1837 / 233 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

den sich auf dem Lande. In dem Hause des Oesterreichischen

Gesandten, Herrn Ritter von Prokesch⸗Osten, ereignete sich

von Munichia ertrunken.

8*

jüngst ein beklagenswerther Unfall. Ein sehr talentvoller junger

Maler aus Oesterreich, der schon seit mehreren Monaten in

dem Hause des Herrn von Prokesch als geachteter Freund des⸗

8 selben wohnte, ist vor einigen Tagen beym Baden im Hafen

Herr von Prokesch und sein Attaché

waren Zeugen des traurigen Vorfalls, ohne dem Ungluͤcklichen

v 9 87

Huͤlfe leisten zu koͤnnen.

Athen, 19. Juli. (Allg. Ztg.). Wir koͤnnen jetzt die äese dias gaͤnzlichen Erloͤschen der Pest auf Poros mittheilen. Sie ist verschwunden, diese arge Geißel des Orients, ddie Communication zwischen dem Peloponnes und den uͤbrigen

. Theilen des Koͤnigreichs ist wieder frei, und die Porioten ath—

mmen wieder die reine erfrischende Lebensluft, welche diese Insel

*

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neuen Erfahrungen bereichert, den Weg nach der Heimath di⸗

von jeher so auszeichnete. Hr . vhen c von Schubert verließ dieser Tage mit seinen Rei⸗ segefahrten Athen, nachdem ihn Se. Majestaͤt der Koͤnig mit

dem Ritterkreuz des Erloͤser⸗Ordens geschmuͤckt, und die hiesige 8 naturhistorische Gesellschaft ihn zu ihrem korrespondirenden Eh⸗

ren⸗Mitglied ernannt hatte. Der gelehrte Reisende begab sich von hier nach Syra, um von dort aus nach einem Italianischen Hafen uͤberzuschiffen, von wo er dann, mit den Fruͤchten der

rekt einzuschlagen gedenkt 1 hüa. Veiaekeha Abend sechs Uhr fand die feierliche Leichen⸗

Bestattung des General⸗Majors von Pisa unter Ausruͤckung

der ganzen Garnison statt.

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.

Berlin, 21. Aug. Man schreibt aus Koblenz 16ten d. „Gestern kamen drei unserer nach Mainz geschickten Deputirten auf dem festlich geschmuͤckten Dampfschiffe zuruͤck, um uns den Dankesgruß des Mainzer⸗Fest⸗Comite's zu uͤber⸗ bringen. Drei andere der hiesigen Buchdruckergehuͤlfen waren ihnen bis Braubach entgegengefahren. Am Rheinufer empfin⸗ gen sammtliche hiesigen Buchdruckergehuͤlfen die Ankoͤmmlinge unter Vivatrufen, Kanonendonner und Musik. Der Zug, voran eine Fahne und das Buchdrucker⸗ Wappen, bewegte sich vom Rheine nach dem Hause des Herrn Ober⸗Praͤsidenten, und von da vor die Offizinen der hiesigen Buchdruckerei⸗ Inhaber. Allenthalben. wurden geeignete Vivat's ausge⸗ bracht. In dem Garten des Herrn Lefevre, wo der Preußische Adler, mit Guirlanden umwunden und der In⸗ schrift: „Heil Friedrich Wilhelm“, aufgestellt war, machte der Zug Halt. Der Garten und Gartensaal waren festlich ge⸗ schmuͤckt; es waren darin Füsgestect das Bild Sr. Majestaͤt unseres Koͤnigs, das Buchdrucker⸗Wappen und ein 6 Fuß ha⸗ her Transparent mit einer passenden Inschrift, das Andenken Peirenbersns preisend. Um 6 Uhr Nachmittags begann die Garten⸗Festlichkoit. Toaste, Rede⸗Vortraͤge und Musik ergoͤtz⸗ ten abwechselnd die zahlreichen Zuschauer. Mehrere hohe Be⸗ amte unserer Stadt und eine große Anzahl der geachtetsten Buͤrger wohnten dem Feste bei. Aus der großen Menschen⸗ masse, welche anwesend war, laͤßt sich schließen, welchen frohen Antheil unsere Stadt an diesem Feste nahm.“

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Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Die Sprichwoͤrter und sprichwoͤrtlichen Redensar⸗

ten der Deutschen. Nebst den Redensarten der Deut⸗ ssschen Zechbruͤder und aller Praktik Großmutter, d. i. der SGSprichwoͤrter ewigem Wetter⸗Kalender. Gesammelt und mit vielen schoͤnen Versen, Spruͤchen und Histerien in ein Buch verfaßt von Dr. Wilhelm Koͤrte. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1837.

Für dte Deurschen Sprchwörter, von denen schon Dr. Martin Luther wünschte, es möch e sie Jemand „ordentlich in ein Buch fas⸗ sen, ist im 16ten und 17ten Jabrhundert das Meiste gescheben; die sogenaunte Aufklärungs⸗Epoche des 18ten entfernte die Gebildeten mehr und mehr von dieser Quelle der Volks veisbeit, und wir dür⸗ fen uns nicht wundern, selbst bei hochragenden Geistern jener Zeit. wie z. B. dei Immanuel Kant, eine ziemliche Geringschätzung des Sprich vortes zu finden. Auch in unserm Jahrhundert hat diese Li⸗ teratur geruht, und es ist gewiß erfreulich, daß der Verfasser uns die

3 sahemegrige Sammlung gegeben, welche nunmehr in vier Heften ge⸗ schlossen is

Der Franzose sagt: „Das Sprichwort ist der Verstand dessen, der keinen hal.“ Dies darf selbst von den Fercunden des Sprichwortes zugegeben werden, und, richtig angesehen, steht es seimr wahren Wür⸗ digung gar nicht im Wege. Die Sprichwörter und sprichwörllichen Redensarten sind stereotype Fassungen für gewisse bäufig im Le⸗ ben wiederkehrende Gedaunken. Das Sprichwort schließt sich der Sprache unmittelbar an; wenn letztere dem Gedanken das Mittel sei⸗ nes jedesmaligen Ausdrucks giebt, gleichsam die beweglichen Lettern, denn das ist ihr Wesen, so kann sie sich doch nicht enthalten, für ge⸗ wisse Refrains des praktischen Denkens feststehende Abbreviaturen einzuführen. Es ist dies das Bemühen der Sprache, gewisse Grund⸗ gedanken in sich seidst aufzunehmen, und nicht bloß Wörter und Beu⸗

ungen, sondern auch Worte und Sätze zu allgemeinem Gebrauch zstzustellen. Das Sprichwort ist in sosern die Sprache und Weis⸗ beit der Unmündigen, denn es spricht und denkt für sie; es spart ih⸗ nen die Mühe, ihre Gedanken auszudrücken, es giebt ihnen die ferii⸗ gen Gedanken und übernimmt selbst den Dialog. Gleich der Sprache beruht das Sprichwort auf Tradition; demzufolge hat es cben sowobl ein organisches Fortwachsen, und noch näber kann man sagen: es steht in der Mitte zwischen der Sprache und der Volkspoesie. Es beruht auch wirklich nicht sowohl auf Ueberlieferung von Aussprüchen ein⸗ elner weisen Männer, die sich hervorragend aus dem Volke erbeben, PS es ist die Rede des Volkes seibst, es erwächst im Schoß des Voikes und gewinnt hier nach und nach seine Reife. Das Sprichwort ist die einfachste Art von Tradition; es widerstrebt seiner Ratur nach jedem Anwachs in die Länge und Breite, aber damit ist seine Fortbewegung sein Wachsthum nicht ausgeschlossen. Kann es keine neuen Elemente an sich ausetzen, so ist jeder treffende Gedanke, jede glückliche Medifirativn sogleich selbst ein neues Sprichwort und stellt man die Sprichwörter in die zusammengehörigen Gruppen, so läßt sich oft nicht verkennen, wie c eines aus dem anderen abgelöst, noch weniger aber, wie eines die e; und Vollendung des anderen ist, so, daß immer das Vollkommnere den früheren Zustand in Vergessenheit bringt und dann allein im Bewußtsevn des Volkes überlebend bleibt. Dies Aues schließt eine nahe Aehnlichkeit mit der Volkspoesie ein, und nun bedient sich das Sprichwort zu seiner Feststellung auch ganz derselben Mittel; Assonanz und Allitteration, Paratteltsmus und Reim, ja öfters selbst das Metrum, nicht minder alle Arten von rherorischen Figuren, Wortspiele, so wie jedes mnemonische Hülfsmittel wird benutzt, um das Sprichwort zu fixiren und ihm mit dem zu⸗ ve enden Reiz für Gedanken und eit zu geben. Auf diesem Wege giebt es nur ein Vocwärts, und selbst wenn ein Spruch aus einer fremden Sprache aufgenemmen wird, sehen meistens in schärferer Fassung, farbiger und rhythmischer erscheinen. EIIö öEI1“ xici 1“

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so daß es keines hingefügten Raisennements b⸗dü. fie.

Ohr zugleich Dauerhaflig⸗

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Nach der Seeen, Sgh hin,eg. 8e en anz verschiedenen Tendenz, so daß wir e 1— 28 üxEere können. Das gut zunächst von seinem Inhalt. Die Weisheit des Sprichworts bleibt immer eine profane, und man hat hier nicht sowohl Moral, am wenigsten eine erhebende und großartige zu suchen, als vielmehr Regeln der Klug⸗ heit und Vorsicht, die häusig geuug eine arge Weltklugheit und nicht eben rühmenswerihe Engherzigkeit ist. Das Gleiche gilt von der Be⸗ trachtung über den Gang der Welt; „Undank ist der Welt Lohn steht hier im Vordergrunde und spricht eins für alle. Ferner liegt es im Wesen des Sprichwortes, daß es als ein kurrenter Ausdruck nahe gebotener Gedanten dem Gemeinplatz zuweilen ähnlich wird. Es nutzt sich durch den Gebrauch ab, es ist eine Scheidemünze, deren Gepräge durch den langen Umlauf häufig abgegriffen erscheint, und dies ist es eben, was ium dee Geltung in höheren Kreisen der Bildung verdirbt, wo man nach Ortginalität und stets erneuter Prägnanz des Ausdrucks strebt und das Bekannte nur leicht ange⸗ deutet wissen will. Nicht minder ist das Sprichwort oft einseitig, und es lassen sich leicht Sprüche einander gegenüberstellen, welche das Gegentheil aussagen: z. B. „Der Heller gilt nur da, wo er ge⸗ schlagen wird“, und „der Prophet gilt nicht in seinem Vater⸗ lande.“ Man findet also im Sprichwort nicht durchgehends die vox Dei, vielmehr wird es durch seine Doppelzüngigkeit öfters den Ora⸗ fel⸗Sprüchen ähnlich. Aber dies ist im Grunde auch feine Schatten⸗ seite, sondern es gebört unerläßlich zu seinem Wesen und Zwect.

Man bat von jeber in den Sprichwörtern emen besonderen Aus⸗ druck der Nationalttät erkannt, im Allgemeinen mit Recht, weil sie wah baft dem Volk angebbren und untrennbaren Zusammenbhang mit der Sprache haben, werhaib denn auch die sprich vörtlichen Redeus⸗ arten von den Sprichwörtern nicht geschieden werden dürfen. Allein hier kann auch mancherlei Täuschung obwalten und gleid wie eine hähere Kenntniß der Volks⸗Poesieen gelehet hai, daß die meisten

oetischen Motive sich von Volk zu Volk übertiefern und ganz unab⸗ bängig von dem Sprachen⸗Unterschied nach eigenthümlichen inncren Gesetzen sich fortbilden, so ist es auch mit den Sprechwör⸗ tern. Der Geist hat eine narürliche Erbanstonstraft, er ist, zumal im Lauf der Geschlechter, durch keine geographische eder politische Gränze abzusperren und die Sp üche allgemein menschlicher Erfahrung finden überall ihren Anklang. Richt bloß, daß viele Sprüche, welche noch heute gelten, sich schon im grauen Alterthum, wenigst ne vorgebildet, fiünden, sondern die meisten Europätschen Rationen baben den Schatz der Sprichwörter großentbeiis gemein, so wie fir sich denn auch in ihrer Form ganz derselben Mittel und Prinzipicn bedienen. Welch' ein Imeresse müntt eine umfaffende, innerlich wohlgeordnete Zusammenstellung der Sprichwörter der gebildeten Nationen Euro⸗ pa's gewähren, eden so sehr wo sie einem Volk eigenthümlich sind, ols wo sie mit einander zusammentreffen. Bald hat ein und dasselbe Sprichwort in dieser, bald in jener Sprache mehr Präzision, ein glückti⸗ cheres Bild, eine witzigere Anthithese, kurz eine festere und geistrei⸗ chere Bindung; hierin mag manches für Rational⸗Charaktere Be⸗ deutungsvolle liegen, nachdem man, wie billig, das Sprachliche in Abzug gebracht, was hier oder dort z. B. durch Reim und Wort⸗ spiel, der Fossung eines Gedankens günstiger war. „Wer A sast, muß auch B sagen;“ viel abstrakter sagt der Fanzose: Le premier pas engage au second. Derselbe: Un; tién! vant mieux que deux: tu Pauras; der Deutsche: Hab' ich ist ein besserer Bogel denn Hätr ich. Der sparsame Franzose sagt sehr artig: Petit à petit l'oiseau snit von nid, viel eeewlo er das Deutsche: „Wenig zu wenig macht zuletzt viel;“ eben so Englisch. b 8

Der Verfasser der vorliegenden Sammlung hält nun zunächst in der Einleitung dem Sprichwort eine wohlgemeinte Lobrede; unter An⸗ derem: „es erwrist sich darin wohlthätig, daß es den Witz nährt, den Verstand übt, das Urihell wetzt, das Gemüth erbellt, die Phantasie beschäfrigt und den Schaifsinn ergötzt.“ u. s. w. Weniger deutlich ist, was er über das Zeitgemäne seiner Sammlung sagt, indem er dieselbe mit dem Brockhausischen Conversations⸗Lexikon in Parallele stellt, und, noch eigenthümlicher, als Vorfechter in einen politischen Kampf schik⸗ ken will, man sieht nicht wie und in welchen. Ueber die Gesichrs⸗ punkte, welche ihn geleitet haben, klärt er den Leser auch nicht voll⸗ ständeg auf, ja um ganz aufrichtig 9 scyn, so war er sich hierüber wohl selost nicht überall kjar. Man sieht nur, daß er vor allen Dingen den populären Standpunkt festhalten wollte; ob aber der polternde Ton, den er häufig anstiumt, am sicher⸗ sten und ob am würdigsten zu diesem Zweck füh⸗e, darf wohl noch bezweifelt werden. Auch tritt die Absicht, ein täufliches Buch zu machen, wohl zu schr heraus, wie das Werk denn selbst ein soiches Motto unum vunden an der Stirn trägt.

Es ist die a phabetische Ordnung gewäblt worden, entmeder nach dem Anfangswort des Spruches, eder wo dieses nicht dezeichnen. d genug war, nach dem Hauptdegriff. Gewiß läßt sich nech eine andere Oidnung denken, weiche auch idre Vorzüge hat und das Inter sse so⸗

ar erhöben könnte, nämlich die Zusammenstellung nach dem Inhalt filof nach seiner inntren Verwandtschaft und wi derum nach ninem Gegensatz. Es bätten sich ja woht dra teme Karegornen finden lassen, nach denen die Sprichworter sich seibst ordnen und 8e

etonde interessant wäre, wenn durch die bloße Seeuung das Dialegische und Dialekrische hervorträte, was wesenilsch in den Sprichworrern licgt; so erst wuü de man den Sorsch vörte schatz durch und durch lebendig machen. Seiner eigenen Auesag Uach strebte der Verfasser aunch nach einem ähntichen Ziel, aher stau den Leser zu ermahnen, daß er unicht nachschlagen, sondern lesen möge, hätte er vielmehr selbn kein Nach⸗ schlagebuch, sondern ein Lesebvuch machen sollen. Pie lexikausche Forum⸗ riß öfters Alles aus seinen natürlichen Fugen, und beigefügte Zah⸗ len, als Hinweisung auf verwandte Sprichwörter, ersetzen das ver⸗ gebene Interesse eden so wenig, als die eingeflechtenen Berschen und Geschichichen, welche nicht immer gehöoörig sind und öfters modernen Parttizeist einmischen. Dagegen femmt öfters das Verschiedenste dicht neben einander, z. B. bei den Sprüchen, die mit „Wer“ oder mit „Besser“ anfangen. Uns dünkt, die lexrkalische Form de die angemessene seyn, wenn der Leser sich bereits im Besitz der Sprich⸗ wörter befände und sich darüber nur irgendwie aufklären woüte; allein er soll ihren Schatz v elmehr erst fkennen lernen.

Der Verfasser selbst war zunächst bemüht, aufzuzeichnen und so viel als möglich zusammenzubringen; dies ist sehe dankenswertb. Um recht viel sammeln zu können, stellte er sich auch den Begriff des Sprichwortes so weit als möglich; Aussprüche bverühmter Mäu⸗ ner, Sprüche der Weisheit, alle mögliche Lebensregeln zog er mit hmein. Aber es ist zweierlei, eine Sammlung nützlicher Sprüch⸗ lein und Verschen machen, und: die Sprichwörter eines Volkes sammelu. Die Trefflichkett der Aussprüche kann nicht entscheiden über die Anfnahme unter die Sprichwörter, und wenn es dier aller⸗ dings von jenen zu diesen zuweilen einen Ucbergang giebt, so darf man darum die Gränzen nicht fallen lassen, denn sonst wird man dus eigenthümliche Wesen des Sprichwortes bald aus den Augen verlieren. Desgleichen konnte auch das Zuviel schaden. Nicht Alles, was sprichwörtlicher Fassung sich nähert, nicht jede Sentenz ist ein Sprichwort, ja nicht einmal alle Sprichwörter, die sich aufbringen las⸗ sen, haben allgemeine Gültigkeit, und wenn die vollkemmenere Gestalt die frührren Formen desselben Spruches absorbit, so durfte man diese mit jener nicht coordinirt aufführen. Die Forderungen müssen nach heutigem Standpunkt hüher gestellt werden; wir wollen auch nicht verkennen, daß die Schwierigkeiten einer selchen A beit sehr groß bleiben, so daß ein billiger Urtheiler Vieles gern nachsehen würde; allein der Verfasser scheint diese For⸗ derungen und Schwierigkeiten großentbeils gar nicht gekannt zu ba⸗ ben. Wir finden in der Reihe der Deutschen Sprichwörter (Nr 47) aufgeführt: „Adler beüten keine Tauben“; befremd ich ist dabei die Bemerkung: „Altrömi ch“; aber es ist weder ein Deutsches noch ein Römisches Sprichwort, sondern offenbar nichts Anderes, als eine Stelle des Horaz (0d. IV 4, 31): neque imbhellem feroceus Progene- rant aquilat columbam. Rr 6788 führt als Deutsches Sprichwort auf: „Wer zu viel beweist, beweist zu wenig“, mit dem amfallenden Zusatz:, eben so Französich“; allein es ist weder Dentsch noch Fran⸗ zösisch, und überhanpt gar kein Sprichwort, sondern die alte logische

wort aber einer chem Recht viel⸗

Regdl: Qui nimium probat, nihil probat. Dergleichen ließe sich n⸗

2 M. rklärung der Sprichwörter hat der Verfasser mang

Schätzbare gesammelt und auch die beigebrachten paralle! ö der Auslaͤnber, namentlich der Itauäner, Spana Franzosen und Engländer sind sehr willkommen; nur ist hierin m gar zu wenig Gleichmäßigkeit und System, und während einige angeführten wenigstens nicht an der richtigen Stelle zu stehen sce nen, vermißt man bei anderen die Parallele, wo doch das Ausländise offenbar in höherem Grade den Charakter der Ursprünglichteit un

velle Gepräge des Sprichworts trägt. So ist z. B. Rr. 69) nas hitbat annehmen, ist Feriheit verkanfen“, wohl als Sprichg, noch zweifelhaft, während das Französische: Aui prend, se vend sehr vollgültiges ist, und deshalb wohl verdient bärre, hier angisag zu werden. Desgleichen hätte bei Nr. 396: „Voller Bauch zum G

Berli

n, Mittwoch den 23sten Aug

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diren nicht taugt“, wohl das allbekannte: l'leuus venter non gt

libenter, nicht fehlen dürfen, da es zuverlässig das Original ist N hätten für 88 enn22 ee . lnt tcern dieser Art gar manches e igezogene Zwischencitat erlassen.

vrn d9 die . Bauernsprüche vom Wetter streng gena men unter die Sprichwörter gebören, mag dabin gestellt feyn; aber angenehm, sie beisammen zu baben; aber die Redensarten Deutschen Zechbrüder sind, wenigstens in der Gestalt⸗ wie see erscheinen, schon etwas bedenklicher. Was bier über Lichtenben aus gegeben worden, ist großentheils vom Uebei; will man seg hinabsteigen, so 188 sich gewiß noch viel mehr aufbringen, abap öun vünschen! 1

tönncgag Buch daue vier Hefte zusammen von 567 Seiten ing Oktav) muß wegen des reichen Materials jedenfalls sehr willtm sevn, und wenn es auch nicht alle Ansprüche befeiedigt, die an eimg tionalen Gegenstand von solchem Interesse semacht werden nh so ist es dech eine gute Vorarbeit und brugt die Sache wiedns tig in Anregung; sicherlich wird auch der Verfasser bei einer sig gen Auflage, die schwerlich ausbleiben kann, schon selbst mante zu verbessern, zu vermehren⸗ resp. auszulassen sinden. -”

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem bei der hiest er— is⸗Deputation angestellten waeenenen Weint h egeen, Ser⸗ emeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.

Angekommen: Der General⸗Major und Inspecteur der ten Ingenieur⸗Inspection, von Liebenroth, von Torgau.

Abgereist: Se. Exeellenz der Koͤnigl. Hannoversche Ge⸗ eral⸗Lieutenant Halkett, nach Karlsbad.

Zeitungs⸗Nachrichten. Au slansd.

. 1XX“”“

Paris, 17. Aug. Der Koͤnig und die ganze Koͤnigl. Fa⸗ ilie find gestern fruͤh in Paris eingetroffen und wohnten Nach⸗ ittags der jaͤhrlichen Preis⸗Vertheilung in der Sorbonne bei. Sist dies das erste Beispiel, daß ein Koͤnig von Frankreich i der Praͤmien⸗Verleihung an die Sechuͤler der Gym⸗ sien zugegen ist. Die jungen Herzoͤge Aumale und Mont⸗ nsier trugen zur Freude ihrer hohen Angehoͤrigen mehrere breise davon. Diese Feierlichkeit war noch dadurch merkwuͤr⸗ g, daß der Minister des oͤffentlichen Unterrichts, Herr von Palvandy, zum großen Ergoͤtzen der versammelten Schul⸗Jugend n altmodischen Kostuͤm eines Großmeisters der Universitaͤt rschien.

Die Minister haben heute eine lange Berathung bei dem onseils⸗Praͤsidenten gehabt, und in allen Ge andtschafts⸗Ho⸗ ls bemerkte man eine ungewoͤhnliche Bewegung. Auch gin⸗ feen im Laufe des Tages Couriere nach verschiedenen Richtun⸗ sen hin ab. Man glaubt, daß die Spanischen Angelegenhei⸗ in zu dieser Bewegung Anlaß geben.

Der Graf Campuzana, dessen ploͤtzliche Abreise zu so vie⸗ E1“ Anlaß gab, ist gestern nach Paris zuruͤck⸗ Gestern Abend war hier

In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften n ris am 14 August theilte Herr Arago einige Bemerkungen mit die Menge der in der Nacht vom 10. zum 11. August geiak Steruschnuppen. Die Herren Langier und Bouvard, Eleven deh sereztorinms, hatten Fon 41 Uhr . —— Uhr Morgen

üblt, also etwa 73 in jeder Stunde. Der ältere Sohn des P. sa, gase jedoch zwischen 10 und 11 Uhr 104 Sternschnupte 15 Minuten Herr Arago stattete ferner einen Bericht ad⸗ einen von Herrn H. Fonvielle erfundenen Apparat zum Fütrirg Wassers. Herr Moreau de Jonnès sprach über ein End welches neuerdings auf Martiniquc stattgefunden bat. Herr N. singault legte die für die Sammlungen der Akademie bestimn Stücke gediegenen Goldes aus Reu⸗Granada vor. Von dens ren von Abbadie und Lefsévre, denen die Akademie Instructionen Anstellung von Beobachtungen über den Erd⸗Magnrtismuz und Temperatur in Amerika ertheilt batte, ist der Erstere zurüczen der Letztere dagegen nach Aegypten gereist, um die Beobachtun

forrzusetzen.

1871, 8 rIiner Börse.

Den 21. August 1837.

DImtlicher Fonds- und Gela-Cours-Zaottel

Fr. Foar. Pr. Tour. Brief. Geld. Rrief. 6

102224 102 ⁄¼ S 10114 100 l 1011 8* 63⁵5/1 2 621¹ 1/12 99 ¼ q 1031 3 102 i ꝑI

103

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Pomm. do. 4 Kur-. u. Neum. do. de. do. do. Schlesische do. Röückst. C. und Z. Seb. d. K. n. N. 86 Gold al mareo eue Ducaten riedrichsd'or ud. Goldmün- zen à 5 Thl. isconbto

St.-Schald-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. PrämSch. d. Seeb. Kurm. Obl. m. 1. C. Nm Int Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do

Daunz. do la Th. 43

Weatpr. Pfandbr. 4 10514 Grossh. Pos. do. 4 104 ⁄¾½ Ostpr. Pfandbr. 4 104 ½

ern Abent er allgemein das Geruͤcht verbreitet, die Karlisten in Madrlid eingeruͤckt waͤren. Das Jour⸗ Ades Débats sagt in dieser Beziehung: „Wir glauben, h diese Nachricht fuͤr den Augenblick ungegruͤndet ist.“ ie Regierung hat heute nachstehende telegraphische De⸗ schen erhalten: „Narbonne, 15. Aug. 5 Uhr Morgens. der General Oraa war von Panaroya nach Valencia zuruͤck⸗ kehrt, von wo er am gten aufgebrochen war, um Chiva an⸗ mgreifen, woselbst sich Sans und Tallada befanden, die die (buertas von Valencia und Castellon in Contribution gesetzt atten. Da jene Streif⸗Corps aber seine Ankunft nicht abgewar⸗ 1 ht abg ha en, so wendete sich Oraa nach Segorba, um sie zu ver⸗ indern, mit ihrem Convoi zu Don TCarlos zu stoßen. Am ten hatten die Karlisten auf dem rechten Ufer des Ebro die Amsterdam, 16. August. berbindungen zwischen Tortosa und dem Meere abgeschnitten. Sepuld. 52 ⁄¾. 5 % do. 100 ¾ Kam.] die haben das Fort Lacava genommen und Mora im Ange⸗ 22 ¼6 5 % Sgac. 19111 ½. hassive 5 Aust. Sch. -. Maet des Generals Ayerbe belagert, mit dem sich der Baron von —. Preurs Präm.-Sch. —. Poln. —. Met. —. Keer zu vereinigen sucht. Die von der Central⸗ Junta dekre⸗ Z“ 8bOOCA1 15. August. eeee khah ling ist in Barcelona nicht ausgefuͤhrt b 1 1 8 . 8 . 1,9 n. . . rrankfurt a. M., 18. August. on 81 BEE1“ 18 vargu⸗ 86 xh. b .“ Oesterr. 5 %, Met. 104 ¾. 104 6¾. 4 % 997, 16 G. „h a 88 ha eingegangenen Briefe sagen nichts von Don 565 5, 56 ½ 1 9 2485. 6. Pank.- (eijen 1040 1638 b. os. Espartero, nachdem er die noͤthigen Anstalten getroffen 182. 1, Lacan de ehe dhe 11 . l1s keenhe nn -wo 2 um die Operationen gegen ihn fortzusetzen, ist mit eini⸗ Lreousv. Prüm Sch. 62 %. 625⁄⁄. 4o 4 % Anl. 100 ⅛. 6. v. en ataillonen nach Madrid marschirt. Die unter den Be⸗ 643,½à2. 64 ½. 50% Span. Anl. 162¾. 16 . 2 ½ % 1i0IH. 52¹1 euhehlen des Brigadlers Aspiroz aus Madrid ausmarschirte Ko⸗ Hamburg, 19. Augnar. 8 inne hatte sich bei Guadarrama mit der Division des General Bank-Actien 1360. 1358. Engl. Kuss. 106 ¼. 5 % Pon. —ppgbigo vereinigt, um auf Segovia zu marschiren.“ „Bayo 3 % 25. Neue Aul. 20. August, 2 Uhr Rachmiktags. Man schrelbe gs L4“ % Angust, hr Nachmittags. Man schreibt aus Sa— Paris, 16. August. gossa vom 1Iten, daß Espartero am 9 it 12 Bataillone 5 % Rente fin cour. 110. 65. 3 % tin cour. 79. 3) n Daroca 4 M spartero am Bten mit 12 Bataillonen Neap. in cour. 97. 15. 5 % Span. Kente 2184. Passire 1 ben 8 ca nach Madrid abmarschirt, daß Bucrens von dem⸗ ö’ 8 z unkte aufgebrochen sey, um sich nach Teruel zu bege⸗ 8 Wien, 16. Angust. und daß Oraa sich in der Umgegend von Valencia befin⸗ 5 % Met. 1051 ¼⁄. 4 % 100 ½ 2. 3 % 77716. 9. wohin sich das Gros der Karlistischen Armee gewendet —. Bank-Actien 1379 ½. Neue Anl. —. 5* „Bayonne, 15. August, 6 ½ Uhr Abends. waren am IIten drei Stunden von Madrid. Die 1 Nldhung der Stadt war organisirt und Espartero, in groͤß⸗ ile herbeigerufen, war am 12ten mit 19,980 Mann in buadalaxara eingetroffen.“ . * Nachstehendes Schreiben aus 1 JCC Aufschluͤsse uͤber das Mißlingen des E“ 28 ,sbicj versammelt gewesenen Christinischen 5* Espartero Juli befanden sich die Divisionen Buerens tte, deimn d 66 Eaufgt in Visiedo, entschlossen, wie alle Welt 8 veenichten. Hra stand ie de eärhe 5 1“ ort 1g. gleichzeitig dem Don Carlos schor rr. Karlisten zu unterrichten. Don Car 8 Füan bei Cantavieja. Espartero marsehsrte, 1 e Truppen gemustert hatte, n illas, Ci LLZ ge⸗ nach Camarillas. C heil der Karlisten war eben von dort aufgebrochen, und di 88 wohner sprachen mit H 2 ih Tee. d 88 he⸗ veeshe 1 Beund L ihnen. Wir haben dieselbe all rfern jener Gebirge gefunden. Viel H gegen die Karlisten, aber auch wenig Liebe fuͤr uns. a gohe

Morgens verließen wi Am 30sten 8 wir Camarillas u vfes 8 avieja durch mehrere as und marschirten nach Can⸗

Engpaͤsse, wo uns durch ige Fei großer Se⸗ 8 1 h wenige Fein üS een haͤtte zugefuͤgt werden koͤnnen; aber ... tinige Tausend Mann leichter Lonsante, sondern daß er nur L Mann leichter Tru nit sich fuͤhr he ppen mit sich fuͤhrte, mi dbsch 8* Aufsehen von einem Punkte hag ö Dies in 8g- in heer Gebirgen uͤber uns lustig machen konnte, wirklich geschehen. Als wir in Fortanete anka⸗

104 ¼1

Auswärtige Börsen.

Niedorl. wirbl.

2 ½ 4—

1 Koͤnigliche Schauspiele. V Dienstag, 22. Aug. Im Opernhause, auf Begehta ceste, lyrisches Trauerspiel in 3 Abth., mit Ballets, von Gluck.

Mitrwoch, 23. Aug. Im Opernhause: Die Ste in der Livree, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Die 6 Ballet in 2 Abth., von Ph. Taglioni. (Herr um nn Taglioni werden hierin wieder auftreten.)

Sonntag, 27. Aug. Im Opernhause: Die Vea risches Drama in 3 Abth., mit Ballets. Musik von E (Fräaͤul. v. Faßmann: Julia.)

Saragossa vom Ften d.

Konigsstaͤdtisches Theater. da Dienstag, 22. Aug. Der boͤse Geist Lumpacivaganef oder: Das ee. JZC“ Geseng Akten, von J. Nestroy. Musik von A. Muͤller.

23. Aug. Der Reiche und der Armene b in 5 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Emil Souvestt, bearbeitet von Friedrich Genée.

2

Hayr⸗

n, bemerkten wir jenes Haͤuflein; aber es verschwand bald

und nun begann unsere Ungewißheit.

bestimmt, daß Don Carlos Iglesuela

auch wahkscheinlich war, da wir nur noch sem Dorfe standen. Espartero wollte dem Don Carlos in der Richtung nach Mirambel folgen; aber Oraa hatte einen Plan entworfen, wonach sich die beiden Armeen in Mosque⸗ ruela vereinigen sollten, und das Madrider Ministerium hatte diesen Plan genehmigt. Am 3 sten marschirten wir auf Igle⸗ suela, welches, wie wir vermutheten, vom Feinde geräumt war. Die Einwohner zeigten sich sehr gleichguͤltig gegen beide Par⸗ teien und, obgleich Bergbewohner, machten sie sich doch uͤber Don Carlos, sein Regiment von Geistlichen und seine sechs Messen taͤglich lustig. Am 1. August kehrten wir nach Forta⸗ nete zuruͤck, den Oraa verwuͤnschend, der uns verhindert hatte, auf Mirambel zu marschiren. Nun erfuhren wir, daß die Streif⸗Corps, die über den Ebro gegangen waͤren, wichtige Staͤdte bedrohten, daß Guergué den Duero uͤberschritten habe und daß Fat⸗ Soria mit 6900 Mann bedrohe. Es war augenscheinlich, daß Don Carlos den groͤßten Theil sei— ner Armee detaschirt hatte, um im Ruͤcken unserer Trup⸗ bpen zu operiren, waͤhrend er selbst mit einigen Tausend Voltigeurs das Gros unserer Armee an sich zog. Wenn wir noch langer geblieben waͤren, so wuͤrden wir noch tiefer in die Falle gegangen seyn, und deshalb entschloß sich der Graf von Luchana, die Gebirge zu verlassen, was wir mit großem Ver⸗ gnuͤgen thaten. Am 2ten und 3ten kehrten wir uͤber Torre de los Negros in die Thaͤler zuruͤck und waren am 4ten in Ca⸗ lamochia. Dort hatten wir das Vergnuͤgen, zu vernehmen, daß Don Carlos, von unserem Ruͤckzuge unterrichtet, sehr ruhig nach Iglesuela zuruͤckgekehrt war, um Messen 18, und die Muͤhlen der Gebirge in Thaͤtigkeit zu setzen. Er hat in der That Ursache, sich uͤber uns lustig zu machen. Oraa beobachtet ihn nun von Forcal aus. Ich bin fuͤr meine Person nach Sa⸗ ragossa zuruͤckgekehrt, da es mir langweilig ist, die Hufeisen G 1 fferdes abzunutzen, ohne auch nur einen Flintenschuß

u hoͤren.

Auf Befehl des Kriegs⸗Ministers ist den in Paris garni⸗ sonirenden Truppen erlaubt worden, bei den Arbeiten an den von Paris nach Versailles Beschaͤftigung anzu⸗ nehmen.

„Die Eisenbahn von Paris nach Saint⸗Germain wird nun bestimmt am 20sten d. M. eroͤffnet. Die beiden Direktoren dieser Bahn haben Schritte gethan, um den Koͤnig zu veran⸗ lassen, daß er die Bahn in Person einweihen moͤge; aber man ö“ jetzt, daß der Koͤnig dem Gesuche der von

othschild und Eichthal willfahren werde. Die Verwaltung kann jetzt schon uͤber 12 Lokomotive verfuͤgen, die zusammen die Kraft von 360 Pferden repraͤsentiren. Sie besitzt außer⸗ dem 105 Wagen, taͤglich 7000 Menschen transpor⸗ tirt werden koͤnnen. isher belief sich die Zahl der Reisenden auf der Straße von Paris nach Saint⸗Germain jaͤhrlich auf 400,060, was im Durchschnitt taͤglich 1100 Reisende ergiebt. Die Verwaltung der Eisenbahn hofft indeß, daß sich diese Zahl schnell versechsfachen wird.

Herr Thiers at seine Reise durch Italien nicht weiter fortgesetzt und ist schon am 5. August wieder in Eaux⸗Bonnes eingetroffen.

Aus Toulon schreibt man vom Ilten d.: „Es sind heute fruͤh dringende Depeschen fuͤr den Commandeur der Station in der Levante angekommen. dc Depeschen wurden sogleich an Bord des Admiral⸗Schiffes „Jupiter“ gebracht. Die Di⸗ vision wird morgen schon unter Segel gehen. Die eilige Ab⸗ fahrt des von dem Admiral Gallois kommandirten Geschwaders wird hauptsaͤchlich dem Umstande zugeschrieben, daß die Flotte des Vice⸗Koͤnigs von Aegypten in See gegangen ist, ohne uͤber ihre Bestimmung etwas kundwerden zu lassen.“

Es sind Nachrichten aus Bona bis zum 3. August einge⸗ gangen, die aber durchaus nichts Neues enthalten.

In einem hiesigen Blatte liest man: „Es ist merk⸗ wuͤrdig, daß die Handels⸗Krisis, die mit den schlechten Nach⸗ richten aus den Vereinigten Staaten begann, gerade in Paris so lange anhaͤlt, waͤhrend man erfaͤhrt, daß die Handels⸗Opera⸗ tionen in Engljand und Amerika wieder in voller Thaͤtigkeit sind. Gewiß aber ist es, daß der Pariser Handelsstand sich noch immer in einem schwer zu beschreibenden Zustande des Mangels und der Unthaͤtigkeit befindet. Von den vielen Com⸗ missionairen, die in dieser Jahreszeit gewoͤhnlich nach Paris zu stroͤmen pflegen, sind erst wenige eingetroffen, und diesen weni⸗ gen verweigert man den Kredit, den man ihnen in fruͤheren Jahren bereitwillig zugestand.“

An der heutigen Horse bezahlte man die Actien des kom⸗ primirten Gases schon mit 30 pCt. Agio, und auch selbst dazu fanden sich nur wenige Abgeber. Man hat bedeutende Wetten gemacht, daß diese Actien noch vor Ende d. J. den Cours von 80 pCt. Agio erreichen werden, was keinesweges unwahrschein⸗ lich ist, wenn es wahr seyn sollte, wie man behauptet, daß der Verkauf des Monopols im Auslande den Unternehmern allein einen Vortheil von 50 pCt. gewaͤhren wuͤrde. 8

Grohßbritanien und Irland.

London, 16. Aug. Die Koͤnigin ertheilte gestern dem Premier⸗Minister und dem Kanzler der Schatzkammer Audien⸗ zen und besuchte Abends die Koͤnigliche Oper.

Das Newcastle Journal glaubt, daß Herr Bowes, eines der fuͤr Suͤd⸗Durham gewaͤhlten Parlaments⸗Mitglieder, zum Pair ernannt werden und daß sich dann Herr W. Hutt, der bei der Wahl in Hull durchgefallen, um den erledigten Par⸗ lamentssitz fuͤr jene Grafschaft bewerben wuͤrde.

. ‚Dasselbe Blatt fuͤhrt mehrere Faͤlle an, wo sich katho— lische Land⸗Edelleute in England als gute Konservative gezeigt und bei den Wahlen wesentlich zum Siege der konservativen Sache beigetragen, besonders in den Grafschaften Lancaster und

Man versicherte uns verlassen habe, was 5 Stunden von die⸗

Northumberland.

ie Times spoͤttelt daruͤber, daß das Hof⸗Cirkular gestern

anzeigte, das Parlaments⸗Mitglied Herr Hume habe Geschaͤfte im Ministerium des Innern n wohl fuͤr 8 schaͤfte?“ sagt jenes Blatt. „Hatte er etwa Instructionen fuͤr eine Maßregel zu Gunsten der geheimen Abstimmung und des Stimmrechts aller derjenigen, die ein eigenes Hauswesen haben, in der Tasche, oder war das Geschaͤft, welches er abzumachen hatte, bloß das, was ihn gewoͤhnlich in Regierungs⸗Lokale treibt, naͤmlich ein Gesuch um eine Stelle oder um eine Pension fuͤr irgend einen seiner duͤrftigeren Anhaͤnger? Wahrscheinlich das Letztere. In diesem Fall rathen wir Herrn Joseph Hume, sich die Zeit 1enate ze Nutze zu machen, denn so wahr er von Middlesex verwor en worden ist, wird auch das O'Connellsche Kabinet nicht mehr viel laͤnger am Ruder bleiben.“

Im Börsenbericht der heutigen Times liest man: „Der Zinssuß bei der Diskontirung der besten Wechsel ist jetzt 2 ¾¼ bis 3 pCt., und mancherlei Anzeichen deuten sehr auf einen abermaligen Ueberfluß im Circulationsmittel hin. Man darf S. daß dieser Zustand der Dinge endlich die ernstliche

ufmerksamkeit der Bank⸗Direktoren auf sich ziehen werde, wiewohl sie nicht dazu geneigt scheinen, von selbst Maßregeln zu ergreifen, die zur Abhuͤlfe angemessen seyn wuͤrden, sondern vielmehr die Schuld auf das Parlament zu waͤlzen suchen, weil dasselbe das Actien⸗Bankwesen so wie uͤberhaupt die Emittirung von anderem Papier, außer ihrem eigenen, nicht gehemmt. Es wird ihnen jedoch sehr schwer werden, die Haͤupter unter den Kaufleuten und Banquiers zu uͤberzeugen, daß mit den Emittirungen jener Art eine solche Gefahr verknuͤpft sey, wie sie sich einbilden, und daß nicht die Sicherheit des Circulations⸗Mittels auf leichtere Weise zu be⸗ werkstelligen seyn sollte, als durch Unterdruͤckung der Actien⸗ Banken naͤmlich durch die groͤßte Vorsicht und Behutsamkeit in der Kegulirung ihrer eigenen Noten⸗Emittirung. Wenn die⸗ ser Plan befolgt wird, so mag noch so viel anderes Papier in Umlauf gebracht werden, es muß bald auf diejenigen, die es emittirt haben, zuruͤckprallen, und diese koͤnnen zu jeder Zeit nsetlic gezwungen werden, es gegen Noten der Engli⸗ chen Bank einzutauschen. Diese Roten aber muͤssen un⸗ ter ganz anderen Bedingungen zu erhalten seyn, als die waren, unter welchen sie im vorigen und in mehreren vorher⸗ gehenden Jahren ausgegeben wurden. Es muß keine Konkur⸗ renz 8S. ihnen und den zum wohlfeilsten Zinsfuß emittir⸗ ten Noten der Provinzial⸗Banken stattfinden, und die Direkto⸗ ren muͤssen redlich und unpartetisch gegen alle diejenigen zu

Werke gehen fuͤr die ihre Emittirungen stattfinden. Es muß nicht ein pEtger Zinsfuß fuͤr die Provinzen und ein 5 pCtger fuͤr London angenommen werden, oder umgekehrt, sondern ein gleichförmiges System, und das Ganze muß auf gute und leicht umwandelbare Obligationen gegruͤndet seyn. Mit solchen Vor⸗ sichts⸗Maßregeln kann die Bank allen Wechselfaͤllen des Cir⸗ culations⸗Mittels Trotz bieten, und was noch besser ist, sie wird den Handel des Landes dadurch in einen sichern Zustand versetzen. Die Bank⸗Eigenthuͤmer wuͤrden dann vielleicht keine Dividende von 8 pCt. mehr empfangen koͤnnen, indeß die Zeit ist wohl nahe, wo selbst solche Ruͤcksichten, so wichtig sie auch seyn moͤ— en, keinen Eindruck mehr auf das Publikum machen werden.

ie heutigen Geschaͤfte lassen ein ferneres Sinken des fremden

Wechsel⸗Courses erwarten, und einige unserer bestunterrichteten Kaufleute sollen jetzt der Meinung seyn, daß dieses Sinken noch laͤnger fortdauern muͤsse, und daß der jetzige Cours sich bei dem gegenwaͤrtigen Zustande unseres Handels nicht behaupten koͤnne. Man darf nicht vergessen, daß die bedeutende Schuld Amerika's an England, wo uͤberhaupt, nur in Baumwolle und anderen Produkten abgezahlt werden kann, und daß, was auch der Grund der Einfuhr seyn mag, ihre Wirkung auf den Wechsel⸗Cours dieselbe bleibt. Man moͤge nun noch so viel dagegen sagen, so ist doch sehr zu bezweifeln, ob in diesem Augenblick in unserem usfuhrhandel nach andern Theilen der Welt große Lebendigkeit herrscht. Niedrige Preise und Ueber⸗ fluß an Geld laden zwar zu Speculationen ein, diese haben aber eine ganz andere Wirkung, als fremder Begehr. Was man wenig beachtet zu haben scheint, ist, daß zu gleicher Zeit mit den Veraͤnderungen in dem in den Vereinigten Staa⸗ ten und Kanada angenommenen Geld⸗System auch in Mexiko etwas Aehnliches vor sich geht, indem daselbst vor kurzem von der Legislatur die Errichtung einer National⸗Bank zur Bewirkung einer Reform oder Veraͤnderung im Circulationsmittel beschlossen worden. Ihr naͤchster Zweck güh. darauf hin, die Kupfermuͤnze, welche durch die Einfuhr gefaͤlschter Muͤnze sehr im Werthe gesunken war, einzuziehen und zu tilgen. Fuͤr diese Muͤnze sollen die Inha⸗ ber durch die zu errichtende Bank entweder in Gold oder Sil⸗ ber oder in einer neuen Kupfermuͤnze oder in Bankscheinen entschaͤdigt, die neue Kupfermuͤnze aber soll nur in solchen Quan⸗ titaͤten und auf solche Art und Weise, wie eine besondere Akte der Legislatur es bestimmen wuͤrde, in Umlauf gebracht wer⸗ den. Um die Bank fuͤr diese Operationen mit Fonds zu ver⸗ sehen, wurden ihr gewisse Besitzungen der Republik verliehen, nebst allem aktiven Kredit und chuld⸗Ausstaͤnden des Schatzes, die bis zum Monat Juni 1836 faͤllig waren, von welcher Be⸗ schaffenheit und von welchem Ursprung dieselben auch seyn moch⸗ ten, mit Ausnahme der Zollhaus⸗Einnahmen; ferner der Ertrag der Tabackszoͤlle, der einjaͤhrige Ertrag der Grund⸗ und Patent⸗ Steuer in einigen Departements von Me ziko, mit Ausnahme der Hauptstadt, und verschiedene andere und Ein⸗ kuͤnfte, außer den Kapitalien, die bei ihr deponirt werden moͤch⸗ ten. Die Verwaltung dieser Bank soll von der Regierung ganz unabhaͤngig und abgesondert seyn, und es ist ihr, wenn sie nicht besonders dazu ermaͤchtigt wird, verboten, einen groͤ⸗ ßeren Belauf an Scheinen oder Roten auszugeben, als zur Ein⸗ löͤsung de Kc sesa nze erforderlich sind und als die bei ihr deponir⸗ ten Kapitalien betragen. Hieraus geht hervor, daß die eigentliche Ab⸗ sicht der Regierung ehr wahrscheinlich dahin geht, die Kupfermuͤnze, wo moͤglich, durch eine Papier⸗Valuta zu ersetzen, die in der Form equemer ist und sich mehr nach allgemeinen Zwecken er⸗ weitern und leiten laͤßt. Der Plan scheint ziemlich geschickt er⸗

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