Der Lissaboner Korrespondent der Times
uft, der 12,000 Mann stark seyn soll, abwarten. Dieser stand am 31. Oktober zu Guennes und wollte noch an demselben Abend in Bilbao eintreffen. In Portugalete waren zwei Spa⸗ nische Bataillone aus Santander unter dem Obersten Castabeda angelangt. Der Portugiesische General Coelho war vor Bilbao geblieben. Auch sollen die Karlisten den General Moreno und den Franzoͤsischen Ingenicur Lisoir verloren haben. Der Gene⸗ ral Ituralde war wegen der Schlappe, die er bei Estella erlit⸗ ten, nach Alava verwiesen. u8 — Ein Schreiben aus dem Hauptquartier Espartero’'s in der Morning Chroniele schildert dessen Heer als sehr vermin⸗ dert, weil sehr ansehnliche Abtheilungen gegen die Karlisten im Innern des Reiches abgesandt waren. Aus demselben Briefe ersieht man, daß das Silber aus allen Kirchen bereits wegge⸗ nommen und nach Madrid in die Muͤnze geschickt worden war. — Die Bayonner Briefe, welche die Morning Chro⸗ nicle mittheilt, sind angefuͤllt mit Behauptungen und Bewei⸗ sen der Begünstigungen, welcher sich die Karlisten von Seiten Frankreichs zu erfreuen haͤtten. Es wird ziemlich unzweideutig darauf hingewiesen, daß die Desertionen in der Franzoͤsischen Freinden⸗Legion mehr als das mittelbare Werk der Franzoͤsischen Politik seyen. In San Sebastian fing wieder Geldmangel an zu herrschen. Die Britische Legion war jedoch angeblich im besten Zustande, sie hatte eine bedeutende Zahl neuer Offiziere oder solche, weiche schon fruͤher in derselben gedient haben, er⸗
halten, und die zu vertheidigenden Linien waren jetzt so stark
befestigt, daß sich die Truppen in ihnen gegen eine sehr uͤberlegene
feindliche Macht werden halten koͤnnen, und daß General Evans e⸗ n einem so Edgrne lantt GLC 8 1 der Genfer Reisende jedoch auch die Aufloͤsung der Nord⸗Ameri⸗
vier Compagnieen dem belagerten Bilbao zu Huͤlfe zu senden vermocht hat. Ein Korrespondent der Times berichtet aus San Sebastian, daß die Offiziere der Legion, deren Sold jetzt um 7 Monate im Ruͤckstande ist, dem General Evans eine Erklaͤrung des Inhalts eingesandt haben, daß, da es ihnen gelungen sey, durch ihr Be⸗ tragen im Felde sich Schutz gegen jeden niedrigen Argwohn zu sichern, sie kein Bedenken tragen koͤnnten, zu erklaͤren, daß sie sich nicht verpflichtet hielten, sich neuen Gefahren auszusetzen, bevor nicht ihre Anspruͤche befriedigt und genuͤgende Garantie fuͤr die Zukunft gegeben sey. General Evans soll darauf seinerseits eine
energische und definitive Vorstellung an die Spanische Regierung
abgesandt haben, in welcher erklaͤrt wird, daß die Lage der Dinge unmöoͤglich so bleiben koͤnne, wie sie jetzt sey. Der Korrespondent
1296
General Bravo zum Ober⸗Befehlshaber des Heeres ernannt hatte,
und daß derselbe am 1. Sept. von Mexiko nach seiner Bestimmung abgehen sollte. Der neue Feldzug gegen Texas sollte am 1. No⸗ vember mit 6000 Mann, welche man zusammenzubringen hosste, eroͤffnet werden. — Die Nachrichten aus Texas sind aus Ve⸗ lasco datirt und geben die Staͤrke der Texianischen Armee auf etwa 2560 Mann an; ihnen standen die Mexikaner auf der andern Seite des Rio Grande gegenuͤber. Bartolomeo Pages, der einen mißlungenen Fluchtversuch gemacht hatte (die gestern mitgetheilte Erzaͤhsung von einem solchen Versuche San⸗ tana's selbst beruht wahrscheinlich auf einer Verwechselung), sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden und wird verautylich als Spion gehaͤngt werden. — Der Genfer Reisende, der be⸗ kannte Korrespondent der Times, ist der Ansicht, daß alle Wie⸗ dereroberungs⸗Versuche der Mexikaner scheitern werden, daß eber, wenn die Ruhe in Texas bis zu der naͤchsten Ses⸗ sion des Kongresses der Vereinigten Staaten, welche zu Anfang des Dezembers eroͤffnet wird, erhalten bleisen sollte, die Anerkennung der Unabhaͤngiskeit von Texas durch die Vereinigten Staaten keinen Schwierigkeiten mehr unterliegen werde, was jedoch die Land⸗Spekulanten, von denen, seiner An⸗ sicht nach, die Insurrection eigentlich ausgent, nicht befriedigen koͤnne, da diese einen Anschluß von Texas an die Vereinigten Staaten wuͤnschen. Wenn es aber zu einem solchen Anschlusse kommen sollte, dann sey das Schicksal Mexrko’s und der Herr⸗ schaft der Spanier in diesem Lande besiegelt. Eine kraͤftige vom Norden her einwandernde Bevoͤlkerung werde dann bald die er⸗ schlafften Suͤdlaͤnder besiegen. In einem solchen Ereignisse glaubt
kanischen Union suchen zu muͤssen und erklaͤrt die drage wegen Emancipation oder Nicht⸗Emancipation der Sklaven, welche be⸗ kanntlich schon einmal vor kurzem die Union zu gefaͤhrden drobte, fuͤr die Ursache, welche derselben unter den alsdann eintretenden Umstaͤnden ganz entschieden verderblich werden muͤsse.
Berlin, 14. Nov. Des Koͤnigs Majestaͤt haben der Ge⸗ meinde Mockrehna im Kreise Torgau zum Ausbau ihres
Schulhauses ein Gnadengeschenk von 400 Thalern und zur Pus⸗
der Times stellt es in Aussicht, daß noͤthigenfalls die Einkuͤnfte
Cuba's oder der Balearischen Inseln fuͤr den ruͤckstaͤndigen Sold
verpfaͤndet werden muͤßten. 8
Portugal.
nem vom 25. Oktober datirten Schreiben,
meldet in ei⸗ daß in Algarbien ein
zu der angeblichen Expedition Dom Miguel's gehoͤriges Dampf⸗
boot angekommen sey,
Rachricht große Bestuͤrzung erregt worden, welche die Regierung zwar dem Anscheine nach nicht theile, doch sey es ganz unzwei⸗ felhaft, daß sie neuerdings die bestimmtesten Befehle an alle Fivil- und Militam⸗Behoͤrden in den Provinzen erlassen habe, Dom Miguel, wenn er sich in irgend einem Theile des Koͤnig⸗ reiches zeigen sollte, gefangen zu nehmen und augenblicklich als Rebellen erschießen zu lassen. Vor Ankunft der fuͤr das Engli⸗ sche Geschwader bestimmten Verstaͤrkung und ehe man vermu⸗ then durfte, daß sie sich auf ein Linienschiff beschraͤnken werde, war die Regierung nicht wenig in Unruhe wegen der Absichten des Englischen Ministeriums; auch scheint man noch immer Be⸗
sorgnisse wegen Erneuerung der Scenen vom 9. und 10. Sep⸗
lianische Gesandte am Lissaboner Hofe, Herr Macedo,
gek welches Artillerie und einige ausgezeich⸗ dieses Jahres theils aus dem Kern nete Offiziere dort gelandet habe. In Lissabon sey durch diese
sorge fuͤr die Sicherheit des Lebens der Koͤnigin, die im Tajo
liegende Brasilianische Korvette „Dois de Julho“ unter die Befehle des die Britische Station kommandirenden Gage gestellt hat.
Pürkei.
Konstantinopel, 19. Okt. riere, welche hintereinander London eintrasen, nahmen die
Admirals 1
öͤffentliche Aufmerksamkeit in An⸗
CAllg. Ztg.) Zwei Cou⸗ bei der Englischen Botschaft aus
und ungefaͤhr 40 Centner Zuckermasse gewonnen.
Jahres an der Kuͤste des Reg Bez. Stettin 4156 ½ T 1 Haͤringe, und zwar 1236 1 Tonnen mehr gepackt worden, ols 76 84 „ 6 Iö8 7 8—1 △ hre 42* U 6 0 do
in dem gleichen Zeitraume des Jahres 1835. — Unter den Ma⸗
spruch, besonders da man aus dem Gegenstand ihrer Depeschen in
dem Botschafts⸗Hotel ein großes Geheimniß machte. Die Anstalten indessen, welche 1 nach London traf, uͤberzeugten bald die meisten, daß dem Lord Ponsonby Instructionen in Bezug auf die chillsche Angelegenheit zugekommen waͤren, und daß, alle ferneren Reibungen zu vermeiden, ihm — worden, Herrn Churchill zur Verlassung Konstantinopels
Herr Churchill zu seiner Reise
Chur⸗ um anempfohlen
zu vermoͤgen, und bis zu dessen Ankunft in England keine wei⸗ teren Reclamationen bei der Pforte zu machen, indem man dann erst in London einen definitiven Entschluß sassen wolle. Hieraunf
scheinen wirklich die Depeschen jener Couriere Bezug gehabt zu haben. Herr Churchill verlaͤßt uns also, und Lord Ponsonby wird nun ohne Zweifel die alten freundschaftlichen Verhältnisse mit der Pforte wieder anzuknuͤpfen suchen. Schon hat er sich den einflußreichsten Personen genaͤhert, und in seinem Betragen ist eine wesentliche Veraͤnderung eingetreten. Man schließt dar⸗ aus, daß er auf dem hiesigen Posten zu bleiben wuͤnsche, daß sein Verfahren aber, wo nicht voͤllig gemißbilligt, doch nicht in dem Mlaaße von der Englischen Regierung gutgeheißen worden, als er es erwartet hatte. Dies war uͤbrigens schon laͤnger bekannt. Hrn. Churchill's Anwesenheit in London koͤnnte jedoch dazu bei⸗ tragen, den Entschluß des Botschafters, einen Engländer auf eine Weise in Schutz zu nehmen, die selbst die Verhaͤltnisse mit einem befreundeten Staate stoͤren konnte, in ein guͤnstigeres Licht zu stellen und das Londoner Kabinet bestimmen, auf diese Sache wieder zuruͤckzukommen. Einstweilen ist sie aber als ab⸗
Merxiko.
8 1 ““ 111 11“
Der Louistana Courier theilt einen Bericht aus Ma⸗ tamoras vom 19. September mit, demzufolge sich damals 4000 Mann Merxikanischer Truppen dort befanden, unter denen einige gut organisirte Abtheilungen seyn sollen; dem groͤßeren Theile aber fehlt es sogar an Kleidung und Schuhen. Der bisherige Ober⸗Befehlshaber Urrea war nach Mexiko berufen worden, um sich gegen die Anklage zu vertheidigen, daß er die Truppen gegen die jetzige Regierung zu Gunsten der Foͤderativ⸗ Verfassung von 1835 aufzuwiegeln versucht habe. Dessenun⸗
geachtet behielt er den Over⸗Befehl bei und gab als Grund da⸗ fuͤr an, daß die Regierung noch in seiner Schuld stehe fuͤr den durch ihn den Truppen vorgeschossenen Sold; da er bei den Soldaten beliebt ist, so wird es vielleicht Muͤhe kosten, ihn von dem Heere zu entfernen. Aus einem fruͤheren Briefe aus Ma⸗ tamoras vom 2. September, welchen das New⸗Orleans Com⸗ mercial Bulletin mittheilt, ersteht man, daß die Regierung den
8
1 . “ tungen befriedigt worden. tember d. J. zu hegen, wie daraus hervorgeht, daß der Brasi⸗ a aus Fuͤr⸗
fuͤhrung des Ausbaues der evangelischen Kirche zu Kleinsena eine Beihuͤlfe von 5600 Thaiern zu bewilligen geruht. — Im verflessenen Monat Oktober sind in den Tuchfabri⸗ zu Burg 2244 Stuͤcke Tuch angefertigt und 414 Centner 83 Psd. rohe Wolle daselbst eingefuͤhrt worden. “ — In dem Zeitraum vom 28. September bis 27. Oktober sind an dem Packhofe zu Magdeburg 81 Schiffsgefaͤße ange⸗ kommen und 45 von dort abgegangen. u“ 3 — In der Umgegend von Auedlinburg sind im Laufe gewonnen, theils veredelt worden: 21,005 Aepfelbaͤume, 14,018 Virnbaͤume, 3208 Kirsch⸗ baͤume und 508 Pfiaumenbaͤume. 1 — Die Runkelruͤbenzucker⸗Fabrikanten, Herren Zier und Hanewald in Quedlinburg, haben bekanntlich gegen Bezah⸗ lung einer bestimmten Praͤmie ihr Verfahren bei Fabrication des Runkelruͤbenzuckers mitgetheilt und die Anlegung von Fa⸗ briken nach ihrer Erfindung gestattet. Die Interessenten haben sich im Laufe des Monats Oktober fast aus allen Gegenden Deutschlands und zum Theil aus anderen, nicht zu Deutschland gehoͤrigen Europäischen Staaten, in Quedlinburg eingefunden, um das Verfahren in der dortigen Fabrik naͤher kennen zu ler⸗ nen. Der groͤßere Theil der Interessenten ist in seinen Erwar⸗ Der eigentliche Geschaͤftsbetrieb in gedachter Fabrik hat gegen Ende des Monats in einem groͤßern UÜUmfange als im Herbste vorigen Jahres begonnen. Nach der
Angabe der Unternehmer werden sters 60 bis 70 Menschen be⸗
schaͤftigt, innerhalb 24 Stunden 400 Centner Ruͤben verarbeitet
Laufe
2. 22 +
— Bis zu Anfang dieses Monats sind ein
raͤnen (Salmo maraecna) in dem in Pommern belegenen Ma⸗ duesee, deren Laichzeit jetzt bevorsteht, hat sich eine ungewöhn⸗ liche Sterblichkeit gezeigt.
an die Ufer des genannten Sees geworfen werden. sache dieser Sterblichkeit ist bisher nicht zu ermitteln gewesen, indem sich an den todten Fischen, mit Ausnahme einer ungewoͤhn⸗ lichen Roͤthe in der Naͤhe des Schwanzes, nichts Auffallendes zeigte. — In dem Dramburger Kreise des Regierungs⸗Bezirks Koͤslin ist zwischen den Ortschasten Pritten, Born und Del⸗ gen eine neue Kolonie entstanden und derselben der Name Neu⸗ Pritten beigelegt worden. 1 11.““ — Nach einer amtlichen Mittheilung hat das diesjaͤhrige,
†8
i Litthauen folgende sehr guͤnstige Resultate gegeben: Es wurden im Ganzen 2161 Pferde fuͤr die Summe von 170,725 Rthlr. gekauft; der Durchschnittspreis betraäͤgt demnach etwas uͤber 79 Rethlr., der hoͤchste Preis, der fuͤr ein Pferd gezablt wurde, 155 Rthlr., der niedrigste 45 Rthlr.; von den angekauften Pfer⸗ den hatten 404 Stuͤck dem Rustikalstande, die uͤbrigen mitt'eren und groͤßeren Pferdezuͤchtern angehoͤrt. — Erfreulich ist die Be⸗ merkung von den fast durchgaͤngig stattfindenden Fortschritten in der Pferdezucht; es konnten deshald auch, obwohl die taͤrgliche: Weiden dieses Jahres den jungen Thieren groͤßtent eils ein duͤrftiges Aussehen gegeben hatten, dennoch 1790 Pferde mehr als im vergangenen Jahre angekauft und den Verkaͤufern durch⸗ schnittlich pro Stuͤck ein Rthlr. mehr bewilligt werden. Man schreibt aus Koͤnigsberg vom 9. November: In einem herrschaftlichen Garten auf den Hufen bluͤhen am heutigen Tage Reseda, Nelken, Malven, Vergißmeinnicht, Gold⸗ lack, Caprifolium, Stiefmuͤtterchen, Tausendschoͤn, Lavendel und Erdbeeren. 8 8 — Ein Aufsatz „uͤber die Anstalten zur Bewahrung kleiner Kinder“, von dem Koͤnigl. Geheimen Ober⸗Regierungsrath, Herrn Streckfuß, der zuerst in der Preuß. Staats⸗Zeitung er⸗ schienen, ist jetzt auch besonders abgedruckt worden (im Verlage der Trautweinschen Buchhandlung in Berlin) und wird fuͤr 2 ½ Sgr. — ohne Abzug der Kosten — zum Besten der De⸗ wahrungs⸗Anstalt Nr. 15 verkauft.
nunmehr beendete, Remonte⸗Ankaufs Geschaͤft in Preußen und 94 2
KVKissenschaft, Kunst und Literatur. Durch die Wiederkehr der Dlle. Hänel hat sich nun das nene Opernpersonal des Königsstädter Theaters mehr vervollständigt, wenn auch noch nicht in dem Maße, als es in dem Plan seines Direktors liegen soll; denn, wie es heißt, wird noch eine junge, vielverspre⸗
chende Sopranistin, Dlle. Hölzel, Schwester des nenen Baritonisten,
“] * 1
onnen
Sie scheint besonders die groͤßeren Fische zu treffen, welche seit kurzem oft in ganzen EI säßt Die Ur⸗;
85 . „ „oerg. „n. 47 — rin, Oper in 3 Abth, mit Tanz.
erwartet. Wir übergehen indeß das erste Auftreten der Dlle. Han, in dem Singspiel: „die Unbekannte“, da es nichts Reues ergab, den ihre ungemeine Virtuosität ist etwas Allbekanntes, das, wenn es aug durch mehr oder weniger lange Entbehrung die Frische des Reuen gewinn doch darum an der erprobten alten Schätzung nichts verliert, und eh so ist schon genugsam die musikalische Fertigkeit der Mad. Pohl Beisteiner in auleen Gesangsstguren und der Wohlklang des Tengh des Herrn Eri bekannt. Dagegen müssen wir der Aufführung 1 Oper „Norma“ eben sowohl wegen ihrer ausgezeichneten Vortrefffe feit, als wegen des Emthustasmus, den sie in den Musikfreund, aufregte, einige Zeilen widmen. Eine Aufregung von dieser . ist nicht möglich ooͤne einen außerordentlich bewegenden Grund, 1 diesee wirkte eben so in den Details der Auffährung, als in dem einandergreifenden, sicheren und belebten Ganzen. Der rein must lischen Composition der „Rorma“ lassen selbst die leidenschaftlich Widersacher der neueren Italtänischen Mastk die Gerechtigkeit whf fahren, daß sie cuwas Verführerisches und in jedem Fall das; züglichste sey, was Bellin hervorgebracht habe, und selbst) durch, daß sie zu verstehen geben, er habe bei dieser Comp tion die „Vestalin“ unsers gläcklichen klassischen Machs ber Gluck's gepriesenen Spontini vor Angen gehabt und von ihr geborgt, legen sie das Bekenmniß ab, daß ihm dramatische Kraft nicht gefebit habe, wie er auch über die Gr zen siiner eben gestellten Aufgabe hinausgeschweift sevn mit Und diese Masik mit ihrer dramatischen Kraft und der Füie ihrer meledischen Anmuth, so trefflich ausgeführt, wie es bei der stehenden Vorstellung der „Norma“ geschah, muß ein Jau Sinn nud Gefühl sevun, und vollends in den passionirten Fram en Iratlänischer Musik eine Stimmung herverbringen, die man umne unders als mit dem Worte: „Furxore“ bezrichnen kaun. Des Amth. en Dlüͤlec. Hänel auf diese Gesammtwiktung durch ihre vollfräst und vollklingende Darstellung der „Norma“ gehabt hat, braucht es fenn Erwähnung mehr; was sie in dieser Rolle leistet und selbst auf fremf Bühnen unter nicht gewohnten Umgeonngen lkeistet, ist hier und am wärts genugsam bekangt. Aber daß Düle. Limbach in der Rolle! Adalgifa ein Metall des äußeren Orgaus und eine Seele des] nein verrälh, wie es nach ihrem ersten Debüt sich kaum erwan ließz, das muß höchlich ausgezeichnet werden, da es ein lent verspricht, das nach dem Verlust der Schechner nicht genug! schätzt werden kann, das aber nicht bloß reichlich beschäftigt, sonde auch gehörig geschont werden muß. Sie machte auch neben ein solchen „Norma“ eine Wirkung, die chen den Beweis giebt, daß ⸗ Schöne, wo es auch sich zeigt, bei allen Unbefangenen immer rechten Punkt trifft. Auch Herr Erl als „Sever“ bewährte u. befestigte von neuem seinen Kredit als Tenorist ersten Ranges.
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Meteorologische Beobachtung. Mergens Rachmittags Abends Nach einmaliger 10 Ubr.
2
N9... Beobachtuna. Lustdrud 338,41" Par. 337,90“"„Par. 337,32“„Par. Lustwärme... ,60 vy. + 429 R. + 1,40 R. Thaupunkt.. 0,00 F. + 0,30 . — 020 F. Bodenwärme 3,8 % Dunstsättigung] 87 pEt. 72 pCt. 86 vEt. Ausdünstung 0,0710½ n 2. ,r L peiter E 8 8 Wetter trübec. rüde. Se tedan Wind 8 28 SO. N Niederschlag 0.
1 — D. b + 5 5 Wolkenzug.. — Nachtkälte — 0,8
Tagesmittel: 337,28“ Par.. + 24 0 p. 0,00 P. 882 vpEt.
1836. aae.
Quellwärme 7,90 Flunwärme 2,10 R.
8 8 8 1 18.
Berline B 6ör 8. Den 14. November 1836. dmttricher Fonds- un d weld-Cours-Z2
öBl EPr. Cour. Fr. Uoar HBrief. G81. S. Kricf. 1208297.
vrrebrn,nmmzunünnnnöegnevöenenenön.
St.Schosd. Scr. 1 101 3 4 101] 4 10228 1017% Pr. Engl. Obl. 20. 4 100 991/ 1028,¼. — PräroSeh. d. Sechi- 63 ⁄½ 625 1001 4 Kurm.01,1. m. ;C. 4 1011 ¼½ 190 ¼ 98 3 Nm. Iut. Sch. 99. 4 19 174 — 100 /¼ Berl. Stadt-Ghl.] 4¹ 102 ½ Königsb.
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Eltinger do. 82 Gold al mareco. “
Dauz. do. in Th. — 43 F Neue Dub. —
Wertpr. Plandbr. 4 G 101 ¾ Priedriehvd'or. —
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[O tpr. Pfandbr. 4 Pomm. do. Kar- n. Nevniw. do. 4 do. 60. 3⁸½ Schlesische do. 4 Rückzt. C. und 7. Sch. d. K. n. N. —
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86 215 183,4
13561 2
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Auswärtige örgen.
“ Amsterdam, 9. November. Niedorl. wirkl. Schuld 52 ¼0. 5 %, do. 100 ¼. 3 5 % Span. 201 1 6. v'assöve 6 ⁄ 6. Ausg. Sch. —. 2in Preuss. Prämn.-Scu. 111 ½. Poln. —. Cesterr. Mer. —. Antwerpen, 8. November. I Ausg. Sch. 24. TZinsl. 83 ⁄. Nene Anl. 20 ⁄¾.
Fraukfurt n. M., 11. November. Oesterr. 5 % Met. 1025, ¼. 102 ½. 4 % 98 1⅞. 98 ½. 2 ¼ 57. 1 % 25 h 6 Br. Bank-Actien 1618. 1616. partial-Obt. 138 4 ½ Locse z9u 500 Fl. 113 ⅛. 1135,3. Loose zu 100 bl. 220. G. L'rm Prüm.- Sch. 63 ⅞. 63 1 ⅛. do. 4 % Anl. 99 ¼. Br. L'alu. Loose 65', 65. 5 % Span. Anl. 183 4. 18 ½. 2 ½ % ileil. 52716 5251½ Paris, 8. November.
pr. compt. 106. 10. ün cour. 105. 25. 3 compt. 79. 25. tin cour. 79. 40. 5 % Neap. 98. 55. 5 %¼ A. Feme 205 ½. Passive 5 ¾. Neue Aust. Sch. —. Ausg. Seh.
22 a⸗ 9„ 3 % Lortug. 357
Kahr-J.
Passive —.
5 % Rente
Wien, 9. November. 4 % 987/¼. 3 % .
9 99 Met. 2 0 732⸗ Xeue Anl. —.
- 1613 ⅞.
Bank-Actien 1359.
Königliche Schauspiele. 15. Nov. Im Opernhsufe: Die Nachtwand Musitk von Bellini.
Spectacte demaundé. La sccom proces erimineh, ou: fomm incpressionnables, comédic nouvelle en 3 aches eft en pro zHar Mr. Rozier.
Mittwoch, 16. Nov. Im Schauspielhause, zum erst
male: Griseldis, dramatisches Gedicht in 5,Abth., von Frieer Halm.
Dienstag,
Im Schauspielhause:
— „ . 8 représenfation de: Un I. es
N FSn: Kbm
Dienstag, 15. Musik von Bellini.
Mittwoch, 16. Nov oder: Das luͤderliche Kleeb latt. Akten. 8 3 8 1“ 1
Donnerstag, 17. Nov. Zum erstenmale: Robert der Teup
eater.
Oper in 3 At Der boͤse Geist Lumpacivagabunde 2 . 1“” .b 4 „ Zauberposse mit Gesang im
Parodirende Zzuberposse mit Gesang in 3 Akten, stroy. Musitk von A. Muͤller.
Redacteur HEd. Co ttel. Isese;
Gedruckt bei A. W. Hayn.
ron J. N
Allgemeine
“
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Freiherrn Ernst von Sierstorpff zu Driburg im Fuͤrstenthum Paderborn die Kam⸗ merherrn⸗Wuͤrde zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem Regierungs⸗Medizinal⸗ Rath Dr. Frank zu Frankfurt a. d. O. das Praͤdikat eines Geheimen Medizinal⸗Raths beizulegen und das daruͤber spre⸗ hende Patent zu vollziehen geruht.
“ 1 Ihre Koͤnigl. Hoheit die Großherzogin von Mecklen⸗ urg-Strelitz ist nach Neu⸗Strelitz zuruͤckgekehrt.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung
zu Koͤln ist der bisherige Pfarrer in Mohrenhoven, Jo⸗ ann Gerhard Houben, zum Pfarrer in Kirdorf ernannt vorden; zu Liegnitz ist der Predigtamts⸗Kandidat Steudner um Pastor an der evangelischen Kirche zu Petersdorf, Hirsch⸗ ergschen Kreises, ernannt worden; zu Merseburg ist der bisherige Pfarrer zu Gordon, Ma⸗ ister Johann Christoph Gottlob Staͤglich, zum Pfarrer
Doberschuͤtz, Kreis Eilenburg, der bisherige Pfarrer zu Strenz⸗ Naundorf, Karl Albert Ferdinand Winzer, zum Pfarrer n Freist, Kreis Gerbstaͤdt, der bisherige Pfarrer zu Droyßig, August Wilhelm Thienemann, zum Pfarrer in Sprotta, Kreis Eilenburg; ferner die nachfolgenden Kandidaten des Pre⸗ bigtamts: Karl Eduard Boͤttcher zum Pfarrer in Dubro, Kreis Herzberg, Robert Ottmar Gloͤckner zum Diakonus n ecterge und Pfarrer in Niederholzhausen, Malachias Thuiskon Dittmann zum Pfarrer in Werbelin, Kreis De⸗ itch, und Friedrich Wilhelm Samuel Fubel zum Pfar⸗ er in Domnitz, Kreis Koͤnnern, ernannt worden.
Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur der Aten Landwehr⸗Brigade, Freiherr von Troschke, aus der Neumark.
Abgereist: Se. Durchlaucht der General⸗Major und Commandeur der sten Division, Prinz Friedrich zu Hes⸗ en, nach Koͤnigsberg in Pr.
Se. Durchlaucht der General⸗Major und Commandeur der ten Division, Prinz Georg zu Hessen, nach Frankfurt a. d. O.
Der General⸗Major und Commandeur der 6ten Division, bvon Roͤder, nach Torgau.
Der General⸗Major und Commandeur der 2ten Kavallerie⸗
Brigade, von Barner, nach Danzig.
Zei
tungs⸗Nachri 8 .
An 8 1 nü d.
Rußland.
St. Petersburg, 6. Nov. Gegen Ende des vorigen Monats besuchten Se. Maäjestaͤt und die Kaiserl. Familie die Ausstellung auf der Akademie der Kuͤnste. Bei Besichtigung her architektonischen Gegenstaͤnde aͤußerte der Kaiser, waͤhrend Er mehrere Arbeiten Seines Lobes wuͤrdigte, daß Ihm die Gauplaͤne die angenehmsten seyen, die dem Klima angemessen entworfen waͤren, und daß eine zu große Zahl von Saͤulen und Ausbauten bei uns sehr oft den Oertlichkeiten nicht entspraͤche. Nachdem Se. Maäjestaͤt mehreren Kuͤnstlern Auftraͤge ertheilt und inige ausgestellte Kunstwerke fuͤr sich gewaͤhlt hatten, beehrten Sie, so wie die uͤbrigen Mitglieder der Kaiserlichen Familie, en Maler Bruͤloff in seiner Werkstatt mit ihrer Gegenwart.
Se. Majestaäͤt der Kaiser haben dem Moskauischen Kauf⸗ ann erster Gilde, Zaroki, fuͤr Ueberreichung eines gedruckten xemplars einer Beschreibung seiner Slawonischen Buͤcher in ltem Druck und fuͤr sein lobenswerthes Bestreben, alte Russi⸗ che Schriften zu sammeln und bekannt zu machen, das Aller⸗ oͤchste Wohlwollen zu erkennen geben lassen.
Auf den Antrag des Ober⸗Direktors des Berg⸗Corps haben Se. Maäjestaͤt der Kaiser befohlen, fuͤr eine bestimmte Grund⸗ age einer Theorie zur Auffindung und Bearbeitung goldhaltiger ager einen Preis von 2500 Rubeln B. Ass. auszusetzen; es harf ein Jeder sich um diesen Preis bewerben; die Abhandlun⸗ en koͤnnen in Russischer, Franzoͤsischer, Englischer und Deutscher Sprache abgefaßt seyn, und muͤssen bis zum 1. (13.) August uͤnftigen Jahres eingesendet werden.
In der St. Petersburgischen Beschaͤftigungs⸗Anstalt fuͤr Arme, die unter dem Schutz Ihrer Majestaͤt der Kaiserin steht, nd 40 Pljͤtze zur Aufnahme armer Frauen der hoͤheren Staͤnde ingerichtet worden; diese erhalten reinliche und geraͤumige Zim⸗ ner, schmackhafte und reichliche Nahrung und Material zu
andarbeiten aller Art. Sie bekommen fuͤr ihre Arbeit bezahlt und behalten den Ueberschuß, der fuͤr diese nach Abzug von nur 0 Kop. (3 Sgr. 4 Pf.) nachbleibt, zu ihrer freien Verfuͤgung.
In Kaluga fand im vorigen Monat die feierliche Einwei⸗ hung eines Waisenhauses statt, welches aus freiwilligen Beitraͤ⸗ een von Privatpersonen und einem jaͤhrlichen Zuschusse des so⸗ ennten Kollegiums der allgemeinen Fuͤrsorge hergestellt wor⸗
Der bisherige Ober⸗Direktor der Uralschen Bergwerke, Ge⸗ eral⸗Lieutenant Dieterichs II., ist, in Betracht seiner Wunden, mit Uniform und Beibehaltung seines vollen Gehaltes des Dien⸗ es entlassen worden.
Der Wirkliche Staatsrath Graf Tolstoi, nach dessen An⸗ gabe eine Anzahl Medaillen auf die denkwuͤrdigsten Kriegs⸗Er⸗ eignisse der Jahre 1812, 1813 und 1814 gepraͤgt worden sind,
Vice⸗Praͤsidenten der Akademie der Kuͤnste ernannt en.
Warschau, 11. Nov. Der Administrations ⸗Rath des Koͤ⸗ nigreichs Polen hat den verabschiedeten General⸗Major Alber⸗ toff zum Praͤsidenten der Wojewodschafts⸗Kommission von Lu⸗ blin ernannt.
18
Frankreich.
Paris, 9. Nov. Gestern arbeitete der Koͤnig nacheinander mit den Ministern des Innern, der Finanzen und des Handels.
Der Fuͤrst Talleyrand wird zwischen dem 20sten und 25sten d. M. in Paris erwartet. Er hat sich von seiner letzten Krank⸗ heit vollkommen wieder erholt.
Der Herzog von Nemours ist am 29. Oktober wohlbehal⸗ ten in Bona eingetroffen. Diese Nachricht ist durch das Dampf⸗ schiff „Le Ramier“ nach Toulon gebracht worden. Die Ueber⸗ fahrt des Prinzen ist also nicht, wie man befuͤrchtete, durch den Sturm in der Nacht vom 28sten zum 2osten verlaͤngert worden, und der Feldzug nach Konstantine hat zu der festgesetzten Zeit beginnen koͤnnen. .
Die Journale von Nantes sprechen von einer in Algier ausgebrochenen Empoörung.
Die Unteroffiziere des 4ten Artillerie-Regimentes haben am 7. Nov. dem General Voirol in Straßburg eine Adresse uͤberreicht, die Folgendes besagt: „Im Augenblick, wo wir die Garnison Straßburg verlassen, fuͤhlen wir Alle das Beduͤrfniß, Ihnen den Schmerz auszudruͤcken, den wir empfinden, daß wir nicht laͤnger unter Ihrem schuͤtzenden Ober⸗Befehle stehen koͤn⸗ nen. Bei dieser Gelegenheit koͤnnen wir nicht umhin, uns der vaͤterlichen Nachsicht zu erinnern, mit welcher Sie unser Ver⸗ fahren beurtheilt haben. Wir haͤtten innigst gewuͤnscht, unter Ihren Befehlen bleiben zu koͤnnen, um Gelegenheit zu haben, Ihnen durch unsere Ergebenheit fuͤr die gegenwaͤrtige Regierung zu beweisen, daß wir nicht schuldig, sondern nur einen Augen⸗ blick lang verblendet waren. Erlauben Sie uns, Herr General, die Hoffnung mit uns zu nehmen, daß Sie die Erinnerung der tiefen Reue, die wir Ihnen bezeugen, bewahren werden, und daß uͤberall, wohin wir auch gehen, Ihre maͤchtige und groß⸗ muͤthige Theilnahme uns folgen wird.“
or einigen Tagen wurde des Geruͤchts erwaͤhnt, daß der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten der Schweiz eine neue Note zugesandt habe, in welcher er die Entfernung der Herzogin von Saint Leu aus den Kantonen verlange. Die Gazette des Tribunauyx sagt in Beziehung auf diese Nach⸗ richt Folgendes: „Mehrere Journale haben die Meinung auf⸗ gestellt, daß zwischen der Straßburger Insurrection und den Schweizerischen Angelegenheiten einiger Züsammenhang stattfin⸗ den koͤnne. Wir wissen noch nicht, in wie weit diese Vermu⸗ thung gegruͤndet seyn mag, und ob es wahr ist, daß die Straßburger Schild⸗Erhebung einige Verzweigun⸗ gen in der Schweiz hat; aber die Ansicht der Regierung scheint es zu seyn, denn man versichert heute, daß sie beabsichtige, die Ausweisung der Herzogin von St. Leu von der Schweizerischen Regierung zu verlangen. Wird diese Forderung aͤhnliche De⸗ batten, wie die in der Conseilschen Sache hervorrufen? Wir uͤberlassen es den politischen Journalen, diesen Punkt zu eroͤr⸗ tern.“ — Andererseits liest man in der Presse: „Die Her zogin von St. Leu soll Schritte zu Gunsten ihres Sohnes ge⸗ than und dem Koͤnige ein Schreiben zugesandt haben, in wel⸗ chem sie seine Großmuth fuͤr einen jungen Mann anruft, der durch die Rathschlaͤge einiger Intriguanten zu seinem verbreche⸗ rischen Unternehmen verleitet worden sey. Die Zaͤrtlichkeit und die Angst einer mit Recht uͤber das Schicksal ihres Sohnes be⸗ sorgten Mutter sollen in jenem Schreiben mit vieler Wuͤrde aus⸗ gedruͤckt seyn. scan fuͤgt hinzu, daß der Bayerische Gesandte in Paris ersucht worden sey, jenes Schreiben dem Koͤnige zu uͤberreichen.“
Mehrere hiesige Blaͤtter enthalten heute bereits den von der Berner Tagsatzung in ihrer Sitzung vom 5ten d. angenom⸗ menen (gestern vollstäͤndig mitgetheilten) Entwurf zu einer Ant⸗ wort auf die Note der Franzoͤsischen Regierung. Das Jour⸗ nal des Débats, das sonst immer die Nachrichten aus der Schweiz am fruͤhesten mittheilt, hat die Entscheidung der Tag⸗ satzung noch nicht in ihr heutiges Blatt aufgenommen, woraus man schließen will, daß die Regierung durch jene Antwort nicht vollkommen zufriedengestellt ist. Man erinnert sich in der That, daß die Débats noch vor wenigen Tagen erklaͤrten, daß die Fran⸗ zoͤsische Regierung nur dann zufriedengestellt seyn wuͤrde, wenn die Tagsatzung die in der Conseilschen Sache vorgenommene ge⸗ richtliche Procedur ausdruͤcklich widerriefe.
Man erfaͤhrt jetzt, auf welche Weise die vor einiger Zeit verhafteten Telegraphisten ein Bordeauxer Handlungshaus von den Bewegungen an der Pariser Boͤrse in Kenntniß setzten. Taͤglich, nach Beendigung der Boͤrse, brachte ein in Paris an⸗ gestellter AUgent dem Schirrmeister der Bordeauxer Mallepost ein kleines Paket, in welchem sich gelbe oder weiße Handschuhe befanden, je nachdem die Course an der Böͤrse gestiegen oder gefallen waren, unter dem Vorgeben, daß sich eine Zeitung darin befaͤnde. In Tours wurde dieses Paͤckchen einem Beamten des Telegraphen uͤbergeben, der aus der Farbe der Handschuhe ab⸗ nahm, ob ein Steigen oder Fallen der Course stattgefunden hatte und nun in seiner naͤchsten telegraphischen Mitthei⸗ lung nach Bordeaux das mit dem Handlungshause verab⸗ redete Zeichen, wodurch Steigen oder Fallen dezeichnet wurde, einschaltete. Dieses Zeichen, welches natuͤrlich in der gerade auf der Reise befindlichen Depesche einen Unsinn bildete, wurde sogleich durch dasjenige Zeichen widerrufen, wel⸗ ches dazu bestimmt ist, anzudeuten, daß ein Fehler begangen worden. Wenn nun das Zeichen, welches Steigen oder Fallen bedeutete, einige Stunden vor Bordeaux ankam, so uͤbergab der dortige Telegraphist, der im Einverstaͤndnisse war, dasselbe einem Kommis des Bordeauxer Handlungshauses und signalisirte die⸗ ses eben so wenig, wie das Irrthumszeichen nach Bordeaux, sondern wartete ruhig das darauf folgende Signal ab. Durch
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dieses Manoͤver soll das Bordeauxer Handlungshaus bedeutende Summen gewonnen haben. Jetzt befinden sich jene Banquiers und die beiden Beamten des Telegraphen im Gefaͤngnisse. Ihr Prozeß wird im Anfange des kuͤnstigen Monats vor den Asst⸗ sen in Tours verhandelt werden.
Gestern Abend um 8 ½ Uhr ist auf offener Straße ein sunges Maͤdchen von 7 Jahren geraubt worden, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, die Spur des jungen Mannes, der diese A und von mehreren Personen verfolgt wurde, auf⸗ zufinden.
Der verflossene Monat Oktober ist besonders reich an thea⸗ tralischen Neuigkeiten gewesen. Es sind im Ganzen auf den Pariser Theatern 30 neue Stuͤcke zur Auffuͤhrung gekommen.
Der Graf Albani, Bruder des Kardinals, ist in Portugal verhaftet und seine Papiere sind in Beschlag genommen wor⸗ den. Aus denselben soll hervorgehen, daß er in Auftraͤgen des Dom Miguel nach Perhas gereist war.
Die Regierung hat Nachrichten aus Perpignan erhalten, die bis Toulouse mit dem Telegraphen und von dieser Stadt bis Paris mit Courier⸗Gelegenheit gefoͤrdert worden sind. Sie lauten folgendermaßen: „Perpignan, 3. Nov. Man schreibt aus Valencia vom 28. Okt., daß in Morella ein Komplott ent deckt worden ist, um den Platz zuuͤbergeben; eine ganze Compagnie ist dabei kompromittirt. Die Garnison von Cantavieja hat bei einem Ausfalle eine Munizipalitaͤt aufgehoben. Am 27sten hat man aus den Kirchen von Valencia gleichzeitig alle Gegenstaͤnde von Werth fortgeschafft, um sie fuͤr die Beduͤrfnisse des Schatzes zu verwenden. Das Volk ist mit dieser Maßregel sehr unzu⸗ frieden. 107 Mann, die in den Salinen von Arcos in Garni⸗ son standen, sind von dem Karlisten Rago uͤberfallen und er schossen worden. Der General⸗Capitain ist nach Cantavieja auf⸗ ebrochen. Forcadell steht mit 2000 Mann in der Umgegend von
ubielos. In der Naͤhe von Tortosa und in Nieder⸗Catalov⸗ nien stoͤßt man auf viele Karlistische Haufen, die die Verbin⸗ dung noch immer unterbrechen. Mina, der sich noch immer krank 9 befindet, wird sich binnen kurzem nach Montpellier egeben.
Außerdem publizirt die Regierung nachstehende telegraphi⸗ sche Depeschen: „Bayonne, 7. Nov. Okt. genommen worden. Man hat daselbst den Brigadier Lo⸗ pez und die Gefangenen von Jadracka gefunden. Am Ilsten d. M. herrschte in Madrid, aus Furcht vor den militairischen Ereignissen, große Aufregung. Rodil stand am 30sten bei der Bruͤcke von Arzobispo und wußte nichts von dem ferneren Marsche des General Gomez. Alaix ist am 27sten uͤber die Sierra gegangen; Narvaez stand am 3ten in Arganda, dicht bei Madrid.“ — „Bayonne, 8. Nov., 7 Uhr Morgens. Gomez, nachdem er nach der Einnahme von Almaden vergebens versucht hatte, uͤber den Tajo zu gehen, hat sich nach Truxillo gewender und schickt sich an, nach Andalusien zuruͤckzukehren. In den Cortes wurde der Vorschlag gemacht, eine Untersuchung uͤbe das Betragen Rodil's anzustellen, der aber von dem Ministe⸗ rium bekaͤmpft und mit einer Majoritaͤt von 32 Stimmen ver⸗ worfen worden ist.“ Was in der letzten Depesche uͤber die Bewegungen Rodil's gesagt worden ist, entbehrt ei⸗ nes logischen Zusammenhanges, denn wenn Gomez wirk⸗ lich von Guadalupe aus einen Versuch gemacht haͤtte,
uͤber den Tajo zu gehen, so muͤßte dies entweder bei Arco⸗
bispo, wo Rodil steht, oder weiter westlich bei Almaraz gesche⸗ hen seyn. Im ersteren Falle haͤtte eines Treffens zwischen bei den Generalen erwaͤhnt werden muͤssen, und im letzteren haͤtte Gomez einen Marsch zu machen gehabt, der ihm nicht erlaube haben wuͤrde, jetzt schon wieder in Truxillo zu seyn. Dagegen war der Marsch von Guadalupe nach Truyxillo die natuͤrlichste Bewegung, wenn Gomez es vermeiden wollte, den General Ro⸗ dil in seiner Stellung bei Arcobispo anzugreifen, und es kann daher als gewiß angenommen werden, daß Gomez noch keinen Versuch gemacht hat, uͤber den Tajo zu gehen. Daß Gomez sich anschicke, nach Andalusien zuruͤckzukehren, erscheint ebenfalls als eine hoͤchst unwahrscheinliche Hypothese.
In einem Schreiben aus Bayonne vom dten d. heißt es: „Die Belagerung von Bilbao dauerte am 3ten d. M. in der⸗ selben Weise wie seit dem 29. Oktober fort. Einigen Briefen zufolge, haͤtte das Feuer am 2ten mit erneuter Kraft begonnen; aber der Bericht aus dem Hauptquartier sagt nichts davon, und es ist auch wahrscheinlicher, daß man sich vorläͤufig darauf be⸗ schraͤnken wird, die innehabenden Stellungen beizubehalten, bis der Kampf zwischen Espartero und Villareal stattgehabt hat.“— Die Sentinelle fuͤgt obigen Details nichts hinzu, meldet aber, daß der Pfarrer von Dallo von Villareal ermaͤchtigt wor⸗ den sey, Vittoria mit einer mobilen Kolonne zu blokiren. — Der Gefe politico hat sich der Glocken von Pampelona bemaͤch⸗ tigt und in Puente⸗la⸗Reyna haben die Behoͤrden auf hoͤheren Befehl auf alle Klostergelder Beschlag gelegt. Die Aebtissin von Santa⸗Clara, die eine kleine Sumine versteckt hatte, hat den Befehl erhalten, das Kloster zu verlassen und ist mit ihren saͤmmtlichen Untergebenen nach Estella gegangen.
Das Journal des Debats enthaͤlt heute ein sehr lan⸗ ges Privatschreiben aus Madrid vom 29. Okt., worin darzuthun gesucht wird, daß der Zustand der Dinge in Spanten, obgleich in vieler Beziehung sehr betruͤbend, doch fuͤr die Regierung der Koͤnigin nicht in dem Maße bedenklich sey, wie man im Aus lande zu vermuthen scheine. Gomez wird darin nur als ein kuͤhner Guerilla⸗Haͤuoptling geschildert, dessen einziger Zwecs Raub und Pluͤnderung sey, und der es nie wagen wuͤrde, ir⸗ gend etwas Entscheidendes gegen Madrid zu unternehmen „Wenn Don Carlos,“ heißt es in jenem Schreiben, „nicht uͤber den Ebro geht und nicht den Versuch macht, eine schwankende Regierung aus Madrid zu vertreiben, wenn er, trotz aller Vortheile, die er durch die Fehler seiner Gegner erlangt, in e Provinzen bleibt, se kann man sich schon darauf verlassen, daß er, der von der Lage der Dinge genau unterrichtet ist, dazu seine guten Gruͤnde har. Und was Gomez betrifft, so darf man, wenn auch die Generale der Koͤnigin seine Streifzuͤge durch Spanien nicht verhindern
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Cantavieja ist am 31.