1838 / 59 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E;

stellung

des Wahlrechts ansehe, auf die man sich, wenn spaͤterhin an⸗ dere Veraͤnderungen im Repraͤsentativ⸗System vorgeschlagen wuͤrden, als auf ein Praͤcedenz⸗Beispiel berufen koͤnnte. Lord J. Russell bemerkte dagegen, daß er nicht zu denen gehoͤre, die pedantisch an jeder Bestimmung der Reformbill festhalten wollten, denn ein solches Verfahren scheine ihm weder mit dem Grundsatz der Bill, noch mit dem oͤffent⸗ lichen Besten uͤbereinzustimmen. Uebrigens seyen auch schon mehrere Veraͤnderungen in jener Akte vorgenommen worden, denen sich die ehrenwerthen Herten gegenuͤber nicht widersett häuten, ja, als er (der Minister) die Abschaffung des Wahl⸗ Shillings fuͤr die Registrirung von der vorliegenden Maßregel getrennt und fuͤr die Registrirungs⸗Vill vorbehalten habe, sey sogar von Seiten jener Herren große Ungeduld daruͤber kund⸗ gegeben worden, daß diese Veraͤnderung nicht schon jetzt bewerk⸗ stelligt werden solle. Die Bill wurde hierauf (wie gestern schon erwaͤhnt), ungeachtet der Opposition Sir R. Peel's und der uͤbrigen Tories, angenommen, jedoch nur mit der geringen Majorität von 17 Stimmen, indem sich 189 dafuͤr und 172 dagegen ergaben. Dann verwandelte sich das Haus wieder in den Ausschuß uͤber die Irlaͤndische Armen⸗Bill, in welchem ein von Herrn Shaw vorgeschlagenes und von Herrn 9. Lon⸗ nell unterstuütztes Amendement, wonach die durch die Bill be⸗ zweckte Huͤlfe sich nur auf Alte, Blinde, Lahme und andere arbeitsunfähige Individuen erstrecken sollte, mit 134 gegen 75 Stimmen verworfen wurde.

Unterhaus. Sitzung vom 20. Februar. Unter den an diesem Abend eingereichten Bittschriften befand sich wieder eine, worin das Haus ersucht wird, dem Koͤnige von Hannover seine Britische Pension zu entziehen, weil Se. Majestaͤt hin⸗ reichende Revenuͤen habe, un seine Koͤnigliche Wuͤrde zu be⸗ haupten. Das Haus beschefeigte sich sodann hauptsaͤchlich mit einem Vorschlage des Herrn Fielden, der auf Zuruͤcknahme des neuen Armen⸗Gesezes gerichtet war.

London, 20. Febr. Der Herzog, der Prinz Georg und die Prinzessin Auguste von Cambridge statteten vorgestern der Herzogin von Kent einen Besuch ab. 1b

Die heutige Selg meldet die Ernennung des Oberst de Lacy Evans, General⸗ ieutenants im Dienst der Koͤ⸗ nigin von Spanien, zum Commandeur des militairischen Bath— Ordens. 8

Nach der Abstimmung uͤber den Groteschen Antrag auf Einfuͤhrung des Ballottements sragte die Times, ob es wohl moͤglich waͤre, daß Lord Melbourne den General⸗Feldzeugmeister, Sir Hussey Vivian, den Lord des Schatzes, Herrn R. Steuart, und ein paar andere untergeordnetere Mitglieder der Verwal⸗ tung, die bei dieser Frage gegen das Ministerium stimmten, noch einen Augenblick laͤnger im Amte lassen koͤnnte. Da sich diese Herren nun aber noch immer in ihren Aemtern befinden, sagt das genannte Blatt heute: „Wir dachten uns wohl, daß ein solches Ministerium es nicht wagen wuͤrde, die Aufrichtig⸗ keit seiner Erklaͤrungen gegen das Ballottement durch Geltend⸗ machung seiner Autoritaͤt uͤber die Subaltern⸗Beamten, welche die Maßregel unterstuͤtzten, zu bezeugen. Die natuͤrlichste Veß pflichtung, die ein. Mitglied der Verwalung bei seiner An⸗ uͤbernimmt, ist die, die Minister, durch welche z angestellt worden, bei der Foͤrderung aller von ih⸗ en eingebrachten und bei dem Widerstande gegen alle om Kabinet gemißbilligten Maßregeln zu unterstuͤtzen.

Diese Verpflichtung haben bei der Frage uͤber das Ballottement mehrere Mitglieder des Melbourneschen Ministeriums nicht ge⸗ halten, und doch laͤßt das Ministerium dies ruhig hingehen.

f ein solches Kabinet kann sich weder Souverain noch Volk

verlassen; es ist keine Konsequenz in seinen Worten und Hand⸗

ungen. Man kann seinen Betheurungen, daß es die geheime

Abstimmung fuͤr eine gefaͤhrliche Neuerung halte, keinen Glau⸗

ben beimessen.

Sir Hussey Vivian droht: „Wir sind ihrer und die Radikalen schicken eine Deputation nach Dow⸗ ning⸗Street, mit der Drohung, daß ihr ganzes Corps den Mi⸗

nistern augenblicklich den Krieg erklaͤren wuͤrde, wenn sie Sir

issey Vivian entließen, und die Minister kriechen zu Kreuze. o wird es stets zugehen, so lange Minister am Ruder sind, de⸗

nen weiter nichts am Herzen liegt, als die Beibehaltung ihrer Stellen.“

Der Pilot, ein Irlaͤndisches Blatt, hatte gesagt, der

Widerstand O'Connell's gegen die Irlaͤndische Armen⸗Vill

wuͤrde zwar deren Annahme nicht verhindern, aber dieselbe doch so gestalten, daß sie fuͤr die gewerbtreibenden Klassen heil⸗ amer seyn wuͤrde. Hierauf hat Herr O'Connell unterm 14.d.

ein Schreiben an den Herausgeber jener Zeitung gerichtet, in

haben das Irlaͤndische Volk ohne Ihren Willen getaͤuscht. Die Bill wird im Ausschusse keine Verbesserung erhalten. Ich veranlaßte bei der ersten Klausel eine Abstimmung. Es handelte sich darum, ob die Bill durch Englische in London idren Sitz habende Armen⸗Kommissarien, von denen sich nur Einer in Irland aufhielte, oder ob durch ein Irlaͤndisches Armen⸗Kollegium ausgefuͤhrt werden sollte. Mein Amendement bezweckte, daß das Kollegium ein Irlaͤndi⸗ sches seyn und seinen bestaͤndigen Sitz in Irland haben solle. Aber nur

welchem er sagt: „Sie

23 Stimmen waren fuͤr mein Amendement! Ich werde auch bei jeder solgenden nachtheiligen Klausel eine Abstimmung veranlassen; doch glaube ich, daß mein Bemuͤhen bei keiner derselben, we⸗

nigstens bei keiner wichtigen Klausel, von Erfolg seyn wird.

(Man vergleiche die Unterhaus⸗Sitzung vom löten im b“ gen Blatte der St. Z., aus welcher zu ersehen ist, daß O'Con⸗

nell's Vermuthung sehr richtig war, da drei andere von ihm vorgeschlagene Amendements ebenfalls durchfielen.) Die Be⸗

stimmungen der Bill bilden auch in der That ein untrennbares

die ganze Bill vernichtet werden.

Ganzes; durch den Umsturz eines ihrer Haupt⸗Elemente wuͤrde Wer also uͤberhaupt eine

8 Parlamentsakten⸗Wohlthaͤtigkeit eingefuͤhrt zu sehen wuͤnschte,

muͤßte die ganze Bill umstuͤrzen und eine andere vorschlagen. So oft aber ein Britischer Minister sich vornimmt, eine fuͤr Irland verderbliche Maßregel durchzusetzen, und eine solche ist diese Bill in ihrer gegenwaͤrtigen Gestalt, finden sich in diesem Parla⸗ mente keine Materialien, die es einem Irlaͤndischen Mitgliede moͤglich machten, eine solche Maßregel zu vereiteln oder wesent⸗ lich zu aͤndern. Moͤge also das Irlaͤndische Volk wissen, daß, wenn es sich nicht gleich regt, versammelt und petitionirt, diese Bill durchgehen und den Land⸗ und Haus⸗Inhabern in Irland noch eine Million direkter Steuern aufbuͤrden wird, ohne den Irlaͤndischen Armen eine verhaͤltnißmaͤßige oder fuͤhlbare Huͤlfe zu gewaͤhren. Die Bill heuchelt in dieser Hinsicht auch ar nicht; sie giebt sich fuͤr keine Bill zur Unterstuͤtzung aller r⸗ laͤndischen Armen aus. Schon durch ihren Titel, wie durch ihren Inhalt, beschraͤnkt sie sich auf diejenigen Irlaͤnder, die als „huͤlfsbeduͤrftig“ auserwaͤhlt werden.“ . In der hiesigen Freimaucer⸗ Tavern wurde gestern wieder eine große Tory⸗Versammlung unter dem Vorsitz des Grafen

Stanhope gegen das neue Armen⸗ Gesetz.gehalten. Eine Ge⸗ genpartei drang mitten waͤhrend der 2 erhandlungen in den Saal und unterbrach dieselben auf einige Augenblicke, die Ruhe wurde indeß bald wiederhergestellt, und die Versammlung konnte ihre Debatten ohne weitere Stoͤrung zu Ende bringen.

Heute fruͤh hat auch der Bristoler Wahl⸗Ausschuß seine Untersuchung beendigt und die Wahl des Herrn Berkeley, eines Liberalen, gegen den von der Tory⸗Partei petitionirt war, fuͤr esetzmaͤßig erklaͤrt. b 8 ü. Sir James Graham will Herr Fulke Greville als Mitbewerber um den Parlamentssitz fuͤr den Pembroker Distrikt auftreten.

H Der Sohn des beruͤhmten Kean hat auf dem Drurylane⸗ Theater mit dem groͤßten Erfolge debuͤtirt. Man versichert, der junge Mann verbinde mit schoͤpferischem Genius die Begeiste⸗ rung, welche seinen Vater auszeichnete, tiefe Studien und die konsequenteste Charakteristik, so daß man ihm sogleich einen Platz unter den groͤßten bekannten Buͤhnen⸗Kuͤnstlern angewie⸗ sen hat. Alle Freunde der dramatischen Kunst sind voll Bewun⸗ derung uͤber sein Spiel. Die Menge bestuͤrmt das Drurylane⸗ Theater, wenn er auftritt. Ein selisamer Umstand war es, daß an dem Tage, wo der junge Kean in der Rolle des Hamlet de⸗ buͤtirte, die Einnahme genau eben so viel betrug, als an dem Tage, wo sein Vater zum erstenmale in derselben Rolle erschien.

Die hiesigen Blaͤtter theilen jetzt einige Stellen aus dem (bereits fruͤher erwaͤhnten) Hirtenbriefe mit, den der Bischof don Montreal, Herr Lartigue, beim Beginn der Unruhen in Kanada an die dortige katholische Geistlichkeit und ihre Pflegebefohlenen gerichtet hat. Derselbe beginnt folgenderma⸗ ßen: „Seit langer Zeit hoͤren wir von nichts als von Aufre⸗ gung und selbst von Empoͤrung in einem Lande, das sich bis⸗ er stets durch seine Loyalitaͤt, seinen friedlichen Geist und seine bic5. zur Religion seiner Vaͤter auszeichnete. Ueberall sieht man den Bruder gegen den Bruder, den Freund gegen den Freund, den Buͤrger gegen den Buͤrger sich erheben, und von einem Ende dieser Dioͤcese bis zum anderen scheint die Zwie⸗ tracht die Bande der Naͤchstenliebe, welche die Mitglieder der⸗ selben Koͤrperschaft, die Kinder derselben Kirche verbinden, zer⸗ rissen zu haben. Unter so ernsten Umstaͤnden ist es das Ein⸗ zige, was wir zu thun haben, daß wir uns streng an die Verpflichtung halten, die uns der Apostel der Voͤlker auferlegt hat. als er sagte: „„Wehe uͤber mich, wenn ich nicht das Evangelium predige; necessitas emm mihi incumbit. Wir koͤnnen Euch uͤbrigens wohl in keiner Hinsicht verdaͤchtig seyn, denn Kanadisches Blut fließt in unsern Adern so gut, wie in den Eurigen. Wir haben oftmals Beweise gegeben von der Liebe zu unserem theuren und gemeinsamen Vaterlande, und wie der Apostel, koͤnnen auch wir Gott zum Zeugen nehmen, daß wir Euch alle in Christo herzlich lieben. Ihr wisset endlich, daß wir niemals etwas von der Civil⸗Regierung erhalten haben, da wir nichts von ihr erwarten als die Gerechtigkeit, welche sie allen Britischen Unterthanen schuldig ist, und wir sprechen nur die Wahrheit, wenn wir hier feierlich versichern, daß wir hier ganz aus eigener Bewegung ohne irgend einen fremden An⸗ trieb und nur, weil es unfer Gewissen uns befiehlt, zu Euchsprechen! Der Bischof citirt nun mehrere Stellen aus den Episteln von Petrus und Paulus, die von der Unterwerfung unter die Obrig⸗ keit handeln; er erinnert an die Beispiele der ersten Kirche und an die Worte des jetzigen Papstes in seinem encykli⸗ schen Schreiben vom 15. August 1832 und in dem Breve an die Polnischen Bischoͤfe und schließt seinen Hirtenbrief folgen⸗ dermaßen: „Lasset Euch nicht verfuͤhren, wenn etwa Jemand Euch zur Empoͤrung gegen die bestehende Regierung unter dem Vorwande verleiten wollte, daß Ihr zu dem souverainen Volke gehoͤrt. Obgleich der nur zu bekannte National⸗Konvent in Frankreich gezwungen war, die Souverainetaͤt des Volkes an⸗ zuerkennen, weil er derselben sein Daseyn verdankte, so ver⸗ dammte er doch die Volksaufstaͤnde, indem er bei der Declara⸗ tion der Rechte gleich vorweg in der Constitution von 1795 er⸗ klärte, daß die Souverainetaͤt nicht in einem Theile, auch nicht in der Majoritaͤt des Volkes, sondern in der Gesammt⸗ heit aller Buͤrger bestehe, und daß kein Individuum, keine partielle Vereinigung von Buͤrgern sich die Souveraine⸗ taͤt beilegen koͤnne. Wer duͤrfte aber in unserem Lande zu be⸗ haupten wagen, daß die Gesammtheit der Buͤrger den Um— sturz der Regierung wolle? Schließlich wenden wir uns an Eure stets edlen und großmuͤthigen Herzen. Habt Ihr wohl jemals ernstlich an die Schrecken eines Buͤrgerkrieges gedacht? Habt Ihr Euch jemals die Stroͤme Blutes vergegenwaͤrtigt, welche Eure Straßen und Eure Felder uͤberschwemmen wuͤrden, und wie der Unschuldige mit dem Schuldigen in dasselbe Elend wuͤrde hineingerissen werden? Habt Ihr bedacht, daß fast jede Volks⸗Revolution ein blutiges Werk ist, wie die Erfahrung beweist? Der Philosoph von Genf, der große Vertheidi⸗ ger der Volks⸗Souverainetaͤt, sagt selbst, daß eine Revolution zu theuer erkauft sey, wenn sie einen einzigen Tropfen Blutes koste. Wir uͤberlassen es Euren humanen und religioͤsen Ge⸗ fuͤhlen, diese Ruͤcksichten zu erwaͤgen.“ Diese Ermahnungen scheinen von der Geistlichkeit b worden zu seyn, denn der Geouverneur von Kanada, Sir John Colborn, lobt in sei— nen Depeschen das Benehmen des katholischen Klerus, indem er sagt, daß derselbe den Bewegungen der Unzufriedenen und jedem Widerstande fremd geblieben sey.

Aus New⸗York sind wieder um vier Tage neuere Nach⸗ richten eingegangen, naͤmlich vom 29. Januar. Die Berichte aus Kanada, welche in den Amerikanischen Zeitungen dieser vier Tage enthalten sind, zeigen bei all ihrer Verworrenheit und offenbaren Parteilichkeit der Korrespondenten, von denen sie herruͤhren, dessenungeachtet, daß die dortige Insurrection, wenn noch nicht ganz erstickt, doch wenigstens in ihren letzten Zuͤgen ist. Einen besonders guten Eindruck hat der Umstand hier gemacht, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich so bereit gezeigt, bei dieser Gelegenheit im Interesse Großbri⸗ taniens zu handeln und die Eintracht zwischen beiden Laͤndern aufrecht zu erhalten. Das Z4ste und das 32ste Regiment waren an der Riagala „Graͤnze angelangt, und das 83ste hatte sich ebendahin in Marsch gesetzt. Am 13ten v. M. war das Linien⸗ schiff „Cornwallis“ mit Abtheilungen des 13ten und des 34sten Regiments von Halifax zu St. John's in Neu⸗Braunschweig eingetroffen. Nachdem sich ein Theil der Ober⸗Kanadischen Rebellen der zum Britischen Gebiet gehoͤrenden Insel Bois⸗ Blanc am aͤußersten Ende des Erie⸗Sees bemaͤchtigt hatte, war ein von Detroit kommender Schooner, der eine Anzahl Insur⸗

enten und 400 Stuͤck Waffen dorthin bringen wollte, von den Bemwohnern von Amherstburg weggenommen worden, wobei einer der Rebellen getoͤdtet, 8 verwundet und 12 zu Gefange⸗ nen gemacht wurden, waͤhrend die Loyalisten nicht einen einzi⸗ gen Mann verloren. Ein Schreiben aus Detroit vom 12ten sagt, die Insurgenten seyen darauf von den Loyalisten ganz zer⸗ sprengt worden. Nach einem Briefe vom 13ten von e endaher

sollen sie sich jetzt zu Brownstown auf dem Gebiet der nigten Staaten befinden. Die Bevoͤlkerung von Ober⸗

aus zusammengelaufenem Volk der Verei

Beweis von Ohnmacht finden, tig kundgegeben hat. Der Eigenthuͤmer des „Taroline“, Herr Welis, soll jetzt ausgesagt haben, daß nn Fahrzeug niemals von den Kanadischen Insurgenten auf Nan Island gemiethet gewesen, sondern daß es auf seine eien Rechnung als Transport⸗ und Frachtschiff zwischen Black⸗is Tonawanda, a, .; * hergefähen ey, regelmaͤßige Papiere besessen und keine andere Flaggen 88 bec; Vereinigten Staaten gefuͤhrt habe. Die Kingin⸗ Chronicle, eine Ober⸗Kanadische Zeitung, vom löten 1 enthaͤlt eine spezielle Botschaft Sir F. Head's, worin iiß seine Entlassung und die Ernennung des Oberst Arthur g nem Nachfolger anzeigt. Er erklaͤrt, daß er seine Erüsen

deshalb eingereicht habe, weil er das Ungluͤck gehabt, negg

oder zweien Punkten der Kolonial⸗Politik von den aitn

des Ministeriums abzuweichen. Oberst Foster uͤberninna

Kommando uͤber die Truppen und uͤber die Miliz in d Kanada. 8

Nach Berichten vom Cap, die bis zum 27. Dezember chen, wollte eine Anzahl von Auswanderern, etwa 1000, un Anfuͤhrung eines Herrn Retich, eine neue Niederlassung zu ga Natal gruͤnden und war deshalb mit dem Haͤupeling Dia wegen Abtretung eines seinem Stamme gehoͤrenden Landstt in Unterhandlung getreten. Dem Gouverneur Sir B. Nh ban, der die Kolonie verlaͤßt, wo er sich waͤhrend seiner tung Amtsfuͤhrung allgemeine Achtung erworben hat, war wnz Einwohnern eine Dank⸗Adresse votirt worden, und man ia eine Subscription veranstaltet, um ihm ein Silbergeschitr Andenken zu uͤberreichen. .

An der gestrigen Boͤrse ging das Geruͤcht, es seyen ze wuͤrfnisse unter den Ministern ausgebrochen, die Restianaie eines der bedeutendsten Mitglieder des Kabinets, vermufßtt war Lord J. Russell gemeint, habe zur Aufloͤsung deseete fuͤhrt, und Sir Robert Peel werde wieder eintreten. 8 Times bezweifelte jedoch die Authentizitaͤt dieses Geriche,

und zwar deshalb, weil die Fonds heruntergingen, denn, mem.

sie, wenn das jetzige Ministerium gefallen waͤre, withen di Papiere wahrscheinlich gestiegen seyn. Heute hat oe sche⸗ wiesen, daß das Geruͤcht ungegruͤndet war.

Deutschland. Hannover, 24. Febr. Die hiesige Zeitung thelht Rede und das Gebet mit, welche der Hof⸗ und Schloß⸗h

ger, Konsistorial⸗Assessor Leopold, bei dem vor Eroͤffnunn

Staͤnde⸗Versammlung am 20sten d. M. stattgefundenen Eaf dienste gehalten hat. Es heißt darin: 8 se gehan ehas. Ueb, Fürchtet Gott. Ehret den Kia Diese dreifache apostolische Etmahnung möge Sie crinnern, Gottesfurcht, christliche Unterthanen⸗Treue und christliche Liebe in Ihren landständischen Berathungen walten zu laste. 2 Gottesfurcht, die unsere heitige Religion von uns fordert, ifi anderes, als die Liebe zu Gott, die ibm mit der tiessten Eefe dient, und sich scheut, irgend etwas zu denfen, zu reden und sa ternehmen, was ihm mißfällig ist. Diese Getiesfurcht ij cin ges Feuer, das den Menschen läutert und reredelt, eime treue rin, die den Verstand auf dem rechten Wege eh, Macht, die den Willen zu allem Guten „treibt, eine d zarter Gewissenhaftigkeit und edler Freimüthigkett. M Frömmigkeit macht getreu in jedem Geschäftec. Sie 1 es seyn in dem Ihrigen, andäͤchtige Versammelte: 2 wollen sich als treue Berather der öffenmtlichen Wohlfahrt baß Wohlan, lassen Sie die kindliche Furcht vor Gott, dem Han aus Ihrem Gemüthe weichen. Wenn Sie in Ihren Zuh künften den allwissenden Zeugen, den gerechten Richter Ihrar nungen und Handlungen vor Augen haben, wie könnten, 66 Sünde willigen, wie könnten Sie thun wider sein Gebol, wvüg ten Sie schweigen, wo Sie reden sollen, wie köhnten Sie mn Wahrheit weichen und gegen Ihr Gewissen reden? Wen Ihren gnädigen Vater in Christo, Ihren unermüdeten Bais den mächtigen Beförderer alles Guten, den treuen Beschign Völker, der auch über unserem Volke helfend und segnend lan bat, wenn Sie ihn im Herzen haben, wie sollten Sie sic e weckt fühlen, durch gewissendafte Erfüllung alles dessen, 979 obliegt, sich seines göttlichen Wohlgefallens und Beistandsenag zu machen?!! So möge denn der apostolische Zurus: gn Gott!“ alle Ihre Berathungen durchdringen und reginn gan Gott fürchtet, wird auch den König ebren, denn ba ae.⸗ bat ihn auf den Thron gesetzt. „Ehret den Le dänch Ihnen der Herr durch seinen Apostel zu und fordert 2ha heh zuf, Ihrem Landesherrn als treue Untertbanen zu dienen ne ist ja die würdigste Erfüllung jenes heiligen Gebotes. Fhecbug Unterthanen⸗Treue fann und soll sich besonders in den gg kundgeben, wozu unser hochverehrter Monarch Sie aufoeen 1 Den göttlichen Befehl: „Ehret den König!“ in Iinn dm tragend, werden Sie es sich zur heiligsten Pflicht machannim Z Bekufe als Volksvertreter Ihre Ehrfurcht vor dem eing Herrn durch Wort und That an den Tag zu legen, seiatean da Rechte anzuertennen, seinen Königlichen Befehlen schu veatm sam zu leisten, seinen Landesväterlichen Wünschen entgege rdl Ihm nach bestem Wissen und Gewissen zu rathen, un 1 Fmr5 Stücken als seine treuen Unterthanen zu erweisen. Jebam f- sammenkünfte möge es bestätigen, daß Deutschlands aaba Ruhm darin suchen, den angestammten Herrschern ir acta seyn, möge davon zeugen, daß gute Christen gutejassg sind. Auch können Sie sich nur dann einen 91 ü folg von Ihren Berathungen versprechen, schuldigen Treue gegen den Landesherrn, dieser dingung des Völkerglücks, dabei zu Werke gehen. r Unerte versichert, daß der Gott, der Ihnen das Gebot der gen, h Treue gegeben hat, alle Ihre gemeinnützigen Bestrebe dinaui die Erfüung dieses Gebotes gegründet sind, herrli 8 vwir wird; kann er doch überschwenglich thun über Alles⸗ 1 für oder verstehen. Gerüstet mit dem Entschlusse, Gott zu 1doch den König zu ehren, gehen Sie Ihrem Werke entgegee zicht! Entschluß würde des rechten Zieles entbehren, wenn Hab 8 die Ermahnung unserer Bibelstelle in sich aufnähme: 8 König der lieb!“ Urtheilen Sie selbst, würdige Staͤnde. Sie beu⸗ würden Sie dem Geschäfte, womit unser Monar veug Sil hat, eine wahrhaft gemeinnützige Richtung geben, von dem 9 durchdrungen wären von christlicher Näͤchstenlie! öchr eigeues 8 tigen Bestreben, das Heil Ihrer Mitbürger als Iblwollenden befördern? Doch wie duͤrfte man an Ihren worg so sehr an schenfreundlichen Absichten zweifeln, da Ihnen mheister, dem Fmh zen liegen wird, als daß Sie Ihrem göiilichen N.enc Menschenfreunde, immer ähnlicher werden, dn undes zu be die Woblfahrt Ihres Ihnen so theuren Batertagsten Bande das Beste derer, die mit Ihnen durch die heilid

aral⸗

Vens 2. e q zeigte aber einen so loyalen Geist, daß man uͤber die eiwenie

ferneren Unternehmungen dieser wenigen Individuen, wecc taaten bestehen, nicht im geringsten besorgt war. Man uin dert sich indeß hier daruͤber, daß es der Regierung der Und noch immer nicht gelungen ist, diese wiederholten Angriffs e suche von Seiten ihrer Buͤrger auf die Bewohner eines nachbarten Landes zu verhindern, und man will darin ein da diese Regierung ue den Wunsch, die Neutralitaͤt zu behaupten, so unzweih Damdföna

Irations⸗Rath mittelbar oder unmittelbar liquidirt werden.

bunden sind, unde angeheren und unter denselben Gesetzen 1sie⸗ beaseben 2gtentdensgenoffen, die mit Ihnen Einen Erlöser vereh⸗ den, Ihrer Beüder, die mit Ihnen Einen Goit und Vater anrufen ren, Ibeertaer Seligkeit bestinimt sind., Welche Aufforderungen für und 2 Männer, daß Sie Ihr Geschäft durch christliche Nächsten⸗ Sie, edie wahrhaft christlichen Patriotismus weihen, daß Ihr Dich⸗ jebe, durch auf das Wohl der ganzen Staats Verbindung ge⸗ ten und Sie, über Selbstsucht und Eigennutz erhaben, Ihre richtet 2. Vortheile dem allgemeinen Besten gern unterordnen, daß Lersönlich attisch Rützliche und Bewährte dem Unsicheren und Zwei⸗ Sic das Pis vorzichen, daß Sie recht darauf sinnen, solche Maß⸗ eihaften wodurch ein gesegnetes Verhältniß zwischen König segeln anha 2 der Flor des Staates und das Gedeihen der ind Be durch ein angemessenes, kräftiges Zusammenwirken beider Kirche, 9 dem Einen großen Zweck der Menschenveredelung im⸗ Institute zu dr Heil Jonen! Der Segen der aus Ibrer

6— fördert wird. 5 8 mer mebt best⸗ as Ganze erwächst, fommt Ihnen selbst zu Gute;

b e. Unde wobl, so geht es auch Ihnen wohl.“

6 d 3 9 = 5 . 4 geht Zur Feier des Geburtstages Sr. Koͤnigl. Hoheit des Her⸗

Cambridge wird heute Abend am Koͤniglichen Hofe f Lgeine zahlreiche Gesellschaft aus allen . e zu einem Mittagsmahle im großen Ballhofssaale, ½ Geburtsfest des den Herzen der Hannoveraner stets so euren Fuͤrsten zu begehen. Die Kunst-Ausstellung ist, wie on immer an diesem Tage, auch diesmal, heute eroͤffnet worden. sUcergeipzig, 25. Febr. (Leipz. A. 3.) In dem Verzeich⸗ nisse der Vorlesungen auf unserer Universitaͤt fuͤr das Sommer⸗ Halbjahr sind Hofrath Dahlmann und Ihr. Ewald als Privat⸗ Dozenten aufgefuͤhrt. Jener wird seine Vorlesungen nach sei⸗ ner Ruͤckkehr aus dem Bade anzeigen, dieser liest uͤber den zentateuch und das Sanskrit.

Weimar, 21. Febr. (W. Z.) Unser Landsmann, Pro⸗ fessor Uyr. Koch, trat bekanntlich im Fruͤhjahre 1836 eine Reise nach dem Kaukasus an, um das Gebiet der Botanik und der Naturgeschichte uͤberhaupt durch Forschungen zu erweitern. Ue⸗ berall befriedigt von den Ergebnissen seiner wissenschaftlichen Bestrebungen und noch voll von den Eindruͤcken der uͤberraschen⸗ den Natur⸗Schoͤnheiten und der vielen Alterthuͤmer, die sich sei⸗ nen Blicken darboten, verließ er in der Mitte des Dezembers v. J. Tiflis, den Mittelpunkt seiner vielfachen Ausfluͤge, nach⸗ dem er noch eine Reise in das Weinland Kaukasiens unternom⸗ men hatte, und war, den letzten Nachrichten zufolge, schon uͤber die hoͤchsten Berge, die Europa von Asien trennen, nicht 5 Lebens⸗Gefahr gestiegen, um nach Odessa zu gelangen. on hier aus wollte er sich uͤber Moskau nach St. Petersburg be⸗ geben und im Fruͤhling in seine Heimath zuruͤckkehren. Jeden⸗ falls sind von ihm ausfuͤhrlichere Mittheilungen uͤber seine in— teressanten Reisen und Forschungen zu erwarten.

Nuͤrnberg, 23. Febr. Der Nuͤrnberger Korrespon⸗ dent enthaͤlt uͤber eine vom Professor Goͤrres unter dem Titel „Athanastus“ herausgegebene Parteischrift einen Artikel, an dessen Schluß es heißt: „Moͤchten doch Herr Goͤrres und noch Mehrere „daherum“ sich entschließen, auf einige Jahre nach Nuͤrnberg zu ziehen, um hier etwas mehr Duldung zu lernen. Auch wir Protestanten haben unsere Eiferer, die uns gern blind machen moͤchten, aber wir hoͤren nicht auf sie; wir halten fest an dem Wort: „„In allerlei Volk, wer Gott fuͤrchtet und recht thut, ist ihm angenehm““, und leben mit unseren Katholiken wie mit Glaubensgenossen. Bei uns hoͤrt man nie die Frage: ist er Katholik oder Protestant? Im Magistrate sitzen die Katholiken bruͤderlich neben den Protestanten, und das fast durchgaͤngig protestantische Kollegium der Gemeinde⸗Bevoll⸗ maͤchtigten hat erst vor wenigen Jahren einen Katholiken zu seinem Vorstand gewaͤhlt. Als vor kurzem ein protestantischer Geistlicher beerdigt wurde, erschien die katholische Geistlichkeit uneingeladen am Grabe, und an dem Sarge eines protestan⸗ gtischen Kirchen⸗Rathes haben die Protestanten die Rede des katholischen Geistlichen fuͤr die gediegenste erklaͤrt. Das ist eine wahre, keine heuchlerische Duldung, die in anderen Deutschen Staͤdten auch gefunden werden koͤnnte, wenn nicht Leute da waͤren die, aus was immer fuͤr Gruͤnden, ein auslaͤndisches Interesse verfolgen und verfechten.“

111“] ern, 17. Febr. Am 10ten d. hat das katholische Groß⸗ raths Kollegium des Kantons St. Gallen die Aufloͤsung des Benediktiner⸗Klosters Pfaͤfers beschlossen. Da sich wichtige Kir⸗ chen⸗ und staatsrechtliche Eroͤrterungen an diesen Beschluß knuͤpfen hhn, gb theilen wir hier den woͤrtlichen Inhalt desselben mit; 8 et: „Das katholische Großraths⸗Kollegium des Kantons St. Gal⸗

len, in Betracht, daß der ökonomische und innere Zustand des Klo⸗

ht Pfifers dessen Auflösung gebiete; in pflichtgemäßer Fürsorge heeh für Erhaltung und angemessene Verwendung der betreffenden segh der. als für gebührenden Unterhalt der Corporations⸗ jeder, beschließt hiermit was folgt: Art. 1. Die Kloster⸗Corpo⸗ ration von Pfäfers ist als aufgelöst erklärt. Art. 2. Das Vermö⸗ gen des Klosters Pfäfers soll sofort durch den katholischen Admini⸗ II Art. 3. der Administrations⸗Rath wird beauftragt, sofort über die Dotirung bb irten Pfründen des Klosters, so wie über die Auslösung ctac ger Beschwerden, genauen Untersuch walten zu lassen und hr. ho ischen Großraths⸗Kollegium darüber zu berichten und An⸗ ürg 8 stellen. Art. 4. Die Heilquelle darf nicht veräußert werden. 1““ Kollaturrecht der inkorporirten Pfründen übergeht als ee be iches Recht an die Pfarrgenossenschaften der bisher inkor⸗ werden Art. 6. Den Herren Kapitularen und Laienbrüdern e; n Ft Kloster⸗Vermögen folgende jährliche Pensionen be⸗ ligen Fhses Abt 1800, dem Herrn Dekan 1000, dem jewei⸗ u Ffilof. 00, einem Herrn Konventual 600, einem Laienbru⸗ nach Feder der Pensionirten erhält darüberhin eine Aussteuer, schlage u in Geld oder Geräthschaften in billigem An— Die n iitten Thei. der Pensions⸗Summe gleichkommt. gemeinsame 8 fließen vom 1. Apeil l. J. an, mit welchem Tage der Corporation 1I im Kloͤster aufhört, nachdem die Mitglieder der Huer werden öe anderwärtigen Aufenthalts zuvor ihre Aus⸗ deres Kloster v ber. Art. 7. Durch den Eintritt in ein an⸗ Ansprache auf ana Pension verwirkt, jedoch hat der Betreffende lichen, welche in zenesfene Aussteuer. Art. 8. Jenen Klostergeist⸗ genießen, die nicst he üger dem Kanton eine öffentliche Anstellung oll das jährliche Einko Fl. (die Stolgebühren ungerechnet) erträgt, bessert werden. Ar⸗ deFen bis auf die Summe von 700 Fl. aufge⸗ Allem zur Gründuug de bg allfällige Ueberschuß soll zuerst und vor lischen Konfessionstheil v.Realschulen in den Bezirken für den katho⸗ riner solchen für den Be . Jrggg verwendet, und mit Gründung Für gegenwärtigen Bef 1 Sargans begonnen werden. Art. 10. werden; sodaun soll die Sanction des Staats eingeholt Kapitel des Kloste ird der Administrations⸗Rath dem Abt und es Klosters Pfäfers da 1 jtthei 7

von ebenfalls Mittheilung machen.

Tuͤrkei.

„In Uebereinsti b

eee hesesabeenmung mit den gestern von uns nach der

Gee b. n . gegebenen Nachrichten meldet auch der

Isten d. M. S Konstantinopel vom 31. Januar: „Am d wurde der Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗

ind, Ibrer Mitbürger, die mit Ihnen demselben Könige⸗ 8

8 i“

heiten, Reschid Bey, und der Muschir von Aidin, Ahmed Fethi Pascha, zur Pforte geladen und ihnen daselbst im Beiseyn des Groß⸗Wesirs ein großherrliches Handschreiben be⸗ kannt gemacht, durch welches Ersterem der Titel eines wirklichen Pascha mit der Bestimmung nach Paris, als außerordentlicher Botschafter, verliehen, Letzterer aber zum Botschafter am Londo⸗ ner Hofe ernannt wird. Reschid Pascha wird durch dieses Handschreiben im Posten eines Ministers der auswaͤrtigen An⸗ gelegenheiten bestaͤtigt und der Musteschar Nuri Efendi als sein provisorischer Stellvertreter während seiner Abwesenheit aufgestellt. Eben so behaͤlt Ahmed Fethi Pascha das Muschir⸗ lik von Aidin, welches mittlerweile von Namik Pascha verwal⸗ tet werden soll. Beide Botschafter duͤrften erst nach zwei Mo⸗ naten die Reise nach ihrer Bestimmung antreten.

Der unlaͤngst zum ersten Botschafts⸗Secretair in Wien er⸗ nannte Rauf Bey hat nun die Bestimmung erhalten, sich in Begleitung Reschid Pascha's in gleicher Eigenschaft nach Paris zu begeben, und es ist an seine Stelle Muchtar Efendi, einer der Secretaire der Diwans⸗Kanzlei, gewaͤhlt worden. UMnunlgJngst ist in dieser Hauptstadt eine Franzoͤsische Kommis⸗ sion unter Leitung des Herrn Bailly, General⸗Inspektors der Finanzen, angekommen, welche den Auftrag hat, den bei der Administration und Organisirung der Franzoͤsischen Dampf⸗ schiffe bisher bestandenen Maͤngeln abzuhelfen und groͤßere Re⸗ gelmäaͤßigkeit in ihre Fahrten zu bringen.

Schon seit drei Wochen ist in die hiesigen Spitaͤler kein einziger Pestkranker uͤberbracht worden, so daß die Seuche fuͤr den Augenblick als erloschen angesehen werden kann.

Die Tekwimi Wekaji vom 29. Schewal 1253 (27. Jan.) enthaͤlt auch Folgendes: „Da Se. Hoheit stets bemuͤht sind, die Or⸗ ganisation der Marine immer mehr zu vervollkommnen, so haben Hoͤchstdieselben fuͤr noͤthig erachtet, die Großherrliche Flottille auch mit Dampfschiffen zu versehen, und daher den Befehl er⸗ theilt, drei Dampfschiffe im Großherrlichen Arsenal zu bauen. Es wurde daher bereits ein Schiff in der Naͤhe des Arsenals auf dem Platze von Ainali⸗Kavak unter der Leitung des Bau⸗ meisters Rhodes gebaut und am 27. Schaban im Beiseyn Sr. Hoheit und Ihren Excellenzen der beiden Minister des Innern und der auswaͤrtigen Angelegenheiten, und des Muschir von Aidin Ahmed Fethi Pascha, so wie auch in Gegenwart des Musteschar's der Marine, Mußa Safuti Efendi, und der andern Vorsteher des Großherrlichen Arsenals, mit Leichtigkeit und ohne Unterbrechung vom Stapel gelassen. Se. Hoheit geruhten, den erwaͤhnten Schiff⸗Baumeister, so wie die ihm dienenden Ge⸗ huͤlfen mit Geschenken zu begluͤcken. Zu gleicher Zeit kamen die aus England verschriebenen eisernen Rͤder und andern Maschinen an und werden gegenwaͤrtig dem Schiffe eingefuͤgt. Se. Hoheit geruhten, dasselbe, um ihm wie allen andern Schiffen einen Namen zu geben, „Esseri Chais“ („Spur des Guten“) zu benennen. Von den drei erwaͤhnten Dampfschiffen befindet sich bereits ein zweites großes in der Arbeit und wird in kur— zem auch vollendet werden.“

Die genannte Tuͤrkische Zeitung berichtet ferner: „Ein gemeiner Soldat, Namens Ahmed, gebuͤrtig aus dem Dorfe Jortan bei Jesͤsidsche im Sandschak Safranburli, wel⸗ cher zu dem ersten Regiment der Brigade des Oßman Pascha gehoͤrt, fand neulich in einer Straße des Stadtviertels Aksarai*) einen Beutel, der an Goldmuͤnzen 4 Vierziger, 157 Zwanziger, 2 Zehner und 143 Dreier, dazu ein Siegel mit dem Namen Mustafa enthielt. Der Soldat brachte diesen Beutel nebst Inhalt sogleich in den Palast des Seriaskers, uͤbergab ihn sei⸗ nem Ober⸗Offiziere und erzaͤhlte ihm, wie er zu dem Funde gekommen. Da nun alle Ereignisse bei dem Militair in einem besonderen Journale verzeichnet und dem Sultan vorge⸗ legt werden, so las Se. Hoheit auch den Bericht uͤber die schoͤne Handlung des Soldaten Ahmed, dessen Ehrlichkeit Sr. Hoheit besondere Freude machte. Der Ahmed ist auf aller⸗ hoͤchsten Befehl sogleich zum On-Baschi (Korporal) befoͤrdert worden, und hat eine gute Belohnung 8 gg. Nachdem durch Erkundigung ermittelt war, daß obige Summe einem hochbe⸗ jahrten Kaufmann gehoͤrte, erhielt der Eigenthuͤmer die Wei⸗ sung, im Palaste des Seriaskers sein Geld in Empfang zu nehmen. Dieses wurde ihm gengu vorgezaͤhlt und dann einge⸗ haͤndigt, worauf er in bruͤnstigen Segenswuͤnschen fuͤr das Le⸗ ben und Heil des Sultans und fuͤr die Wohlfahrt der Groß⸗ herrlichen Truppen seiner Dankbarkeit Luft machte.“

Griechenland.

In einem Schreiben aus Triest vom 12. Februar in der Allgemeinen Zeitung heißt es: „Die Familie des Herrn von Rudhart war noch am 256sten v. M. zu Athen und erwar⸗ tete daselbst die Ruͤckkehr des Herrn von Rudhart, um ihm dann nach Deutschland zu folgen. Es war gegruͤndete Hoffnung vorhanden, daß die Geld⸗Verlegenheit, in welcher sich Griechen⸗ land befindet, durch die Huͤlfe der fremden Maͤchte demnaͤchst werde gehoben, und daß die Maßregeln, um Ordnung und Sparsamkeit in die Finanzen zu bringen, welche der Koͤnig an⸗ zuordnen bemuͤht ist, vom besten Erfolge seyn werden, so daß man die eingegangenen Verpflichtungen gegen die Staats⸗ Glaͤubiger treulich erfuͤllen und in der Zukunft keines fremden Beistandes mehr benoͤthigt seyn wird. Diese auf wohlge⸗ gruͤndete Voraussetzungen gebauten Hoffnungen tragen unend⸗ lich viel bei, das oͤffentliche Vertrauen zu vermehren. Der nach Athen berufene Herr Zographos ist aus Kon⸗ stantinopel daselbst eingetroffen. Er hatte unter Versiche⸗ rungen von Freundschaft von Seiten des Sultans fuͤr den Koͤ⸗ nig Otto Konstantinopel verlassen und die Gewißheit erhalten, daß die Handelsverbindungen zwischen der Ottomanischen Bs an⸗ und Griechenland ohne Verzug geregelt und dabei die Inter⸗ essen beider Theile gehoͤrig bewahrt werden sollen. Dies ist ein unerwartet großer Fortschritt, weil zuletzt die Handelsver⸗ bindungen Griechenlands doch hauptsaͤchlich mit den Untertha⸗ nen der Pforte bestehen und diese Verbindungen am gewinn⸗ reichsten sind. Seit dem Unabhaͤngigkeits⸗Kriege waren sie fast gaͤnzlich unterbrochen, was sehr nachtheilig auf Griechenland wirkte. Jetzt werden sie, wie gesagt, wieder hergestellt werden, was nur Gluͤckliches verspricht. Herr Lyons, der lange sehr beweglich war, scheint jetzt ruhig und sich nicht mehr in die in— neren Angelegenheiten Griechenlands mischen zu wollen. Er soll in dieser Beziehung die strengsten Befehle erhalten haben.

II11“

Berlin, 27. Febr. Aus einer Uebersicht des finanziellen Zustandes der Gemeinden des Regierungs⸗Bezirks Koͤln pro 1837 ergeben sich folgende Haupt⸗Resultate:

⸗*) Dieses Viertel liegt ziemlich in der Mitte des südlichen Thei⸗

les von Konstantinopel.

Am Schlusse des Jahres 1836 beliefen sich die Kommunal⸗ Schulden in den 11 Kreisen jenes Regierungs⸗Bezirks:

sen und Zinsen⸗Ruͤckständen uͤberhaupt noch auf 131,133 Rthlr. 28 Sgr. 1 Pf.

11,246 » 27 »„ 4 » 142,380 Rthlr. 25 Sgr. 5 Pf.

——y—

an neuen Schulden sind im vori⸗ gen Jahre hinzugetreten..

In Summa also Hiervon sind waͤhrend des Jahres 1837 abgetragen worden....

so daß am 1. Januar 1838 noch ein Schulden⸗Rest verblieb von 384,862 Rthlr. 25 Sgr. 2 Pf.

Das Resultat der Schulden⸗Tilgung ist hiernach auch fuͤr das Jahr 1837 wieder recht erfreulich ausgefallen (es stellt sich sogar um etwa 1060 Rthlr. hoͤher als pro 1836) und liefert den Beweis, wie sehr auf den schuldenfreien Zustand der Gemein⸗ den, unter gehoͤriger Beruͤcksichtigung der finanziellen Kraͤfte derselben, unablaͤssig hingewirkt wird. Was die laufenden staͤn⸗ digen und unstaͤndigen Einkuͤnfte pro 1837 im Vergleich zu den Ausgaben betrifft, so halten sich dieselben in den Kreisen Gum⸗ mersbach, Muͤlheim, Rheinbach, Waldbroel und Wipperfuͤrth die Waage, und in den Kreisen Bergheim, Bonn, Landkreis Koͤln, Euskirchen und Sieg uͤbersteigen sie die Ausgaben uͤberhaupt um 7371 Rthlr. Dagegen stellt sich fuͤr die Stadt Koͤln das bedeutende Defizit von 47,961 Rthlr. heraus. Dasselbe wird indessen etwa zur Haͤlfte aus vorhandenen Ueberschuͤssen und Ersparnissen fruͤherer Jahre gedeckt werden koͤnnen. Die Ge⸗ sammtzahl der Kommunal⸗Beamten im Reg. Bez. betraͤgt ge⸗ genwaͤrtig 1914 Personen, nämlich 89 Buͤrgermeister, 169 Bei⸗ geordnete, 1576 Gemeinderaͤthe und 80 Forst⸗Beamte.

Die im Laufe des letztverflossenen Jahres dem hiesigen Armen⸗Fonds unmittelbar, oder den von der Armen⸗Direction abhaͤngigen Instituten zugefallenen Vermaͤchtnisse betragen zu⸗ sammen 2435 Rthlr.

Das „Institut von Frankreich“ (Abtheilung fuͤr mora— lische und politische Wissenschaften) hat in seiner Sitzung vom 3. Februar den Herrn Professor Friedrich von Raumer zu sei⸗ nem Korrespondenten fuͤr allgemeine Geschichte erwaͤhlt.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. 8

Berlin. In der Versammlung naturforschender Freunde am 20. Februar trug zuerst Herr Schleiden secine neuen Beobachtungen über die Verwandlung der Holzfaser des Kienholzes in Stärkmehl durch Kochen mit kaustischem Kali vor und bestätigte die konzentrisch⸗ schaalige Bildung der Stärkmehl Kügelchen. Die mit Jod⸗Linktur blau gefärbten Holzfasern wurden unter dem Mikroskope vorgezeigt. Herr Link sprach darauf über das Wachsen der Wurzeln, welches durch Ausetzen eines unregelmäßigen Zellgewebes in die Länge eben so wie beim Stamme in der Dicke erfolge. Ferner legte derselbe die in Griechenland von ihm beobachteten Eichen⸗Arten erläuternd vor und sprach über die in Sizilien, Istrien und Griechenland wild wachsende Pyrus cuneifolia Gussone oder P. amygdaliformis Koch. Herr Ehrenberg übergab Herrn Hofraths Nürnberger natur⸗ und gewerbswissenschafiliche Berichte als Geschenk des Verfassers. Der⸗ selbe theilte dann mit, daß die diesjährige strenge und anhaltende Kälte des Winters die als Dammerde im Thiergarten befindlichen lebenden Jufusorien⸗Massen nicht ertödtet habe, sondern daß nach 18 bis 200 Reaumur Kälte, bei behutsamem Aufthauen der Erdschollen, vor wenig Tagen noch viele Thierchen wieder lebendig umherkro⸗ chen, viele aber allerdings gestorben zu seyn schienen. Feruer zeigte derselbe eine größere Masse ihm aus Schweden zugesandter Infuso⸗ rien⸗Erde aus dem See Lillhaggsjön vor, welche dort bei Umtä, wie bei Wasa in Finnland, aus alter Gewohnheit zum Brod gemischt wird, und erinnerte an die geschichtlichen Verhältnisse der oft dem Tabackrauchen ähnlichen, bisher für Europa unbekannten Gewohnheit des Erde⸗Essens der Bewohner sehr vieler, selbst reicher, Erd. Gegen⸗ den ohne Schaden für die Gesundheit. Herr von Olfers legte mehrere Bruchstücke von 2 Arten der fossilen Fischgattung Lepidotus aus den Portland⸗Schiffen vor, welche dem L., ornatus und minor Agass. am nächsten kemmen und, vorsichtig aus dem Steine hervorge⸗ arbeitet, nicht nur zur Erkenntuiß der äußeren Form hinreichen, sondern auch Einsicht in die Skeletbildung dieser Fischgattung gestat⸗ ten. Herr Leopold von Buch übergab seine Schrift über Del- thyris oder Spirifes und Orthis.

Berlin. Wer mag wohl der Herr Alexander de St. Chéron seyn, der das Buch von Ranfe: Die Rämischen Päpste ꝛc ꝛc, nicht allein in einer Französischen Uebersetzung herausgegeben hat, sondern sogar in einer Uebersetzung in das Jesuitisch⸗Katholische! Jedenfalls ist er ein großer Convertisseur, dieser Herr de St. Chéren, der selbst gedruckte und lange bekannte Bücher zu seinem Glauben zu bekehren weiß. Er verfährt dabei folgendergestalt: Ranke sagt Theil I. p. 183 „Luther gelangte zu der Lehre von der Versöhnung durch Christum ohne alle Werke; von diesem Punkte aus versiand er erst die Schrift, auf die er sich gewaltig stützte. Von Lovola finden wir nicht, daß er in der Schrift geforscht“ ꝛc. Dies wird bei Herrn Alexander de St. Chéron I. p. 249 folgendergestalt übersetzt: Luther arriva à sa fatale doctrine de la réconciliation par le Christ sans les oeuvres, appuyant sa dangereuse erreur de paroles de l'Eeriture sainte, bien mal comprises par lui et trop vivement adoptées par ses mauvaises passions. Quant à Loyola, nous ne pensons pas, que ses vues nouvelles lui aient été données par les saintes ecritures. Und eine solche Uebersetzung führt den Titel: Histoire de la papauté par Mr. Ranke. Und in der Vorrede wundert sich der Herausgeber, und erklärt es für einen Triumph seiner Meinung, daß man in Ber⸗ lin so schreibe. Denn in diesem Sinn hat er das ganze Werk bear⸗ beitet und alles protestantische Element möglichst daraus vertilgt, in usum l)elphini, in majorem dei gloriam! Wir sind ermächtigt, zu er⸗ klären, daß Herr Professor Ranke diese Histoire de la Papauté, die seinen Namen führt, nicht als sein Werk anerkennt: er protestirt vielmehr förmlich und feierlich dagegen. XV

Paris. In der Sitzung der Akademiec der Wissenschaften am 19. Februär berichtete Herr Becquerel über einen von Herrn Reveu in der Seine gefundenen Anker. Herr Libri theilte ein Schreiben des Professors Linari in Siena mit, worin derselbe die Priorität der Entdeckung des Verfahrens, aus dem Zitterfisch einen elektrischen Funken zu locken, für sich in Anspruch nimmt und diese Reclamation durch ein Schreiben des Herrn Matteucci unterstützt, worin dieser Gelehrte sein Bedauern darüber ausspricht, daß er bei dem interessanten Versuche nicht habe zugegen seyn können. Herr Coriolis erstattete einen äußerst günstigen Bericht über mehrere von Herrn von Pambour eingereichte Abhandlungen über Dampfmaschi⸗ nen. Herr Arago legte zwei von dem Direktor der Sternwarte, Herrn Capocci, erfundene, sehr sinnreiche Instrumente vor; das eine ist ein Photemeter und soll dazu dienen, die Klassistzirung der Sterne nach ibrer Helligkeit zu erleichtern, das andere ist zur Beobachtung der Kometen bestimmt. Herr Dumas legte zwei Abhandlungen über den Zucker vor, deren eine von ihm allein, die andere von ihm und Herrn Peligot verfaßt worden ist.

Friedrich Foͤrster's Gedichte. Erstes Buch: Kriegslie⸗ deer, eine Festgabe zur 25jährigen Jubelfeier der freiwil⸗ ligen Jaͤger. Berlin. Heymann 1838.

Der Verfasser, dessen schönes Lieder⸗Talent sich längst viele Freunde erworben, und dessen Dichtungen in ansprechenden Melodieen vielfäl⸗

tig gesungen werden, veranstaltet jetzt keine Sammlung seiner Ge⸗

an verzinslichen und unverzinslichen Kapitalien, so wie an Zi -⸗,