1836 / 294 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

dazu beitragen wird, die Macht der Parteien im Gleichgewicht

besteht aus den ansaͤssigen Portugiesen, und in den Reihen der

Ausfuhr im letzten Theile des Monats war sehr gering.

selben zu erlassen

hieerbei zuruͤckgehen, habe Ich mit Befremden ersehen, daß Sie

schaͤtzung und Veraͤchtlichkeit in Hinsicht auf Juden gefolgert werden sollte, so kann dabei nur boͤser Wille oder Irrthum zum Grunde

1812 aufgenommen worden ist, fuͤr die allein richtige zu halten,

2

t seines Amtes entsetzt und an seine Stelle der Musselim von

astamboli, Dede Mustafa Aga, ernannt worden. Der Sultan hat verfüͤgt, daß die Beamten der hohen

Pforte an Einem Tage der Woche von ihren Beschaͤftigungen ausruhen sollen, und hat zu diesem Ende den Donnerstag fest⸗ gesetzt. Demnach ist der Montag fuͤr Anhoͤrung der Prozesse im Arz⸗Odassi (Tribunal des Groß⸗Wesirs) und der Dienstag fuͤr die Verhoͤre bei den beiden Kadiaskeren (obersten Landesrich⸗ tern) bestimmt worden.

„Der Statthalter von Erzerum ist vor kurzem auf einem Tuͤrkischen Dampfboote nach Trapezunt abgereist, um sich von dort nach seiner Bestimmung zu begeben.

Am 26sten d. M. ist ein Russischer Kutter in die Bai von Bujukdere eingelaufen.

Die uͤber den Hafen von Konstantinopel fuͤhrende neue Schiffbruͤcke ist beinahe vollendet. Sie soll uͤber eine Million Piaster gekostet haben.

Berichten aus Smyrna vom 28sten d. M. zufolge, hatte die Englische Flotte am 19ten d. M. Vurla verlassen, ohne daß man anzugeben wußte, wohin sie sich wenden wollte; sie wurde jedoch binnen kurzem wieder zuruͤck erwartet.

Die Pestseuche nimmt leider zu; in Adrianopel richtet sie die furchtbarsten Verheerungen an. Seit einiger Zeit wuͤthet sie auch in Brussa.

Nach Briefen, welche die Morning Chronicle aus Konstantinopel vom 21. September erhalten hat, sollten am Tage darauf 3 Kriegs⸗ und § Transportschiffe von dort abge⸗ hen, um dem Tahir⸗Pascha, der die Stadt Mesurate einge⸗ nommen hatte, Verstaͤrkungen zuzufuͤhren. Der Korrespondent desselben Blattes berichtet, daß Herr von Butenieff der Pforte eine Note uͤberreicht habe, in welcher er sich uͤber das dem Se— fer Beg, einem Tscherkessischen Haͤuptlinge, vom Sultan uͤber⸗ reichte Ehrengeschenk beklage, und worin auseinandergesetzt werde, daß das Verfahren des Sultans deshalb als sehr un⸗ zweckmaͤßig erscheine, weil Cirkassien, welches dem Kaiser Niko⸗ laus durch den Traktat von Adrianopel cedirt worden sey, sich jetzt in aufruͤhrerischem Zustande befinde und es daher einer be⸗ freundeten Macht nicht zustehen koͤnne, einen Haͤuptling der Rebellen auszuzeichnen. Die Pforte soll auf diese Note durch ihren Minister erklaͤrt haben, daß sie keine Auskunft uͤber jenes Geschenk geben koͤnne, da dasselbe persoͤnlich vom Sultan aus⸗ feaan en sey, der es dem Tscherkessen wegen seiner großen Kunst⸗ ertigkeit als Bogenschuͤtze habe uͤberreichen lassen.

Bvasilien.

Rio Janeiro, 2. August. (Times) Die Verwirrung in den Geld⸗Angelegenheiten, die Unordnungen in Rio⸗Grande

und allgemeiner Mangel an Vertrauen legen dem freien Gange;

der Geschaͤfte so große Hindernisse in den Weg, daß man sich alle Hoffnung oder Erwartung eines besseren Standes der Dinge auf einige Zeit hin versagen muß. In der That, ehe nicht in diesen Beziehungen einige Besserung eintritt, wird man vergebens einer guͤnstigen Aussicht fuͤr den Einfuhrhandel entgegensehen, und es thut uns leid, sagen zu muͤssen, daß wir nichts wahr⸗ nehmen, was uns berechtigen koͤnnte, auch nur eine entfernte Hoffnung hierfuͤr auszusprechen. Die gesetzgebenden Kammern zeigen gänzliche Gleichguͤltigkeit uͤber die Frage wegen der Lan⸗ des⸗Valuta, und die Nachrichten aus Rio⸗Granda deuten auf nichts Gutes; sie berichten von einem Aufstand in Porto⸗Alegro, der Haupt⸗ stadt der Provinz, zu Gunsten der Central⸗Regierung, die nur

zu halten. Der unterscheidende Charakter dieses Krieges scheint auf den Nationalvsrurtheilen der beiden Klassen der Bevoͤlke⸗ rung, der Brasilier und der Portugiesen, zu beruhen; es ist im Grunde ein Kampf daruͤber, welche von beiden die Provinz be⸗ herrschen soll. Die Partei, welche jetzt die nationale genannt wird,

Opposition oder der Rebellen findet man die im Lande geborenen Soͤhne der Ersteren. Bis die eine oder die andere Partei ein ent⸗ schiedenes Uebergewicht erlangt hat, sehen wir keine Moͤglichkeit zur Herstellung der Ruhe, und wir finden dazu fuͤr jetzt keine Aussicht. Sehr wenig Kaffee ist im vorigen Monat an den Markt gebracht worden. Die Aerndte davon jenseit des Gebirges soll unguͤn⸗ stigen Wetters wegen im Juni zuruͤck seyn, und die diesseitige ist fast gaͤnzlich ausgefuͤhrt worden. In den letzten zwei oder drei Wochen haͤtte keine gute Ladung zusammengebracht werden koͤnnen; in der That war selbst der groͤßere Theil des im vori⸗ gen Monate ausgefuͤhrten Kaffee’'s nicht gut, im Allgemeinen sehr gemischt oder gaͤnzlich aus alter Waare bestehend. Die Als Vorrath in allen Qualitaͤten werden heute 6 8000 Saäͤcke ge⸗ meldet, meistens von geringen Qualitaͤten, und die Preise er⸗ halten sich daher fuͤr die besseren Sorten fest.

Inland.

Berlin, 20. Okt. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben auf eine unterm 22sten v. M. eingereichte unterthaͤnige Bittschrift des hiesigen Kaufmanns und Seidenwaaren⸗Fabrikanten Joel Wolff Meyer (Mit⸗Chef des Handlungshauses Jakob Abraham Meyer et Comp.) die ö Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre an den⸗

eruht:

„Aus Ihrer Fen übe vom 22sten v. M., deren Anlagen den Antrag gemacht, „daß Ich durch ein Wort der Gnade Sie und Ihre Glaubensgenossen vor unverschuldeter Gering⸗ schaͤtzung schuͤtzen und vor unverdienter Verachtung bewahren moͤge““, und Sie haben die Veranlassung zu diesem Gesuch aus einer oͤffentlich bekannt gemachten Verordnung des Justiz⸗ Ministers uͤber die unpassenden Umschreibungen des Namens Jude, und in welcher zugleich an eine fruͤhere und nicht gehoͤ⸗ rig beachtete Verordnung wegen juͤdischer Vornamen erinnert wurde, welche Meiner Ordre vom 19. Juni zum Grunde lag, entnommen. In dieser Ordre habe Ich den Ministerien und Behoͤrden anbefohlen, in ihren Berichten sich, wenn von Ju⸗ den die Rede sey, der modernen, vielfaͤltigen Umschreibungen dieser Bezeichnung zu enthalten, und wenn hieraus Gering⸗

liegen, indem Ich nichts Anderes beabsichtigt habe, als diejenige Be⸗ zeichnung, welche in allen Gesetzen und auch in dem letzteren uͤber die buͤrgerlichen Verhaͤltnisse der Juden vom 11. Marz

mithin auch fuͤr diejenige, deren sich die Ministerien und Behoͤrden zu bedienen haben. Sie werden hieraus Meine Absicht, den gesetzlich bestehenden Zustand der Juden aufrecht zu erhalten, und hieraus also auch entnehmen, daß es gar keines erneuerten Wortes der Gnade und Beruhigung bedarf. Eine vorurtheilsfrei unter⸗ nommene Vergleichung der jetzigen und der fruͤheren Zeiten in

kann en ausschlagen, und treue

Erfuͤllung der Unterthanen⸗ und Buͤrgerpflichten wird, zu wel⸗

cher Religion sich auch die Einzelnen bekennen, von Mir nach

wie vor stets anerkannt werden. Ich verstatte Ihnen, von die⸗

ser Ordre jeden ba ge Gebrauch zu machen. 1 Berlin, den 15. Oktober 1836.

(gez.) Friedrich Wilhelm.

An den Kaufmann und Seidenwaaren⸗Fabrikanten Joel Wolff

Meyer, hier, Spandauerstraße Nr. 63.“

Durch die Allerhoͤchste Fuͤrsorge Sr. Majestaͤt des Koͤnigs ist bei dem Marien⸗Gymnasium zu Posen ein Alumnat fuͤr beduͤrftige junge Leute katholischer Konfes⸗ sion aus der Erzdioͤzes Gnesen⸗Posen, die sich dem geist⸗ lichen Stande widmen wollen, errichtet und am 1. Juni d. J. eroͤffnet worden. Dieses Alumnat, das vorlaͤufig fuͤr 24 Stellen eingerichtet ist, hat seinen Sitz in dem aufgehobenen Bernhar⸗ diner⸗Kloster, und die in dasselbe aufgenommenen Zoͤglinge er⸗ halten freie Wohnung und Bekoͤstigung, Beleuchtung und Hei— zung, waͤhrend sie zugleich unter der Aufsicht des Religionsleh⸗ rers stehen und im Marien⸗Gymnasium unentgeltlichen Unter⸗ richt genießen. Außer diesen Freistellen ist in dem Gebaͤude noch Raum genug vorhanden, um einige junge Leute darin auf⸗ zunehmen, die unter gleichen Bedingungen eine jaͤhrliche Pen⸗ sion von 30 50 Rthlr. zu zahlen im Stande sind. Was das Marien⸗Gymnasium selbst betrifft, so ergiebt sich aus dem Programm, mittelst dessen der Direktor der Anstalt zu der diesjaͤhrigen oͤffentlichen Herbstpruͤfung einladet, daß im verflossenen Schuljahre 13 Lehrer (mit Ausschluß des evangelischen Religionslehrers) in 6 Klassen unterrichtet haben. Die Gesammtzahl der Zoͤglinge betrug zu Anfange des Schul⸗ jahres 1835 bis 1836 401, und am Schlusse desselben 346; also verließen die Anstalt (mit Einschluß von 4 Gestorbenen) 55 Schuͤler, von denen 7 mit dem Zeugnisse der Reife zur Universitaͤt entlassen wurden. Ueber 90 Schuͤler genossen die Wohlthat der Schulgeldsbefreiung. Mit näͤchstem Fruͤhjahr soll, sowohl fuͤr die Schuͤler des Marien⸗, als des Friedrich⸗ Wilhelms⸗Gymnasiums, der oͤffentliche Unterricht in Leibesuͤbun⸗ gen beginnen. Fuͤr das Schuljahr 1836 bis 1837 wird das Marien⸗Gymnasium 8 Klassen enthalten, indem die Quarta in eine Ober⸗ und eine Unterquarta getheilt und uͤberdies eine Vorbereitungsklasse, wie sie bereits am Friedrich⸗Wilhelms⸗Gym⸗ nasium seit zwei Jahren besteht, eingerichtet ist. Die dadurch noͤthig gewordene Vermehrung der Lehrkraͤfte ist durch die An⸗ stellung zweier neuer Lehrer beschafft worden.

Am 15ten d. M., als am Geburtstage Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen, fand zu Breslau die feierliche Ein⸗ weihung der dort neuerrichteten hoͤhern Buͤrgerschule, der er— sten Anstalt dieser Art in Schlesien, statt. Den Einladungen war eine viel zahlreichere Menge Theilnehmender gesolgt, als deren in dem sonst geraͤumigen schoͤnen Saale des neuen Ge⸗ baͤudes Platz finden konnten. Die Pforte des Hauses, Flur und Treppen waren mit den mannigfachsten Blumen und Zier⸗ pflanzen geschmuͤckt. Unter Musik fuͤhrte der Oberbuͤrgermeister Menzel mit den Kuratoren der Anstalt und einer Deputation des Magistrats, die saͤmmtlichen Lehrer der neuen Schule in den Saal und nahm, nach einer auf die Feier bezuͤglichen Rede, den Rektor und Prorektor der Anstalt, unter Aushaͤndigung ihrer Bestallungen, in Eid und Pflicht. Eine Rede des neuen Rek⸗ tors (Dr. Kletke) und ein von einem Saͤngerchor vorgetragener Choral beschlossen die festliche Handlung. „Welchem dringen⸗ den Beduͤrfniß,“ so berichtet man von dort, „durch die Grün⸗ dung dieser neuen Schul⸗Anstalt abgeholfen worden, beweist hin⸗

teren Klassen schon jetzt 216 Schuͤler eingeschrieben sind.“ In die drei H und auf der Rhede be; Leba sind im verflossenen Monate 26 Schiffe und 30 Boͤte angekommen und es gingen von da 27 Schiffe und 25 Boͤte in See. Die hauptsaͤchlichsten Gegen⸗ stände der Einfuhr vom Auslande bestanden in Haͤring, Bruch⸗

Petersburg. Nach dem Auslande wurden 410 Klafter Brenn⸗ holz, 88 Schock Stab⸗ und Klappholz, 181 Ctr. Leinwand, 915 Scheffel Roggen und Gerste und 150 Scheffel Malz verschifft. Der Werth der gesammten ein⸗ und ausgeschifften Waaren be⸗ trug vom Auslande 4180 Rthlr., nach dem Auslande 10,216 Rthlr., vom Inlande 36,799 Rthlr. und nach inlaͤndischen Ha⸗ fenplaͤtzen 48,473 Rthlr., zusammen 99,668 Rthlr.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

„Das neueste Drama vom Verfasser von Lüge und Wahrheit (die Prinzessin Amalie von Sachsen fährt fort, unter dieser pseudenv⸗

obgleich ihre Autorschaft notorisch ist) hat gleiche Ansprüche auf eine Stelle in diesen Blättern, wie ihre früheren. Es führt den Titel: das Fräulein vom Lande; doch wollen wir uns weder auf die Er⸗ zählung seines Inhalts, noch auf eine kritische Auseinandersetzung seiner einzelnen Bestandtheile und ihre Verbindung zum Ganzen ein⸗ lassen, sondern nur überhaupt die Erscheinung emer solchen Reihe von Lustspielen (seit drittehalb Jahren ist das in Rede stehende das achte) in der gegenwärtigen Periode der Bühne und des Geschmacks des Publikums betrachten, und auch diese Betrachtung kann nach Beschaffenheit dieser Blätter nicht in die Tiefe des Gehalts einzu⸗ dringen versuchen, sondern soll nur zu einem gewissen leichten Ueber⸗ blick führen. Wenn man im Allgemeinen nicht ohne Grund behaup⸗ ten darf, daß alle diese Stücke von einer gewissen Originalität zeu⸗ gen, so bleibt doch immer die Frage übrig, in welchem Lichte sich das Originelle offenbart. So weit unn Refer. sich des Gegenstandes zu bemächtigen fähig gewesen ist, scheint ihm unzweifelhaft, daß die hohe Verfasserin ihr angebornes Talent mehr durch Studium guter Master, als durch theoretische Forschungen ausgebildet hat, und hierbei zeigt sich die Intelligenz ihres feinen Blicks, allerdings begünstigt durch ihre hohe Stellung, eben so klar als das Talent selbst, ohne welches freilich ihr Studium und ihre Intelligenz keine Früchte ge⸗ tragen habey würden. Aber eben darum möchte vielleicht die Origi⸗ nalität bestritten werden; nicht zu gedeuken, daß gewisse Theaterfreunde immer flink bei der Hand sind, wenn es gilt, Reminiscenzen von Stel⸗ len und Sitnationen als Beweise einer steifen Nachahmung anzufüh⸗ ren; so ist leider auch ein solches Bemühen oft nur das Geschäft vieler gelehrten Kunstrichter: sie kleben am Einzelnen und korrigiren Wort und Silbe mit rother Tinte. Ein Studium guter Muster, wie Refer. es im Auge hat, indem er seine obige Meinung über die dramatischen Arbeiten der Verfasserin ausspricht, ist auf das geistige Element in seinem ganzen Vermögen, in seinem Gelingen und Miß⸗ lingen gerichtet; sie hat, wenn man will, Stücke Iffland's und Kotze⸗ bue's gelesen und ihre Stoffe einer dramatischen Behandlung werth gefunden; aber sie hat, wie selbst Leibnitz von sich bekannte, auch aus schlechten Büchern etwas gelerut und ihre Fehler vermieden. In jedem Fall thut auch unsers Erachtens jeder Dichter, wenn er nicht, wie das Genie Shakespeare's, gleichsam die ganze Welt im Busen trägt und mit seinem Werk auch gesetzgeberisch zugleich die Regel augiebt, immer das Bessere, wenn er sich nach Mustern und nicht nach Theorieen bildet. Vollends in unserer Zeit, die, wie ein erleuchteter Kenner alter und neuer Kunst, Friedrich August Wolff, sagt, so über⸗

Bezug auf die Verhaͤltnisse der Juden im Preußischen Staate

reich an tiefgedachten Kunstlehren ist, daß wir darüber in Gefahr

laͤnglich der Umstand, daß fuͤr die vorlaͤufig errichteten vier un-

aͤfen des Regierungs⸗Bezirks Coͤslin

steinen, Kaffee, Kreide und 1280 Ctr. Schmelzeisen von St.

men Bezeichnung ihre dramatischen Werke der Bühne zu übergeben,

1“ 8 2„ 4 9 sind, fast von aller Kunst leer z Hat man doch selbst unserm Schiller behauptet, daß er unser Shakespeare geworden würde, wenn er sich nie an spekulative Philosophie gewagt hättr, dies hat nicht etwa ein vorlauter Journalist der neuern Zei tet, sondern der tüchtige, gebildete Heinrich von Collin. Ref sei seits ist indeß über diese Abschweifung des Schillerschen poerfst

hätten vielleicht ein zweites Exemplar der „Räuber“ und dergleit mehr, aber keinen „Wallenstein“, keine „Maria Stuart“ iic „Jungfrau von Orleans“ und keinen „Wilhelm Tell“. Genu 1 geistreiche Verfasserin des vorliegenden Lustspiels und so vieler, heren ist bescheiden genug gewesen, auf den Ruhm der Erfins ganz neuer Stoffe Verzicht zu leisten, aber reich geung, die bekannu ja die gangbarsten, neu und besser zu ordnen und mit einem 9 zu belehen, dem man zutrauen darf, daß er auch hätte erfinden nen. Wenn Rrf. in diesem Betracht auch nur auf Einzelnes hen will, wie einleuchtend ist in Vergleichung mit den Iselandin Familien⸗Gemälden die Vermeidung seiner grellen Ausmalun⸗ s nackten Wirklichkeit, der peinlichen Schilderung ihrer armsecliga an stände und des gemeinen Strebens auf Mitleid derjenigen Zustzül die sich etwa in ähnlicher Lage befinden; und in Vergleichune Kotzebue diese Decenz des Ausdrucks, diese reine und doch lebenvolleat stellung der wirklichen Verhältnisse des Lebeus, ohne, wie er, allen! Schwächen, kränklichen Gefühlen und Leidenschaften zu schmeite das Lob der verlornen, reuig wiederkehrenden Sohne und der 8 gefallener weiblicher Tugend mit verführerischen Farben auszuma Aber diese Erhebung des materiellen Stoffes ist es nicht allein unsere Verfasserin von jenen ehemaligen beiden Koryphäen der P unterscheidet, sondern eben so auch ihre formelle Behandlunei Stoffes; ihre Personen sprechen, wie sie nach der Anlage ihres rakters und in ihrer Situation sprechen müssen; in den Kozet schen Stücken sprechen alle zwar nicht ohne Geist, aber alen vor dem Babvlonischen Thurmban, alle reden mit einer Zunge 1 in einer Weise, wir hören nur immer den eitlen Dichter. Geone deter möchte übrigens vielleicht der Vorwurf scheinen, daß die men der fürstlichen Frau nicht dasjenige verschmähen, was man 1 fekt und Theater⸗-Conps nennt. Darauf erwidern wir Zurän daß, da denn doch dramatische Werke, und vor Allem Lustspieten die lebendige Darstellung bestimmt sind, man doch wird ugedera sen, daß sie Effekt machen sollen, Effekt auf eine Vebfnmn von mehr als tausend Menschen, die gewiß nicht da sind, ir nüchtern zu langweilen, sondern sich in eine nicht gewöhnlict 1 müthsbewegung versetzen zu lassen. Diese Anklage des Effekts n meistens von denen erhoben, die nicht fähig sind, Effekt zu * Uebrigens versteht es sich von selbst, daß ein Unterschied zu nten zwischen dem gerechten Streben nach Wirkung und der Efs.

on eben derselben Beschaffenheit ist aber auch der Vormss Theater⸗Coups. Wenn ein Theater⸗Coup nichts Anderes ist interessanter, überraschender Moment, der keinen Widerfpruch mei ohne Zwang herbeigeführt ist und in Handlung dargestellt vine sind allerdings die Lustspiele unserer Prinzessim nicht frei davon 2 sie würden keine gute Lustspiele seyn, wenn sie es wären, oder n müßte denn bebaupten wollen, daß etn Lustspiel zum Lesen und na zur lebendigen Darstellung bestimmt sey. 1 2

DZ111616“ Den 20. Oktober 1836.

Amtlicher Fonds- ind meldü- Cours- Zeotte«

A Pr. Cour.

8—Brief. [(eld. St.-Schuld-Sch. 4 101 1 2 101 Ostpr. Pfandbr. Pr. Engl. 0bl. 30. 4 29 ½¼½ vpomm. do. PrämSch. d. Seceh— 62 ¼ 61 Kur- u. Neum. do. Kurm. Obl. m.. c. 4 101 1007 s81¶ do. do. do. Nm. Int. Sch. 40 4 1018 Schlesische do. Berl. Stadt-Oul. 4 102 ½ 102 niekst. C. und Z. Königsb. do. 8 Sch. d. K. u. N. Elbinger do. 4 ½ Gold al marco. Danz. do. W“ Neue Duk. Westpr. Pfaudbr. 4 Friedrichsd'or. Grossh Pos. do4 103 Disconto.

WMechsel-Coutrns.

250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LSt. 3¹0)%) Fr. 150 Fl. 2 Mt. 150 Fl. 2 Mt. 100 Thl. 2 Mt. 100 Thl. 8 Tage. 150 Fl. 2 Mt. 100 Rbl. 3 Woch.

E86

Br. Cour. Brief. 102 ¾ 102 —1„½ 100 %

105

86

215 ⁄½ 18 ½ 5⸗ 135112 I2 4 12

43 102 —1 ½

Ahl,

Pr. Cour. Briet. Celi 147% 140 110, I5-s, 2 Mt. S- 149% 3 Mt. 6 A

Amsterdam do. Hamburg do. London

Kurz 2 Mt. Kurz

Wien in 20 Xr. Augsburg

Breslau

Leipzig

Fraukfurt a. M. WZ. Petersburg

Auswärtige Börsen. 8 Amsterdam, 15. Oktober. 3 Niedert. wirkl. Schuld 52 11 ⁄. 5 % do. 100 ½¼. 21 . 5 % Span. 22. Passive 7. Ausg. Sch. —. Zans! FPoln. —. Oesterr. Met. 98 ½¼. Antwerpen, 14. Oktober. Ausg. Sch. 2 ¾. Zinsl. 9 . Neue Aul. Frankfurt a. M., 17. Oktober. Oesterr. 5 % Met. 1021 3. 102. 4 % 98 ¾. S7 6. 1 % 25. Br. Bank-Actien 1596. 1594. Partial-Obl. 189- L,ose 29 500 hal. 112 ¼. 112 ½. Loose zu 100 Fl. 218. G. Uems Prüm.-⸗Sch. 61 1. do. 4 % Anl. 993 a. Poln. Loose . 5 % Span. Aul. 19 ¾. 19 ½. 2 ½ % HHoll. 5171 6. 51 ⅓. tHlamburg, 18. Oktober. 8 Bank-Actien 1303. 1301. Engl. Russ. 104. Neue Anl. 21. b Paris, 14. Oktober. 15. 3 % do. 77. 80. 5 % Neap. 97. 10. 90 Passive 6. Ausg. Sch. —. Neue Ausx. 8e-

Kanz.] 9. Prex

Präm.-Sch. —.

Passive —. 22116

22 75*9

98³ MII

5 % Port. N. de.

3 % 81/a. 5 % Rente 105. Span. Kente 20 ⅞. —. 3 % Portug. —. 8 Wien, 15. Oktober.

457 2 8 —932 2 % Met. 1027⁄. 4 % 100 %22. 3 % 722⁄. —. Bank-Actien 1349 . Neue Aul. 570.

Koͤnigliche Schauspiele. 8 Freitag, 21. Okt. Im Schauspielhause: Tasso's deh Trauerspiel in 5 Abth., von E. Raupach.

Sonnabend, 22. Okt. Im Schauspielhause: Die Eum des Augenblicks, Lustspiel in 3 Abth, von E. Devrient. Hicg vif Die Liebe im Eckhause, Lustspiel in 2 Abth., von

osmar.

3 - 2 ½ % —. WH

6 Koͤnigstaͤdtisches Theater. Freitag, 21. Okt. Zum erstenmale wiederholt: Dienstpflcht Schauspiel in 5 Akten, von Iffland.

Sonnabend, 22. Okt. Auf Begehren: Der Barbier bvel Sevilla. Komische Oper in 2 Akten. Musik von Nossigh

+2.

(Herr Koͤhler, vom K. K. HofOpern⸗Theater zu Wien: En Almaviva, als letzte Gastrolle. Herr Hoͤlzel: Figaro.) ( e Akt wird Mad. Pohl⸗Beisteiner Variationen von Rohe ingen. 1

Redacteur Ed. Cottel.

Gedruckt bei A. W⸗ Hahn.

Zeit behan

Genies in das philosophische Gebiet keinesweges unzufrieden:“

¹Gelt-

Amtliche Nachrichten

FMvonik du

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben in gnaͤdiger Anerkennung, die Graͤfin Viereck, erste Hof⸗ und Staats⸗Dame der chstseligen Koͤnigin M jestät, vor funfzig Jahren als Hof⸗ ine bei der damaligen Prinzeisin Friederike von Preußen, nach⸗ nigen Herzogin von York Koͤnigl. Hoheit, angestellt worden nd fͤr ihre seitdem bewiesene treue Anhaͤnglichkeit, derselben s Praͤdikat Excellenz zu verleihen geruht.

Ihre Koͤnigl. Hoheiten der Kronprinz und die Kron⸗ ssin sind von Dresden hier eingetroffen.

rinze Pekannemachung. Der Schluß der diesjaͤhrigen Dampfschifffahrt zwischen refsvald und Ystadt tritt mit dem 3. November ein, an wel⸗ im Tage das letzte Dampsschiff von Greifswald nach Ystkadt efertigt werden wird. Hiervon wird das Publikum in Kennt⸗ Peclin, den 20. Oktober 1836. General⸗Post⸗Amt.

2

11111424“

Freankteich.

Par 15. Okt. Der Oesterreichische Botschafter, Graf on Appony, uͤberreichte gestern dem Koͤnige in einer Privat⸗ udienz das Not ficattons⸗Schreiben seines Souverains wegen r Geburt einer Prinzessin, Tochter des Erzherzogs Joseph.

Der Herzog von Orleans ist gestern fruͤh um 9 Uhr nach Hruͤssel sebeist⸗ wo er bis zum 20sten d. verweilen wird.

Der Moniteur publizirt heute eine vergleichende Ueber⸗ t des Ertrages der indirekten Steuern in den ersten 9 Mo⸗ ten d. J. mit demjenigen der Jahre 1834 und 1835. Es er⸗ ebt sich, im Vergleich zu dem Jahre 1834 eine Mehr⸗ innahme von 33,180,000 Fr., und im Vergleich mit dem Jahre 835 eine Mehr⸗Einnahme von 23,3 15,000 Fr.

Der General Lemarrois, einer der Adjutanten Napoleon's, gestern in einem Alter von 60 Jahren mit Tode abgegangen.

Man versichert heute fuͤr ganz gewiß, daß der Befehl nach am abgegangen sey, die vormaligen Minister Karl's X. in meh⸗ re Krankenhaͤuser zu vertheilen.

Briefe aus Lisieux enthalten die sehr unwahrscheinliche achricht, daß der republikanische Kandidat, Herr Voyer d Ar⸗ nson, große Aussicht habe, bei der bevorstehenden Wahl uͤber errn Guizot zu siegen.

Das 1g de Paris enthaͤlt folgenden Artikel: Einigen Journalen, die dem neuen Kabenette vorgeworfen ha⸗ n, daß es die Zusammenberusung der Kammern absichtlich ver⸗ hiebe, erwidert das Ministerium, daß die Eroͤffnung der par⸗ mentarischen Sessionen schon seit so langer Zeit auf die letzten age des Dezembers anstehe, daß dieser Zeitpunkt gewissermaßen aditionell geworden und daß der Gedanke, einen anderen zu aͤhlen, der Regierung nicht einmal eingefallen sey. Die obige Pehauptung ist schon faktisch ein großer Irrthum, wie wir es urch die Data beweisen wollen. Die Session von 1831, um icht in eine zu entferate Vergangenheit zuruͤckzugehen, ward am 5. April 1832 geschlossen. Am 29. November desselben Jah⸗ s, und also nicht in den letzten Tagen des Dezembers, ward ie Session von 1832 eröffnet und dauerte bes zum 25. April 833. Am folgenden Tage, den 26 April 1833, und also nicht

den letzten Tagen des Dezembers, wurde eine andere Ses⸗ on eroͤffnet, die bis zum 27. Juni 1833 dauerte. Die folgende Session wurde in der That am 24. Dezember eroͤffnet und auerte bis zum 25. Mai 1834. Zwei Monate darauf, am 1. Aug. 1834, und also wieder nicht in den letzten Tagen des De⸗ mbers, ward ene neue Session eroͤffnet und nach Ver⸗ auf von 14 Tagen bis zum Schlusse des Jahres proro⸗ hirt. Aus diesen Daten geht hinlanglich hervor, daß man ür die Eroͤffnung der parlamentarischen Sessionen keinen

eitu E

dern, so wie sich jeder Einfuhr von Waffen fuͤr Miguelistische Guerillas zu widersetzen. h daß man demselben Zweck ein Franzoͤsisches Schiff im Mittellaͤndischen Meere kreuzen lassen werde.“

Sierra Morena zuruͤck; er ist im Gegentheil

5 Tagesmaͤrsche zuruͤck und der General⸗Capitain von Andalu⸗

nigen so leicht in Cordova, einer Stadt von 55,000 Seelen,

Es ist wahrscheinlich, daß man zu

Das ministerielle Abendblatt enthaͤlt die (bereits ge⸗ stern von uns mitgetheilte) telegraphische Depesche, worin das Einruͤcken des Generat Gomez in Cordova angezeigt wird und fuͤgt dann hinzu: „Unsere Privat⸗Korrespondenz aus Spanien bringt uns Nichrichten aus Madrid vom 8ten d. M. Abends. Gomez marschirte, nach einem kurzen Aufenthalt in Cordova, auf Sevilla. Sanz ist am 2ten d. M. in Oviedo eingeruͤckt; die Portugiesischen Truppen, die in Eile zum Beistande der Stadt abgesandt worden waren, sind zu spaͤt gekommen.“ Das Journal des Doébats bemerkt uͤber die obige Mitthei⸗ lung: „Die heutigen Nachrichten sind, wie man sieht, sehr verschieden von den gestrigen. Gomez geht nicht mehr uͤber die

in Cordova einge⸗ ruͤckt und marschirt schon auf Sevilla. Wir glaubten ihn aufs aͤußerste verfolgt und durch 5 bis 6 Corps von allen Sei⸗ ten umzingelt, während nun der Brigadier Alaix noch

sien, Espinosa, noch damit beschaͤftigt ist, Truppen in der Um⸗ gegend von Carmona zu sammeln. Wenn Gomez und die Sei⸗

einruͤcken und seinen Weg in das Herz von Andalusien mit ei⸗ nigen Tausend Mann fortsetzen konnte, so muß die Apathie, wo nicht gar die Unterstuͤtzung der Einwohnerschaft, ihm zu Huͤlfe kommen, und dies ist, nach Allem, was man uns uͤber den pa⸗ triotischen Aufschwung der Andalusier gesagt hatte, ein sehr trau⸗ riges Zeichen. unerwarteten Erfolge, die die Expedition des General Gomez bis heute dargeboten hat, jede Art von Gelingen bei ihm wahr—

feln, daß sich ihm die Thore von Sevilla eben so leicht oͤffnen werden, wie die von Cordova, und im schlimmsten Falle sind wir auch uͤberzeugt, daß er sich daseibst nicht würde halten koͤnnen. Man glaubt, daß die fernerweitige Be⸗ stimmung seiner Expedition die Provinz Algarbien in Poriusal sey. In dieser Hypothese wuͤrde Gomez die Gebirge westlich von Sevilla zu gewinnen suchen, um uͤber die Guadiana zu ge⸗ hen, welcher Fluß die Graͤnze zwischen Portugal und Spanien bildet. Diese Version ist um so wahrscheinlicher, als ein Por⸗ tugiesischer General und mehrere Portugiesische Offiziere mit Gomez marschiren und als man, nach den letzten Lissaboner Zeitungen, einen Miguelistischen Aufstand in Algarbien befuͤrch⸗ tete. Das Einruͤcken des Don Pablo Sanz in Oviedo ist eine Verlegenheit mehr fuͤr Spanien, indem durch diese Expedition Castilien bedroht wird. Mora, der Ort, wo sich, der telegraphi⸗ schen Depesche zufolge, Rodil befindet, liegt sechs Stunden suͤd⸗ lich von Toledo, zwischen dieser Stadt und Consuegra, auf der Straße nach Ciudad⸗Real. Diese Stellung ist gleich weit von Andalusien, wie von den Graͤnzen von Valenzia entfernt. Man sagt nicht, welchen Feinden Rodil die Spitze bieten will, indem er sich auf diesen Punkt begeben hat. Dies sind die heutigen Nachrichten. Wir publiziren sie, wie immer, so, wie wir sie vorfinden, und die Noten, mit denen wir sie begleiten, haben nur den Zweck, den Sinn derselben nach der materiellen Bezeichnung der Orte und der Daten zu erklaͤren.“ Der Moniteur befindet sich nun seinerseits heute im offenen Widerspruch mit dem ministeriellen Abendblatte; denn statt der Nachricht von dem Einruͤcken des Don Pablo Sanz in Oviedo, giebt derselbe die nachstehende telegraphische Depesche aus Bayonne vom 14. Okt.: „Sanz hat Oviedo am Aten d. angegriffen, aber er hat einigen Widerstand erfah⸗ ren und darauf die Richtung nach Elgrado eingeschlagen. Gomez hat eine ruͤckgängige Bewegung gemacht und ist in Baena eingeruͤckt, wo erein Scharmuͤtzel mit Escalante gehabt haben muß. Alaiy verfolgte Gomez am 6.... (hier wird die telegraphische Depesche durch die eintretende Dunkelheit unterbrochen.)“ Ob Gomez auf Sevilla marschirt, oder ob er eine ruͤckgängige Bewegung ge⸗ macht habe, ob Sanz in Oviedo eingeruͤckt sey, oder ob die Gar⸗ nison seinen Angriff zuruͤckgeschlagen habe, ob der „Moniteur“ oder ob die „Charte de 1830“ besser unterrichtet gewesen, muß nach den obigen Mittheilungen fuͤr jetzt dahingestellt bleiben. Die legitimistischen Blaͤtter, die uͤbrigens die Einnahme von Oviedo schon vor einigen Tagen angezeigt hatten, machen sich, und wohl nicht ganz mit Unrecht, uͤber das System lustig, wel⸗

estimmten Zeitpunkt angenommen hat, sondern daß die Zeit der röͤffnung immer von den jedesmaligen Umstaͤnden abhaͤngig

ewesen ist. Ist es nun aber wahr, wenn man behauptet,

daß

egenwaͤrtig kein Umstand obwalte, der eine baldige Zusammen⸗ herufung der Kammern wuͤnschenswerth oder nothwendig mache? . 4 die ganz der entgegen⸗ esetzten Meinung sind. Sie machen bemerklich, daß ein Minister⸗

Wir kennen sehr viele verstandige Leute,

Wechse! in der Zert zwischen beiden Sessionen eine in den porlamen⸗ arischen Annalen hoͤchst seltene Thatsache sey, die nicht schnell genug geregelt werden koͤnne. S die auswaͤrtigen Angelegenheiten, aus denen jene Thatsache her⸗

vorgegangen, von großer Wichtigkeit waͤren und daß es sehr

aütz!ich seyn koͤnne, die Einsichten dee Kabinets mit den Ein⸗ ichten der pariamentarischen Majorität zu verbinden. Wenn das Ministerium sich aber darauf beruft, daß die Kammern je⸗ denfalls noch in diesem Jahre zusammen berusen wuͤrden, so escheint dies als eine sehr uͤber uͤssige Versicherung, denn der harte zufolge, darf jene Zusammenberufung nicht bis auf das küͤnftige Jahr verschoben werden.“

Ein hiesiges Blatt enthaͤlt Folgendes: „Es sollen dem Admiral Hugon fuͤr seine Station an der Portugiesischen Kuͤste die nachstehenden Instructionen ertheilt worden seyn: 1) Sich bei allen Gelegenheiten mit dem Englischen Admiral zu verstaͤn⸗ 2) sich seiner ganzen Macht zu bedienen, um die Fran⸗ Füüschen Interessen in Portugal zu schuͤtzen und die Sicherheit bhigenlg gschen Unterthanen in Portugal zu verbuͤrgen; 3) no⸗ 86 fa ewalt anzuwenden, um Komplotte zu unterdruͤcken

besonders um die Landung des Dom Miguel zu verhin⸗

Sie machen außerdem bemerklich, daßs

ches die Regierung bei der Bekanntmachung ihrer Nachrichten aus Spanien befolgt. 1t Heute Nachmittag hat die Regierung noch eine neuere te⸗ legraphische Depesche erhalten, worin ihr die gluͤckliche Ankunst des Herrn von Latour⸗Maubourg in Saragossa angezeigt wird. Ueber die Bewegungen des Brigadiers Alaix enthaͤlt die Depe⸗ sche nichts Neues.

Aus Bayonne schreibt man vom 1lten d.: „Es scheint, daß die Karlisten Verstaͤrkungen aus dem Innern erhalten ha⸗ ben, und eine starke Kanonade, die man gestern in der Richtung von San Sebastian hoͤrte, laͤßt glauben, daß sie neuerdings die Linie der Christinos angegriffen haben. Es ist hier das Ge— ruͤcht verbreitet, daß der General Sanz am sten d. den Gene⸗ ral Espartero drei Stunden von Burgos geschlagen habe.“ (Wenn der General Sanz am sten d. noch bei Vurgos eine Schlacht geliefert hat, so kann er unmoͤglich am 2ten sch on in Hviedo eingeruͤckt seyn, da diese beiden Städte in gerader Rich⸗ tung etwa 20 bis 25 Meilen von einander entfernt liegen.

Don Carlos hat seit dem 6ten sein Hauptquartier in Du⸗ rango aufgeschlagen, und Alles laͤßt vermuthen, daß er daselbst laͤngere Zeit verweilen werde. Das Hauptquartier Villareal's ist in Salinas. 8

Im Messager liest man: „Der General Cordova, der sich bekanntlich seit einiger Zeit in Paris befindet, hat, wie man versichert, viel dazu beigetragen, den Herrn Ardoin zu verau⸗ lassen, Herrn Duron bei der Mission, die ihm Herr Mendizabal

ken in den Operationen der Inhaber Spanischer Fonds.

Obgleich die seltsamen Entwickelungen und die

scheinlich macht, so wollen wir doch gern noch daran zwei⸗

Spanischen Angelegenheiten zu befassen und es bedurfte der

ganzen Ueberredungs⸗Kraft des General Cordova, der sich dem Herrn

Mendizabal genaͤhert hat, um ihn dazu zu bestimmen.“ An der heutigen Boͤrse bemerkte man ein großes scheint jetzt vollkommen erwiesen, daß die Zinsen am 1. Novem⸗ ber nicht werden gezahlt werden. Aber man sagt, daß die Agen⸗ ten der Spanischen Regierung Buͤrgschaft fuͤr die Zahlung jener Zinsen am 1. Januar oder am 1J. Februar des kuͤnftigen Jah⸗ res stellen wuͤrden. Wenn man einem solchen Versprechen Glau⸗ ben schenkte, so wuͤrden die Spanischen Papiere unbedenklich stei⸗ gen; aber man scheint alles Vertrauen zu den Huͤlfsquellen der Spanischen Regierung verloren zu haben. Die aktive Schuld schloß zu 22 ¼.

Großbritanien und Irland. London, 15. Okt. Im Palaste zu Kew werden große Ver⸗ besserungen vorgenommen, dem Vernehmen nach wegen der be⸗ vorstehenden Ankunft Sr. Koͤniglichen Hoheit des Herzogs von Lumberland.

Ihre Koͤnigliche Hoheit die Prinzessin Sophie wird sich in einigen Tagen auf einem Auge der Staar⸗Operation unter⸗ iehen.

b Sir H. Seymour, Britischer Gesandter in Belgien, der dieser Tage von Bruͤssel hier angekommen ist, hatte gestern eine Unterredung mit Lord Palmerston.

Lord Cloncurry hat es versucht, einen zwischen Herrn O'Connell und Herrn Sharman Crawford ausgebrochenen Zwist zu vermitteln. In einem Schreiben, welches er an den Letzteren ge⸗ richtet, bemuͤht er sich, die Nothwendigkeit darzuthun, daß alle Irlaͤndischen Reformer eng zusammenhalten und bei ihren ge⸗ meinsamen Bestrebungen, Gerechtigkeit fuͤr Irland zu erlangen, kleinere Differenzen uͤbersehen muͤßten. Er behauptet, die ein⸗ zige gute und nuͤtzliche Maßregel, welche Irland in den letzten sechs Jahren gewaͤhrt worden, sey die Unterrichts⸗Kommission, und diese habe man allein Herrn O'(Connell zu verdanken. Se Herrlichkeit mißbilligt die vorgeschlagenen Bills hinsichtlich der Zehn⸗ ten und der Munizipal⸗Reform als ungenuͤgend und fuͤhrt mehrere Maßregeln an, deren Irland, seiner Ansicht nach, noch beduͤrfe, unter anderen eine Veraͤnderung in dem ganzen Magistratswesen und eine fernere Reform der Polizei; diese Maßregeln aber, mein

Lord Cloncurry, koͤnnten ohne eine Reform der Pairie nicht be⸗ werkstelligt werden. In dieser Hinsicht bemerkt er: „Warum dringt man nicht auf eine Kreirung und fuͤgt fuͤr diesmal, um die Wuͤrde des Oberhauses so wenig als moͤglich zu schmaͤlern, demselben so viele lebenslängliche Pairs hinzu, als noͤthig seyn moͤchten, um jene von Seiner Majestaͤt empfohlenen oder vom Volke gewuüͤnschten nothwendigen Maßregeln, worunter mir die geheime Abstimmung eine der wichtigsten scheint, durchzusetzen?“ Die Times findet die beste Charakteristik dieses Schreibens in seinem eigenen Schluß, wo Lord Cloncurry sagt: „Ich muß nun diesen zu taͤdioͤsen Brief schließen, der vielleicht fuͤr einen Pair und Geheimen Rath nicht ganz geziemend erscheinen duͤrfte.“

Dr. Carpue machte am Donnerstag Abend dem literarischen Institut in Leicester⸗Square eine interessante Mittheilung uͤber einen Plan zur Errichtung einer Statue Shakespeare's, die je⸗ des Standbild, das jemals einem beruͤhmten Manne gesetzt worden, an Groͤße uͤbertreffen soll. Der Koͤnig und die Koͤni⸗ nigin, sagte er, haͤtten eingewilligt, diesem Unternehmen ihre be⸗ sondere Unterstuͤtzung angedeihen zu lassen. Die Statue solle auf einer Erhoͤhung von 200 Fuß uͤber dem Wasserspiegel der Themse errichtet werden, ihr Piedestal 60 und sie selbst 80 Fuß hoch seyn, und eine Treppe solle bis zu Shakespeare's Scheitel hinauffuͤhren; auch habe man den Plan, daneben ein Haus ganz nach dem Muster desjenigen, in welchem Shakespeare ge⸗ boren worden, zu bauen, in welchem ein noch lebender weibli⸗ cher Abkoͤmmling von Shakespeare's Schwester, jetzt in sehr duͤrftigen Umstaͤnden befindlich, wohnen und den Ertrag von dem Zeigen der Statue genießen solle. Herr Carpue eroͤffnete ferner, daß die Kosten sich auf 20,000 Pfund belaufen wuͤrden, die durch Subscription aufgebracht werden soll⸗ ten, doch solle Niemand mehr als eine Guinee beitragen. Er zweifelte nicht, daß die erforderliche Summe bald beisammen seyn werde. Diese Mittheilung wurde von der Versammlung mit enthusiastischem Beifall aufgenommen.

In der vorigen Woche sind abermals bei einer Explosion in einer Kohlengrube bei Blackrock 11 Menschen ums Leben ge⸗ kommen.

Die Times meint, es moͤchte fuͤr Frankreich wuͤnschens⸗ werth und klug seyn, die Zerwuͤrfnisse mit der Schweiz auf friedlichem Wege auszugleichen zu suchen, denn die Schweizer seyen ein kriegerisches Volk, in Kämpfen eines der kuͤhmten, verwegensten und geschicktesten und ihr Land eine gewaltige Veste; besser sey es also, daß die Franzoͤsische Regierung bei Zeiten zu Unterhandlungen schreite, als daß sie es aufs Aeußerste kommen ließe, besonders wenn sie bedenke, daß sich die Offiziere des Don Carios in einem Distrikt, der nicht ein Drittel so groß sey, wie die Schweiz, und nicht ein Zehntel so fest, so lange gegen eine Armee gehalten, von der sie auf ofsenem Terrain in vierzehn Tagen vernichtet worden waͤren.

In ihrer feindlichen Gesinnung gegen die Sache des Don Carlos bleibt die Times, obgleich sie jetzt als ein Haupt⸗Organ der konservativen Partei gilt, sich unveraͤndert gleich; doch ist sie der jetzigen Tendenz der Christinischen Sache noch mehr abhold, wie aus folgendem Artikel hervorgeht, den dieses Blatt heute ent⸗ haͤlt: „Es gereicht uns zu keiner Freude, durch die letzten Nachrichten aus Spanien zu erfahren, daß, welche partzelle Erfolge auch detaschirte Corps der Karlisten oder Christinos ge⸗ habt haben moͤgen, doch aus allen entgegegengesetzten Angaben die eine eben so wichtige als unbestreitbare Thatsache hervorgeht, daß der Kampf sich rasch nach Theilen der Halbinsel hin ver⸗ breitet, die bisher seinen Heimsuchungen entgangen wa⸗

uͤbertragen hat, zu unterstuͤtzen. Herr Ardoin nahm, auf den Kath des Herrn von Toreno, Anstand, sich neuerdings mit den

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ren. Kein Englischer Protestant und Freund constitutionneller Freiheit koͤnnte es als ein lauteres Gut ansehen, wenn Carlos,