1836 / 209 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

und 99 sonstige Gebaͤude, als Scheunen, Staͤlle und dergleichen,

*

in den Zeitungs⸗Berichten Nachricht uͤber die Fortschritte des Vereins zu geben.“

die Taufregister einzusenden, wie es der Patriarch befohlen hat. e Faer Filer faß während 88 ganzen Regierung Dom Mi⸗ uel's im Thurme St. Julia gefangen. Die huench ff „Talavera“ und „Russell“, ersteres von England und letzteres von der Nordkuͤste Spaniens kommend, gingen am 5ten im Tajo vor Anker. Der „Russell ist nach Plymouth abgesegelt. Er wird in Santander anlegen, und wenn es noͤthig seyn sollte, die am Bord befindlichen Marine⸗ Soldaten daselbst ans Land setzen. Im Tajo befinden sich jetzt die Britischen Schiffe „Hastings“, „Malabar“, „Talavera und die Brigg „Chamaeleon.“ 8 Die Zoll⸗Beamten haben endlich herausgebracht, daß das Porter-⸗Bier kein geistiges, sondern ein gegohrenes Getraͤnk ist;

auch 7 Kruggebaͤude, 1 Wasser⸗Mahl⸗ und 2 Windmuͤhlen in Asche zedegt rden Zur Bestreitung der, der Societaͤt hier⸗ durch erwachsenen Gesammt⸗Ausgabe von 33,48! Rthlr. 28 Sgr. 5 Pf. ist von der Versicherungs⸗Summe der Gebaͤude von uͤber⸗ haupt 4,943,705 Rthlr. ein Beitrag von 2 ½ Pf. vom Thaler ausgeschrieben worden. b

dem Bergbau im Bezirke des Koͤniglichen Bergamts zu Duͤren (Reg.⸗Bez. Achen) haben sich im ersten Semester 1836 sechs Ungluͤcksfaͤlle ereignet, naͤmlich zwei beim Steinkoh⸗ len⸗Bergbau, zwei beim Galmei⸗Bergbau, einer in einer Dach⸗ schiefergrube und einer bei der Gypsgewinnung. Es haben da⸗ durch vier Menschen das Leben verloren und zwei starke Be— Taa

Luftdruck. Luftwärme.. Thaupunkt.. +† Dunstsättigung

Meteorologische Beobachtung.

81

Wolkenzug...

esmittel:

Morgens 26 Juli. 6 336,54“ Par 12,1 0R. 9,3 0 R.

bewölkt

Abends 10 Uhr.

Nachmittags Uhr. 2 Uhr. 337,91“ Par. 12,2 90 R. + 10,4° R. 87 vCt. Regen. W.

336,73““Par.

+ 14 R.

+ 9,3 90 R. 69 v„Ct.

Gewitterwolk.

O. O.

W.

Ct

+ 12 9 0 R... + 9,70 R..

8

es sind daher in den letzten Tagen bedeutende Quantitaͤten gegen

8 S 1' 6 Pence fuͤr die Almuda (vier

Es ist indeß zu befuͤrchten, daß Tarif bedeutend erhoͤht wer

schaͤdigungen erlitten. W 1 Man schreibt aus Koͤln vom 23. Juli. „Die Nach⸗ - frage nach vielen Metallen hat sich seit einigen Monaten bedeu⸗ tend vermehrt, und die Preise sind wesentlich gestiegen, z. B. von Zink, Blei, Spießglas u. s. w. Ungemein auffallend dies aber bei dem Zinn, dessen Preis in Holland in etlichen 2491 G Monaten um ein Srittel des fruͤhern Werths in die Hoͤhe ge⸗1 gangen ist. Fuͤr den Bergbau scheint sich uͤberhaupt eine guͤn⸗ stige Epoche zu eroͤffnen; das Eisen fuͤr die vielen Eisenbahnen wird kaum zu beschaffen seyn, und die Vermehrung der Dampf⸗ Maschinen fuͤr den gleichen Zweck wird auch wieder für den ohnehin bluͤhenden inlaͤndischen Seinkohlen⸗Bergbau einen neuen Hebel abgeben. Damit die Steinkohlen von der Ruhr, von Eschweiler und Bardenberg dem noͤrdlichen Theile unserer Pro⸗

vinz und jener von Westphalen verbleiben, waͤre nur zu wuͤn⸗ schen, daß fuͤr den Bedarf der oberen Rhein⸗Gegend und von Suͤd⸗ Deutschland die projektirte Mann⸗ heim⸗Saarbruͤcker Eisenbahn bald zu Stande kaͤme, welche die Steinkohlen von der Saar, aus den dortigen uͤberreichen natuͤr⸗ lichen Niederlagen, wohlfeil und zu jeder Zeit in hinreichender Menge zufuͤhren koͤnnte, welches bei der jetzigen Schifffahrt auf der Saar, der Mosel und dem Rhein nur schwierig und be—

diese Abgabe in dem neuen

Inlandd.

Berlin, 27. Juli. Zum Behuf der durch die Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 24. April 1824 angeordneten Amortisation der Schulden des ehemaligen Freistaates Danzig sind am 16. Mai d. J. abermals 335,100 Rthlr. 10 Sgr. 1 Pf. in Obli⸗

gationen und Anerkenntnissen, deren Einloͤsung aus den Beitraͤ⸗ gen des Staats pro 1835 mit 265,895 Rthlr. 22 Sgr. 4 Pf., aus den Beitraͤgen der Stadt Danzig und des vormaligen frei⸗ staͤdtischen Gebiets pro 1835 aber mit 69,024 Rthlr. 17 Sgr. 9 Pf. bewirkt ist, oͤffentlich durch Feuer vernichtet worden. Von dem Gesammt⸗Betrage der anerkannten Danziger freistaͤdtischen Schuld von 12,280,845 Rthlr. 24 Sgr. 3 Pf. ist bis zum Schlusse des Jahres 1835 bereits die Summe von 5,651, 143 Rthlr. 27 Sgr. getilgt und vernichtet, und hat die wirklich vor⸗ handene Schuld also zu Anfang des laufenden Jahres noch 6,629,701 Rthlr. 27 Sgr. 3 Pf. betragen.

compt

18

Kiederl. 5 % Span. 39 1 ⁶.

103 ¼. Columb. 29.

A

Treuss. Prüm.-Sch. Passive 12 %

Cons. 3 % 00 ⅛. Passive 11 ½.

5 % Port. Mex.

5 % Kente . 80. 35. Rente 38 ¼2. 1

8 / 3420 3 % Port

Amsterdam 53 ⅞. Lond. 10 ½. Hamburg 911 Silber-Kub. 375.

8 % Met. 1032332. 8 4 Rank-Aetien 1351 ½. Neue Anl. 571 78.

wirkl. Schuld 5614.

us wärtige erdaum, 22. Juli. 5 % do. 103 16. Kanz- Ri passave 12 ½. Ausg. Schuld —. LZimw 110 ¼. Foln. Met. 100 %¾. 1 erpen, 21. Juli. Seh. u Linsl. 14. Neue Anl. 38 ½¼. London, 22. Juli. 1 Zelg. —. Neue Anl. 37 %. Obl. v. 184 Ause. Sch. 16. 2 ½ % Holl. 555,½. 587 78. do. 30% 48 ¼2. Eugl. Kuss. 111. Pras. R 33. Peru 23. Chili 48. Paris, 21. Juli. pr. compt. 108. 80. fin cour. tin cour. 80. 35. 5 % Neap. 100. zassive 11 ½¾. Neue Ausg. Sch. ug. 49 /½. 8 St. Petersburg,

4‧*

108. 80. 55.

0

30% 2% Sn Ausg. 8

19. Juli aris 1187

Wien. 22 Jolil. 4 % 993 ⁄1 2. 3 %, 75 /½- 2/2 % —.

schraͤnkt geschehen kann. Der bisherige weite Frachtfuhr⸗Trans⸗ port von Saarbruͤcken nach dem Elsaß unterliegt noch groͤßeren Hindernissen. Ueberhaupt duͤrfte jene Mannheim⸗Saarbruͤcker Eisenbahn in ihren oͤkonomischen Verhaͤltnissen so gut begruͤndet seyn, als irgend eine projektirte, und ihre Vortheile zum allge⸗ meinen Besten liegen so sehr vor der Hand, daß Jeder sie er— messen und wuͤrdigen kann, dem irgend die Industrie⸗Verhaͤlt⸗ nisse des Landes bekannt sind.“ ““

In Rheinischen Blaͤttern liest man: „WDer in Trier gebildete Verein zur Foͤrderung der Wein⸗Kultur an Mosel und Saar hat sich in seiner ersten General⸗Versammlung vom 28sten d. definitiv organisirt. Unterzeichnet hatten bis zum Isten Juni 40 Mitglieder, und viele waren noch vorlaͤufig angekuͤndigt; man erwartet jedoch mit Zuversicht, daß sowohl alle Wein⸗Produzen⸗ ten, die sich auf ihr wahres Interesse verstehen, als auch alle jene Biedermaͤnner, denen das Wohl und Weh des Mosel⸗ und Saar⸗Winzers nahe geht, dem Vereine sehr bald beitreten wer— den, um so das gemeinnuͤtzige Streben desselben zu unterstuͤtzen und die Direction des Vereins in Stand zu setzen, bald wirksame Schritte thun zu koͤnnen. Wie sehr die Koͤnigliche Negierung zu Trier bereit ist, das gemeinnuͤtzige Streben des Vereins nach Moͤglich⸗ keit zu unterstuͤtzen, geht unter Anderem auch daraus hervor, daß dieselbe in einer Cirkular⸗Verfuͤgung die Herren Landraͤthe beauftragte, sich der Verbreitung und Foͤrderung dieses vaterlaͤn⸗ dischen Vereins mit Liebe und Interesse anzunehmen, und ihr

Das Loste Stuͤck des Amtsblattes der Regierung zu Marienwerder enthaͤlt eine Uebersicht des Vermoͤgens des Schullehrer-Wittwen und Waisen⸗Unterstuͤtzungs⸗Fonds des Marienwerderschen Reg. Bez. fuͤr die Jahre 1833 1835, aus welcher ein Auszug nachstehend gegeben wird: Das Vermoͤgen

des gedachten Fonds war am Schlusse des Jahres 1832: 13,628 Rthfr. 29 Sgr. 7 Pf. Mit Einschluß desselben betrug die Ein⸗ nahme im Jahre 1833 17,660 Rthlr. 2 Sgr.7 Pf., die Aus⸗ gabe war 2982 Rthlr. 15 Sgr. 7 Pf.; es blieb also am Schlusse des Jahres 1833 ein Bestand von 14,677 Rthlr. 17 Sgr. Mit Inbegriff desselben war die Einnahme im Jahre 1834 18,077 Rthlr. 18 Sgr. 1 Pf., die Ausgabe betrug 2360 Rthlr. 13 Sgr. 7 Pf., und es verblieb am Schlusse des Jahres 1834 ein Be⸗ stand von 15,777 Rthlr. 4 Sgr. 6 Pf. Diesen mit eingerech⸗ net war die Einnahme des Jahres 1835 19,581 Rthlr. 5 Sgr. 9 Pf., und nach der Ausgabe von 2507 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf. blieb der Bestand von 17,073 Rthlr. 17 Sgr. Diese Uebersicht liefert die erfreuliche Ueberzeugung, daß das Vermoͤgen der wohl⸗ thätigen Anstalt in stetem Steigen und das Fortbestehen dersel⸗ ben gesichert ist. 1

In den zum Verbande der adligen Westpreußischen Feuer⸗Societaͤt gehoͤrigen Guͤtern sind im Jahre 1835 68 Braͤnde vorgekommen, von welchen 3 durch Blitz⸗Einschlag, 2 durch Fahrlaͤssigkeit und 63 in Folge nicht ermittelter Zufaͤlle veran⸗ laßt worden sind. Durch diese Braͤnde sind 78 Wohnhaͤuser

Oper

Freitag,

Ziegler. nach dem Sonnabend, 30. J. s Gemaͤlde in 6 Franzoͤsischen von L. Angely. spiel in 2 Akten, nach dem

Komische

Koͤnigliche Donnerstag 7 2 6 soͤhnung, Schauspiel in 5 Abth., von Kotzebue.

Freitag, 29. Juli. in 3 Abth., mit Tanz.

Koͤnig Donnerstag, 28. Juli. romantisches Drama in 6 man, frei bearbeitet von 29. Juli. Braͤutigam auf der Probe. Hierauf:

Fran

Schauspiele. 28. Juli. Im Schauspielhause: Die N Im Opernhause: Die Nachtwandeen Musik von Bellini

H

staͤdtisches Theater. Die Ritter von Malta. Akten, nach De la Madeleine's Charlotte Birch⸗Pfeiffer. Der Mann im Feuer, oder: Wh Original⸗Lustspiel in 3 Akten, w Der schwarze Mann. Posse in 2 Alkter Gotter.

30. Juli. Truͤbsale einer Post⸗Wagen⸗Reit Rahmen und 2 Aufzuͤgen, nach da Vorher: Der lustige Rath. Lu Franzoͤsischen des Theodor Hel.

zoͤsischen, von

Redacteur Ed. Cottel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

—.

——ᷓ—

reaaner 2 amCren 2 2C

Allgemeiner Anzeiger fuͤr

vve svor dem Herrn Stadtgerichts⸗Rath Hahn angesetzt Ei seen b

Bekanntmachungen. worden. viee Slzubiger werden vspfeehberdurcg veg, Mag beLurg hegenchat 1

In Termi 9 ust d. J., Vormittags aufgefordert, sich bis zum Termine schriftlich, in dem Die wesentktchieer eiten zu; ada e s ng dese cs achetegtet e ans ehe setten aber persoͤnlich oder durch gesetzlich zukaässige ten Eisenbahn von Magdeburg Rentamts Ruügenwalde die zu diesem Amt gehoͤrige Bevollmaͤchtigte, wozu ihnen veim Mangel der Be⸗ zig sind jetzt so weit beendigt, d Schloßbrauerei und Brennerei oͤffentlich an den Meist⸗ kanntschaft die Herren Fustiz⸗Kommissarien Muͤller, dietenden verkauft werden. Sie besteht in einem gro⸗ Hirschmeyer und Hahn vorgeschlagen werden, zu mel⸗ ßen zweisoͤckigen massiven Gebaͤude, welches sich in den, ihre Forderungen, die Art und einem guten baulichen Zustande befindet und auch recht derselben anzugeben und die etwa vöthans aüc zur Anlage einer Fabrik geeignet seyn wuͤrde, in der schriftlichen Beweismittel beizubringen, demnaͤcht Berechtigung; an Andere zum Absatz zu brauen und aber die weitere rechtliche Einleitung der Sache zu zu brennen, in verschiedenen Brau⸗ und Brennerei⸗ gewaͤrtigen, wogegen die Ausbleibenden mit ihren Utensilien zum Tarwerth von 51à Thl. 11 sgr. 2 pf, Anspruͤchen von der Masse werden ausgeschlossen und und in zwei Gaͤrten von 116 QRuth. Flaͤchen⸗Inbalt, ihnen deshalb gegen die uͤbrigen Glaͤubiger ein ewi

Bei der Naͤhe der Stadt. Ruͤgenwalde ven 3000 ges Stillschweigen wird auferlegt; sie auch hinsicht Einwohnern, und der zahlreichen und wohlhabenden lich der Wahl des Kurators dem Beschlusse der Er⸗ Bevoͤlkerung der Ruͤgenwalder Amts⸗Dorfschaften, schienenen fuͤr beitretend werden geachtet werden. so wie endlich des Wipperstroms, an dem sie gelegen, Breslau, den 2. Mai 1836. bietet die Lage fuͤr die Fabrikation und den Absatz Koͤnigl. Stadtgericht biesiger Residenz. der Getraͤnke eine große Erleichterung dar. Erste Abtheilung.

Nach dem projectirten Veraͤußerungsplan ist das Minimum des Kaufgeldes mit Einschluß des Werths der Inventarienstuͤcke vorlaͤufig auf 2910 Thl. 7 sgr.

10 pf festgestellt. Flakeics soll der Versuch gemacht werden, diese Brau⸗ und Brennerei auf 3 oder 6 Jahre in Zeit⸗ pacht auszutbun. Der Termin wird vor dem Departementsrath ab⸗

ib a bhn Ule nach

spezieller 2 die Mitglieder der hiesigen. denen Abdruͤcke davon, den Anmeldungen

zeichnung mit gungen unter schaft vertheilt, bei noͤrhigen Formulare zu sind 1 niß bringen, bemerken wir noch, am 11., 12. und 13. August d. sigen Boͤrsenhause angenommen Magdeburg, den 22. Juli 1836.

Das Magdeburgische

J auf

Bekanntmachung. meree nachgelassenen Buͤchersammlung

In Gemaäͤßheit des mit dem Banquier Herrn Michel Berend hierselbst im Jahre 1830 üͤber ein bei demselben eroͤffnetes Anlehn von Einer Million Mark Hamburger Banko abgeschlossenen Kontrakts ist der Rest der daruͤber ausgestellten Hartial Obligationen, bestehend aus den⸗

im Wege des

Eisenbahn⸗

die Preußischen Staaten.

Leipzig

der beabsichtig⸗

nach Leip⸗ Zeichnung

des zu dem Unternehmen erforderlichen Aectten Kapi⸗ tals nicht laͤnger ausgesetzt zu werden braucht. das Vorzugs⸗ haben daher eine ausfuͤhrliche Einlaͤdung zur Actien⸗ Angabe der naͤheren— Kaufmann⸗

Wir Redin⸗

so wie die zu haben

Indem wir dies hiermit zur oͤffentlichen Kennt⸗ daß die Zeichnungen

dem hien

werden sollen

Comite.

Am 5. September d. J. findet zu Wolfenbuͤttel die Versteigerung der vom weiland Herrn Fabrikanten Vra⸗

statt. Die

selbe ist besonders durch werthvolle Franzosische Werke aus allen Faͤchern beachtungswerth Kataloge koͤnnen Buchhandels gratis bezogen werden durch

Eduard Leibrock in Braunschweig.

jenigen Rummern, welche in Folge der fruͤheren Verloosungen am 1. September 1833, 1834⁄ und 1835 nicht zur Zahlung gekommen sind, am 1. September dieses Jahres einzuldoͤsen.

Es wird diese Zahlung durch das Handlungshaus des Herrn Hermann Joachim Stresow in Hamburg zur Verfallzeit gegen Einlieferung der Partial Ooli⸗

gehalten, und wird das Domainen⸗Reutamt Ruͤgen⸗ walde, so wie unsere Registratur den sich vorher mel⸗ denden Bewerbern uͤber die speziellen Bedingungen naͤhere Auskunft ertheilen. Cöslin, den 16. Juli 1836. Konigl. Regierung.

————

Nothwendiger Verkauf Stadtgericht zu Berlin, den 30 Maͤrz 1836. Das in der Ackerstraße Nr. 6 belegene Grundstuͤck der Wittwe Wernick, gebornen Sommerfeld, taxirt

zu 5184 Thlr. 21 sgr. 9 pf., soll am 18. November 1836, Vorm. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hypothekenschein sind in der Registratur ernzusehen. Die Erben des eingetragenen Glaͤubigers, Holz⸗ Inspectors Ferdinand Fabian von Plachetzky, werden dierzu oͤffentlich vorgeladen.

Koͤniglichen Finanz⸗Ministeril hierdurch bekannt ge⸗

macht wird.

Hannover, den 20. Juli 1836. Koͤnigliche General⸗Kasse.

des Koöͤnigl. Preuß. Gesetzes

Stempelsteuer vom 7. BVBVerordnungen, mit einem 8 und dieser darin eingeschalteten gesetzlich mungen und Verordnungen und

Oeffentliche Vorladung. Der im Jahre 1812 mit nach Rußland marschirte, aber nicht wieder zuruͤckgekommene Johann Georg Gottlieb Gernert von hier hat seitdem nichts wie⸗ der von sich hoͤren lassen. Dessen noch lebende 1 Schwester Friederike Gernert allbier hat daher um

Edictal⸗Citation. dessen oͤffentliche Vorladung geveten, weshalb solcher Von dem Konigl. Stadtgericht hiesiger Residenz hiermit bis zum

st in dem uͤber das mit einer Schuldensumme von 1. Oktober d. J. 3 4917 Thlr. 5 sgr. 7 pf. deductis deducendis belastete vorgeladen wird, um bei unterzeichneter Behorde sich Vermoͤgen des hiesigen Kaufmann Moritz Geiser am einzufinden und sein weniges zuruͤckgelassenes Ber⸗ 21. Maͤrz a. c. eroͤffneten Konkurs⸗Prozesse ein Ter⸗ moͤgen in Empfang zu nehmen, außerdem solches min zur Anmeldung und Nachweisung der Anspruͤche seiner Schwester uͤberlassen werden wird.

aller etwaigen unbekannten Glaͤubiger, so wie zur Hildburghausen, den 10. Mai 1836. Erklaͤrung uͤber die Beibehaltung des bestellten In⸗ Herzogl. S. Kreis⸗ und Stadtgericht das terims⸗Kurator, Justiz⸗Kommissarius Schulze, oder C. F. Bartenstein. Wahl eines andern Kurators und Contradictors, auf den 30. August 1836, Vorm. um 11 Uhr,

nung der Stempelsaͤtze, von E. B. F Koͤnigl. Preuß.

fuͤr Westpreußen.

Gesetzgebung,

Koͤnigl. Preuß. Stempel⸗ zwei erste

durch den schnellen Absatz der hinlaͤnglich empfohlen.

Zum bevorstehenden 3. Angust bringe

2

Literarische Anzeigen. So eben erschien bei Gerhard in Danzig und ist in allen Kuchhandlungen (zu Berlin in de schen, Schloßplatz Nr. 2) vorraͤthig: die Fr 1 8 [vermehrte und verbesserte (noch waͤhrend des gationen geleistet werden⸗ welches auf Befehl des Druckes bis auf die letzte Zeit ergaͤnzte) Auflage von dem Repertorium der Vorschriften wegen Maͤrz 1822, und der uͤber dasselve ergangenen gesetzlichen Bestimmungen und ze 8g; 8 Abdruck dies

r Stuhr dritte,

der

es Gesetzes en Bestim⸗

einer chronologischen Uebersicht derselben, nebst Tabellen uͤber die Berech—

Leyden,

Regierungs⸗Rath und Stempel⸗Fiscal! Brosch. Gr. 8vo. Pr. 1 Thlr 20 sgr. Es ist dies das vollstaͤndigste Handbuch uͤber die

und schon iu Auftagen

qgrei in meinem Verlage erschienenen Gesänge in Erinnerung, welche sämmtlich gceignet sind, bei der Feier dieses Tages benntzt zu werden: 1 Hellwig. L., Das Lied der Preufsen (Gedichts. shed th von Müchler) mwit Begleilung des Pianoforte. Mils Grace Kennedy’'s Works,

Preis 5 sgr

„Prediger und Lehrer am Waisenhause

Neithardt, A., Preussens Volbsge ng al- bin ein Preufse“, für eine Bassstimme mit Chu Partitar und Stimmen. Pr. 10 % Derselbe mit Begleitung des Pianosorte. Lr. àg

Schmidt, J. b., Volkslied: „L) as Vaterh Preufsen“, mit Begleitung d. Pianoforte. Pr. 7898

T. Trautwein in Berlin, Buüch- und Musikhandtung. Breitestrafse Nea.

Bei Unterzeichnetem ist so eben ecschienen: ““

des Koͤnigl. Schwedischen Generals Lefrén uüber Erziehung und Unterricht im Allgemeinen und Bericht desselven uͤber die Kri Akademie zu Karlberg bei Srockholm im Besonda Aus dem Schwedischen uͤbersetzt von du Vignn Major der Koͤnigl Preuß Artillerie. Geh. 158 sgr A. Eyssenhardt, Werdersche Muͤhlen Ne!

In der H. W. Ritterschen Buchhandlun Wesbaden d so eden nachstebendes Werkchg schienen und durch alle wohlloͤblichen Post⸗Aat und Buchhandlungen zu beziehen:

Das Deutsche Postwesen. Patriotische Wuͤnsche un d Bemerkungll Gr. 8 0. Geheftet. Preis 25 sgr 9 pf. Diese Schrift eroͤrtert nicht nur, wie vrn nothwendig es in den gegenwaͤrtigen Zeitverb 9 sen liege, dem Deutschen Postwesen, wenigstens in den Zoll Vereinsstaaten, gleiche Verwaltnu Prinzipien und namentlich ein gleichfoͤrmiges system zu unterlegen, sondern der mit dem v des Postwesens ganz vertraute Verfasser zeigt auch mit Sachkenniniß und Ausfuͤhrlichkeit, wies⸗ Zweck: Einheit des Postwesens, in Vervindunga einem weit wohlfeileren Porto, obne Beeintric gung der verschiedenen Post⸗ Interessen, zu 2 sey. Die Bemerkungen uͤber das Postwesen hen auf Erfahrungen und sind besonders fuͤr und Finanz⸗Beamte von vielem Interesse.

Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn Ne2 Posen, Bromberg, Culm und Gnesen, Mens sana in corpore sano;

Ein freimuüͤthiges Wort.

uͤber die Schrift des M. R. De. Horfnsen 9

Schutz der Gesundheit ꝛc Den erleuchte 8

hoͤrden und Pflegern des gesammten Sch Erziehungswesens im Preußischen Lande gewi

C. W. G. Marquard, 81 Abn

adagogium zu Zuͤllichau. Behefeet. Preis 5 sgr.

Published this 8 h S 0. 9

Linden N

6 PTur. A. Asher,

Histar „7

ist zu bhb B

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kaiserl. Russischen Kollegien⸗Rath und Zoll⸗Direktor von Alfthon zu Georgen⸗ hurg, im Wilnaschen Gouvernement, den Rothen Adler⸗Orden gritter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Gymnastal⸗Direktor Kruͤger zu Rastenburg den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse u verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Bauer Bialk und dem Knecht Nathias Ferra aus Gnesdau, im Regierungs⸗Bezirk Danzig, die Rettungs⸗-Medaille mit dem Bande zu verleihen geruht

8 Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Erfurt ist der bisherige katholische Pfarrer zu Wiesen⸗ ld, Georg Koͤnig, zum Pfarrer in Geismar, mit den Filia⸗ Bebendorf, Doͤringsdorf und Großtoͤpfer, im Kreise Heili⸗ instadt, ernannt worden.

Abgereist: Der General⸗Major, General⸗Adjutant Sr. Naͤjestaät des Koͤnigs und 2ter Kommandant von Berlin, Graf Jon Nostitz, nach Karlsbad.

Der Ober⸗Berghauptmann und Direktor im Finanz⸗Mini⸗ erium fuͤr Berg⸗, Huͤtten⸗ und Salinenwesen, von Veltheim, ach Westphalen.

Zeitu

1“

ngs-Nachrichten. sblaamn d

8 8 R u ß - an d. AX“

St. Petersburg, 20. Juli. Auf Vorstellung des Be⸗ fehlshabers des abgesonderten Kaukasischen Armee⸗Corps, Gene⸗ al⸗Adjutanten Baron Rosen, daß die in den Bezirken von Bartschalinsk, Kasachsk und Schamschadilsk nomadisirenden Ta⸗ aren, die den groͤßten Theil der dortigen Bewohner bilden, al⸗ er bisher angeordneten Maßregeln ungeachtet, fortfahren, die Reisenden zu pluͤndern, wobei die Schuldigen, in Folge dort errschender Vorurtheile, nach welchen dergleichen Thaten nicht als Verbrechen, sondern als Beweise von Muth und Tapferkeit angesehen werden, leicht Gelegenheit finden, sich den Verfolgun⸗ gen des Gesetzes zu entziehen, ist von Sr. Kaiserl. Majestaͤt

pefohlen worden, das zeitherige gerichtliche Verfahren durch das

Kriegsrecht zu ersetzen.

Die seither in Otschakow bestandene Quarantaine-⸗Anstalt st in Folge Allerhoͤchsten Befehls nach der Landzunge von Kin⸗ burn verlegt worden.

Hier ist ein viertes Kaiserl. Gymnasium eroͤffnet worden, nwelchem ganz vorzuͤglich Ruͤcksicht auf den Unterricht in neue⸗ en Sprachen genommen wird. Schuͤlern, die nicht den ganzen gelehrten Kursus beendigen wollen, steht es unter Anderem frei, an⸗ intt Latein und Griechisch, sich mit anderen Unterrichts⸗Gegenstän⸗ den zu beschaͤftigen, die in direkter Beziehung zu ihrer kuͤnftigen Be⸗ immung stehen. Dieses Gymnasium traͤgt den Namen des

karinschen, zu Ehren eines Kaufmannes, der ein betraͤchtliches

Kapital zur Gruͤndung desselben beigetragen hat.

(Im gestrigen Artikel aus St. Petersburg ist der Name des Kdnigl. Niederlaͤndischen Gesandten „Baron von Heeckeren“ und nicht Heekaeren zu lesen.)

Polen. 8

Warschau, 25. Juli. Die hiesigen Zeitungen ent⸗ halten eine Kaiserliche Verordnung vom 25. Juni (7. Juli) und ein derselben beigefuͤgtes Reglement in Bezug auf die Pen⸗ söonirung und Unterstuͤtzung der Militairs⸗ und Verwaltungs⸗ Beamten der ehemaligen Polnischen Armee, so wie des Inva⸗ liden, und Veteranen⸗Corps dieser Armee und der Wittwen und Wossen von Militairs derselben. Es wird dadurch auch denje⸗ nigen Militairs, welche an der Polnischen Revolution Theil ge⸗ nommen und dadurch allen Anspruch auf eine Pension verwirkt, aber dessenungeaͤchtet, wenn sie Reue uͤber ihr Vergehen bezeug⸗ ten, eine einstweilige außerordentliche Unterstuͤtzung durch die Gnade Sr. Majestaͤt erhalten haben, die weitere Beziehung die⸗ ser Unterstuͤtzung noch bis zum Jahre 1838 zugesichert; nach dieser Zeit sollen diejenigen, welche vor der Revolution schon 20

ahre in der Polnischen Armee gedient, diese Unterstuͤtzung auch noch ferner beziehen, wenn sie sich ihrer wuͤrdig zeigen und wenn sie derselben beduͤrftig sind, woruͤber der Statthalter des Koͤnigreichs zu entscheiden haben soll.

Frankrech

Paris, 22. Juli. Der Koͤnig hat von dem Großherzoge sen burs⸗Schwerin ein Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben em⸗ gen.

Der Messager enthaͤlt Folgendes: „Nach vier Minister⸗ Perathungen hat die Regierung sich endlich zu der Repue der inien⸗Truppen und der National⸗Garde am 28sten d. entschlossen. Von 4 Uhr Morgens an, wird die Barriére de 'Etoile für 1 agen, Fußgaͤnger und Reiter geschlossen seyn. Der Triumph⸗ ogen wird von einer doppelten Reihe Truppen von allen vier umgeben seyn, wodurch jede Annaͤherung an die Estrade, 88 fuͤr die Koͤnigl. Familie, das diplomatische Corps und fuͤr ie Mitglieder der beiden Kammern bestimmt ist, verhindert wird. Der Koͤnig wird zu Pferde von Neuilly kommen, um⸗ geben von einer zahlreichen Eskorte und begleitet von seinem Fnzen Generalstabe und von allen Ministern zu Pferde. Der viane. wird sich unter dem Triumphbogen selbst befinden und Rei alle Truppen bei sich voruͤber defiliren lassen; die doppelte ihe von Soldaten wird sich nur gerade so weit oͤffnen, um

die vorbei desilirenden Truppen durchzulassen, deren Zahl sich ungefaͤhr auf 60,000 belaufen wird.“

Mehrere hiesige Blaͤtter versichern, daß der Marschall Ou⸗ dinot, Herzog von Reggio, der seit 1830 in tiefer Zuruͤckgezo⸗ genheit lebt, sich unter den Generalen befinden werde, die den Koͤnig bei der Einweihung des Triumphbogens empfangen wer⸗ den. Es soll ein Courier mit dieser Einladung nach seinem Landhause gesandt, und dieselbe von dem Marschall angenommen worden seyn. 8

Ueber den kuͤnftigen Waͤchter des Triumphbogens, der seine alte Uniform tragen wird, erfaͤhrt man Folgendes: Er heißt Pe⸗ tit, ist 68 Jahr alt und hat fast alle Feldzuͤge der Republik und der Kaiserlichen Regierung mitgemacht. Der Kaiser kannte ihn persoͤnlich, hatte ihm auf dem Schlacht-Felde das Kreuz der Ehren⸗Legion gegeben und ihn spaͤter versorgt, indem er ihm eine jaͤhrliche Pension von 1200 Fr. auf seine Privar⸗Chatoulle anwies und ihn mit einer Verwandten Marmontel's, die Schließerin im Schlosse Malmaison war, verheirathet. Waͤhrend der Restauration verlor er seine Pension, und erst jetzt wird er durch den Ehrenposten am National⸗Denkmale entschaͤdigt.

In Versailles wird am 28. Juli ein dem General Hoche zu Ehren errichtetes Denkmal eingeweiht werden.

In einigem hiesigen Blatte liest man: „Die Gemein⸗ den von Villette, Belleville und St. Denis sind der Gegenstand einer ganz besondern Beaufsichtigung von Seiten der Polizei. Seit einigen Tagen befinden sich daselbst Brigaden von Stadt⸗ Sergeanten, die den Befehl haben, die Paͤsse der Reisenden, die nach Bruͤssel gehen, oder von dort kommen, auf das sorgfaͤltigste zu untersuchen. Diese ungemeinen Vorsichts⸗Maßregeln hatten dem Geruͤchte neue Nahrung gegeben, daß man der Herzogin von Berry auf der Spur sey; wir halten dies aber fuͤr eine leere Erfindung und glauben vielmehr, daß man einige junge Leute, gegen welche Verhafts⸗Befehle erlassen worden sind, ver⸗ hindern will, sich nach Belgien zu fluͤchten. Auch innerhalb der Stadt Paris werden seit einigen Tagen die Vorsichts⸗Maßregeln verdoppelt. Der Kriegs⸗Minister hat dem Commandeur der er⸗ sten Militair⸗Division den Befehl ertheilt, die Wachen bei allen Kasernen und saͤmmtliche von den Linien⸗Truppen besetzten Po⸗ sten zu verdoppeln. Die Polizei⸗Praͤfektur ihrerseits hat 4 Stadt⸗ Sergeanten von jedem Bezirk und eine Abtheilung der Munizi⸗ pal⸗Garde dazu bestimmt, die Mairieen bis nach den Juli⸗Feier⸗ lichkeiten zu besetzen.“

Gestern sollte der Staatsrath sein Urtheil in der Naun⸗ dorffschen Angelegenheit faͤllen; die Sache ist aber auf 14 Tage verschoben worden. .

Die General⸗Stabs⸗Offiziere, die sich fuͤr Rechnung der Franzoͤsischen Regierung in Griechenland befanden, um die Ge⸗ neral⸗Karte vom Koͤnigreiche Griechenland zu beendigen, sind durch die dortigen Ereignisse gezwungen worden, vor Beendi⸗ gung ihrer Arbeit nach Frankreich zuruͤckzukehren. Da ihnen dazu keine spezielle Erlaubniß ertheilt worden war, so weigert sich der Kriegs⸗-Minister, ihnen ihre Reisekosten zu erstatten, und hat sie außerdem auf halben Sold gesetzt.

Es war eine unerwartete Neuerung, als am 1. Juli d. J. ein neues politisches Journal „la Presse“ ganz in dem Format der uͤbrigen Pariser Journale erschien und ankuͤndigte, daß es seinen Abonnements⸗Preis auf 40 Fr. festgestellt habe, waͤhrend alle uͤbrigen Blaͤtter 80 Fr. kosten. Nicht allein, daß der Re⸗ dacteur der „Presse“, Herr Emil von Girardin (Gatte der Dich⸗ terin Delphine Gay), eine so bedeutende Preis⸗Verminderung eintreten ließ, eroͤffnete er sogleich eine Polemik gegen die 80 Fr. Journale, die nach und nach so heftig wurde, daß heute fruͤh um 6 Uhr Herr Emil von Girardin und Herr Armand Carrel im Gehoͤlz von Vincennes zusammentrafen, um den Streit durch Pistolen zu beendigen. Die Gegner stellten sich 40 Schritt aus⸗ einander und gingen dann auf sich zu. Herr Carrel schoß zu⸗ erst und verwundete Herrn von Girardin am Schenkel, dieser konnte indeß noch seinen Schuß abfeuern und traf Herrn Carrel in der Weiche. Die Wunde des eetzteren ist um so gefaͤhrlicher, da er vor drei Jahren in einem Duell gerade an derselben Stelle verwundet wurde. Obgleich die Kugel gluͤcklich herausgezogen worden ist, so hegen doch die Freunde des Herrn Carrel die groͤßten Besorgnisse wegen der Folgen dieser Verwundung. Das Journal du Commerce meldet in einer Nachschrift von 1 Uhr Nachmittags, daß der Zustand des Herrn Carrel wenig Hoffnung uͤbrig lasse. Diese Nachricht macht einen großen Eindruck in Paris, da Armand Carrel, wenn auch seine pelitischen Meinungen wenig Anklang finden, doch seiner Rechtlichkeit, seiner Tapferkeit und seiner son⸗ stigen liebenswuͤrdigen Eigenschaften halber, von allen Parteien geschaͤtzt und von ihnen stets mit vorzuͤglicher Achtung, wiewohl mit Bedauern uͤber seine ausschweifenden politischen Ansichten, behandelt wird. Sogar an der Boͤrse lenkte die Nachricht von seinem gefaͤhrlichen Zustande die Aufmerksamkeit von den Geschaͤften ab, und die aͤngstlichsten Spekulanten dachten schon an die Unordnungen, zu denen sein Leichenbegaͤngniß Anlaß ge⸗ ben koͤnnte.

Das Journal de Rouen hat bei dem General⸗Proku⸗ rator eine Klage gegen den General⸗Post⸗Direktor, Herrn Comte, wegen der am 9ten d. M. erfolgten Beschlagnahme der Privat⸗ Korrespondenzen eingereicht. Man ist auf den Ausgang dieser Sache sehr gespannt.

Im Toulonnais vom 17ten d. liest man: „Eine gestern hier eingetroffene telegraphische Depesche befiehlt, den „Suffren“ so schnell als moͤglich nach Roses zu expediren, um 600 Mann an Bord zu nehmen und dieselben an der Muͤndung der Tafna zu landen. Das genannte Schiff ist noch nicht vollstaͤndig aus⸗ geruͤstet und wird erst gegen Mitte kuͤnftiger Woche unter Se⸗ gel gehen koͤnnen. Das Dampfschiff „Chimére“ geht morgen nach Algier; am Bord desselben befindet sich Herr von Segur⸗ Dupeyron, der mit einer Mission nach Algier, Oran und Bona beauftragt ist und spaͤter auf einem Kriegsschiffe mehrere Ma⸗ rokkanische Haͤfen besuchen wird.

Im Journal de Paris liest man: „In Galizien sind

die Truppen unter am 9ten uͤberfallen und geschlagen worden. Am 13ten hat der General Espartero jenseits Buron die Arriere⸗Garde der Karlistischen Expedition erreicht, und es sind ihm 100 Mann und alle Equipaßse der Expedition in die Haͤnde gefallen. Die Truppen der Generale Latre und Manso und die Portugiesische Brigade sperren den Karlisten alle Wege. Am 16ten ist Herr Mendizabal in Madrid erwaͤhlt worden.“

8 Der Courrier frangais sagt: „Man erwartete seit zwei Tagen mit großer Ungeduld Nachrichten aus Madrid, um zu wissen, in welchem Sinne die Wahlen ausgefallen waren. Den auf gewoͤhnlichem Wege eingetroffenen Privat⸗Korrespondenzen zufolge, waren die vorlaͤusigen Operationen zu Gunsten der Be⸗ wegungs⸗Partei ausgefallen, und das erste Resultat derselben ist auch wirklich, wie uns das ministerielle Journal meldet, die Wahl des Herrn Mendizabal gewesen. Diese Kundgebung der INeecüethen Meinung in der Haupestadt muß als eine wahre Niederlage fuͤr Herrn Isturiz betrachtet werden. Man konnte keine dem Premier⸗Minister feindlichere Wahl treffen. Wird ihm dadurch nicht auf die deutlichste Weise gesagt, daß er sei⸗ nem Vorgaͤnger das Portefeuille zuruͤckzugeben habe? Wenn die anderen Wahlen diesem Anfange entsprechen, so wird es Herrn Isturiz unmoͤglich seyn, sich am Ruder zu erhalten, trotz der Intriguen einiger Gesandten und trotz des Beistandes der Hof⸗Partei. Lohnte es der Muͤhe, einen neuen Aufruf an die oͤffentliche Meinung ergehen zu lassen, um zu einem solchen Resultate zu gelangen! Herr Mendizabal wuͤrde in so kurzer Zeit Spanien sicherlich nicht in eine schlimmere Lage versetzt ha⸗ ben, als die ist, worein das Ministerium Isturiz es gestuͤrzt hat. Man glaubte fruͤher, daß Cordova so unthaͤtig geblieben sey, weil er durch seine Siege die Stellung des Herrn Mendizabal nicht verbessern wollte. Entweder muß nun aber der General Cordova fuͤr Herrn Isturiz nicht guͤnstiger gestimmt seyn, oder er befindet sich in der Unmöglichkeit, zu handeln. Die Unthaͤ⸗ tigkeit der Nord-Armee wird nach und nach alle Ministerien tödten; was wird nun aber erst im Fall einer Niederlage ge⸗ schehen?“

Das Journal des Doebats enthaͤlt einen sehr ausfuͤhr⸗ lichen Artikel uͤber die Spanischen Angelegenheiten, der wieder mit jener Unparteilichkeit und genauen Kenntniß der Zustaͤnde abgefaßt ist, die äͤhnlichen Artikeln fruͤher schon eine ganz beson⸗ dere Beruͤcksichtigung von Seiten der öffentlichen Meinung ver⸗ schafft haben. (Wir behalten uns eine ausfuͤhrliche Mittheilung dieses Artikels auf morgen vor.)

Aus Bayonne schreibt man unterm I8ten d.: „Ueber Villafranca ist die Bestätigung der Nachricht eingegangen, daß die nach Castilien bestimmte Karlistische Expedition unter den Befehlen des Brigadiers B. Garcia am 13. d. Morgens um 2 Uhr uͤber den Ebro gegangen ist. Dieses Corps setzte seinen Marsch fort, ohne auf Hindernisse zu stoßen. Cordova und Oraa sind in der Nacht vom 13ten zum 14ten an der Spitze von mehreren Compagnieen Infanterie und von zwei Schwa⸗ dronen Kavallerie in Vittoria eingetroffen. Villareal hat Salinas nicht verlassen. Briefe aus Irun melden, daß mehrere Englische Soldaten, die sich nach dem Ge⸗ fecht bei Fuentarabia in einem Gehoͤlz versteckt gehalten, sich jetzt in Hendaye gemeldet haͤtten, um unter den Fahnen des Don Carlos zu dienen. ie Englaͤnder sollen den groͤßten Theil ihrer Todten verbrannt, und die Nacht vom 14ten damit zugebracht haben, ihre Verwundeten zu transportiren. Gene⸗ ral Evans ist bettlägerig und nimmt durchaus keine Besuche an.

Der Phare de Bayonne vom l9ten d. meldet, daß der Bischof von Leon am 15ten d. bei Zugarramudi uͤber die Spa⸗ nische Graͤnze gegangen sey. Die Gazette de France be⸗ hauptet dagegen, daß der Bischof auf einem Englischen Schisse von Liverpool aus nach Spanien gebracht worden und in der Nacht vom l4ten zum 15ten d. mit seinem Secretair, Don Ra⸗ mon Pecoudon, an der Kuͤste von Cantabrien gelandet sey.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Sitzun vom 19. Juli. (Nachtrag.) Wir kommen noch einmal 88 da Debatte uͤber die Englische Kirchen⸗Bill zuruͤck, weil diese Frage in Verbindung mit der uͤber die Irlaͤndische Kirchen⸗Appropria⸗ tion wahrscheinlich uͤber das Schicksal der jetzigen Verwaltung entscheiden duͤrfte, indem bei der dritten Lesung der ersteren zwar die gemaͤßigten Reformer und Konservativen auf Seiten des Ministeriums, die Radikalen aber, mit Ausnahme der O'Con⸗ nellschen Fraction, und die Ultra⸗Tories allem Anschein nach ge⸗ gen dasselbe stimmen werden, waͤhrend das Ministerium, wenn auf diese Weise erst eine Spaltung unter den bisherigen Mi⸗ nisteriellen ausgebrochen ist, bei der letzten Entscheidung uͤber die Verwendung der uͤberschuͤssigen Einkuͤnfte der Irlaͤndischen Kirche im Unterhause, außer daß es in dieser Sache die ganze konser⸗ vative Partei gegen sich haben wird, leicht auch noch die Eng⸗ lischen und Schottischen Radikalen verlieren koͤnnte. Nachdem nun auf den Antrag Lord J. Russell's, daß die Englische Kir⸗ chen⸗Bill zum drittenmal verlesen werden solle, Herr Hume als Amendement die Vertagung dieser Bill auf sechs Monate vor⸗ geschlagen hatte (wie bereits im vorgestrigen Blatte der St. Z. gemeldet), nahm zuerst Herr Lennard, ein Englischer Radikal⸗ Reformer, das Wort und beklagte sich daruͤber, daß diese Ange⸗ legenheit, die doch ein Ganzes bilde, in verschiedene Bills ge⸗ theilt, vor das Haus gebracht worden sey, so daß man den ei⸗ gentlichen Zweck der Regierung schwer herausfinden koͤnne.

„Die vorliegende Bill“, sagte der Reduer, „soll darauf berechnet seyn, das Einkommen der Bischöfe für die Zukunft zu reguliren und

Es liegt dem Hause noch eine andere Bill vor, die das

Patronat der Bischöfe bedeutend vermehrt. Wenn nun die Lords die erstere verwerfen und die letztere annehmen? Man hätte die Mängel leicht durchschauen können, wenn die Maßregel im Zusam⸗ menhange und nicht PFn vor das Haus gebracht worden wäre. Ein anderer Einwurf ist, daß die Bill keine Bestimmung hinsichtlich des Ueberschusses enthält, der etwa künftig auf den Bischofs⸗Sitzen