitzes fuͤr Dublin gehabt, zu befoͤrdern. Man sagt, es seyen bereits mehrerr Tausend Pfund Sterl. unterschrieben.

Niederlande.

Amsterdam, 3 Juni. Auf den ( en ei Amster; 8 1 gestern erwͤhnten) un⸗ sömein guͤnstigen Bericht der Niederlaͤndischen Hand g⸗ GPenun schaft haben die Actien derselben einen neuen Aufschwung erhal⸗ ten. Sie sind an der heutigen Boͤrse von 162 bis 169 gestiegen, zn weschen Hee en man sich foͤrmlich darum gerissen hat. Die

äͤch ra⸗Dividende auf diese Actien se ie es heiß

Gulden betragen. 1 sdls Us Siepgt. Durch eine Koͤnigl. Verfuͤgung vom Isten d. M. ist di definitive Konzesfion zur Anlegung einer Eisenbah vn thh ng. nba 2 nach Harlem ertheilt worden. 3 89 18 bh bee

angekuͤndigt.

Belgien.

Bruͤssel, 2. Juni. Auch in diesem Jahre wi „2. i. Jahre wird wieder ein Feldlager in Beverloo stattfinden, wohin am 1. Juli die hier in Garnison befindlichen Guiden abgehen werden.

Die Provinz Luͤttich besitzt allein 216 Dampf⸗Maschinen

mit einer Gesammtkraft von 5445 Pferden. Die staͤrkste dieser Pferden, die schwaͤchste

Maschinen ist von der Kraft von 300 In Frankreich hat keine dieser Maschinen

von 1 ½ Pferd.

uͤber 100 Pferdekraͤfte. Rechnet man zu Naschi i - dek . hne jenen Maschinen in

der Provinz Luͤttich die des uͤbrigen Belgiens hinzu, so erhaͤlt

man eine Totalkraft von ungefaͤhr 20,000 Pferden. Vorzuͤglich

zu Charleroi und im Hennegau befinden sich die staͤrksten Dampf⸗

S 8b P6 Fehes, h cheneh, welche in Frankreich Bewegung sind, entsprechen nur eir zes

in Mfw gung, 8 prech ner Gesammtkraft von

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 31. Mai. Nachdem sich gezei 3 me

die inlaͤndische Getraide⸗Production 111““ stehend ansehen koͤnne, daß sie auch in gewoͤhnlichen Jahren zum Landesbedarf ausreiche und uͤberdem zum Auflegen oder zur Ausfuhr Veranlassung geben koͤnne, haben Seine Majestaͤt die Verordnungen, nach welchen die Kaufleute in den Staͤden, in— sonderheit wenn Theurung eintritt, mit Getraide⸗Vorraͤthen zum Verkauf versehen seyn sollen, einstweilen aufgehoben.

I111 unserer Blaͤtter zufolge, duͤrfte die von unserm Mi⸗ nister des Auswaͤrtigen, Grafen von Wetterstedt, beabsichtigte Reise zunaͤchst nach England gehen und der Leibarzt Retzius ihn begleiten. Der Praͤsident Frhr. von Nordin, welcher Karlsbad besuchen will, ging vorgestern auf dem Dampfschiffe nach Gothen⸗ burg ab, um, wie man wissen will, von dort uͤber Kopenhagen und Hamburg seine Reise fortzusetzen. Einer seiner Zwecke da⸗ bei sa sehn, sich naͤhere Kenntniß von Eisenbahnen zu verschaffen. Gans 8 haben jetzt in Schweden schon 88 Dampfschiffe in

Deutschland.

Dresden, 5. Juni. Am 31. Mai feierten der hiesige Kon⸗ ferenz⸗Minister, Wirkliche Geheime Rath und Ordens⸗Kanzler von Nostitz und Jaͤnckendorf, und dessen Frau Gemahlin, 86G von Bose, ihr 50 jaͤhriges Ehejubilaͤum, bei welcher Gelegenheit dieselben Vormittags 11 Uhr in der evangelischen Hofkirche feierlich eingesegnet wurden. 4

Folgende Ministerial⸗Bekanntmachung ist hier erschienen:

„Mach einer dem Ministerium des Innern offtziell zugekomme⸗ nen Nachricht übt gegenwärtig die Polizei⸗Behörde zu Reapel eine strenge Aufsicht über die daselbst sich aufhaltenden Fremden aus und verlangt demzufolge von den dasigen Konsuln auswärtiger Mächte nicht allein für die Richtigkeit der Pässe der in Neapel ankommen⸗ den Unterthauen ihrer resp. Regierung, sondern auch für deren mo⸗ ralische und politische Unbescholtenheit und daß sie ausreichende Sub⸗ sistenzmiltel besitzen, gut zu sagen. Die hierländischen Behörden, welche zu Ausstellung von Pässen in das Ansland ermächtigt sind, haben daher die nach Rreapel sich begebenden Reisenden mit obigen Verhältnissen bekannt zu machen und sie aufzufordern, sich nächst dem Passe auch noch mit einem Zeugnisse über ihre moralische und politische Unbescholtenheit und gehörigen Kreditbricfe zu versehen auf deren Grund es dem Königl. Saͤchsischen Agenten zu Reapel möglich werde, rücksichtlich hiesiger Unterthanen die Seitens der dor⸗ tigen Polizei verlangten Bescheinigungen zu ertheilen. Zur Benach⸗ richtigung des reisenden Publikums und zur Nachachtung für die be⸗ treffenden Behörden wird solches hierduͤrch bffentlich bekannt ge⸗ macht. Dresden, den 28. Mai 1836. 1 66“

8 Ministerinm des Innern. 1

von Carlowitz.“

Mai. In den Sitzungen der zweiten r vom 25. und 26. Mai geschah die Beräathung uͤber das Lult⸗Ministerium. Der ganze Ctat betraͤgt jaͤhrlich 1,010,600 Fl. Neben andern allgemeinen Gegenstaͤnden ward von U land ein schon bei der Kammer von 1833 behandelter Gegenstand be⸗ ruͤhrt. Es betrifft einen Regierungs⸗Befehl vom 13. Aug 1833, daß bei Vorschlaͤgen zu Wiederbesetzung erledigter Kirchenstellen

111“”“

Stuttgart, 30. Kammer vom 25.

stets auch der polltischen Grundsaͤtze der Kompetenten Er s Dnung geschehen und die Behoͤrden daher auch uͤber das fuͤr die amt⸗ liche Stellung der Geistlichen nicht unwichtige Benehmen des Kompetenten in Beziehung auf Gegenstände der Politik sich n aͤußern haben. Uhland wollte Verweisung des Gegenstandes in eine Kommission. Schott, Menzel und Roͤmer unterstuͤtzten den Antrag, wobei Letzterer von der Ungesetzlichkeit der Ueberwachung von Gesinnungen sprach. Geh. Rath von Schlayer trat dem Antrage lebhaft entgegen; es sey, behauptete er, jener Erlaß un⸗ richtig ausgelegt worden, indem die Absicht nur dahin gegan e. sey, auf das Benehmen der Bewerber Raͤcksicht zu ahtnan Es sey kein Grund vorhanden, auf dec Verfuͤgung zurüͤckzukom. men, weil das Verfahren in den letzten Jahren die Regierun

genuͤgend gerechtfertigt haben werde. Nur neue Thatsachen koͤn 8 einen Antrag begruͤnden, man werde solche aber nicht anfuͤhren koͤnnen. Den Vorwurf von Ueberwachung von Gesinnungen und Grundsaͤtzen muͤsse er als an Verleumdung graͤnzend zuruͤck vei⸗ sen. Die in der Kammer anwesenden geistlichen Mitzlieder be⸗

staͤtigen die Anwendung in der angedeuteten Richtung. Roͤmer