Sie das Erstere, so werden Sie einen Kampf zu kämpfen haben, üs dem Sie nimmer als Sieger hervorgehen können, und dessen Folgen aus Sie fallen werden. Ich spreche jetzt nicht von der Zukunft, son⸗ dern von der Gegenwart. Wenn Sie drei Viertel des Irländischen Volks in Erbitterung und Verzweiflung stuͤrzen wollen, so köunen Sie sicher seyn, daß der erste Kanonenschuß, der in Europa ertönt, as Signal für Sie sevn wird, alle Ihre Verweigerungen zurückzu⸗ nehmen und dann in der Stunde der Noth Irland diejenigen Zuͤgeständ⸗ nisse zu machen und die Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die Sie ihm in den Tagen Ihrer Glorie und Ihrer Stärke versagten, und dann, dann, ich sage es mit Schmerz und Sorge, dann würde England nicht mehr das große Land seyn, wofür ich es hielt.“ 1
Sir W. Follett, der hierauf das Wort nahm, erklaͤrte, doß er den Vorschlaͤgen des Ministers nicht beistimmen koͤnne, sondern die Amendements der Lords aufrichtigst unterstuͤtzen werde; er bedauerte es sehr, daß die Minister sich mit dem Ober⸗ hause nicht uͤber das Prinzip der beabsichtigten Maßregel ver⸗ raäͤndigen wollten, um so mehr, als gar kein so großer Unter⸗ schied zwischen dem Grundsatze sey, von welchem beide Parteien ausgingen, denn die jetzigen Irlaͤndischen Corporationen besaͤßen keine Munizipal⸗Gewalt, sondern haͤtten fast nur die Rechtspflege in ihren Haͤnden; diese letztere wollten nun ja auch die Minister dem Lord⸗Keutenant uͤbertragen, folglich waͤren, wie ihm schiene, die von den Lords mit der Bill vorgenommenen Veraͤnderungen, wonach die Macht, welche die Minister den neuen Corporationen verleihen wollten, ebenfalls auf den Lord⸗Lieutenant uͤbertragen werden solle, auf dasselbe Prinzip gegruͤndet, wie die ministerielle Maßregel. Der 5 wollte auch dem Minister nicht einräumen, daß die Munizipal⸗Verfassung, sey es in Großbritanien oder in Irland, solche Vortheile gewaͤhre, wie derselbe behauptet habe; nur in halb civilisirten Laͤndern und in halbbarbarischen Zeiten, wo die Krone gegen die Anmaßungen des Adels bei den Corporationen Schutz suche, meinte er, koͤnnten solche Institutionen vielleicht von Nutzen seyn; er wies auf Manchester und Birmingham hin, die ohne solche „Aufruhr⸗Schulen“, wie er die Munizipa— litaͤten nannte, zum schoͤnsten Flor gelangt seyen, und behaup⸗ etete, daß auch Sottland seinen Wohlstand nicht diesen Institutionen, sondern seinem bereitwilligen Gehorsam gegen die Gesetze und seiner Treue gegen den Thron und der dadurch garantirten Sicherheit des Lebens, Eigenthums und Kapitals verdanke. Hierauf ließen sich noch die Herren H'Brien, Ewart, Ward, Capitain Ber⸗ keley, Lord Clements, Sergeant O Loghlen, Browne und Callaghan zu Gunsten der ministeriellen Vorschlaͤge und die Herren G. Price, Oberst Conolly, Hamilton und Shaw zu Gunsten der Amendements des Oberhauses verneh⸗ men, und die Debatte wurde sodann auf den folgenden Abend
vertagt. London, 10. Zuni. Stadt und hielt ein Lever,
Der Koͤnig kam vorgestern nach der bei welchem der regierende Herzog von Sachsen⸗Koburg⸗Gotha, der Erbprinz, Prinz Albert und der Fuͤrst von Leiningen von Sr. Majestaͤt Abschied nahmen und der Koͤniglich Preußische Gesandte ein Schreiben von sei⸗ nem Souverain uͤberreichte. Abends gab der Koͤnig dem Jockey⸗ Klub ein Diner, und gestern kehrten Ihre Majestaͤten wieder nach Windsor zuruͤck. Die Herzogin von ten gestern der Feier des
Kent und die Prinzessin Victoria wohn⸗ Jahrestages der Stiftung der hiesigen Armen⸗Schule von St., Paul bei, deren Patroninnen beide Koͤ⸗ nigliche Hoheiten sind. Der Lord⸗Mayor hatte bei dieser Gele⸗ genheit im Mansion⸗House ein glaͤnzendes Dejeuner veranstal⸗ tet, zu welchem die Herzogin vom Lord⸗Mayor und die Prin⸗ zessin vom Alderman Scholey. gefuͤhrt wurden. — 8 Herr Lomonossoff hat sich am Dienstage von hier nach Fal⸗ mouth begeben, wo er sich nach Rio⸗Janeiro einschiffen will, um dort seine Functionen als Russischer Gesandter in Brasilien an⸗ zutreten. Die Abreise des Grafen Pozzo di Borgo nach dem Kontinent wird eher stattfinden, als man erwartet hatte. Se. Excellenz ist am 18ten d. zum Diner beim Herzoge von Wel⸗ lington geladen und wird sich wahrscheinlich einige Tage darauf von Sr. Majestaͤt beurlauben und sich zuerst nach Paris be⸗ eben. Die Hof⸗Zeitung meldet die Ernennung des Grafen von Errol zum Lord⸗Lieutenant der Schottischen Grafschaft Aberdeen an die Stelle des verstorbenen Herzogs von Gordon. Die Versammlungen in allen Theilen des Landes, Behufs der Petitionirung an das Unterhaus gegen die Amendements der Lords zu der Irlaͤndischen Munizipal⸗Bill, haben sich, so wie die an das Unterhaus gelangten Petitionen in dieser Angelegen⸗ heit, waͤhrend der letzten Tage außerordentlich vermehrt, waͤh⸗ rend Versammlungen und Petitionen zu Gunsten der Bill in ihrer amendirten Form nur sehr selten vorgekommen sind. Vor⸗ gestern fand eine Zusammenkunft der Mitglieder des Unterhauses von der konservativen Partei wegen dieser Angelegenheit statt, uͤber deren Resultate jedoch nur Geruͤchte im Publikum zirkuli⸗ ren, da es selbst den Tory⸗Blaͤttern nicht gestattet worden ist, Mittheilungen uͤber die erhandlungen und Beschluͤsse der Ver⸗ sammlung aufzunehmen. Jenen Geruͤchten zufolge, soll Sir Robert Peel die Absicht ausgesprochen haben, die Bill in der Gestalt, wie sie von Lord Lyndhurst umgeformt wor⸗ den ist, zu unterstuͤtzen, auch wieder die Leitung der Regierung zu uͤbernehmen und nochmals den Versuch einer Auf⸗ loͤsung des Parlaments zu wagen, falls der Koͤnig sich durch die drohende Kollision zwischen den beiden Haͤusern des Parla⸗ ments veranlaßt sehen sollte, ein anderes Ministerium zu er⸗ nennen. Der Courier will dem letzteren Theile dieses Geruͤch⸗ tes zwar keinen Glauben beimessen, fuͤgt aber hinzu, daß das Volk auf seiner Hut seyn muͤsse, da fuͤr den Fall, daß die Plaͤne der Ultra⸗Tories wirklich bei Sir Robert Peel und seinen An⸗ haͤngern unbedingte Unterstuͤtzung finden sollten, eine Krisis un⸗ vermeidlich sey, welche den inte igenten und liberalen Theil des Volkes zu kraͤftigem Einschreiten noͤthigen wuͤrde. Was die setzigen Minister betreffe, so sey es durchaus nicht deren Absicht, das Parlament aufzuloͤsen; sie seyen zu jeder versoͤhnlichen Maß⸗ regel bereit, aber zugleich in ihren Entschluͤssen fest und uner⸗ shaͤtterlich. So lange sie sich durch die Majoritaͤt des Unter⸗ auses und die Stimme der Nation unterstuͤtzt saͤhen, seyen sie fern von der Idee, zu resigniren. Ihr Zweck sey klar und einzig der, daß das Volk von Irland nach denselben Maßregeln der Gerechtigkeit behandelt werde, wie Schottland und England, und in dieser Beziehung werde eine Berufung an das Englische Volk nicht umsonst seyn. Ob die Vermuthungen des Courier uͤber die Folgen des Beharrens der Tories bei ihren Beschluͤs⸗ sen sich als begruͤndet erweisen werden, muß sich binnen kurzem eigen, da die gestrige Debatte im Unterhause den Beweis zu leefern scheint, daß die Tories im Unterhause sich allerdings dahin ent⸗ schieden haben, die Beschluͤsse ihrer Freunde im Oberhause bis auf das Aeußerste zu vertheidigen. Denn wenn sich auch bei der gestrigen Debatte uͤber den nunmehr von den Ministern vor⸗ geschlagenen Plan in Betreff der Irlaͤndischen Munizipal⸗Reform
Amendements des Oberhauses von zwei anderen bedeutenden To⸗
ries, Sir W. Follett, General⸗Prokurator unter dem Peelschen Ministerium, und Herrn Shaw, Recorder von Dublin, so ent— schieden und unbedingt in Schutz genommen, daß, wie hiesige Blaͤtter meinen, die Beschluͤsse der Konservativen uͤber die zu treffenden Maßregeln, die, dem Vernehmen nach, heute Abend bei der Fortsetzung jener Debatte durch Sir R. Peel offiziell zur Kunde des Hauses gelangen werden, wohl schwerlich von nachgiebiger Art seyn duͤrften. Vielmehr scheint man die Worte des Herrn Shaw: Fiat justitia, ruat coelum, als das Resul⸗ tat jener Beschluͤsse anzusehen. 1
Herr Ewart hat vom Unterhause die Erlaubniß erhalten, eine Bill einbringen zu duͤrfen, welche die Aufhebung des Ge⸗ setzes, wonach bei dem Zeugen⸗Verhoͤr vor den Geschwornenge⸗ richten die Bezugnahme auf etwanige fruͤhere Vergehen eines Angeklagten gestattet ist, zum Zweck hat. Bei dieser Gelegen⸗ heit sprach der General⸗Prokurator, Sir J. Campbell, der sich zwar noch nicht vorweg zur Unterstuͤtzung einer solchen Bill ver⸗ pflichten wollte, die Ansicht aus, daß allerdings die Anfuͤhrung fruͤherer Handlungen eines Angeschuldigten sehr leicht in den Gemuͤthern der Geschworenen Vorurtheile gegen denselben er⸗ wecken koͤnnte, wie dies namentlich der La Roncieresche Prozeß, der die Aufmerksamkeit von ganz Europa erregt, deutlich genug ge⸗ zeigt, indem die Ruͤcksicht auf den fruͤheren Lebenswandel La Roncière's, den man, obgleich er gar nicht zur Sache gehoͤrt, mit in das Zeugen⸗Verein hereingezogen, offenbar die Jury ge⸗ gen den Angeklagten eingenommen und ihr Urtheil vergiftet habe.
Lord Brougham lebt in großer Zuruͤckgezogenheit zu Har⸗ rington und soll sich um vieles besser befinden.
Herr Norton, der vor den hiesigen Gerichten als Klaͤger gegen Lord Melbourne auftritt, hat von seiner Gattin, einer En⸗ kelin des beruͤhmten Sheridan, drei Soͤhne, wovon der juͤngste acht Jahre alt ist.
Gestern erschien Herr Bayley, ton, wieder vor dem Gerichtshofe der klaͤrte, daß seit seinem letzten Antrage J Kommission zur Verhoͤrung eines bei Lord Mulgrave im Schloß von Dublin befindlichen Zeugen, welcher sich der General⸗Pro⸗ kurator widersetzt habe, ein Umstand vorgefallen sey, der jene Ernennung unnoͤthig mache, und von dem er den Gerichtshof jetzt in Kenntniß setzen wolle. Der Oberrichter Tindal meinte jedoch, Letzteres sey uͤberfluͤssig, denn der vorliegende Fall sey von der Art, daß man wuͤnschen muͤsse, es wuͤrde so wenig als moͤglich daruͤber gesagt; wenn der Zeuge seitdem nach England gekom⸗ men sey oder zur Zeit des Beginns der Verhandlungen hier erwartet werde, so brauche allerdings die verlangte Kommission nicht ernannt zu werden.
Die Times enthaͤlt eine Uebersetzung des von dem Koͤ⸗ niglich Preußischen General⸗Lieutenant von Grolmann verfaß⸗ ten und im Berliner Militair⸗Wochenblatt abgedruckten Arti⸗ kels zur Widerlegung des von dem Herzoge von Wellington fruͤ⸗ her abgegebenen Gutachtens in Bezug auf die Disziplin in der Preußischen Armee.
Die neu ausgeruͤsteten acht Linienschisse sind jetzt zum Ab⸗ segeln bereit. Wie es heißt, werden sie waͤhrend der Zeit, wo sie im Kanal zu einem Geschwader vereinigt sind, von dem Vice⸗ Admiral Flemming befehligt werden, der, nach Malta bestimmt, seine Flagge am Bord des „Howe“ von 120 Kanonen aufzie⸗ hen wird. Eines der Schiffe, der „Herkules“, Capitain Ber⸗ keley, hat die Bestimmung, in der Nordsee zu kreuzen, ein an⸗ deres, der „Talavera“ von 74 Kanonen, Capitain Sullivan, ist fuͤr die Nordkuͤste von Spanien bestimmt. “
Die Getraidepreise sind zwar im Ganzen etwas niedriger als in voriger Woche, doch ist der (nach den sechswoͤchentlichen Durchschnittspreisen sich richtende) Zoll von fremdem Hafer und fremden Erbsen abermals um einen halben Shilling herab⸗ gesetzt worden.
Unsere direkten Nachrichten aus Britischen Legion zu San Sebastian gehen nur bis zum 2ten d. M. und enthalten daher noch nichts uͤber den in Paris be⸗ kannten Angriff der Karlisten auf die Britischen Linien am éten d. M. Jene Briefe geben nur einzelne Details uͤber den fruͤ⸗ heren Karlistischen Angriff am 3lsten v. M., welcher angeblich mit Verlust von 7 Verwundeten von Seiten der Englaͤnder und 26 Todten und Verwundeten (unter denen ein getoͤdteter und 5 verwundete Offiziere) von Seiten der Karlisten zuruͤck— geschlagen wurde. Die Karlisten, welche den Angriff mit vier oder fuͤnf Bataillonen unternahmen, trieben zuerst die Englischen Vorposten zuruͤck, wurden aber bald durch die Artillerie der Le⸗ gion selbst zum Ruͤckzuge gezwungen, Die Linie, welche die Le⸗ gion jetzt besetzt haͤlt, geht von der Passage bis Aquetta und ist vier Englische Meilen lang; man befuͤrchtete, daß sie fuͤr die Truppen unter General Evans auf die Dauer nicht haltbar seyn werde, da die Karlisten durch Cordova's Ruͤckzug in den Stand gesetzt worden sind, 10 — 12,000 Mann bei Hernani u konzentriren. Auch glaubt man, daß General Evans seinen An⸗ griff auf die Passage verschoben haben wuͤrde, haͤtte er vermu⸗ then koͤnnen, daß Cordova sich von Arlaban nach Vittoria zuruͤck⸗ ziehen werde, denn jene Bewegung auf die Passage war nur als eine Einleitung zu einem Angriffe auf Fuentarabia und Irun angesehen worden. Jedenfalls scheint die Legion jetzt fuͤrs erste nicht vorruͤcken zu koͤnnen. Lord John Hay hat zwei Huͤgel be— festigen lassen, welche die Passage beherrschen, und wird dort wahrscheinlich sein Haupt uartier aufschlagen.
Der Baron de los Valles, Adjutant des Don Carlos, ist so eben von Boulogne hier angekommen, nachdem er sich, von Deutschland kommend, einige Zeit in Paris aufgehalten hatte.
Aus Kalkutta sind Depeschen vom 4. Maͤrz angelangt,
welche die Ankunft des neuen General⸗Gouverneurs, Lord Auck⸗ land, an dem Ort seiner Residenz melden. Aus New⸗York hat man Nachrichten vom löten v. M. Sie beschaͤftigen sich hauptsaͤchlich mit dem Kriege in Texas, der jetzt eine guͤnstigere Wendung fuͤr die Insurgenten genommen zu⸗ haben scheint. Es hatte naͤmlich gegen Ende des April eine 1200 Mann starke Kolonne der Mexikaner auf der Verfolgung des General Houstoun ihren Uebergang uͤber den Fluß Colorado bewerkstelligt, der bald nachher so anschwoll, daß alle Communi⸗ cation mit dem Mexikanischen Haupt⸗Corps abgeschnitten wurde und man die Vernichtung der Kolonne durch die Insurgenten fuͤr gewiß erwartete. Auch diese Nachrichten bestaͤtigen die fruͤ⸗ heren Berichte von der unmenschlichen Grausamkeit, mit welcher Santana den Krieg fuͤhrt.
Neuere Berichte aus Peru bestaͤtigen die Nachricht von der Niederlage und Fuͤsilirung Salaberry's. Das Treffen zwi⸗ schen den Bolivianern und Peruanern, welches zu diesem Re⸗ sultate fuͤhrte, fiel im Februar bei Alta de la Luna in der Naͤhe von Arequipa vor, begann am 7ten jenes Monats und dauerte 7 Tage lang. Nach einem vergeblichen Versuche Salaberry's, sich in Isla einzuschiffen, mußte er sich mit seinen Anhaͤngern
der Anwalt des Herrn Nor⸗ Common Pleas und er⸗ auf Ernennung einer
dem Hauptquartier der
noch nicht die Koryphäͤen der konservativen Partei, Sir R. Peel und Lord Stanley, haben vernehmen lassen, so wurden doch die
ergeben. Er hatte nur 2500 Mann Truppen, waͤhrend Santa⸗
uͤberein,
Cruz an der Spitze von 6000 Mann stand. Letzterer hat einen Verlust von 600 Mann eingestanden. Am 18. Feh wurden Salaberry, die Generale Fernandine, Pecorza Carderas und 5 andere erschossen; 81 Peruanische Offiziert
gleichfalls zum Tode und 100 zu worden.
chwerer Arbeit verues
— — London, 10. Juni. Aus der Sprache der Xo
Blaͤtter und noch mehr aus den gestern von den Tories im
terhause gehaltenen Reden ist abzunehmen, daß die Hoffn es werde zwischen den Parteien uͤber die Eorporations⸗Vilr einem Vergleiche kommen, fuͤr den Augenblick vereitelt sey 9 werden aus unseren Zeitungen ersehen, daß am Dienstaa 2 Versammlung der ministeriellen Mitglieder des Unterhaussn Lord John Russell stattfand, wo derselbe die Vorschlaͤge n theilte, die er im Namen der Regierung in Bezug auf 1 Bill zu machen gedenkt, und welche (obgleich ein wenig 1g dehnt) ungefaͤhr dieselben waren, die vom Herzog von N mond im berhause gemacht worden. Selbst die heftigsten h ner der Lords, und vor allen O Connell, erklaͤrten sich damt frieden, und man glaubte ziemlich allgemein, daß auch die Tah sich den Vergleich gefallen lassen wuͤrden. Bei einer Versamme aber, welche die Oppositions⸗Mitglieder des Unterhauses gesten Lord F. Egerton hielten, beschlossen dieselben, bei ihrer Eis dung zu beharren. Wahrscheinlich leitete sie hierbei wenig Glaube an die Wichtigkeit derselben an und fuͤr sich, als die lag zeugung, daß dies eine gute Gelegenheit sey, dem HObekan das Recht der freien Berathung und Entscheidung zu diziren, weil es naͤmlich im Grunde bei dieser Frage wieh recht hat, und weil die Bewegung in England und Schette nicht von der Art ist, daß man etwas davon fuͤrchten zu mi glaubt. Vielleicht hielt man diese Frage uͤberhaupt fuͤr besser an net, um zu einer Kollision mit dem Unterhause zu fuͤhre, die uͤber die Appropriation des Zehnten. Indessen sind die nister und ihre Partei eben so entschieden und werden ihrez sicht ohne Zweifel im Unterhause durch eine bedeutende M heit durchsetzen. Verwirft nun das Oberhaus (wie zu er steht) die neuen Vorschlaͤge, und findet sich bei einer Konfe kein Auskunftsmittel, so wird die Regierung wahrscheinli Unterhaus aufloͤsen und gewissermaßen durch eine neue‚d bei der Nation anfragen, ob sie den Widerstand der Pain gen ihre Vertreter billige oder nicht? Vielleicht aber koͤmme die unmittelbare Loͤsung des Streites dadurch zan schieben, daß man die Bill fuͤr die naͤchste Session vertagt viel ist gewiß, daß weder die Regierung noch selbst Oem bei allem Laͤrm geneigt sind, die Sache auf die Spitze zust und das Oberhaus in wirkliche Gefahr zu bringen, um diese Ueberzeugung ist es, welche die Tories so kuͤhn u Sollte aber am Ende nicht hieraus die Gefahr entspringnt nen, daß kuͤhnere Politiker auftreten und die jetzigen verdräng Das Unterhaus hat uͤbrigens seine Entscheidung auf dense gen Abend hinausgeschoben. 61ö
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Aus dem Hagg, 9. Juni. Der Großbritanische Gic am hiesigen Hofe, Sir E. C. Disbrowe, hat vorgestern eine
laubsreise nach London angetreten.
Die kuͤrzlich erwaͤhnte Sendun veer nach der Westkuͤste und dem 8 innenlande von Nita nicht bloß einen militairischen Zweck in Bezug auf musee seeischen Garnisonen, sondern auch noch insbesondere dwg schaftlichen, uͤber die Laͤnder und Volksstaͤmme suͤdlich vng Niederlaͤndischen Besitzungen auf der Kuͤste von Guinea Ue Kenntnisse zu erhalten. Auch die Handels⸗Interessen Hal wird der Reisende dabei im Auge haben, wie er auch schon her aͤhnliche Missionen nach Mexiko, Central⸗Amerika un Landenge von Panama ausgefuͤhrt hat.
Bruͤssel, 9. Juni. Der diesseitige Gesandte am? Preußischen Hofe, Graf von Baillet, ist unmittelbar mm ner Ankunft nach Antwerpen gereist, wo seine Mutter miͦ abgegangen ist.
Die Repraͤsentanten⸗Kammer hat sich waͤhrend ihrer Sitzungen sehr lebhaft mit dem Kontrakt des Kriegs⸗M uͤber die eisernen Bettstellen fuͤr die Kasernen beschaͤfte am Ende gesharf mit 30 gegen 29 Stimmen das Amene des Herrn Pirson angenommen, die dafuͤr von dem M ausgeworfene Summe zu bewilligen, ohne uͤber den selbst etwas in Frage zu stellen.
Zwischen zwei Belgischen Stabs⸗Offizieren, den Lieutenants Huitrechts und Chapelié, die in einer Strgc keine Entscheidung beim Militair⸗ Gerichtshofe finden üuh hat ein Zweikampf stattgefunden, bei welchem der Letzter h eine Kugel in der Schulter schwer verwundet worden s h
Die Arbeiten der Section der Eisenbahn von Meche Loͤwen haben bei der Zwischen⸗Station zu Wespelaer he von wo sie in zwei Richtungen fortgesetzt werden. liji Theil der Schienen ist schon auf der Station vonst Termonde gelegt. Man kann annehmen, daß sie zu Eae tember fuͤr die Circulation werde geoͤffnet werden. O die Stadt Termonde auf die Feste bedacht, die sie zu düce geben wird. 1
Danemark. 6
Kopenhagen, 7. Juni. Am Aten d. Abends um ! sind Se. Maj. der Koͤnig in Aarhuus angekommen un⸗ JJ. KK. HH. dem Prinzen Frederik Ferdinand und dert zessin Karoline, den Militair⸗Behoͤrden und dem ganzne aufs freudigste empfangen worden. Abends war die Sti leuchtet.
des General⸗Majors!
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— — Kopenhagen, 13. Juni. Die Dampfsschiff Verbindung von hier mit der Ostsee und Schweden n⸗ wegen ist jetzt wieder in lebhaftem Gange. Vier solche⸗ euge kommen und gehen jede Woche, naͤmlich: der 0 VI.“ nach Luͤbeck und Kiel; die „Dronning Marig 1” tin; der „Prinz Karl“ nach Gothenburg und Christin die „Dania“ nach Juͤtland. Ganz vorzuͤgliche Anneidc gewaͤhrt den Reisenden die Verbindung mit Stettin 1 durch das Dampfschiff „Dronning Maria“, welches sh tag von hier nach Stettin und jeden Donnerstag 9gs Sw Kopenhagen abfaͤhrt, die Reise meistens innerha enaus uruͤcklegt und mit der Schnellpost in Stettin aufs 80nd8 Verbindung steht, so daß die Fahrt zwischen Berlin rden hagen ganz bequem in 40 Stunden zuruͤckgelegt 8 hat 8 Fuͤr Personen, die der See⸗Krankheit ausgesetzt sin 6 das Angenehme, erst von Swinemuͤnde aus die offarsele beruͤhren und daher nur etwa 16 Stunden auf n ber verweilen, welche kurze Zeit selbst bei unruhigem,
seh vua Meye
“ J“ d und um so leichter uͤberstanden ist, da die innere Ein⸗ sSchiffes den Reisenden alle moͤgliche Bequemlichkeit dar⸗ Fuͤhrer der „Dronning Maria“, Capitain Lous, ein See⸗Offizier, der fruͤher in der Franzoͤsischen Ma⸗
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dah gedient und dort das Kreuz der Ehren⸗Legion erhalten hat,
hnet sich zudem sowohl durch seine Sprachkenntniß und ge⸗ üigen Formen, als durch die sichere Leitung des ihm anver⸗ den Schiffes hoͤchst vortheilhaft aus. Man erwartet daher dieseem Sommer hier viele Besuche aus Preußen und na— llich von Berlin, weil die dortigen Einwohner schwerlich bequemere, mit weniger Zeit⸗ und Geldaufwand verbundene segenheit finden werden, eine Seereise zu machen, und die eresäanten Gegenden des Nordens zu besuchen. Ohne in ein tail der Merkwuͤrdigkeiten Kopenhagens eingehen zu wollen, jent doch das hiesige Museum der Nordischen 11“ besondere Erwaͤhnung, weil man eine derartige Sammlung feinem anderen Orte so vollständig und wohlgeordnet findet lben hier. Der Werth dieser Sammlung wird noch durch bereitwillige Gefaͤlligkeit, womit dieselbe an jedem Donnerstage Kanzlei⸗Rath Thomsen oͤffentlich vorzeigt und mit interes⸗ ten historischen Bemerkungen erklaͤrt, bedeutend erhoͤht.
Deutschland.
Hannover, 12. Juni. In der Sitzung unserer zweiten nmer am 8ten d. wurde ein Ministerial⸗Schreiben, einen Ge⸗ Entwurf uͤber die Rechts⸗Verhaͤltnisse der Juden betreffend, lesen. Kassel, 12. Juni. Se. Hoheit der Kurprinz und Mit⸗ ent haben den Direktor der Regierung zu Fulda, Karl von umbach, unter Wiederverleihung der Bezeichnung als Staats⸗ zum Direktor und ersten Mitgliede der Direction der des⸗Kredit⸗Kasse, so wie zum Mitgliede der Direction des ormirten Waisenhauses zu Kassel, der dasigen Lotterie und Prinz Georgschen Fundation, und den Direktor der Hof⸗ mainen⸗Kammer und der Direction der Landes⸗Kredit⸗Kasse, ats⸗Rath Karl Eggena, zum Direktor der Regierung in da ernannt. Der Professor Dr. A. von Huber zu Rostock ist zum or⸗ tlichen Professor der abendlaͤndischen Literatur an der Uni⸗ sität zu Marburg ernannt worden.
Darmstadt, 11. Juni. Vorgestern wurde in Gernsheim dem Verbesserer des Buͤcherdrucks, Peter Schoͤffer, errich— Denkmal feierlich enthuͤllt. Einen ausgezeichneten Zug mit en Fahnen bildeten die Darmstaͤdter Offiziere, Buchhaͤndler, hhdrucker und Buchbinder. Allgemeine Freude erregte es, als en 10 Uhr Se. K. H. der Erbgroßherzog mit seiner Durchl. mahlin, unter dem Donner der Kanonen und dem Gelaͤute Glocken, einzog und sogleich in die Kirche ging. Nach dem ttesdienst begab sich der Zug auf den „Schoͤfferplatz“, wo das dekmal noch verhuͤllt stand. Die Enthuͤllung geschah auf ein ebenes Zeichen, so daß die umgebende Leinwand sich rechts Hlinks theilte, wo denn das kolossale majestaͤtische Bild sich in ger Vollendung zeigte und mit donnerndem Freudengeschrei be⸗ ßt wurde. Allgemein wurde die von dem Großh. Hess. Hof⸗ hauer, Herrn Scholl in Darmstadt, gelieferte Arbeit als ein esterwerk bewundert. Das Denkmal ist vor dem neuerbauten hulhause errichtet; das Gothisch verzierte Fußgestell, auf wel— in das Standbild Schoͤffers ruht, ist 12 Fuß groß, und die atue, aus einem einzigen Heilbronner Sandsteinblock gemei⸗ t, wißt ebenfalls 12 Fuß. Der ehrenfeste Druckerherr, im ftien Mannesalter, steht in einem langen mit Pelz verbraͤm⸗ Ueberwurf, sinnend, eine Tafel mit Matrizen in der linken Ind, mit der Rechten bedeutungsvoll darauf hinweisend. Die hrift⸗Charaktere bilden das Wort: Matrizen und Patrizen Hdie Jahreszahl 1450. Das Ganze ist eine Meister⸗Arbeit⸗ f der Vorderseite des Fußgestells ist folgende Inschrift Gothischen Buchstaben eingehauen: „ Dem Andenken ter Schoͤffer's von Gernsheim, weltlichen Richters zu inz, dem Miterfinder der Buchdruckerkunst, der durch sei— Forschungsgeist diese Kunst vervollkommnete und mit thaͤtigsten Eifer verbreitet hat, weihet diesen Denk⸗ n seine Vaterstadt, das dankbare Gernsheim, im Jahre Heils 1836.“ Auf der Ruͤckseite des Fußgestells befinden Lateinische Distichen von Arnold v. Buͤrgel. Auf der Stadt⸗ ezu ist Peter Schoͤffer's Wappen angebracht, bestehend aus em Schilde, in welchem sich ein Widerhaken mit drei sechsspitzigen ernen zeigt. Nach der Rheinseite zu sieht man Faust's Wap⸗ d, ein Schild mit zwei ins Schraͤgkreuz gelegten Haken geresant war noch, daß man am Schlusse der Feier dieses stes praktisch den Zustand des Druckverfahrens anschaulich mhc, indem man vor Aller Augen Lettern goß, setzte und da⸗ 1 sed druckte, welches die anwesenden Buchbinder sogleich anirten, unter die Zuschauer vertheilten und absangen. Heferveich. ven, C Ihre Koͤnigl. Hoheiten die Herzoͤge von SI veanscnn 8 TL erfuͤgten sich vorgestern nach Baden, büch erl. Hoheit dem Erzherzog Karl ihren Abschieds⸗ uch zu machen. Gestern nahmen die beiden Prinzen ver⸗ hnen. Militair⸗Etablissements in Augenschein und wohnten 8 eee⸗ der Kavallerie⸗Artillerie auf der Simmeringer O , 8 kFhre Durchlauchten der Herzog und die Herzogin von An— Koͤthen sind vorgestern von hier nach Koͤthen zuruͤckgekehrt.
Spanien.
orc, 1 “ Koͤnigin hat solgendes Dekret 8h 8. 8 General⸗Major, Herrn Throne g zu 1“ wuͤnsche, wie sehr ich die von ihm —2 erhabenen Tochter, Isabellas II., geleisteten ee hn zu schaͤtzen weiß und sein treffliches Be⸗ eklpel bh 1u 1“ 5 lhsß s girit bei Terapequi anerkenne, so habe ich geruht ihm saagtteuz des Koͤnigl. Ordens Isabella's 8 Matholischen dore, por Dieselbe Decoration wird dem Englischen Kom⸗ se f e Dhhn Hay, fuͤr sein edles Benehmen bei dem An⸗ ha⸗ hedtk giger der Insurgenten bei San Sebastian am vn henichat, 8 1. Juni von Barcelona aus eine Proclama⸗ uer, vun erlassen. Er lobt ihre Tapferkeit und Aus⸗ ndes und 9 welche ste sich Anspruͤche auf die Dankbarkeit des bt, die Btlsgin⸗ Achtung erworben und die sie in den Stand ge⸗ nten noh Karlisten⸗Haufen, welche vor wenigen Mo⸗ hlagen vnnd as Land zu ünterjochen gedroht, in die Flucht zu Vorspiez an zerstreuen. Er warnt sie dann vor den treulo⸗ uflucht öcgen ihrer Feinde, die zu solchen Mitteln ihre n. Er Gen. da sie mit den Waffen nichts ausrichten koͤnn⸗ ationen . sie daran, daß die Staͤrke der Heere, wie der in der Einigkeit bestehe, und daß, welche poli⸗
1Gheg Wechsel guch Fänersan moͤchten, die enselben niemals einen Einfluß auf ihr i Unternehmen, die Insurgenten zu “ igans Flöbans ent Er erklaͤrt, daß er jetzt mehr als jemals auf ihre Entschlossen⸗ heit und ihren Heroismus zaͤhle, denn der jetzt eroͤffnete Feld⸗ zug muͤsse kurz und entscheidend seyn, und er zweifle nicht daran daß sie seine Bestrebungen unterstuͤtzen und dem civilisirten Eu⸗ ropa beweisen wuͤrden, daß die geheiligte Sache der Freiheit nicht vergebens durch ihre Bajonnette unterstuͤtzt worden sey und daß sie wohl wuͤßten, wie der Eid, den sie der Vertheidi⸗ gung jener Sache geschworen, erfuͤllt werden muͤsse. Indem sie dann zugleich die Person und das Eigenthum respektirten, wuͤrde die Niederlage ihrer Feinde ein siegreicher Bewels von der Civilisation eines Zeitalters seyn, das niemals wie⸗ der herabgewuͤrdigt werden koͤnne. — An demselben Tage erließ er ein Cirkular⸗Schreiben an die verschiedenen Behoͤrden Cataloniens, worin er sagt, daß eine traurige Erfahrung gezeigt haͤtte, daß die Feinde der Freiheit, des Landes und der Koͤni⸗ Lin, zu schwach, um durch die Gewalt ihrer Waffen einen Triumph zu erlangen, Uneinigkeit unter den Buͤrgern zu verbrei⸗ ten suchten, um sie auf diese Weise leichter zu unterdruͤcken Unerwartete Ereignisse, heißt es ferner, haͤtten das Gleichgewicht der verschiedenen Staats⸗Gewalten etwas erschuͤttert, und nun haͤtten sogleich schlechte und unbekannte Menschen ihre Be⸗ muͤhungen verdoppelt, um Zwietracht unter den Buͤrgern zu stiften, indem sie gehofft, durch Aufreizung zur Verachtung der gesetzlichen Behoͤrden zu verleiten und dadurch Unordnungen herbeizufuͤhren. Er erklaͤrt dann, daß er entschlossen sey, die Herrschaft der Gesetze aufrecht zu erhalten, indem er auf den Beistand aller wahren Freunde der Freiheit und auf die Mit⸗ wirkung eines jeden Zweiges der oͤffentlichen Gewalt rechne. Er hofft, daß jeder Gouverneur des Fuͤrstenthums nicht nur mit Eifer und Patriotismus die Ordnung in seinem Bezirke auf⸗ recht erhalten, sondern auch Alles anwenden werde, um die Feinde zu vernichten, deren Exzesse nur ihrer Feigheit gleich seyen Die Hauptstadt von Catalonien habe durch ihr Beispiel (2) ge⸗ zeigt, wie wichtig die Aufrechthaltung der oͤffentlichen Ordnung sey, und die National⸗ Garde habe, zu seiner großen Zufrieden⸗ heit dargethan, daß die Freiheit und die kuͤnftige Wohlfahrt des Rsect düsch die vchrang vor den Gesetzen und die richtige
ng der von denselben dar di icher ee spg. he— s dargebotenen Mittel gesichert Seitungen aus Barcelona vom 31. Mai me ß der Ministerwechsel allgemein dort gemißbilligt werde. 188 Runir zipalitaͤt von Barcelona hat, den genannten Blaͤttern zufolge schon eine Adresse an die Prokuradoren erlassen, worin sie den⸗ selben zu ihrer Opposition Gluͤck wuͤnscht. Auch andere Corpo⸗ rationen sind diesem Beispiele gefolgt, und der „Vapor“ giebt zu ver⸗ stehen, daß der General Mina diese Gesinnungen theile.
o roi . Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
1 New⸗York, 8. Mai. In der Sitzung des Senats vom 2. Mai legte Herr Davis eine von der gesetzgebenden Ver⸗ sammlung von Massachusetts angenommene Resolution vor worin der Kongreß ersucht wird, ein Gesetz zu erlassen, wodurch die Einwanderung fremder Armen in die Vereinigten Staaten verhindert werde. Er zeigte in einer Rede, wie die Vereinigten Staaten mit den Armen aller Laͤnder Europa's, und namentlich Englands, uͤberschwemmt wuͤrden. „Ist es wohl moralisch recht“, sagte er, „daß Großbritanien uns die druͤckende Last seine Armen zu ernaͤhren, aufbuͤrden will? Ist es nicht ein offenbares Unrecht gegen unsere eigenen tugendhaften Armen wenn sie ihr Brod mit denen theilen muͤssen, die weder gerechte, noch natuͤrliche Anspruͤche darauf haben? Und sollen wir ruhig zusehen, wie diese moralische Pest uns heruͤbergesandt wird um den oͤffentlichen Geist zu vergiften und unheilbares Ungluͤck zu bereiten? Unser Land wird stets den Wuͤrdigen und Unter⸗ druͤckten aller Klassen ein Asyl darbieten, allein die Menschlich⸗ keit macht es uns nicht zur Pflicht, diejenigen aufzunehmen die keine Achtung vor der Tugend, der Moralitaͤt und vor sich selbst haben, und die so verworfen sind, daß man sie nicht ein— mal in einem Lande dulden will, das sonst eben nicht sehr streng ö Moral ist.“ Die Resolution wurde zum Druck ver⸗ dnet. Die Miliz der Vereinigten Staaten besteht je 500,00 Mann. Dasvon befinden sich 200,090 “ 1 New⸗York und Pennsylvanien, 130,000 Mann im Staate Ohio und 1G Mann in Virginien.
Die Bevoͤlkerung des Staates Illinois betr 88 letzten Zaͤhlung 269,974 Seelen. In Jahre Iö däe 157,573 Seelen, sie hat sich also in fuͤnf Jahren um 112,399 Seelen oder um 75 pCt. vermehrt. 8
New⸗York, 16. Mai. Der Praͤsident der Vereinigten Staaten hat unterm 10ten d. dem Repraͤsentanten⸗Hause fol⸗ ende Mittheilung gemacht: „Im Schatz⸗Departement ist die Nachricht eingegangen, daß die vier Raten, welche wir nach dem Traktat mit Frankreich zu empfangen haben, an den Agenten
der Vereinigten Staaten ausgezahlt worden sind t Sie von dieser befriedigenden Beendigung 1 8 Frankreich benachrichtige, halte ich mich versichert, daß beide Haͤuser des Kongresses meinen Wunsch und Glauben theilen wer⸗ den, daß die von mir in meinen fruͤheren desfallsigen Botschaf⸗ ten ausgesprochenen Erwartungen einer Wiederherstellung der alten herzlichen Verhaͤltnisse zwischen beiden Laͤndern bald in Erfuͤllung gehen werden. Meinerseits wird es an keiner geeig⸗ neten Bemuͤhung fehlen, um die Erinnerung an jene Mißver⸗ staͤndnisse, die eine Zeit lang den gewohnten Verkehr zwischen denselben unterbrachen, gaͤnzlich zu tilgen. Andrew Jackson.“
Als Herr Henry Fox, der Britische Gesandte 9* den Ver⸗ einigten Staaten, in Baltimore anlangte, wurde ihm dort ein Diner gegeben, um ihm zu zeigen, mit welchem Beifall das Amerikanische Volk die Vermittelung seiner Regierung in dem Streite mit Frankreich aufgenommen habe. Der Ober⸗Richter die diplomatischen Repraͤsentanten der fremden Maͤchte, die Ma⸗ rine⸗Kommissarien und viele Kongreß⸗Mitglieder waren bei die⸗ ser Feierlichkeit zugegen, die an Glanz Alles uͤbertraf, was man fruͤher in dieser Stadt erlebt hatte. Der Saal war mit Por⸗ traits Wilhelm's IV. und des General Jackson, umgeben von den Flaggen beider Laͤnder, geschmuͤckt.
b Ueberall in den Vereinigten Staaten sind die Blicke auf den Kampf der Provinz Texas mit der Mexikanischen Regierung gerichtet; uͤber Charleston hat man die Nachricht von einem Seegefecht zwischen dem Texianischen Kriegs⸗Schooner „Invin⸗ cible“ und dem Mexikanischen Schooner „Montezuma⸗ der vor Brazos St. Jago vor Anker lag. Der Kampf soll sieben Stunden gedauert und damit geendigt haben, daß der „Monte⸗ zuma“ sank, ehe er das Ufer erreichen konnte. Das Schiff
Soldaten
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Die in St. Louis im Missouri⸗Staat erscheir Deutsche Zeitung: „Anzeiger des Westens“ Segnc schiedenen ihrer Nummern aus den ersten Monaten d. J. un⸗ ter der Aufschrift: „Die Deutschen im Westen der Union“ meh⸗ rere Artikel, die durch Form und Inhalt auch in der alten Heimath das Interesse in nicht geringem Grade ansprechen durften. Die Bremer Zeitung theilt daraus folgenden „Ge⸗ schichtlichen Ueberblick der westlichen Einwanderungen“ mit:
„Die Einwanderung der Deutschen in den Westen der Union gehoͤrt bekanntlich der allerneuesten Zeit an, und wenn man einige Pennsylvanisch⸗Deutsche Familien, die sich hin und wieder im Mississippithale schon fruͤher niedergelassen hatten, abrechnen will, so darf man uͤber das letzte Decennium hinauf in diesen Gegenden keine Deutsche suchen. Die eigentliche Aera der Deutschen Einwanderung beginnt erst mit Duden, der im Anfange des Jahres 1825 sich eine kleine Niederlassung am Missouri⸗Flusse ungefaͤhr 50 Meilen oberhalb seiner Muͤndung in den Mississippi gruͤndete. Von dort aus schrieb er eine Reihe von Briefen, die bei ihrem Erscheinen in Deutschland eine au⸗ ßergewoͤhnliche Sensation erregten. Ich weiß nicht, ob der Erfolg, den diese Briefe hatten, mehr den Stuͤrmen, die kurz nach der Zeit ihres Bekanntwerdens Europa erschuͤtterten, oder mehr dem Blumenschmelz und Farbenduft, in welche der Pinsel des Malers getaucht war, zuzuschreiben ist. Jedenfalls hat Duden das Verdienst, den Zug der Auswande⸗ rung nach dem Westen geleitet zu haben, und wir duͤrfen bet Beurtheilung seines Werkes den Maßstab unserer Zeit und un⸗ serer Erfahrungen nicht zu streng anlegen, zumal da Duden bei seinem Aufenthalte in Missouri sich noch nicht denken konnte daß die Auswanderung bald mehr des Zaumes als der Sporen beduͤrfen wuͤrde. Hoͤher als die uͤbertriebenen Ausschmuͤckungen seiner Welt rechne ich ihm zur Last, daß er die Auswanderung in geschlossenen Massen und Gesellschaften empfahl, da ihm doch die Amerikanischen Verhaͤltnisse das Unhaltbare dieser Theorie auf den ersten Blick zeigen mußten, und da er die Erfahrung vieler ungluͤcklicher Versuche der Art, von welchen er selbst ei⸗ nige mittheilt, fuͤr sich hatte. — Seit der Juli⸗Revolution und noch mehr seit den Reactionen, welche dieselbe in allen Deut⸗ schen Laͤndern zur Folge hatte, begann nun jener noch ununter⸗ brochene Zug der Auswanderung nach den Vereinigten Staa⸗ ten, der zwar immer viele Zweige in den oͤstlichen Staaten absetzte, aber doch auch einen Kern vorschob bis in das Mississippithal, wo sich die Masse theils in die reichen
seines belebten Stromes ergoß. Es ist gewiß eine beachtens⸗ werthe Erscheinung, wenn wir Hunderte und aber Hunderte von Menschen erblicken, welche entschlossen alle Bande zerreißen mit denen das Gemuͤth sich an den Schauplatz seiner Kindheit, an die Wiege seiner Ausbildung gefesselt fuͤhlt, wenn wir sehen, wie sie alle gewohnte Verzaͤrtelungen des Geistes und Koͤrpers und die fuͤr so unentbehrlich gehaltenen Bequemlichkeiten aller Art, womit die Ueberfeinerung der Europaͤer uns beschenkt hatte aus ihrem Leben herausreißen und den Muͤhen einer ungewohn⸗ ten Beschaͤftigung, dem Ungemach eines der ersten Bearbeitung kaum unterworfenen Landes entgegeneilen. Denn nicht Landleute waren es wenigstens anfaͤnglich, die den Weg in die fruchtreichen Thalgruͤnde des Westens bahnten, und die gleichsam nur einen schlechten Acker
Deutschland den gebildeten, oft gelehrten Staͤnden angehoͤrten die aber jetzt den Schulstaub von sich abwaschen wollten im fri⸗ schen Thaue der Urwaͤlder, und die dem engherzigen, convention⸗ nellen Treiben unserer Staͤdte entrannen, um neues Leben zu trinken an dem Busen der Natur; Frauen waren es, die wohl den Theetisch servirt hatten, aber nie die Muͤhen einer harten Handanlegung kennen lernen konnten; Juͤnglinge, die die Feder und zum Theil das Schwerdt, nie aber die Holzaxt geschwun
gen hatten. Zum Landleben hatten sich fast Alle bestimmt, welche
in das neue Land des Westens eindrangen, Duden's Schilderun⸗ gen der Reize des westlichen Himmels konnten diesen Entschluß nur befestigen; auch war es die unmittelbare Umgebung der Du⸗ denschen Niederlassung bei Marthasville, die von Einwanderern zuerst besetzt wurde, und die ersten Einwanderer waren eine — Ge⸗ sellschaft, gewoͤhnlich die „Berliner“ genannt, obgleich unseres Wissens sich Niemand von dieser Abstammung darunter befand Sie war nur klein und durch Familien⸗Bande verknuͤpft, aber (zur Ehre ihrer Eintracht sey es gesagt) sie hat sich länger als alle nachfolgenden erhalten, welche meist schon im aufgeloͤsten Zustande das Land betraten. Diese Niederlassung faͤllt in den Sommer 1832, und zwar ziemlich gleichzeitig mit der Gruͤndung von Neu⸗Schwitzerland durch Dr. Koͤpfli. Waͤhrend jene in den von den Bluffs des Missouri eingeschlossenen, aber sehr frucht baren Thaͤlern der Baͤche sich niederließen, hat es Koͤpfli dagegen vorgezogen, in den sonnigen Hochlandwiesen von Illinois seinen Wohnsitz zu nehmen. Er beabsichtigte gleich von Anfang eine groͤßere Niederlassung der Schweizer und wollte Versuche mit Schweizerischer Milch⸗Wirthschaft beginnen. Da edurfte er einer ausgebreite ilch schaft beginn Dazu bedurfte er einer ausgebreiteten Trifft, welche er kaum besser finden konnte, als in den unabsehbaren rei⸗ chen Ebenen der Lookingglas⸗Prairie, die sich vom Staͤdtchen Libanon aus weithin ins Land erstreckt. Der Erfolg hat bereits die Klugheit seiner Berechnungen gerechtfertigt. Gerke, welcher so wie auch Koͤpfli die Geschichte seiner Niederlassung und der Amerikanischen, namentlich landwirthschaftlichen Verhaͤltnisse zu Nutz und Frommen seiner einwandernden Landsleute niederge— schrieben hat, bezog kurz darauf Marine⸗Settlement in der Ge gend von Edwardsville, im Staate Illinois. Endlich kamen in diesem Jahre noch die Reste der „Thuͤringischen Gesellschaft“ von Pittsburg an und ließen sich am suͤdlichen Ufer des Mis⸗ souri in der Entfernung von ungefaͤhr 30. Meilen von St. Louis nieder. Noch sind die Niederlassungen mehrerer Hessen am Ein— flusse des Osage und die Besetzung des sogenannten Dutch⸗Hill am Kaskaskia⸗Flusse durch viele Schwaͤbische Landleute fuͤr die⸗ sen Zeitraum zu erwaͤhnen. Jetzt war den Nachfolgern nicht bloß die Bahn gebrochen, sondern sie fanden auch schon viele Stationen, denen sie sich leicht anschließen konnten. Alle die genannten Punkte liegen in einer paßlichen Naͤhe zu St. Louis, welches spaͤterhin mehr und mehr fuͤr die Deutschen zum Marktplatz in merkantilischer und zum Vereinigungs⸗Ort in ge⸗ selliger und geistiger Hinsicht werden sollte. — Die Einwande⸗ rung von 1833 war ungleich groͤßer, als die im vorigen Jahre Alle die erwaͤhnten Stationen erhielten bedeutende Verstarkun⸗ gen, und neue wurden angelegt. Die Bevoͤlkerung wurde ganz besonders durch die Truͤmmer der „Rheinhessischen“ und „Rhein⸗ Bayerischen“⸗ Gesellschaften vermehrt: erstere, urspruͤnglich fuͤr Arkansas bestimmt, zerschlug sich schon auf der Reise, und nur sehr wenige ihrer Mitglieder gingen in das beabsichtigte Terri⸗ torium, wo sie in der Naͤhe von Little Rock mehrere Ansiede⸗ lungen gruͤndeten. Alle uͤbrigen erreichten St. Louis und zer⸗ streuten sich von da in das benachbarte Missouri und Illi⸗
hatte 1200 Mann nach der Galveston⸗Bucht bringen sollen.
nois. Die Rhein⸗Bayerische Gesellschaft, welcher es hinsichtli e G haft, welcher es tlich des Zerfallens nicht besser erging, ließ sich meist in eh
Waͤlder und Prairieen seines Gebiets, theils in die Stapelpläͤtze
gegen einen guten getauscht haͤtten, sondern Maͤnner, die in