1838 / 53 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

In Betreff des von Tory⸗Blattern verereiteten Geruͤchts, daß Lord Durham nicht geneigt sey, nach Kanada zu gehen, so wie, daß ein Ministerwechsel bevorstehe, sagt die Morning⸗Chro⸗ nicle: „Abgesehen von der Wahrscheinlichkeit einer Veraͤnde⸗ rung unseres Kabinets, wiederholt sich jetzt auch das Geruͤcht, daß Lord Durham keinenfalls nach Kanada gehen werde. Der Lord, heißt es, habe eingesehen, er koͤnne als Kolonial⸗Minister seinem Lande eben so nuͤtzliche Dienste leisten, als in Kanada, und die Minister ihrerseits haͤtten eingesehen, daß ihnen der Eintritt eines so populairen Mannes, wie Lord Durham, in das Kabinet, von großem Nutzen seyn koͤnne. Wir wissen zwar nicht, woher die Popularitaͤt des Lords kommt, noch wagen wir uͤberhaupt zu bestimmen, ob derselbe wirklich populair sey, allein die Minister haben, wie es heißt, sich zu ihrem eigenen Verdrusse uͤberzeugt, daß er populairer sey als sie, und daß es mithin zweckmaͤßig waͤre, ihn zu gewinnen. Wir glauben, daß Lord Durham seit seiner Ruͤckkehr von St. Petersburg eigent⸗ lich nach dem Amte eines Premier⸗Ministers oder Staats⸗Se⸗ cretairs der auswaͤrtigen Angelegenheiten gestrebt hat; da er indeß einsieht, daß das Kolonial⸗Departement gegenwaͤrtig von bedeutender Wichtigkeit, auch ein Austritt der Lords Palmerston oder Melbourne nicht zu erwarten ist, so soll nun der Lord nicht ungeneigt seyn, die Stelle des Lord Glenelg zu uͤbernehmen, den man mit leichter Muͤhe von seinem Amte entfernen zu koͤn⸗ nen glaubt.“ 8

Gestern wurden im Unterhause zahlreiche Bittschriften zu Gunsten der gaͤnzlichen Aufhebung des neuen Armengesetzes uͤberreicht; sie zaͤhlten an 26 27,000 Unterschriften.

Herr Philips uͤbergab gestern im Unterhause eine von 23,500 Einwohnern der Stadt Manchester unterzeichnete Peti⸗ tion, worin um Einfuͤhrung eines allgemeinen National⸗Unter⸗ richts⸗System gebeten wird.

Die naͤchste bedeutende Debatte im Unterhause wird ein Antrag des Herrn Grote uͤber die geheime Abstimmung bei den Parlaments⸗Wahlen veranlassen. Die Radikalen hoffen, daß Lord John Russell sich nicht durch seine bekannte Erklaͤrung im Anfange dieses Parlaments gebunden halten werde, da er sich nur insofern gegen die Abstimmung durch Kugelung aus⸗ sprach, als man die beiden anderen Wahlspruͤche der Radikalen, naͤmlich die Verkuͤrzung der Parlamente und das allgemeine Stimmrecht, damit in untrennbare Verbindung brächte. Zu Gunsten der geheimen Abstimmung sind dem Unterhause in die⸗ ser Session bereits 311 Petitionen uͤberreicht worden, die 144,556 Unterschriften zaͤhlten. Die Petitionen zu Gunsten des allge⸗ meinen Stimmrechts dagegen belaufen sich erst auf 5 mit 4105 Unterschriften, und die zu Gunsten der kuͤrzeren Parlaments⸗ dauer auf 12 mit 2569 Unterschriften.

Lord Brougham hat angezeigt, daß er am 19. d. M. einen umfassenden Antrag in Bezug auf die gaͤnzliche Unterdruͤckung des Sklavenhandels machen werde.

Bei Gelegenheit der gestrigen Ausschuß-Verhandlungen im

Unterhause uͤber die Irlaͤndische Armen⸗Bill gab sich abermals ein merkwuͤrdiges Beispiel von Uebereinstimmung zwischen einem Tory und einem Radikalen kund. So wie naͤmlich vor kurzem im Oberhause Lord Ellenborough sich den Ansichten des Lord Brougham uͤber die Kanadische Bill anschloß, so erklaͤrte sich gestern Sir Francis Burdett vollkommen einverstanden mit den Ansichten O'Connell's, seines bittersten Feindes, uͤber die fuͤr Ir⸗ land bestimmte Armen-⸗Bill; er bezeichnete die von O'Connell gegen die Bill vorgebrachten Argumente als durchaus unwider⸗ leglich. 1

Zu Edinburg sand vor einigen Tagen eine Versammlung von Whigs und Radikalen statt, in welcher mit Hinsicht auf das umlaufende Geruͤcht, daß die Tories bald wieder an's Ru⸗

der kommen duͤrften, der Beschluß gefaßt wurde, alles Moͤgliche zu thun, um ein solches Ereigniß abzuwehren.

Der bei den letzten Wahlen durchgefallene Sir James Gra⸗ ham will sich jetzt in Pembrokeshire fuͤr den erledigten Sitz des Obersten Owen melden. Der Unter⸗Staats⸗Secretair des Innern, Herr Fox Maule, befand sich neulich zu Banff in Schottland, wo ihm das Stadt⸗-⸗Buͤrgerrecht uͤberreicht wurde. Er hielt daselbst eine Rede zu Gunsten der geheimen Abstim⸗

mung, ohne sich zu verhehlen, daß dieses Verfahren schwerlich vollkommene Abhuͤlfe gewaͤhren wuͤrde. Bekanntlich ist Herr Forx Maule ebenfalls bei den letzten Wahlen durchgefallen. Er versprach nun, jene Sache, sobald er wieder ins Parlament

kommen werde, zur Sprache zu bringen. Außerdem aber, be⸗ merkte er, beduͤrften die Schottischen Wahlen einer wesentlichen Reform, da die Zehnpfund⸗Qualification durch zahllose Fictio⸗ nen gaͤnzlich nichtig geworden sey und man, wenn das so fort gehe, bald von einem echten Waͤhler-⸗Corps gar nicht mehr werde reden koͤnnen.

Der Globe versichert, daß Herr Edward Lytton Bulwer sich niemals im entferntesten um die erledigte Stelle eines Se⸗ cretairs des Feldzeugamtes beworben habe, wie die „Times“ heute fruͤh behauptete.

1 In Liverpool sind im Monat Januar 899 Britische Schiffe

vpon 128,514 Tonnen Last und 57 fremde Schiffe von 20,506 Tonnen Last angekommen.

Berichte aus Lissabon vom 7ten d. M. melden, daß die

Cortes am Tage zuvor sehr lebhaft uͤber das Anerbieten der

Bank und mehrerer mit derselben verbundenen Kaufleute, welche

sich zu einem Darlehen geneigt erklaͤrt haben, diskutirten, ohne

zu einem Resultate zu gelangen. Man glaubte indeß, daß wohl

nichts Anderes uͤbrig bleiben wuͤrde, als die Annahme des An⸗

8 erbietens. Ein Lissaboner Blatt will wissen, die Koͤnigin habe

sich geweigert, vor der Promulgirung der neuen Constitution

rtrrgend eine neue Ernennung vorzunehmen, bei jenem Anlaß

cber solle eine allgemeine Amnestie proklamirt und eine große

Anzahl von Befoͤrderungen in der Armee bekannt gemacht wer⸗

den. Der Visconde das Antas soll seine Entlassung als Ober⸗ Befehlshaber in den noͤrdlichen Provinzen eingereicht haben. Man fuͤrchtete einen Einfall Basilio Garcia's in das Portu⸗ giesische Estremadura, und als man in den Cortes uͤüber das freche Auftreten der Banden Remeschido's im Suͤden klagte, eerwiederte der Minister, man habe kein Geld, um Truppen hinzusenden, von Tausenden der neu ausgehobenen Mannschaf⸗ ren blieben kaum so viele Hunderte uͤbrig, und es mangele selbst an Mitteln, um die Kosten der Aushebung, geschweige die Aus⸗ ruͤstung, zu bestreiten. Es lagen nur noch drei Britische Linien⸗ schiffe im Tajo. 12 Nach Briefen aus San Sebastian vom 7ten d. hatten die Generale O'Donnell und Jochmus mit 16 1700 Mann eine

Expedition gegen die Verschanzungen der Karlisten vor Gueta⸗ ria unternommen und dieselben nach einem unbedeutenden Schar⸗ mutzel gänzlich zerstoͤrt. Eine Karlistische Abtheilung setzte sich

iinn dem Dorfe Serons, zwischen Guetaria und Orio fest, wurde aober von dem General Jochmus und einer Abtheilung Spani⸗ cher Marine⸗Soldaten unter dem Obersten Lecarte von dort

8

wieder verdraͤngt.

Der Pariser Korrespondent des Courier schreibt unterm Ilten d. M.: „In meinem vorletzten Briefe meldete ich Ih⸗ nen nach einer guten Quelle, daß die Franzoͤsische Regierung den dringenden Vorstellungen des Spanischen Kabinets endlich nachgegeben und einen Courier mit dem Anerbieten einer neuen Huͤlfslegion von 6000 Mann nach Madrid abgesandt habe. Obgleich meine Nachricht durch keines der ministeriellen Organe bestätigt worden ist, so wiederhole ich sie doch mit derselben Zu⸗ versicht. Die Person, von der ich die Mittheilung erhalten habe, ist zu ehrenwerth, um mich zu taͤuschen, und zu gut un⸗ terrichtet, um die Moͤglichkeit eines unfreiwilligen Irrthums bei einem Gegenstande von solcher Wichtigkeit voraussetzen zu koͤnnen. Ich erhalte diesen Morgen dieselbe Versicherung, daß meine Angabe richtig ist, und daß binnen kurzem das Naͤhere bekannt gemacht werden wird. Man erwartet stuͤndlich eine Antwort aus Madrid.“ Das ministerielle Blatt bemerkt zu diesem Schreiben, daß man der darin enthaltenen Angabe den festesten Glauben schenken koͤnne, da es aus einer sehr wohl unterrichteten Quelle komme.

Die Franzoͤsische Fregatte „Terpsichore“, welche von Mar⸗ tinique nach Brest bestimmt war, ist am Freitag Abend von dem Britischen Dampfschiff „Air“ in den Hafen Cove bugsirt worden. Sie ist leck und hat ihre Segel und Ragaen verloren. Schon mehrere Tage hatte sie sich an der Kuͤste aufgehalten und Nothschuͤsse abgefeuert; das Dampfboot traf sie etwa sieben Englische Meilen suͤdlich von dem Leuchtthurme. Der Gouver⸗ neur von Martinique ist mit seiner Gemahlin auf der Fregatte zuruͤckgekehrt.

Der Kanadische Ami du Peuple giebt ein Verzeichniß der Banquiers, Doktoren, Advokaten und Notare, welche in Folge der Insurrection entweder geflohen, oder ins Gefaͤngniß gerathen, oder um's Leben gekommen sind. Die Zahl der dar⸗ unter befindlichen Banquiers belaͤuft sich auf 3, die der Dok⸗ toren auf 17, die der Advokaten auf 10 und die der Notare auf 4. Geflohen sind der Banquier Brown, die Doktoren R. Nelson, Duvert, Cote, Davignon, Demouchelle, Valois, Duchenois und O'Callaghan (Letzterer soll nach einer anderen Angabe nicht mehr am Leben seyn), die Advokaten Ferion Pelletier, Rodier, de Lorimier, R. Hubert und Louis Papineau, und der Notar Chenier; von den Herren Hubert und Papi— neau weiß man nicht, ob sie noch am Leben sind. In den Ka⸗ nadischen Gefaͤngnissen sitzen die Banquiers Viger und des Ri⸗ vieres, die Doktoren Gouvin, Lacroix, Siward, W. Nelson, Dorion, Kimber, Lionais und Masson, die Advokaten Pellier, Cherrier, Boucherville und Andröô, und die Notare Duvert, Lacoste und Charlebois. Um's Leben gekommen sind der Dok⸗ tor Chenier und die Advokaten Perrault und Cartier.

Zu Portsmouth liegen mehrere Schiffe, die Truppen nach Kanada bringen sollen; eben dahin ist das Linienschiff „Rus⸗ sell“ aus dem Mittelmeere beordert.

Nach Berichten aus Jamaika vom 3ten v. M., welche die Limerick Chronicle mittheilt, waren die Differenzen zwischen dem Gouverneur, Sir Lionel Smith, und der Kolo⸗ nial⸗Versammlung noch nicht beseitigt. Dessenungeachtet ruͤstete der Erstere sich zur Abreise nach England; seine Familie hatte sich bereits eingeschifft. Das in Jamaika stationirte 8. Infan⸗ terie Regiment erwartete stuͤndlich den Befehl zur Einschiffung nach Kanada.

In einem Privatschreiben aus Halifax vom 18ten v. M., welches der Courier mittheilt, wird eines daselbst im Um⸗ lauf befindlichen Geruͤchts erwaͤhnt, daß Hr. Fox, der Britische Gesandte in Washington, seine Paͤsse verlangt habe. Da die Nachrichten aus New York vom Ilten v. M. auf ein solches Er⸗ eigniß auch nicht einmal hindeuten (auch die in Paris einge⸗ gangenen neuesten Nachrichten aus New-York vom löten v. M. nichts davon sagen), so laͤßt sich mit Bestimmtheit annehmen, daß das Geruͤcht unbegruͤndet ist. Dasselbe Schreiben 1.na, tet, daß Sir Francis Head allen Ernstes einen Angriff auf Navy⸗Island beabsichtige, und daß Nieder⸗Kanada, nur schein⸗ bar beruhigt, bei der ersten Gelegenheit wieder in vollem Auf⸗ stande seyn werde. Das 13ste, 8oöͤste und 34ste Regiment haben Neu⸗Schottland verlassen, um nach Kanada zu marschiren, und 3 Compagnieen von dem aus Westindien angekommenen öö5sten Regiment sind bereits von Neu⸗Braunschweig abgegangen. Das 8ö5ste Regiment ist nach Kanada zu Lande marschirt, ohne mehr als Einen Mann zu verlieren.

Das sehnlich erwartete Paketschiff aus New⸗York, nach dem schon mehrere Tage Lootsenboͤte ausgeschickt wurden, ist end⸗ lich gestern in Liverpool angekommen; es hat New⸗York am 16. Januar, also funf Tage spaͤter als das letzte Schiff, verlas⸗ sen. Allein seine Depeschen sind noch nicht in London ange— kommen. Das Dampfschiff vom 20sten wird auch jede Stunde erwartet.

Briefe aus Buenos⸗Ayres vom 21. November enthal⸗ ten nichts von Interesse, außer der Nachricht von der Landung der Chilischen Expedition an der Peruanischen Kuͤste.

Das Paketschiff „Seagull“ hat Nachrichten aus Rio Ja— neiro vom 20. Dezember uͤberbracht. Sie sind in politischer Hinsicht ganz ohne Interesse. Die Abfahrt des Admirals, welcher den Befehl uͤber das vor Bahia stationirte kleine Ge⸗ schwader uͤbernehmen soll, war durch Beschaͤdigungen an dem Dampfboote, welches ihn seiner Bestimmung susbibten sollte, verzoͤgert worden. Er war jedoch vor dem 20. Dezember ab⸗ gegangen. Truppen befanden sich nicht am Bord dieses Dampf⸗ schiffes. Der Umstand, daß es seit laͤngerer Zeit an Nachrich⸗ ten von Bahia fehlte, hatte nachtheilig auf die Fonds an der Boͤrse von Rio gewirkt. Der „Seagull“ hat 150,000 Doilars mitgebr

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116“ Bruͤssel, 15. Febr. Der Koͤnig hat gestern dem Staats⸗ Minister, Grafen von Meulenaere, so wie unserem Gesandten in Paris, Grafen Le Hon, besondere Audienzen ertheilt.

Es heißt neuerdings, daß die beiden als Erbauer unserer Eisenbahnen bekannten Ingenieure Simons und de Ridder ih⸗ ren Abschied nehmen wollen, weil ihre Administration kuͤrzlich einige Einschraͤnkungen erlitten hat. Der Minister Nothomb soll nichts dazu thun, um sie zuruͤckzuhalten.

Als erste Explosion eines Dampfwagens wird im Cour⸗ rier Belge das Zerspringen des „Globe“ gemeldet, als diese Lokomotive am 2. Februar mit einem Passagierzuge von Stock⸗ ton vor Midlesbroke anlangte. Als beruhigend wird hervorge⸗ hoben, daß nur einer der Ingenieure, aber keiner der Passa⸗ giere, verwundet ward, obgleich die Erschuͤtterung heftig genug war, alle Fenster der benachbarten Haͤuser zu zerschmettern. Muͤnchen, 16. Febr. Heute am Stiftungstage des hie⸗

sigen Kunst⸗Vereins, der jetzt gegen 1900 Mitglieder zaͤhlt, fin⸗ det, wie alljaͤhrlich, die Verloosung der angekauften Bilder und

Kunstgegenstaͤnde, etwa hundert an der Zahl, statt.

darunter sehr werthvolle Gemaͤlde bis zum Preise von

rolinen. Das Puerperalfieber hat vor kurzem in dem

waͤhrend in der Stadt nicht ein einziger Krankheits⸗ desfall der Art vorkam. Das Haus wurde gesperrt

baͤrhause eine Anzahl Woͤchnerinnen sehr schnell böncg

8

hurchaus jedes politischen Greundes und it vielmehr rein Sache

4

1 der Agiotage, welche den Cours dieser Effekten unnatuͤrlich hoch ttrieben hatte, aber nicht im Stande war, ihn zu erhalten. ls Beleg dieser Ansicht mag der Umstand sprechen, daß die und 4procentigen Staatsschuld . Verschreibungen, welche sich ode lum groͤßten Theile in festen Haͤnden befinden, bei den starken Fluctuationen der Actien auf ihrem sehr hohen Stande auch

daraus entfernten Personen, die nun im Krankenhaun B-„. g ee, Personen, Krankenhause icht die kleinsee Bewegung zeigten.

bei Hebammen geberen, erfreuen sich saͤmmtlich der h sundheit.

Karlsruhe, 13. Febr. (K. Z.) In dem

die Badischen Eisenbahnen heißt es unter Anderem:

„Es schien der Regierung fortwährend von beseonderer 8

keit, zwar nichts zu versenmen, was, ohne die rellkommen in der endlichen Beschlußfassung irgend zu beeinträchtigen, tragen konnte, das Bau⸗Unternehmen in eine zum Vollzug zu versetzen, dagegen eine desinilire Emscheidung über daßs

Laff

Angenblick früher zu veranlassen, ats bis auch der alsbaidige g

des Baues räthlich und möglich erscheinen würde. Dieser ist nun gekommen. Nachdem die Zufuhr der Materialien einer Eisenbahn zwischen Mainz und Frautfurt begonnen b

N. b

Vortrag des Ministers Winter zu dem Gesetz⸗ Entwuf

s ee Spanlien.

Madrid, 6. Febr. In der heutigen Sitzung der Depu⸗ rten⸗Kammer wurde darauf angeti agen, daß Alles, was zur lusruͤstung der neu auszuhebenden 49, 90 Mann erforderlich hllbo, in Spanien angefertigt und nichts aus dem Auslande ent⸗ ne hommen werden solle. Der Senat beschaͤftigte sich heute mit dah er Diskussion seines Reglements. 1 ö 2 Der General Narvaez ist am 23. Januar in Cadix ange⸗ mmen und wurde zum 28sten in Sevilla erwartet. 28

Man hat hier die Nachricht erhalten, daß die Karlisten ter Tallada und La Diesa in Intesta 300 Mann von der n Garde uͤberfallen und gezwungen haben, ihre eige⸗

ho. iid

ösnigliche

den die Anstrengungen der schon längst von der Großb. Hessitz ien ffiziere zu erschießen. Die Soldaten wurden sodann dem

gierung vorläufig konzessionirten Actien⸗Gesellschaft, ung . von Frankfurt her zuzuführen, in der Art lebhaft und

daß man um so weniger zandern durfte, zu ceiner Fortsen Bahn die Hand zu bieten, als wir anderenfalls cine Ver bisherige Hauptroute vom Inlande in das Ansland s verantassen fkönnen. Bei diesen Verhältnissen glaubte die

kein Bedenken tragen zu dürfen, zur alsbaldigen Lösung

Frage Ihre Mitwirkung, meine Herren, in einer außere Versammlung in Anspruch zu nehmen. Verhandlungen auf eine feste Basis zu stellen, hielt sie es für unerläßlich, wegen des gleichzeitigen Baues der von

kommenden Bahn mit der Großherzog!. Hessischen Regienn

der freien Stadt Frankfurt eine sichernde Uebereinkunft die inzwischen auch wirklich zu Stande kam und Ihnen werden soll, sobald die Ratisscation allseilig wird erfolgt Großherzogl. Hessische Regierung verpflichtet sich darin,

einer Eisenbahn von Fraukfurt bis Mannheim, nach einer von betheiligten Staaten gut zu heißenden Konzessions⸗Uckund⸗

lien⸗Gesellschaft zu bilben, die das Werk binnen sechs innt und längstens binnen vier Jahren vollendet, gegen di serer Seite zu gebende Versiche ung, daß die Bahn auf

Territorium binnen gleicher Zeit auf eine gleich weite Stuch

fortgesetzt werden. Dies, meine Herren, ist nun die für das Großverzogthum so wichtigen Sache, die in den

gen unter Ihrer Mitwirkung ihrer endlichen Entscheidung sieht.

wir ihn auf die Hanptmomente zurück, auf die es dermalen me

Um aber Ihre des

jetzt keine Aussichten sind.

Fassen wir unseren Gegenstand näher ins Ange, umf ist.

arlistischen Corys einverleibt, das sich nach Murcia gewen⸗

2e⸗ her⸗ heißt, die ganze Provinz Andalusien solle in Belage⸗ ngs⸗Zustand erklaͤrt werden. 4

Die Morning Chroniele enthaͤlt ein Schreiben aus hadrid vom 3. Februar, worin es unter Anderem heißt: n In der Mancha ist noch Alles beim Alten. Don Basilio 1 arcia hat sich nach Suͤden gewendet, und soll sich, nach glaub⸗ 9 ürdigen Berichten, gegenwartig in Carolena in der Provinz 8 gen befinden, so daß er sich sogleich in die Sierra Morena geben kann, wenn er eifrig verfolgt werden sollte, wozu in⸗

8 Man sagt, diese Karlistische nn pedition habe den Zweck, die Bildung einer Reserve⸗Armee F Andalusien zu verhindern. Dies Unternehmen ist nicht el ausgedacht, duͤrfte aber bei den Faͤhigkeiten des Generals arvaez, und bei der Vorliebe, die das Volk fuͤr denselben gt, auf große Schwierigkeiten stoßen. Auch ist die National⸗ 4 iliz dort besser organisirt und zahlreicher, als in irgend einem 5 deren Theile des Koͤnigreichs. Der General Pardinas 8 endlich im Stande gewesen, mit einem Transport 891 Geld und Lebensmitteln Toledo zu verlassen, um sich zu a Ir Armee zu begeben, deren Kommando ihm uͤbertragen wor⸗ Er wurde mehrere Tage in Toledo zuruͤckgehalten, ehe einen Soldaten zu seiner Eskorte erhalten konnte, indem der

Einige wenige thatsächlich gegebene und klar vorliegende Ian fere General Sanz alle Truppen in Toledo und der Umge⸗

erleichtern unsere Aufgabe, und bezeichnen uns den Deg einzuschlagen haben. Gewiß dürfen wir es bei den 8. und der Lage des Großherzogthums, bei seiner im . Breite sehr langen Ausdehnung, unter keiner Vorans kommen lassen, daß diese Straße, welche das Land der e

nach durchzieht, des neuen Communications⸗Mittels entbehmm -

eine mit ihr konkurrirende ausländische Eisenbahn für de.

von Persenen und Gütern, ja selbst für einen Theil des Wer dies nicht will, muß !

Vertehrs, brach gelegt werde. ob eine Eisenbahn durch

nach Basel erbaut werden soll, mit Ja beantworten. jenige kann seine Zustimmung nicht versagen, der die E

das Großberzogthum von

mit minder günstigen Angen betrachtet, oder sogar in ihremt nur Mißstände erblickt; denn wenn er den Bau Unterläßt

tist er diese Mißstände nicht, er verzichtet nur auf die gen Vortheile. Ob neben nuserm Bau der Bau einer

bahn jenseits des Rheins ausgeführt werden wird, i

Frage, deren Beantwortung auf die ven uns zu fassenden irgend einen Einfluß nicht ausüben kann. Wir beabsicht unser Unternehmen das jenseitige in keiner Weise zu störe absichtigen nur, und müssen beabsichtigen, uns das zu erh

die natürlichen Verhältnisse uns bisher zugeführt haben. beurtheilt sein Wohlbefinden nicht nach seinem Zustand n

sich, sondern nach den Veränderungen, die in demselben Das Großherzogthum könnte die Hauptstraße, die im Deutschland den Norden mit dem Süden verbindet, wo wenn es dieselbe nie besessen hätte. rer seit Jahrhunderten zu erfreuen hatte,

jetzt,

die Durchfuhr auf dieser Straße mancher Zweig seiner indust Thätigkeit geweckt und erweitert wurde, jetzt kann es derseleen Auch bei einer Parallelbahn jenseits des .

mehr euntbehren. „b. 8 wird die Hauptstraße künftig das Geoßherzogthum durchz

die einzige Folge einer solchen zweiten Bahn kann nur die das von uns aufzuwendende Kapital geringeren Ertrag

Bei diesen Verhältnissen kann die Regierung keinen Auge

feln, daß Sie ihrem Antrage, eine Eisenbahn von Mannhein 1 Ist der Pa schieden, so entsteht, wie gesagt, die zweite Frage, in wie weit thig oder räthlich erscheint, über den Volizug des Unternehment

Basel zu errichten, einstimmig beitreten werden.

gesetzliche Noꝛmen etwas Räheres festzusetzen. In dieser ist nun klar, daß alle Bestimmungen über die Richtung

wischen den gegebenen Endpunkten, über die Art und Weis fährung, uͤber die Construction der einzelnen Theile, über die 38. Beginn und zur Vollendung der Arbeit, so wie über die Puis⸗ Ban der einzelnen Bahnstrecken lediglich der Regierung überlastens

müssen. Die Bestimmungen hängen so sehr ab von einzeln

mal erst während des Baues vollkommen klar hervortreteni sachen, von den Terrain⸗Verhältnissen, von den Preisen da shs von dem Stande und den Fortschritten der Techmk, von aug

chen Konjunkturen, oft auch von einer ins Kleinliche geben wägung einander widerstreitender Rücksichten, daß es eines! unmöglich erscheint, hierüber im voraus zu entscheiden, andeng

aber auch um so überflüssiger, dermalen näher darauf einzt

alle Maßnahmen obbezeichneter Art in der That rein admnheg . nd 8 Es bleibt hiernach nur ecin den Vollzug beunns art des Fuͤrsten floͤßte jedoch den Geaͤngstigten Muth ein,

Natur sind.

Punkt übrig, der einen gesetzlichen Ausspruch verlangt, naulos

Mittel für den Bau herbeigeschafft werden sollen, das beigeg

Unternehmen von Staats wegen auf Staats⸗Kosten i setzen oder einer Actien⸗Gesellschaft zu überlassen ist.

„Die Regierung, meine Herren, schlägt Ihnen vor, den

denfalls auf Staate⸗Kosten zu beginnen.“ Oesterreich.

Wien, 14. Febr. (Schles. Ztg.) Se. Majestaͤt ders

2

ser, welcher seit einigen Tagen von einem Unwohlseyl nung war, befindet sich heute wieder so wohl, als es nur er

und gewuͤnscht werden kann.

Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Karl ist gestern

mittag vollkommen gesund von Venedig zuruͤck wieder

getroffen. Der liebevolle Vater hat den kranken Sohn erüi

lassen, nachdem jede Gefahr beseitigt und gegründete Hussg

gegeben war, daß der jugendliche Prinz sich in ganz wieder vollkommen erholen werde. vorlaͤufig noch in Venedig und wird vielleicht erst 9 Sommer auf einige Monate hierher k eiden aͤlteren Soͤhne des Erzherzogs Karl, die brecht und Karl, welche ebenfalls ihren kranken Brud nedig besucht hatten, sind in Graͤtz zuruͤckgeblieben. Das Weichen der hiesigen Bank⸗Actien, das in ten Tagen einen auffallenden Grad erreicht hat,

im

—g, Ih

Jetzt aber, nachdem es se nachdem

Erzherzog Frianr beuc

men. 2 konbersten ¹

beschuͤtzen. Der General Flinter befand sich in derselben gpe und hatte nicht einen Mann gegen den Feind zu senden. —h ist uͤberhaupt nichts schimpflicher, als die Verfolgun⸗ denen dieser tapfere Ofstzier ausgesetzt ist. Die aͤndlichen Angriffe im „Mundo“ haben ihn veranlaßt, e Entlassung einzureichen und zugleich dem „Eco del mercio“’“ eine Rechtfertigung seines Benehmens in To⸗ o zuzusenden. Die Regierung hat sich geweigert, seine

ste militairische Ereig— s dieser Woche ist die Einnahme von Morella in Valencia

tlassung anzunehmen. Das wichtigt rch die Karlisten unter Cabrera. Morella ist ein Ort von heutender Wichtigkeit und haͤtte um jeden Preis entsetzt wer⸗ muͤssen. Der Befehlshaber im Zort hat sich tapfer verthei⸗ t, und als er genoͤthigt war, sich zurüͤckzuziehen, schlug er 2A5 mit einer Handvoll regulairer Truppen und Milizen durch igen Karlisten durch. Die Depesche Espartero's uͤber das Ge— n, azoht bei Balmasedg wurde gestern in der Deputirten⸗Kammer 8”n lesen. Die Regierung faͤhrt fort, Befoͤrderungen und Ehren⸗ chen in Masse zu ertheilen, allein in den langen Verzeichnis⸗ sh, welche die „Hof⸗Zeitung“ taͤglich enthaͤlt, ist kaum ein neerziger Offizier, der die Auszeichnung wirklich verdient haͤtte. hi o hat der tapfere Rodriguez, welcher die Insurrection in der erra de Burgos unterdruͤckte, nichts als schwere Wunden er⸗ ten, und im Kriegs⸗Ministerium ist nicht die Rede von ihm; nso geht es den verdienten Offizieren Zurbano, Pataleon, ena und vielen Anderen, waͤhrend die Muͤßiggaͤnger in den rtulias von Madrid von dem Kriegs⸗Minister mit Orden rschuͤttet werden. Die Maskeraden und die Kaͤlte beschaͤf⸗ uen die Bewohner von Madrid jetzt mehr als der Buͤrger⸗ 6 eg. Nach lange anhaltenden heftigen Regenguͤssen hat sich Wetter endlich aufgeheitert, und es ist Frost eingetreten. aaln hofft wegen des vielen Regens, namentlich im suͤdlichen 1ee- 8 6 reiche Aerndte, denn Winter⸗Regen sind da⸗ ist eine eben so nothwendige Bedingung der Fruchtbarkei das Steigen des Nils in Megypteng Fi

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8- kaum fuͤr hinreichend hielt, um seine eigene werthe Person 2

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2 uhd Wallacheit. 88b Bucharest erscheinende Zeitung enthaͤlt uͤber das 8. Januar stattgefundene Erdbeben noch folgende Angaben: er Fuͤrst Ghika mit einem großen Theile der Bojaren, des mrigen Adels und eine Menge der Ein wohnerschaft war beim eginn der Erdstoͤße gerade im Theater versammelt, wo von der Anzoͤsischen T e⸗Gesellschaf⸗ Stüch 8, zoͤsischen Theater⸗Gesellschaft das Stuͤck „Angelo“ aufgefuͤhrt rde. Bei den ersten Zeichen der Erderschuͤtterung hoͤrte die isrstellung auf; der allgemein verbreitete Schrecken veranlaßte ein beheures Draͤngen zu dem Ausgange; das Angstgeschrei der enschen, besonders der Damen, war furchtbar. Die Geistes⸗

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Ue is 5 zu verdanken, daß sich dort kein Ungluͤck ereig⸗

nt g fachdem die Erschuͤtterung vorbei war, verfügte sich der

test sogleich durch alle Theile der ausgedehnten Stadt, um

eehecgteztn Schaden in Augenschein zu nehmen und die e zu moͤglichst schleuniger Huͤlfeleistung zu geben.“

3 Neeie 180 mKon tantinopel, 22. Jan. (Allg. Ztg.) Der Musel⸗ Ee schwerfanig, aber auch sehr leichtglaͤubig. So große es kostet, ihn in Bewegung zu setzen, so leicht kann man . esorgnisse einfloͤßen, so leicht ihn wieder beruhigen. Vor Na bebn Tagen war hier Alles von Kriegsgeruͤchten erfuͤllt, ein ier d mft Mehmed Ali schien so gut als gewiß; jetzt denkt Nie⸗ ede ran, als waͤre der Friede für immer dekretirt. ße zeh agen hieß es, im Lager Ibraͤhim Pascha's herrsche ewegung, und das war wahr; daraus schloß man auf been seiner Seite; Alles gerieth in Bestuͤrzung. Er hüpveirt, um 8 angegrissen, sondern seine Truppen lediglich kon⸗ lh nin 8 der Pforte zu imponiren. Dies ist ihm gelungen, rieg gusß 9. hier jeder des Lebens, und glaubt nicht mehr niah 888gg Pforte hatte einige Klauseln des Vertrages von l sich sed 4 auslegen wollen, als Mehmed es wuͤnschte. Sie en l ope⸗ jedoch eines Besseren besonnen, sich in die Ansicht des ermang isyptiers gefuͤgt, und se eine Krise vermieden, die

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drohen begann. Fuͤr den Augenblick ist man also wieder beruhigt, und so befreundet, daß der Sultan einen außerordentlichen Abgeordneten bestimmt, welcher der Vermaͤhlung einer Tochter Ibrahim's bei⸗ wohnen und in seinem Namen dem neuen Paar Gluͤck wuͤn⸗ schen soll. Das genuͤgt, um die Masse an innige Freundschaft glauben zu lassen. Besser Unterrichtete wissen, was dergleichen Demonstrationen zu sagen haben, wie wenig darauf zu geben ist, wie wenig es selbst zu bedeuten haͤtte, wenn Ibrahim's Tochter dem eigenen Sohne des Sultans angetraut würde, denn dergleichen Allianzen sind Schaumuͤnzen, die im reellen Verkehr nichts gelten. Einstweilen ist man jedoch zufriedenge⸗ stellt und hat den Vortheil, daß die Aushebungen minder 88 trieben werden und der Schatz weniger in Anspruch genommen wird. Gebe Gott, es daure eine Zeitlang so fort, vielleicht koͤnnte man sich dann ein wenig erholen; denn wie bisher die Sachen gingen, war mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Verwaltung voͤllig ins Stocken gerathen muͤsse.

Der Sultan soll uͤber den in letzter Woche erlittenen Verlust seines zweijaͤhrigen Sohnes fast untroͤstlich seyn.

Vor einigen Tagen fand hier zu großem Skandal fuͤr den christlichen Theil der hiesigen Einwohner die feierliche Circum⸗ cision eines zum Mahomedanismus uͤbergegangenen unirten Ar⸗ menischen Priesters statt. 89

Die Arbeiten an den Dardanellen, welche wegen der schlech⸗ ten Jahreszeit eingestellt werden mußten, sollen naͤchstens wie⸗ der beginnen. Dieser Engpaß des Meeres wird auf eine Weise befestigt werden, daß es kaum denkbar seyn moͤchte, ihn je neh⸗ men oder mit Gewalt passiren zu koͤnnen, sobald er nur eini⸗ germaßen vertheidigt wird. Es geschieht dies weniger aus Be⸗ sorgniß vor den großen Seemaͤchten, als in der Absicht, sich ge⸗ gen die immer steigende Seemacht Mehmed Ali's zu wahren, der durch die Vermehrung seiner Marine deutlich beweist, daß er den ihm von jeher zugeschriebenen Plan nicht aufgegeben und sein Augenmerk unverruͤckt auf Konstantinopel gerichtet hat. Ohne im Besitz der Dardanellen zu seyn, oder ohne den Paß dieser Schloͤsser erzwingen zu koͤnnen, moͤchte es ihm aber nie gelingen, sein Projekt zu vollziehen; deshalb verwendet man so viel Sorgfalt auf die dortigen Befestigungen.

Der Morning Chronicle wird unterm 10. Januar aus Konstantinopel gemeldet, es gehe dort das Geruͤcht von einer nahe bevorstehenden gaͤnzlich en Umwandelung des Tuͤrkischen Kabinets, wodurch der Divan in ein Conseil von 12 Personen umgewandelt werden solle, an dessen Spitze ein Praͤsident, mit gleicher Wuͤrde wie die eines Groß⸗Wesir, stehen wuͤrde. Dies Conseil soll alle Staats⸗Angelegenheiten, bevor sie dem Sultan zur Entscheidung vorgelegt wuͤrden, erst in Berathung ziehen. Das Geruͤcht, daß der Tscherkessen⸗Haͤuptling Zefir⸗Bey aus der Tuͤrkei verwiesen worden sey, wird in diesem Schreiben füͤr gaͤnzlich ungegruͤndet erklaͤrt. Anlaß zu diesem Geruͤchte, heißt es, moͤge gegeben haben, daß derselbe zur Belohnung seiner treuen Dienste vom Sultan zum zweiten Gouverneur der Stadt Adrianopel ernannt worden. Es herrschte fortdauernd außer— gewoͤhnliche Kaͤlte und der Schnee lag Fuß hoch in Konstan— tinopel. Capitain du Platt war von seiner Inspections⸗Reise nach den Festungen des Reiches zuruͤckgekehrt und mit Abfas⸗ sung seines Berichtes daruͤber beschaͤftigt. Er und Oberst Con⸗ sidine, nebst den anderen unter ihren Befehlen stehenden Offi⸗ zieren wollten, dem Vernehmen nach, in einigen Tagen sich nach England einschiffen. 8

Von der Serbischen Graͤnze, 23. Jan. Herr Laza⸗ rovich, Vuͤrgermeister, und Hacsich, Magistrats⸗Rath von Sem⸗ lin, begeben sich zu Anfang des kuͤnftigen Monats Februar neuerdings nach Kragujewatz (der Residenz des Fuͤrsten Milosch), um an der Vollendung des Constitutions⸗Entwurfes fuͤr Ser⸗ bien zu arbeiten. Man hofft, jetzt eher damit zu Stande zu kommen, als das erstemal, wo sich bedeutende Hindernisse in den Weg setzten. Der Semliner Kontumaz⸗Arzt, Dr. Nagy, der vom Fuͤrsten Milosch zur Regulirung der Kontumaz⸗Anstal⸗ ten nach Serbien berufen worden, hat dieses schwierige Ge⸗ schaͤft mit großer Umsicht zu Stande gebracht. Bei seinem Ab⸗ gang aus dem Lande war der Gesundheits⸗Zustand befriedi⸗ gend; allein nach 14 Tagen ist die Pest neuerdings zu Jago⸗ dina ausgebrochen, dem zufolge die Kontumaz⸗Periode auf der Oesterreichischen Graͤnze sofort auf dem dritten Grad verbleibt. Fuͤrst Milosch hat den erwaͤhnten Kontumaz-⸗Arzt, Herrn Nagy,

mit tausend Stuͤck Dukaten honorirt.

II“

8 Berlin, 21. Febr. Der bisherige Kaiserl. Oesterreichische Konsul in Danzig, Ritter von Henneberg, ist von seinem Gou⸗ vernement zum General⸗Konsul daselbst ernannt und als solcher diesseits anerkannt worden. 1 Aus Koͤnigsberg meldet man unterm 17ten d. M.: „Von der Wichtigkeit einer angemessenen Ausbildung durch die Volksschulen erlangen die Landleute immer mehr Ueber⸗ zeugung und geben davon durch das Verlangen nach eigenen Schulen und durch sonstige Bereitwilligkeit recht erfreuliche Beweise. Im hiesigen Regierungs⸗Bezirke sind im verflossenen Jahre 18 evangelische und 6 katholische Schulen neu gegruͤndet worden. Eine besondere Fuͤrsorge nimmt fortwaͤhrend das Volks⸗ schulwesen in denjenigen Kreisen des gedachten Regierungs⸗Be⸗ zirks in Anspruch, in welchen die Polnische Sprache vorherrscht. Obgleich auch die Deutsche Sprache in diesen Schulen moͤglichst gefoͤrdert wird, so wird doch fuͤr den Unterricht in der Religion die Polnische beibehalten. Es sind 31 im Seminar vorgebildete, beider Sprachen kundige Lehrer in diesen Kreisen im verflosse⸗ nen Jahre angestellt worden, und zur Nachhuͤlfe aͤlterer Lehrer wird, wie in fruͤheren Jahren, ein Unterrichts⸗Kursus mit 30 Lehrern gehalten. Im Allgemeinen haben die Vereine schon angestellter Lehrer zum Zweck ihrer Fortbildung mehr Umfang und Erfolg gewonnen, wozu auch eine in Quartal⸗Heften er⸗ scheinende Schrift, „der Volksschulfreund“ genannt, beigetragen hat, deren Ertrag zur Befoͤrderung des Joölksschalwesens be⸗ stimmt ist. Die strenge Kaͤlte, die im Monat Januar bei wenig Schneefall in der Provinz Preußen durchweg geherrscht hat, hat die traurige Folge gehabt, daß der Frost in die durch Schnee nicht geschuͤtzte Erde tief hat eindringen und die in Erdgruben verwahrten Kartoffeln, wenngleich solche mit Stroh und trockenem Laube zum Schutz vor der Kaͤlte bedeckt gewesen, hat erreichen und verderben koͤnnen. Die Behoͤrden lassen es sich angelegen seyn, Mittel zu empfehlen, durch deren Anwen⸗ dung erfrorene Kartoffeln ohne Schaden genießbar zu machen sind. Doch ist zu besorgen, daß diese Mittel, wie einfach sie auch sind, von der aͤrmeren Volksklasse nicht gehoͤrig werden beachtet und daß sie den Zweck nur unvollstaͤndig erreichen las⸗ 'sen werden, so daß die Besorgniß eines Nothstandes, besonders in Gegenden, wo die Kartoffeln den Haupt⸗Bestandtheil der Nahrung der Bewohner bilden, nicht als unbegruͤndet e

Rheinischer...

mit die Zeichen gegeben werden

zumal im verflossenen Jahre in den meisten Gegenden der Pro⸗ v. auch in anderen Feldfruͤchten keine ergiebige 2 wesen ist. Die Schifffahrt ist unterbrochen, indem bei der anhaltenden und strengen Kaͤlte die See, so weit das Auge reicht, zugefroren ist. Es hat daher im Monat Januar in Pillau nur 1 Schiff mit Kalksteinen als Ballast eingehen koͤnnen. Ausgegangen sind keine Schiffe. n Memel sind Schiffe weder ein- noch ausgegangen. In Danzig ist 1 Schiff aus England mit Steinkohlen eingekommen und 2 Schiffe naͤmlich 1 mit Mehl und Doppelbier nach England, und das andere mit Holz nach Frankreich, sind ausgegangen. Die Cholera hat im Laufe des Monats Januar im ganzen Umfange der Provinz Preußen aufgehoͤrt.“

Die Koͤlnische Zeitung giebt nachstehende Uebersicht der Berg⸗ und Huͤttenmaͤnnischen Production im ganzen Um⸗ fange der Preußischen Monarchie fuͤr das Jahr 1836:

Anzahl der

Geldwerth der Productt

8*nnn

Anzahl der —— imn Be⸗

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den Zechen

Hütten werke u. Sa⸗ linen

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2 1312659 20/ʃ11 1845154 8 2304615 12 7

Brandenb. Preußischer. 56 4 Schlesischerr. 116 1 N. Säͤchs. Thüringischer 66 89 Westphälischer. 350 393 10804 21617] 5031117

—-—-I 1309 821 1 20517 53123] 8371913 n 3 1595 I8s188557552 5

—— Am löten d. M. stand noch der Rhein auf der ganzen Strecke von Emmerich bis Hittorf (drei kleine Luͤcken bei Rees, Panten und Duͤsseldorf ausgenommen) fest; auch die Nieder⸗ laͤndischen Stromstrecken waren noch nicht aufgegangen. Bei

4911

Summa...

Zons und bei Hamm hatte sich ein bedeutender Eisdamm ge⸗ bildet; zwischen Benrath und Duͤssel Wasser die Chausser. S

dorf uͤberschwemmte das

1““

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

München. (Schluß des gestern abgebrochenen Artikels über den elektro⸗magnetischen Telegrapben.) In dem Observations⸗Saale des physikalischen Kabinets der Königlichen Akademie zu München mache ich Sie auf einen Tisch in pvramidaler Form aufmerksam. Dies ist der galvanische Telegraph. Mehrere Leitungs⸗Ketten vereinigen sich hier. Die eine, aus Eisendraht bestehend, führt nach Steimhell's Wohnung in der Lerchenstraße und ist 6000 Pariser Fuß lang. Ei zweite Kette führt nach der mechauischen Werkstätte der Akademie 1000 Fuß lang; die dritte endlich, aus Kupferdraht bestebend, geht nach der Königlichen Sternwarte zu Bogenhausen und ist 30,000 Fuß lang. Diese Ketten führen verborgen unter dem Fußboden nach einer messingenen Büchse in der Mitte des Tisches und können dort durch Umsetzen derselben beliebig mit einander verbunden werden. Sie sehen ferner auf dem Tische einen Balancier, der zum Geben der Zeichen nur links oder rechts gedreht zu werden brauch: Gegenüber auf dem Tische bemerken Sie aber in einem mit iso⸗ lirtem Draht umwundenen Metall⸗-Rahmen (Multiplikator) zee um Vertikal⸗Achsen drehbare Stahlstäbchen. Die sich am nächst kommenden Enden derselben sind mit schnabelförmigen kleinen Gef ßen versehen, welche schwarze Oelfarbe enthalten. An den anderem Enden dieser Stahlstäbchen aber sind Stifte angebracht, und in klei nen Abständen von jedem sseht eine Uhrglecke. Sie bemerken neoch einen endlosen Papierstreifen, welcher sich ganz langsam und nahe bei den mit Oelfarbe gefüllten Gesäßen vorüberbewegt. Achnliche Apparate sind auf den anderen Stationeu. Sie drehen nun mit der rechten Hand den erwähnten Valancier um einen halben Umgang, so werden sie in demselben Angenblick eine Glocke ertönen hören. Zü⸗ leich bemerken Sie, daß sich auf den bewegten Papierfircif ein chwarzer Punkt aufgezeichnet hat. Sie wiederholen dieselbe Bewe⸗ gung, so wiederholt sich derselbe Ton und der Punkt auf dem Papier⸗ streifen. Je rascher Sie die Zeichen geben, um so näher stehen dle Punkte. Bewegen Sie nun den Balancier im entgegengesetzten Sinn also am bequemsten mit der linken Hand, so hören Sie zwar auch einen Ton, aber dieser ist viel tiefer als der frühere, und kann daher leicht durch das Gehör ven dem ersten unterschieden werden. Eben so hat sich ein Punkt auf dem bewegten Papier gebildet, aber er liegt nicht mehr in derselben Linie der ersteren, sondern tiefer. Das, was Sie vor Ihren Augen durch Drehen des Balau⸗ ciers hervorbrachten, bewirken Sie in demselben Nu auch auf einer oder mehreren der anderen Stationen zugleich. Wie nun diese Töne zur Sprache und wie die einzelnen Punkte zur Schrift werden, fön⸗ nen Sie leicht ermessen, wenn Sie beachten, daß ihre Abstände oder Intervallen davon abhängen, in welchen Zwischenzeiten Sie die Zei⸗ chen geben. Es sind also nur Combinationen solcher Zeichen nötht um ein Alphabet und Zahlen zu bilden. Wollte man z. B. zu einem Schriftzeichen höchstens zwei Töne verbinden, so wären ünur sechs Combinationen möglich, bei drei Tönen 14, bei vier 30, bei fünf 62 Combinationen u. s. w. Sie sehen, daß schon vier Töne ausreichen, alle wesentlichen Buchstaben und Zahlen zu bezeichnen. Wenn es sich aber darum handelt, ein Alpbabet zu bilden, welches sich dem Gedächtnisse leicht einprägt, und mittelst dessen man möglichst schnell schreiden kann, so sind die Cembinationen nicht mehr willkürlich. Steinheil hat sie nnu so gewäblt, daß diejenigen Buchstaben, welche in der Deutschen Sprache am bäufigsten vorkommen, durch das ein⸗ fachste Zeichen, also nur Einen Ton oder höchstens zwei, gegeben sind. Er hat aber zugleich für die meisten Buchstaben eine große Arbnl’ch⸗ keit zwischen den Lateinischen großen Lettern und den durch Punfte auf dem bewegien Papier aufgezeichneten Tönen herzustellengewußt. Denten wir uns z. B. das A, gegeben durch: tiefen Ton, hohen Ton, tiefen Ton, also auf dem Papierstreifen bezeichnet mit liefem Punkt, hohem Puunft, tiefem Punkt, und verbinden wir diese drei Punkte durch zwet gerade Linien nach dem oberen Punkt, so ist das Zeichen ein Lateinisches A. V würde also durch hohen Ton, tiefen Ton, hohen Ton, S durch tie fen Ton, tiefen Ton, hohen Ton, bohen Ton, L durch. Z durch . r u s. f. zu bezeichnen seyn. Sie sehen, daß sich diese Zeichen dem Gedächtniß überaus leicht einprägen, so zwar, daß mit einiger Uebung die Glockentöne zur verständlichen Sprache, gleich unseren Buchstabenlauten werden, und also der Telegraph die Rachricht sprichr! Sollten Sie aber die Zeichen dennoch mißverstanden haben, oder viel⸗ leicht nicht einmal in dem Zimmer durch das Ertönen der Glocke aufmerksam gemacht seyn, daß eine telegraphische Mittheilung kömtt, so finden Sie diese, vor den Telegraphen tretend, von ihm selbst nie⸗ dergeschrieben. Wir haben also hiermit den ersten Telegraphen im eigentlichen Sinne des Worts, der auf beliebig große Entfernung, ohne Zuthun eines zweiten Beobachters, selbst schreibt. Es versicht sich von selbst, daß, im Fall man stenographische statt alphabetischer Bezeichnungen wäblte, die Mittheilungen, wie bei den jetzigen Tele⸗ graphen, Geheimniß bleiben könnten und noch schneller zu geben ren. Aber beides scheint vnnöthig, denn Riemand außer den an den Stationen befindlichen Personen weiß, daß telegraphische Mittheilun⸗ gen erfolgen, und da man in einer Sekunde vier Töne oder einzelne Zeichen geben kann, so geschieht die Mittheilung ungefähr so rasch, als etwa bei kalligraphischer Schrift. Beispielsweise kann angeführt werden, daß zu einer Mittheilung von 92 Worten ohne Abkürzung 15 ½ Minuten Zeit nöthig waren. Beachtet man die Sicherheit, wo unen, und welche so groß ist, daß D1“