Der Fuͤrst von Talleyrand ist am Sonnabend Abend um
10 12 65 leitung des Dr. Coigny hier angekommen. be Herzogin von Dino wird heute mit ihrer Schwester, der 8 zogin von Sagan, eintreffen. Der Fuͤrst, obgleich sehr e und angegriffen, hatte doch gestern Morgen eine Privat⸗Audienz e h. du Commerece enthaͤlt Folgendes: „Ge⸗ stern Mittag vor Eroͤffnung der Sitzung trat die Adreß⸗Kom⸗ mission der Deputirten⸗Kammer noch einmal außerordentlich bu. sammen. Diese mit den parlamentarischen Gebräuchen 8 ht übereinstimmende Versammlung fand auf den Wunsch 29 seils⸗Praͤsidenten statt, der von der Kommissson eine . 1 Paragraphen in Bezug auf die Spanischen Angele
uͤber den 1 f genheiten verlangte. Das Kabinet ersuchte, durch 8. 1
errn Molé, die Kommission, ihm zu erklaͤren, d “ die Intervention vorzuschreiben gedaͤchte. 1. — auf diese seltsame Mittheilung erwidert, daß die Kommi 2. nur beabsichtige, dem Kabinette die Pacification und das Heil Spaniens an's Herz zu legen, demselben 665 Verantwortlichkeit und die freie Wahl der Mittel zu uͤber⸗ lassen. Nach diesen gegenseitigen Erklaͤrungen trennte man scc. G
Ein hiesiges Blatt sagt: „Man erstaunte gestern a 92 mein in der Deputirten⸗Kammer, als der Finanz⸗Manister, no ) vor der Eroͤrterung uͤber den Adreß⸗Entwurf, die uͤhne bestieg, und das Budget fuͤr 1839 vorlegte. Aber die Vemer⸗ kungen, die Herr Lacave⸗Laplagne in der Einleitung in Bezug auf die Reductions⸗Frage einflocht, erklaͤrten Ir ungewoͤhnlich beeilte Vorlegung des Budgets. Der ? * 8 hat nicht gewagt, das Recht und die Nothwendigkeit der? .. ten⸗Reduction zu bestreiten; aber er hat die Kammer de2 wee. nicht durch eine zu große Uebereilung den Erfolg der Maßregel auf's Spiel zu setzen. Es sey die Pflicht der eee8 82 selbe nur erst dann zu beginnen, wenn sie so viel als v. i 5 die Gewißheit erlangt habe, daß waͤhrend der ganzen 85 der Maßregel der oöͤffentliche Kredit durch keinen mstan N2 schuͤttert werden wuͤrde. Es werden gewiß viele G“ nich ermangeln, das Ministerium zu fragen, an welchen Zei hen 89 erkennen solle, ob die Renten⸗Reduction zeitgemaͤß sey. 8 ie Thron⸗Rede hat verkuͤndet, daß der Frieden in Europa gesi her⸗ ter als jemals sey, und der Graf von Appony hat in seiner Anrede am Neujahrstage die Worte des Koͤnigs bestaͤtigt. Man hat uns die gluͤckliche Lage der Finanzen und des Handels ge⸗ ruͤhmt, und Jedermann gesteht zu, daß man in dieser “
bung die Wahrheit gesagt habe. Wir moͤchten daher 8. 1 is⸗ sen, welchen guͤnstigeren Moment die Regierung noch a “ ten gedenke? Wann will sie je die Ueberzeugung erlangen, aß eine Maßregel, deren vollstaͤndige Ausfuͤhrung wenigstens gee Jahre dauern wird, nicht moͤglicherweise auf einige Umstaͤnde stoßen koͤnnte, die geeignet waͤren, dem oͤffentlichen Kredit zu schaden? Wenn man mit Gewißheit auf zwei Jahre einer voll⸗ staͤndigen Ruhe rechnen will, bevor man die Maßregel beginnt, ß wird dieselbe wohl nie moͤglich seyn. Es sind Briefe aus Bona vom 27sten 8 man zog Truppen aus diesem Theile der Regentschaft zur 6 um sie nach Algier zu transportiren. Der Marschall 118 scheint entschlossen, Blida zu besetzen. Der Oberst Delarue 4 and sich in Bona und war im Begriff, nach Konstantine ab⸗ Der General Bernelle ist seit dem 18. Dez. aus Fengeroff vom zten d. enthaͤlt ein Semaphore de Marseille vom 3ten d. en e Schreiben aus Bucharest vom 15. Dez, in dessen Nachschrist gemeldet wird, daß die Differenzen zwischen dem Franzoͤsischen 8 den dortigen Behoͤrden (vergl. den Art. Bucharest im gestrigen Blatte der St.⸗Ztg.) auf guͤtliche Weise beigelegt wer uͤrden. 1 1 “ die Weihnachtszeit voruͤber ist, haben sich die Einnahmen bei der hiesigen Sparkasse bedeutend vermehrt. Dieselbe empfing in der vergangenen Woche an neuen Zuschuͤs⸗ sen die Summe v “ Fr. Die Ruͤckzahlungen beliefen 413,000 Fr. In 88 vergangenen Nacht brach in dem Redactions⸗Lokale des Journal de Paris“ Feuer aus, welches aber bald wie⸗ der geldscht wurde. 88 Der Constitutionnel theilt nachstehendes Schreiben aus Logrono vom 1sten d. Nachts mit: „Noch einmal sind die Combinationen Espartero's und unserer Generale “ 1.8. Karlisten vereitelt worden. Am 29sten gegen Morgen 16 8 silio Garcia an der Spitze von 5000 Mann drei Mei Fhan terhalb Logrono uͤber den Ebro gegangen, waͤhrend 88 — Theil unserer Truppen nach Haro marschirte, um da 829 schreiten des Flusses auf diesem Punkte zu verhindern. 18 unverzeihliche Fuüreescch HEöö 81g “ befand, ging so weit, daß er, vür gefainden gich dem Flusse naͤherten, sich damit begnaͤgte, eine Rekognoscirung von drei Schwadronen nach dem edroh⸗ ten Punkte abzusenden. Dieses kleine Detaschement kam in Alcanadre an, als die Karlisten sich schon in Castilien befanden. Unsere Kavallerie ohne Geschuͤtz konnte sich nur noch 1. Nachzuͤgler bemaͤchtigen. Die Karlistische Expedition “ Richtung nach Soria eingeschlagen. Espartero, der engsich krank seyn soll, hat dem General Buerens befohlen, in Eil⸗ maͤrschen von Miranda zu kommen, um sich mit der “ Ribero zu vereinigen, und den Feind zu verfolgen. 199 genannte Division, die aus :4000 Mann 1esg Truppen besteht, wird heute in Armeda eintreffen; aber die Karlisten haben nun doch einen Vorsprung von zwei Tagemaͤrschen. Espartero hat die vec die Divisionen van Halen's, Firmin Iriarte’s und die Kavallerie unter Leon⸗ el⸗Conde an sich zu ziehen, und die große Straße von Burgos nach Segovia zu besetzen. Seiner Ansicht nach, marschiren die Karlisten auf die Hauptstadt, waͤhrend Spione und Privat⸗ Nachrichten melden, daß Don Carlos die Absicht habe, 5 Cabrerasche Corps zu verstaͤrken, und sich Valencia's zu benac⸗, tigen, um sich zum Herrn des Kuͤstengebiets zu machen. — 3 28 mez ist in Freiheit gesetzt worden, und sollte die zweite, 8 Bataillonen bestehende Expedition kommandiren. Don Car os, der dem Gomez seine ganze Gunst wiedergeschenkt at, wird mit demselben marschiren. Diese Expedition hat die Nacht 72. z0sten zwischen Antejo und Los Molinos zugebracht; sie 8 t uͤber Osuda del Rey auf Soria vor. Diesmal duͤrften die Kar⸗ listen entweder gänzlich aufgerieben werden, oder es bricht in Kastilien eine Revolution zu Gunsten des Don Carlos 858 1
Die Erklaͤrung des Finanz⸗Ministers bei ee. es Budgets, daß das Ministerium sich fuͤr den ugen lic 85 Renten⸗Reduction widersetzen wuͤrde, brachte gu . nfang er heutigen Boͤrse eine guͤnstige Wirkung auf die burse der Pees
zoͤsischen Fonds hervor. Gegen Ende der Boͤrse verbreitete sich aber das Geruͤcht, daß Herr Thiers in der Kammer gesprochen habe, unod daß darauf der Paragraph in Betreff der schen Angelegenheiten angenommen worden sey, worauf die
v. M. eingegangen;
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Course wieder zuruͤckgingen. Die Actien der Pflasterungs⸗Ge⸗ beanesefa die 7— von 1220 auf 1440 gestiegen waren, wur⸗ den heute mit 1600 Fr. bezahlt.
Großbritanien und Irland.
ondon, 6. Jan. eute hatten die Minister Lord J.
Nussal, Lord — 1 Lord Minto eine Konferenz mit rd Melbourne.
8 Sir John Colborne, der jetzt mit dem Ober⸗Kommando in Kanada beauftragt ist, war sruͤher militairischer Secretair Sir John Moore's in Spanien; er kommandirte das 52ste Re⸗ giment in mehreren Gefechten und Schlachten mit großer g zeichnung und befand sich auch in der Schlacht 5 Feere. Der Herzog von Wellington schaͤtzt ihn sehr, und bei der Ar⸗ mee ist er außerordentlich beliebt. Geruͤhmt wird auch große Bescheidenheit, die ihn seinen eigenen Werth ganz uͤber⸗ sehen laͤßt. So tapfer er daher auf dem Schlachtselde ist, so schuͤchtern soll er sich in Gesellschaft benehmen.
Ueber die Anfuͤhrer der Insurgenten von Ober⸗Kanada ent⸗ haͤlt die Morning Post folgende Notizen: „W. L. Macken⸗ zie's feindliche Gesinnungen gegen die Regierung und seine mehrmalige Ausstoßung aus dem Versammlungshause sind zu bekannt, als daß sie einer Erwaͤhnung beduͤrsten. J. G. Par⸗ ker ist ein Amerikaner, der fruͤher zu Kingston mit — Waaren haändelte und sich dann in Hamilton niederließ; er ist ein wohlhabender, aber mißvergnuͤgter Mann und Se auserwaͤhlter Freund. Dr. Rolph ist Advokat und Mediziner zugleich; er war Mitglied des Versammlungshauses und hat, wenn wir nicht irren, noch jetzt Sitz und Stimme darin; er ist ein geborner Englaͤnder und ein schlauer, feiner, verschmitz⸗ ter Mann. S. Bidwell, dessen Vater sich aus dem Staate Massachussets, wo er sich einige pecuniaire Fehler zu Schulden kommen ließ, nach Kanada hatte sluͤchten muͤssen, war Repraͤ⸗ sentant von Bath in Ober⸗Kanada und zweimal Sprecher des Hauses; er ist ein junger Mann von großem Redner⸗Talent, er hatte als Advokat viel Gluͤck gemacht, und als er bei den letzten Wahlen durchfiel, hieß es, er wolle sich aus Verdruß daruͤber ganz vom politischen Schauplatz zuruͤckziehen. “
Der Spectator meint, wie auch die Kanadische Insur⸗ rection endigen moͤchte, immer werde das jetzige Ministerium dadurch in eine schlimme Lage kommen; wenn die Kanadier siegten, so wuͤrde sich der Unwille des Englischen Volkes gegen die Minister wenden und ihnen die Schuld des Buͤrgerkrieges und die Niederlage 1geen; dies wuͤrde dann natuͤrlich den Tories von großem Nutzen seyn und unfehlbar einen Minister⸗ wechsel in England herbeifuͤhren; wenn aber die Verwaltung der Whigs uͤber die Empoͤrer in Kanada siege und wenn diese durch Waffengewalt unterdruͤckt wuͤrden, welchen Halt wuͤrde dann das jetzige Ministerium noch haben, da es seinen einzigen Anspruch an Popularitaͤt auf seinen Liberalismus gruͤnde, waͤh⸗ rend es doch in Kanada nach ganz Toryistischen Grundsaͤtzen verfahre; der Ausgang moͤchte also seyn, welcher er wolle, je— denfalls sey es fuͤr die Whigs um die Volksgunst geschehen.
Gestern Nachmittag um 4 Uhr war hier ein so dichter Nebel, daß die Lampen auf den Straßen und in den Laͤden nichts mehr nuͤtzten. Auch haben sich mehrere Ungluͤcksfaͤlle er⸗ eignet. Um sechs Uhr fuhren alle Mieths⸗Wagen nach Hause, denn sie konnten, obgleich eine Anzahl von Maͤnnern und Kna⸗ ben ihnen mit Fackeln vorleuchtete, nicht ohne Gefahr ihre Fahrten fortsetzen. Auf der Themse stockte ebenfalls aller Ver⸗ kehr. Eine Anzahl von Dampfschiffen vom Kontinent und aus verschiedenen Haͤfen Englands mußte auf ihrem Wege den Strom herauf anhalten, und auch die Abfahrt vieler Schiffe wurde durch die Dunkelheit unmoͤglich. Der Nebel war waͤh⸗ rend des ganzen Tages auf dem Flusse so dicht, daß man nicht mit einem Boote daruͤber hinweg rudern konnte, ohne mit den Schiffen und ihren Ankerketten in Beruͤhrung zu kommen.
Aus Lissabon schreibt man, daß die Koͤnigin Donna Maria sich wieder in gesegneten Umstaͤnden befinde.
Ein Schreiben aus Brasilien, welches die Liverpooler Chronicle mittheilt, berichtet, daß man in der Provinz Ceara bei dem Dorfe Macao an der Muͤndung des Flusses Assu ein Meteor von seltener Helle und von der 6 röͤße eines Luftballons gesehen hat, welches ein dem Donner aͤhnliches Geraͤusch machte und aus dem eine solche Menge von Steinen auf die Erde herabfielen, daß eine Strecke von mehr als zehn Lieues davon bedeckt wurde. Der groͤßte Theil dieser Aerolithen siel in der Naͤhe des Dorfes herab, und die meisten gruben sich mehrere Fuß tief in den Sand ein. Menschen wurden zum Gluͤck nicht toͤdtlich davon getroffen, sondern nur verletzt, aber eine Menge Vieh wurde erschlagen. Einige der aus dem Sande heraus⸗ gezogenen Steine wogen bis gegen 80 Pfd.
Aus Mexiko sind Nachrichten uͤber Neu⸗Orleans bis zum 9. November angekommen. In Acapulco hatte man am 18. und 19. Oktober ein starkes Erdbeben gehabt. Die Stoͤße wa⸗ ren ungewoͤhnlich haͤufig, denn am l8ten von 4 Uhr Nachmit⸗ tags bis 9 Uhr Abends zaͤhlte man deren 130; am l9ten um 1 Uhr Morgens erfolgte ein so heftiger Stoß, daß ein großer Theil der Haͤuser, darunter auch das Praͤfektur⸗Gebaͤude, zu⸗ sammenstuͤrzie. 4 8 e“
8 Belgien.
Bruͤssel, 7. Jan. Dr. Coremans, einer der Redacteure des des Organs der Belgischen Ultramontan⸗ Partei, hat in einem an den „Courier belge gerichteten HSage ben behauptet, „jenes Journal habe keinesweges aus Mangel an Abonnenten seine Veroͤffentlichung eingestellt; es sey im Ge⸗ theile gerade im besten Zuge gewesen; unnoͤthig sey es, zu sa⸗ gen, warum das Journal dennoch aufgehoͤrt habe, zu erschei⸗ nen; die auswaͤrtigen Journale wuͤrden es errathen.“ — Der „Independant“ kommentirt heute diese Epistel, ung weist nach, daß kein auswaͤrtiger Einfluß auf die Belgischen taats⸗ maͤnner, sondern der Beschluß der Eigenthuͤmer des „Conserva⸗ teur“ selbst, die keine Geld⸗Opfer mehr fuͤr das hinsiechende Blatt bringen wollen, die wahre Ursache des Verstummens
ieses Organes sey. 1 1t
h Journale Belgiens enthuͤllen jetzt selbst die Foͤderations⸗Plaͤne, die dort angezettelt worden, und zeigen, wie unvermeidlich es war, allem, was diesen Projekten foͤrder⸗ lich seyn konnte, mit dem groͤßten Ernste eatgegenzutreten. 88 Journal „le Belge“ enthaͤlt in seiner Nummer vom 8 d einen Artikel mit der Ueberschrift: „Belgisch⸗Rheinische F de⸗ ration“, dessen Ton und Fassung zu dem Unverschaͤmtesten ge⸗ hoͤrt, was die hierarchisch⸗revolutionaire Presse in Belgien je⸗ mals zu Tage gefoͤrdert hat.
8 Deutschland. annover, 12. Jan. Der Koͤnigl. Hannoversche Ge⸗ fande⸗ am Koͤnigl. Großbritanischen Hofe, Herr v n Muͤnch⸗
lpel nach
hausen, ist von hier abgereist, um sich nach London auf seine Posten zu begeben.
Hamburg, 13. Jan. In der Boͤrsenhalle liest man Wir geben heute den Aufruf eines in Koͤln zusammengetren nen Comité zur Feier des 25sten Jahresfestes der Befrein Deutschlands von der Fremdherrschaft, und zwar am 3. bruar, dem Tage, an welchem der Koͤnig von Preußen 1 seine Voͤlker zur Vertheidigung des Vaterlandes aufrief. * Nr. 8 der St. Ztg.) Der hiesige Hanseatische Verein (auh schließlich aus solchen bestehend, welche die Feldzuͤge von 1. und 1815 mitgemacht) hat, dem Vernehmen nach, von gleich Gesinnungen beseelt, schon seit einiger Zeit denselben Entschte gefaßt, und die Feier, zu welcher Aufruf und Programm d naͤchst bekannt gemacht werden sollen, auf den 18. Maͤrz ang setzt, den Tag, an welchem zuerst in Hamburg das Signalz Volksbewaffnung gegeben und die Hanseatische Legion errich ward. 2
Die gestern erwartete Londoner Post vom gten, so wie schon seit Montag erwartete vom 5ten, sind bis heute Abe noch immer nicht eingetroffen. Wahrscheinlich liegen beide ¹ sten noch in Helgoland, welches durch den starken Eisgang
Kurhafen gaͤnzlich abgeschnitten ist.
Nuͤnchen, 10. Jan. (Allg. Ztg.) Im Hotel Sr. heit des Herzogs Max werden bereits Vorbereitungen zur e getroffen. Se. Hoheit begiebt sich vorerst nach Aeaypten,g in seiner Gesellschaft befinden sich, außer dem Hof⸗Kavalier Haͤusler, die beiden Herren von Buseck und Hauptmann ler vom hiesigen Leib⸗Regiment. — Die aus der Wuͤrzb Zeitung in mehrere andere Blaͤtter uͤbergegangene Nach von einer naͤchstens bevorstehenden Reise Ihrer Majestüt regierenden Koͤnigin und zweier Prinzessinnen nach Wuͤrzte und einem laͤngeren Aufenthalte dieser hoͤchsten Personen selbst, koͤnnen wir zwar nicht foͤrmlich fauͤr unwahr erklin doch scheint hier am Hofe von einer solchen Reise durch nichts bekannt. . .
Wegen Ablebens Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen? milian von Sachsen wird achttaͤgige Hoftrauer getragen.
Der Geheimerath von Wiebeking hat von Sr. Mas dem Koͤnig die Erlaubniß zur Annahme der Wahl als Ehe Professor der Akademie der Kuͤnste von San Luca in I— bei der Klasse der Architektur, erhalten.
Das traurige Ende des Ober⸗Appellations⸗Gerichts⸗De tors Herrn von Heinrichen (der in einem Anfall von Ge zerruͤttung auf der Fahrt von Franksurt nach Aschaffenburg dem Wagen, und dann in letzterer Stadt aus dem Fenster spee und an den erhaltenen Wunden starb), hat hier allgemeines! dauern erregt.
In Muͤnchen findet am 11. Januar die Wahl zu durch den Tod des Herrn von Teng erledigten ersten Buͤr⸗ meisterstelle statt.
Muͤnchen, 11. Jan. (Nuͤrnb. Korr.) Ueber die! reise Sr. Majestaͤt des Koͤnigs nach Italien ist nichts Bei⸗ tes bekannt.
Es erhalten sich hier noch fortdauernd manche Gen uͤber Veraͤnderungen in der Verwaltung, deren Bestaͤtigung erwarten ist, besonders uͤber die Dienstverhaͤltnisse neu anges ter Staats⸗Beamten. Auch spricht man von einer Veraͤnden
er Landwehr⸗Ordnung. 8 1 68 e 28 Praͤsident von Unter⸗Franken, Graf von Lerhh feld, schickt sich an, nach Wuͤrzburg Der Rai rungsrath Freiherr von Welden gab dem Scheidenden ve stern ein glaͤnzendes Souper zum Abschied, dem der Praͤsi der Regierung und saͤmmtliche Naͤthe derselben beiwohnten.
Die gegenwaͤrtige Messe (oder D . besucht seyn, wenn mit ihrem Beginnen nicht auch zugleich sehr strenge Kaͤlte eingetreten waͤre, die gestern auf 14— 15 b Reaum. stieg, und dem Publikum wenig Lust machte, see besuchen.
Frankfurt a. M., 10. Jan. (Frankf. Journ.) N Aufeichtung eines Monumentes fuͤr unseren hochverdienten, der nur zu fruͤh dahingeschiedenen Mitbuͤrger, Herrn Sim Moritz von Bethmann, ist nun so gut als entschieden. einer heute Abend stattgefundenen General⸗Versammlung e
roßen Anzahl hiesiger Buͤrger aus allen Staͤnden ward Ausfuͤhrung des erwaͤhnten Zweckes durch Stimmen⸗Meh ein Comité erwaͤhlt, bestehend aus folgenden Mitgliedern: 9. Buͤrgermeister Souchay, Herrn Senator de Neufville, He Rath Mack, Herrn Brentano⸗Laroche, Herrn Baron A. v. Rothschild, Herrn Karl Juͤgel, Herrn J. J. Nortz Herrn Dr. Woͤhler.
““ 88
Oesterreich.
Wien, 10. Jan. Nachrichten aus Venedig vom zufolge, ist das Befinden Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzhch Friedrich, Sohnes Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs etwas besser gewesen. Die Wiener Zeitung enthaͤlt da nachstehendes eigenthuͤmlich stylisirte (wahrscheinlich aus Italiaͤnischen uͤbersetzte) aͤrztliche Buͤlletin vom 5. .2n „Der ganze gestrige Tag war sehr ertraͤglich bei Sr. KAh Hoheit. Die, wie gewoͤhnlich, gegen Abend eeere ber⸗Erhoͤhung war, nach einstimmigem Ausspruche der 8 unverkenntlich geringer wie bis jetzt, welche sich auch schon e 10 Uhr groͤßtentheils wieder beruhigte. Der Nachtrest n durch mehrmaliges trockenes Husten, das sich bis heute mittag etwas frequenter zeigte, wenig gestoͤrt. Ungeachtet dies mehrten Hustenreizes ist das Respirium seit zwei Tagen ter, freier und im Ganzen besser. Wie heute Morgen, Aufwachen wurde das Fieber als Reflex der bestehenden schen Affection der Darm- und Respirations⸗Apparates⸗ haͤute, seit der eingetretenen Recidive, mit uͤbereinstimm bessern Gestalten der uͤbrigen krankhaften Erscheinungen, nicht in so maͤßigem Grade gefunden. Unter dieser/ leich nur gleichsam momentanen Besserung der schweren imm
eits⸗Verwickelungen und des bedenklichen Jranitions⸗Zu
Sr. Kaiserl. Hoheit erscheint das Lebens⸗Prinzip heute, hinter Bergen hervortauchend, mit der belebten Hoffnung Erhaltung sich erhebend.“
Italien 8 Rom, 4. Jan. Die verwittwete Koͤnigin beider 868 stattete am 2ten d. M. dem Papst im Vatikan einen ab und setzte gestern ihre Reise nach Neapel fort.
Neapel, 24. Dez. Die Herren Gebruͤder Bayard — Vingtrie und de Verges, Unternehmer der Eisenbahn veeen Nocera und Castellamare, werden ihre Arbei
ult) wuͤrde vielleicht u
durch eine kirchliche Feier, Illumination, Kanonendonner und
agen eines Russischen
anuar 1838 beginnen, und benachrichtigen alle, die einen Ac⸗ sien⸗Antheil daran zu nehmen wuͤnschen, sich an jedes beliebige Handlungshaus in Neapel zu wenden, oder auch direkt an die Herren Forquet und Giusso, welche mit dem Verkauf der Ac⸗ tien beauftragt sind, bereits eine gewisse Anzahl fuͤr eigene Rechnung uͤbernommen haben, und durch welche auch die halb⸗ jaͤhrlichen Zinsen ausbezahlt werden. Eine jede der 5000 Actien ist von 1000 Fr. oder al pari von Ducati 227, 27 del Regno; zwei Zehntel werden gleich bezahlt, und das dritte 521q nach drei Monaten, nachdem die Anwendung des ersten durch die Unternehmer gerechtfertigt seyn wird, und so fuͤr die an⸗ dern Zehntel, mit Ausnahme des letzten, welches nur dann zu entrichten ist, wenn die Gesellschaft Besitz von der Eisen⸗ bahn genommen haben wird. Man kann auch den ganzen Be⸗ trag der Actien mit einer Zinsenverguͤtung von 5 Procent, so sange die Arbeiten dauern werden, gleich bezahlen. Nach Ue⸗ bernahme der Bahn von den Actionairs genießen solche alle Rechte und Vortheile, welche ihnen von Sr. Majestaͤt laut De⸗ kret vom 19ten Juni 1836 fuͤr die Dauer von 80 Jahren zu⸗ gestanden worden sind. Die Herren Bayard bezahlten seit dem isten Januar 1837 an die Regierung eine Garantie von 50,000 Ducati faͤr die gehoͤrige Ausfuͤhrung der Arbeiten. Die Zahl der Reisenden zwischen Neapel, Nocera und Castellamare wird jaͤhrlich auf 720,900 Individuen geschaͤtzt, und wenn man die Vermehrung, welche durch die Eisenbahn verursacht werden wird, in Anschlag bringt, so kann das Resultat dieses Unter⸗ nehmens nicht anders als erfolgreich seyn. Der geringste An⸗ wachs der Passage durch Eisenbahnen war dreifach, waͤhrend sich solcher bei den bessern vervierzehnfacht hat.
1 Spanien.
Madrid, 31. Dez. In der Sitzung der Deputirten⸗ Kammer vom 28sten wurde eine Adresse der Provinzial⸗Depu⸗ tation von Cuença verlesen, worin dieselbe sich uͤber die Ver⸗ nachloͤssigung beschwert, womit die Regierung diese Provinz seit dem Beginn des Buͤrgerkrieges behandelt habe. Die Adresse wurde an das Ministerium verwiesen. In der gestri⸗ gen Sitzung erhielt der Antrag des Grafen de las Navas, die Suspendirung des Verkaufs der National⸗Guͤter betreffend, die zweite Lesung und wurde an eine besondere Kommission ver⸗ wiesen. Der Finanz⸗Minister legte einen Gesetz⸗Entwurf uͤber denselben Gegenstand vor. —
Der General Oraag hat das Kommando der Central⸗Armee niedergelegt, weil die Regierung sich geweigert hat, ihm die zur Ausfuͤhrung seiner Militair⸗Operationen noͤthige Unterstuͤtzung zu senden. 8
In Folge eines neuen Zwistes zwischen den Generalen Espartero und Lorenzo ist der Letztere von seinem Posten als Militair⸗Gouverneur von Alt⸗Castilien entlassen worden.
Wie es heißt, sollen der General Carondelet zum Befehls⸗ haber der Garde, der General Soria zum Inspecteur der In⸗ fanterie, der Graf von Mirasol zum Gouverneur von Madrid und Herr Valero Arleta zum politischen Chef der Provinz Madrid ernannt werden.
Dem Espaol zufolge, wird der General Manso an die Stelle des Generals Aldama zum General⸗Capitain von Anda⸗ usien ernannt werden.
Die Abberufung des Generals Tacon, Gouverneurs der Insel Cuba, soll jetzt fest beschlossen worden seyn.
Ein Transport von 500 gefangenen Karlisten, aus Arago⸗ nesen und Valencianern bestehend, ist gestern nach Va⸗ lencia abgegangen, um gegen eine gleiche Zahl gefangener Sol⸗ daten der Koͤnigin ausgewechselt zu werden. Die Deputirten von Catalonien, Valencia und Murcia, die auf ihrem Wege hierher in Chinchilla haben Halt machen muͤssen, wollen die Ruͤckkehr der Eskorte abwarten, um sich unter ihrem Schutze ach der Hauptstadt begeben zu koͤnnen.
1 Griechenland. 88 05 ₰ Nrs 1ö1“ Athen, 22. Dez. (Allg. Ztg.) Waͤhrend wir gestern das Geburtsfest unserer verehrten und liebenswuͤrdigen Königin
Abends durch eine Soirée bei Hofe begingen, bewegten entge⸗ gengesetzte politische Empfindungen und Gedanken viele Herzen. Denn ich habe Ihnen anzuzeigen, daß vorgestern dem Mini⸗ er⸗Präsidenten von Rudhart seine beharrlich erbetene Ent⸗ assung von Sr. Maäjestaͤt dem Koͤnig in den gnaͤdigsten Aus⸗ bruͤcken bewilligt worden ist, und daß mithin diejenige Regie— ungsform, welche von der bisherigen Opposition unter dem Namen der Bayerischen Fremden⸗Herrschaft (erezgxοια) so lei⸗ benschaftlich bekaͤmpft wurde, mit dem vorgestrigen Tage ihr Ende erlangt hat. Es war freilich bereits seit einigen Wochen lin Geheimniß mehr, daß Herr v. Rudhart, nach erfolgreicher Durchfuͤhrung einer Reihe hochwichtiger Maßregeln, als nes Conspriptions⸗Gesetzes, einer Modification des Dotations⸗ Gesetzes, der Regulirung der Preßangelegenheiten u. s. w. seinen aldigen Ruͤcktritt beabsichtige, und schon die Ernennung des ein⸗ schtigen, und durch seine strenge Rechtlichkeit ausgezeichneten Hr. Theocharis zum Wirklichen Staats⸗Rath und Kabinets⸗Refe⸗ eenten, nebst einigen anderen Personal⸗Veraͤnderungen, konnten ls eine Vorbereitung dazu gelten. Indeß hatte Niemand ies bedeutungsvolle Ereigniß so nahe geglaubt, und daher par Jedermann uͤberrascht, als sich am 2”0sten Nachmittags die Kachricht davon in der Stadt verbreitete. Noch am selbi⸗ en Abend erschien das Regierungs⸗Blatt, fünf von dem lriegs⸗Minister, General v. Schmalz, kontrasignirte Koͤnigliche Berordnungen enthaltend, durch welche 1) dem Praͤfidenten v. Kudhart die erbetene Entlassung, unter Bezeugung der Allerhoͤch⸗ en Zufriedenheit mit seinem bewaͤhrten Eifer und seinen guten Diensten, bewilligt wird; 2) wird der bisherige Gesandte in Konstantinopel, Herr Zographos, zum Minister des Koͤniglichen auses und der auswaͤrtigen Angelegenheiten ernannt; 3) wird em Minister der Justiz, Herrn Paikos, bis zur Ankunft des derrn Zographos die Signatur im Departement des Auswaͤr⸗ gen provisorisch uͤbertragen; 4) erklaͤrt der Koͤnig, dem Mini⸗ erRath kuͤnstig Allerhoͤchstselbst praͤsidiren zu wollen, und uͤber⸗ raͤgt nur in Verhinderungsfaͤllen den Vorsitz dem Vice⸗Praͤsi⸗ hen des Staatsraths, Georg Konduriotis, und im Falle der erhinderung desselben dem zweiten Vice⸗Praͤsidenten, A. Zar⸗ nis; 5) endlich wird Herr v. Rudhart zum Großkreuz des oͤniglichen Erloͤser⸗Ordens ernannt.
8
Aegypten.
8 Alexandrien, 7. Dez. (Journal de Smyrne.) er Oberst Duhamel, der mehrere Jahre lang die Functio— General⸗Konsuls in Aegypten versehen gat, ist (wie schon gemeldet) von hier abgerufen und durch den ürzlich angekommenen Grafen von Medem ersetzt worden. Ehe Herr Duhamel abreiste, empfing er von Mehmed Ali, als Zei⸗
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das gute Vernehmen zwischen Rußland und Aegypten zu er⸗ halten gewußt, eine prächtige mit Brillanten besetzte Tabatiere zum Geschenk. Eine aͤhnliche Tabatiere und einen Kaschemir⸗ 852 uͤbersandte der Pascha dem Franzoͤsischen Konsul, Herrn v. Lesseps, als dieser e verließ, und sein Sohn, Said Bey, fuͤgte zwei Kaschemir⸗Shawls und ein Diadem mit Brillanten fuͤr dessen Gattin hinzu.
Der Franzoͤsische General⸗Inspektor der Finanzen, Herr Bailly, der nebst einigen anderen Personen den Auftrag hat, den Dienst der Franzoͤsischen Dampfpacketboͤte in der Levante zu organisiren, ist in den letzten Tagen von hier nach Kahira abgereist, um Mehmed Ali seine Aufwartung zu machen und sich mit dem neuen General⸗Konsul Frankreichs, Herrn Cochelet, zu besprechen. Sobald Herr Bailly von dort zuruͤck seyn wird, will er sich auf dem Englischen Dampfboot nach Bairut ein⸗ schiffen, um daselbst, wo moͤglich, diesen oder einen anderen Syrischen Hafen in die Communications Linie zu ziehen, welche die Franzoͤsischen Packetboͤte durchlaufen sollen. Dieser Plan wird als ungemein wichtig fuͤr den Handel angesehen, und man
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wuͤnscht, daß er sich recht bald verwirklichen moͤge.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Messungen der Doppelsterne, auf der Dorpater Stern⸗ warte angestellt von Sr. Exc. dem Kaiserl. Russischen Wiirklichen Staats⸗Rath ꝛc. Herrn F. W. G. v. Struve. Petersburg 1837, gedruckt auf Kosten der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. (128 Bogen Fol.)
Wir haben das Werk eines der ausgezeichnetsten Forscher vor uns, der ausgerüstet mit den vortrefflichsten Hülfsmitteln, mir wahr⸗ haft eisernem Fleiße mehr als ein halbes Menschenalter hindurch ei⸗ nem einzigen Ziele, das er seiner würdig erachtete, zugestrebt hat, und der uns in ihm die Ergebnisse einer so erfreulichen Thätiakeit varlegt; ein Werk, welches noch in den spätesten Zeiten des Men⸗ schengeschlechts als die wahre Grundlage feiner Keuntniß des Firx⸗ stern⸗Himmeis betrachtet werden wird. Wahrlich eine erhabene Er⸗ scheinung, die von Niemanden unbeachtet bleiben sollte, der Anspruch darauf macht, ein Interesse für Naturforschung zu haben.
Haben gleich Beobachter, wie die beiden Herschel, sich schon auf diesem weiten Felde der Himmelsforschung versucht, fo war doch alles Bisherige weder nach dem Umfange, noch nach der Genauigkeit der Daten, mit Struve's Arbeit vergleichbar: durch seine Entdeckun⸗ gen ist die Zahl der Doppelsterne fünffach größer geworden, und in nicht geringerem Maße hat die detaillirte Kenntniß dieser merkwür⸗ digen kosmischen Spsteme an Schärfe und Vollständigkeit gewonnen.
Eine erschöpfende Analyse des überaus reichen Inhalts kann hier nicht gegeben werden: jeder Astronom wird überdies das Werk selbst besitzen, und um so mehr wird hier eine allgemeine Uebersicht der Ar⸗ beiten und ihrer Resultate genügen.
Wir bezeichnen diejenigen Sternenpaare, welche so nahe zusam⸗ menstehen, daß nur gut bewaffnete Augen sie als zwei getrennte Sterne unterscheiden, während mittelmäßige Ferugläser und noch vielmehr das freie Auge an dieser Stelle nur einen Stern zeigen, mit dem Namen Doppelsterne. Man kannte deren seit Herschel des Vaters Untersuchungen schon über 600; durch Struve's systematische Durchmusterung des ganzen im nördlichen Europa sichtbaren Him⸗ mels ist diese Zahl auf 3112 gestiegen, obgleich er den Begriff siren⸗ ger begränzt als Herschel, der noch Sterne von 1 bis 2 Minuten scheinbarer Distanz mitnahm, während Struve nur bis zu 32 Sekun⸗ den geht und selbst hier noch diejenigen ausschließt, welche zu schwach oder zu wenig unterscheidbar sind, um sich hinreichend hervorzuheben.
Dieser erste Theil der Arbeit, die Durchmusterung des Himmels bis zu 150 südlicher Abweichung, war im Jahre 1826 beendet, und damals erschien der Katalog des Versassers, der außer den allge⸗ meinen, zur Auffindung der Sternenpaare geeigneten Angaben, auch die übersichtliche Beschreibung enthielt. Genaue Messungen waren jedoch bis dahin erst wenige ausgeführt; ihnen wurden größtentheils die folgenden Jahre bis 1837 gewidmet. Diese Messungen betrafen die gegenseitigen Abstände und die Richtungswinkel. Die Ge⸗ nauigkeit, welche Struve namentlich in den letzteren durch seinen vor⸗ trefflichen mikrometrischen Apparat erreicht hat, ist bis jetzt ohne Bei⸗ spiel in der phosischen Astronomie, und um so erfreulicher, als gerade hier mehr als sonst irgendwo die äußerste Schärfe noihwendige Be⸗ dingung ist. Struve hat gegen 11,000 solcher Messungen ausgeführt, und man wird einen Begriff von dem Umfange dieser Arbeit haben, wenn man hört, daß eine ganz günstige Nacht, mit Inbegriff der zum Messen geeigneten Tagesstunden, durchschnittlich 2 Messungen gewäͤorkt.
Die übrigen Beobachtungen betreffen bauptsächlich die scheinbare Größe der Deoppelsterne und ihre Farben. Beide zeigen bei ge⸗ naner und anbaltender Beobachtung nicht nur an sich selbst höchst merkwürdige Verhältnisse, sondern auch Veränderungen, deren Ur⸗ sachen wir zwar jetzt nicht mit Gewiüheit angeben könmn, die aber in künftigen Zeiten wichtige Aufschlüsse versprechen, besonders wenn es sich zeigen sollte, daß Perioden des Lichtglanzes und Farben⸗ wechsels stattsänden, wie man bei einigen zu vermuthen berechtigt ist.
Noch ist ein wichtiger Theil der Arbeit zu erwarten: die Be⸗
stimmung der genauen Oerter sämmtlicher Doppelsterne am Meridian⸗ Kreise. In höchstens zwei Jahren werden diese Beobachtungen, welche seit 1826 von dem zweiten Astronomen Preuß, frühber von Struve selbst angestellt wurden, vollständig rednzirt und geordnet der wissen⸗ schaftlichen Welt übergeben werden. Alsdaunn wird man die Dala besitzen, um iheils jetzt, theils in Zukunft, in allen Fällen mit Si⸗ cherheit entscheiden zu können, ob die nahe gegenseitige Stellung der beiden Sterne bioß in dem nahe gleichen Richtungswinkel gegen unsere Erde (also optisch) begründet, oder ob diese Nähe eine wirk⸗ liche (physische) sev, dergestalt, daß das Sternenpaar von allen Ge⸗ genden des Weltraumes her als ein solches engverbundenes erschei⸗ nen müsse. Daß übrigens der letztere Fall bei weitem der häufigere sey, lehrt schon im Allgemeinen die Beirachtung der außerordentlich großen Anzahl dieser Svsteme, die besonders unter den hellen Sternen mehr als zehnmal so groß ist, als sie der Wahrscheinlichkeit nach zu er⸗ warten seyn würde, wenn bloß der zufällige Stellungswinkel die Ür⸗ sache der Erscheinung wäre; ferner der Umstand, daß die kleineren und kleinsten Distanzen keinesweges seltener als die größeren sind (Struve hat Sternenpaare erkannt, die um ⅛⁄ Sekunde Absiand ha⸗ ben, und diese sind gewöhnlich die helleren Sterne), endlich aber am entscheidendsten die bereits früher in einigen Sostemen erkannte, durch Struve's Messungen aber in einer bedeutenden Zahl von Sv⸗ stemen bestimmt nachgewiesene Umlaufs⸗Bewegung eines Beglei⸗ ters um seinen Hauptstern. Am gewöhnlichsten hat sich der Rich⸗ tungswinkel, zuweilen auch die Distanz verändert, wenn man Struve's Beobachtungen mit Herschel's vor 55 und 35 Jahren angestellten ver⸗ gleicht, in mehreren Sostemen ist diese Bewegung schon allcin aus Struve's Beobachtungen zu erkennen. Ja, einige Sterne zeigen sich sogar wechselsweise einfach und deppelt; der Begleiter verschwindet auf der einen Seite und kommt, gewöhnlich nach einigen Jahren, auf der anderen wieder hervor, um sich bis zu einer gewiffen Distanz au entfernen, dann wieder umzukechren und abermals zu verschwinden, was auf eine Lage der Bahn⸗Ebene deutet, die fast gerade gegen unseren Standpunkt gerichtet ist. Während also in unserem Sonnen⸗ Svstem nur dunkle Körper um andere sich bewegen, zeigt uns die Firsternwelt Sonnen, welche um andere Sonnen fretsen.
Struve hat keine besonderen Untersuchungen über diese Um⸗ laufs⸗Bewegungen mit aufgenommen, da er mit vollem Rechte dafür hält, daß dieses (mit sehr wenigen Ausnahmen) jetzt noch nicht an der Zeit sey und man warten müsse, bis wenigstens ein beträchtlicher
hen von dessen Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie er
hunderten, ja selbst Jahrtausenden, zu erw
giebt — 8 böchst 4543— zeugende Bemerkungen über das wahrscheinl erhältni rallaxen und Massen, wie es aus den wenigen bis jetzt 32127 Bahnen geschlossen werden kann. Es ergiebt sich, daß diese Sternen⸗ paare entweder Millionenmal weiter als die Sonne von uns absichen oder viel kleiner als diese seyn müssen, welches letztere um so went ger wahrscheinlich ist, als wir hier siets die Masse zweier Sonnen vereinigt in Rechnung setzen. „Diese staunenswürdige Entfernung der Fixsterne, wett gr die seither als Minimum angenommenen von etwa 200,000 Abffcnbe 1— der Erde von der Sonne, felzt nun aber auch direkt aus einer Un tersuchung, die zu den merkwürdigsten Ergebnissen dieses Werkes ge hört, nämlich aus den über die Parallaxe des Stern von Struve angestellten Beobachtungen. Schon Piazzi, und Brinkley haben die Parallage dieses Sterns zu messen versucht aber ihre cinander stark widersprechenden Resultate sind, der Beobach tungsart nach, viel zu ungewiß, und wie Struve gezeigt hat, viel Z groß. Er suchte die Parallaxe durch eine bisher noch nicht in Aus⸗ führung gebrachte Methode, durch Messung der Distanz und des Richtungswinkels eines sehr kleinen, in 13“ Abstand efindlichen Sternes, zu verschiedenen Jahreszeiten. Das Resultat ist eine Pa⸗ rallare von ¼ Sekunde, d. h. eine 1,650,00 0 mal größere Ent fernung als die Sonne von uns. Mit andern Worten: wie sich Ein Schritt zur Entfernung von hier bis Paris verhält, so verbäͤlt sich der Abstand unserer Sonne zun v. n 29 e Fellungsfraft ist im Stande iese Unendlichkeit zu fassen, aber der Geist det . mocht, sie zu durchtmessen 8 ee Aber es ist nicht allein das Ungebeure des Raumes, was un in Staunen versetzt; auch die Zeit scheint hier mit ganz anderen al irdischen Maßen gemessen werden zu müssen. Ein Jahr, ein Men⸗ scheuleben, ja die ganze historisch beglanbigte Dauer unseres Geschlecht sind noch immer winzig klein, wenn es sich um eine Betrachtung de Bewegungen in der Firsternwelt handelt. Zu denjenigen Do sternen, die eine gewisse mittelbare Veränderlichkeit des Richtungs winkels zeigen, gehören die beiden schönen Sternenpaare 5 und⸗ Ly. rae. In beiden Spstemen ist der Abstand etwa 3 Sekunden, und den bisberigen Beobachtungen nach, darf man auf Umlaufs⸗Periode ven etwa 1000 und 1600 Jahren schließen. Allein beide Sternen paare sind, wie Struve darthut, auch noch gegenseitig verbunden eben so wie die Sterne in den Plejaden und anderen Sternhaufet Glieder eines höheren Systems sind. Da nun die erwähnten Stern auch eine gewisse mittlere Helligkeit zeigen, so lassen sie sich als Grund⸗ lage eiuer ungefähren Vergleichung gedrauchen, und es findet sich, daß wenn zwei Sterne von gleichem Maße und Entfernungen, als die i * Lyrae verbunden sind, einen Grad scheinbarer Distanz haben, i Umlaufs⸗Periode nach Krpler's Regel 65 Millionen Jahre beträgt. Die eigentlich berechneten Umlaufszeiten sind freilich weit kür zer, denn nach dem oben Bemerkten kann man bis jetzt nur solche deren Umlaufszeit höchstens 2 — 300 Jahre beträgt, 1 einigerma⸗ ßen begründeten Kalkül unterwerfen, und so hat Struve unter der großen Zahl von gemessenen Sternen nur fünf gefnnden, deren Ele⸗ mente er seinen sinnreichen Combinationen zum Grunde legen zu können glaubte. Für die sicherste hält er die von 8 Ursae, aus denen er, mit Zuziehung seiner für « Lyrao gefundenen Parallare und des Helligkeits⸗Verhäͤltnisses dieser Sterne, folgende Beschreibung ableitet „Im Sterne? im großen Baͤren sind zwei Sonnen durch Anziehung zu einem Systeme verbunden, deren Masse 117 und 4A2mal, zusammen also lögmal, so groß ist als die unserer Sonne (wobei ihr Abstand von uns zu 7 ½ Millionen Sonnenweiten, also der Weg des Lichts von dort zu uns mit 118 Jahren zum Grunde gelegt ist). Nehmen wir fuͤr beide Koͤrper eine gleiche Dichtigkeit an, wie die unserer Sonne, so sind die Durchmes⸗
von großem Sch ohn ß arfsiune
messer. Sie umkreisen sich in einer elliptischen Bahn von 60 Jahren. In dieser Bahn ist ihre mitgclere Entfernung gleich 83,4 Abstaͤnden der Erde oder fast 4 ½ Ibstaͤnden des Uranu von der Sonne. Der kleinste Abstand in der elliptischen Bah ist 50, der groͤßte 117 Halbmessern der Erdbahn gleich. Die Neigung der Ebene, worin sich diese Himmelsköoͤrper bewegen, gegen die von der Erde an ihren Ort Pzogene Gesichtslinie is 375 45. Die den oben angegebenen Groͤßen und der Entfer nung von der Erde entsprechenden Durchmesser beider Sterne sind 1¼0 % und 56 Sekunde.“
Mit solchen in mehr als einer Beziehung hppothetischen Angaben muß sich allerdings die Jetztwelt begnügen, und wird noch manches der kommenden Jahrhunderte sich begnügen müssen, nur daß die Zacl der Spsteme, von denen sie sich geben lassen, so wie die Genauigkei der numerischen Daten, zunehmen muß. Aber gerade darin besteht der für alle kommenden zaten bleibende, ja sieis wachsende Werth dieses großen und wahrhaft unsterblichen Werkes, daß es die ersten Grundiagen enthält, auf welche alles Folgende gebaut werden muß. Das Material der Beobachtungen wird sich fort und fort mehren: die Genauigkeit der Beobachtungen, so weit sie auch bereits getrieben ist, wird, unterstützt von noch mächtigeren Hülfsmitteln, zunehmen; ü. u“ der E“ recems 1 aber in allen Zeitaltern, welche das Menschengeschlecht zu c bestimmt ist, wird der Rame Struve an der Enec sichen⸗ bEe die Beobachtungen sammelu und bearbeiten wird, und was Hi Sternen⸗Kataleg für uns geworden ist, wird dieses Werk der Rach⸗ welt werden, nur mit dem Unterschiede, daß letzteres unvdergleichbar vollkommener, zuverlässiger, reichbaltiger dasteben wird, als das de alten Nicäaners seyn konnte; denn Struve'’s Zehntel⸗Sekunden wie gen schwerer, als Hipparch's Miunten. r.
Berliner h 3 r „. .. Den 15. Januar 1838.
Imtlicher Fonds- uand dweld-Coaurs-Zettel. b Pr. Cour. 8
Bcief. [ Geld. F
1053 72 127. 102 16] 102 % 64 ⁄1 6371
1032 102 1 102 ¼l 102 %
Pr. Cour. Brief. [ Geld.
101
993/ 75
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Pomm. do. 4 Kur- u. Neum. 40. 4 do. 4de. 4o. 27 Schlesische do. Rückst. C. und Z. Sch. d. K. u. N. Gold al marco Neue Duvcaten Friedrichsd'or And. Goldmün- zen à 5 Thl. Diseonto
St.-Schuld-Seb. Pr. Eugl. O0bl. 30. PrämSch. d. Sech. Kurm. 0 bl. m. l. C. Nm. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grofssh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr.
100 ¾
103 1 8 V 2181 ¼ 1 1
13 ⁄12
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1021⁄½ 104 ⁄1¶
Auswürtige Börsen. 8 Amsterdam, 10. Januar.
Niederl. wirkl. Schuld 53 1. 5 % do. 101 1⁄. Kanz Bill. 22 ¾. 5 % Span. 1915⁄19. Passive 4 ¼. Ausg. Sch. —. Zinsl. 61G2. Preuss. Präm.-Sch. 111 ⁄. Poln. —. Oesterr. Met. 101 ¼. ss Antwerpen, 9. Januar. 3 8
Zinsl. —. Neue Anl. 20. Br. 1915⁄16. G. 8 8 M., 12. Januar. esterr. 5 % Met. 105 ⅞. G. 4 % 100 ⁄¾4. G. 1/‧ ,0 G. 1 % 25 ½. 25 10. Bank-Actien 1690. *1085. e r Loose zu 500 Fl. 119 ¼. 119 Loose zu 100 Fl. 249. 6.
Feu 6 ss· Preuss. Präm.-Sch. 64. 63 ¾44. do. 2 ⁄% Anl. 101 9. G. Poln. Loose
67 ⁄½. 67 ⅞1. 5 % Span. Anl. 13. HJambur 13. Januar.
Theil der Bahn zurückgelegt ist, was bei den meisten erst in Jahr⸗ dürfte. Aber er
11““
3 % 20. Neue Ar
Bank-Actien 1398. 1396. Engl. Russ. 107 ¼, 8 % Port. —. do. 8 19.
6 α Lyrae
ser derselben 4,5 und 3,smal groͤßer als der Sonnen⸗Durch,
und verfeinert werden,