Villemaln und der Herzog von Bassano gaben zu verste⸗ hen, daß es uͤberhaupt angemessener sey moͤchte, hinfuͤhro alle Kommissionen von der Kammer ernennen zu lassen, und der Letztere kuͤndigte sogar an, daß er- unverzuͤglich eine Proposition in dieser Beziehung einbringen werde. Da kein Redner sich im entgegengesetzten Sinne vernehmen ließ, so durfte man anneh⸗ men, daß die Versammlung sich schon jetzt fuͤr die eigene Ernen⸗ nung der obgedachten Kommission entscheiden wuͤrde. Dies war indessen keinesweges der Fall; vielmehr beschloß die Majoritaͤt nach einer zweimaligen Abstimmung, dem Präͤsidenten die Wahl der Kommissions⸗Mitglieder zu uͤberlassen. Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 8. Februar. (Nachtrag.) Die Berathungen uͤber den Antrag des Grafen Jaubert, in Bezug auf das Eigenthum des durch hydraulische Arbeiten eventuell entstehenden Landanwuchses wurden in die⸗ ser Sitzung noch nicht beendigt. — Am Schlusse derselben ver⸗ las Herr Garraube folgende Proposition: „Der Wittwe des auf der Bresche von Konstantine gebliebenen Obersten Combes wird als National⸗Belohnung eine Pension von 3000 Fr. aus⸗ gesetzt.“ — Auch in der Sitzung vom 9. Febr. kam es bis zum Abgange der Post uͤber den obigen Antrag des Grafen Jaubert noch zu keinem Beschlusse. Mehrere Deputirten ließen sich theils fuͤr, theils wider denselben vernehmen, andere ver⸗ langten die Vertagung der ganzen Proposition. Die Debatte war nur von untergeordnetem Interesse. — Bevor diese Sitzung begann, war man in den Buͤreaus mit der Wahl des Praͤsi⸗ denten der Budgets⸗Kommisston beschaͤftigt. Dem Vernehmen nach ist Herr Passy mit 19 Stimmen gegen 17, die Herr Duchatel erhielt, gewaͤhlt worden. linken Centrums uͤber das rechte.
Gestern war ein großes Konzert beim Koͤnige, in welchem sich die ersten Musiker und Saͤnger der Hauptstadt, und vorzugsweise die Herren Duprez, Rubini, Famburini und Dlle. Grisi, hoͤren ließen. Unter den eingela⸗ denen Deputirten bemerkte man mehrere im schwarzen Frack. Andere dagegen, unter ihnen Herr Dupin, erschienen in dem vormaligen Deputirten⸗Kostuͤm. Die Buͤreaus der Deputirten-⸗Kammer haben nun saͤmmt⸗ lich ihre Mitglieder zur Budgets⸗Kommission (36 an der Zahl) ernannt. Den ministeriellen Blaͤttern zufolge, haͤtte das rechte Centrum die Majorität erlangt; den e ten Kommissarien in folgender Weise: Rechtes Centrum und Ministerielle: 82 Ferreh Honcheec Calmon, Cunin⸗Gri⸗ daine, Piscatory, Gillon, Rihouet, e, becque, 23. Lefebore, Chasles, Lavielle, Berthois, Guizard, Jaubert, Saunat, Bignon, Moreau und Persil. Linkes Fentrum und Opposition: Die Herren Auguis, His, Havin, Vejux, Ganneron, Sappey, Desitte, Legrand, Vuitry, Passy, Leyraud, Malleville, Gouin, Sauzet, Dufaure, Lacrosse und Ducos; so daß sich ein Verhaͤltniß von 19 zu 17 zu Gun⸗ sten des Ministeriums herausstellt. Die Oppositions⸗Journale dagegen nehmen die Herren Celmon, Gillon, Chasles und La— vielle fuͤr ihre Partei in Anspruch, und rechnen dadurch 18 die Opposition eine Majoritaͤt von 21 gegen 15 heraus. „Da die Kraͤfte jedenfalls ziemlich gleich getheilt zu seyn scheinen 8 sagt ein hiesiges Blatt, „so wird wahrscheinlich Herr Calmon, als der Feind keiner Partei, zum Praͤsidenten der Kommission erwaͤhlt werden. Entscheidend wuͤrde die Kommission sich nur dann aussprechen, wenn die Wahl auf Herrn Duchatel oder auf Herrn Passy fiele.“ (S. oben Deputirten⸗Kammer.) Ein hiesiges Blatt meldet, daß Herr Gouin endlich seinen Vorschlag wegen der Renten⸗Reduction auf das Bureau der Deputirten⸗Kammer niedergelegt habe, und daß derselbe schon morgen in den Bureaus zur Eroͤrterung kommen werde. Gestern haben sich die drei Sectionen des hiesigen öten Wahl⸗Bezirks darauf beschraͤnkt, ihre Buͤreaus zu organisiren, die aus lauter Freunden des Herrn Laffitte zusammengesetzt worden sind. Die Wahl selbst wird wahrscheinlich heute Abend zur Entscheidung kommen. . 8s Bötse war heute das Geruͤcht verbreitet, daß die Waͤhler des öten hiesigen Wahl⸗Bezirks Hrn. Laffitte, an dessen Ernennung sie keinen Augenblick zweifelten, morgen im Tyiumph nach der Kammer C b 8 soll bereits die noͤ⸗ igen Vorsichts⸗-Maßregeln angeordne en. cg ogt.Kelegtsm von Rheims hat den Kandidaten der Opposition, Herrn Houzeau⸗Muiron zum Deputirten erwaͤhlt. Der Toulonnais enthaͤlt Folgendes: „Man hat ange⸗ zeigt, daß die Armee vermehrt werden solle, und daß dgse Ver⸗ mehrung durch die Unterhaltung eines Corps von 49,000 Mann in Afrika veranlaßt wuͤrde. Unter allen Mitteln, die man bis⸗ her angewandt hat, um Frankreich seine neue Kolonie zu ver⸗ leiden, ist dieses das groͤbste. Es stehen in Afrika, was auch das Ministerium sagen mag, nicht mehr als Jeg Mann, und wenn man daher im Kriegs⸗Ministerium den Effektiv⸗Be⸗ stand der Afrikanischen Armee auf 49,000 Mann angiebt, so taͤäuscht man sich selbst oder man will die Kammern taͤuschen. Das Journal des Débats enthaͤlt folgenden Artikel: „Die Fraͤge, ob man die Ausfuͤhrung der Haupt⸗Eisenbahnen dem Staate oder Privat⸗Compagnieen uͤberlassen muͤsse, ist von der Kommission dahin entschieden worden, daß es zweckmaͤßig sey, wenn der Staat dergleichen große Bauten selbst ausfuͤhre, und die Verwaltung scheint diese Meinung zu theilen. Vor einigen Jahren, unter der Restauration, waren die ausgezeich⸗ netsten Publizisten und Oekonomitten einstimmig der entgegen⸗ gesetzten Meinung. Sie stellten den Grundsatz auf, daß die Regierung nichts selbst thun duͤrfe, weil sie in der Regel bei großen industriellen Unternehmungen ungeschickt sey und ver— schwenderisch mit dem Gelde der Steuerpslichtigen umgehe. Man gruͤndete diese Theorie auf das Beispiel Englands, wo es in der That der Privat⸗Industrie gelungen ist, in einer Laͤnge von 1200 Stunden Kanaͤle zu bauen, die ihr 120 Millio⸗ nen jaͤhrlich einbringen, und die fuͤr das Land die Quelle einer noch weit bedeutenderen Einnahme sind. Der Grundsatz, welcher fruͤher die Regierung von allen großen Un⸗ ternehmungen ausschloß, war damals ein Glaubens⸗Artikel fuͤr diejenigen, die sich dem Studium und der Vertheidigung der materiellen Interessen widmeten. Dies ruͤhrte mit daher, weil unter der Restauration viele aufgeklaͤrte Maͤnner unwidersteh⸗ lich dazu getrieben wurden, alle Ideen anzunehmen und zu verbreiten, welche geeignet waren, eine Regierung zu schwaͤchen, die sich anti-nationalen Tendenzen in die Arme geworfen hatte. Jetzt ist die Stellung eine ganz andere; wir haben eine Regie⸗ rung, die sowohl durch ihren Ursprung als durch ihre Gesin⸗ ungen national ist. Auf einen blinden Widerwillen, auf einen leidenschaftlichen und graͤnzenlosen Argwohn folgt ein ruhiges und gegrüͤndetes Vertrauen. Manches politische Spruͤchwort, das wir alle fuͤr einen unveraͤnderlichen Grundsatz genommen hatten, obgleich es nur eine 8, eg.nnh. Wahrheit war, erlei⸗ ddet schon das allen Goͤtzen des Tages in Zeiten der Revolution
21
Dies waͤre ein Sieg des
Paris, 9. Febr.
Ey Fr.
denn sie klassifiziren die ernann- um . - Wahl⸗Ausschuͤsse hauptsaͤchlich von schenden Partei-⸗Ansichten abhaͤngt. Vit t, Lamartine, Del⸗ ford aus
ren Tory⸗Blatte, zu widersprechen.
182
vorbehaltene Schicksal: es verliert seinen Glanz und verschwin⸗ det wie eine Sternschnuppe. Es tritt nach und nach eine Reac⸗ tion ein, welche die Theorieen umstoͤßt, die man 15 Jahre lang fuͤr ewig gehalten hatte; und diese neue Bewegung wird, wie wir uͤberzeugt sind, die gluͤcklichsten Folgen haben, weil sie von den Gefuͤhlen der Ordnung und der Freiheit geleitet wird.
Großbritanien und Irland.
Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 6. Februar. Als der Graf Shaftesbury in einer von Lord Brougham uͤberreichten Petition die Weg⸗ lassung des Wortes „unterthaͤnigst“ geruͤgt hatte, sagte Letzte⸗ rer: „Ich finde darin keinen Mangel an Ehrerbietung gegen das Haus. Die Bittsteller haben Ew. Herrlichkeiten nicht nur das Praͤdikat „ehrenwerth“ gegeben, sondern Sie „hoͤchst ehren⸗ werth“ genannt, Sie also als Wesen dargestellt, die uͤber allen Anderen staͤnden; sie sagen: „wir bitten Ew. hoͤchst ehrenwerthe Herrlichkeiten“, fast als ob sie zu uͤbermenschlichen Wesen zu sprechen glaubten, und doch scheint dies Ew. Herrlichkeiten noch nicht zu genuͤgen.“ Graf Haddington: „Ich glaube, es handelt sich hier bloß darum, ob es dem Hause noͤthig scheint, an seinen Formen feestzuhalten, oder nicht.“ Lord Brougham: „Ei was! es ist nichts Ehrenruͤhriges in den Ausdruͤcken der Petition, nur ein Wort ausgelassen, wahrscheinlich aus Unwissenheit, und kann das nicht vorkommen? Wir selbst sind saͤmmtlich mit vielen Formen des Hauses nicht bekannt. Ich sehe selten einen Abend vor⸗ uͤbergehen, ohne daß Einer von uns die Formen verletzt. Graf Devon: „Trotz der Geschicklichkeit, die der edle und ge⸗ lehrte Lord darin besitzt, Dinge, die zu wichtigen Folgen fuͤh⸗ ren koͤnnen, ins Laͤcherliche zu ziehen, glaube ich doch, daß diese Petition nicht angenommen werden darf, wenn Ew. Herrlich⸗ keiten nicht ein neues Praͤcedenzbeispiel aufstellen wollen.“ Hier⸗ nach bequemte sich denn Lord Brougham (wie gestern schon erwaͤhnt), die besagte Petition wieder zuruͤckzunehmen. 8
Unterhaus. Sitzung vom 6. Februar. Zu Anfange der Sitzung wurden die Wahl⸗Ausschuͤsse, welche uͤber die Guͤltigkeit der Wahlen von Ipswich, Roxburgh und Salford entscheiden sollen, durch geheime Abstimmung erwaͤhlt. Der Ausschlag fiel bei allen dreien zu Gunsten der Whigs aus, und so wird denn auch uͤber jene Wahlen ohne Zweifel im Sinne des Ministeriums entschieden werden, da die Entscheidung der den in denselben vorherr⸗ Der Wahl-⸗Ausschuß fuͤr Royburgh besteht aus 8 Liberalen und 3 Tories, der fuͤr Sal⸗ 7 Liberalen und 4 Tories und der fuͤr Ipswich aus 5 Liberalen, 5 Tories und 1 Schwankenden. Der Antrag, welchen in derselben Sitzung (wie gestern erwaͤhnt) Capitain Boldero machte, daß eine Liste der Soldaten vorgelegt werden solle, welche waͤhrend der Jahre 1830 bis 1837 von den in Kanada stationirten Truppen desertirt waͤren, wurde durch mehrere Tories und auch durch die Heftigsten un— ter den Radikalen, namentlich Hume und Leader, unterstuͤtzt, aber von dem Antragsteller zuruͤckgenommen, als Lord Howick, der Kriegs⸗Secretair, ihm bemerklich machte, daß die Vorlegung einer solchen Liste unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden eine sehr nachtheilige Wirkung haben koͤnnte. Lord Howick gab zwar zu, daß fruͤher eine sehr bedeutende Desertion in Kanada stattge⸗ funden habe, was sehr natuͤrlich dadurch verursacht werde, daß der Arbeitslohn in jenem Lande dreimal so groß sey, als der Sold des Soldaten; indeß erklaͤrte er zugleich, daß seit dem Augenblicke, wo es den Truppen bekannt geworden, daß die Regierung sie unter den gegenwaͤrtigen Verhaͤltnissen als ähre hauptsaͤchlichste Stuͤtze betrachten muͤsse, nicht ein einziger Sol⸗ dat mehr desertirt sey. Aus der Rede, mit welcher der Kanzler der Schatzkammer die von ihm eingebrachte Bill in Betreff der Guͤltigkeit aller Kontrakte von Actien⸗Banken, wenn auch ein Geistlicher dabei betheiligt ist, zur Erlaͤuterung dieser Maßregel begleitete, geht hervor, daß das Schatzkammer⸗ gericht kuͤrzlich die wegen einer Wechselschuld von der Nord— und Central⸗Actien⸗Bank anhaͤngig gemachte Klage gegen einen gewissen Franklin deshalb zuruͤckwies, weil zwei Geistliche bei diesem Actien⸗Unternehmen betheiligt waren, und weil ein Gesetz vom Jahre 1717 den Geistlichen alle auf Gewinn berechneten Handels⸗Geschaͤfte untersagt. Das genannte Gericht hatte des, halb die ganze Unternehmung als gesetzwidrig betrachtet und eine Klage der dabei Betheiligten nicht zulassen wollen. Herr Spring Rice erklaͤrte, daß eine solche Auslegung des Gesetzes allerdings gerechte Verwunderung erregt habe, denn Niemand bestreite es, daß Geistliche Mitglieder von privilegirten Compagnieen seyn duͤrften, wie z. B. der Erzbischof von Canterbury selbst Praͤsident der Lebensversicherungs⸗Compagnie der Universitaͤt, Bischoͤfe die Vice⸗ Praͤsidenten und viele Geistliche Direktoren derselben seyen; es sey also nur deshalb gegen jene Actien⸗Bank entschieden worden, weil dieselbe keinen Freibrief habe und doch Geistliche unter ihren Mitgliedern zaͤhle; man koͤnne sich denken, welche Besorgniß dies im ganzen Lande habe erwecken muͤssen, da 108 Actien⸗ Banken mit 474 Zweig⸗Banken und einem nominellen Kapital von 66 Millionen Psd. bestaͤnden. Dem Uebel muͤsse nun durch eine Maßregel abgeholfen werden, welcher ruͤckwirkende Kraft zu ertheilen sey, und die, einstweilen auf ein Jahr, alle von Actien⸗Banken und anderen Actien⸗Compagnieen abgeschlossenen Kontrakte, wenn auch Geistliche daran Theil haͤtten, fuͤr guͤltig erklaͤren solle, indem es dem Hause vorbehalten bleibe, bei Ge⸗ legenheit der einzubringenden Kirchen⸗Bill eine allgemeine ge⸗ setzliche Bestimmung uͤber die Theilnahme von Geistlichen an solchen Compagnieen zu treffen.
London, 7. Febr. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin ertheilt jetzt dem Premier⸗Minister taͤglich Audienzen; auch wird er oͤfter als seine Kollegen zur Koͤniglichen Tafel gezogen.
In Clarence⸗House werden Anstalten zum Empfange der verwittweten Koͤnigin getroffen, die gegen den I. Maͤrz mit ih⸗ rem Gefolge hier erwartet wird und einstweilen jenen Palast bezieht, 11414*¹ vollstaͤndig zu ihrem Wohnsitz ingerichtet ist. 36ch Russische und der Franzoͤsische Botschafter besuchten gestern den Staats⸗Secretair fuͤr die auswaͤrtigen Angelegen⸗
eiten. 8 . Das Oberhaus versammelte sich Unterhause kamen bis zum Abgange
tende Angelegenheiten vor. 7 Wenn auch zwischen dem Herzoge von Wellington und
Sir R. Peel, wie die Morning Post versichert, in Bezug auf die Kanadische Bill vollkommene Uebereinstimmung herrschte, so scheint doch den Versicherungen desselben Blattes, daß auch die ganze konservative Partei uͤberhaupt in ihrer Politik jetzt noch so einig unter sich sey, wie jemals, ein sehr heftiger Arti⸗ kel gegen Sir R. Peel im Morning Herald, einem ande⸗
Es wird in letzterem dem
heute Abend nicht; im der Post nur unbedeu⸗
Zu Tauris ist ein
1“
Baronet ein großer Vorwurf daraus gemacht, daß er; terhause gesagt habe, es koͤnnte wohl eine Zeit kommen Englische Staatsmaͤnner erklaͤren duͤrften, daß die unumsch 1 Herrschaft Englands uͤber seine Nord⸗Amerikanischen Koseän nicht laͤnger beizubehalten sey. Der Herald fordert alle zh Konservativen auf, gegen eine solche Sprache zu protestiren⸗ dieselbe das Bollwerk des Konservatismus untergraben u ja, dies Blatt erklaͤrt sogar, in seinem Unmuth uͤber jene A” rung, Sir R. Peel fuͤr den Todfeind der echten konservan Sache, weil er in wichtigen Faͤllen stets 8 und Radikalen manoͤvrirt und deren Politik am Ende ih unter gewissen Einschraͤnkungen angenommen habe. 3
Der Courier erklaͤrt die Ernennung des juͤngeren 5 E. Ellice zum Privat⸗Secretair des Grafen Durham fäͤr n großen Fehler der Minister, weil ihnen nicht nur durg, selbe eine Stimme im Unterhause verloren gehen duͤrfte dern auch, weil der Sohn eines in Kanada reich begäten in mannichfachen Beziehungen zu den dortigen Parteien den Mannes nicht die Meinung fuͤr sich haben koͤnne, dn die unabhaͤngige Stellung besitze, welche ihm fuͤr seinen tigen Posten so nothwendig sey.
In Ermangelung neuer Berichte aus Kanada ün die hiesigen Blaͤtter noch nachtraͤgliche Auszuͤge aus dan g hier eingegangenen Amerikanischen Zeitungen mit. Iagan die Anzahl der Rebellen auf Navr „Island sehr vrcche von 860 bis auf 1500 Mann angegeben wird, soll mun sche Oberst M'Nab 4000 Mann Milizen, einige Truppen, 300 Indianer und 109 Boͤte zu seiner; haben. Die Indianer verfertigten Floͤße; auch wurden siss mende Batterieen angelegt. Einige behaupten, der Geuge von Ober⸗Kanada, Sir F. Head, habe befohlen, keinn don zu geben; Andere dagegen, er suche im Einpersh mit den Behoͤrden der Vereinigten Staaten die Insug in aller Stille durch Abschneidung der Zufuhren zur Rün von Navy⸗Island zu zwingen. 8
Der beruͤhmte Saͤnger Braham ist dieser Tage iaf Schaubuͤhne abgetreten; er sang am Donnerstage zunt Male oͤffentlich auf dem Theater von Bath.
Um dem Ueberhandnehmen der Reformen in dent Einrichtungen der Londoner Munizipalitaͤt zu begegne, dieser Tage der Hof der Aldermen beschlossen, sich aug Kraͤften dem Antrage auf Abschaffung der Lebenslaͤnglichten Aldermanswuͤrde zu widersetzen.
Am 29. Januar wurde beiden Haͤusern des Parz der (schon erwaͤhnte) zwischen der Koͤnigin von Grogßbri und dem Koͤnige von Griechenland abgeschlossene und mn 4. Oktober zu London unterzeichnete Handels⸗ und Schifit Vertrag vorgelegt. Nach demselben bezahlen Griechische eiß die in Englischen, und Englische, die in Griechischen Hüm
und auslaufen, keine weitere Abgaben, als die Schiff
nen Nation. Beide Maͤchte koͤnnen in den beiderseitiga in.
Konsuln ernennen. Die beiderseitigen Unterthanen geniczat beiden Staaten vollkommene religioͤse Duldung und können ihre Besitzthuͤmer freie testamentarische Verfuͤgung trifen. Vertrag wird auf zehn Jahre, von dem Tage der Rattcang Auswechselung an, abgeschlossen. Diese Auswechselung da nen drei Monaten, von dem Tage der Unterzeichnung au,
inden. bege h Britischer Konsul eingesetzt worde Nach den letzten Nachrichten aus Canton vom 29.1 war ein bedeutendes Quantum Silber und Opium (c soll in China nicht ausgefuͤhrt, letzteres nicht eingefuͤhe den) mit Beschlag belegt worden. Die Beschlagnahmet die Folge eines Streites zwischen dem Gouverneur un Admiral uͤber ihren Antheil an der von den Schleichhänl erlegten conventionellen Abgabe. Waͤhrend das Sächs; Opium in Boͤten unter der Flagge des Ersteren trans wurde, griff der beleidigte Admiral die Boͤte an und of sterte sich derselben nach einem kurzen Gefechte, in chem zwei oder drei Personen umkamen. Dies hat bei Schleichhaͤndlern die groͤßte Bestuͤrzung erregt, und man glc daß der Handel wenigstens fuͤr einige Zeit stocken werde.
Das Pachketschiff „Lapwing“ hat Nachrichten aus maika bis zum 27. Dezember uͤberbracht. Das Verst lungshaus bewies sich fortwaͤhrend feindlich gegen den g gebenden Rath und hatte ein von demselben vorgeschia Amendement zur Polizei-Bill verworfen. Hauptacget der Diskussion war uͤbrigens die beabsichtigte Aenderumm Valuta, die der Britischen gleich gemacht werden sole b den letzten Finanz⸗Berichten ergiebt sich, daß die Eir der Insel 22 1,553 Pfd., die Ausgaben 265,030 Pfd. und düsc liche Schuld 903,413 Pfd. betragen. Die Familie des 9 % Smith war im Begriff, sich am Bord der „Thames nacc einzuschiffen. Der Gouverneur war am 15. Dezemberaih das Versammlungshaus wegen der erwaͤhnten Dppofate die Polizei⸗ und Prozeß⸗ Bill auf einen Tag zu ne Bei der Wiedereroͤffnung des Hauses am löten hielt e - verneur folgende Rede an dasselbe: „Ich kann Ahugg Schwierigkeiten, welche ich befuͤrchte, wenn ich genicen sollte, die Polizei⸗Macht aufzuloͤsen, nicht stark genug mj 1 legen, und es stehen mir keine Mittel zu Gebot, dagh waͤrtige Einrichtung ohne Ihre Mitwirkung beizubeha n muß Ihre Aufmerksamkeit auch auf das Prozeß⸗Gesebe und es Ihnen uͤberlassen, fuͤr die Kronzeugen „ gemessenere Besoldung festzusetzen, als sie bisher gh gen.“ Die Sitzung wurde hierauf eine Vie 8 lang aufgehoben, nach Verlauf derselben de g zum dritten Mal verlesen und kurz darauf dem Gulig uͤberreicht. Sie lautet folgendermaßen: „Wir, J staͤt gehorsame und loyale Unterthanen, die Mite Versammlungs⸗Hauses von Jamaika, danken Ew. 8 fuͤr Ihre Rede und glauben, daß nur das Gefuͤhl der — sten Nothwendigkeit Ew. Excellenz veranlassen konni⸗,06h letzten Prorogirung zu schreiten. Die zu befuͤrchtenden cnd rigkeiten, im Falle die Polizei⸗Macht aufgeloͤst wuͤrde, ang sehr 8” bekannt, und wir haben diesen Gegenstandser niis letzten Session ernstlich in Erwaͤgung gezogen. 1 einne die Aufforderung Ew. Excellenz, die Maßregel no ) en Ais Erwaͤgung zu ziehen, an, da wir stets bereit sind, nlih! ten der Regierung Ihrer Majestaͤt, so weit 662 vichte entgegenzukommen; allein es ist eine fuͤr uns nn denen! Pflicht, nur diejenigen Maßregeln anzunehmen, 1. proneb glauben, daß sie heilsam fuͤr das Land sind. Da setz werden wir in Erwaͤgung ziehen.
Vom Schwanen⸗Flusse sind sehr zum 17. Juli eingegangen. Nicht allein La 8 zucht, sondern auch der Wallfischfang versprach de Erfolg.
Es sind Zeitungen aus Buenos Ayr - vember angekommen. Sie enthalten Auszuͤge aus
ichte! guͤnstige Betic Landbau und sgh
zu Gunsten der a
lassung als solcher Majors erhalten.
M
1.7 „s bis zum 11. es bis . Ilisch
“ * 1—
bis zum 13. Oktober, worin behauptet wird, daß Blaaen im Be riff stehe, sich gegen den Praͤsidenten Santa⸗ Eruz zu empoͤren. Ueber die Chilische Expedition nach der Kuͤste Er zcPeru wußte man nichts. Zwischen der Regierung von 2₰ und den Franzoͤsischen Marine⸗Behoͤrden waren uͤber die Lhenckhaltung des Franzoͤsischen Wallfischfängers „Ferdinand“ Rißhelligkeiten entstanden. Nachrichten aus Monte⸗Video Miß November zufolge, waren die Truppen am 22. Oktober len geschlagen und zerstreut worden. Nach Brie⸗ „des Praͤsidenten Oribe, vom 7. November, atte derselbe Verstaͤrkungen an sich gezogen und war auf dem Marsche, um seine Gegner aufzusuchen. öö“ Es sind direkte Nachrichten aus Bahia eingegangen, sche, im Widerspruch mit anderen, die revolutionaire Re⸗ welche, als wohl organisirt und die Stadt als sehr befestigt güerstellen Indessen reichen sie nicht weiter, als bis 9 1ʃ* —
. ’. 20 8. Dezember. Zu Maranham war am 29. Dezember Alles
uhig.
9 vom 9. on den Rebel en von der Armee
Deutschland.
6. Febr. Der Fluͤgel⸗Adjutant Sr. Majestaͤt
Fuͤrst Joseph von Taxis, hat um seine Ent⸗ gebeten und den Charakter eines General⸗ Wiederholt eintretende gichtische Leiden sol⸗
en den Grund zur Bitte um Entbindung von der Adjutanten⸗ telle gebildet haben.
Der zu Muͤnchen bestehende Frauen⸗Verein zur Unter⸗ tuͤtzung armer verehelichter Woͤchnerinnen hat bereits ein be⸗ deutendes Stamm⸗Vermoͤgen gesammelt, von der Ansicht aus⸗ gehend, daß jede Wohlthaͤtigkeits⸗ Anstalt nur dann Festigkeit und Haltbarkeit fuͤr die Zukunft erlangen koͤnne, wenn sie, ohne ie Gegenwart darben zu lassen, sich eine solche Grundlage giebt. Am Schlusse des Jahres 1837 bestand dieses zinsbare Vermoͤ⸗ gen aus mehr als 9000 Fl., außer einem noch nicht verzinsten Ewiggelde von 1000 Fl. aus einem Vermaͤchtnisse. Von den zinsen und den Jahres⸗Beitraͤgen von zwoͤlf Mitgliedern des Roͤniglichen Hauses, 305 wirklichen Mitgliedern und 21 maͤnn⸗ ichen Ehren⸗Mitgliedern wurden im vorigen Jahre 182 Woͤch⸗ erinnen unterstuͤtzt. “ 8
In kommender Woche werden die hier anwesenden Englaͤn⸗ er in der im Weitzenbeckschen Hause in der Karls⸗Straße ge⸗ jetheten Kapelle ihren ersten feierlichen Gottesdienst abhalten.
Regensburg, 6. Febr. Zu den großartigen Unterneh⸗ ungen, an denen die neuere Zeit so reich ist, gehoͤrt unstrei⸗ - die Dampfschifffahrt auf der Donau; sie bahnt dem Verkehr inen neuen Weg nach dem Orient; dem Reisenden, der bisher en weiten, oft mit Gefahren verbundenen Seeweg, oder den it Muͤhseligkeiten und Entbehrungen aller Art verknuͤpften andweg auf ungebahnten Straßen, uͤber den wilden und rau⸗
hen Balkan machen mußte, bietet sich jetzt eine Reisegelegenheit bar, die nicht allein Sicherheit mit allen Annehmlichkeiten ver⸗ bindet, sondern auch den doppelten Gewinn an Zeit und Geld bringt. Eine Reise nach Konstantinopel, die sonst Niemand so leicht nternahm, den nicht Beruf oder Geschaͤfte dahin riefen, wird ald eine Vergnuͤgungssache werden. Doch bisher nahm die Dampfschifffahrt nur erst in Wien ihren Anfang, und die herr— ichen Gegenden der oberen Donau, die an Großartigkeit und Lieblichkeit jeder andern den Vorzug streitig machen, blieben hdem Publikum unzugaͤnglich. Diesem Uebelstande ist jetzt ab⸗ eholfen, denn die Bayerisch⸗Wuͤrttembergische Dampfschifffahrt itt mit der Eroͤffnung der Schifffahrt im naͤchsten Monat März ins Leben, und beginnt ihre regelmaͤßigen Fahrten orerst zwischen Regensburg und Linz, wo die Oesterreichische Gesellschaft sich mit ihren Schiffen anschließt. So ist denn der choͤnste Weg, den Europa darbietet, dem reisenden Publikum „8 Oesterreichs Hauptstadt, dem lebensfrohen Wien, geoͤffnet, belches man in zwei Tagereisen von Regensburg erreicht. Etwas diter, jedoch dem Vernehmen nach auch noch im Laufe dieses ahres, wird sich die Fahrt der Dampfschiffe auch oberhalb Regensburg bis Donauwoͤrth ausdehnen. Und so wird es noch n diesem Jahre dem Englischen Reisenden moͤglich werden, den Weg von London nach Wien, Konstantinopel, Griechenland und Klein⸗Asien, mit der geringen Unterbrechung von etlichen zwan⸗ ig Meilen, ganz zu Wasser und zwar auf die bequemste Weise uf Dampfschiffen zuruͤckzulegen.
Nuͤrnberg, 9. Febr. Gestern fand hier die General⸗Ver⸗
Muünchen, es Koͤnigs, der
lammlung der Ludwigs⸗ (Nuͤrnberg⸗Fuͤrther) Eisenbahn⸗Gesell⸗
chaft statt. Nach dem darin erstatteten Bericht uͤber das Re— hätat dieses lInternehmens im Jahre 1837 betrugen die Ge⸗ ummt⸗Einnahmen waͤhrend dieses Zeitraumes 60,207 Fl. 44 kr.; die Gesammt⸗Ausgaben dagegen 26,085 Fl. 49 ¼ Kr., onach sich ein Rein⸗Ertrag von 34,085 Fl. 543 ¾ Kr. heraus⸗ ellt, und, nach Abzug der statutengemaͤß fuͤr den Reservefonds hestimmten 10 Procent dieser Summe mit 3418 Fl. 54 ¾ Kr. nur Vertheilung 30,763 Fl. verbleiben, also fuͤr die Actie von 00 Fl. eine Dividende von 17 ½ Fl. sich ergiebt. Das Direk⸗ Frium stellte die Antraͤge: 1) kuͤnftig die Dividendenzahlung i zwei Terminen, Ende Juni und Januar, eintreten zu lassen o zwar, daß am ersten 6 Procent, am zweiten der Rest der ich am Ende des Jahres ergebenden Dividende ausgezahlt wüͤrde; 2) versuchsweise mit dem Personen⸗Transport einen vaͤter⸗Transport zu verbinden; 3) aus dem Reserve⸗Fonds 20 Engasche gußeiserne, mit Schmiedeeisen uͤberzogene Raͤder anzu⸗ chaffen, da die vloß gußeisernen nach der gemachten Erfahrung hicht hinreichend dauerhaft erschienen. Der erste und letzte die— er Vorschlaͤge wurden beide von der Versammlung genehmigt; hinsichtlich des zweiten auf die Statuten verwiesen. Der vor⸗ elegte Exigenz⸗Etat fuͤr das Jahr 1838, wenig verschieden von hem im vergangenen Jahre, wurde gleichfalls genehmigt.
Das Direktorium des Albrecht Deebreechias hier ist mit lgendem huldvollen Handschreiben Sr. Koͤnigl. Hoheit des ronprinzen von Bayern erfreut worden: „Meine Herren Di⸗ fitoren des Albrecht Duͤxer-⸗Vereins! Ich habe mit Vergnuͤgen he Schrelben vom 23. Januar d. J. empfangen, und es ge⸗ un 89. zur lebhaften Freude, Ihre Bitte durch die Erklaͤ⸗ eias Fen he Beitritts zum Nuͤrnberger Kunst⸗Verein, dem aͤl⸗ n Deutschland erfuͤllen zu koͤnnen. Die alte, geschichtlich nem. 8897. Stadt, deren Kuͤnstsinn Sie, meine Frghen Di⸗ een „wuͤrdig vertreten, wird stets in Meinem Andenken und Unla EEö“ leben, und Ich ergreife gern diesen 8 vhca Meing Herren, jener besonderen Werthschaͤtzung detag 18 LPE“ Ihr wohlgewogener Maxi⸗
1. prinz. Muͤnchen, den 7. Februar 1838 erhächst 1, 8. Febr. Se. Kaiserl. Majestaͤt haben mittelst Al⸗ becs hster Entschließung vom 9. Dezember v. J. den Groß⸗ st und General⸗Vikar an d krchner D ecn Andreas Misrt 1 on dem Fuͤnfkirchner Dom⸗Kapitel, Miskolczy, zum Titular⸗Bischofe von Serbien ernannt.
Triest, 2. Febr. Der Herzog Max in Bayern ist gestern Nachmittag mit dem, dem Oesterreichischen Lloyd gehoͤrigen, schoͤnen und geraͤumigen Dampfschiff „Graf Kolowrat“ uͤber Ancona, Korfu, Patras und Athen nach Syra abgefahren, wo der Fuͤrst sodann ein anderes Dampfboot des erwaäͤhnten Lloyd besteigen wird, um uͤber Candia nach Alexandrien sich zu bege⸗ ben. Von dort aus wird Se. Hoheit die Reise nach Ober⸗ Aegypten, die ungefaͤhr sechs bis acht Wochen dauern wird, antreten, und nach der Ruͤckkehr von da uͤber Kahira, Suez und das Sinai⸗Gebirge nach Palaͤstina gehen, wo der weitere Reiseplan, der Syrien, Klein⸗Asien, die Inseln des Archipel, Griechenland und Konstantinopel zu umfassen hat, festgesetzt werden soll.
öa—] 8
Madrid, 1. Febr. Die Deputirten⸗Kammer hat in ihrer 2r Sitzung Herrn Riva Herrera zu ihrem Praͤsidenten erwaͤhlt.
Der Franzoͤsische Botschafter, Herr von Latour⸗Maubourg, gab gestern ein großes Diner, dem der Graf von Ofalia, so wie die Herren Toreno, Cordova, Martinez de la Rosa und Villiers beiwohnten.
Die Ernennung des Brigadiers Llorente zum Unter⸗Staats⸗ Secretair im Kriegs⸗Ministerium hat allgemeines Mißfallen erregt.
Es erscheint hier ein neues Journal unter dem Titel „Vosotros“ (Ihr Anderen).
— Die Morning Chroniele berichtet in einem Briefe aus San Sebastian vom 28. Januar ausfuͤhrlich uͤber die an diesem und dem vorhergehenden Tage ausgefuͤhrten (durch eine telegraphische Depesche bereits bekannt gewordenen) Unter⸗ nehmungen des Kantabrischen Armee⸗Corps gegen Usurbil und Orio. Der rechte Fluͤgel wurde durch den Brigade⸗General Jochmus, das Centrum durch O'Donnell selbst und der linke Fluͤgel durch den General Santa⸗Cruz befehligt. Die Truppen wurden durch die Koͤniglich Britische Artillerie, so wie durch die Artillerie und Kavallerie der Britischen Legion, unterstuͤtzt. Der Zweck der Unternehmung war, wie der Korrespondent der „Mor⸗ ning Chronicle“ bemerkt, hauptsaͤchlich der, die Karlisten nach der Seite von San Sebastian hinzuziehen.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
Washington, 8. Jan. Unter den Papieren, welche dem Kongresse der Vereinigten Staaten vorgelegt worden sind, be⸗ finden sich auch die Requisitorial⸗Schreiben des Kriegs⸗Se⸗ cretairs an die Gouverneure der Staaten New⸗York und Vermont, wegen Zusammenberufung der Milizen, und die In⸗ structionen desselben an den General Scott. Letztere tragen den Charakter großer Maͤßigung an sich. Zwar wird dem Ge— neral die Befugniß ertheilt, so viele Milizen zu sammeln, als ihm erforderlich scheinen, jedoch wird ihm zugleich bemerklich gemacht, daß ihm diese Befugniß nur in der Voraussetzung ertheilt worden sey, daß er sie mit Maaß anwende und nur so viele Milizen einberufe, als die Umstaͤnde durchaus er⸗ forderten. Zugleich sollen nur Milizen aus den von der Graͤnze entfernteren Gegenden ausgehoben werden, damit dieselben nicht, von der unter den Graͤnz-Bewohnern herrschenden Aufregung angesteckt, auf dem Schauplatze erschienen. Die Miliz soll fuͤrs Erste nur auf drei Monate einberufen werden und hauptsaͤchlich auch dazu dienen, den Vorstellungen des Generals gegen die Ruͤstungen zu Gunsten der Kanadischen Insurgenten, welche, so lange sie innerhalb des Gebietes der Vereinigten Staaten gemacht werden, den Gesetzen gemaͤß durch die Regierung mittelst Anwendung mili⸗ tairischer Maßregeln direkt nicht unterdruͤckt werden koͤnnen, Gewicht zu verleihen. Am Schlusse der Instructionen erklaͤrte der Kriegs⸗Secretair, daß der Praͤsident die Hoffnung hege, es wuͤrden aͤhnliche Gewaltthaͤtigkeiten, gleich der bei Schlosser vorgefallenen, nicht wieder veruͤbt werden und General Scott daher im Stande seyn, die Ruhe an der Graͤnze aufrecht zu erhalten, ohne daß er seine Zuflucht zur Waffengewalt zu neh⸗ men brauchte.
Der Nord-Amerikanische General Wingsield Scott, der das Kommando der an der Kanadischen Graͤnze aufgestellten Truppen der Vereinigten Staaten erhalten hat, ist derselbe, den der Praͤsident Jackson vom Kriegsschauplatze in Florida abbe⸗ rief und vor ein Kriegsgericht stellen ließ. Er ist von dem Praͤ— sidenten van Buren mit umfassender Vollmacht zur Aufrecht⸗ erhaltung der Neutralitaͤt bekleidet und hat den Befehl, alle Buͤrger der Vereinigten Staaten von der Theilnahme an dem 1b der Kanadier gegen die Britische Regierung zuruͤckzu⸗ alten. . b
Inland.
Berlin, 14. Jan. Es ist bereits in der Nummer 28 der Staats⸗Zeitung erwaͤhnt worden, daß der hiesige Magistrat im Einverstaͤndniß mit der Stadtverordneten⸗Versammlung das von des Kaisers von Rußland Majestaͤt den staͤdtischen Armen- und Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten zugedachte Gnadengeschenk von 5000 Dukaten zur Begruͤndung einer neuen Anstalt fuͤr 50 bejahrte, arme und rechtliche Berliner Buͤrger, unter dem Namen „Ni— colaus⸗Buͤrger⸗Hospital“ zu verwenden beschlossen habe. Wir bemerken jetzt nachtraͤglich, daß Se. Majestaͤt der Koͤnig die Errichtung dieses Hospitals zu genehmigen, demselben die Rechte einer moralischen Person beizulegen und, zur Befoͤrderung des von Allerhoͤchstdenenselben als lobenswerth anerkannten Zweckes, der neuen Anstalt ein Geschenk von 3000 Rthlr. aus Aller⸗ hoͤchstihrer Chatulle zu bewilligen geruht haben.
— Am 10ten d. M. wurde in dem Sessions⸗Zimmer des Magistrats zu Breslau der Knopf des dortigen Neustaͤdter Kirchthurmes, welcher letztere bekanntlich abgetragen wird, ge⸗ oͤffnet. Es fand sich in demselben eine etwa 2 Fuß lange stark verloͤthete zinnerne Buͤchse, und in dieser eine hoͤlzerne, welche mehrere Silber⸗ und Kupfermuͤnzen aus den Jahren 1621 und 1622, meistens mit den Bildnissen und Wappen Schhlesischer Herzoͤge, so wie zwei vortrefflich erhaltene Pergament⸗Rollen enthielt. Die Muͤnzen waren, je nach ihren Sorten, in 11 Paͤckchen vertheilt, und auf jedem derselben war der Werth der Muͤnzen vermerkt. Von den Pergament⸗FRollen enthielt die erste in aͤußerst Schrift, deren Schwaͤrze sich bewun⸗ dernswuͤrdig frisch erhalten hat, eine Notiz uͤber die am 20. September 1624 erfolgte Einrichtung des e zu einem Stunden⸗Glockenthurm. Hieran schließt sich eine Uebersicht der damaligen geschichtlichen Verhaͤltnisse Schlesiens und Boͤhmens, und endlich das Verzeichniß der Namen des Landes⸗Haupt⸗ manns, der Rathmaͤnner, Schoͤppen und Syndici von Breslau. Die zweite Rolle enthaͤlt die Singstimme zu einer fuͤr die Fest⸗ lichkeit des Knopfaufsetzens von dem Kantor Samuel Besler besonders komponirten und aufgefuͤhrten Kantate, die mit den
Worten beginnt: „Jehova Deus turris fortissima“. Unter den Muͤnzen (uͤberhaupt 86 an der Zahl) duͤrfte eine silberne vier⸗ eckige die seltenste seyn; dieselbe ist nur auf einer Seite mit einem runden Stempel gepraͤgt, der nirgends die Seiten des Vierecks erreicht und also gar keinen Schutz gegen die Ent⸗ werthung der Muͤnze durch Beschneioen gewaͤhrt. Die Urkunde soll spaͤterhin durch den Druck bekannt gemacht werden. 8 — Nach Berichten aus Westphalen haben, in Folge der anhaltend strengen Käaͤlte (fast immer zwischen 10 und 130) in den dortigen Waldungen viele hochstämmige Eichen große Risse bekommen; Nuß⸗ und Kastanienbaͤume sind geborsten. Das Schlimmste aber ist, daß die Kartoffeln und das Gemuͤse in Gruben, Kellern und Gebäͤuden erfroren sind, wodurch viele unbemittelte Familien ungemein leiden duͤrften. Ueberall hat der aͤrmeren Klasse zu Huͤlfe geeilt werden muͤssen, und durch reichliche Gaben ist derselben die strenge Kaͤlte weniger fuͤhlbar geworden. In einem kleinen Hause des Dorfes Osterfeld wa⸗ ren mehrere Personen einer duͤrftigen Familie bei schlechter Nahrung und Bekleioung dem Erfrieren nahe, wurden aber
durch Huͤlfe der zeitig genug davon Kunde erhaltenden Nachbarn
gerettet. Zur Anschaffung von Brennmaterial wurden in vie⸗ len Orten Kollekten mit guͤnstigem Erfolge gehalten. Der aus Werne gebuͤrtige Weihbischof Dr. Melchers in Muͤnster haͤndigte dem Magistrat zu Werne zur Anschaffung von Feuerungs⸗Ma⸗ terial fuͤr die duͤrftigen Einwohner seiner Vaterstadt eine nam⸗ hafte Summe ein. Das Land⸗Kirchspiel Telgte schenkte den Ar⸗ men der Stadt Telgte 20 Fuder Brennholz; eben so erhielten die Armen der Stadt Ahlen von den Landleuten der Umgegend 25 Fuder Brennholz. In Tecklenburg wurden viele duͤrftige Familien mit Kleidungsstuͤcken, Brod und Speisen versehen und den Armen des Kreises Tecklenburg mit ministerieller Geneh⸗ migung von der Berg⸗Behoͤrde wieder 800 Scheffel Steinkoh⸗ len zum Selbstgewinnungs⸗Preise uͤberlassen. Zu Sassenberg und Freckenhorst erhielten die Armen aus den Staats-Forsten Brennholz zu ermäßigtem Preise. Zu Olfen wurden unentgelt⸗ lich Fuhren zur Anfuhr von Steinkohlen fuͤr die Armen daselbst gestellt. Die Kaufleute Bonsen und Timmermann zu Rheine ließen auf ihre Kosten uͤber 100 Scheffel Steinkohlen fuͤr die Armen anfahren. Zu Bochold ward bei der Heirath eines Brautpaares das von demselben den jungen Leuten der Nach⸗ barschaft zur Veranstaltung einer Tanz⸗Lustbarkeit gegebene uͤb⸗ liche Geldgeschenk von den Empfaͤngern dazu verwendet, 300 Pfund Brod zur Vertheilung unter ihre nothleidenden Mitbuͤr⸗ ger backen zu lassen. — Der Gewerbe⸗Betrieb hat im Muͤnster⸗ schen bei der großen Kaͤlte einige Stockung erlitten. Dennoch hat sich der Steinkohlen-Absatz auf den Ibbenbuͤrenschen Berg⸗ werken so vermehrt, daß nur mit großer Anstrengung das Be⸗ duͤrfniß des Publikums befriedigt werden konnte; solcher erstreckte sich sogar uͤber einen großen Theil des Auslandes und selbst bis nach Bremen. Der Holzhandel erzeugte durch die moͤglich ge⸗ wordene Abfuhr des Bau⸗, besonders des sehr gesuchten und immer mehr im Preise steigenden Schiffbauholzes, einige Reg⸗ samkeit. Große Quantitaͤten Holz konnten bei der guten Fahr⸗ bahn zu den Floͤssen gefoͤrdert werden. “
Nekrolog. Greifswald im Februar 1838.
Am ôten v. M. starb hierselbst der Ober⸗Appellations⸗Rath Dr. Georg Christian Sonnenschmidt, ein Mann von so anerkann⸗ ten Verdiensten um die Justizpflege in der hiesigen Provinz, daß die folgende Mittheilung der Haupt⸗Momente seines Lebens und Wir⸗ kens gewiß nicht ohne ein allgemeineres Interesse sevn wird.
Derselbe war zu Wolgast, wo sein Vater Besitzer eines nicht unbedeutenden Handlungshauses war, am 1. Junit 1766 geboren. Nachdem er in seiner Vaterstadt den ersten Schulunterricht genessen hatte, ging er um Michaelis 1782 nach Alt⸗Stettin, woselbst er das dortige, schon damals in Ansehen stehende Gymnasium bis zum Ok⸗ tober 1784 besuchte, und dann mit rühmlichen Zeugnissen zur Uni⸗ versität entlassen wurde. Sich dem Studium der Jurisprudenz und Kameral⸗Wissenschaften widmend, für welche erstere er vorzugsweise ein entschiedeues Talent bewies, bezog er auf ein Jahr die hiesige Universität, worauf er im Oktober 1785 nach Göttingen ging, nud daselbst bis Ostern 17890 seine Studien fortsetzte und vollendete. An diesem letzteren Orte, wo er sich namentlich unter der Leitung ron G. L. Böhmer, Pütter und Claproth in der praktischen Jurisprudenz ausbildete, und wo, wie Claproth sich in dem ihm ertheilten Abgangs⸗ Zeugnisse ausdrückt, er sich durch einen fast zu uͤbermäßigen Fleiß auszeichnete, studirte er mit solchem Eifer, daß er nur wenig sein Zimmer verließ, und deshalb oft von seinen Landsleuten vom Ar⸗ beitstische fortgeführt werden mußte, um nur auf einige Stunden sich im Freien zu ergehen. Leider wurde aber auch hierdurch von ihm, der sonst an sich eine starke und kräftige Constitution hatte, der Grund zu hartnäckigen Unterleibs⸗ und Nerven⸗Beschwerden gelegt, welche ihm späterhin vielfache Leiden bereiteten, und sehr häufig, be⸗ sonders in seinen letzten Lebensjahren, seine Thätigkeit lähmten.
In die Zeit seines Aufenthaltes zu Göttingen siel auch die Jubel⸗ feier der Georgia Augusta (17. September 1787), bei welcher festlichen Gelegenheit sein Landsmann und nachberiger vieljähriger Kollege, der jetzige Ober⸗Appellationsgerichts⸗Präsident Dr. G. P. von Haselberg, velchem er am 11. September 1787 bei dessen Disputation opponirt hatte, von G. L. Böhmer zum Doctor promovirt wurde.
Um Ostern 1789 kehrte er ins älterliche Haus nach Wolgast zurück und begann sodann, aus besonderer Vorliebe für sein Vaterland (das damalige Schwedi ch⸗Pommern) seine praktische Laufbahn beim biesigen König⸗ lichen Hofgericht, bei welchem er nach zur völligen Zufriedenheit aus⸗ gefallener Prüfung unterm 12. Dezember 1789 von der damaligen Landes⸗Regierung zu Stralsund als Referendarius extraordinarius angestellt und als solcher am 15. Mai 1790 eingeführt und verpflichtet wurde.
Bereits unterm 8. November 1793 wurde ihm vermittelst König⸗ licher Vollmacht, — um ihm, wie es in dieser Vollmacht heißt, m Rücksicht des ihm vom Hofgericht gegebenen Zeugnisses, sowohl we⸗ gen seiner ausgezeichneten Geschicklichkeit im Dienste und besonderen Kenntnisse in der Teutschen Rechtsgelahrtheit, als auch wegen des im Uebrigen sich erworbenen guten Rufes ein Merkmal Königlicher Huld und Gnade zu geben, — der Charakter eines Assessors mit Sitz und Stimme im Hofgericht beigelegt, in welcher Function er bis zum Jahre 1799 verblieb. Während dieses Zeitraumes war er zugleich noch verschiedentlich außerordentlich beschäftigt, indem er namentlich an der von der schon genannten Regierung im Jahre 1795 zur Un⸗ tersuchung der hier, in Greifswald, unter den Bürgern ausgebroche⸗ nen Unruhen und zur Regulirung des hiesigen Stadtwesens ange⸗ ordneten Kommission, und demnächst im Jahre 1796 an der unmit⸗ telbar vom Steockholmer Hofe aus, zum Zwecke der Verbesserung des Zustandes der hiesigen Provinz, niedergesetzt gewesenen Visitations⸗ Kommission als Mitglied Theil nahm.
Als im Jahre 1799 von Sr. Majestät dem Könige von Schwe⸗ den die Stelle eines Ober⸗Sachwalters (Procurator justitiae), welcher die Ober⸗Aufsicht uͤber sämmtliche Justiz⸗ und Administrativ⸗Behör⸗ den, sowohl in Schwedisch⸗Pommern, als auch in der damals noch zu Schweden gehörenden Stadt und Herrschaft Wismar führen sollte, neu eingerichtet wurde, ward ihm dieses wichtige Amt mittelst Königl. Bestallung vom 4. April 1799 und unter Beilegung des Ranges und Titels eines Regierungs⸗Raths übertragen, und ist dasselbe auch von
ihm zur besonderen Allerhöchsten Zufriedenheit bis gegen den Schluß
des Jahres 1804 bekleidet worden. Auch während der Verwaltung dieser Stelle, welcher er sich mit rastlosem Eifer und der ihm eigenen