1837 / 343 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sich, auch in den Cortes dominiren zu koͤnnen, und beginnt schon die Reaction. Ihr Plan laͤuft darauf hinaus, die Wah⸗ len von Madrid, Malaga und den meisten Staͤdten, wo die liberale Partei die Oberhand behalten hat, annulliren zu lassen. Wenn die Cortes sich hierzu hergeben, so duͤrfte die liberale Partei vielleicht versuchen, sich durch Volksbewegungen Genug⸗ thuung zu verschaffen, und der in den Kammern begonnene koͤnnte leicht in den Straßen zu Ende gebracht werden.“ . Ueber die kuͤrzlich angeordneten polizeilichen Maßregeln ge⸗ gen den Fomsopatzischen Arzt Wieseke geben die hiesigen Blaͤt⸗ ter nachstehende Details: Am 3. Dez. begab sich der Polizei⸗ Kommissarius Gabet, in Begleitung des Herrn Gauthier de Claubry, Professors der Chemie, nach der Wohnung des Herrn Wieseke, der durch eine Koͤnigl. Verordnung vom 28. Maͤrz 1835 die Erlaubniß erhalten hatte, in Frankreich zu praktiziren und jetzt angeklagt war, unbefugter Weise selbst zu dispensiren. Jene Herren fanden in 175 Faͤchern eine Menge kleiner Flaschen mit Weingeist angefuͤllt, von denen jedes mit einem Etikett verse⸗ hen war, auf denen man sehr schnurrige und theilweise offen⸗ bar ironische Bezeichnungen las. Nachstehendes sind einige Beispiele davon: Nr. 29., ein gebratener Apfel auf Flaschen ge⸗ zogen; Nr. 26., ein verfaultes Et; Nr. 19., ein Eselsauge auf Flaschen gezogen; Nr. 9., die Gazette médicale im Wasser, um sie zu waschen und ihre Luͤgen zu erken⸗ nen; Nr. 8., die Materia medica auf Flaschen ge⸗ zogen, damit ihr Geist nicht verdampfe. Nr. 59. Steinkohle. Nr. 114. Saamen des Riesenkohls. Nr. 126. Tuͤrkischer Ta⸗ back. Nr. 122. Kardinal⸗Taback. Nr. 4. Ein Kohlstrunk, auf Flaschen gezogen. In andern Flaͤschchen fanden sich Augen von Katzen, Fuͤchsen, Haasen, Pfauen, Pelikanen, Affen u. s. w. Alle diese kostbaren Flaͤschchen wurden unter Siegel gelegt, und am 29sten d. M. erschien Herr Wieseke vor dem Ftestgen Zucht⸗ polizei⸗Gerichte, unter der Anklage, unbefugterweise Arzneien angefertigt und verkauft zu haben. Der Koͤnigliche Prokurator machte dem Gerichtshofe bemerklich, daß man, bevor die Debat⸗ ten eroͤffnet wuͤrden, eine Kommission von Sachverstaͤndigen er⸗ nennen muͤsse, um zu untersuchen, ob die in Beschlag genom⸗ menen Substanzen wirklich waͤren oder nicht. Herr Wieseke, ein stattlicher junger Mann, sehr elegant gekleidet und nach der neuesten Mode frisirt, trat vor und verlangte von dem Praͤsitdenten, daß jene Untersuchung homdopathischen Aerz⸗ ten anvertraut wuͤrde, da die Alleopathen nichts davon ver⸗ staͤnden. Der Praͤsident: „Nun wohl, so wollen wir Apo⸗ theker ernennen.“ Doctor Wieseke: „Noch weit weniger; die Franzoͤsischen Apotheker sind Esel und unsere Feinde.“ Der Praäͤsident: „Maͤßigen Sie sich. Wir koͤnnen doch am Ende nicht Modewaaren⸗Haͤndlerinnen ernennen. Der Ge⸗ richtshof wird die Pruͤfung jener Substanzen von den Perso⸗ nen vornehmen lassen, die er gewoͤhnlich zu dergleichen Dingen vorzuschlagen pflegt.“ Die Sache wurde darauf auf acht Tage verschoben.

Großbr

London, 2. Dezember. S Majestaͤt die Koönigin er⸗

theilte gestern den Ministern Graf Minto, Viscount Melbourne und Viscount Howick Audienz.

Auf der Pensionsliste geben folgende Posten fuͤr die Fa⸗ milie des verstorbenen Koͤnigs: 1000 Pfd. fuͤr Lady Mary Fox und Lady F. Gordon, 570 fuͤr die Graͤfin von Munster, 500 fuͤr Lord Adolphus Fitzclarence, 500 füͤr Lord Frederick Fitzclarence, 500 fuͤr die Viscounteß Falkland, 500 fuͤr die Graͤfin von Errol und 500 für Adelaide Sidney. Koͤnig Wilhelm ver⸗ schaffte seinen Kindern diese Pensionen mit oͤffentlicher Zustim⸗ mung, und man glaubt daher nicht, daß die vom Parlament ernannte Kommission zur Pruͤfung der Pensionsliste jetzt, nach dem Tode des Koͤnigs, etwas daran kuͤrzen werde. Folgendes sind die ausgezeichneten Gelehrten, Literaten und Kuͤnstler oder deren Verwandte, welche Pensionen vom Staat empfangen: Die Gattin des großen Astronomen Airey 300 Pfd., der Irlaͤndische Novellist John Banim 150, die Familie des derstorbenen Dr. Blair 785, der Professor der Natur⸗ Wissenschaften, Dr. Brewster, 297, der Dichter Thomas Camp⸗ bell 184, Herr Eyre Evans Crowe, Verfasser einer Geschichte Frankreichs, 100 Pfd., der Chemiker Dr. Dalton 309, der Che⸗ miker Michael Faraday 300, Martha Fielding, eine Nachkom⸗ min des beruͤhmten Schriftstellers, 100 Pfd., Lady Honyman und ihre Toͤchter, als Verwandte des ausgezeichneten Schotti⸗ schen Richters, 249 Pfd., der Schottische Schriftsteller Dr. John Jaͤmeson 100, die Wittwe des beruͤhmten Irlaͤndischen Predi⸗ gers Kirwan 266, die Familie der Afrikanischen Reisenden Lan⸗ der 120, eine Verwandte des beruͤhmten Schriftstellers Henry Mackenzie 97, die Wittwe des Schriftstellers M'Crie 100, die Wittwe des Irlaͤndischen dramatischen Dichters Maturin 43, der Schriftsteller James Millingen 100, der Dichter Thomas Moore 300, die Novellen⸗Dichterin Miß Mitford 100, der Mathematiker James Ivory 300, der Dichter James Montgomery 150, der Persische Sprachkenner Sir William

iet anen und Irland.

Ouseley 100, die Nachkommen Paley's 200, die Tochter des der Irlaͤndische Arzt Sir John

gekroͤnten Dichters Pye 60. Laffan 192, die Wittwe des Koͤniglichen Astronomen Pond 100, die Schriftstellerin Mary Somerville 200, Susanne Smollet, eine Nachkommin des beruͤhmten Historikers, 97 Pfd., der Astronom Sir James South 300, der beruͤhmte Dichter und Biograph Robert Southey 450, die Novellen⸗Dichterin Lady Stepney 200, der Pfarrer A. Sterkey , als ehemaliger Lehrer der Prinzessin Charlotte, 400 Pfd., der Gelehrte Benjamin Thorpe 160, der Historiker Shavon Turner 200, die Wittwe Sir Nathaniel Wraxall's 311 Pfund.

Lord John Russell schloß gestern im Unterhause eine Rede mit folgenden Worten: „Wir koͤnnen nicht auf der Stelle allen Beschwerden, welche Irland seit LEE“ erlitten hat, durch eine Parlaments⸗Akte abhelfen; Alles, was wir zu thun

vermoͤgen, ist, daß wir redlich, unparteiisch und wohlwollend

gegen jenen Theil des Volkes handeln, den wir eben so sehr, wie jeden anderen Theil, vertreten; dann werden wir uns der Lage Irlands nicht mehr zu schaͤmen haben.“ Hier, meint die Times, sey dem Minister, ohne daß er selbst es gemerkt, eine wichtige constitutionnelle Wahrheit ent⸗ schluͤpft; allerdings seyen die Englischen Parlaments⸗Mitglie⸗ der eben so wohl Repraͤsentanten Irlands wie Großbrita⸗ niens, und eben so die Irlaͤndischen Mitglieder Revpraͤsen⸗ tanten Großbritaniens so gut wie Irlands; dies aber sey die buͤndigste und entscheidendste Antwort auf die unwissende Behauptung, daß das Volk von Großbritanien, wenn es sein Geld und seine Anstrengungen anwende, um die Rechtmaͤßigkeit der Irlaͤndischen Wahlen zu pruͤfen, die Graͤnzen seiner Rechte und Interessen uͤberschreite und sich gegen ein anderes Volk verschwoͤre; es gebe keine Wahl in Irland, die nicht die Sache Jedermanns in Großbritanien sey, und kein Englaͤnder duͤrfe eine solche Wahl als etwas fuͤr ihn Gleichguͤltiges betrachten.

n Folge des unruhigen Zustandes der Irlaͤndischen Graf⸗ eaaet e. und hügen ze sind Truppen nach Golden, Cappawhite und Bruff beordert worden.

In den oͤffentlichen Blaͤttern ist in den letzten Zeiten oft des Marquis von Waterford erwaͤhnt worden, der so viel uͤber⸗ muͤthige Streiche begangen hat und in Norwegen von einem Nachtwaͤchter beinahe waͤre k to sehla2 worden. Eine hie⸗ sige Zeitung macht jetzt darauf aufmerksam, daß der Charakter dieses Lords doch auch seine sehr guten Seiten habe: so wisse man, daß er die Haͤlfte seiner großen Einkuͤnfte zur Unterstuͤz⸗ ung seiner Anverwandten verwende, und daß er den groͤßten

heil des Jahres auf seinen Guͤtern in Irland lebe. Tau⸗ sende von Irlaͤndern, denen er wohlthue, wuͤrden seinen Tod betrauert haben. Seine Lust an Abenteuern zeigte sich schon fruͤhzeitig in den wunderlichsten Einfaͤllen. Vor 2 oder 3 Jah⸗ ren machte er in seiner Jacht eine Fahrt nach Amerika, wohin noch nie ein so kleines Fahrzeug eine Reise unternommen hatte. Auf einem seiner Schloͤsser in Irland haͤlt er ein Paar zahme Loͤwen, die frei in seiner Kammer umherlaufen, und die er als Jagdhunde behandelt, und dieses Jahr kaufte er von einem Menageriefuͤhrer einen Tiger, den er mit einem Strick an sei⸗ nen Wagen band und so mit nach Hause nahm. Er hatte die Absicht, diesen Winter nach Afrika auf die Loͤwen⸗Jagd zu ge⸗ hen. Er ist 26 Jahre alt, stark wie ein Loͤwe und hat eine vortreffliche Erziehung genossen.

Die Times meldet: „Wir haben Briefe aus Bayonne vom 26sten v. M. erhalten, welche wiederholen, daß die Kar⸗ listen sehr eifrig mit den Zuruͤstungen zu einem neuen Feldzuge beschaͤftigt sind, die Christinos dagegen, wie gewoͤhnlich, nicht viel thun. Die Linien von Hernani befanden sich, durch die Bemuͤhungen Lord John Hay's, im besten Vertheidigungs⸗Zu⸗ stande. Die Verhaftung und Ungnade, welche alle die bedeu⸗ tendsten Offiziere des Don Carlos erlitten haben, sollen die schlimmste Wirkung fuͤr seine Sache gehabt und abermals zahlreichere De⸗ sertirungen in seiner Armee verursacht haben.“

Ein Schreiben aus Montreal vom ôé6ten v. M. sagt: „Es hat hier schon ein Tumult stattgefunden; die „Soͤhne der Freiheit“ durchzogen die Straßen mit einer dreifarbigen Fahne. Die Jugend von Montreal ruͤckte ihnen mit dem St. Georgen⸗ Banner entgegen. Die Papineauisten stuͤrzten auf sie los, und die Obrigkeit eilte herbei. Wie die Sache abgelaufen ist, wer⸗ den Sie mit dem naͤchsten Packetboot erfahren. An Papineau's Wohnung sind die Fenster eingeschlagen worden.“ Die Times fuͤgt dieser Nachricht zu: „Blaͤttern von demselben Datum zu⸗ folge, hatten die Vereine der „Soͤhne der Freiheit“ Plakate an die Straßenecken zu Montreal anschlagen lassen, worin sie zu Ver⸗ sammlungen auf dem Waffenplatze aufforderten. Das Losungswort dieser Edlen ist dasselbe, wie das der Revolutionshelden von Paris: En avant. Nach Berichten aus Toronto in Ober⸗Kanada hatte sich der groͤßere Theil der dort garnisonirenden Truppen nach King⸗ ston in Marsch gesetzt; ihre Bestimmung war Montreal. Eine Deputation der Buͤrger von Toronto hatte dem Gouverneur Sir Francis Head ihre Aufwartung gemacht und demselben die freiwilligen Dienste der beiden Stadt⸗Miliz⸗ an Stelle der Garnison angeboten.’ Das freiwillige Jaͤger⸗Corps erbot sich zu gleichem Dienst, aber der Gouverneur lehnte beide An⸗ erbietungen ab, indem er erklaͤrte, er beduͤrfe keiner anderen Macht zur Erhaltung des Friedens, als der, die ihm die Civil⸗ Gewalt jederzeit gewaͤhren koͤnne.“

Nachrichten aus NRew⸗Orleans vom 31. Oktober zufolge, waren dort bedeutende Baarsendungen aus Tampico angelangt. Die Stadt fuͤllte sich wieder mit Fremden, da zu Anfange No⸗ vembers das gelbe Fieber gewoͤhnlich zu verschwinden pflegt.

Niederlande.

Aus dem Haag, 5. Dez. Die zweite Kammer der Ge⸗ neralstaaten ist gestern wieder in ihren Sectionen versammelt ewesen, um verschiedene ihr vorgelegte Gesetz⸗Entwuͤrfe zu pruͤ⸗ en. In Bezug auf das Gesetz wegen Aushebung der Natio⸗ nal⸗Miliz im Jahre 1838 hat man neuerdings auf Mittheilun⸗ gen uͤber den politischen Stand der Dinge gedrungen, weil diese allein den noͤthigen Anhaltspunkt liefern koͤnnten. Einstweilen haben sich jedoch viele Mitglieder begnuͤgt, den Wunsch auszu⸗ prechen, daß die Kontingente so viel als moͤglich vermindert werden moͤchten. Hinsichtlich des Gesetz⸗Entwurfes wegen aber⸗ maliger Verlaͤngerung der bestehenden Strafbestimmungen ge⸗ gen demagogische Umtriebe ward es fuͤr wuͤnschenswerth erklaͤrt, denselben lieber mit dem zu erwartenden neuen Straf⸗Codex zu vereinigen, da in der That ein solches Ausnahme⸗Gesetz in den Niederlanden, wo man seit Jahren an die groͤßte Loyalitaͤt ge⸗ woͤhnt sey, am wenigsten nothwendig erscheine.

. Deutschland.

Dresden, 4. Dezember. (Leipz. Allg. Ztg.) Gestern fand hier der feierliche Landtags⸗Abschied statt. Die Thron⸗Rede ist bereits mitgetheilt worden; aber vielleicht hat man den Um⸗ stand, der mir der wichtigste dabei schien, noch nicht hervorge⸗ S ich meine die Art und Weise, wie der Koͤnig sprach.

Vorte sind eben Worte, und an den heiligsten Staͤtten hat man sich schon nichts dabei gedacht; aber der Ton der Stimme, mit welcher der Koͤnig sprach, der Ausdruck des edelsten, red⸗ lichsten Willens, mit dem sich sein Herz hier unwissentlich kund gab, machte sie erst zu Dem, was sie seyn sollten und waren

8 dem vaͤterlichen Lebewohl, mit dem er die Vertreter seines

olkes in ihre Heimath entließ. Warum konnte doch nicht das ganze Volk in seiner Naͤhe stehen und zwischen den Zeilen sei⸗ ner Rede lesen! Hier mußte sich das Herz vor dem Herzen in noch tieferer Ehrfurcht beugen als der Koͤrper vor der hoͤch⸗ sten Staatsgewalt.

Kiel, 4. Dezember. (Hannov. Ztg.) Von bewaffneten Schmugglern hatte man in unserm Lande fruͤher nie oder doch hoͤchst selten etwas gehoͤrt. Aber vor einigen Tagen ward auf der Chaussee unweit Neumuͤnster einem Zollbedienten bei An⸗

altung eines Frachtwagens das Pferd unter dem Leibe er⸗ henng Der Fuhrmann soll naͤmlich von zwei mit Feuerge⸗

wehr Bewaffneten von Hamburg aus ee gewesen seyn. )

In fruͤheren Zeiten, so versichert man, hatte keine so strenge Aufsicht wider das Einschwaͤrzen stattgefunden, als sie seit kur⸗ zem eingetreten ist. Auch waren die Zollbedienten mit dem Gebrauche der Waffen ehedem nicht so schnell bei der Hand, wie gegenwaͤrtig. Daraus mag sich die Bewaffnung der Schmuggler erklaͤren lassen; denn die Zollsaͤtze sind noch die al⸗ ten: wenigstens sind sie noch nicht erhoͤhet. Wir erwarten noch immer das neue Zollgesetz. 1“ IbEE1sch

Wien, 4. Dez. (Leipz. Allg. Ztg.) Der Kaiser, wel⸗ cher von einer nicht unbedeutenden Unpaͤßlichkeit heimgesucht war, ist wiederhergestellt, verlaͤßt aber die inneren Zimmer noch

nicht. Wie unsere Landes-Industrie im Allgemeinen 1 und besonders in den drei letzten Jahrzehenden die erfreulich Resultate geliefert hat, so muß ich besonders einen Gewerg zweig, naͤmlich die Wagen, vom Dr. Bestler ganz neu erfund erwaͤhnen. Er gab vor kurzem seine ausgedehnte aͤrztliche Pra auf und ist nun Privilegiums⸗Inhaber uͤber die von ihm eff denen Wagen geworden, welche auf einem ganz neuen System Naturgesetze beruhen. Ich hatte das Vergnuͤgen, mit diesem Mau erst kuͤrzlich mehrere Stunden mich zu unterhalten, und obgleich wie natuͤrlich in das Geheimniß seines Privilegiums nicht eindrin konnte noch wollte, so ist doch so viel gewiß, daß Bestler's gen nach ganz neuen und durch vielfache Versuche und Bam nungen ermittelten Normen gebaut sind, die bewegende 9 vorzuͤglich in ihrem Innern enthalten und allen Bedingun der leichtern Bewegung bei bisher gewoͤhnlicher Last, uͤber x und Thal, auf ebenem Wege und grader oder schlangenfeͤrme Richtung, zuverlaͤssig entsprechen werden. Nur der erste gen, an welchen andere in beliebiger Menge angekettet wen koͤnnen, wird nach Verhaͤltniß der Belastung, jedoch mitn geringerer Pferdekraft, bespannt, und die Richtung sjedes zelnen nachfolgenden Wagens wird auf gekruͤmmter en durch seine Vorlaͤufer dergestalt bestimmt, daß dersch nau der Spur des erstern folgen muß; daß dahren

Abweichung von der durch den ersten bespannten Wagen i neten Richtungslinie nicht moͤglich ist. Der Preis der Besttz Wagen, von denen er bereits 72 Gattungen fertigt, ist im

Drittel wohlfeiler als der eines jeden anderen bisher ilhs Wagens und den bisherigen und weiteren Anforderungen velt

men entsprechend. Noch ist diese Erscheinung nirgend veiß licht und selbst hier noch Wenigen bekannt. Aber schon in!

gen Wochen wird Bestler mit mehreren Hundert solcher A. das Publikum uͤberraschen, da seit geraumer Zeit uͤber A

beiter, meist aus der aͤrmeren Klasse, durch ihn Beschͤft

finden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Bestler sich an diese

anschließen wird, welche die Errichtung der so vortheil

und den Verkehr einer großen Stadt foͤrdernden Omnibe

gen beabsichtigen. So sehr ich nun auch uͤberzeugt bin,

diese neue Erfindung eine große Sensation in der Gem und Handelswelt machen wird, und Bestler jedenfalls eing

Gewinn fuͤr Oesterreichs aufbluͤhende Industrie ist, so vm mir die Art und Weise, wie derselbe auf diese neue Ba der Wagen gerieth, wahrhafte Genialitaͤt. Nichts Anderes das gruͤndliche Studium des menschlichen Organismus und seiner Bewegungen, nichts Anderes als die bewegenden Kf des Thieres, besonders der Schlange, gaben ihm den ent Gedanken zu dieser Erfindung.

Nach der neuesten Zaͤhlung hat Wien 334,500 Einwehne wovon 280,000 Einw. auf die Vorstaͤdte kommen. Maͤnnach Geschlechts sind 161,000 und weiblichen Geschlechts 12380 Noch ist also das weibliche Geschlecht um 12,000 üuͤberwiegn doch strebt es zur Ausgleichung; im Jahre 1834 waren! 20,000 weiblichen Geschlechts mehr.

E11I

Rom, 25. Nov. Das Diario di Roma enthaͤlt fol den Artikel: „Nachdem der Unter⸗Staats⸗Secretair, M signor Capaccini Se. Heiligkeit gebeten hat, ihn des Amtes Secretair der außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten! katholischen Welt, das ihm zu beschwerlich geworden war L. dem er ohne bedeutenden Nachtheil fuͤr seine Gesundde, gleich nebst den anderen ihm anvertrauten wichtigen Gesch nicht ferner obliegen koͤnnte, zu entheben, so haben Se. ligkeit diesem Ansuchen zu willfahren und ihm zu gleicher als Beweis Ihrer hohen Zufriedenheit fuͤr die bei Ausl dieses Amtes geleisteten Dienste ein Kanonikat an der 2l nensischen Patriarchal⸗Kirche zu verleihen geruht. Zu

Congregation der außerordentlichen kirchlichen Angelegen dem Monsignor Giovanni Brunelli, zweiten Secretair da sagten Congregation, zu verleihen geruht.“

Spanien.

In einem von der Times mitgetheilten Schreiben Madrid vom 22. November heißt es: „Nichts ist traur als der Zustand der Provinzen, und nichts absurder, als Verfahren der Regierung. Estremadura mit seinen lache Ebenen ist, wenn auch nicht der Garten Spaniens, doch nigstens eine seiner reichsten Provinzen und entfernt von Wiege der Insurrection. Jetzt wiro es von einer Han Karlisten ungestraft durchzogen, denen man es gestattet, aller Stille daselbst festzusetzen, das Kloster Guadalupe anderes Cantavieja zu verwandeln und es zu einer Baste Operationen in Estremadura, zu einer Niederlage ihrer und zu einem sicheren Punkte zu machen, wohin sie Fall der Noth zuruͤckziehen koͤnnen, wie es fruͤher die siedelei Nuestra Senora del Hort fuͤr Catalonien und Cantavieja fuͤr die Karlisten in Unter⸗Aragonis Valencia noch ist. Und dabei ist Niemand in der P. der im Stande waͤre, die Feinde zu vertveiben, denn e alten, koͤrperlich und geistig unfaͤhigen General⸗LCapflie nichts zu erwarten; und der Brigadier Marilla folgt dms spiele seines Vorgesetzten und thut auch nichts, obgleihge treffliche Kavallerie⸗Kolonne und etwas Infanterie unn sen Befehl hat. Das Kloster Guadalupe liegt zehn Lölas d von Truxillo auf einem uneinnehmbaren Felsen. Da Fach hsec daselbst 1600 Mann, worunter 700 Kavalleristen.

esten Offiziere sind ein Franzose, und einer Namens N der fruͤher im Dienst der Koͤnigin stand; 600 Mann ung Cepede stehen bei Herrera del Duque, und die Parte Lino und Ramos fuͤhren mit 100 Mann Karvallerie Pe herbei. Mit einem Worte, Estremadura ist eine neue;

und der Feind kann hier bis zum Maͤrz eine Armee von

Mann organisiren.“

Narle

Die Times meldet in einem Schreiben aus Konf' nopel vom 7. November Nachstehendes: „Der Abgesant neu erwaͤhlten Pascha's von Tunis, der den Auftrag hij Bestaͤtigung des Sultans fuͤr seinen Herrn nachzusucheln, den Dardanellen angekommen. Er uͤberbringt werthpvol⸗ schenke fuͤr den Sultan und hat außerdem noch bede— Geldsummen bei sich, die ihm sehr dazu helfen werden⸗ Widerstand, auf den er im Divan stoßen duͤrfte, zu 18 Die Aufhebung des von dem vorigen Pascha mit der Franz⸗ Regierung abgeschlossenen Vertrages wird eine Haupt⸗Benn⸗ der Anerkennung seyn. Diese Bedingung wird der neue indeß um so leichter eingehen, da eben die Allianz met reich die Empoͤrung gegen den vorigen Pascha hervorrichg

erzaͤhlt sich, daß der neue Pascha, um den wuͤthenden!

Ihr in diese Halle tratet, da

cher Zeit haben Se. Heiligkeit das Amt eines Secretairth

instigen, nicht nur die Minister habe preisgeben, sondern selm den Tod seines Vaters habe willigen mu ssen.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 7. Nov. Am 30. Oktober fand in T Feierlichkeit eigener Art statt, indem die Shan 1; 8,; dianer, welche zur Abschließung eines Vertrages mit der Re⸗ rung nach Washington gekommen sind, und nun mehrere ele der Union besuchen, auf dem Stadthause durch den Gou⸗ imur bewillkommt wurden. Letzterer hielt bei dieser Gele— eit folgende Rede an die Indianer: „Haͤuptlinge und siger der vereinigten Sack⸗ und Fuchs⸗Indianer! Seyd will⸗ mmnen in unserem Stadthause. Ihr seyd weit hergekommen Eurer Heimath im Westen, um Eure weißen Bruͤder zu sächen. Wir sind erfreut, Euch die Hand zu reichen. Wir gten schon fruͤher von den Sack- und Fuchs⸗Indianern ge⸗ t, und die Namen ihrer großen Maͤnner und Haͤupt⸗ ge waren uns von unseren Reisenden genannt worden. sefreuen uns, sie jetzt mit eigenen Augen zu sehen. Wir, der, heißen die Massachussets; es ist dies der Name rothen Maͤnner, die einst hier lebten. In fruͤheren sen stand der Wigwam des rothen Mannes auf diesen Fel⸗

und das Feuer seiner Versammlungen brannte auf dieser lle. Als unsere Vaͤter uͤber das große Wasser heruͤber ka⸗

„waren sie zering an Zahl. Der rothe Mann stand auf Felsen und betrachtete sie; er haͤtte sie ins Wasser stuͤrzen sie ertraͤnken koͤnnen, aber er reichte ihnen die Hand und te: „„Ihr seyd willkommen!““ Unsere Vaͤter waren hungrig der rothe Mann gab ihnen Getraide und Wild, unsere er waren erstarrt vor Kaͤlte, und der rothe Mann vete seinen Mantel uͤber sie und erwaͤrmte sie. Wir jetzt groß und maͤchtig geworden, aber wir gedenken hder Guͤte des rothen Mannes gegen unsere Vaͤter. Bruͤ⸗

Unsere Gesichter sind bleich, die eurigen roth; aber unsere zen sind gleich. Der große Geist gab seinen Kindern ver⸗ dene Farben, aber er liebt sie alle auf gleiche Weise. Bruͤ⸗ Ihr wohnt zwischen dem Mississippi und dem Missouri; nd gewaltige Stroͤme, sie haben große Arme, deren einer n Osten, der andere weit gegen Westen, bis zu den Rocky untains, sich erstreckt; aber sie bilden nur einen Strom und zen sich vereinigt ins Meer. Bruͤder! Wir wohnen im en, und Ihr lebt im fernen Westen; aber wir sind nur Eine ille, die viele Zweige hat, aber nur Ein Haupt. b bliebet Ihr stehen, u 8 d unseres großen Vaters Washington zu escft 8s dies nur ein kalter Stein und kann nicht zu Euch sprechen; runser großer Vater Washington liebte seine rothen Kinder und ahl uns, sie ebenfalls zu lieben. Er ist todt, aber seine zrte haben einen großen Eindruck in unsere Herzen gemacht, der Tritt eines starken Buͤffels in den Thon der Prairieen. in Bruder! (hier wandte sich der Redner an den Haͤuptling huck) ich sehe an Deiner Seite Dein junges Kind, das ich gestern in der Halle zwischen Deinen Knieen stehen sah. ge der große Geist das Leben Deines Sohnes erhalten. ge er an Deiner Seite aufwachsen, wie das zarte Reis an Heite der maͤchtigen Eiche. Moͤget Ihr lange zusammen ihen; und wenn endlich die maͤchtige Eiche im Walde ge⸗ sa ist, so moͤge der junge Baum an ihre Stelle treten und e Zweige uͤber das Volk ausbreiten. Bruͤder! Ich ieße meine Anrede und heiße Euch noch einmal will⸗ vmen.“ Nachdem diese Rede durch die Dolmetscher sezt und von den Indianern mit Beifall aufgenommen ben war, nahm Keokuck das Wort und sagte: „Es freut sehr, daß ich das Vergnuͤgen habe, dem großen Haͤupt⸗ des Staates und den anderen Haͤuptlingen, die ihn um⸗ „die Hand zu reichen. Die Bemerkung, die Ihr so eben cht habt, daß der große Geist uns Beide geschaffen hat, ist ig, obgleich Eure Haut weiß und die meinige roth ist. Er hte unsere Herzen gleich. Der einzige Unterschied ist, daß kuch eine andere Sprache reden laͤßt, als mich. Er gab Haͤnde, damit wir sie uns einander reichen, und Augen, uns sehen zu koͤnnen. Bruder, ich bin sehr gluͤcklich, daß

ehe ich sterbe, sagen kann, ich bin in dem se gewesen, worin Eure Vaͤter mit den unsrigen sprechen pflegten, wie wir es jetzt mit Euch thun.

389 8 6 h thun hoffe, der große Geist wird die Freundschaft zwischen dem hen und rothen Manne lange erhalten.“ Ein anderer ptling, Wapella, sagte unter Anderem: „Wir sind erfreut, der weiße Mann uns seine Bruͤder nennt; es ist wahr, er der aͤlteste von Beiden ist, aber wo ich lebe, ist mein

mm. der aͤlteste unter den rothen Maͤnnern.“ Hiernaͤchst

einer der vornehmsten Haͤuptlinge, Powesheek, das Wort

esagte unter Anderem: „Dies ist der Or

1, st der Ort, wo unser Stamm 8 lebte. Ich habe oft von meinem Vater und Großvater Ales lesen k zis esen koͤnnte.

rt, daß sie einst an der Meereskuͤste wohnten, wo der weiße i zuerst ankam. I ich haͤtte. 1 Buch, worin 89 Man hat mir gesagt, daß Ihr au 81b alle Eure Kenntnisse erlangt. S0. viel 8 Jr 89 Enes weißen Mannes verstehe, scheint es mir, daß die üsn Nr dem weißen Volke einen. hohen Rang einneh⸗ 812 sehr wenige sie uͤbertreffen koͤnnen. Dasselbe ist auf cGal, obgleich ich es sage. Wo ich lebe, da blicken hag. ich, und Alle achten mich. Ich bin sehr gluͤcklich, 8 Maͤnner, wie Ihr und ich, zusammen me,at⸗ sich die Haͤnde reichen.“ Ein anderer Haͤuptling g a. sagte: „Ich habe schon lange gewuͤnscht, hier⸗ tedeten d einst die rothen und weißen Maͤnner sich eutie, llle, die vorher zu Euch gesprochen haben, sind 8 ptlinge; ich aber habe nichts zu thun mit den Doͤr⸗ 2 g8 in den Krieg und kaͤmpfe fuͤr die Weiber und heichne gleich wir kein Papier haben, um Eure Worte 69 nic so werden wir doch die Bemerkungen unserer dapferh vergessen. In meinem Stamme gehoͤre ich zu en. Ich halte meine Waffen in der Hand; sie die⸗ 1 . Vertheidigung und ich liebe sie sehr; aber ich ssch⸗ in diesem Hause zuruͤckzulassen, damit der weiße 88 1 rothen Mannes aus dem fernen Westen u. Meth Geschenk ist vielleicht kein passendes, aber es * seigutem Herzen. Nach diesen Worten legte er seine sechraenen Waͤmpum (Guͤrtel), seine Mocassins (Schuhe) 1— dace tuͤcke seines Anzugs, bis auf den Mantel, auf ebh em Gouverneur nieder. Hierauf fuͤhrte Keokuck gen ging E“ der ihm mit dem seinigen gner ec0n süt eide Kinder gaben sich die Haͤnde. Die uer seened 8 1 auf den Balkon hinaus, wo der Gou⸗ Nameer Krieger ein Schwert, ein Paar Pistolen üͤberreich den Frauen Shawls und Schmuck⸗ 8 schch 8 dem Sohne Keokuck's schenkte der Gouver— bald Buͤsfe⸗ deeh Flinte und sagte, er hoffe, derselbe amit zu schießen im Stande seyn. Nachdem

Bruͤder!

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die Indianer sich noch der versammelten Me 8 n e wurden sie im Stadthause bewirthet. 1 g sgt. htghen,

Gs(ant.

„Berlin, 10. Dez. Des Koͤnigs Maje Kamm er⸗Musikus und Komponisten H 2 rman 6 Ee⸗ haf dt ür. selbst den Titel eines „Hof⸗Compositeurs“ zu verleihen geruht.

Man schreibt aus Hohenfriedberg unterm 27. Nov. „Der hiesigen evangelischen Kirchen⸗Gemeinde wurde vergange⸗ nen Sonntag mit dem Schluß des Kirchenjahres die hoͤchst er⸗ freuliche Meldung, daß Se. Majestaͤt unser allverehrter Koͤnig derselben ein Gnadengeschenk von 1500 Rthlr. bewilligt habe. Wir haben demnach jetzt die Hoffnung, zur Vervollstaͤndigung unseres so trefflich eingerichteten Kirchen⸗Systems in kurzem die noch zwei fehlenden Glocken und den Kirchhof, wozu der Platz bereits angekauft ist, zu erhalten.“ Chelera Ne „Regierungs⸗Bezirk Stralsund) ist die dhh em 9. Nov. gaͤnzlich erloschen, nachdem von den

26 erkrankten Personen 65 gestorben und 61 genesen sind.

Der daselbst zusammengetretene Verein zur Unterstuͤtzung von Cholera⸗Kranken (vergl. Nr. 312 der St. Ztg.) ist durch reich⸗ liche Beitraͤge in den Stand gesetzt worden, die Speisung der Rekonvaleszenten und der huͤlfsbeduͤrftigsten Armen auch noch nach dem Erloͤschen des Uebels fortzusetzen. Sechzehn ganz verwaiste, 19 ihrer Vaͤter beraubte Kinder und 4 Wittwen sind fuͤr eine Reihe von Jahren von der Kaͤmmerei zu ernaͤhren eine schwierige Aufgabe fuͤr die kleine unbemittelte Corporation, die ihr indeß dadurch einigermaßen erleichtert wird, daß mehrere Menschenfreunde, an deren Spitze der Oberst⸗Lieutenant Graf Bismark von Bohlen zu Carlsburg steht, sich bereit erklaͤrt haben, ei⸗ nige der Waisen entweder bei sich aufzunehmen oder fuͤr deren Erziehung und Unterhalt Sorge zu tragen.

Der Schiffsverkehr im Hafen zu Swinemuͤnde war im verflossenen Monate sehr lebendig, indem die oͤstlichen Winde fast saͤmmtliche aus der Ostsee erwarteten Schiffe in ihrer Fahrt so beguͤnstigten, daß nur noch der Ankunft weniger Söige⸗ namentlich aus Russischen Haͤfen, entgegengesehen wird. In den genannten Hafen kamen in der Periode vom 26. Oktober bis 25. November bei einem Wasserstand von 18 21 ¾¼ Fuß im Fahrwasser 111 Schiffe an und eben so viele gingen von da seewaͤrts aus. Von jenen waren 101 Schiffe beladen und 10 geballastet, und von diesen 102 beladen und 9 geballastet. In 35 Schiffen wurde Nutzholz, in 19 Getraide, in 5 Spiri⸗ tus und in 43 sonstige Waaren exportirt. In Stettin ka⸗ men im November 97 beladene und 6 geballastete Schiffe an, dagegen gingen 52 beladene und 3 geballastete Schiffe stromab⸗ waͤrts aus. Die Haupteinfuhr⸗Artikel Stettins waren 583 Ctr. Baumwolle, 1879 Ctr. Branntwein, 3705 Ctr. Eisen, 8096 Ctr. Farbehoͤlzer, 439 Ctr. getrocknete Fische, 315 Ctr. Haͤute, 1834 Etr. Hanf, 7563 Tonnen Haͤringe, 194 Ctr. Juchten, 879 Ctr. Kaffee, 364 Ctr. Kaͤse, 1717 Ctr. Kupfer, 193 Ctr. Oel, 3243 Ctr. Palmoͤl, 3180 Ctr. Pottasche, 876 Ctr. Reis, 1532 Last Stein⸗ kohlen, 5380 Ctr. Talg, 9895 Ctr. Thran, 220 Ctr. Taback, 3523 Ctr. Wein und 21,473 Ctr. roher Zucker. Ausgefuͤhrt wurden hauptsaͤchlich: 6240 Ctr. Abfaͤlle aller Art, 109 Ctr. Farbewaaren, 9106 Scheffel Waizen, 1518 Scheffel Roggen, 10,361 Scheffel Gerste, Hafer und Buchwaizen, 252 Scheffel Huͤlsen⸗ fruͤchte, 173 Ctr. Leinsagt, 178 Ctr. grüͤnes Glasgeschirr, 356 Balken und Bloͤcke von hartem Holze, 2138 Balken von Kieh⸗ nen⸗ oder Tannenholz, 39,907 Kubikfuß eichen Schiffsholz und Planken, 420 Ring eichene Staͤbe aller Art, 138 Ctr. gebleichte Leinwand, 911 Ctr. Lumpen und 6111 Ctr. Rapp⸗ und Leinku⸗ chen. Im Waaren⸗Handel Stettins hielt die fruͤhere Stille im Allgemeinen an; nur in Ruͤboͤl war, um die kontrahirten Oktober⸗Lieferungen zu schließen, im Anfange des Monats ei⸗ nige Lebhaftigkeit, welche sich jevoch nach der Regulirung jener Lieferungen minderte und ein Weichen der fruͤher etwas erhoͤh⸗ ten Preise veranlaßte. In Haͤringen zeigte sich wenig Kauf⸗ lust. Von Getraide wurden einige Abladungen in Weizen nach Kopenhagen ausgefuührt; Roggen und Gerste hielten sich wegen der dauernden Nachfrage fuͤr Norwegen in ziemlichen Preisen. In Zink zeigte sich wegen des geringen Vorraths und der we⸗ nigen Bestellungen von Schlesien mehr Begehr. Der Stabholz⸗ Handel lag aber immer noch ganz darnieder und nur in Schiffs⸗ holz fanden mehrere Abladungen zur Lieferung an fremde Ma⸗ rinen statt. Die Frachten fuͤr die Nordsee waren weniger er— giebig, hingegen diejenigen fuͤr die Ostsee ziemlich vortheilhaft. Im Schiffsbau herrschte einiges Leben, wie dies die noch auf dem Stapel stehenden und die im Monat November abgelau⸗ fenen 11 Schiffe bezeugen. b Nachstehendes sind die Haupt⸗Ergebnisse der wirthschaft⸗ lichen und polizeilichen Verwaltung des Landarmen⸗Hauses zu Bennin n fuͤr das Jahr 1836: Was zunaͤchst die wirth⸗ schaftliche Verwaltung betrifft, so belief sich die Gesammt⸗Ein⸗ nahme der Anstalt, mit Einschluß des Bestandes aus der Rech⸗ nung fuͤr 1835, auf 20,744 Rthlr., worunter eine Summe von 6457 Rthlr. an Provinzial⸗Beitraͤgen aus den Regierungs⸗Be⸗ zirken Muͤnster, Minden und Arnsberg. Die Ausgabe betrug

Ueber die polizeilichen Resultate ist Folgendes zu melden: Am 31. Dez. 1835 befanden sich in der Anstalt 140 Personen, und im Jahre 1836 kamen deren hinzu 189; mithin waren uͤber⸗ haupt in der Anstalt 329 Personen, und zwar 214 Mäaͤnner 50 Weiber und 65 Kinder in den Erziehungs⸗Anstalten. Hier⸗ von wurden nach abgelaufener Strafzeit des Landes verwiesen 5, in ihre Heimath entlassen 151, als Gesinde und Lehrlinge untergebracht 26, andern Anstalten uͤberwiesen 1, es starben 4 und es entwichen 2; in Summa 189, so daß am 1. Januar d. J. derselbe Bestand von 140 Individuen verblieb, der auch am 1. Januar 1836 vorhanden war. Durchschnittlich befanden sich taͤglich in der Anstalt 151 Personen, worunter 90 Arbeits⸗ faͤhige, die mit verschiedenen Arbeiten in und außer dem Hause beschaͤftigt, und denen bei ihrer Entlassung der Arbeitsverdienst, nach Abzug ihrer Schuld fuͤr Kost und Kleidung, baar einge⸗ haͤndigt wurde. Bei der letzten von den Kommissarien der Koͤ⸗ niglichen Regierungen und den Deputirten der Provinzial⸗ Staͤnde abgehaltenen General⸗Revision wurde die Anstatt, gleichwie in fruͤheren Jahren, in einem voͤllig befriedigenden Zustande befunden.

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Wissenschaft, Kunst und Literatur. Niveau⸗Verhaͤltniß des Kaspischen und Schwarzen Meeres.

Das anf Befehl des Kaisers Rikolans ausgeführte trigenome⸗

trische Nivellement zwischen den beiden Meeren ist gegenwärtig voll⸗ endet, und aus einem Briefe des berühmten Astronomen, Wirklichen

Staatsraths von Struve, an Herrn von Humboldt (Dorpat, den

1. Dez.) können wir folgende wichtige Resultate mittheilen 8 Unser Reisenden, G. vhn giß⸗ Sabler und Sawitsch haben am 23. 82 ber ihre mühevolle Arbeit glücklich vollbracht. Ich habe so eben die Berichte und eine Kopie der Tagebücher empfangen, vom Dorf⸗ Tschernoi Rynok, in der Rähe der Statien Kolpitschja (am Wege von Kisljar nach.Astrachan) am 31. Oktober (n. St.) abgesandt. Der rasche Fortgang der Operation machte es unmöglich, mit der Rech⸗ nung nachzukommen. Indeß haben unsere Reisenden die ganze Ope⸗ ration durch eine vorläufige Berechnung verfolgt und sind im Stande gewesen, unverzüglich das sehr genäherte Haupt⸗Resultat zu liefern: daß das Kaspische Meer wirklich bedeutend tie⸗

fer liegt, als das Schwarze, und zwar um 101,2 Somit ist

Russische = 94,9 Pariser Fuß.

Dies vorläufige Resultat wird bis auf 8 Fuß verbürgt.

also die wichtige Frage in der Hauptsache entschieden, und das Fak⸗ tum der Senkung des Kaspischen Meeres steht unabänderlich fest. Einen umständlicheren Bericht werden Sie bald iu dem „Bulletin scientifique“ der Petersburger Akademie erhalten. Auch kann ich JIb⸗ nen die frohe Rachricht geben, daß, nach einer fuͤnfjährigen Sibiri⸗ scen Fflife⸗ der Astronom Herr Fedorow seit Wochen bei uns zu⸗

Kalender auf das Gemeinjahr 1838.

Die Almanache und Taschenbücher wetteifern immer mehr in ih⸗ rem frühzeitigen Erscheinen mit einander, so daß sie von der feinen Welt fast schon vor dem Jahre vergessen sind, auf welches fie laufen; we⸗ niger eilig haben es die eigentlichen Kalender, denn sle sind ihrer Auf⸗ nahme gewiß. Unter ihnen verdient der von der Königlichen Kalen⸗ der⸗Deputation herausgegebene Berliner Kalender billigg die erste Stelle. In früheren Jahren hat er sich durch eine Reihe trefflicher Aufsätze von Wilhelm von Schlegel und Karl Ritter einen guten Namen gemacht, und wenn er neuerdings von Indien nach Europa zurückgekehrt ist und die Beschreibung jenes tropischen Wunderlandes mit der Geschichte unserer Marken und Pommerns vertauscht, so ist bei diesem großen Abstande doch die Tüchtigkeit und Soliditat der Behandlung dieselbe geblteben. Der vorige Jahrgang enthielt das erste Buch einer Geschichte von Pommern und Rügen; der gegennwär⸗ tige bringt nus davon das zweite. Der Verfasser, Herr Professor Barthold zu Greifswald, zeigt sich hier wieder als sleißigen Qucl⸗ leuforscher; die klare Darstellung geht genau auf die inneren Ver⸗ hältnisse und Entwickelungen ein und weiß ein reiches Material kräftig zu beleben. In den Novellen aber, welche die Depulatton ihrem Kalen⸗ der beizugeben pflegt, scheint sie mehr dem Geschmack eines größeren Publikums nachzugeben, als denselben leiten zu wollen; diesmal führt uns eine gewandte Feder ein Romangebilde vor, welches gleichfalls Pommern und die romantischen Ufer der Insel Rügen zum Schau⸗ platz hat. Als Titel⸗Kupfer dient das Bildniß der Großfürstin von Ruß⸗ land, Maria Nicolaͤjewna; unter den übrigen Kupfern hebt sich noch das schöne Portrait der Sidonia von Borcke hervor, nach einem alten Bilde gezeichnet von Most, dem trefflichen Genremaler aus Stettin, gestochen von Auguste Hüssener. Von acht landschaftlichen Darstel⸗ lungen, sämmtlich von Pommerschen Gegenden, sind drei nach Krause, vier nach Brüggemann, eine nach einem Ungenannten, die Stiche von Fincke recht wacker uno Englischer Arbeit sehr nabe kommend.

Gleichsam als Trabant ist dem Almanach diesmal noch cin kom⸗ pendiöser Etui⸗Kalender beigegeben, welcher Stiche von Bildern der letzten Kunst⸗Ausstellung enthält und dazu erklörende Gedichte von Ferrand. Das Blatt, welches Hildebrandt's bereits so oft verviel⸗ fältigtes Bild, „die Kinder Eduard's“, darstellt, ist recht vorzüglich ausgefallen und leistet mehr, als bei so kleinem Maßstabe erwartet werden kann, denn der Künstler ist mit Gefühl in den poectischen Ge⸗ danken des Bildes öö Bei den Versen aber, welche das Gemälde erklärend besseiten, wird man auf die naheliegende Betrach⸗ tung geführt, daß ja das Bild selbst nur den ünpergleichlichen Wor⸗ ten Shakespeare's seinen Ursprung dankt; jetzt entzündet sich die Poesie wieder an dem Bilde, so daß, noch weiter fortgesetzt, wobl keine Steigerung, sondern ein in der Fernt verhallendes Echo entste⸗

17,068 Rthlr., und es ergiebt sich sonach ein Bestand von 3676 Rthlr.

ven müßte. Ueverhaupt scheint bei dieser exegetischen Gattung die Poesie im Nachtheile zu seyn. Die Malerei hat bei harmlosen, 8 eben sehr bewegten und inhaltsvollen Situationen noch immer Raum genug, um Raivetät und Stimmung auszudrücken, ja als eine schweigende Poesie, wie sie Aristoteles nennt, bewegt sie sich in Darstellungen eines unbefangenen und ganz an⸗ spruchslosen Daseyns oft am glücklichsten. Nicht so die Poesie der Rede; denn das Gedicht ist zunächst angewiesen, Gescheheues zu be⸗ richten, und sein Interesse liegt ganz wo anders, als in solchen einzelnen stillen Momenten. So wurde denn für die von Be⸗ gas gemalten Mädchen, welche so harmlos, so in sich beruhigt und nur eben von der Abendsonne geblendet, in die Ferne schauzen, ein Liebes⸗Roman erfunden, welcher natürlich auseicht von der im Bilde enthaltenen Stimmung. Desgleichen haben sentimentale Gedan⸗ ken von Tod und Schiffbruch wohl nichts gemein mit Jordan's fried⸗ lichem ischer, der nach vollbrachtem Tagewerk, sein Töchterchen im Arm, hinausschaut auf die stille See. Hiermit wollen wir aber der gebildeten Sprache und Versification ihr Verdienst nicht ab⸗ sprechen. 1 16 Wir schließen uoch drei neue Erscheinungen der Kalender⸗Litera⸗ tur an, und zwar erstlich den „allgemeinen Gewerbe⸗Kalen⸗ der“ für 1838, ein Jahrbuch aller neuen Ersindungen im Gebiet der Gewerbe und Künste, herausgegeben von M. v. Poppe, Hofrath und Professor der Technelogie zu Tübingen. Glogau, bei E. Flem⸗ ming. Die Verdienstlichkeit die es Unternehmens fällt in die Augen. In einer Zeit der Industrie, wie offenbar die unfrige ist, hat es gro⸗ ßen Werth, . einen geringen Preis die Ausbeute neuer Erfindun⸗ gen allen Ständen, bis auf die untersten hinab, zugänglich zu machen Der Umfang des hier gegebenen ist in der That überaus groß, er umfaßt alle mechantschen und chemischen Gewerbe und giebt von den neuesten Verbesserungen der Maschinen und Prozeduren kurze Be⸗ schreibungen, welche wenigstens denen immer. deutlich seyn dürften,

2 . 1 c. 8 7. 1 8 11 —₰ 22 8. 8 die in diesen Fächen schon einigermaßen orientirt sind. Eine Kupfer⸗

tafel ist beigegeben; man wünscht freilich mebrere, allein dies wuͤrde das Büchlein kostbarer gemacht, und also seinem nächsten Zweck im Wege gestanden haben. An feinem Gedeihen ist wohl nicht zu zwei⸗ feln, da es den Gewerbtreibenden cine nützliche und auzichende Lek⸗ türe bringt, welche sie über ihr eigenes Fach zum Rachdenken auf⸗ fordert und sie zugleich auch über andere Zweige der allerseits in ein⸗ andergreifenden Industrie belehrt. Dem Herausgeber erlauben wir uns nur noch etwas mehr Aufmerksamkeit auf seine Darstellung zu mgkehleh⸗ denn die Schreibart ist öfters vernachläffigt und mitunter selbst unlogisch, wodurch Undentlichkeiten entstehen; Klarheit ist hier aber wohl vor allen Dingen nöthig und unerläßlich. 1

In demselben Verlage sind noch zwei andere Kalender er⸗ schienen, nämlich: „Allgemeiner vollteelender für Land und Hauswirthschaft auf das Jahr 1838“, heraunsgegeben von Kirchhof, Oekonomie⸗Kommessarins u. s. w., und endlich 5„Alige⸗ meiner Militair⸗Kalender für die Preußische Armee, ein Jahr⸗ buch der militatrisch wichtigsten und interessantesten Ereignisse, heraus⸗ gegeben von mehreren Offizieren der Preußischen Armee.“ Beide Un⸗ ternehmungen haben das Interesse ihres Leserkreises fest ins Auge zu fassen gewußt, und namentlich enthält der letzte (der außer dem Kalendarium 208 Seiten sehr gedrängten Druckes gieht) viel treffliche Spezial⸗Darstellungen von Kriegs⸗Vorfällen und von militatrischen Anlagen und Einrichtungen.

* * 1 2 Auswärtige Börsoen. 1 . Amsterdam, 5. Dezember. Niederl. wirkl. Schuld 53 1. 5 % do. 1015 ⁄. K 22 1. 5 % Span. 1913⁄191. Passive —. Ausg. Sch. Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. 100 % Antwerpen, 4. Dezember. Neue Aul. 20. Br 1915⁄16. G. G 8 nkfurt n. M., 7. Dezember. geste 11“ Ne 8 05. r. 491 907/ 1 [[[IC9 X2 8 rr jet. 105 6 4 % 99 ⁄[. G. 2 ⁄½ % 59 ¾. G. Bunk-Actien 1680. 1687. Partia!-O bl.

Zinsl. 6 ⁄8.