1836 / 279 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8

außer dem Dom⸗Kapitel auch die ersten Civil- und Militair⸗ Behoͤrden, so wie der anwesende Adel der Umgegend, die Geist⸗ lichkeit und die Professoren der Ritter⸗Akademie zugezogen zu werden die Ehre hatten.

Die ausgezeichnete Huld des in Miene und Rede nichts als Milde und landesvaͤterliche Guͤte ausdruͤckenden Koͤnigs machte auf alle Herzen einen unaussprechlichen Eindruck und erweckte zu allgemeiner Begeisterung, welche, durch den aus dem Nebenzimmer ertoͤnenden Gesang der Zoͤglinge der Ritter⸗Aka⸗ demie in dem Domine salvum fac regem! feierlich ange⸗ sprochen, einen beredten Ausdruck fand in dem durch den Hochwuͤrdigen Herrn Dechanten, General⸗-Lieutenant Reichs⸗ grafen Henckel von Donnersmark nach herzlicher und tief⸗ eindringender Rede dem Koͤnige dargebrachten Toast, den Se. Majestaͤt die hohe Gnade hatten, auf das Wohl des Domkapi⸗ tels und der ihm zugehoͤrigen Institute und Personen mit Be⸗ zeigung Allerhoͤchster Wohlgeneigtheit zu erwidern. Einen sin⸗ nigen Nachklang machte nach diesem ergreifenden Moment ein von dem genannten Saͤnger⸗Chor vorgetragenes Preußenlied, dessen einfache aber seelenvolle Worte der allgemeinen Stimmung entsprachen.

Nach aufgehobener Tafel unterhielten Sich Se. Majestaͤt auf das Herablassendste mit den Anwesenden und nahmen das Innere des mit Koͤniglicher Freigebigkeit wiederhergestellten Doms nochmals in Augenschein, wobei der fuͤhrende Domherr von Erxleben, welcher mit Ausfuͤhrung des Baues besonders beauf⸗ tragt gewesen war, wiederholentlich durch die Ausspruͤche Allerhoͤch⸗ sten Beifalls begluͤckt wurde. Endlich geruhten Se. Maj., von dem 5 % Met. 102 ⁄. Geheimen Staats⸗Minister von Rochow und dem Domherrn von Bank-Actien 1317.

den Herzen Aller, welche das Gl.

——

„„232 Morgen

6 Uhbr.

Nachmittags

1836. 2 Uhr.

₰ℳ. Oktober.

Luftdruck 33 4,38“ Par. Luftwärme.. +. 6,00 R. Thaupunkt.. + 3,8 9 R. Duystsaͤttigung 83 vEt. Wetter halbheiter. Wind W Wolkenzug. . Tagesmittel:

+ 13,4 0 R. 6677 54 vCt. heiter. W.

W

334,22“ Var. +

Auswürtig

Niederl. wirkl. Schuld 52 223⁄ 6. 5 % Span. 25 ½. P'ass 10 àℳ. Preuss. Präm.-Sch. 107 1.

Passive —. Ausg. Sch. 23 ½.

8 2

UnrIs. 29.

5 % Rente 105. 25. 3 % do.

Span. Rente 25 %. Passive 7 ¾. —. 3 % Portug. 34 ¼.

Wien, 30.

Neue Anl

der erhabenen Person des Monarchen zu nahen, Stolz und Unterthänigkeit unseren

Meteorologische Beobachtung.

ummmmmmemmmvxieEvHSeUxʒesbTExxHe.KrRKgew. vnecrrnseNaervSevens

33 4,20%% Par.

Amsterdam, 30. September.

Antwerpen, 29. September.

4 % 9932 32.

sich an diesem Tage den wir mit Herru und Koͤnig nennen.“

uͤck hatten,

Nach einmaliger

obachtung.

Abeunds

10 Uhr. werden.

Be

Quellwärme 7,1 9 R. üßwärme 9,9 9 R.

2 8 8s

334,07“ Par

+ 9,8 0)R.

+ 6,40N. .

luß

zodenwaͤrme 10,1 9 R. Ausdünstung 0 097 Rh. Nachtkälte +† 8 59 R. .9,7 0 R.. +. 5,30 R. 76 vEt.

76 vCt.

de

8.

bezeichnet seyn.

e Börsen. s vor dem 99 . Kanz-Bill. Sch. 13. EZinsl. Oesterr. Met. 98.

60 890. Poln. 114. Zinsl. 9 ½. G. Neue Anl. 25 1.

September.

9 29. X07 Torn 97 90 50 . . 3

78. 35. 5 % Neap. 97. 30. 5 % Schabernack

1“ Ausg. Sch. L sg. Sch. 111““

J. Nes voy.

September. .

5

—. 562 8 Bellint.

Theater

Erxleben, als Kuratoren der Ritter⸗Alkademie gefuͤhrt, auch die in ihren Gebaͤuden unmittelbar mit der Domkirche zusammenhaͤngende Anstalt eines Besuches zu wuͤrdigen und sowohl den Direktor und die Lehrer, als auch die versammelten Zoͤglinge durch Worte voll Gnade zu ermuntern. b Unter Versicherung Allerhoͤchster Zufriedenheit und Koͤnig⸗ licher Protection verließen Se. Maäjestaͤt mit den Hoͤchsten Herrschaften die Burg und Stadt Brandenburg. Bleibend aber und von unberechenbarem Segen ist der tiefe Eindruck in!

Donnerstag, 6. Okt.

Tanz. Musik von Cherubini.

Im Schauspielhause: çals. 1) Pourquoi? vandeville représentation de: Mathilde. on nouveau en 3 actes, par Mr. B

Konigliche Schauspiele. Im Opernhause, auf Begehren: Baba, oder: Die vierzig Raͤuber, große

Pour l'onveriure

Opern⸗

—42

Ali⸗ Hoͤfer,

Oper in 4 Abth., mit Herr Hoͤlzel,

du ihéaͤtre fran- en 1 acte. 2) La premieène : La jalousie, drame-vaudeville ayard.

Zu dieser Vorstellung werden Freitag bezeichnet, verkauft.

Die eingegangenen Meldungen um bestimmte Plätze den Franzoͤsischen Vorstellungen sind moͤglichst beruͤcksichtigt 8 den, und koͤnnen die d. q Vormittags, im Billet⸗Verkauf⸗

Freitag, 7. Richard II., Trauer uüͤbersetzt von A. Eduard Devrient.

8u dieser Vorste nerstag bezeichneten S die dazu noch zu verkaufenden

Sponnabend, 8. Ok Im Wanderleben, Lustspiel in 4 Abth. Potsdamer

8 N

Donnerstag, 6. Okt. tatrisches Schauspiel in 5 Akten, frei nach dem Franzoͤssss von Friedrich Genée.

Freitag, 7. Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang in 4 Akten, Musik von A. Muͤller.

Sonnabend, §. Okt. dem Italiaͤnischen, von Friederike Elmenreich. Musit (Elvira:

1

8

Billets am Donnerstag, den öéten d. 2

Okt.

W. Schlegel.

8. Okt. A - - Hierauf: Ein Stuͤnge Thore, Vaudeville⸗Posse in 1 Akt. oͤnigstaͤdtisches Theater. Der Wagen des Emigranten. A.

Okt. Eulenspiegel, oder: Schabernack

Die Puritaner. Oper in 3 Ä. Mad. Pohl⸗Beisteiner, vom K. K. zu Wien; Lord Arthur Talbot: Dlle.

bach, vom Stadt⸗Theater zu Leipzig; Sir Georges: j vom staͤndischen Theater zu Pesth; vom K. K. Hof⸗Opern⸗Theater engagirte Mitglieder dieser Buͤhne.)

Richard Fmu

Redacteur Ed. Cottel.

eeee. e

Gedruckt bei A. W. Hayr

———

Allgemeiner Anzeiger fuͤr

—————jy—

83 rkreh

88 . 1S. 2 8

. 1“ 8 5 ; KpH 8 „„ 9⁴ in 3 4* „des Mai auA x. . zF m lladet, um ihre Gerechtsame geltend zu machen, unter Maͤrz und die in Stettin im Anfange des Mai erff⸗ B ekan tmach 2 ngen. dder Warnung, daß die Ausbleibenden mit ihren An⸗ net. Die geehrten Kuͤnstler, vornaͤmlich Maler, wer⸗

Oeffentliche Bekanntmachun Der Nachlaß des bierselbst am 9. e rbenen Professor Carl Wichmann soll unter dessen rben getheilt werden, weshalb nach Vorschrift der . 137. 138. P. I. Tit. 17. A. L R. alle unbekannte laͤubiger desselben hierdurch aufgefordert werden, ch spaͤtestens vinnen 3 Monaten mit ihren etwani⸗ gen Forderungen an die Masse bei dem unterzeichne⸗ ren Pupillen⸗Collegio zu melden, widrigenfalls sie damit an die einzelnen Erben nach Maaßgabe der Erdbtheile derselben verwiesen werden muͤssen. Berlin, den 1. September 1836 Koͤnigl. Preuß. Churmaͤrkisches Pupillen⸗ Collegium. v. Scheve.

Bielefeld, den 2½. Jult 1836.

Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 29. Maͤrz 1836. Das in der Waßmannsstraße Nr. 10 belegene hltsee Grundstuͤck, taxirt zu 5640 Thlr. 19 sgr. 3 pf., so am 15. November 18360, Vorm. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hyvothekenschein sind in der Registratur einzuschen Die dem Aufenthalte nach unbekannten Interessenten: 8 1) der Eigenthuͤmer Particulier Karl Gottlieb vnb b t. 1 2) der Rentier August David Muͤllen Folgende Dokumente, als: hG werden hierdurch oͤffentlich vorgeladen. ein Schuld⸗Bekenntniß des Coloni Kraen . 1 Schildesche vom 14. Fedruar 1828, wonach er dem Ernst Wilbelm Theodor Kraemer 100 Thlr. Cour. zu zahlen uͤbernommen hat, eingetragen auf die Stätte Nr. 40, Weichbild Schildesche, nebst Hy⸗ potheken⸗Schein:; die Urkunden vom 25. Oktober 1824, 12. Novem⸗ ber 1825, 27. September 1825 und die notarielle Cefstons⸗Uekunde vom 11. September 1826, wo⸗ nach der Muͤller Hombergsmeyer Nr. 12 zu Stift Schildesche dem Organisten Justus Pleitner zu Wallenbruͤck ein auf die Hombergsmeyersche Muͤhle zub No. 2, Rubrica III. eingetragenes Kapital von 200 Thlr. Cour. verschuldet, nebhst Hypotheken⸗ Schein; 1 88 gerichtliche Obligation des Handarbeiters Peter Henrich Quentemeyer zu Bielefeld, vom „Februar 1817, uͤber 100 Thlr. Cour., fuͤr die hiesigen milden Stiftungen, ausgezahlt durch den Superintendenten Scherr, eingetragen auf Quen⸗ 1 1i 183 temeyers Haus hierselbst Rubrica III. No. 2, nebst Koͤnigliches Preußisches Landgericht. Hypotheken⸗Schein vom 30. Januar 1828; Richter. cine notarielle Verhandlung vom 29. Januar 1820, 8 wonach der Kommerziant Uthoff zu Heepen als Gemeinde⸗Kassen⸗Rendant eine Obligation de dato Heepen, den 12. Februar 1808 uͤber 200 Thlr. Gold, welche ihm Colon Speckmann Nr. 6. zu Oldentruv verschuldet, zur Cautions⸗Leistung ver⸗ pfaͤndet hat, nebst dieser Obligation und dem Hypotheken⸗Schein vom 29. Jult 1820„; b ein gerichtlicher Vergleich vom 8. Juni 1826, wonach die Ehefrau Roeseler 400 Thlr. Cour von dem Kaufmann Friedrich Arnold Cruͤwell bierselbst zu fordern haite, im Hypotheken⸗Buche eingetragen auf die Haͤuser Nr. 52, 54, 165 und 166 bierselbst nebst den dazu gelegten sonsttgen Parcellen, Gaͤrten und Markentheilen, nebst den betreffenden Hypotheken⸗ Scheinen; Heine Obligation uͤber 80 Thlr. A gr.

. 1) Edietal⸗Citarivn. Es werden hiermit die unbekannten Erben des im Jahre 1759 zu Eibenstock im Erzgebirge gebornen und am 18. Marz 1835 hier verstorbenen Hospitalisten Johann Gottfried Germer oder Goermer auf den Antrag des Justiz⸗Kommissar Bielitz als Nachlaß⸗ Kurators öffentlich aufgefordert, sich binnen neun Monaten und spaͤtestens in dem

am 19. April 1837, Vormittags 11 Uhr, vor Herrn Landgerichts⸗Assessor Ulrici hier anstehenden Termine zu melden und ihr Erbrecht nachzuweisen, widrigenfalls der in 617 Thlr. 28 sgr. 10 pf bestehende Nachlaß dem Fiscus als bouum vavans zugesprochen werden soll.

Denen, welchen es hier an Bekanntschaft fehlt, werden die Herren Patzschke und Weber als Manda⸗ tarien vorgeschlagen.

Caumburg, am 21. Juni 1836.

*

2

Bekanntmachung. Zur weiteren Ausfuͤhrung der von der General⸗ Versammlung des Chur⸗ und Reumaͤrkschen Ritter⸗ schaftlichen Kredit⸗Instituts, nach Inhaͤlt unserer Bekanntmachung vom 28. November v. J. beschlosse⸗ nen und Allerhoͤchst genehmigten Herabsetzung des Zinsfußes der saͤmmtlichen im Cours befindlichen Chur⸗ und Neumaͤrkschen Pfandbriefe werden wir auch wieder fuͤr den Termin des 1. Juli k. J. einen Theil von den bis jetzt noch nicht gekuͤndigten üpro⸗ centigen Pfandbriefen zur Kuͤndigung bringen, wie dies durch unsere fruͤheren Bekanntmachungen, resp. vom 28. November und 23. Dezember v. J. fuͤr den Termin des 1. Juli d. J. und diejienigen vom 15 Mai und 20. Juni d. J. fuͤr den Termin des 1. Januar k. J. geschehen ist, und dies wiederum in zweien verschie⸗ Kasse zu Bielefeld ausgestellt, welche fruͤher auf denen Kuͤndigungen bewirken, von denen die erste dem Heiz, dann Wittwe Meyer und jetzt Stoll⸗am 1. November d. und die zweite in der schen Hause Nr. 08 ¾ hierselbst eingetragen gewe⸗ letzten Haͤlfte des Dezembers d. J. erlassen sen, neost Hyvotheken⸗Schein; werden wird.. 7) eine notarielle Obligatien des Coloni Joh. Friedr. Indem wir dies hiermit im Voraus zur oͤffentlichen Brune Nr. 18 zu Sandhagen, vom 14. Mai 1830, Keuntniß bringen, bemerken wir zugleich, daß wir wonach derselbe dem Vicarien-Fonds zu Friedrichs⸗ vei diesen Umstaͤnden, die nach unserer letzten Be⸗ dorf 244 Tblr. 1 szr. 6 pf. verschuldet, nebst Hy⸗ kanntmachung vom 20. Juni d. F. zur Convertirung potheken⸗Schein vom 23 Juni 1830; 3 von Pfandbriefen bis zum 1. Oktober d. J. bestimmt 8) eine notarielle Obligation vom 12. Oktober 1820 gewesene Frist hierdurch noch bis zum 1. November über 100 Thlr. Gold, welche der Drechster Nie⸗ d. J. verlaͤngern. 1 mgeyer zu Schildesche den Erben Kroͤnig hierselbst Berlin, den ³0. September 1836.

Gold, unter dem 23. Oktober 1767 zum Besten der Kaͤmmerei⸗

spruͤchen auf die Forderungen praͤcludirt und ihnen des⸗ den ergebvenst eingeladen, Werke einzusenden, in der April 1836 ver⸗ halb ein ewiges Stillschweigen wird auferlegt werden. Art, daß diese spaͤtestens in den letzten Tagen des Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. Tagen des Februar in

1 1 Danzig und Stettin, in den letzten Tagen des April in Stettin, fern sind. Die nicht verkauften Kunstgegenstaͤnde werden in der Mitte Juni's, von Stettin aus, an die Eigen⸗ West⸗ thuͤmer dankbar zuruͤckbefoͤrdert werden. Willkommen sind Gemaͤlde aller Art. deren Gewicht dos groͤßerer Gemaͤlde uͤbersteigt, wird eine Anfrage an jeden der Vereine vorher erbeten.

Dezember in Koͤnigsberg eintreffen, in den letzten Februar in Danzig, insofern sie nur fuͤr

insofern sie nur fuͤr diese Stadt bestimmt

Bei plastischen Arbeiten,

Die Frachtkosten tragen die Vereine, die anch fuͤür etwa sich ereignende Beschaͤdigungen haften. Die Annahme, Verpackung und Befoͤrderung der Kunst⸗

8 8

werke wird besorgt in Berlin von Heren Kastellan Rietz, in Muͤnchen von Herrn Frisch, in Duͤsseldorf

von Herrn Gallerie⸗Inspektor Wintergerst, in Dres⸗ den von Herrn Steuer⸗Kanzellisten Weinberger.

X.„

Bei der sich immermehr verbreitenden Liebe zur

KMunst, bei den sich vergroͤßernden Mitteln der Ver⸗ eine steht es zu erwarten, daß die geehrten Kuͤnstler,

die die uns gefaͤlligst anvertrauten Werke verkauft zu sehen wuͤnschen, sich in ihren Erwartungen nicht getaͤuscht sinden werden. Die Vorstaͤnde werden das Beste der Kuͤnstler zur Bethaͤtigung ihrer Dankbar keit wahrzunehmen, ein ihrem Vortheil widerstreben⸗ des Interesse moͤglichst fern zu, halten stets bemuͤht seyn. An allen drei Orten werden Kunstwerke zur Verloosung gekauft, in Danzig und Koͤnigsberg außer⸗ dem noch groͤßere, nicht zum Privatbesitz sich eignende Gemaͤlde als bleibendes Eigenthum der Stadt. Der Verein in Koͤnigsberg hat zum Ankauf eines großen historischen Gemaͤldes fuͤr das Stadt⸗Museum die Summe von achthundert Thalern bestimmt.

Im September 1836.

bEIEEWEb 8 des Kunst⸗ und Gewerbe⸗Vereins in Koͤnigsberg, des Kunst⸗Vereins in Danzig, des Kunst⸗-Vereins fuͤr Pommern in Stettin.

——

Benachrichtigung fuͤr die Inhaber von Seehandlungs⸗Praͤ⸗ mienscheinen.

Da in der am 15. Oktober d. J. bevorstehenden

Ziehung der Seehandlungs⸗Praͤmienscheine nur gleiche

Praͤmien 69 Thlr. gezogen werden und die resp

Fuhabzer von Praͤmienscheinen dadurch einen Verlust

erleiden koͤnnten, so sind wir erbdeig, ste fuͤr eine

sehr maͤßige Verguͤtigung gegen diesen moͤglichen

Verlust zu sichern.

Berlin, den 4ü. Oktober 1835. . Nathan & Comp.,

Linden Nr. 13.

JE1116161 Betreff der Spanischen Aprocentigen Vales⸗Coupons pro 1. Oktober e. Die am 1. Oktober c. faͤllig gewordenen Spanischen hprocentigen Vales⸗Coupons koͤnnen Behufs der Er⸗ hebung bei uns eingereicht werden. Berlin, den 5. Oktober 1836. Nathan & Comp., unter den Linden Nr. 13.

in

7F ur.

IThremn.eeh Wwanenn 8 8

.

4 ½ 1““ 898 94 % 5 Bei A. W. Hayn in Berlin, Zimmerftra ist erschienen und daselbst, so wie in allen Buch!

schuldig geworden und auf ein Stuͤck Land im Chur⸗ und Neumaͤrksche Haupt⸗Ritter⸗

Westernfelde bei Schildesche im Hypothekenbuche schafts⸗Direction.

eingetragen worden, nebst Hypotheken⸗Schein; [Graf von der Schulenburg. Graf von der sind verloren gegangen, und werden daher Behufs Schulenburg. C. von Voß. Mortistcation derselben, da die Zahlung der einzelnen Kapitalien bereits erfolgt ist, alle dieienigen, welche an die zu loͤschenden Posten und das daruͤber aus⸗ gestellte Instrument, ats⸗ Ccgeurtgegwer, Cessionarien,

8 ltm

(C(Ild u an die Kuͤnstler zu Ausstellungen. Die verbundenen Kunst⸗Vereine in Koͤnigsberg, in

haden meinen, à0 lerumimnmng.* inig. undei im Jahre 1837 Aus⸗

lungen, zu haben:

In Parthieen bei 10 Exemplaren 1 Frei⸗Exrmplar. Frings, M. J, Lehrer der Franzoͤs. Sprache ꝛc. Die Franzoͤsische Sprache in

Schriftstellern der Nation. 48 Bogen Lexikon⸗ Format 1 Thlr 20 sgr. Gr. Svo. 12 ½ sar.

Leichte Gespraͤche fuͤr das gesellschaͤftliche Leben junger Maͤdchen. Dialegues eic: Zweit⸗

Danzig nnd Fitstec, Iäidg. stelzuligen veranstalken Die eäznigeverg wird im Anfange des Januar, die in Danzig im Anfange des

den 28. November’e.⸗ Morgems g0 h br⸗⸗ vor den Heern Gerschts⸗Assessor Bergmann verah⸗

verbesserte Auflage. 8ro. 10 sgr.

Die F ihren voll⸗ staͤndigen Regeln nach den musterguͤltigen

Französisches Lese- und Vörkerbuch.

19 te Il. 8

Aufgaben zur Vorbereitung der Franzist Grammatik. 8vo. 12 ½ sgr.

Chrestomathie der französischen 8- für Anfänger und Geühtere. Erster Thei- und 2 ° Cursus. Svo. 1 Thlr.

Die Aussprache auller WVWörter und dI der französischen Sprache für Deutsche. j

Ponge, Sal., Lesebuch fuͤr Deutsche, diee

zoͤsisch lernen, vorzuͤglich fuͤr Schulen. 6

vente mit Noten versehene Auflage. 8v0. 3 Nicolas, F. D., Oberlebrer an der Koniglic Real⸗ und Elisabethschule in Berlin, Deuts Sprachlehre nach Becker's System fur ne lere Klassen hoͤherer Lehr⸗Anstalten. Mit Alust

ben zur haͤuslichen Beschaͤftigung. Svo. I7s

In allen Buchhandlungen (in Berlin be L. Mittler) ist zu 1 Thlr. zu haben:

Gothaisches genealogisches Taschenbut

auf das Jahr 1837. Mit acht Bildnissen in Stahlstich.

Gotha, bei Justus Perthes

Der Gehalt und die durch fortdauernde M. kung hochstehender Maͤnner verbuͤrgte Zuverlaͤss dieses seit 74 Jahren alljaͤhrlich auch franzz unter dem Titen: Almanach de Gotha en jenden gencalogisch⸗historisch⸗diplomatischen nachs ist an allen Hoͤfen Europa's, so wie von plomaten und Geschaͤftsmaͤnnern jeden Standes! schieden anerkannt. Der neue Jahrgang e als interessante Zugabe eine Zusammenstellung Ritterorden. Gleicher Gunst erfreut sic Begleiter desselben, das

Genealogische Taschenbuch

dder deutschen graͤflichen Haͤuser, dessen zehnter Jahrgang a. d. J. 1837 zum von 1 ½ Thlr erschienen ist und gegen 500 gr. Haͤuser enthaͤlt.

Buͤffones N ub1I1 h nach Cuvier's Classification, aus dem Franzoͤsischen uͤbersetzt von Dr. Fr. Schulz, mit 1500 schoͤnen Abbildungen, treu nach derl 1 gezeichnet.

Welch treffliche Erscheinungen im Geht Naturwissenschaften auch die aͤltere und neut hervorbrachte, oben an steht immer der Name

des großen Buͤffon.

Dieses Werk erscheint in Doppel⸗Lieferungt. 2 BPogen Tert in gr. 8v. und A Blaͤttern Abbibmh

Jede Lieferung in sauberm Umschlag kosta mit schwarzen Abbildungen, 5 sgr. mit ill umme Abbildungen, 7 ½ sgr. mit illuminirten Abbild und deut chem und franzoͤsischem Terxte zugleich

Es zerfaͤllt in folgende 3 Abtheilungen:

1) Buͤffon's Abhandlungen uͤber die Erde, des neralreich, die Pflanzen u. s w., und die aus liche Naturgeschichte des Menschen, 1 9 jeder in circa 15 Doppel⸗Lteferungen; Vollstaͤndige Beschreibung der vierfuͤßigen N. 2 Pande, zusammen in circa 30 Doppyel⸗! rungen;

3) Natuürgeschichte der Voͤgel, 3 Baͤnde, in

45 Oovvel⸗Lieferungen

Um dem Werke schon waͤhrend seines Erschc

seine groͤßere Mannichfaltigkeit zu geben, solltn

drei Abtheilungen gleichzeitig erscheinen, so daß

d⸗ Subscribent abwechselnd eine Lieferung von dere

zweiten und dritten Section erhaͤlt Probehefte liegen in der Stuhrschen Buchh

lung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2, wo man 7

lungen darauf macht. In Ferd. Duͤmmler's Buchhandlung, 4- Nr. 19, ist so eben erschienen und in allen handlungen zu erhalten: Pape (hr. und Oberlehrer), etymologisches terbuch der griechischen Sprache zur Ue sicht der Wortbildung nach den Ends) Lexicons Format; D2r Thlr.

Schauspielhaus⸗Billets, nn b

Buͤreau in Empfang genomm Im Schauspielhause, zum erstenmah

spiel in 5 Aufzuͤgen, von Shakespegn Fuͤr die Buͤhne eingerichtet w llung bleiben die bereits geloͤsten, mit de chauspielhaus⸗Billets guͤltig; auch werze Billets ebenfalls mit Donnens⸗ 2

Im Schauspielhause: Riechaug 1

git seinem Gefolge zu Pferde

1 G . 2 2 2

Verlin, Freitag den 7en Oktober

Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, den Regierungs⸗Asses⸗ or Friedrich Adolph Ernst von Bassewitz zum Regie⸗ ungs⸗Rath zu ernennen.

9Se. Magestaͤt der Koͤnig haben dem Lehrer Leopold Lo⸗ er zu Damerau, Regierungs⸗Bezirk Danzig, so wie dem evan⸗ lischen Kuͤster und Schullehrer. Keup zu Langenhagen, Re⸗ erungs Beziet Stettin, das Allgemeine Ehrenzeichen zu ver⸗ 1 eruht. 6698. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Oekonomie⸗Inspektor Hetzel zu Stuchow, im Regierungs⸗Bezirk Stettin, die Ret⸗ ngs⸗Medaille mit dem Bande zu verleihen geruht.

Se. Hoheit der Prinz Peter von Oldenburg, Kaiserl. ussischer General⸗Lieutenant, ist von Oldenburg hier ange⸗ Im Bezirke der Koͤnigl. Regieruug zu Arnsberg ist der Pfarramts⸗Kandidat Edmund decker aus Essen zum Pfarrer bei der evangelischen Ge⸗ einde zu Bladenhorst ernannt worden.

Angekommen: Der Koͤnigl. Großbritanische außeror⸗ itliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am Koͤnigl. äͤchsischen Hofe, Reginald Forbes, von London. 1

Abgereist: Der Koͤnigl. Bayerische Wirkliche Geheime atth und General⸗Bau⸗Direktor, von Wiebeking, nach duͤnchen.

8 Zeitungs⸗Nachrichten. 8 Ausland. 9

Frankreich. 8

Paris, 30. Sept. Der Koͤnig empfing vorgestern Vor⸗ ittag in Compiègne den Praͤfekten und die Unter⸗Praͤfekten s Departements der Oise, die staͤdtischen Behoͤrden und die dffiziere der National⸗Garde. Letztere wurde hiernaͤchst von Sr. gasestaͤt auf dem Vorhofe des Schlosses gemustert. Um 12 ½ hr begaben der Koͤnig, die Koͤnigin, die Prinzessinnen und die iden juͤngsten Prinzen sich in offenen Wagen nach dem Ma⸗ ver⸗Platze, wo sämmtliche im Lager liegenden Truppen ver⸗ mmelt waren. In der Begleitung IJ. MM. befanden sich r Conseils⸗Praͤsident, die Minister des oͤffentlichen Unterrichts d des Krieges und der Groß⸗Kanzler der Ehren⸗Legion, Mar⸗ hall Gérard. Die Truppen waren, etwa 24,000 Mann stark, zwei Infanterie⸗Divisionen und einer Kavallerie⸗Division auf⸗ stellt. Der Herzog von Orleans, als Ober⸗Befehlshaber, pfing den Koͤnig an der Spitze der ersten Division und der erzog von Nemours an der Spitze der von ihm kommandir⸗ zweiten Kavallerie⸗Brigade. Nachdem der Koͤnig sich gesetzt, ritt er die Linien ent⸗ Koͤnigin und die Prinzessinnen in ihren zagen. Im TCentrum einer jeden Division hielten Se. Maje⸗ t an, um denjenigen Militairs, die fuͤr den Orden der Eh— n-⸗Legion oder zu einer Befoͤrderung vorgeschlagen waren, die en bestimmte Decoration oder das fuͤr sie ausgefertigte Pa⸗

t eigenhäͤndig zu uͤberreichen. Nach beendigter Revue began⸗ i die Manoͤvers, die mit großer Praͤcision und zur vollkom⸗

nsten Zufriedenheit des Koͤnigs ausgefuͤhrt wurden. Unter n fremden Offizieren, die bei diesen Uebungen zugegen waren, merkte man den Fuͤrsten von Schoͤnburg, den Obersten Cara⸗ c, die Majors von Wussow und Kusserow u. A. Die Trup⸗ n formirten sich hiernaͤchst in Divisionen und defilirten unter in lebhaftesten Beifallrufe vor Sr. Mejestaͤt vorbei. Um 5 r waren die Manoͤvers beendigt. Das Wetter war nstiger, als man es nach dem Gewitter der verflossenen acht erwarten durfte. Nach Ihrer Ruͤckkunft im Schlosse isten Ihre Majestaͤten in der Diana⸗Gallerie an einer Tafel

140 Gedecken, zu welcher die vornehmsten Behoͤrden, die emden Offiziere, die Generale und Stabs⸗Offiziere, so wie die⸗

igen Ofsiziere, die befoͤrdert oder dekorirt worden, geladen ren.

Der Fuͤrst von Talleyrand wird in der ersten Haͤlfte des nftigen Monats aus Valengay hier erwartet.

alignani's Messenger entheaͤlt ein Schreiben aus om vom 16ten d., worin die Tages zuvor erfolgte Ankunft des errn Thiers gemeldet wird. Sein erster Besuch war dem derrn Ingres, Direktor der dortigen Seenssschen Maler⸗Aka⸗ mie, gewidmet, in dessen Begleitung Herr Thiers alle großen denkmaͤler Roms in Augenschein zu nehmen Willens ist.

Lord Canterbury (Herr Manners Sutton), der ehemalige bprecher des Englischen Unterhauses, ist kuͤrzlich von einer Ex⸗ ursion in das suͤdliche Frankreich hierher zuruͤckgekehrt.

Der Tod des Barons Fain und die Befoͤrderung des Ge— ral⸗Lieutenants Schramm, des Herrn Moreau und des Herrn deébert, haben die Zusammenberufung der Wahl⸗Collegien zu Nontargis (Dept. des Loiret), Weissenburg (Dept. des Nieder⸗ cheins), Nancy (Dept. der Meurthe) und Pont⸗Audemer Dept. des Eure) resp. auf den 22., 23. und 29. Oktober noͤthig emacht, damit die dadurch erledigten Stellen in der Deputir⸗ n⸗Kammer neu besetzt werden.

Ein gewisser Duͤlac in Clamegy (Nievre), der die dortige ompagnie der Spritzenleute anfuͤhrt, hat von dem Minister es Innern, im Namen des Koͤnigs, eine Ehren⸗Medallle fuͤr ie Beweise des Muthes und der Hingebung erhalten, die er bei ehreren Feuersbruͤnsten mit Verachtung des eigenen Lebens an een Tag gelegt hat.

Der Moniteur meldet den Tod eines gewissen Carassi⸗

g; ihm folgten die

an den Folgen einer Wunde, die er kuͤrzlich waͤhrend der Uebun⸗ gen der National-Garde, bei welcher er als Lieutenant stand, erhalten hatte. Bei dem Tirailliren naͤmlich schoß ihm ein Vol⸗ tigeur aus Versehen seinen Ladestock in den Ruͤcken, so daß derselbe sieben Zoll tief in der Gegend des linken Schulterblattes in den Koͤr⸗ per eindrang. Leider blieb die Spitze des Ladestocks in der Wunde stecken, und da die sofort angestellten Versuche zur Extirpation derselben fruchtlos blieben, so mußte Herr Carassi nach dem gro⸗ ßen Krankenhause gebracht werden, wo er gestern mit Tode ab⸗ gegangen ist. Der Verstorbene war ein sehr geschickter Archi⸗ tekt und erst 25 Jahr alt. ter und eine 60jährige Mutter, deren einzige Stuͤtze er war. Bei dem Generalstabe der National⸗Garde ist daher auch sofort eine Subscription zur Unterstuͤtzung dieser so schwer betroffenen alten Leute eroͤffnet worden. Der Koͤnig hatte schon zwei Tage zuvor, als er von dem Ungluͤcke hoͤrte, dem Herrn Carassi eine Unterstuͤtzung von 500 Fr. zustellen lassen und zugleich befohlen, daß das Bulletin uͤber seinen Gesundheits⸗Zustand ihm taͤglich nach Compiegne gesandt werde. hatte ihm 300 Fr. auf den Unterstuͤtzungs⸗Fonds seines Depar⸗ tements angewiesen. Auch waͤhrend der vorgestrigen Manoͤ⸗ vers in Compieègne sind drei Artilleristen bei der Bedienung ei⸗ nes Geschuͤtzes, und dadurch zugleich eine in der Naͤhe befind⸗ liche Frau verungluͤckt. Dem einen Artilleristen hat der linke Arm, dem zweiten der rechte Arm, dem dritten der linke Vor⸗ derarm und der Frau das linke Bein abgenommen werden muͤssen.

Die Verwaltung des Cirque Olympique hat sich heute mit einem Defizit von 100,000 Fr. fuͤr bankerott erklaͤrt.

Die Nachricht, daß die Expedition nach Constantine nun⸗ mehr definitiv beschlossen sey, wird heute von allen ministeriellen Blaͤttern bestaͤtigt. Der Constitutionnel stellt bei dieser Gelegenheit folgende Betrachtungen an: „Wir kommen auf die Algiersche Frage zuruͤck, weil unter allen denen, welche die Politik darbietet, keine ist, uͤber die das vorige Ministerium sich bestimm⸗ ter ausgesprochen und bei welcher sich der Zwiespalt mit den Freunden des jetzigen Kabinets deutlicher zu erkennen gegeben haͤtte. Unser Gefuͤhl taͤuschte uns nicht, als wir fuͤrchteten, daß die Ernennung des neuen Ministeriums in Algter einen sehr unangenehmen Eindruck hervorbringen wuͤrde. Alle Briefe von dorther melden, daß die durch die Eroͤrterung und das Votum der Kammern hervorgebrachte gute Wirkung zum Theil durch den „Moniteur“ vom 7. September wieder zerstoͤrt worden sey: das Vertrauen ist verschwunden und die Besorgnisse sind lebhafter als je. Welcher Weg wird hinsichtlich unserer Afrikanischen Besitzungen von einer Verwaltung eingeschlagen werden, deren wirklicher Praͤsident sich dem bisher Geschehenen so wenig guͤnstig gezeigt hat? Das hat sich Jedermann in Al⸗ gier gefragt, wie wir unsererseits die Organe des doctrinairen Gedankens darum fragten, und der General⸗Gouverneur der Kolonie, dem mehr als irgend Jemanden daran liegen mußte, zu wissen, was er von den wahren Gesinnungen des Ministe⸗ riums zu halten habe, sandte seinen Adjutanten nach Paris, um die bestimmtesten Erkundigungen in dieser Beziehung einzuzie⸗ hen. Herr von Rancé war, wie man versichert, beauftragt, die motivirke Entlassung des Marschalls einzureichen, fuͤr den Fall, daß irgend eine Veraͤnderung mit den bereits verabredeten Ope⸗ rationen, und namentlich mit der Expedition nach Constantine vorgenommen werden sollte. Es scheint, daß das Resultat die⸗ ses Schrittes entscheidend gewesen ist; denn seit gestern ist das Geruͤcht allgemein verbreitet, daß die Expedition nach Constantine von dem Ministerium beschlossen worden sey, und daß man die schnellsten Maßregeln treffen werde, um dem Marschall die zu jener Expedition noch erforderlichen Truppen zugehen zu lassen. Man erinnert sich indeß, daß in der letzten Session die Freunde des Herrn Gui⸗ zot ihre Angriffe besonders gegen die Expedition nach Constantine rich⸗ teten. Nachdem die Herren Duvergier⸗de⸗Hauranne und Jau⸗ bert die Algiersche Verwaltung mit beispielloser Bitterkeit ge⸗ tadelt hatten, kamen sie zu dem Schluß, daß man augenblicklich dem System des Krieges und der Eroberung, das man bis da⸗ hin befolgt habe, ein Ende machen muͤsse. Auch Herr Guizot selbst sprach sich lebhaft gegen jede fernere Unternehmung in Afrika aus. Jetzt schlaͤgt nun das neue Ministerium in Bezug auf Algier den Weg ein, den das vorige Kabinet in Ueberein⸗ stimmung mit der oͤffentlichen Meinung betreten hatte. Herr Guizot entsagt also seinem sehr bestimmt ausgesprochenen Wi⸗ derwillen und findet jetzt, da er Minister ist, dasselbe System sehr gut und sehr anwendbar, das er klaͤrte, als er nur noch Kandidat fuͤrs Ministerium war!“

Im Journal de Paris liest man: „Die offiziellen Be⸗ richte uͤber die Niederlage des Gomez sind noch nicht in Paris eingetroffen; aber man hat Briefe erhalten, die dieselbe bestaͤti⸗ gen, unter anderen einen von dem General⸗Post⸗Direktor in Madrid, worin alle bereits von uns mitgetheilten Details wie⸗ derholt werden. Ein anderes Schreiben aus Madrid meldet, daß daselbst am 21sten d. in der Artillerie⸗Werkstatt einige Un⸗ ordnungen stattgefunden haben; obgleich dieselben ohne Zweifel von den Feinden der oͤffentlichen Ruhe veranlaßt waren, so nah⸗ men sie doch keinen anderen Charakter als den einer gewoͤhnli⸗ chen Kasernen⸗Rauferei an; die Energie eines Offiziers, der sich mit dem Saͤbel in der Faust den Tumultuanten entgegenstellte, und die Ankunft einiger Truppen reichten hin, um die Ordnung wiederherzustellen. Die Ruhe des uͤbrigen Theiles der Stadt scheint nicht dadurch gefaͤhrdet worden zu seyn.“

An der heutigen Boͤrse herrschten noch immer lebhafte Be⸗ sorgnisse in Bezug auf die bevorstehende Abrechnung; man glaubt, daß mehrere Spekulanten nicht im Stande seyn wer⸗ den, ihre Verpflichtungen zu erfuͤllen. Die Geschaͤfte in Spa⸗ nischen und Portugiesischen Papieren waren heute weit weni⸗ ger lebhaft, als an den vorhergehenden Tagen, weil der groͤßere Theil der Spekulanten ausschließlich mit der Liquidation der Franzoͤsischen Fonds beschaͤftigt war. Indessen scheinen sich die Inhaber der Spanischen Fonds etwas zu beruhigen. Die aktive Schuld hat sich heute mit großer Festigkeit

zwischen 25 ¾ und 26 ½ gehalten. Die Nachrichten aus

8

nien lauteten uͤbrigens ziemlich zufriedenstellend.

Er hinterlaͤßt einen Süjaͤhrigen Va⸗

Auch der Minister des Innern

1 sterben muͤssen. fuͤr hoͤchst verwerflich er⸗

pa⸗

utete ꝛggens Man sagte der Brigadier Alaix habe sich zur Verfolgung des Sens mez in der Richtung von Valencia aufgemacht, und der Gene⸗ ral Rodil habe eine Truppen⸗Abtheilung geschlagen, die Villaͤ⸗ real von seiner Armee detaschirt gehabt habe, um den Generalen de Quilez und Cabrera bei ihrer Bewegung auf Madrid zu Huͤlfe zu kommen.

49 Großbritanien und Irland.

London, 30. Sept. Der Koͤnig hielt vorgestern im St. James⸗Palast ein Kapitel des Ienis hhn St. W und St. Georgs⸗Ordens und bekleidete den zum Statthalter von Malta ernannten General⸗Major Bouverie mit dem Großkreuz 8 . 8

Die Gesundheit der Herzogin von Gloucester hat sich durch ihre Reise in Deutschland sehr gebessert; vn Aan c ahen befand sich seit vielen Jahren nicht so wohl wie jetzt.

Sir Charles Metcalfe hat das Amt eines Gouverneurs der

westlichen Provinzen von Ostindien, der neuerrichteten Praͤsi⸗

dentschaft Agra, angenommen und bereits angetreten. Er ist am 14. Maͤrz durch den General⸗Gouverneur von Indien, Lord Auckland, mit dem ihm vom Koͤnige verliehenen Civil⸗Groß⸗ kreuze des Bath⸗Ordens bekleidet worden. Nach spaͤteren Nach⸗ richten aus Kalkutta bis zum Ende des Monats April, waren ernste Unruhen in Ballywalla, einem Orte in dem Territorium von Dschihed, welches neuerdings durch den Tod des Radschah der Ostindischen Compagnie zugefallen ist, ausgebrochen. Zwei Infanterie⸗Regimenter, eine Compagnie Artillerie und zwei Schwadronen Kavallerie waren unter dem Befehle des Obersten Faithful dahin abgesandt worden. Die Unruhen in Arrakan dauerten fort; die Bergbewohner von Symro hatten sich den Insurgenten angeschlossen und die alte Stadt Arrakan angegrif⸗ fen, bei welcher Gelegenheit viele Bewohner derselben verwun⸗ det oder getöödtet und hundert Haͤuser verbrannt worden waren. Zur Unterdruͤckung des Aufstandes wird fast ein ganzes Regi⸗ ment Infanterie verwendet. 8

Der Russische Admiral Greigh ist in London angekommen, um mit dem großen, fuͤr Se. Majestaͤt den Kaiser von Rußland hier gebauten Dampfschiffe abzugehen. Der Baron von Kruͤde⸗ ner, bisheriger Russischer Gesandter in Washington, ist nach Paris abgereist.

Lord und Lady Stanley sind seit ihrer Ankunft auf ihren Guͤtern in Tipperary fortwaͤhrend mit Handlungen der Wohl⸗ thaͤtigkeit beschaͤftigt. Belohnungen werden denen gegeben, welche die beste Wirthschaft haben, und der Lord hat bei einer Vieh⸗ schau eine bedeutende Summe fuͤr das beste Zuchtvieh ausgesetzt. Die kleinen Paͤchter auf Lord Stanley's Guͤtern in Tipperary gehoͤren zu den gluͤcklichsten in Suͤd-Irland.

Gestern fand eine Versammlung des Londoner Gemeinde Rathes statt, um die Wahl eines neuen Lord⸗Mayors für das nit dem 9. November beginnende Amtsjahr vorzunehmen. Die Majoritaͤt entschied sich zu Gunsten des Alderman Kelly.

Am 18. September befand man sich in London in der Nach⸗ barschaft von Beaumont⸗Square, Mile⸗End⸗Road, in großer Aufregung und Verwirrung, in Folge seltsamer Entdeckungen, die man in dem Hause Nr. 5, Beaumont⸗Square, gemacht hatte. Es scheint, daß die dasselbe bewohnenden Personen Schuͤler St. Simons waren. Es befanden sich mehrere Leute beiderlei Ge⸗ schlechts in dem Hause, deren Vorsteher ein alter Mann, Na mens Partridge war. Dieser Mann war verheirathet, und seine Frau lebte im Hause bei ihm, war aber den Lehren, die sie und ihr Ehemann angenommen hatten, so treu, daß sie sich aller aus⸗ schließlichen ehelichen Rechte begeben und einigen der im Hause wohnenden Weiber gestattet hatte, ihre Stelle einzunehmen. Dies sagte sie selbst und ruͤhmte sich dessen. Eine An⸗ zahl Abbildungen von heidnischen Gottheiten lag im Hause umher, und die Bewohner desselben gestanden, daß sie densel⸗ ben ihre Verehrung bezeugt haͤtten. Waͤhrend der letzten sechs Monate hatte es viel Unruhe im Hause gegeben, indem Maͤn⸗ ner ihre Weiber, Weiber ihre Maͤnner und Aeltern ihre Toͤch⸗ ter dort suchten. Als dieser Tage der Steuer⸗Beamte eintrat, um die ruͤckstaͤndigen Steuern einzutreiben, drohten ihm Par⸗ tridge und seine Leute mit der Rache ihrer Goͤtter und sagten, Jeder, der es wage, Hand an irgend etwas zu legen, werde Auch hob Partridge eines der Kinder empor und sagte, dies sey ein Christus. Der Steuer⸗Beamte und seine Gehuͤlfen gingen aller Drohungen ungeachtet daran, ihre Schuldigkeit zu thun und so viel zu pfaͤnden, als der Betrag ausmachte. Der Poͤbel sammelte sich vor dem Hause (in dem die St. Simonisten und Partridge noch immer sich befinden) den ganzen Tag uͤber und hoͤrte nicht auf, zu zischen und zu hoͤhnen. Der Tumult ward endlich so groß und der Poͤbel schien bei so bedenklicher Laune zu seyn, daß die Polizei abge⸗ sandt wurde, um den Zusammenlauf zu zerstreuen, was auch ohne weiteren Anstand geschah. Den achtbaren Bewohnern der Nach⸗ barschaft ist sehr daran gelegen, die St. Simonisten loszuwerden.

In Folge der Herabsetzung des Zeitungs⸗Stempels sind eine Menge neuer Zeitungen theils angekuͤndigt, theils wirklich schon erschienen. Mehrere Provinzial⸗Blaͤtter, die woͤchentlich nur einmal herauskommen und am 15. Sept. haͤtten ausgegeben werden muͤssen, sind erst am folgenden Tage erschienen, um die⸗ sesmal schon der Herabsetzung des Stempels theilhaftig zu werden. 8.

Zwischen London und Liverpool soll ein Telegraphen⸗Syst dienlich zu Mittheilungen bei Tage und bei Rachr e den. Man wird dazu die großen Eisenbahn⸗Linien benutzen welche jetzt im Entstehen sind, namentlich die Londoner und Bir⸗ minghamer und die große Verbindungs⸗Eisenbahn.

Mrs. Graham hat jetzt durch die Zeitungen ihren Bericht uͤber den ihr zugestoßenen Unfall bekannt machen lassen. Er enthaͤlt keine noch nicht bekannte Umstaͤnde und bestaͤtigt nur daß das schnelle Aussteigen des Herzogs von Braunschweig aus

dem Batteft die Ursache des Ungluͤcks gewesen ist. Mrs. Gra⸗

““ 1“