1836 / 277 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Geruͤcht, daß es zwischen den bei— des Vereinigten Koͤnigreichs, der Bank von Engkand und der Bank von Irland, zu ernstlichen Zwistigkeiten gekommen sey, weil die letztere einige der in Be⸗ treff des Diskontos von gewissen Handels⸗Papieren oder r Vorschuͤsse darauf hier begonnenen Operationen nicht gehoͤrig unterstuͤtzt habe. Die Bank von Irland soll nicht nur die zu⸗ ruͤckgewiesenen Wechsel diskontirt, sondern dies auch zu einem niedrigeren Diskonto, naͤmlich zu 4 statt 5 pCt., gethan haben. Wie das Mißfallen sich kundgegeben hat, wurde nicht gesagt, eben so wenig, ob die zuruͤckgewiesenen Wechsel gehoͤrig be⸗ schrieben worden, so daß die Irlaͤndische Bank wußte, woran sie war. Es wuͤrde ein ziemlich neues Verfahren in Bank⸗ Geschaͤften seyn, wenn man zu einer sol⸗ chen Vorschrift seine Zuflucht genommen haͤtte, und doch wuͤrde es andererseits, wenn dies nicht geschehen waͤre, abgeschmackt seyn, von Verantwortlichkeit sprechen zu wollen.

ging heute in der City das den großen Bank⸗Instituten

Aus verschiedenen Theilen des Landes erfaͤhrt man, daß die Ac⸗

Provinzial⸗Banken von Sei⸗

commodatien, welche bisher den sehr verkuͤrzt worden

ten der Englischen Bank gewaͤhrt wurde, ist, besonders, daß es ihnen nicht laͤnger gestattet werden solle, die Bilanz ihrer Abrechnungen mit den Zweig⸗Banken durch Wechsel auf London auszugleichen, sondern daß sie die Diffe⸗ renz entweder in Gold, oder in Banknoten wuͤrden zahlen muͤs⸗ sen. Diese Anordnung ist sehr angemessen, wenn die Bethei⸗ ligten auf die Veraͤnderung gehoͤrig vorbereitet worden sind, denn die Versendung solcher Wechsel nach London fuͤr Handels⸗ geschaͤfte, die ihren Ursprung in der Provinz hatten, mußte unseren Markt mit Papier uͤberladen, das nicht hierher gehoͤrt Es scheint jedoch, als haͤtte dies Arrangement die Betheiligten unvorbereitet betroffen.“

Am Freitage wurde auf dem h⸗ Huskisson beerdigt ist, das diesem Staatsmanne zu Ehren er⸗ richtete Monument enthuͤllt; es besteht aus einem runden, offe⸗ nen, von zehn Korinthischen Saͤulen getragenen Tempel, in welchem sich auf einem Piedestal die 7 Fuß 9 Zoll hohe, aus schoͤnem weißen Marmor gearbeitete Statue des Verstorbenen erhebt, die denselben im Kostuͤm eines Roͤmischen Senators mit einer Rolle in der Hand darstellt. Das Gebaͤude hat 1400 und das Standbild 1500 Psd. Sterling gekostet.

Der Sohn des im Jahre 1833 in England verstorbenen Gesandten des Koͤnigs von Delhi, Radschah Rammohun Roy, ist zur Anglikanischen Kirche uͤbergetreten und spricht das Eng— lische ganz vollkommen.

Mit Hinsicht auf die letzten aus Portugal eingegangenen Nachrichten sagt heute die Times: „Die neueste Revolution in Lissabon war eben so gesetzwidrig und gewaltsam, wie die letzte Umwaͤlzung in Spanien, eine der hoͤchsten Behoͤrde des Koͤnigreichs, dem durch die Autoritaͤt der Gesetze regierenden Souverain, von einer zuchtlosen, meuterischen Soldateska zuge⸗ fuͤgte Schmach. Nichts in den Berichten daruͤber rechtfertigt den Zwang, der auf diese Weise der Regentin von Spanien wie der Koͤnigin von Portugal angethan worden, oder macht ihn zu einer gesetzmäßigen Handlung. Nicht einmal die geringste An⸗ deutung findet sich, die diesem ploͤtzlichen und ordnungswidrigen Umsturz der anerkannten Verfassung eines civilisirten Landes Guͤlt gkeit verleihen koͤnnte. Die Karte, welche Portugal von Dom Pedro empfing, und wobei dieser seine eigenen Rechte auf die Thronfolge hintansetzte, war von der Nation angenommen, und es war danach bei den Wahlen, in der Versammlung und den legislativen Maßregeln der Cortes gehandelt worden; die Eide des Monarchen gegen die Unterthanen und umgekehrt der Unterthanen gegen den Monarchen waren in den National⸗ Archiven einregistrirt. Die constituttonnelle Monarchie war in voller Kraft und Wirkung. Unter ihr genoß das Portugiesische Volk seine buͤrgerlichen Rechte, und kraft ihrer allein üͤbte die Koͤnigin von Portuga! ihre Koͤnigliche Gewalt aus. Was will also diese neue Erklaͤrung, oder Verordnung, oder wie man es sonst nennen will, sagen, die von der Hand der Koͤnigin unter⸗ zeichnet, mit ihren Thraͤnen benetzt und ihr mit der Spitze des Degens bei Todesstrase von einem angeblichen Minister vorge⸗ schrieben worden, den

Liverpooler Kirchhof, wo

man Ihrer Majestaͤt ebenfalls aufgezwun⸗ gen hat, denn er wurde von einem frechen bewaffneten Gesindel deputirt und unterstuͤtzt, ohne den Schatten einer Billigung oder Zustimmung von Seiten der beiden Kammern oder irgend an⸗ derer untergeordneterer Behoͤrden des Koͤnigreichs was will sie sagen? Von Seiten der Lumiares, Sa da Bandeira und Konsorten ist es offenbarer Hochverrath; von Seiten der Koͤni⸗ gin ist eine Unterschrift zum Umsturz der Verfassung, kraͤft deren sie regierte, null und nichtig (waͤre sie auch sonst guͤltig gewesen), weil sie augenscheinlich unter haͤrtem Zwange stattgefunden hat. Was den populairen Charakter anbetrifft, den die Acteure die⸗ ser Komoͤdie ihr gern geben moͤchten, so ist es ein reiner Be⸗ trug. Das Portügiesische Volk hat mit ihr und mit ihnen nichts gemein. Das Volk wurde eben so wenig zu Rathe ge⸗ zogen, wie die Cortes, um die man sich, so wie um die Behoͤrden und um den Adel, der in der Naͤhe war, gar nicht kuͤmmerte. Die Koͤnigin wurde, wie gesagt, nicht um Rath ge⸗ fragt, sondern gezwungen. Welche Eigenschaft, weichen Zug von einer gesetzmaͤßigen Handlung, wodurch ihr Geyorsam von Seiten der eingeborenen Portugtesen oder Anerkennung von Seiten fremder Maͤchte vindizirt werden koͤnnte, hat also diese verbrecherische Umwaͤlzung aufzuweisen? Dasselbe ist mit Hin⸗ sicht auf Spanien der Fall. Wir koͤnnen noch nicht finden, daß der geringste Schein von Legitimitaͤt oder Autoritaͤt sich uͤber die Entthronung Isabella's von der durch das Koͤnigl. Statut ihr angewiesenen Koͤniglichen Stellung verbreitet haͤtte. Die Unterzeichnung der Koͤnigin⸗Regentin ist erzwungen und daher unguͤlkig; keine der bestehenden Behoͤrden des Koͤnigreichs hat jene Vorgaͤnge unterstuͤtzt oder daran Theil genom⸗ men. Die Triebfeder war, eben so wie in Lissabon, ein mit Bajonnetten drohender Poͤbel. Die Anstifter haben sich nicht gezeigt, wenn man nicht die neuen Minister, die im Namen der Königin handeln, als diejenigen betrachten will, die alle Verantwortlichkeit fuͤr die ihrer Herrin angethaͤne Gewalt uͤber⸗ nommen haben. Was haben aber diejenigen Spanier gethan, deren Namen und Geschichte sie als die wahren Repraͤsentanten Spanischer Ehre, Rechtlichkeit und Legitimitaͤt erscheinen lassen? Die weisesten, achtbarsten und tadellosesten Unterthanen der Spanischen Krone haben sich geweigert, diese laͤcherliche „Re— Form“ ihrer Regierung anzuerkennen. Viele edle und ausgezeichnete Männer, von Bayonne bis Paris, sind vor dem Spott zuruck⸗

geschreckt, eine Constitution zu beschwoͤren, die durch einen

schaͤndlichen und treulosen Verrath herbeigeführt worden ist. Alava, ein wahrer Kastilianer von echtem Schrot und Korn, hat seine Stellung als Botschafter aufgegeben und sich ins Privatleben zuruͤckgezogen. Die Minister der Koͤnigin oder vielmehr der Meuterer von La Granga sind, mit einer einzigen Ausnahme, Maͤnner, auf die nur Vertheidiger der wildesten und ausschweifendsten Demokra⸗ tie bar Herr Mendizabal ist wieder ins Ministe⸗

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rium getreten. Minister. Wenn er es jetzt ist, so muͤssen wir ihm bei der gu⸗ ten Meinung, die wir bisher von ihm hatten, zutrauen, daß er dies nur um des oͤffentlichen Besten willen gethan hat. Aber die jetzigen Verhaͤltnisse Spaniens sind himmelweit von denen verschieden, worin es sich befand, als Herr Mendizabal das vo⸗ rige Mal die Finanzen leitete, und viel entmuthigender. Der Kredit der Regierung, welche die Hauptstadt in Besitz hat, scheint unwiederbringlich verloren. Wenn es Herrn Mendiza⸗ bal gelingt, sich und der sogenannten Regierung der Tyrannen der Koͤnigin Christine aus dem sie umgebenden Labyrinth von Jammer und Noth herauszuhelfen, so wuͤrden uns wahrlich viele der Wunder, die man den Heiligen zuschreibt, minder unglaublich erscheinen, als bisher. Es befinden sich in der That unter de⸗ nen, die sich den prahlerischen Namen Spanische Radikale bei⸗ legen, wenige, wo uͤberhaupt Maͤnner von der geringsten Probe von Talent, auf die sich ein thaͤtiger und geschickter Minister bei seinen Arbeiten stuͤtzen koͤnnte.“ Schließlich spricht die Times die Ueberzeugung aus, daß Lord Palmerston schon vor einigen Wochen durch den Koͤnig der Belgier oder durch Personen in dessen Dienst vor einem dem Ausbruch nahen Komplott gegen die Regierung der Koͤnigin von Portugal gewarnt worden sey⸗ daß er aber die Warnung nicht beachtet, sondern nur daruͤber ge⸗ lacht habe. Koͤnig Leopold selbst, behauptet sie, habe dem Mi⸗ nister versichert, daß in Lissabon Alles faul und unterminirt und daß eine Revolution daselbst unvermeidlich sey.

In einem der Times zugegangenen Schreiben aus Pa⸗ ris vom 26. September heißt es unter Anderem: „Fast alle Welt nimmt es jetzt fuͤr ausgemacht an, daß Don Carlos siegen muͤsse. Die ihm von seinen Freunden anempfohlene Politik besteht darin, daß er nicht zu schnell handle, sondern die von seinen Agenten und Emissarien uͤberall befoͤrderten Ereignisse sich selbst entwickeln lassen solle.“

Als einen der Gruͤnde fuͤr das abermalige Sinken der Spanischen Schuld an der gestrigen Boͤrse fuͤhrte man das Geruͤcht an, daß der Spanischen Regierung durch den Britischen Botschafter in Paris notifizirt worden sey, es wuͤrden, wenn dieselbe nicht augenblicklich Schritte thaͤre, um der Britischen Legion ihre Soldruͤckstaͤnde zukommen zu lassen, Schisse nach San Sebastian gesandt werden, um letztere zuruͤckzuholen. Die Times häͤlt jedoch diese Nachricht fuͤr hoͤchst unwahrscheinlich.

Nachrichten aus New-York vom Aten d. M. zufolge, waren die Texianer damit beschäftigt, einen Praͤsidenten, Vice⸗ Praͤsidenten, Senatoren und Revpraͤsentanten zu waͤhlen.

IEEEEEEIb Aus dem Haag, 29. Sept. In Hollaͤndischen Blaͤt⸗ tern liest man: „Wir vernehmen aus guter QAuelle, daß Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland den Befehl ertheilt haben, in allen Militair⸗Instituten Seines Reiches das Bildniß des Ge⸗ neral Chassé aufzustellen. Diese dem Muth und der Tapferkeit eines unserer Landsleute zu Theil werdende Huldigung kann je⸗ dem Niederlaͤnder nur erfbeulich seyn-.

GHelgieh.

Bruͤssel, 29. Sept. Am vorigen Sonntage hat die Ver⸗ theilung der Preise stattgefunden, welche fuͤr die diesjaͤhrigen alterthuͤmlichen Armbrustschießen ausgesetzt waren. Dem Moniteur zufolge, hat keine Ruhestoͤrung und kein Unfall die ganze diesjaͤhrige September⸗Feier unterbrochen.

Der Fuͤrst von Ligne begiebt sich von hier nach Krakau, um sich daͤselbst mit einer Dame aus einer der vornehmsten Polnischen Familien zu vermaͤhlen. Der Fuͤrst wird mit seiner Gemahlin alsdann abwechselnd in Wien und hier seinen Aufent⸗ halt nehmen.

Der Tod der Madame de Beriot⸗Malibran hat hier, wo die Familie ihres Gatten lebt, und wo die Kuͤnstlerin noch vor kurzem so enthusiastische Bewunderung fand, allgemeines Leid erregt. Ein Freund der Familie ist nach England abgereist, um ihre Leiche hierher zu bringen. Auch ist eine Subscription eroͤffnet worden, um ihr ein Denkmal zu errichten. Die Kuüͤnstlerin soll sich ihren unerwarteten Tod dadurch zuge⸗ zogen haben, daß sie vor einiger Zeit vom Pferde stuͤrzte und sich dabei eine Verletzung im Kopfe zuzog, ohne daß sich diese jedoch auf andere Weise, als durch einen von Zeit zu Zeit wie⸗ derkehrenden Schmerz aͤußerte. Bei der Section ergab sich, daß sich im Gehirn eine Blut Ansammlung gebildet hatte.

Man schreibt aus Luͤttich, daß es der großen Fabrik des Herrn Cockeril in Seraing an Arbeitern fehle, so sehr ist die⸗ selbe jetzt mit Auftraͤgen uͤüberschuͤttet. Man arbeitet jetzt in diesem Etablissement an 27 Dampf⸗Maschinen fuͤr Runkelruͤben⸗ Zucker⸗Etablissements und an 30 Dampfwagen fuͤr die Russischen Eisenbahnen.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 27. Sept. Se. Majestaͤt der Koͤnig gaben am Sonntage zu Ehren des neuernannten Reichs⸗Statthalters von Norwegen, Grafen von Wedel⸗Jarlsberg, der einige Tage vorher aus Teplitz hierher zuruͤckgekehrt war, ein großes Diner. Gestern befand sich der Letztere bei einem Diner, das der Nor⸗ wegische Staats⸗Minister Loͤwenskioͤld veranstaltet hatte.

Der Kronprinz, der sich in der vorigen Woche etwas un⸗ paͤßlich befand, ist jetzt wieder voͤllig hergestellt und duͤrfte in der naͤchsten Woche seinen Sommer⸗Aufenthalt Drottningholm gegen die Residenz in der Hauptstadt vertauschen.

D o h

u t schland.

Hannover, 1. Oktoßer. Die heute ausgegebene Nummer der Gesetzsammlung enthaͤlt eine Koͤnigliche Verordnung vom 26. September 1836, die Errichtung des Amtes Alfeld be⸗ treffend.

Am 29. September feierte der Gartenbau⸗Verein fuͤr das Koͤnigreich in zahlreicher Versammlung sein viertes Stiftungs⸗ fest auf dem Schuͤtzenhause vor der Residenz. Das Fest wurde mit einem frohen Mahle, woran viele der hoͤchsten Staats⸗ Beamten vom Civil und Militair Theil nahmen, beschlossen. Mit diesem Stiftungsfeste ist wieder eine oͤffentliche Blumen⸗ und Fruchtausstellung auf dem Schuͤtzenhause verbunden, zu wel⸗ cher, in Betracht der Jahreszeit, eine bedeutende Menge aus⸗ gezeichneter und schoͤner Blumen, Gewaͤchse und Fruͤchte eingelie⸗ fert worden sind. Die Ausstellung ist dem Publikum gegen Erle⸗ gung eines Eintrittsgeldes geoͤffnet.

Weimar, 1. Okt. Die uͤüber den gewoͤhnlichen Dienststand einberufenen Soldaten sind nun am 29sten v. M. wieder mit Urlaub in ihre Heimath entlassen worden.

Ueber das der Versammlung der Naturforscher und Aerzte am 19. Sept. im Schlosse Belvedere veranstaltete Fest giebt nunmehr die hiesige Zeitung folgenden näheren Bericht: „Nachdem am 19ten v. M. eine Einladung der Durchlauchtig⸗

Er war schon unter dem Koͤniglichen Statut

. sten Landesherrschaft auf den 22sten v. M. nach Belvpedere die stimmberechtigten Mitglieder der Versammlung und and Theilnehmer ergangen war, setzte sich nach zweckmaͤßig gett nen Anordnungen am Morgen des letzteren Tages ein von fast 300 Personen nach Weimar in Bewegung, vn noch zeitig genug eintraf, um einige Stunden dem Bes der Kunst-Ausstellung, der Großherzoglichen Gemaͤlde, Kupferstich⸗Sammlung, der Großherzoglichen Bibliothek Hause Goͤthe's und anderen Sehenswuͤrdigkeiten zu widn In Belvedere selbst waren unter der Leitung des Ober, Marschalls von Spiegel wuͤrdige, hoͤchst geschmackvolle stalten zum Empfange der Versammlung getroffen worz

festliche Speiseraͤume verwandelt, an deren Waͤnden sich die a gen Bogen gruͤner Guirlanden hinzogen, waͤhrend aus den feln selbst die Orangen⸗Baͤume emporstiegen und dem Gan ein eigenthuͤmlich reizendes Ansehen gaben. An die beiden zh gel dieser Gebaͤude waren zwei geraͤumige Saͤle angereiht we den, welche zum Eintritt in die heiteren Raͤume bestimmten ren; auch hier dufteten die schoͤnsten Pflanzen, gleichsan Genien der Wissenschaft, welche empfangen werden sollte, 8 Gaͤsten enrtgegen. Die Tafeln selbst prangten mit fuͤrstlitt Reichthum, und als nun gegen 12 Uhr die langen Reihen Wagen ankamen, und die von fluͤchtigen Sonnenblicken belen teten Gaͤrten sich mit Gaͤsten fuͤllten und außerdem eine heiß Menschenmenge durch die Gaͤnge wogte, und in den Maͤnn des Wissens geehrt und ehrend bald diesen, bald jenen berite ten Namen nannte und das Bild dessen, der ihn trug, sich Erinnerung einpraͤgte wer dachte da nicht:

Die Kunst und Wissenschaft setzt sich bei Koͤnigen zu Tst

Die Pforten oͤffnen sich des Geisterreiches Buͤrgern;

Wie ich sie ehre, zeigt mein Wort und meine That.

Woher sie auch gekommen, ob aus Norden oder Suͤden,

Ich kenne sie, in meinen Raͤumen ist kein Name fremd,

Der in das Buch der Wessen sich gezeichnet.

Und wie sie weiter zieh'n in leiblicher Erscheinung,

Und, gleich dem Hauch, der ird'sche Gruß verweht:

Sie bleiben hier, noch ihre Schatten birgt

Ein gastlich Dach, das ihre Koͤrper hat vereint. „*

Nach 12 Uhr begaben sich die Gaͤste, in Sectionen aa

net, mit den Praͤsidenten an der Spitze, in das Großhen liche Sommerschloß und wurden hier Ihren Koͤnigl. Hoht

tem Hofe, durch den ersten Geschaͤftsfuͤhrer, Geheimen Hofe Dr. Kieser, einzeln vorgestellt. Hier reihten sich auch dert wuͤrdige Veteran der Versammlung, Graf Kaspar von Em berg und der Freiherr Alexander von Humboldt, welche von von den hoͤchsten Herrschaften in besonderer Audienz empfam worden waren, ihren verschiedenen Sectionen wieder an. 2 festliche Kreis des Hofes fand sich noch durch die Anwesente

Karl von Preußen, Ihrer Hoheit der Herzogin Bernhard Sachsen-Weimar und Ihres zweiten Sohnes, des Prin, Eduard, erweitert. Nach 2 Uhr begann die Mittags⸗LTafel, welcher auch die hoͤhere Hof⸗ und Staats⸗Dienerschaft eing den war; an der einen Tafel nahmen der Großherzog und!

der Prinz Eduard, Platz. herzog, sich erhob und den Trinkspruch auf das Wohl säͤmm lich anwesender werthen Gaͤste „die hier um sich verein we se hen, Ihm zu inniger Freude gereiche“ ausbrachte, sprach Gr

fuͤhlten Dank fuͤr so huld- und gemuͤthvolle Auszeichnung Gastlichkeit aus, indem er hinzufuͤgte, wie gluͤcklich es nama lich ihn mache ihn, der so lange Jahre schon dem erhch nen Fuͤrstenhause treu ergeben all' das Schoͤne und Pu wuͤrdige, was glorreiche Vorfahren und die edelsten Geister. Nation uͤber ein halbes Jahrhundert hindurch in Weimarg gruͤndet und geschaffen, nun in so treuer Fuͤrstlicher Pflege wahrt, beschuͤtzt und großartig gefoͤrdert zu sinden. Gleichzut war an der andern Tafel von Sr. Koͤnigl. Hoheit dem G. Großherzog der Gesellschaft der Aerzte und Natursorscher freundlicher Trinkspruch auf ihr Wohl und ihren fortwaͤhrend Flor gebracht, und hierauf die dankbare Empfindung ver lebmn durch den Geheimen Medizinal⸗Rath Otto aus Breslau, son

durch den Professor Osann von Wuͤrzburg ehrerbietigst aus

sprochen worden. Der Ausdruck unbefangener wahrer Fren bezeichnete das Festmahl. Nach der Tafel verfuͤgte sich die sammlung nach Weimar in das Großherzogliche Schauspielhm Mit bedeutungsvoller Auswahl waren von der Intendang U- Schauspiel von Goethe: „Tasso“, und das dramatisirte K. Schiller's von der Glocke, mit Musik von Goͤtze, fuͤr uce Abend bestimmt worden. In der Großherzoglichen Logen Gegenwart der hoͤchsten Herrschaften, die mit srevndite Zuruf empfangen wurden; auf der Buͤhne die Pracht Erscheinungen und der Scenerie, der reine Geschme der Alles beseelte, die Kunstsinnigkeit, wolche lich den wechselnden Spiegel der Welt, prangenden Blumen schmuͤckte, das meisterhafte Spiel, wen unwillkuͤrlich das gefuͤllte Haus, die vielbewanderten n zu lauten Zeichen des Beifalls hinriß, die aͤtherische Hoͤhe Dichter-Kunstwerks mit seiner Musik der Sprache, die sae Welt, die es aufschloß, die vielen Stellen, welche Deuttt hatten und fanden alles dies machte diese abendlichen Sum den zu einer Feier fuͤr Herz, Sinn und Geist, wie sie m. die beneidenswerthesten Augenblicke des Menschenlebens darle ten koͤnnen. Nach diesen Vorstellungen, denen ein lauter? schiedsgruß an das gastliche Großherzogliche Hazns aus de Munde der zahlreichen Gaͤste folgte, versammeltse sich die 0 sellschaft zum Theil noch bei dem Ober⸗Medizinal⸗Rath we Froriep und kehrte dann in der Nacht nach Jena zuruͤck.“ In Jena wurde am 23. Sept. die dritte allgemeine Sitzun wieder durch die hohe Gegenwart mehrerer Fuͤrstlichen Personc erfreut und beehrt. Es wohnten der Sitzung bei: Se. Koͤni Hoheit, der Großherzog von Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach, 9 Durchlaucht der Herzog von Sachsen Altenburg, Se. Koöͤnig Hoheit der Erb⸗Großherzog und Ihre Durchlauchten der Prl Georg von Sachsen⸗Altenburg und der Prinz Eduard von Sach sen⸗ Weimar⸗Eisenach. Außerdem zaͤhlte die Versammlung unt ihren Theilnehmern die Großherzoglich Sachsen⸗Weimar⸗Lisene chischen und die Herzoglich Sachsen⸗Altenburgischen Stꝛale Minister, so wie mehrere Chefs verschiedener Dikasterien. N. dieser Sitzung wurde auf die Einladung des Grafen vul Sternberg mit besonderer Unterstuͤtzung des Kammerrath Waitz aus Altenburg, des Kammerherrn von Buch und de Direktors der Sternwaͤrte in Wien, von Littrow, und dann mit allgemeiner Zustimmung die Stadt Prag (wie bereits 1n waͤhnt) als der Versammlungsort fuͤr das naͤchste Jahr bestimme

Darauf folgten die Vortraͤge des Freiherrn Alexander von Hum,

ldt: „Ueber die Verschiedenheit des Naturgenusses und die hissenschaftliche Entwickelung der Weltgesetze;“ des Direktors on Littrow b gisch oba Schmidt aus Hohenleuben: „Blicke eines Arztes auf Germa⸗ jens fruͤhere Bewohner;“ des Hofrathes Reichenbach aus dresden „über die natuͤrlichen Familien des Pflanzenreiches nd dem 189 1 14 n Sections⸗Sitzungen, bis am Montage den Lösten v. M. jese Versammlung mit einer allgemeinen Sitzung, in welcher uter anderen wieder Freiherr Alexander von Humboldt auf⸗

3 getrof nt, geschlossen wurde. Die beiden, im Halbkreise gebauten Orangerie⸗Häuser warer 2 e. 9 8 8 waren

on Nuͤrnberg nach Fuͤrth, die man nicht nur als erste, sondern nich als Muster⸗Eisenbahn in Deutschland betrachtet, verdient Heutsche Meilen Weges gemacht, und zwar ben so wenig ist die Bahn selbst oder ihr Schienenlager be⸗

Has bereits aus England angelangte zweite Locomotiv wird gn auf dem Platze der Bahn seibst in einer dazu erbauten

ann zusammengesetzt, so daß man hoffen kann, alsbald im

nwerke des Staates mit Walzenwerken versehen und auch bei geukirchen am Brand hat ein Huͤttenherr sein Hammerwerk

dem Großherzoge und der Frau Großherzogin, bet versangbh

Ihrer Koͤniglichen Hoheiten, der Prinzen und der Prinzes

Isischen Regierung mitgetheilt werden. G on der Franzoͤsischen ministeriellen Blaͤtter der Art, daß vor⸗

Sternberg im Namen der ganzen Versammlung den tieng

„uͤber meteorologische Beobachtungen;“ des Dr.

.

d die Entwickelung der Pflanze uͤberhaupt“ u. a. An diesem folgenden Tage herrschte eben so große Thäͤtigkeit in

Bamberg, 28. Sept. (Fraͤnk. Merk.) Die Eisenbahn

esen Ruf mit vollstem Recht. Seit nun 10 Monaten im Be⸗ sebe, hat das Locomotiv derselben bis jetzt im Ganzen 2000 mit 400,000 Per⸗ nen, ohne nur einer namhaften Reparatur zu untertiegen.

zdigt, und noch ist kein Unfall von Bedeutung vorgekommen.

erkstaͤtte erst nach allen einzelnen Theilen genau untersucht,

nlande dieselben Maschinen herstellen zu koͤnnen. Zur Fabri⸗ ton der Schienen werden, wie wir hoͤren, bereits zwei Huͤt⸗

ffuͤr eingerichtet. So hebt sich denn auch dieser wichtige Zweig serer inlaͤndischen Industrie maͤchtig empor, und bald werden ir diese neuen Zauber⸗ und Wunderstraßen des geselligen und

werblichen Verkehrs auch unser Vaterland fruchtbar durchzie⸗ n sehen. Der erste Quartal-Abschluß der erwaͤhnten Bahn ab uͤber 10,000 Fl., der zweite uͤber 15,900 achte uͤber 18,000 Fl. Einnahme. Ihre Aet en stehen fest zu 325.

Stuttgart, 29. Sept. Das Regterungs⸗Blatt mel⸗

theute mehrere Ordens⸗Verleihungen, und zwar haben vier

hhe Beamten den Friedrichs⸗Orden, der Direktor des Ober⸗ biggs⸗Gerichts von Goͤritz das Komthurkreuz des Kron⸗Ordens

d endlich 27 andere Beamten das Ritterkreuz des Kron⸗Ordens sement, wenn man nicht eine oder zwei Schulen in Konstanti⸗ nopel rechnen will, kein oͤffentliches Institut, keine Unterstuͤtzung des Ackerbaues oder Erleichterung des Handels und der Ge⸗ werbthaͤtigkeit der Tuͤrkei gezeigt, daß die Stunde ihrer Wie⸗

halten. Der Rittmeister, Prinz Jerome von Montfort, ist zum

Najor befoͤrdert worden.

.“

8*

Basel, 27. Sept. Die hiesige Zeitung sagt: „Aus

fentlichen Blaͤttern vernimmt man, daß der Majoritaͤts⸗Antrag

der Angelegenheit des Conseil nun wirklich die erforderliche

nzahl von Stimmen fuͤr sich vereinigt haben soll, und dem⸗

ch werden die Akten dieser schmutzigen Geschichte der Fran⸗ Andererseits ist der

szusehen ist, das Ministerium werde diese Mittheilung als

8 3 G nag der ne grobe Beleidigung ansehen, und es werde, weit entsernt, Prinz Karl von Preußen, Koͤnigl. Hoheiten, an der andemlte von der Schweiz begehrte Genugthuung zu geben, vielmehr Se. Koͤnigl. Hoheit, der Erbgroßherzog und Se. Durchlauchzlost eine solche begehren.

Unter solchen Umstaͤnden sind neue

Als Se. Koͤntgl. Hoheit, der Griaund unangenehme Verwickelungen vorauszusehen.“

„Spanien.

Madrid, k9. Gept. Die Revista enthielt in ihrem latte vom 1. Septrin ecner Privat⸗Korrespondenz aus Miranda [Ebro vom 21. Aug. nachstehenden Ausfall auf den Gene⸗ l Cordova: „Der General Cordova hat diese Stadt am Vor⸗ hend des Tages, wo die Constitution beschworen werden sollte, rlassen und seinen Weg durch mehrere Orte genommen, wo an ihn nicht kannte. Er war von seiner Lieblings⸗Compagnie r Guiden begleitet, die aus Karlistischen Ueberlaͤufern besteht, d sagte unterweges, daß er sich nach Santander begebe, um e gesammelten Millionen in diesem Lande zu verzehren.“ Das nannte Blatt theilt nun in seiner Nummer vom 16. Sept.

langes an die Redaction gerichtetes Schreiben des Generals prdova mit, worin derselbe die von mehreren Seiten gegen n erhobenen Beschuldigungen zu widerlegen sucht. Der erste heil dieses Schreibens bezieht sich auf die Privat⸗Ange⸗ genheiten des Generals. Er spricht von seinem bestoͤndigen ifer fuͤr das Wohl der Soldaten und fuͤr das Interesse des Schatzes; mehr als einmal habe er fuͤr die Kasse der Armee traͤchtliche Summen aus seiner Tasche hergegeben, auch habe

stets auf den ihm gebuͤhrenden Antheil an der Beute ver⸗ chtet, aus welchem Antheile seine Vorgaͤnger einen reichen Ge⸗ inn gezogen haͤtten, u. s. w. In dem zweiten Theile seines rriefes sucht er sich gegen die Beschuldigung, daß er mit dem arlistischen General Villareal Unterhandlungen angekuͤnpft habe, vertheidigen und uͤbersendet zu diesem Zwecke der Redaction

s genannten Blattes zwei von ihm an Villareal gerichtete unge e, durch die Buͤhne, *

KSgpgn.

deren Bekanntmachung er jeder weiteren Recht⸗ tigung üͤberhoben zu seyn glaubt.

Dem Journal de la Haye wird aus Smyrna vom September geschrieben: „Ich habe Ihnen diesmal kein be⸗ utendes politisches Ereigniß mitzutheilen, außer daß die letzten briefe aus Konstantinopel, vom 29sten v. M., von der Entdek⸗ ng eines neuen gegen die Person des Großherrn gerichteten omplotts sprechen. Der Plan der Verschwoͤrung waͤre danach Schoß des Serails selbst geschmiedet worden, und unter den heilnehmern staͤnden in der vordersten Reihe die Eunuchen der schwarzen Sklaven des Harems; sodann haͤtte sich das omplott auch in die Stadt und, wie man versichert, selbst un⸗ r die Ulema's verzweigt. Es handelte sich um nichts Gerin⸗ eres, ais um die Vergiftung des Sultans und die Ausrufung ines äͤltesten Sohnes an seiner Statt. Da der Plan aber chbar wurde, ehe er noch zur Reife gediehen war, so beeilte r Großherr sich, ihn im Stillen zu ersticken, indem er ne große Anzahl der Verschwoͤrer in den Gefaͤngnissen inrichten und in den Waͤssern des Bosporus ertraͤnken eß, so daß das Publikum von dem Vorgefallenen nur hr unvollkommene Kenntniß erhielt. Es ist nicht zu bezwei⸗ eln, daß die Veraͤnderungen, die der Sultan seit einiger Zeit n den Sitten und Gebraͤuchen der Muselmaͤnner vornimmt, hm in der Zuneigung seiner Unterthanen sehr geschadet haben, vas um so mehr zu bedauern ist, als viele der von ihm einge⸗ hrten Reformen fast kindisch und ganz falsch verstanden sind, dem sie den Gewohnheiten und der Religion der Tuͤrken ge⸗ adesweges widerstreben und dem Lande zu nichts nuͤtzen koͤn⸗ Phc. So scheint es mir zum Beispiel, daß die Aufstellung des Vortraits Sr. Hoheit auf den Schiffen der Flotte und in den asernen, was nach dem Koran fuͤr eine der groͤßten Ketzereien

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gilt, weder der Regierung noch dem Volk irgend ein Heil brin⸗ gen kann, und es unterliegt keinem Zweifel, daß dies der Haupt⸗ grund der letzten Bewegungen ist, die in Konstantinopel statt⸗ gefunden haben, und die mehreren Hundert Personen das Leben kosteten. Das Muselmaͤnnische Volk betrachtet es als eine Pflicht, sich dem Gutduͤnken seines Herrschers blind zu un⸗ terwerfen; wenn es ihm aber auch noch so sehr erge— ben ist, so har es doch noch mehr Hingebung fuͤr seine Reli⸗ gion, und Alles, was der letzteren widerspricht oder eine Ueber⸗ schreitung ihrer Lehren in sich schließt, muß seinen Unwillen er⸗ regen und es zur Empoͤrung verleiten. Ich selbst habe hier mehrere der eifrigsten Anhaͤnger des Großherrn und seiner Re⸗ formen sich in Folge der unseligen Aufstellung und Einweihung seines Bildnisses von seiner Sache abwenden und ihn laut der Gottlosigkeit zeihen hoͤren. Es ist traurig fuͤr den menschen⸗ freundlichen und unparteiischen Beobachter, der in der Levante bei dieser neuen Aera der Tuͤrkei zugegen ist und sie, so zu sa⸗ gen, Schritt vor Schritt verfolgt, den Sultan seine kostbare Zeit und noch kostbareres Blut so ohne Nutzen und ohne Ruhm fuͤr ihn selbst und fuͤr seine Staaten vergeuden zu sehen. Die

Laufbahn dieses Souverains, der nach der beruͤhmten Vernich⸗

tung der Janitscharen so große Hoffnungen erregte, ist jetzt ganz und gar verfehlt. Sein Geist hat sich, wie Lamartine sagte, nicht zu der Hoͤhe seines Muthes erhoben, und nachdem er die Bahn zur Wiedergeburt seiner Voͤlker auf großartige Weise gebrochen, ist er vor den gewaltigen Arbeiten, die ihm noch auszufuͤhren uͤbrig blieben, zusammengesunken und in Kleinlichkeiten verfallen. Man muß, obwohl mit wahrhaftem Bedauern, eingestehen, daß die Tuͤrkei unter der Regierung Mahmud's mehr verloren, als gewonnen hat; denn die Vernich⸗ tung der Janitscharen, die ein bewundernswuͤrdiger Staatsstreich gewesen seyn wuͤrde, wenn eine feste Hand auch ferner den Fortschritt des Landes auf dem Wege der Verbesserungen gelei⸗

tet haͤtte, ist jetzt nichts als eine unnuͤtze Grausamkeit und ein

und detz bseir ge⸗ Ungluͤck fuͤr das Volk, das jetzt der Willkuͤr ganz preisgege⸗

ben ist. Man darf sich daher nicht wundern, wenn das

Reich taͤglich schwaͤcher wird; sein Verfall ist offenbar, sein Han⸗ nimmt immer mehr ab, und sein Muͤnz⸗System wird immer

einer Armee mit unvollkom⸗ wegen einer der Luropaͤischen genaͤher⸗ ten Kleidung und eines Portraits sind Stroͤme

in den Bosporus geflossen, und noch hat kein nuͤtzliches Etablis⸗

schlechter. Wegen mener Disziplin,

regulairen

dergeburt geschlagen hat. Man erzaͤhlt, daß der Sultan sein

Tradition oder aus der Phantaste. Wir werden bei dieser Gelegen⸗

heit sehen, ob die Furcht oder der Fanatismus bei den Tuͤrken die Ober⸗

hand behalten wird. Die Raͤuberbande, welche unsere Umgegend un⸗

ermordet und beraubt. Die Aeltern und Landsleute des Er⸗ mordeten hatten selbst die thaͤtigsten Nachforschungen zur Ent⸗ deckung des Moͤrders angestellt, und nach zwei Tagen wurden in der That drei von jenen Raͤubern ergriffen und zum Gou⸗ verneur gebracht. Sie leugnen alle ihnen aufgebuͤrdete Ver⸗ brechen; dagegen haben sie aber ihre Mitschuldige angegeben, die eine 00 Mann starke und unter vier Anfuͤhrern stehende Bande bilden. Verhaftungen stattgefunden, auch sind die meisten auf den Wegen nach Budschs und Sedikieny geraubten Sachen in die Haͤnde der Po⸗

man hofft, daß ein Beispiel der Strenge gegeben werden wird. Wir sind seit einiger Zeit ohne Nachrichten aus Aegypten, Sy⸗ rien und Griechenland. Flotten ist nicht mehr die Rede, letztere soll nach der Afrikani⸗ schen Kuͤste abgesegelt seyn. Man erwartet hier ein Amerikani⸗

sches Geschwader von sieben Schiffen. Die gestern hier an— Nachricht überbracht, daß die Stadt Salonichi voͤllig von der

reich sche, Englische und Franzoͤsische Fahrzeuge.

aus der Hauptstadt, nach Griechenland abgegangen.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗York, 23. Aug. waͤhnte) Schreiben des Praͤsidenten

Vereinigten erfreut, Gaines

Mann seyen von dem Praͤsidenten der ten sanctionirt worden. Wir sind daher sehr finden, daß das Verfahren des Generals

ernstlich gemißbilligt wird.

darum zu thun sey, Texas zu 1 nur einen Eingriff in unser Gebiet Rechte verhindern wollten. Die

ten von Seiten der westlichen Indianer wird durch

hat, wie dies fruͤher in allen aͤhnlichen

Forderung einer Verstaͤrkung auf Gruͤnde basiren wuͤrde, mit jener Neutralitaͤt voͤllig unvertraͤglich sind.““

8.

and in der evan

Berlin, 4. Okt. Am 28sten v. M. schen Stadtkirche zu Bunzlau die gottesdienstliche Feier des

then Adler⸗Ordens vierter Klasse überreichte.

Blutes

Portrait nach Mekka senden wolle und daß er befohlen habe, das Bildniß Muhammed's anzufertigen, wahrscheinlich nach der⸗ v Stadt Theil nahmen. rende General den Offizieren des scheidenden Resiments ein

sicher macht, hat am 21sten auf dem Wege nach Sedikieny einen Jonier

&n K 9 i „(FK fFfuüunge Kroer n Folge dieser Entdeckungen haben mehrere unstlerischen 2. 9 In Folge dies G igen h Lebendigkeit nichts einzubüßen.

jenen sehr k. 8 und wohin sie von allen Seiten gedräaͤngt wird. Von den Franzoͤsischen und Englischen auch Wege z er Hi 4

gültig, ob man ursprünglich eine erschöpfende Natur⸗Nachahmung

gekommene Franzoͤsische Kriegsbrigg „Bougainville“ hat die; Pest befreit ist. Auf unserer Rhede liegen verschiedene Oester⸗ F 8 Die Russische Goelette „Gonetz“, welche in voriger Woche mit Depeschen fuͤr Konstantinopel hier ankam, ist vorgestern, nach Ankunft der Post

In Bezug auf das (neulich er— an den Gouverneur von Tennessee, worin er die Aushebung von Truppen in den suͤdli⸗ chen Staaten der Union fuͤr das Corps des General Gaines untersagt, bemerkt der National Intelligencer: „Dies Dokument ist kaum weniger wichtig, als die Neutralitaͤts⸗Erklaͤ⸗ rung des ersten Praͤsidenten der Vereinigten Staaten im Jahre 1793, welche es verhinderte, daß unsere damals noch junge Nation in die Kriege der Franzoͤsischen Revolution verwickelt wurde. Wir freuen uns um so mehr uͤber den Inhalt dieses Dokuments, als wir, durch den Ton des „Globe“ und seiner Trabanten getaͤuscht, den Glauben hegten, der Einfall in das Gebiet unseres Nachbars und die verlangte Aushebung von 5000 Staa⸗ zu nur von dem Kuͤchen⸗Kabinet gebilligt, von dem Praͤsidenten dagegen Wir heben, um dies zu beweisen,

diesjaͤhrigen Bibelfestes statt, zu welcher sich eine nicht unbe

traͤchtliche Anzahl von Freunden der Bibelsache, unter diesen be⸗ sonders viele Geistliche aus der Umgegend eingefunden hatten. Das Altargebet hielt der Pastor Streit aus Tillendorf, die Fest⸗Predigt der Pastor primarius Fricke. Aus dem Jahres⸗ Berichte der Bibel⸗Gesellschaft zu Bunzlau geht hervor, daß die reine Einnahme derselben im verflossenen Rechnungs⸗Jahre 183 ¾& die staͤrkste seit dem Bestehen des Vereines war; sie be⸗ lief sich naͤmlich auf 907 Rthlr., waͤhrend die ansehnlichste bis dahin nur 840 Rthlr. betragen hatte. Die Ausgabe belief sich auf 905 Rthlr. Die Gesammt⸗Einnahme der Gesellschaft seit ihrer Begruͤndung am 18. Okt. 1815 war 11,647 Rthlr., die Ausgabe 11,490 Rthlr., mithin bleibt gegenwaͤrtig ein Bestand von 157 Rthlr. Im vorigen Jahre sind durch die Gesellschaft 1252 vollstaͤndige Bibeln, 122 lutherische und 121 katholische neue Testamente, seit der Stiftung der Gesellschaft uͤberhaupt aber 36,326 Exemplare, worunter 13,397 Bibeln, vertheilt worden. Aus allen diesen Resultaten ergiebt sich unverkennbar, daß die Bibel⸗ sache in dortiger Gegend kraͤftig unterstuͤtzt wird und deshalb auch auf die erfreulichste Weise gedeiht.

Der Pfarrer Starzinsky zu Kroppitz, im Regierungs⸗ Bezirk Oppeln, feierte am 25sten v. M. sein 50jaͤhriges Prie⸗ ster⸗Jubilaäum. Nachdem bereits Tages zuvor ein Gluͤckwuͤn⸗ schungs⸗Schreiben des Fuͤrstbischofs von Breslau, Grafen von Sedlnitzki, eingelaufen und der Kirchen⸗Patron, Graf von Haug⸗ witz, persoͤnlich seine Wuͤnsche dargebracht hatte, wurde am Tage der Feier selbst der Jubilar aus seiner Wohnung abgeholt und im festlichen Zuge nach dem Rathhaus⸗Saale gefuͤhrt, wo der Regierungs⸗Praͤsident, Graf von Puͤckler, ihm die Insignien des ihm von des Koͤnigs Majestaͤt Allergnaͤdigst verliehenen Ro⸗ Von hier begab sich der ganze Zug nach der Pfarrkirche, woselbst der Kreisschul⸗ Inspektor, Pfarrer Equart, in einer Deutschen Predigt die Verdienste des Jubilars auseinandersetzte. Nach der Predigt begann das Hochamt, zu welchem der Musik⸗Direktor Hoffmann eine besondere Messe komponirt hatte. Den Beschluß der kirch⸗ lichen Feier machte das Tedeum von Haydn. Auf dem Schlosse war ein Festmahl angeordnet, bei welchem der Jubilar den Toast auf das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs ausbrachte. Das

ganze Fest schloß Abends ein recht gemuͤthlicher Ball.

Aus Duüsseldorfmeldet man die am 30sten v. M. daselbst erfolgte Ruͤckkehr der Truppen der Garnisen aus dem Lager von Salzkotten. In Koblenz gaben am 28 September die

28.

Mitglieder des Militair⸗Casino dem 19ten Infanterie⸗Regimente,

das drei Jahre lang dort in Garnison gelegen hat und gegen⸗

waͤrtig eine andere Bestimmung erhäͤlt, einen glaͤnzenden Ball, den der kommandirende General mit seiner Gegenwart beehrte

und an welchem saͤmmtliche in Koblenz anwesende Offiziere, so wie mehrere hoͤhere Civil⸗Beamte und sonstige Einwohner der Am folgenden Tage gab der kommandi⸗

Abschiedsmahl.

1241 79 Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ausstellung auf der Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste.

Das Höchste der Kunst ist eine schmale Spitze; es gilt, die Na⸗ turwahrheit zum Ideellen zu erheben, das Zerstreute in gewisse fest⸗ stehende, Akkorde zu sammeln und doch wieder über die Normen eines künstlerischen Maßes und Gleichgewichts an frischer, energischer 8 ißen. Die volle Vereinigung und Durch⸗ dringung dieser sich gegenüberstehenden Forderungen wird selten er⸗

I“ 69 b reicht, die Zunge der Waage stellt sich selten so sicher ein, aber auch lizei gefallen und ihren Eigenthuͤmern zuruͤckgegeben worden, und 1 Sgb 8

indem sie hiu⸗ und herschwankt, bezeichnet sie nur um so deutlicher bestimmten Punkt, auf den alle Kunst gewiesen ist So führen denn auch die verschiedensten Wege zu dieser Höhe; ja es ist zuletzt gleich⸗

im Sinne hat, oder ob man dem Gedaufen, oder auch der Har⸗

monie und Symmetrie die oberste Stelle einräumt, es ist gleich⸗

gültig, ob man sich gleich an die Erscheinung der Natur weu⸗ det, ober ob man sich von dem Studium der Kunstwerke alter Mei⸗ denn in jedem dieser Fälle wird man, bei sonstiger Gesundheit und Tüchtigkeit des Strebens, keinen Fortschritt machen können, ohne daß bald das Fehlende und jene Totalität der Forde⸗ rungen fühlbar werde, denn sie liegt zu tief begründet in der Natur des menschlichen Geistes.

Die Deutschen strebten bei der Erneunerung der Kunst, nachdem dieselbe so lange Zeit zu einem äußerlichen Handwerk herabgesun⸗ ken war, hauptsächlich dem Gedanken und den Empfindungen nach.

Sie studirten die Werke der großen Meister und suchten an ihrer

Hand die Naivetät der Natur auf⸗ Die Junerlichkeit, die Würde, der Styl der Kunst war das Erste, wonach sie rangen; die un⸗ mittelbare Wirkung auf den Sinn, den optischen Schein setzten ste anfangs ganz beiseite. Alltcin das Erstreben des inneren Gehalts und Charakters aller Dinge führte sie zuletzt doch auch hier wie⸗ der in die Arme der Natur zurück, und schon jetzt bewegen sich die Norddeutschen Malerschulen auf der Bahn einer so kräftt⸗ gen Naturnachahmung, daß sie darin mit den alten Niederländern zu wetteifern ansangen, während ihnen doch zugleich überall ein höherer Leitstern vorschwebt. Aber ehe die Deutsche Kunst dahin gelangt ist, hat sie in kurzer Zeit eine Reihe von Entwickelungen durchlaufen müssen. Man ist bis zu den Anfängen der christlichen Kunst zurückge⸗ gangen und hat in ihrem Studium gleichsam von vorn begonnen, um alles Unechte und Falsche abzustreifen, und um jene verlorne Unbe⸗ fangenheit, Reinheit und Unschuld der Kunst wieder zu erwerben, ohne welche die letztere nie gedeihen kann. Daß dieser weitausho⸗ leude Anfaug doch kein Umweg und überhaupt nichts Vergebliches war, wird am augenscheinlichsten bei dem Bergleich mit den Knnst⸗ erzeugnissen derjenigen Völker, bei denen eine Belebung der Kunst in anderer Weise eingetreten ist.

folgende Stellen aus dem Schreiben des Praͤsidenten hervor: „„Die Verpflichtungen unseres Vertrages mit Mexiko, so we die allgemeinen Prinzipien, welche uns bei unserem Verkehr mit fremden Maͤchten leiten, verlangen von uns, daß wir in dem Kampfe, der jetzt in einem Theile jener Republik ausgebrochen ist, eine strenge Neutralitaͤt beobachten. Die Genehmigung der Forderung des General Gaines aus den von ihm angegebenen Gruͤuden wuͤrde den Glauben rechtfertigen, daß es uns nur unterstuͤtzen, nicht aber, daß wir oder in unsere National⸗ Befüͤrchtung von Feindseligke⸗⸗ nichts ge— rechtfertigt, und da die Regierung der Vereinigten Staaten in Bezug auf Mexiko und Texas dieselbe Neutralitaͤt angenommen Fäͤllen geschehen ist, so häͤtte man nicht erwarten sollen, daß der General Gaines seine die

Die Franzosen sind im Ganzen den umgekeheten Gang gegan⸗

gen, als die Deutschen: nicht vom Idreellen zum Natürlichen, nicht

vom Innerlichen zum Aeußerlichen, nicht vom Styl zur Lebendigkeit und Illusion, sondern sie griffen gleich mit ihrer schnellen Fassungs⸗ kraft für das Sinnliche die unmittelbarste Erscheinnng auf; aber wie verschieden auch dieser Ausgangspunkt sey, so werden sie bei be⸗ harrlichem Fortschritt doch an demselben Ziel ankommen; es liegt frei⸗ lich in der Natur ihres Ausgangspunktes, daß sie in gewissen Zweit⸗ gen, in gewissen Erreichungen uns voran seyn müssen, während wir uns wiederum seit geraumer Zeit in Srhären der Kunst bewegen, die ihnen bis jetzt kaum noch eröffnet scheinen.

Dieser Unterschied erstreckt sich von der Wahl der Gegenstände und ihrer Fassung bis hindurch auf die Handhabung des Pinsels. Es ist in der Kunst allerdings nicht einerlei, wie man etwas erreicht; die Wirkung eines Kunstwerkes ist um so reiner und erfreulicher, wenn die Mühe nicht durchscheint, und es ist darum wesentlich, daß die Bequemheit, Freibeit und Sicherheit des Hinstellens, mit Einem Wort, die künstlerische Meisterschaft unmittelbar anschaulich werde, allein in Frankreich hat man das Lob dieser Leichtigfeit und Kühnheit von vorn herein über alles gestellt und uüͤber das äußere Kennzeichen einer stolzen Meisterschaft häuftg etwas von ihrem inneren Wesen geepfert. Viel anspruchsloser gingen die Wiederhersteller Deuischer Kunst zu Werke; mit frommer Hingebung und zartem Gefühl gingen sie den feinsten Zügen der Ratur nach, ja bei der gewissenhaften Treue ver⸗ gaßen sie mitunter das Ganze über das Einzelne, denn die scharfe Zeich⸗

nung und innige Anffassung aller Gegenstände lag ihnen zu⸗ 8