in derselben ebenfalls wieder zugegen, und auf der Bank befanden sich sämmtliche Minister, mit Ausnahme des 8₰ Grafen von Montalivet.
3 aller Klugheit zu entsagen.“ — Der fuͤnfte Paragraph der Adresse wurde hierauf endlich angenommen.
In der Sitzung vom 5. Januar kamen die uͤbrigen Ber⸗ Der Herzog von Orleans war Minister⸗
zu verletzen und Paragraphen zur Berathung.
Der Ste Paragraph des Adreß⸗Ent⸗ wurfes, der von der Expedition nach Konstantine handelt, gab Herrn von Gasparin Veranlassung, sich ausfuͤhrlich uͤber die
Afrikanischen Angelegenheiten zu aͤußern. Namentlich suchte er
zu beweisen, daß die Beibehaltung von Konstantine ohne allen Zutzen seyn und die Ausgaben fuͤr die Kolonie nun unnoͤthig permehren wuͤrde. Der entgegengesetzten Ansicht war Herr Merilhou, der vielmehr ein Amendement beantragte, des Jahalts, daß die Kammer nichts verabsaͤumen werde, was die Beibehaltung jenes eroberten Gebietes, das nunmehr einen integri⸗ renden Theil Frankreichs ausmache, sichern koͤnne. Nachdem sich ei⸗ nige Pairs theils fuͤr, theils wider diesen Antrag erklaͤrt hatten, ergriff auch der Conseils⸗Praͤsident das Wort, um der Kammer an⸗ zukuͤndigen, daß ihr eine vollstaͤndige Uebersicht der Ausgaben, die fuͤr die Kolonie in ihrer gegenwaͤrtigen Ausdehnung erfor⸗
derlich seyen, vorgelegt werden wuͤrde, um sie dadurch in den
Steand zu setzen, mit voͤlliger Sachkenntniß uͤber das in Bezug
auf die Kolonie zu befolgende System zu urtheilen. Der An⸗
trag des Herrn Merilhou wurde darauf verworfen, und der hetresfende Paraͤgraph, so wie die noch uͤbrigen, unveraͤndert
angenommen. Die ganze Adresse düns sodann mit 130 gegen 12 Stimmen durch, und es wurde ofort die große Deputation ernannt, die sie am folgenden Tage dem Koͤnige uͤberreichen sollte. 1 8. “
Paris, 6. Jan. Gestern war ein großer Ball in den Tuilerieen, zu dem nahe an 3000 Personen eingeladen waren. In der heutigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer ver⸗ las der Praͤsident die von der Kommission entworfene Adresse als Antwort auf die Thron⸗Rede. Der bemerkenswertheste Pa⸗ ragraph in derselben ist der,
welcher sich auf die Finanzen be⸗ zieht. Derselbe lautet folgendermaßen: „Unsere Finanzen be⸗ sinden sich in dem gedeihlichsten Zustande, und dieses Gedeihen, das sich durch Sparsamkeit in den Ausgaben nur noch vermeh⸗ ren kann, wird uns, wie wir hoffen, gestatten, die oͤffentlichen Lasten durch die Reduction der Rente zu vermindern. Auf den Vorschlag des Praͤsidenten beschloß die Kammer, die Eroöͤrterung uͤber den Adreß⸗ Entwurf am kuͤnftigen Monta zu beginnen. Die Sitzung ward schon um 2 ½ Uhr auf⸗ oben. 875 . 85 Gestern waren die Salons des Praͤsidenten der Deputir⸗ ten⸗Kammer zum erstenmale geoͤffnet und sehr angefuͤllt. Meh⸗ rere Minister und fast sämmtliche neue Pairs, die vor ihrer Ernennung dem linken Centrum und der constitutionnellen Op⸗ position angehoͤrten, waren zugegen; dagegen bemerkte man nur wenige entschieden ministerielle Deputirte. Herr Baude hat ein Schreiben in das „Journal des De⸗ bats“ einruͤcken en, worin er die in dem Fruͤher mitgetheil⸗ ten) Briefe der Culuglis aufgestellten Behauptungen, so weit sie ihn betreffen, auf das bestimmteste und entschiedenste Luͤ⸗ en straft. b e⸗ Anwesenheit des Fuͤrsten von Musignano (Karl Lu⸗ cian Buonaparte) in Paris giebt der Presse zu folgenden Bemerkungen Anlaß: „Prinz Anton, ein anderer Sohn Lu⸗ cian Buonaparte's, ist kuͤrzlich von Amerika in London ange⸗ kommen, und wuͤnscht ebenfalls, Frankreich zu besuchen. Die Koͤnigin Karoline, Wittwe Murat's, und die Tochter Lucian’'s, Madame Wise, wohnen seit laͤngerer Zeit in Paris. Der Koͤ⸗ nigin Hortensia war es zweimal erlaubt worden, nach Frank⸗ reich zu kommen; und vor ganz kurzer Zeit hat die Prinzessin Marie von Orleans in Stuttgart mit den beiden Soͤhnen des Hieronymus Buonaparte Feraege Alle diese Thatsachen bewei⸗ sen, daß die Franzoͤsische Regierung geneigt ist, das gegen die Familie Buonaparte erlassene Verbannungs⸗Gesetz nicht seiner anzen Strenge nach in Anwendung zu bringen.“ — as⸗ elbe Blatt meldet, der Fuͤrst von Musignano habe gleich nach seiner Ankunft in n- eine Audienz beim Koͤnige gehabt. Seit einigen Tagen mehren sich die Diebstaͤhle in Paris auf eine auffallende eise. Vorgestern fruͤh hatte ein hiesiger junger Arzt kaum seine Wohnung verlassen, als ein gut geklei⸗ deter Mann mit dem rothen Bande im Knopfloche an seine Thuͤre klopfte. Als der Bediente ihm sagte, daß der Doktor ausgegangen sey und wahrscheinlich vor bend nicht zuruͤckkeh⸗ ren wuͤrde, ging der Fremde, 22 u fragen, in das Kabinet des Arztes und setzte sich an dessen Schreibtisch, um einige Zei⸗ len fuͤr ihn zu hinterlassen. Während er schrieb , noͤthigte ein abermaliges Klingeln an der Thuͤr den Pen intef einen Augen⸗ lick hinauszugehen, und als er zuruͤckkehrte, uͤberreichte ihm er Fremde das versiegelte Billet und entfernte sich. ls der oktor bei seiner Zuruͤckkunft das Briefch en oͤffnete, las er Fol⸗ endes: „Sie brauchen Ihre Uhr, die Sie heute auf dem Ka⸗ min liegen ließen, nicht zu suchen; denn sie ist in diesem Augen⸗ lick in meiner Tasche, die Sie nicht so leicht finden duͤrften. Ihr Be⸗ ienter ist kein Dieb, aber ein großer Toͤlpel, da er zugiebt, daß man Sie in Ihrer Abwesenheit bestiehlt. Ich empfehle Ihnen ringend, denselben zu entlassen; und ich wage zu hoffen, daß Sie diesen freundlichen Rath als Entschäͤdigung fuͤr das Ge⸗ chenk annehmen werden, welches ich mir auf Ihre Kosten an⸗ eeignet habe. Ihr ergebener, (gez.) Capdeville, Dieb. — Als der hiesige Niederlaͤndische Geschäftstraͤger, Herr von Fabricius, gestern Abend aus dem Theater nach Hause kam, erblickte er einen fremden Mann in seinem Kabinette, der sich bei seinem Eintritte durch eine eee Thuͤr davon machte, und trotz der augenblicklichen gerfolgung gluͤcklich durch den Garten entkam. Herr von Fabricius hatte Wechsel und Banknoten zu einem sehr bedeutenden Belaufe in seinem Schreibtische. Der Dieb hatte aber nicht Zeit gehabt, sich
— emaͤchtigen. b derselben zu bemaͤchtig Bayonne vom 3ten d. heißt
n einem Schreiben aus 1 — es: vde⸗ Nachricht von dem Abmarsche eines Theils der Karlistischen Expedition unter den Befehlen Garcias nach Nie⸗ der⸗Ravarra und der Ribeira war richtig. Dieses aus Casti⸗ lianern, Aragonesen und Valencianern bestehende Corps ist zwischen Mendavia und Viana von den Truppen der Koͤnigin angegriffen, und, wenn man dem gestern Abend hier eingetrof⸗ fenen ersten Berichte glauben darf, auf's Haupt geschlagen worden. Man sagt, daß fast die ganze Kavallerie jener Kolonne in den Ebro gedraͤngt worden und umgekommen sey. Die offiziellen Details werden jeden Augenblick erwartet. Man weiß nicht einmal, ob Espartero, der noch am 26sten in Logronio durch Krankheit zu⸗ ruͤckgehalten war, oder ein anderer General jenes Gefecht ge⸗ liefert hat, an welchem uͤbrigens kein Baskisches oder Navar⸗ resisches Vataillon Theil genommen zu haben scheint. — Man erkstrt ferner, daß die beiden andern Cerps, die sich unter den
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416 Befehlen Merino's und des Marquis de la Roveda in Bewe⸗ gung gesetzt hatten, einige Stunden jenseits des Ebro vorge⸗ drungen waren, als sie durch eine starke Kolonne unter Firmin Iriarte, der in Eilmaͤrschen von Medina del Pomar sügen sie gnruͤckte, genoͤthigt wurden, wieder auf das diesseitige Ufer des Ebro zuruͤckzukehren.“
Durch ein Schreiben aus Bayonne vom lsten d. wird das Geruͤcht bestaͤtigt, daß eine Abtheilung Christinos durch die Karlisten gezwungen worden sey, sich in der Naͤhe von Val⸗ carlos auf das Franzoͤsische Gebiet zu fluͤchten. Sie waren un⸗ gefaͤhr 600 Mann stark, und wurden sogleich von den Franzoͤ⸗ sischen Behoͤrden aufgefordert, ihre Waffen abzuliefern.
Die Madrider Briefe und Zeitungen vom 28sten v. M. ent⸗ halten wenig Interessantes. In der Sitzung der Deputirten⸗ Kammer vom vorhergehenden Tage ward durch 71 gegen 36 Stimmen der Beschluß angenommen, daß diejenigen Deputir⸗ ten, die ein oͤffentliches Amt angenommen haͤtten, und sich des⸗
alb einer neuen Wahl unterwerfen muͤßten, das Recht haben sollten, so lange in der Kammer zu sitzen, bis das Resultat der neuen Wahl bekannt sey. — Der Senat hatte am 28sten keine Sitzung gehalten, und bis zum Abgange der Post war auch in der Deputirten⸗Kammer nichts Wichtiges vorgefallen. — Es war in Madrid allgemein das Geruͤcht verbreitet, daß der Ge⸗ neral Latre auf Empfehlung des General Espartero das Kriegs⸗ Portefeuille erhalten wuͤrde. General Seoane hatte seine Ent⸗ lassung als Commandeur der Garde eingereicht.
Dem Messager wird aus Madrid vom 26sten v. M. geschrieben: „Der Agent des Hauses Rothschild hatte kuͤrzlich die Ehre, der verwittweten Koͤnigin vorgestellt zu werden. Man will daraus schließen, daß die Unterhandlungen wegen einer neuen Anleihe schon ziemlich weit vorgeruͤckt sind. Wir kennen die gemachten Vorschlaͤge nicht; aber wir wissen, daß Herr Bardaxi sich mit denselben einverstanden erklaͤrte, und daß selbst der Graf von Ofalia eingeraͤumt hat, Spanien koͤnne unter den gegenwäaͤrtigen Umstäͤnden keine guͤnstigeren Bedingungen erlan⸗ gen. Es wird versichert, das Haus e sey nicht geson⸗ nen, die Anleihe allein zu uͤbernehmen, ondern habe sich des⸗ halb mit anderen großen Kapitalisten in London und Paris
vereinigt.“ 8 An der hiesigen Boͤrse sind jetzt Pflasterungs⸗
der sogenannten Asphalt⸗ die ersten Versuche nach dieser neuen Pflasterungs⸗ Dagegen waren
uͤberaus genuͤgend ausgefallen sind. sämmtliche Eisenbahn⸗Actien stark ausgeboten.
Großbritanien und Irland.
London, 4. Jan. Der angekuͤndigte Kabinets⸗Rath, der sich wahrscheinlich auf die Kanadischen Angelegenheiten be⸗ og, hat gestern Nachmittag im auswaͤrtigen Amte stattgefunden. ie Versammlung dauerte von halb 3 bis 6 Uhr. Saͤmmtliche Minister wohnten derselben bei. Auch der Marquis von Lansdowne, der erst um halb 4 Uhr von seinem Landsitz in Wiltshire hier eintraf, schloß sich noch den Berathungen an. ’S fruͤh begaben W. die Lords Melbourne und Glenelg nach indsor zu einer Audienz bei Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin. Aus dem Kolonial⸗Amte wurden segs⸗ Depeschen an Lord Gos⸗ ford und die in dem Britischen I ord⸗Amerika kommandirenden Offiziere abgesandt. 1 ficoee Minister haben, wie es heißt, beschlossen, sofort alle u Weihnachten faͤlligen Pensionen auszuzahlen und es dem Par⸗ kanente zu uͤberlassen, diejenigen Pensionen zu streichen oder zu verkuͤrzen, welche die Untersuchungs⸗Kommission dazu vorschla⸗ gen werde.
Die Dublin Post meldet, daß der Lord⸗Lieutenant von Irland Dublin⸗Castle verlassen habe, um einige Tage bei dem Herzog und der Herzogin von Leinster in Carlton zuzubringen.
Lord C. Wellesley ist von Korfu nach England zuruͤckge⸗ kehrt, da er wegen seiner Befoͤrderung zum Oberst⸗Lieutenant sein bisheriges Corps verlassen muß. .
Der Tralee Mercury meldet, daß Herr J. O'Connell, Bruder des Parlaments⸗Mitgliedes fuͤr Dublin, zum Ober⸗ Sheriff von Kerry ernannt worden sey.
Das Packetboot „Star“ ist in dreizehn Tagen von Halifar angekommen. Die mit demselben eingegangenen Nachrichten aus Kanada reichen bis zum 4ten Dezember, also nicht wei⸗ ter als diejenigen, welche man uͤber New⸗York schon erhalten hat. Sie bringen indeß noch einige naͤhere Details und lauten guͤnstiger, als die in den Nord⸗Amerikanischen Blaͤttern befind⸗ lichen. Aus Quebek wird Feh daß die Corps der Frei⸗ willigen sich taͤglich in den affen uͤben, und daß in verschie⸗ denen Theilen der Stadt Kasernen uͤr dieselben eingerichtet werden; man glaubte, daß auch das ersammlungshaus diese Bestimmung erhalten wuͤrde. Die National⸗Miliz von Ober⸗ Kanada hatte sich freiwillig zum Dienst in Nieder⸗Kanada ge⸗ meldet. Die von dem „Star“ uͤberbrachten offiziellen Be⸗ richte uͤber die Affairen von St. Denis und St. Char⸗ les bestaͤtigen alle in den Amerikanischen Blaͤttern ent⸗
altenen guten Nachrichten und widerlegen die schlechten.
er Enthusiasmus der von dem Aufstande noch nicht beruͤhr⸗ ten Provinzen soll unvergleichlich seyn. Die Sesehre von Annapolis in Neu⸗ Schottland haben, da sie glau ten, daß die Truppen in Halifax das Dampfboot „Windsor nicht zum Transport bereit finden wuͤrden, 40 Schlitten hergegeben, um die Truppen eine Strecke weit fortzuschaffen. Saͤmmtliche Truppen, mit Ausnahme des 34sten Regiments, dessen Flanken⸗ Compagnieen sich am Bord des „Windsor“ auf dem Wege nach Frederikton befanden, haben Halifax verlassen. Man wollte daselbst wissen, daß die Indianer ihr Kriegsgeschrei gegen die Kanadier erhoben haͤtten. In Halifax wurde am 15. Dez. eine große oͤffentliche Versammlung gehalten, worin Resolutionen einstimmig angenommen wurden, in denen die groͤßte Loyalitaͤt und An⸗ aͤnglichkeit an die Britische Verfassung ausgesprochen wird. nter den einflußreichen Personen, die an dieser Versammlung Theil nahmen, befand sich auch Herr Mitglied des Ver⸗ sammlungshauses, der waͤhrend der letzten ession eine Adresse an die Krone beantragte, die von den Vertheidigern der Kana⸗ dischen Revolution als mit den neueren Vorgaͤngen in Nieder⸗Kanada sympathisirend bezeichnet worden ist. Herr Howe sprach sich aber in einer Rede an die ersamm⸗ lung gegen diese Vorgaͤnge aus und gab seine herz⸗ liche Zustimmung zu den Resolutionen. Späͤter wurden dem Gouverneur und dem Befehlshaber der Garnison von Halifax Adressen uͤberreicht, die mit jenen Resolutionen voͤllig uͤbereinstimmten. Der Gouverneur von Neu⸗Schottland hatte dem Rathe jener Provinz eine Depesche von Lord Gle⸗ nelg mitgetheilt, worin dersetbe die Trennung des Raths in zwei Theile empfiehlt und den Gouverneur zugleich ermaͤchtigt, diejenigen Maͤnner zu ernennen, die er fuͤr tuͤchtig dazu halte. Lord Glenelg dankte im Namen der Köoͤnigin dem Rathe 8 seine fruͤheren Dienste und erklaͤrte denselben far aufgeltst. Die
vorzugsweise die Actien Gesellschaft gesucht, da Methode heute 1u
11“ “
Neu⸗Schottland ist auf den Die Briefe sind angefuͤllt am Berichten uͤber Versammlungen von Miliz⸗Offizieren u Bewohnern von Neu⸗Braunschweig, Neu⸗ Schoitland n Neufoundland, bei denen sich die größte Anhaͤnglichkeit an Königin und die Britische Regierung zu erkennen gab, un von deren Seite den Gouverneuren Dienst⸗Anerbietungen macht wurden. Lord Gosford hat noch eine Proclamation i lassen, worin er den Agitator Papineau des Hochverraths schuldigt und eine Belohnung von 4000 Pfd. auf seine Auslies. rung setzt. Aus Ober⸗Kanada lauten die Nachrichten se guͤnstig. Das Einuͤben der Miliz wurde uͤberall eifri betr ben. Glaubwuͤrdigen Nachrichten zufolge, sind die Geräͤch von Unzufriedenheit in St. Thomas ungegruͤndet. In Quehe wurde am 5ten eine Versammlung gehalten, welcher sehr achtha Personen Franzoͤsischen Ursprungs beiwohnten. Es sprach allgemein der Entschluß aus, die Verbindung mit dem Mung lande aufrecht zu erhalten, und es wurden Resolutionen ind sem Sinne angenommen. Die Miliz von Auebek ist lece.; zaͤhlig und bereits vereidet. Sie soll unter denselben ed gungen dienen, wie die regulairen Truppen, nur ist sie von perlicher Zuͤchtigung befreit. Lord Gosford hat in der Antu⸗ auf eine von 700 Buͤrgern von St. Roch ihm uͤbersandte Adr denselben fuͤr ihre Anhaͤnglichkeit an den Thron seinen De ausgesprochen.
8In diesem Augenblick sindet in der Kron⸗ und Ankerg. vern eine der groͤßten oͤffentlichen Versammlungen statt, dier seit langer Zeit in London gesehen. Gegenstand ihrer Be thungen ist der Krieg in Kanada. Herr Hume fuͤhrt den J
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sitz, und die Verhandlungen sind bis jetzt mit der groͤßten R. gefuͤhrt worden. 8
Der Standard sagt in Vetreff des Geruͤchts, daß Corps Franzoͤsischer Freiwilligen fuͤr Kanada geworben werg Ludwig Philipp werde sicher keine Lust haben, dem Beispee Ludwig's XVI. zu folgen; auch koͤnnten diese Mannschaf schwerlich den Englischen Kreuzern entgehen und jedenfalls dem Mai nicht dort ankommen.
Der Morning Herald giebt aus einer New⸗Jerke Zeitung vom 9. Dezember folgenden Auszug: „In einer au 100 Personen bestehenden in uffalo gehaltenen Versammeu sind Resolutionen angenommen worden, welche fuͤr die Kan dier in ihren gegenwaͤrtigen Kaͤmpfen sich aussprechen und de selben im Fall der Noth Huͤlfe verheißen.“ 8
Die Times macht darauf aufmerksam, daß der Insu tionsgeist von Nieder⸗Kanada sich auch auf andere Nord⸗Ar rikanische Höö auf Prinz Edward's Insel, 4
edehnt zu haben scheine. hnn da Hecee neng⸗ C ronicle liest man: Handels⸗Verhaͤltnissen der Vereinigten Staaten geht es desse und der Wechselcours auf England ist schnell im Sinken. M glaubte, derselbe werde noch vor dem Abgange des naͤch Paketbootes unter Pari stehen. Die Vermehrung unse Streitkraͤfte in Kanada wird viel dazu beitragen, cours niedrig zu halten. Die Herren Rothschild in London, auf hynung 1 schen Regierung, fuͤr noch ruͤckstaͤndige Entschoͤdigungs⸗Gah wie wir glauben, 1 Million Dollars beze en, die, beit jetzigen Zustande des Handels, an der Boͤrse von Wirkung wesen seyn muͤssen. Dieser Stand der Dinge ist indeß der hoͤchsten Wichtigkeit fuͤr diejenigen, welche Forderungen die Vereinigten Staaten haben, denn es koͤnnen nun Rimest mit wenig oder gar keinem Verlust gemacht werden und es zu erwarten, daß Personen, welche Alles aufboten, um ihre Schull in England zu liquidiren, waͤhrend der Wechselcours 120 und 1211 dies jetzt um so bereitwilliger thun werden, da der Wechselcon auf 108 oder 110 zurcetgegangen ist. Auch der innere Wech cours in den Vereinigten Staaten hat ein besseres Ansehen wonnen und die Reaction war in manchen Staaten sehr u bar. Der Wechselcours auf New⸗Orleans, der vor kurzem n 15 pCt. stand, ist auf 1 — 1 ½ pCt. und der auf Mobile 20 pCt. auf 5 pCt. zuruͤckgegangen. Die suͤdlichen Wechselen standen fast alle gleich, welches bei den jetzigen Geld⸗Verz nissen in Amerika ein merkwuͤrdiger Umstand ist, und we wie zu erwarten steht, der Wechselcours auf New Orleans Pari fallen sollte, so waͤre dies beispiellos in der Handele schichte jenes Landes. Dies ist offenbar durch die großen Ge summen bewirkt, die von New⸗York nach dem Suͤden gesa worden sind, um Baumwolle de a. waͤhrend es zugl einen besseren Zustand der Gesch fte anzeigt und die Hosffnun auf das schnelle eines kraͤftigen und gesetzuis
n Handels erhaͤlt.“ 8b Hranc dem Püericht des Nord⸗Amerikanischen Schatzan Secretairs wurde der Saldo des Schatzamts der Vereinig Staaten, der am 1. Januar 1836 27 Millionen Dollars, 1. Januar 1837 46 Millionen betragen, fuͤr den 1. Ja 1838 nur auf 1,085,498 Dollars, als zu allgemeinen Zw verwendbar, geschaͤtzt. Zu diesen muß aber die Summe⸗ 28,011,644 Dollars, welche bei einzelnen Banken deponirt hinzugefuͤgt werden. Es war sehr zweifelhaft, ob die Eim men im Jahre 1838 Phhn seyn wuͤrden, als die Aus ga Der Ausfall in den Ausfuhren der auslaͤndischen und eind mischen Produkte, der im letzten Jahre stattgefunden, wird sonders dem verminderten eldwerthe der Baumwolle u de. . 5 der 140,852,95 ollar im vorangegangenen Jahre. In demselben Jahre waren Einfuhren und 898 von Kontanten folgende gewc Einfuhren 10,954,332 ollars, Ausfuhren 6,714,990 Dol —ꝙEs war bereits hier bekannt, daß einige Banken in Vereinigten Staaten auch Baumwollenhaͤndler geworden wn neu ist es aber, wenn man hoͤrt, daß die große Bank der 5 einigten Staagten in Philadelphia sich zum Weinmaͤkler *. worfen hat; sie bietet ihren „Biddle Champagne“ in den Zen ken an, von dem die zweite Sendung, bestehend aus 200 ben, dort angekommen sexy. Die Flaschen hatten alle Ane⸗ h 1 der Sa 25 Vereinigten taaten und das Waß des Staates Pennsylvania.
In Z“ liberalen Blatte liest man: Naͤchii Aufstande in Kanada ist die Anerkennung der Mexikani 1 Republik durch die Krone Spanien das denkwuͤrdigste Eras⸗ des verflossenen Jahres. Der Kampf begann vor beinahe 1 ßig Jahren, und nach großem Verlust Geld,,
legislative Versammlung von Januar einberufen worden.
4
88 Hlu '” dühe⸗ manchem erfolglosen Versuche, die „rebellischen Verr Peuche wuee ufahren, bietet Spanien die Hand der vℳ nung und e Mexiko als einen freien und unabhäng Staat, bemuͤht, den bittern Zwist in Vergessenheit zu 2nn der zwei durch alte Bande, Abstammung und leiche In vereinte Voͤlker so lange trennte. Welch eine ehre f Voͤlker! Aber leider sind solche Lehren nie befolgt worde
wie Individuen werden durch deldenschaften und Vorurthestef
den Wech Amerikanische Bank hat auf Rechnung der Amer,.
Einfuhren war in demselben In was um 49 Millionen weniger ist, /
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ℳ
etrieben auf unheilvoller Bahn. Sie achten die Macht des Begners gering und uͤberschaͤtzen die eigene Kraft, bis sie nach hartem Verlust und schweren Unfällen genoͤthigt sind, sich mit einem Zehntheil dessen zu begnuͤgen, was ihnen im Beginn des Kampfes freiwillig geboten wurde. Bei Kämpfen zwischen dem Mutterlande und den Kolonieen ist das Ende immer dem ersteren verderblicher gewesen. Die Geschichte des Zwistes zwischen uns und unseren Amerikanischen Koloniecen von 1776 bis 1783, der blutige Kampf zwischen den Tuͤrken und Griechen der letzten eit, und die keaurige Erfahrung, welche Spanien auf dem Gipfel seiner Macht ourch den siegreichen Widerstand der Hol⸗ laͤnder gegen seine zahlreichen kriegserfahrenen Heere machen mußte, diese und so viele andere unselige und vergebliche Uuterdruͤckungs⸗ Kriege werden immer von neuem vergessen. Jener Koͤnig Roms, der fuͤr den dritten Theil der Sybillinischen Buͤcher dasselbe bezahlt, was ihm vorher fuͤr das Ganze abgefordert war, handelte weise im Vergleich der mit ihren Kolonieen Krieg fuͤhrenden Staaten. Sie haben immer den ganzen Preis bezahlt und nichts erhalten. Und immer war der Uebermuth und die Un⸗ gerechtigkeit der mächtigeren Partei der Grund. Sie uͤberhoͤr⸗ ten so lange gerechte Beschwerden, bis die Pflanzstaͤdte nur och Hoffnung und Heil in vollkommener Unabhaͤngigkeit fan⸗ den und falscher Stolz und eingebildete Uebermacht gegen die nerechte Sache und eine verstaͤndige Staatsweisheit zum Kampfe gerufen wurden. Das Unrecht und der Uebermuth der staͤrke⸗ en Macht erweckten immer das Mitgefuͤhl der anderen Voͤl⸗ er fuͤr die Unterdruͤckten und riefen die auf das Mutter⸗ and eifersuͤchtigen Staaten in die Schranken; so unter⸗ ützte Frankreich Amerika, so unterstuͤtzten die Großmaͤchte Griechenland. Großbritanien vermag jetzt ein großes Bei⸗ piel zu geben, seine Macht ist groß und befestigt, Zuge⸗ staͤndnisse werden sein Ansehen nicht schwächen, und die ge⸗ echten Beschwerden der Kanadier sind im Schoße der gesetz⸗ gebenden Versammlung eingeraͤumt worden. Moͤgen sie mit dem Geiste des Friedens und der Versoͤhnung abgestellt, moͤgen dem Parlamente versoͤhnende Maßregeln vorgelegt werden, die lle parteilosen Staaten zufriedenstellen. Und wenn dann kein anderes Mittel bleibt, als die Entscheidung der Schlacht, so werden wir erfahren, welchen Veistand die oͤffentliche Meinung, eine freisinnige Staatsklugheit und eine gerechte Sache unseren Waffen leihen.“
Am 29. Dez. Abends sind zwei Packetboͤte in Falmouth ein⸗ getroffen — das eine, der „Delight“, von Westindien, welches St. Thomas am 3. Dezember verließ — und das andere, die
riegsbrigg „Mutine“, welche nur 180,000 Doll. Contanten und Nachrichten vom 13. Nov. aus Vera⸗Cruz uͤberbringt.
Die Veraͤnderung des Meyikanischen Ministeriums bestaͤtigt sich;
Seüor Don Jose Antonio Romero war zum Minister des Innern, Moray Villamil zum Kriegs⸗Minister und Jose Maria Socanegra zum Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten und uch zum interimistischen Finanz⸗Minister ernannt worden. Die uͤbrigen Nachrichten aus Mexiko sind unbedeutend, in den Kästengegenden des Landes herrschte voͤllige Ruhe.
Eine Lima⸗Zeitung vom 23. August enthaͤlt mehrere Dekrete des Protektors Santa⸗Cruz, die er kurz vor seiner Ab⸗ eise von Bolivien aus Buenos⸗Ayres erlassen. Durch eines dieser Dekrete wird Don Luis Jose Orbigoso zum Praͤsidenten des noͤrdlichen Peruanischen Staates, durch ein anderes Don Manuel de la Cruz Mendez an die Stelle des anderswo an⸗ gestellten Seüor Olaneta zum General⸗Secretair, und durch ein brittes Senor Galdiano an die Stelle des Don Pio Tristan, der den Protektor begleitet, zum Secretair der Schatzkammer rnannt. Aus dem Inhalte der Proclamationen an das Volk ond an die Armee geht hervor, daß Santa⸗Cruz den Krieg gegen Buenos⸗Ayres mit großer Kraft anzufangen gedachte.
An der heutigen Boͤrse waren die Consols in Folge von Geruͤchten uͤber neue Ruͤstungen 85 Rdesc. der Morning
o st zufolge, sollen auch das iste Leibgarde⸗-Regiment und das tzt in Windsor stehende Vataillon der Garde⸗Infanterie Be⸗ hl erhalten haben, sich zum auswaͤrtigen Dienst bereit zu al⸗ en, was großes Aussehen erregt, da hierdurch ein hoher Pe⸗ en in der Hofhaltung Ihrer Majestaͤt wuͤrde erledigt werden; der Courier spricht von einer Vermehrung der jetzigen Staͤrke ber Armee um 20,000 Mann, die durch die Fe;; in Ame⸗ ika und durch die erforderliche Abloͤsung der im Östen dienen⸗ hen Regimenter, deren Dienstzeit abgelaufen, nothwendig werde.
Es erweist sich jetzt, daß das Sinken der Brasilianischen
Fonds am Dienstage nur einer Kriegslist der Spekulanten zu⸗ zuschreiben war; indeß haben sich diese Fonds noch nicht wieder anz auf ihren alten Standpunkt gehoben. Mit dem „Albion“, der zu Liverpool angekommen, hat man Nachrichten aus Ma⸗ anham bis zum 25. November erhalten, also um vierzehn kage spaͤter, als der Ausbruch der Insurrection zu Bahia, von er man dort noch nichts wußte, so wie man auch von Per⸗ ambuco keine Nachrichten hatte. Als der „Albion“ Maran⸗ dam verliez, war es dort ganz ruhig und viel Begehr nach Hritischen Waaren; die Baumwolle stieg im Preise, und der andel befand sich uͤberhaupt in gedeihlichem Zustande.
Belüheishen.
Einem von der Koͤlnischen Zeitung nach der „Elber⸗ hlder Zeitung“ mitgetheilten Schreiben aus Bruͤssel vom 3. Januar zufolge, hat der Conservateur Belge, der bisher on dem auch in Deutschland und namentlich in Bayern be⸗ annten Schriftsteller Dr. Coremans redigirt wurde, auf An⸗ rdnung des Ministers des Innern und des Auswaͤrtigen, errn de Theux, zu erscheinen aufgehoͤrt. Das Blatt war fruͤ⸗ er im Interesse des Ministeriums und der Regierung gegruͤn⸗ 8 worden, hat sich aber in der letzten Zeit viele Ausfäͤlle und erleumdungen gegen benachbarte Staaten erlaubt.
Schweden und Norwegen.
4 Stockholm, 2. Jan. Gestern, am Neujahrstage, ist der . woͤhnliche große Ball von der hiesigen Buͤrgerschaft im gro⸗ cn oͤrsensaal gegeben worden. Die Koͤnigliche Familie er⸗ 5* nach 8 Uhr Abends, umgeben von einer zahlreichen und hecbehee Begleitung. Der Kronprinz tanzte mit einer buͤr⸗ 8 r. Dame, und die Kronprinzessin mit einem Buͤrger.
as hiesige diplomatische Corps hatte sich auch eingestellt, um
der Koͤniglichen Familie seine Aufwartu m Jahr u machen. p fwartung zum Jahreswechsel
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Kopenhagen, 5. Jan. Vor Kar . 5. . gestern ist der Herzog Karl r. Schleswig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Gluͤcksburg, üiseg. der g. vur Wilhelmine, hier eingetroffen.
e. Bücer. unserer ausgezeichnetsten Schriftsteller, der als Dich⸗ v Geschichtlorscher und Prediger ehrenvoll bekannte Norwe⸗ e eundtbig⸗ der wezen eines fruͤheren Preßvergehens unter
aͤngliche Censur gestellt worden, ist auf allerunterthänig⸗
versitaͤten und andere Lehr⸗ und Erziehungs⸗Anstalten betresfend,
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stes Gesuch von derselben entbunden worden, eine Maßregel, die hier allgemeinen Anklang gesunden hat.
Schon zu Ende des Jahres war der Sund zwischen Fal⸗ ster und Laland mit Eis belegt. en, 1e4 die Satsaes
482 Deuts ch lan Ir& nuanm
Hamburg, 9. Jan. Der unparteiische Korrespon⸗ dent enthaͤlt folgendes Schreiben aus dem Hannoverschen vom 3. Januar: „Es hat der (seitdem eingegangene) Belgische
„Conservateur“ und aus demselben der Stuttgarter „Deutsche Courier“” die Nachricht aufgenommen: „„daß sich mehrere Han⸗ ischof von Hildesheim mit der An⸗ Ob der Koͤnig sie des auf die Verfas⸗
noversche Beamte an den frage gewendet haͤtten: sung geleisteten Eides entheben koͤnne,
schof soll uͤber die bereits eingegangenen Anfragen befragt haben, worauf Sr. Heil. vorzutragen.““ — Der Einsender dieses kann aus echten Auellen die Versicherung geben, daß diese Angaben durchaus ungegruͤndet sind. Diese gehoͤren zu der Unzahl von Sagen und Fabeln, welche Boͤswillige oder Unkundige uͤber das Hannoversche Staats⸗Grundgesetz von 1833 und uͤber den damaligen Verfassungs⸗ Eid absichtlich zu verbreiten suchen, um gewisse Zwecke zu er⸗ reichen. — Bekanntlich verlangt der Koͤnig von Hannover von den Kirchen⸗ und Staatsdienern keinen dem Vorigen von 1833 entgegengesetzten Eid, sondern die Unterschrift unter einen, nach alter Deutscher Form abgefaßten Huldigungs⸗Revers, durch wel⸗ chen die Staͤnde eben so wenig, wie jeder Andere, praͤjudicirt, und das Gewissen des Unterzeichners beunruhigt wird. So viel dem Einsender dieses nach genauer Erkundigung bekannt ist, haben alle katholischen Beamten sehr bereitwillig ohne eine weitere Anfrage bei irgend einer Behoͤrde den gedachten Hul⸗ digungs⸗Revers unbedingt ohne irgend eine Reservation unter⸗ schrieben. Eine Anfrage, ob man dem rechtmaͤßigen Koͤnige Gehorsam und Treue schwoͤren und die Versicherung ausstellen duͤrfe, man wolle des Koͤnigs und des Landes Wohlfahrt nach Kraͤften besorgen, wuͤrde auffallend und als unrecht erscheinen, und das Anfragen von dem betreffenden Bischofe oder der geistli⸗ chen Behoͤrde zurecht gewiesen werden. — Jeder geistliche und weltliche Staatsdiener ist im Gewissen verpflichtet, so wie jeder andere Unterthan, der desfallsigen Anforderung des Koͤnigs zu entsprechen — und sollte jetzt oder in der Zukunft gegen Er⸗ warten einem aͤngstlichen Staatsdiener einfallen, sein Bedenken uͤber den sogenannten neuen Eid den Bischoͤfen vorzulegen, so wuͤrde derselbe zur Resolution erhalten, daß nach goͤttlichen, kirchlichen und weltlichen Gesetzen der Huldigungs⸗Revers ohne alle Reservation und Bedingun unterschrieben werden koͤnne und muͤsse, und als verbindend fuͤr immer von Seiten des Un⸗ terzeichners des Reverses anzuerkennen sey. Es scheint demnach der Redaction der Belgischen Zeitung, oder dem Einsender gedachten Artikels unbekannt geblieben zu seyn, daß gerade die Bischoͤfe des Koͤ⸗ nigreichs Hannover, das Dom⸗Kapitel zu Hildesheim und die acht Land-Dechanten der Dioͤzese Osnabruͤck, nach gepflogener Korrespondenz mit dem Paͤpstlichen Stuhle in den Jahren 1832 und 1833, gegen den Inhalt der meisten Paragraphen des Ka⸗ pitel V des Staats⸗Grundgesetzes zuerst Vorstellungen gemacht und nachher dagegen protestirt haben, in sofern selbiges die Re⸗ ligions- und Kirchen⸗Verfassung der Katholiken wesentlich ge⸗ faͤhrde. Es hat aber bei diesen obwaltenden Ansichten und Ver⸗ haͤltnissen das Koͤnigl. Hannoversche Staats⸗ und Kabinets⸗Mi⸗ nisterium im Jahre 1833 die Geistlichkeit beider Konfessio⸗ nen von einem Constitutions⸗Eide entbunden. Desto be⸗ reitwilliger fanden sich daher nun die gesammte Dom⸗, Stifts⸗ und Pfarr⸗Geistlichkeit der beiden Didzesen 12 desheim und Osnabruͤck, die beiden Bischoͤfe, ihre Vi⸗ cariate und Dekane ꝛc. an ihrer Spitze, die im November 1837 vom Koͤnige verlangte Unterschrift unter die Huldigungs⸗Reverse ohne allen Vorbehalt zu Feh da sich die Geistlichkeit und der katholische Religionstheil, wozu sich 250,000 Seelen im Koͤnigreiche bekennen, der sicheren Hoffnung uͤberließen, daß durch die Gnade des gerechten Koͤnigs alle Vorschriften des Staats⸗Grundgesetzes von 1833 und die im Gefeolge desselben erlassenen oder noch zu erlassenden Verordnungen, in so weit sie der katholischen Religions⸗ und Kirchenfreiheit und der Ver⸗ fassung der katholischen Kirche zuwider sind, wieder aufgehoben werden.
Leipzig, 7. Jan. Der Redaction der Leipziger Zei⸗ tung ist von dem Regierungs⸗Kommissar bei der Universtr Leipzig Nachstehendes offiziell zugesendet worden:
„Da die an mich, als Regierungs⸗Kommissar bei der Universität Leipzig, auf Aufrage bei dem Königl. Ministerium des Kultus und
das Kapitel
öffentlichen Unterrichts, wie sich zu verhalten sey, wenn in Folge der
dermaligen Verhältnisse in Göttingen unerwartete Fälle in Leipzig eintreten sollten, unterm 21. Dezember r. J. ergangene Weisung, obschon dieselbe zu einer ösfentlichen Bekaunkmachung durch die Zei⸗ tungen nicht gerignet gewesen, gleichwohl tbeilweise in die belden Leipziger Zeitungen, und von da in andere Blätter übergegangen ist, so wird nunmehr, zur Beseitigung jedes etwanigen Mißverständnisses jene Weisung hierdurch vollständig bekannt gemacht: „„Aus Berichten und
Zeitungs⸗Mittheilungenist zu ersehen gewesen, daß die Vorgänge auf der
—
Universität Göttingen, welche durch die in Beziehung auf die Verfassung des Königreichs Haunnover von der dortigen Regierung ergrissenen Maß⸗ regeln veraulaßt worden sind, auch in Leipzig eine lebhafte Theil⸗ nahme erregt haben und diese bei mehreren Gelegenbeiten, insbeson⸗ dere auch von Miigliedern der dasigen Universität offen fundgegeben worden sey. Es leuchtet ein, daß dergleichen in Leipzig, sev es auch noch so laut und allgemein, ausgesprechene Aeußerungen über die Hannoverschen Verhältnisse auf den ferneren Gang und endlichen Erfolg der Sache nicht von Einsluß seyn köännen, daß aber bierdurch leicht Anlaß gegeben werden könne, tät als einen unruhigen und anmaßenden zu verdaͤchtigen und im Auslande Maximen und Maßregeln zu veranlassen, welche der Fre⸗ quenz derselben Abbruch thun und diejenigen, welche daselbst studirt oder gelehrt baben, an ihrem Fortkommen bindern. Erfüllt von die⸗ ser Besorgniß, muß das Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts im Futereff⸗ der Seiner besonderen Fürsorge überwie⸗ senen Universitat angelegentlich wünschen, daß die daselbst an⸗ gestellten Lehrer, in ihren Aeußerungen über alles, was sich auf die gedachte Angelegenheit bezieht, die nöthige Vorsicht nicht außer Acht lassen, und ich ersuche daher Ew. hiermit ergebenst, den Herreu Pro⸗ fessoren auf die Ihnen am geeignetsten scheinende Weise dringend an⸗ zuempfehlen, daß sie der von ihnen hierbei zu nehmenden Rücksichten aus Verpflichtung gegen ihre Universität stets eingedenk seyen und zugleich dahin wirken mögen, daß auch von Seiten der Studirenden kein Anstoß gegeben werde. — Sollte biernächst einer oder der an⸗ dere der an der Universität Göttingen bisher angestellten Lehrer sich nach Leipzig wenden, so ist ihm, dafern nicht sonstige Bedenken, deren Anzeige solchenfalls erwartet wird, obwalten, der Aufenthalt daselbst nicht zu erschweren, auch derselbe, wenn er in der Eigenschaft als Privat⸗ Lehrer akademische Vorlesungen zu halten beabsichtigen sollte, hieran nicht zu bel indern. Dafern endlich Studirende zu Göttingen von dort nach
der Beschluß gefaßt worden, die Sache
den Geist der Leipziger Universi⸗
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o und ob es ihnen erlaubt zwei sey, einen dieser entgegengesetzten Eid zu schwoͤren? Der Bi⸗
erforderlichen Zengnisse beibringen, die Ausfnahme unter die Stndi⸗ renden zu Leipzig e versagen, im entgegengesetzten Falle aber in Gemäßbeit des III. Artifels der angezegenen Verordunng ven der Universität Leipzig zuvörderst mit der Gdttinger Universität die nö⸗ tbige Communication zu pflegen, auch iwmittelst nach Ermessen der Besuch der Kollegien zu gestatten. — Indem ich Ew. hiermit die An⸗ sichten des Kultus⸗Ministerkums über das in den argegebenen Fäl⸗ len einzuschlagende Verfahren bekannt mache, erucuere ich den Ans⸗ druck ꝛc. — Dresden, den 21. Dezember 1837. v. Carlowitz.““ In der bei dem vereinigten Kriminal⸗Amte der Stadt Leip⸗ zig wider mehrere hiesige Antiquare und Buchhandlungs⸗Markt⸗ * wegen Diebstahls, Veruntreuung u. s. w. seit dem Jahre 836 anhaͤngigen Untersuchung ist in dem eingeholten ersten Urthel des Koͤnigl. Sachsischen Appellations⸗Gerichts hier wider Inkulpaten eine zehnjaͤhrige, wider einen eine achtjaͤhrige, wider einen eine vierjaͤhrige, wider drei eine zweijaͤhrige, wider chensoviel eine einjaͤhrige und wider einen eine halbjährige Zucht⸗ hausstrafe erkannt worden. Darmstadt, 2. Jan. Bezug auf eine hier kuͤrzlich vorgekommene Ehrensache nachste⸗ hende Kabinets⸗Ordre Sr. Koͤtkigl. Hoheit des Großherzogs mit: „Das von mir niedergesetzte Ehrengericht hat in Bezug auf den Seconde⸗Lieutenant * srine Meinung einstimmig dahin ausgespro⸗ chen, daß sich derselbe durch die dem Seconde⸗Lientenant *£ * obne alle schuldbafte Veranlassung von Seiten des Letzteren zugefügte thät⸗ liche Belerdigung des Offizierstandes unwürdig gemacht bat. Ich bu⸗ lige vollkommen den Grundsatz, daß ein Osfstzier, welcher sich so weit vergessen kann, einen andern Offizier thätlich zu beleidigen, Eeün⸗ nungen an den Tag legt, die mit der Würde ünd der Ehre des Of⸗ fizierstaudes in geradem Widerspruche steben. Ich finde mich daber bewogen, den Seconde⸗Lieutenant ° aus meinem Diegste zu entlas⸗ 85 Sollte künftighin, wider Verboffen, ein Fall dieser Alt wieder⸗ ehren, so soll der Beleidiger sogleich ver Gericht arstelt werden und die ganze Sirenge des Gesetzes fühlen. Für den Belecidigen sowohl⸗ als für das Offizier⸗Corvps giebt es, wie in allen, so besonders in als diejenige, welche in meiner Verfügung oder in dem strafenden Ausspruche des Gerichtes emhalten ist. In Betreff des Steronde⸗ Lieutenants *° finde ich dasjenige Gntachten,
von einem Theile der Mitgiteder des Ehrengerichtes ihrer Abstimmung
Gründe nicht anerkennen, die von denjenigen Mitglirdern angesührt worden sind, welche die Ansicht geäaßert haben, daß der Seconde⸗ Lientenant ** als Offizier nicht fortdienen könne. Jndem ich dies erkläre, verstebt es sich von selbst, daß es nur als Widersireben ge⸗ en meinen Willen erscheinen könnte, wenn fernerhin eine endere nsicht auf irgend eine Weise zu Tage gelegt werden sollte. Am wenigsten will ich die Möglichkeit aunehmen, daß die vorliegende Sache den Anlaß zu weitern Gefetzwidrigketten geben könnte. Hin⸗ sichtlich des Zweikampfes zwischen den Seconde⸗Licutenants 9 und *, so wie hinsichtlich alles Dessen, was in Folge desselben vorgekommen ist, sinde ich mich durch die vorliegenden Umstände fü
gen des Militair⸗Strafgesetzbuches zufolge stattzusiuden hätte,
chen dazu in meinem Militair nach den bestehenden Gesetzen verfab ren, daß mithin jedesmal sogleich die gerichtliche Uatersuchung ange⸗
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etwa bewogen finde, im Wege der Gnade auf ein
oder Empfehlungen Rücksicht zu nebmeu. Ich gebe mich indessen ger
als ernsten Ermahnung Gebhör geben und ibhr Leben, das sie auf meinen Ruf für Thron und Vaterland dahinzugeben gelobt haben, nicht im Widerspruche damit wegen persönlicher Zwiste und Ehren⸗ händel aufs Spiel setzen werden. Die 8§ 18 und 19 des Dienst⸗ Reglemenis zeichnen den einzigen und richtigen Weg vor, welcher zur Berhütung und Erledigung solcher persoöͤnlichen Irrungen betre⸗ ten werden muß, und ich erwarte besonders, daß das Ofsizier⸗Corps im Ganzen, wie in den einzelnen Regimentern und Eorps, einen Ruhm darin sinden werde, durch wechselseitige Aufsicht und durch ka⸗ meradschaftliche Erinnerungen den Anlaß zu Mißverständnissen und Zwistigkeiten abzuwenden und solche, wenn sie dennoch eingetreten waͤren, zn schlichten — beides im Sinne jenes echten Corpsgeistes, der zu meiner Zufriedenheit und zur Ehre meines Offizier⸗Corps je⸗ derzeit vorgewaltet hat Für die Vergesetzten bedarf es kaum der Hinweisung anf die ihnen obliegende Pflicht. durch Ueberwachung und Belehrung und nötbigenfalls durch den Gebrauch ihrer Autori⸗ tät für den gleichen Zweck und für Verbannung der Duelle zu wirken. Se sehr ich es übrigens belobe und als eines der werth⸗ vollsten Attribute des fameradschaftlichen Verhältnisses erkenne, wenn die Offlziere sich in dem erwaͤhnten Sinne gegenseitig überwachen und an ihre Pflichten crinnern, so wenig kann ich es zugeben, daß ein Offizier⸗Corps sich für befugt balte, einem Kameraden, aus was immer für einer Veranlassung zu erkennen zu geben, daß er das Re⸗ giment oder Corps verlassen müͤsse, oder daß sie nicht mehr mit ihm u dienen vermöchten. Es liegt zu klar vor Augen, daß ein solches
erfahren ein Eingriff in die Rechte des Kriegsherrn sevn würde, als daß es mehr als dieser Erinnerung bedürfen solte, um ähnliche Vorkommnisse, welche sonst nachdrücklich gerügt werden mütßten, fär die Zukunft zu verbäten. Ich befehle, daß gegenwärtige Ordre mii⸗ nem gesammten Offizier⸗Corps bekannt gemacht, und daß nach dem Juhalte derselben in allen verlemmenden Fällen verfahren wer⸗
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1111“““ Liestal, 4. Jan.
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(Schweiz. Bl.) Eine auswaͤrtige Nachdrucker⸗Gesellschaft soll im Begriff stehen, sich in Bafel⸗ Landschaft niederzulassen. Mit bedeutenden Geldmitteln ver⸗ sehen, will sie Alles nachdrucken, was in Frankreich, Deutsch⸗ land und der Schweiz an werthvollen Schriften erscheint. Bereits soll die Franzoͤsische Regierung uͤber die beabsichtigte literarische Raͤuberei Beschwerde gefuͤhrt haben.
Nach dem (den 26. Dez.) zu Altorf stattgefundenen Zu⸗ sammentritt der Abgeordneten der Kantone Zuͤrich, Uri, Schwyz, Zug und Tessin, bei welchem die Ausfuͤhrung der seit gerau⸗ mer Zeit besprochenen Straße, welche Zuͤrich mit dem Gott⸗ hardt verbinden soll, beschlossen wurde, stuͤrzte des Abends spaͤt bei der Ruͤckkehr in den Gasthof Herr Schmid von Lachen in den Altorfer Bergstrom und wurde 50 Schritt weit fort⸗ gerissen. Nur mit àußerster Anstrengung gelang es den Her⸗ ren Zgraggen und Abyberg, ihren Begleiter an das Ufer zu ziehen. I.
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““ Lucca, 29. Dez. Die verwittwete Koͤnigin von Neapel ist gestern von hier nach Rom abgereiit.
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Spanien.
Madrid, 24. Dez. (Allg. Ztg.) Es scheint, daß das neue Ministerium bereits einen vorbereitenden Schritt ruͤcksicht⸗ lich der auswaͤrtigen Politik Spaniens gethan habe, indem der Franzoͤsische Botschafter vorgestern ploͤtzlich einen Courier nach
Leipzig sich wenden sollten, um daselbst ihre Studien fortzusetzen, so ist deuselben, wenn sie in Gemäßheit der Verordnung vom 2. Januar 1838, den Bundes⸗Beschluß vom 13. Rovember 1834 über die Unt⸗ die
*
Paris abfertigte, ohne, wie doch sonst gebraͤuchlich, das diplo⸗ matische Corps von dem Abgange desselben in Kenntniß zu setzen.
Man glaubt in der That, daß der Graf Ofalia verschiedene Fragen an das Franzoͤsische Kabinet gerichtet hase, ven beren
setzen erkaunt werden solle, indem es alsdann bioß mir anheimgestellt bleiben muß, ob, in welchen Fällen und in welchem Maß ich mich treichte Gesuche
der Erwartung hin, daß meine Offtziere meiner so wohlmriuenden
Deutsche Blaͤtter theilen mit
derartigen Fällen, keine andere und keine vollständigere Genugtbunng,
- welches aus der Mehrbeit der Stimmen gezegen worden ist, mit den Motiven, welche
beigefügt worden sind, nicht in Uebereinstimmung, und kann die
diesmal bewogen, die Untersuchung, welche diesfalls den Bestimmun⸗ hier⸗ mit niederzuschlagen; aber ich erkläre zugleich meinen bestimmten Willen, daß in Zukunft bei ctwa vorfallenden Dutllen oder Versu⸗
ordnet und daß von den Militair⸗Gerichten lediglich nach jenen Gi⸗
8. 111314141141“*“