1836 / 347 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Stuttgart, 9. Dez. Unter seinen Privat⸗Anzeigen ent⸗ haͤlt heute der Deutsche Courier Folgendes: „Anstaͤndige Belohnung fuͤr denjenigen, welcher uͤber ein abhanden gekom⸗ menes Eisenbahn⸗Comité Auskunft zu ertheilen im Stande ist. Man wende sich an die Expedition einer der Stuttgarter Zeitungen, oder an einen der Actionaire.“

Kassel, 10. Dez. Die Prinzessin Emilie von Hessen⸗ Barchfeld ist am 2ten d. M. auf dem Schlosse Augustenau mit Tode abgegangen.

Hamburg, 5. Dez. (Boͤrsen⸗Zeitung.) Die Geld⸗ krisis auf den Englischen Maͤrkten hat angefangen, seit ein paar Tagen auch auf hiesigem Platze wirklich fuͤhlbarer als seither zu werden. In Folge umfassender Operationen, welche von Lon⸗ don aus, dem Vernehmen nach, theilweise fuͤr Rechnung der Bank hier stattgefunden haben und wodurch sehr betraͤchtliche Summen zum Diskontiren kamen, hat sich das Diskonto schnell gehoben und ist heute bereits 5 ½ pCt. von Haͤusern ersten Ran⸗ ges fuͤr Primapapier bezahlt worden.*) Allem Anscheine nach duͤrfte dieser Zinsfuß sich eher steigern als niedriger gehen. Das Waarengeschaͤft leidet natuͤrlich auch unter dem gegenwaͤrtigen Druck des Geldmarktes, und der Verkehr in den meisten Arti⸗ keln ist hoͤchst unbedeutend. Unsere Assekuranz⸗Compagnieen sind, wie man hoͤrt, bedeutend bei den vielen Unfaͤllen interes⸗ sirt, welche der neuliche Orkan auf der See verursacht hat. Am 3ten d. traf die Nachricht ein, daß das Dampfboot „Chief⸗ tain“, von hier nach London bestimmt und schon einmal in Vlissingen eingelaufen, an der Hollaͤndischen Kuͤste verungluͤckt sey; die Ladung ist groͤßtentheils hier versichert.

Rom, 29. Nov. (Allg. Ztg.) Durch Beschluß der hiesigen Sanitaͤts⸗Kommission ist mit Ausgang der vorigen Woche der um Ancona gezogene Kordon aufgehoben und die freie Communica⸗ tion mit der Stadt hergestellt worden. Obschon seit dem 14. Okt.

kein Fall mehr vorgekommen war, wurde der Kordon dennoch bis nahmen, vorgeschriebenen Raͤucherungen genau

jetzt beibehalten, weil die dortigen Behoͤrden Anstand die ihnen von hier aus

vorzunehmen. Die Regierung hat in Festhaltung der einmal

sehr geklagt wurde, eine große Beharrlichkeit gezeigt. Beim er⸗ sten Erscheinen der Cholera in Ancona, wo wegen der Franzoͤsi⸗

schen Besatzung keine hinlaͤngliche Anzahl Paͤpstlicher Truppen, um

den Kordon zu bilden, vorhanden war, ging es bunt her, und Fluͤchtlinge verpflanzten die Seuche alsbald nach Monte Fano, einem Okte 32 Miglien von Ancona, wo wurden. Seit der gleichzeitigen Umzingelung des Orts, so wie der angesteckten Stadt, hat das Uebel sich nicht weiter ausgebrei⸗ tet. In Ancona starben im Ganzen seit dem 14. Aug., wo die Seuche ausbrach, bis zum 14. Okt., wo der letzte Krankheitsfall vorkam, von 1556 Erkrankten, 716. in ihren Wohnungen verpflegt wurden, starben 383, und in den Hospitaͤlern wurden 457 Kranke behandelt, wovon 240 genasen. Das guͤnstigste Verhaͤltniß lieferte das

h Franzoͤsische Militair⸗Spital, wo nur der Faͤlle toͤdtlich waren, was wohl der Menge von

Krankenpflegern und der sehr geregelten Diäͤt zuzuschreiben seyn 1s den Gefaͤngnissen und oͤffentli⸗ chen Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten, wo keine Communication mit der

mag. Aufsallend ist es, daß in

Stadt war, gar kein Fall vorkam, und daß selbst im Bagno nur 31 Faͤlle eintraten, obgleich es vollgepfropft ist, und die Straͤflinge zur Straßen⸗Reinigung verwendet wurden. unverhaͤltnißmaͤßig große Anzahl von 2998 Faͤllen vor, wovon starben, und zwar aus Mangel an schneller Huͤlfe. in nahgelegenen Landhaͤusern, soll sich kein einziger Fall ereignet haben. Aus diesem Allen geht hervor, daß die Krankheit in Ankona ziemlich gelinde auftrat, obgleich 6 Erkrankungen auf 100 Personen kamen. großen dg war sie in dem kleineren Ankona thunlich, und der Vorwurf, daß man anderswo das System der Kordone zu schneil aufgege⸗ ben habe, erscheint ungerecht. Die in Ankona verordnete und streng gehandhabte Waaren⸗Desinfection hat gar kein Resultat geliefert, da die in dem Lazareth angestellten San taͤts⸗Aufseher, welche die von den angesteckten Haͤfen, Venedig und Triest, her⸗ gekommenen Waaren waͤhrend der Auarantainezeit taͤglich be⸗ ruͤhren mußten, voͤllig frei von der Krankheit blieben. Sie wa⸗ ren uͤbrigens auch von der angesteckten Stadt foͤrmlich getrennt.

Spanien.

Madrid, 30. Nov. Vorgestern Abend war die Haupt⸗ stadt in der groͤßten Aufregung in Folge des Aufstandes eines Bataillons des 4ten Garde⸗Regiments, welches in der Straße Fuencarral kasernirt ist. Der neue Oberst desselben, Herr Puche, war die Veranlassung zu dieser Insurrection, die, da sie nicht augenblicklich von der Behoͤrde unterdruͤckt werden konnte, gestern zu noch bedenklicheren Ereignissen fuͤhrte. Der besagte Iberst, einee der ausgezeichnetsten Offiziere, dem das Kommando uͤber das te Garde⸗Regiment uͤbergeben worden war, um die seit den Begebenheiten von La Granja in Verfall gekommene Ordnung und Mannszucht wiederherzustellen, wurde naͤmlich vorgestern Abend nach dem Appell von einigen uͤber die Strenge, womit er sie behandelte, erbitterten Soldaten angegrif⸗ fen. Sie schossen einigemal auf ihn, jedoch ohne ihn zu tref⸗ fen. Da der Oberst sah, daß der ganze Haufe gegen ihn war, so fluͤch⸗ tete er sich nach seiner Wohnung. Nun zerstreuten sich die Soldaten in den Straßen unter dem Geschrei: „Es lebe die Constitution! Tod dem Oberst Puche!“ Sie nahmen eine voͤllig feindliche Stellung an und postirten sich in einzelnen Abtheilungen hundert Schritt vor die Kaserne. Als die Behoͤrde von diesen Vorfaͤllen unter⸗ richtet wurde, ließ sie General⸗Marsch schlagen, und um 8 Uhr Abends standen die ganze National⸗Garde, so wie die Kavalle⸗ rie und Artillerie der Koͤniglichen Garde, welche den Rest der Garnison von Madrid bilden, unter den Wassen. Unterdessen war es mehreren Offizieren gelungen, die aufruͤhrerischen Sol⸗ daren zur Ruͤckkehr in ihre Kaserne in bewegen, die Ruhe wurde darauf bald hergestellt, und um 10 ihr Abends kehrten die Ar⸗ tillerie und die Kavallerie der Koͤniglichen Garde in ihre resp. Quartiere zuruͤckk. Die National⸗Garde allein blieb die ganze Nacht hindurch unter den Waffen. Um 8 Uhr des anderen Morgens verbot der General⸗Capitain dem 4ten Garde⸗Regi⸗ ment, die Compagnie, welche gemeinschaftlich mit der National⸗ Garde den Dienst im Schlosse hatte, abzuloͤsen; die Unteroffi⸗ ziere weigerten sich aber, diesem Verbot zu gehorchen, und das Ate Regiment verließ um 9 Uhr sein Quartier mit klingendem

angefuͤhrt von den Unteroffizieren und Feldwe⸗ die den Fahnentraͤger noͤthigten, ihnen zu folgen.

⁵) Bis zum 9. Dezember war das Diskonto in Hamburg segar auf 6 bis 7 pEt. gestiegen, was auf diesem Platze seit langer Zeit nicht vorgekommen ist. 1

2

angeordneten Vorsichts⸗Maßregeln, gegen welche von Ancona aus ganischen Gesetzen entsprechen muß, wird unterdruͤckt.

1 dit bezüglichen Gesetze sollen zuerst 9 Personen ihr Opfer n Kammer eine Modification erleiden, die

Von 797 Kranken, welche 1 8* 24 2 1 N

gende zu: Cortes alle Jahre zusammenzuberufen und ihre Sessionen zu

doch im letzteren Fall unter der

In dem in kleiner Entfernung um die Stadt gezogenen Kordon kam die

Hingegen welche außer dem Kordon lagen, m 1b Reihefolge derselben nachstehende seyn soll:

Wenn in

Staͤdten eine strenge Absperrung vielleicht unmoͤglich ist, 8. ments stattgefunden haben, sind beendigt.

1412

Der General⸗Capitain brachte sie jedoch noch einmal zum Ge⸗ horsam, und sie kehrten wieder zuruͤck. Aber um ½ auf 10 verließen sie abermals, ohne Offiziere, unter Trommelschlag und Musik, welche die Hymne Riego's spielte, die Kaserne und zo⸗ gen mit fliegender Fahne nach dem Schloß. Um 10 ½ Uhr gab der General⸗Capitain den Kuͤrassieren und reitenden Gre⸗ nadieren der Garde den Befehl, die Meuterer anzugreifen, die mit einem Bataillenfeuer antworteten. Mehrere Kavalleristen stuͤrzten, und es entspann sich nunmehr ein lebhafter Kampf. Um halb 12 Uhr wurde die Koͤnigin von diesen Vorgaͤngen in Kenntniß gesetzt und befahl, daß die Garde nicht zugelassen werden sollte, wenn sie nicht von ihren Offizieren angefuͤhrt wuͤrde. Nun fingen die Soldaten des 4. Regiments an, sich zuruͤckzuzie⸗ hen. Gegen Mittag wurde der Brigadier Narciso Lopez zu ihnen geschickt, um sie zur Ruͤckkehr in ihre Quartiere zu bewegen. Er begab sich um 1 Uhr an der Spitze der Soldaten des 4ten Regiments und unter dem Ruf: „Es lebe die Constitution!“ in ihre Kaserne. Um 2 Uhr brachte man eine große Menge Verwundete in das Lazareth. Unter ihnen befindet sich ein Capitain von den Kuͤ⸗ rassieren. Die Zahl der Todten wird auf 12 und die der Ver⸗ wundeten auf 60 angegeben. Die 5te Compagnie des üten Garde⸗ Regiments hat allein 10 Mann verloren. Alle Läden blieben gestern geschlossen. Die Passage durch die Puerta del Sol war untersagt. Madrid bot einen sehr traurigen Anblick dar,

die ganze National⸗Miliz war unter den Waffen, und man hegte große Besorgnisse fuͤr den Abend; die

Ruhe wurde jedoch nicht weiter gestoͤrt.

In der gestrigen Cortes⸗Sitzung erschien der Kriegs⸗Mini⸗ ster und zeigte im Namen der Regierung an, daß die aufruͤh⸗ rerischen Soldaten vor den vereinigten Truppen der Garnison und der National⸗Miliz die Waffen gestreckt haͤtten, daß die Ordnung also wieder hergestellt sey, daß nur ein einziger Offizier verwundet worden, und daß die Ruhestoͤrer in diesem Augen⸗ blicke vielleicht ihre Strafe erhielten. Sodann uͤberreichte die Verfassungs⸗Kommission einen Bericht, uͤber die in der Con— stitution von 1812 vorzunehmenden Abaͤnderungen. Die vorge⸗ schlagenen Grundlagen sind folgende: „Art. I. Der ganze re— glementarische Theil mit Allem, was den Gesetzbuͤchern und 8 or⸗ Art. 2.

Die Cortes sollen aus zwei durch die persoͤnliche Beschaffenheit

ihrer Privilegien von einander verschiedenen gesetzgebenden Koͤr⸗

sollen beide sich gleich und den Staats⸗Kre⸗ der Deputirten⸗Kam⸗ sie in der anderen von den Deputirten

bestehen. Der Gewalt nach

aber die auf die Steuern

pern stehen,

mer vorgelegt werden, und wenn

d

spaͤter nicht genehmigt wird, so soll die Koͤnigl. Bestaͤtigung demjenigen zu Theil werden, was g haben. Art. 3. Dem Koͤnige stehen außer den Befugnissen, die

die Deputirten definitiv gebilltgt

ihm durch die jetzige Constitution verliehen werden, noch fol⸗ 1) die Bestaͤtigung der Gesetze; 2) das Recht, die schließen; 3) das Recht, sie zu prorogiren oder aufzuloͤsen, je⸗ Bedingung, andere Cortes ein⸗ zuberufen und sie bis zu einem bestimmten Termin zu versam⸗ meln. Art. 4. Die Deputirten zu den Cortes sollen nach dem direkten Wahl⸗Modus und koͤnnen immer wieder von neuem ge⸗ waͤhlt werden.“ Mitglieder der Kommission, von der diese Vorschläͤge ausgehen, sind die Herren Arguelles, Ferrer, Gon⸗ zales, Laborda, Torreno y Meraͤlda, Acusia, Acevedo und Olo⸗ zaga. In derselben Sitzung nahm die Kammer den von dem Ministerium gemachten Vorschlag an, daß der Abschnitt der Munzen die Worte: „Koͤnig, Vaterland, Gesetz“ enthalten solle, nur mit der Abaͤnderung in der Stellung dieser Worte, daß die „Gesetz, Vater⸗ land, Koͤnig.“ Im heutigen Blatt der Revista Nacional liest man: „Die Ereignisse, welche in der Kaserne des 4ten Garde⸗Regie⸗

18 Stunden lang ein feindliches Ansehen;

Regierung und benahmen sich vortreffiich. Die aufruͤhrerischen Soldaten, 260 an der Zahl, die sich zuletzt aus ihrer Kaserne in die benachbarten Haͤuser fluͤchteten, haben sich gegen Mittag nach schwachem Widerstande ergeben; sie wurden sogleich abge— fuͤhrt, um quintirt und jeder fuͤnfte Mann erschossen zu werden;

aber gluͤcklicher Weise langte die Begnadigung Ihrer Majestaͤt erst drei fuͤsilirt waren; die uͤbrigen wurden daher um der Muͤnchener pol. Zeitung) nehmen wir den Philam

an, als 2 Uhr in ihr Quartier zuruͤckgebracht, wo sie sich noch befinden. Wir mißbilligen die von der Regierung bei dieser Gelegenheit entwickelte Energie nicht, aber wir haben verlangt, verlangen und werden verlangen, daß gegen die Feinde des Throns Isa⸗ bella's lI. und der Sache der Nation, welches auch ihre Farbe oder Kategorie sey, wenigstens eben so streng verfahren und gleiche Kraft entfaitet werde, sonst koͤnnte jene Strenge fuͤr die Freiheit, welche wir vertheidigen, sehr gefährlich werden. Dies rathen wir der Regierung, weil wir den Frieden lieben und das Wohl und Gluͤck der Spanischen Nation wuͤnschen, deren Kin⸗ der wir sind.“ 1 Eine in Franzoͤsischen Blaͤttern enthaltene Privat⸗Kor⸗ respondenz aus Madrid vom 30. Nov. theilt uͤber die Unru⸗ den der beiden letzten Tage noch folgendes Naͤhere mit: „Der Aufstand des 4ten Regiments ist gestern Nachmittag um 41 Uhr mit Kanonenschuͤssen unterdruͤckt worden. Sechs Geschuͤtze von verschiedenem Kaliber feuerten auf das Hospiz in der Fuen⸗ carral⸗Straße, in welches die Garden sich gefluͤchtet hatten; 11,000 Mann ungefaͤhr wurden zum Angriff auf dieses Ge⸗ baͤude verwendet, das durch die Kartaͤtschenkugeln sehr gelitten hat. Der Widerstand der Garden war von kurzer Dauer, aber der Angriff war auch uͤberaus kraͤftig. Sechs Kanonen, ein Bataillon der Koͤnigin⸗Regentin, das 6te und 7te Regiment der National⸗Garde und eine zahlreiche Kavallerie brachten die Aufruͤhrer, etwa 209 an der Zahl, die sich in dem Hospiz ver⸗ schanzt hatten, bald zum Gehorsam, und sie mußten sich auf Disere⸗ tion ergeben. Es wurde der? efehl ertheilt, sie zu quintiren, und zwei mit Ausfuͤhrung desselben beauftragte Bataillone der Koͤ⸗ nigin⸗Regentin und der Pational⸗Garde, von einigen Priestern begleitet, fuͤhrten die Gefangenen nach dem außerhalb der Stadt gelegenen Campo de Guardias ab. Drei waren schon erschossen, als die von der Koͤnigin den uͤbrigen Delinquenten bewilligte Begnadigung auf dem Hinrichtungsplatze eintraf. Die anderen Gefangenen wurden zu San Maten eingesperrt, wo sie so lange bleiben sollen, bis man sie unter andere Corps vertheilen wird. Die Feldwebel und Unteroffiziere hatten sich in den an das Hospiz stoßenden Haͤusern versteckt, wo sie verhaftet wurden. Man hat sie nicht auf der Stelle erschossen, weil die Behoͤrde glaubte, sie koͤnnte vielleicht noch wichtige Aufschluͤsse von ihnen erhalten. Gestern Abend wollte man wissen, die Aufruͤhrer haͤtten bei ihrem Unternehmen auf die zu Aranjuez in Garni⸗ fon stehenden 4 Compagnieen gerechnet. Das Bataillon der

Die Hauptstaͤdt hatte tional⸗Garde und die Armee gehorchten aber der Stimme der

der fremnden Soldaten bei ihrer

Koͤnigin⸗Regentin hat sich sehr gut gehalten, obgleich ermattet seyn mußte, da es gestern in schlechtem Wetter

3 Uhr war Alles zu Ende,

- und die Truppen National⸗Garde waren in

so ihre Kasernen

und sie entwaffnen.

gestrigen Vorfaͤllen.

es s guas zuruͤckgelegt hatte, um von Guadalaxara hierher zu den 1 üer b

· iri Große Verantwortlichkeit lastet auf dem detes die vorgestrigen und gestrigen Ereignisse haͤtte vorhersehen G sen, denn am ersten Tage hatte der Aufstand der Soldaten’ Aten Garde⸗Regiments noch keinen politischen Charakter, und Regierung konnte sich damals der Schuldigen leicht bemaͤchtzs Statt dessen ließ man sie die ganze M. hindurch sich ungehindert verschwoͤren, und so kam es zu⸗ Man kann wohl mit gutem Grunde ge

ben, daß der hartnaͤckige Vorsatz dieser Handvoll Leute, die Wache

Palast abzuloͤsen und den Dienst daselbst zu thun, zum Zweck ha

eine zweite Revolution nach Art derjenigen von La Granjt

Gunsten der exaltirten Partei zu versuchen, was, wenn sich erst der Person der Koͤni Leichtes gewesen waͤre. Tagen geschlossen.“

Griechenland.

nigin bemaͤchtigt gehabt haͤtte, Die Boͤrse blieb an den beiden leg

üö

Athen, 5. Nov. Ueber den dermaligen Zustand der chischen Marine giebt das Journal La Grèece regénéree,

Beantwortung eines Artikels der „Minerva“, folgende Der „Voer dem Beginne des Freiheitskampfes hatte Hydra 80 Schiffe, Spezia 45, Psara 48, Galaxidi 25, Kassos 15, Anzahl der Matrosen dieser Inseln belief sich auf 12,000, mit denen der uͤbrigen Theile Griechenlands auf 25,009. der Koͤnig nach Griechenland kam, fanden sich noch 17,000 trosen, und die Anzahl aller großen und kleinen Schiffe, unter üͤber 30 Tonnen, betrug 3170, von denen die meisten nicht die See halten konnten. Von jener Epoche bis jetzt, sagt Journal, seyen im Ganzen gebaut worden 2 Goeletten, . nonenboͤte, deren Bau so ungluͤcklich aussiel, daß sie bah brauchbar wurden, und zwei Kutter, wovon der eine sich seiner ersten kurzen Seereise noch nicht erholt hat; es seyg

1

1

-

Material in Menge im Arsenal angehaͤuft worden, aberh

durch die dort herrschende Unordnung ungebraucht geblit Es seyen aber kaum 8 Monate seit Uebernahme der Leitung Marine⸗Ministeriums von Herrn Kriegis verflossen, unsg sey in dem Arsenale die beste Ordnung und Oekonomie eingz worden. 8 h bau in Messenien geschlagen, es geschehen neue Einkeͤnße Eisen und Werkzeugen; 1 neue Korvette ist bereits fertig,? 1 Goelette, so wie 1 Dampfschiff, werden in kurzer Zeit fohg zum Baue zweier neuen Korvetten hat man bereits die mie gen Vorbereitungen gemacht: 1200 Matrosen bedienen die

Es wird bereits, sagt das Journal, Holz zum

niglichen Schiffe, und eine Ouprier⸗Compagnie, aus Einhen

schen und Fremden bestehend, des Arsenals. Es ist Vorsorge getroffen fuͤr die Errichtung,

arbeitet unausgesetzt fuͤr den Da

N-

Compagnie Marine⸗Artille rie⸗Instructeure, welche saͤmmt

Matrosen in der Bedienung der Kanonen unterweisen se

1

Die Marine Offiziere haben ausfuͤhrliche Dienst⸗Instructan erhalten; es wurden von dem Marine⸗Minister Vorschlaͤget macht, die dermalen dem Staatsrathe zur Berathung vorlitg

und in Aegina wurde mit der Militair⸗Schule eine Ma Schule verbunden.“

Es wurde dieser Tage ein reiche Steuern und Gebuͤhren bei Auswanderungen ꝛc. gehoben werden. Eben so mehrere Nachlassungen, die Se. Majestaͤt dekretirt haben.

Die Schiffe sind bereits im Piraͤus die Deutschen Soldaten, die ausgebient haben, nach Triest üt fuͤhren sollen. Anzahl von Handwerkern, Kuͤnstlern und des digen, deren foͤrmliche Niederlassung hier fuͤr das mensch und der Haͤnde so sehr beduͤrftige Griechenland von wesen Nutzen seyn wuͤrde. Auch sind sung der Fremden nicht nur nicht abgeneigt, sondern Viele s chen dies laut als einen Wunsch aus, von dessen Realisit sie so wesentliche Erfolge fuͤr di werbe und Industrie hoffen. Wir hoͤren zwar, daß die R. rung ihnen Offerten zu ihrer Niederlassung in Griechenland macht hat; doch weiß man nicht, welcher Art diese sind. viel ist gewiß, daß von 350 Mann nur Wenige sich zum bleiben entschlossen haben. Bei dieser Gelegenheit C(heißt der Behaneg Triest in

der Griechischen Regierung hinsichtlich Entlassung in Es ist naͤmlich bittere Klage daruͤber gefuͤhrt ue in Triest

pismus

spruch. 8 daß die armen Soldaten bei ihrer Entlassung ihre Maͤntel, das Einzige, was ihnen zu einigem Schuhe der Reise dient, abliefern muͤssen, so daß einige der fuiher ruͤckgekehrten noch auf Deutschem Boden das Opfer der Ai rungen wurden. Wir sind uͤberzeugt, daß der humane des Griechischen Gouvernements eine solche Oekono mie, der Kosten der Moralitaͤt erkauft wird, mißbilligt, und daß del fache Veroͤffentlichung dieser Verfahrungsweise hinreichen e sie zu anderen Ordres an die Militair⸗Behoͤrden zu bestinne⸗ Vor einigen Tagen wurden zwei zum Tode verurthe Verbrecher auf einem lung Gendarmerie und einer Compagnie Linien⸗Militaste hier nach Aegina gebracht, um dort in Ermangelung Scharfrichters erschossen zu werden. Sie hatten bei zwei junge Nisioten ermordet und beraubt. Der eine der brecher wußte sich noch in der Hauptstadt von seinen 1 los zu machen und war mit einem Satze vom Wagen, üt ihn begleitenden Gendarmen hinweg. Er floh in die mm Straße, wo er jedoch von einem dort Wache stehenden 6 ten, der die auf den Verbrecher gefallenen Schuͤsse gehoͤrt mit dem Bajonnette aufgehalten und so von den ihm nachtg den Gendarmen wieder festgenommen wurde. 11 Mit dem neuen Jahre wird der erste Griechische Almad von dem Redacteue unseres Morgenblattes, einem 8 Arzte, erscheinen. Es hat also auch dieser Zweig der Lites seinen Vertreter gefunden. 1 Der Mangel einer inlaͤndischen Papier⸗Fabrik begimne lich fuͤhlbarer zu werden. In Folge der durch die vh Quarantaine erschwerten Verbindung mit Italien und 8e9” ken Aufkaufes des vorhandenen Papieres fuͤr den Stempee andere Verwaltungs⸗Beduͤrfnisse ist der Preis des Papiec kurzer Zeit um das Doppelte gestiegen. Der Mangel an dan Schreib⸗Papier ist in diesem Augenblicke so groß, daß es 8 in den Bureaus zu fehlen beginnt. Es hat darum die 39 rung sich genoͤthigt gesehen, auch hinsichtlich des Seemah 1 piers Ausnahmen in der Art eintreten zu lassen, daß es kein Stempel⸗Papier momentan vorhanden ist, im Inteenng Dienstes auch anderes Papier an der Stelle des geste

Vertrag zwischen dem Ka

Griechenland und Sachsen publizirt, dem gemaäh s. b gegemamj aubs Begnadigungen umn Suast

angekommen, welch

1

Leider befindet sich darunter eine nicht gerig (ckerbaues Kn

die Griechen dieser Nieden

die schnelle Entwickelung der

Wagen unter Begleitung einer Areh

6

atamoras, die

een; wirklich gefährli

cht werden darf, natuͤrlich unbeschadet der Stempel⸗Gebuͤhr er desfalls angeordneten Kontrolle. 8 (Aus dem Briefe eines tsch letzten Angrisse des Kaid von Miliana ckkhaus Wad⸗Yaich, das auf den aͤußersten Vor⸗ Belida's liegt, ist in unserer Umgegend von Bedeutung vorgefallen. Ueber das tragische Ende seutenants Guillard mit seinen zwei und zwanzig Spahis ich durch Augenzeugen die F ö1 er it jenes jungen ier ag in die Verwegenhei, serergn,fses denn 9 handelte bei seinem Befehl des Generals Brossard. Kuhmsucht, die gluͤhende Begierde, durch eine kuͤhne That kreuz und Avancement zu gewinnen, giebt unter den juͤn⸗ Franzoͤsischen Militairs häufig Anlaß, solche unnuͤtze Opfer klagen. Guillard verfolgte, nachdem der Angriff auf das haus laͤngst abgeschlagen war, die fliehenden Hadschuten Suͤmpfe und Schluchten mit so blinder Wuth, daß diese st seinem Haͤuflein eingeschlossen hatten, ehe er an seinen ug dachte. Als der kuͤhne junge Mann sich verloren sah, er, den Saͤbel in der Faust, unter die berittenen Had⸗ n und war der Erste, welcher fiel. Lieutenant Goͤr de Herve erselza, Letzterer ein eingeborener Araber, der Wachtmeister c, ein Elsasser, und neunzehn gemeine Spahis, darunter rittheil Franzosen, theilten das gleiche Schicksal, verkauften hr Leben theuer und wurden erst nach der wuͤthendsten wehr in Stuͤcken gehauen. Zehn andere Spahis schlugen urch und fluͤchteten unter die Kanonen des Blockhauses aich. Der Kaid von Miliana Sidi el Sghir el Mbarek außer einigen Hundert Tuͤrken die Beduinenstaͤmme Sum⸗ und Muzaja, „Sala, dessen n des kleinen rhorden der

Id drs traurigen Ereignisses, üͤmen Vordringen gegen den

Daskar suͤdlich von Belida auf den Ab⸗ Atlas liegt, und die gefaoͤhrlichen raͤuberischen Hadschuten“) mit sich: dennoch wagte er

die Franzoͤsischen Linien ernstlich anzugreifen, und ohne die

ge Hitze des ungluͤcklichen Guillard haͤtten die Franzosen kei⸗ Mann verloren. Durch diese ploͤtzlichen Feindseligkeiten sind Verbindungen mit der Landschaft zwar nicht unterbrochen, weniger belebt als sonst. Der Markt von Bufearik ist bei mnicht mehr so bedeutend wie fruͤher. Die Staͤmme, e uns jetzt hauptsaͤchlich mit Peni⸗Halifah, Beni⸗Selim und Beni⸗Mussah; letzterer, ein maͤchtiger Stamm, ist jetzt ein thaͤtiger Alliirter der Fran⸗ ; auch die Gelegenheit als treue Augenblicke die Bewegung der Bauten, des Handels der Colonisations⸗Projekte. Die Stadt hat sich seit meinem in Aufenthalte bedeutend verschoͤnert. rischen Haͤusern wurde niedergerissen, die Straßen erweitert neue Gebaͤude in Europaͤischem Style aufgefuͤhrt, was frei⸗ dem so fremdartig pittoresken Anblick der Stadt Abbruch Die Rue de la Marine besteht bereits ganz aus Europaͤi⸗ Gebaͤuden. Der prachtvollsten Kauflaͤden, Kaffeehaͤuser, ts, welche den ersten in Marseille und Toulon nicht nach—

n, giebt es in Menge. Theater, Baͤlle, Spiel⸗Salons, so wie übrigen Europaͤischen Vergnügungs⸗Anstalten sind im Gange;

Leben ist hier nur allzu lustig. Die Zahl der anwesenden den ist so außerordentlich groß, daß man nur mit Muͤhe zu enorm hohen Preisen passende Wohnungen findet. Han⸗ und Gewerbe nehmen einen erstaunlichen Aufschwung, und

die Ausfuhr inlaͤndischer Produkte nimmt betraͤchtlich zu; jedes Schiff nimmt Ruͤckladungen an Oel, Wolle, Wachs und dfruͤchten. tion auch immer von

rt begriffen und seine Zukunft reich an Hoffaungen. ziese jungste Generation die kleinen Mauren, die so Franzoͤsisch plaudern und an den Bonbons der Franzoͤsischen erbacker Geschmack finden, einmal groß werden, und ein an⸗

Nenschenschlag, als jene rohen Freibeuter, wird auf diesem

ude, dem schoͤnsten und gesen netsten vielleicht der Welt, er⸗ n. Der alte fanatische Haß stirbt mit den Maurischen Grau⸗

n aus, und ihre Kinder werden sich leicht an eine freund⸗

Nachbarschaft mit dem Volte zu gewoͤhnen wissen, dem sie

ihren Knabenjahren an nahe sind, zu einer Zeit, wo das noch keines Grolles gegen den ungläubigen Jugendgespie⸗

faͤhig ist. Eine merkwuͤrdige Umwaͤlzung, deren Fruͤchte die naͤchste Zukunft zeigen wird, beginnt fast unter allen hamedanischen Voͤlkern. hmud's, Mehmed Alt's und Rundschit Singh's, die vielleicht willenlose Werkzeuge des Weltschicksals sind, strebt heute, cristlichen Civilisation den Weg in den Islam zu bahnen, dieser alte Strand der Piraterie, diese verwilderten Nach⸗ nen der Erbauer der Alhambra, werden wie die andern

ker ihres Glaubens in dem Strome des Zeitverhaͤngnisses fortgewaͤlzt und stehen am Vorabend einer unermeßlichen

ormation.

Pereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

Aus New „York lauten die Berichte (wie bereits erwaͤhnt) der befriedigender uͤber den Zustand der Boͤrse. d der Diskonto noch auf 1 ½

t sehr geniren wuͤrde, und fuͤhrte namentlich den Umstand, 9 kein bedeutendes Fallissement stattgefunden, als ein

iges Vorzeichen an. Die vorgekommenen Verluste trafen ͤtsaͤhlich die Staats⸗Papier⸗ und Landguͤter⸗Spekulanten. ondere Aufmerksamkeit erregte unter diesen Umstaͤnden der ene 8eg Staats⸗Einkuͤnfte in den verschiedenen 88 b Union, der sich zusammen wohl auf 46 Millionen nan 16G wovon 6 Mill. auf New⸗York, 4 ½ Mill. auf heh 3 ½ Mill. auf Virginien kommen. Die Er⸗ 1 Huen 8 urens zum Präsidenten war, nach hier eingegan⸗

1 vatt riefen, immer unwahrscheinlicher geworden und

eis der Bank⸗Actien daher bis auf 118 gestiegen.

WEEEV11 der Lnglsche g867 enthaͤlt folgende Nachrichten aus sätstast 7 in 21. Oktober verließ der General Bravo die es . dem General⸗Major Valencia an der Spitze an um sich mit der Mexikanischen Armee zu 000 Mann stark ist und jetzt unter dem Kom⸗

—) Hadschuten n

ennt man einige irrende 2 858 e ß vom 8 inige irrende Araberstämme, die fast Raube leben und wegen ihrer trefflichen Reiterei die ein⸗

z sind. Ihre D chen Feinde der Franzosen in der Umgegend Al⸗

westlichene Theste wer szrdie,sie beständig wechseln, besinden sich im

der Ebene von Metidschah.

1413

mando des Oberst Amador steht, zu vereinigen und mit ihr zu⸗ sammen in Texas einzufallen. Die ganze Macht wuͤrde also nur 5000 Mann betragen, obgleich die Regierungsblaͤtter von 8000 sprechen. General Santana befindet sich noch immer als Gefangener im Hafen von Galveston. Der Kongreß hat ein Gesetz angenommen, wonach die Spanische Flagge in allen Haͤ⸗ fen der Republik zugelassen werden soll; in der Havana aber wird man Mexikanische Fahrzeuge nur unter der Bedingung zulassen, daß sie ihre Flagge einziehen. Don Jose Justo Corro ist noch in⸗ terimistischer Praͤsident. Der Finanz⸗Minister Mangino hat Kraͤnklichkeit halber seine Entlassung nehmen muͤssen und ist durch Don Ignacio Alao, General⸗Distrikts⸗Kommissar, ersetzt worden. General Bustamente wird taͤglich aus Europa erwar⸗

tet, und man glaubt allgemein, er werde bei der Praͤsidenten⸗ Wahl in Mexiko naͤchsten Maͤrz die Majoritäaͤt erhalten, obgleich der Kampf zwischen ihm und dem General Bravo, der eine starke Partet fuͤr sich hat, sehr heftig werden duͤrfte. Die Fort⸗ dauer der Popularitaͤt des Letzteren haͤngt jedoch von etwas sehr Zweifelhaftem ab, von dem Erfolge seiner Expedition nach dem

Man schreibt aus Danzig: „Die hie⸗

Oktober 1834), de⸗ welche die Buͤrger⸗

Berlin, 13. Dez. sige Koͤnigl. Gewerbeschule (eroͤffnet am 1. ren nächste Bestimmung ist, junge Leute, Schule absoloirt haben, fuͤr das Koͤnigl. Gewerbe⸗Institut in Berlin vorzubereiten, hat unter der Leitung des Direktors, Prof. Anger, in dem verflossenen Schuhjahr an Wirksamkeit erfreulich

die Direction nur die genugsam vorbereiteten zulassen den ziemlich zahlreichen Kabylenstamm der

Landprodukten versehen, sind

Bewohner von Belida zeigten sich bei der letz⸗ Verbuͤndete. Ungeheuer ist hier in

Eine Menge von

Man

Das vereinigte Bemuͤhen Sultan

nd der Allerdings löt n 0 bis 2 pCt. monatlich, doch e man, daß der Geldmangel die eigentliche Kaufmannschaft

gewonnen. Sie begann vor zwei Jahren mit zwoͤlf Schuͤlern, nicht weil sich deren nicht mehrere gefunden haͤtten, ““ zu duͤrfen glaubte. Einer hohen Bestimmung gemäͤß, sollen die Provin⸗ zial⸗Schulen mit der zweiten Klasse des Köoͤnigl. Gewerbe⸗In⸗ stituts parallel stehen, so daß sie erst dann ihren Zweck erfuͤllen, wenn die aus der Provinz nach Berlin Abgehenden dort sogleich in die erste Klasse eintreten koͤnnen. Dieser Zweck ist bereits mit vier Schuͤlern in so weit erreicht worden, als sie das Zeug⸗

niß der Reife fuͤr jene hoͤhere Anstalt erhielten und zwei davon daselbst auch wirklich aufgenommen worden sind,

waͤhrend die beiden anderen zuvor noch erst ihrer militairischen Pflicht genuͤ⸗ gen mußten. Die Anstalt ist auch in dem verflossenen Jahre durch die Koͤnigliche General⸗Verwaltung fuͤr Handel, Fabrica⸗ tion und Bauwesen mit Buͤchern und Vorlegebzaͤttern freigebig beschenkt worden. Außerdem verdankt sie der Guͤte des Stadt⸗ raths Pannenberg mehrere chemische Werke und physikalische Instrumente. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Anstalt im⸗ mer mehr Vertrauen in der Provinz gewinnen und in derselben zur Belebung industriellen Sinnes beitragen werde.“ In die verschiedenen Haͤfen des Regierungs⸗Bezirks Stralsund sind im vorigen Monate 80 Schiffe von 71 Durch⸗ schnitts⸗Lasten eingelaufen; davon waren 31 beladen und 49 ge⸗ ballastet. Ausgelaufen sind 42 Schiffe im Durchschnitte von 8s Lasten, wovon 32 befrachtet waren und 10 Ballast mit sich fuͤhrten. Mit den seewaͤrts ausgegangenen Schiffen wurden un⸗ ter Anderem verladen: 1313 Wispel Weizen, 491 Wispel Rog⸗ gen, 226 Wispel Gerste und 1490 Centner Oelkuchen. In der Nacht vom 19ten zum 20. Nov. strandeten bei starkem Ne⸗ bel ostwaͤrts vom Darßer⸗Ort zwei Kaufffahrteischiffe: „Chri⸗ stine“, gefuͤhrt von dem Schiffer Hein aus Bremen, und „Anna⸗ Margaretha“, gefuͤhrt von dem Schiffer Sie waren respektive mit Weizen und Roggen beladen und nach Bremen designirt. Die „Christine“ war durch den Seegang voͤllig zertruͤmmert und es konnte nur ein Theil des Inventariums gerettet werden. Von der „Anna⸗Margaretha“ hat man das Inventarium fast ganz geborgen; die Ladung wird aber wahrscheinlich in Folge der be⸗ deutenden Beschaͤdigung des Schiffskoͤrpers verloren gegangen seyn. Die Mannschaften beider Schiffe haben sich gerettet. Durch den orkanartigen Sturm am 29. November sind die Strandduͤnen des Darßes und vom Zingst an mehreren Stellen durchbrochen, uͤberall aber sehr stark beschaͤdigt worden. Gleich⸗ zeitig hatten die Sturmfluthen auch alle Grundstuͤcke der Dorf⸗ schaften Zingst und Straminke, so wie einen Theil der Prero⸗ wer Ländereien uͤberschwemmt, so daß selbige fast 3 Tage unter Wasser standen. Hierdurch hat natuͤrlich die Productionskraft des ohnehin duͤrftigen Bodens sehr gelitten, und es ist fuͤr das naͤchste Jahr auf eine ersprießliche Aerndte nicht zu rechnen. Der Sturm war so gewaltig, daß die Meereswogen in mehrere Haͤuser und Scheunen eindrangen, und in letzteren dem gewon⸗ nenen Viehfutter großen Schaden zufuͤgten. Die Koͤlnische Zeitung berichtet aus Heiligen⸗ stadt an der Leine (Reg. Bez. Erfurt) unterm Aten d. M.: „Unsere arme Stadt ist in der vorigen Nacht von einem gro⸗ ßen Ungluͤck heimgesucht worden; gestern Abend 7 Uhr brach in der Wehner⸗Gasse Feuer aus, welches sich bei einem Sturme aus Suͤdwest mit großer Schnelligkeit uͤber jene ganze Gasse ver⸗ breitete, so daß man erst heute Morgen Herr des Feuers wer⸗ den konnte. Ein Gluͤck fuͤr uns war eben der Suͤdwestwind, der das Feuer von dem groͤßeren Theile der Stadt entfernt hielt. 52 Haͤuser und einige Scheunen sind ein Raub der Flammen geworden, und viele Kinder laufen heute mit herzzerreißendem Jammer durch die Straßen, ihre Aeltern und ein Obdach zu suchen. Der abgebrannte Theil unserer Stadt war der aͤrmste, und wenn auch nicht dem Werthe der Haͤuser und der verbrann⸗ sten Mobilien nach, ist doch deshalb das Ungluͤck sehr groß, weil gerade dieser Theil am dichtesten bevoͤlkert war und jetzt uͤber 120 Familien mit fast 200 Kindern ohne Obdach und Zufluchts⸗ ort sind. Bei dem Feuer ist ein Mensch verungluͤckt, und vor wenigen Augenblicken (Nachmittags 3 Uhr) sind zwei Menschen, worunter ein braver Schlossermeister, von einem herabfallenden Balken erschlagen worden.“

Welch truͤbe Schilderungen die Gegner der Colo⸗ dem Zustande Algiers geben moͤgen,

g herrliche Land ist gewiß in einer heilbringenden Wieder⸗

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Sechs und zwanzig zweistimmige Gesaͤnge. Zum Gebrauche beim Gesang⸗Unterricht in Schulen, wo nach der Ziffer-Methode unterrichtet wird, in Ziffern gesetzt 8 L. Gerlach. Deßau, bei Ackermann, 32 Seiten in 16.

Zu allen Zeiten wurde der Gesang mit zu den wesentlichsten Bildungsmitteln gerechnet; in allen Schulen ist er Gegenstand des Unterrichts. Doch konnte dieser nicht immer so wirksam seyn, als bei der Wichtigkeit desselben zu wünschen ist, indem es an Samm⸗ lungen von Gesängen fehlte, die wohlfeil genug waren, daß alle Schüler, auch die Kinder der unbemitteltsten Aeltern, sie als Eigen⸗ toum besitzen konnten. Gegenwärtige Sammlung ist nun ganz dar⸗ auf berechnet, diesem wesentlichen Bedürfnisse abzuhelfen, und ent⸗ spricht dem Zwecke vollkommen. Die in derselben enthaltenen Ge⸗ sfänge sind, sowohl was ihren Inhalt, als auch was die Melo⸗

eines abgeplatteten

hat es wahrscheinlich eine ähnliche Bewandniß.

dieen betrifft, der Fassungskraft und dem Gemüth der Jugend entsprechend ausgewählt; ernstere Gesänge wechseln mit heiteren ab, und es ist nicht zu bezweifeln, daß durch dieselben in den jugendlt⸗ chen Seelen wirkliche Liebe zum Gesange geweckt werden wird. Sie verdienen daher sehr der Beachtung, und ihre Einführung in Schu-⸗ len wird um so leichter zu bewirken seyn, als sie zu dem ungemein niedrigen Preise von 1 ¼ Sgr. zu haben sind, eine so geringe Aus⸗ gabe, daß auch wohl die ärmsten Aeltern sie werden aufbringen kön⸗ nen. Allen Schul⸗Vorstehern sey demnach dieses kleine Büchlein hiermit aufs Beste empfohlen. L1ö

In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften Paris am 5. Dezember zeigte Herr Karl Dupin sle 89 6 Henn Girard, Mitgliedes der phystkalischen Section der Afademie, an. 8 Herr Dumeril erstattete Bericht über mehrere von dem Dr. Robi⸗ neau übersandte naturhistorische Abhandlungen, die Lebensweise der Insekten betreffend. 18 Robineau hat unter Anderem beobachtet, daß eine Bienen⸗Art sich das leere Gehäuse der Gartenschnecke zum Aufenthalt wählt und darin ihre Larve und den zur Ernährung der⸗ selben nöthigen Honig legt. Außerdem theilte Herr Robineau noch seine Beobachtungen mit über ein Schmarotzer⸗Insekt, welches seine Eier in die Eingeweide einer Drohne legt, und schildert den Kampf zwischen der Biene und jenem Insekt, wobei die Biene sich zwar tapfer vertheidigt, aber wie gebannt auf derselben Stelle bleibt. Der !r. Rour verlas seinen Bericht über eine Abhandlung des S Maunoir in Geuf, die Ursachen des Mißlingens der Staar Operation betreffend. Herr Blainville berichtete sodann über eine von Herrn Deshaves eingesandte Note in Bezug auf die Belemniten. Da diese Note sich indeß bloß auf eine Zeichnung des Herrn Agasstz gründet, die in Buckland's neuestem Werke, „die Mineralogie und Geologie in ihren Beziehungen zu der natürlichen Theologie“, wiederholt worden ist, und üͤberdies mit den Ansichten des Herrn Deshaves nicht über⸗ einstimmt, so beschloß die Akademie, sich nicht über diese Arbei auszusprechen. Herr Biot las hierauf eine Abhandlung über die Bewegung der am 13. November byeobachteten Stern⸗ schnuppen. Er erinnerte zuvörderst an die Arbeiten Domi⸗ nique Cassini's, wodurch dieser ausgezeichnete Astronom dargerhan, daß die Sonne von einer ungeheuren Nebelmasse umgeben ist, die uweilen sich am Himmel als ein spindelförmiges Licht zeigt und den Kamen Zodiakallicht erhalten hat. Cassini schloß aus secinen Breb⸗ achtungen vom Jahre 1683 1693, daß diese Nebelmasse die Gestalt Sphäroids habe und sich weitcer als bis zur Bahn der Venus, ia, in gewissen Fällen selbst über die Erdbahn binaus erstrecke. Die Erde könne daher auf ihrer Bahn um die Sonne jene Nebelmasse auf eine Strecke und unter einem Winkfel durchschneiden, die beide nach den Umständen variiren. Die Hypo⸗ these Mairan's, daß das Zodiakallicht die Atmosphäre der Sonne sev, verwarf Herr Biot, da sie sich nicht mit den That⸗ sachen vereinigen läßt. Es ist vielmehr weit wahrscheinlicher, daß diese ungeheure Wolke sich völlig unabhängig um die Soune be⸗ wegt. Mit den in ziemlich großer Anzahl vorhandenen Rebelsternen Nach den Messun⸗ gen Cassini's liegt die Nebelmasse in der Ebene des Sonnen⸗Aequa⸗ tors. Leider ist die Neigung der Rotations⸗Arxe der Sonne und folglich auch die Lage ihres Aequators nicht genau bekannt, weil die auf die Bewegung der Sonnenflecken gegründeten Messungen mit den genaueren Instrumenten der neueren Zeit nicht wiederholt wor⸗ den sind. Herr Biot ist indeß, gestützt auf die, wenn auch nur ge⸗ näherten Angaben Cassini's, zu folgenden Resultaten gelangt: Wenn man nach der Rotations⸗Ebene der Sonne die Stellung und Bewe⸗ gung jenes ungeheuren Nebel⸗Gürtels berechnet, so ergiebt sich, daß die Erde sich am 13. November an dem Punkte hat befinden müssen, wo ihre Bahn den Sonnen⸗RNebel berührt. Hieraus erklärt sich mit jemlicher Wahrscheinlichkeit die Erscheinung der Metcore und ihre eriodizität. Nimmt man ferner an, daß jene Nebelmasse, oder das Zodiakallicht, aus einer Menge von Gas⸗Anhäufungen oder aus mi⸗ froskopischen Planeten besteht, so werden diese Körper, wenn sie sich

Dieckmann aus Laer.

unserer Erde nähern, in ihren mannigfachen Bahnen gestört werden, so daß eine Menge von ihnen unsere Atmosphäre durchstreifen und viele von ihnen, der überwiegenden Anziehung der Erde folgend, auf die Oderfläche unseres Planeten niederfallen. Die Akademie er⸗ nannte sodann Herrn Sturm zum Mitglied der mathematischen Sec⸗

tion an die Stelle des verstorbenen Ampére.

„Griseldis, von Halm.

Auf dem Königlichen Theater sind seit kurzem zwei neue drama⸗ tische Produkte zur Anschauung gekommen, die Referent darum gern zusammenstellt, weil sie ihm Gelegenheit geben, seine Meinung über einen tüchtigen dramatischen Gehalt abermals auszusprechen. Das eine heißt „Quintin Messis“, ein zwar altes, aber seit langer Zeit nicht hervorgetretenes, und das zweite „Griseldis“, ein ganz neues Produft. Beide zeugen von dem poctischen Talent ihrer Verfasser, gber beide auf eine sehr ungleichartige Weise; beide huldigen dem Triumph des Schönen, aber weder auf gleichem Grund und Boden. noch zu gleichem Ziel; beide sind so verschieden von einander, wie Luft und Erde, oder, um das Gleichniß bestimmter, den Gegenstän⸗ den beider Stücke angemessener auszudrücken, wie die Fabelwelt von der wirklichen; und beide haben mehr oder weniger, im Ganzen und scenenweise lebhaften Beifall gefunden; aber doch ist gewiß dieser Beifall von der Art, daß man wohl berechtigt seyn mag, diejenigen, die ihn spenden, als zwei fast feindliche Parteten zu betrachten, die zwar nach einem gemeinschaftlichen Ziel, aber auf ganz verschiedenem Ter⸗ rain und gerade mit den verschiedensten, ja entgegengesetzten Begrifk⸗ fen über die Tüchtigkeit des Terrains zu dem gemeinsamen Ziel stre⸗ ben. „Quintin Messis“, indem es den innigen Pund der Kunst mit der Licbe darstellt, verherrlicht die Macht des Schönen und hat also gewiß eine wahrhaft poctische Idee dramatisirt, aber ganz realistischer Ratur, rubt es auf den natürlichsten Verhältnissen des wirtlichen Lebens, auf Menschen, die immer wieder da seyn, auf Fällen, die sich in jeder Zeit wieder zutragen müssen, wenn anders nicht das Schöne von der Erde weichen und der Mensch zum bloßen Werkzeug für die tägliche Rothdurft verarmen soll. „Griseldis“ dagegen ist nur eine Geburt der Phantasie, der überschwenglichsten Phantasie, ruht allein auf ihr und muß eben darum auch alle diejenigen leb⸗ hafter ansprechen, die nur in den Gebilden und Träumen der Phan⸗ tasie die alleinseligmachende Kirche der Poesie erblicken, gieichsam das Aüderheiligste, in welches man aus dem Thun und Jammer der Welt flüchten müsse. Nicht ohne Wahrheit könnte man beide auch nach einem aus dem gemeinen Leben hergenommenen Maßstab vergleichen: die „Griseldis“ als einen seltenen, ausgesuchten Leckerbissen für die Gourmands des geistigen Lebeus, die alle Tage festlich schmausen und schwelgen und eben darum nothwendig von einem Extrem zum an⸗ dern schweifen, aber in keinem Befriedigung finden, sondern immer nur Reiz zu einem andern; den „uintin Messis“ dagegen als eine Verlebendigung der schönen Worte Goethe’'s: „Saure Wochen, frohe Feste“, betrachten. Daß Referent seinerseits ganz zur reali⸗ stischen Partei gehört, wenn anders hier das Wort „Par⸗ tei“ zulässig ist, wird für aufmerksame Leser ein überflüssiges Bekenntniß seyn, aber auf subjektive Confessionen kommt es hier nicht an; wir wollen uns lediglich an die Sache halten. Die Fabel von der geduldigen „Griseldis“ ist den Kennern der alten Literatur, namentlich der Provencalischen und Alt⸗Englischen, hin⸗ länglich bekannt; aber auch den Liebhabern der neueren Literatur wird sie nicht nur bekannt, sondern vielleicht anlockend geworden seyn durch Gustav Schwab's poetische Anpreisungen und, falls diese exceutrischen Ergüsse den alten rechtgläubigen Freunden der Poesie des achtzehnten Jahrhunderts verdächtig klingen sollten, dadurch, daß wir ihnen des Herrn von Ricolai (eines bekannten schwachen Rachahmers der Wielandschen Manier) Verdeutschung dieser Fabel in der Bürgerschen Balladenform in Erinnerung bringen. In der Rovelkeu⸗ und Mährchenwelt mag man so ein Theme bewundern; es kann den Leser entzücken, nur muß es den Dichter nicht verzücken, etwas dramatisch vor leiblich gen gestal⸗ ten zu wollen, was nur dem Auge der Phantaste anlauthig er⸗

scheinen kann. Was ist denn dies Thema anders, als ein zweites