1838 / 65 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

FVFeiissenschaft, Kunst und Literatur. „Berlin. Die Sitzung des Vereins für Erdkunde am 3. Märg rröffnete Herr Reinganum durch eine Mittheilung über die Insel Sikinos nach den Untersuchungen von Herrn Dr. Roß in Alhen. Darauf sprach Herr Steffeus über die Guäner und Lappen. Herr Dr. Klöden las sodann über das Sinken der Dalmatischen Küsten. Herr Lichtenstein gab zuletzt einige Notrzen über die Reise des Ferrn Lientenant Aldo von Katte in Abvssinien.

b8. Fest der Russischen Literatur.*) (St. Petersburg. Am Mittwoch den 14. Februar wurde hier ein herrliches Fest hbegangen, nämlich das 70ste Geburtsfest unseres berühmten Fabeldichters Joyann Krvloff und das 50zährige Jubi⸗ läum seines literarischen Wirkens, das stinen Ruhm mit dem des Baterlandes verband. Um 5 Uhr vereinte sich in den weiten Sälen des Hauses Frau von Engelhardt cine zahlreiche Gesellschaft, in welcher sich

der

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genossen und eine freudige Rückerinnerung der Rachwelt. 8

ter Anderen defanden: der Staatsrath Graf R. Novossilzoss, der

Kriegs⸗Minister Graf Tschernitscheff, der Finanz⸗Minister Graf Kan⸗ crin, der Minister der Staats⸗Domainen, von Kisseleff, der General⸗

Adjutant Graf von Benckendorff, der Oberscheuk Graf Stroganoff, der Adels⸗Marschall des Gouvernements von St. Petersburg und Ober⸗Stallmeister, Fürst Dolgorukv, die Geueral⸗Adjatanten Fürsten Trubetzkoi und Dolgorufv, der Minister des Innern ven Biudoff,

und viele hohe Beamte Gelehrte und Freunde der vaterländischen Li⸗ teratur.

zen Versammlung mit einer kurzen, auf das Fest bezüglichen Anrede begrüßt wurde. In den Zügen aller Anwesenden äußerte sich die gespannteste Erwartung im Vorgefühle des Augenblicks, den der bobe

Beschützer der vaterländischen Bildung auserschen batte, um den Br⸗

terauen unserer Literatur seiner huldreichen Aufmerksamfeit zu mwür⸗ digen. Nach einigen Augenblicken erschien der Minister der Volks⸗

Auffklärung, von Uwaroff, und indem er im Namen Sr. Majrstät des Kaisers den Jubilar beglückwünschte, überreichte er ihm zugleich die Insiguien des St. Stautslaus⸗Ordens zweiter Klasse, mit einem in den gnädigsten Ausdrücken abgefaßten Schreiben Sr. Mazestät. Die Rührung, die der Jubelgreis über diesen Beweis der Gnade seines Monarchen empfand, iheilte sich auch allen übrigen Anwesenden mit

und gab sich in den unzweideutigsten Zeichen kund.

Die Geseüschaft verfügte sich demnächst in den Konzertsaal, wo

ein glänzendes Festmahl bereitet war. G

jubeiten, als begingen sie ein jedem Herzen theures Familien⸗Fest. Nach Breudigung des Mahles brachte der Präsident des Festes den Toast auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers und Seiner erlauchten Familie aus. Hierauf wurde die Ratienal⸗Hymne „Gott crhalte den

Kaiser“ angestimmt, wobei sich das tiesste Gefühl wahrer Anhänglich. keit an das erhabene Herrscherhaus und der Ausdruck des inngsten Dankes für die dem Lande von demfelben erwiesenen WVoblthaten kund gab. Hiernächst brachte der Minister der VBelks⸗Auftlärung den

ketbümlich nach set⸗ 1

Toast auf den Jubilar mit folgenden Worten aus: Wirkungskreis sin Felde der Lieeratur, immer vot nem Gelste, immer folgerecht in seiner reinen un

ein Beispiel dem anffeimenden Talente, eine Anfmu

*) Dieser Ariikel ist uns nachträglich zur Ergänzung des bereits

in Nr. 56 der St. Ztz. nnter der Rübrik „St. Prtereburg“ zegebe⸗ ☛έ 2 9

929 9

e, en.

nen Berichts über jenes Fest zugefertigt worden.

82

gemeine

Demnächst erschien der Restor der Russischen Dichter, wei⸗ cher an der Thür von den Fest⸗Ordnern empfangen und von dem

Wirklichen Geheimrun Rath Herrn von Olenin im Namen der gan⸗ 8 d 8 u6 8 erb, dessen erfolgreiche Bemübhungen um Rußlands Literatur,

löschlich für diejenigen bleiden, die so manche angenehme Stunde in Krvleff's Gesellschaft zubrachten und mit dessen Namen die vater⸗ . †n⸗ nase, par Mr. Théaulon.

Musik crlönte, und die Gäste

.4 0 3 d siillichen Tenden,

2 . 4 „† No S nierung den Zeit⸗

meiner glücklichsten Tage bezeichne ich den, der mich in Ihrer Mitte traf und an dem mir die Ehre zu Theil ward, Ihnen, meine Herren, den Ausdruck der Allergnädigsten Theilnahme Sr. Majestät des Kai⸗ sers an dem gefeierten Dichter und an dessen erfolgreichen Bemühun⸗ gen darzubringen“ Unbeschreiblich war der Jubel, mit welchem die⸗ fer schöne Toast ausgebracht wurde. Mittlerweile erschien der Sän⸗ ger Petroff und trug ein von dem Fürsten Wiasemsky verfaßtes und von dem Grafen Michel Wielhorski in Musik gesetztes Gedicht vor; es wurde im Chor wiederholt und nach einem g'änzenden Tutti erhob sich die klangvolle Stimme Petroff's durch: „Icy grüße Dich, Groß⸗ vater Kevloff“. Allgemeiner Jubelruf criönte und mit Enthusias⸗ mus wurde der Gesang wiederhelt. Nach Beendigung desselben brachte der Minister des öffent ichen Unterrichts den Toast aus: „Auf das Wohl des Pocten und des Musikers“, welcher mit dem leb⸗ haftesten und rauschendsten Beifalle aufgenemmen wurde. Diesem folgte der Toast: „Dem Ruhme und Gedeihen Rußlands und den Forzschritten der Russischen Literatur“, ausgebracht von dem Dichter Sbukowsky, der demnächst cine Rede bielt, in welcher er mit Feuer

und tirfem Gefühle die allgemeine Verchrung für den gefcierten Ju- 8 u sch Zäaletzt ers-oll der Toast des Fürsten Odejewsko: „Auf dae Webhl der Anwesenden!“

biler und dessen sch iftstellerischzu Werib aussprach.

Dichters, derjentsen, weiche nach den Worten des Fürsten Odejewskr, nach den Fabeln Krvloff’s lisen lerngte. D. in den Jaorbüche: zlich. Das scöne Fest, erhöht durch die von Sr. Majestät dem ser i

chen Kryloff be 1

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engte Tveilnahme und Sein ens

Stern sich Russischen

ländische Sprache liebgewannen. So lange dieser helle nicht verdunkelt, werden sie ihm aus voller Seele den echt Gruß zurufen: „Sev gegrüßt, Großvater Kevloff!“

Aber Krbloff stirbt nicht.

bleiben, denn sie wurden zu volksthümlichen Sp üchwörtern, und haben:

solche Sprüchwörter leben mit den Völkern und überleben sir. Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags Abends Nach einmallger

6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

330,59“ Par. 33 1,21““ Par. + 1,1 °R. +th 1,2 9 R. Fiußwärme 0,99 R. + 2,00 R. 1,4 9 R. Bodenwärme 0,50 R. 85 vEt. 80 *Ct. Ausdünstung 0% 2i ⁄Rb. trübe. trube Wind... W. W.

WSW.

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* 330,16"„Par. + 020 R.

Luftauck... . Qucllwärme 6,8 9 R. Luftwärme.. Thaudunkt. 1,2 9 R. Dungsaͤttigung

88 vCt.

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Tagesmittel: 330,65„ Par.. +† 1,89 R..

Woikemzug.

Ausvwvärtige Börsen. Amsterdam, 27. Februar. Schuld 535⁄/1 6. 5 % do. 1017, 5 % Span. 18371 1. Passtve —. Ausg. Sch. Zinsl. —. „Präm.-Sech. —. Poln. 119 ¼. Oesterr. Met. 102 ⅛. Antwerpen, 26. Februar. Neue Anl. 183⁄15.

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unserem unvergeßli⸗ abenes Woblweollen für werden unaus⸗

Seine Werke werden unvergänglich

Nanz-Eill.

Frankfurt a. M., 1. Marz.

Oesterr. 5 % Met. 106 ¾⅞. G. 4 % 101 ⅛½. G. 2 ½ % 61 150 ½. C. Loose zu 500 fl. 120 ⁄1. 120 ¾. Loase zu 100 Fl. 261 Preuss. Präm.-Sch. 65. 64 à¼. do. 4 % Anl. 102 ⅞. G. Poln. 1.9 68 ⅞. 68 ⅛⅞. 5 % Span. Anl. 10 ½. 10 ¼. 2 ½ % IIoll. 532/16. 527

Hamburg, 2. März.

Bank-Actien 1423. 1420. Engl. Russ. 108 ⅞. 5 % Port. —. 3 % —. Neue Anl. 17.

London, 24. Februar.

Cons. 3 % 92 ½. Belg. 103 ¼. Ausg. Sch. 9 ⅞16. 2 ½ % Iloll. 53 ⁄. do. 3 % 17 ¼¾. Engl. Russ. —. 29 ¼. Peru —. Chili —.

Paris, 26. Fehruar.

5 % Rente 109. 80. 3 % 79. 75. 5 % Neap. 99. 10. 5

Span. Rente 19. Passive 4. 3 % Portug. 18 ¼.

5 % 5 % Port. Bras. —. Columb. 27 ¼. M.

Königliche Schauspiele. Montag, 5. Maͤrz. Im Schauspielhause: Liebe, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. Dienstag, 6. Maͤrz. Im Opernhause: Musik von L van Beethoven. Im Schauspielhause: Représen ation extraordinaire au néice de Mlle. Lancestre. Ahonnement suspendu. Le spechas se composera de: 1) La premiere représentation de: Julie, ¹ La séparatiun, comédie nouvelle en 5 actes et en prose, du thaz frança s, par Mr. Empis. 2) La premiere représentation de: S lacle à la cour, vaudevrille nonveau en 2 actes, du théâtre du G

Fidelio, Oper;

8 Billets zu dieser Vorstellung sind von Morgens 91 Mittags 2 Uhr, in der Wohnung der Dlle. Lancestre, Chard ten⸗Straße Nr. 27, 2 Treppen hoch, zu folgenden Preisen

Ein Billet zum Balkon und einer Loge des ersten Rang Da zu dieser Benefiz⸗Vorstellung Abonnements nicht gg

tig sind, so werden die resp. Inhaber von Abonnements⸗Platz.

ersucht, bis Montag, den öten d. M., Mittags 2 Uhr, bestm men zu lassen, ob sie die Plaͤtze behalten wollen, oder ob die selben anderweitig verkauft werden sollen.

Freitag, 9. Maͤrz. Im Opernhause, zum erstenmale: D hinkende Teufel, pantomimisches Ballet in 3 Abth., von C. ralli, fuͤr die Koͤnigl. Buͤhne bearbeitet und in Scene gese

Die zu dieser Vorstellung eingegangenen Meldungen ¹ Billets sind beruͤcksichtigt worden. 11““

8 Koͤnigsstaͤdtisches Theater.

Maneag, 5. Maͤrz Der Rattenfaͤnger von Hameln. N. mantisch ⸗komische Oper in 3 Akten. Musik vom Kapellmeiste Franz Glaͤser.

8 Redacteur Ed. Cottel. Gedruckt bei A. W.

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Neue Anl. 19 ¼. Passire 1

Kabale u und, sich an den Jnbilar wendend, schilderte derseibe das Verhältniß vom Stadttheater zu Posen: Ferdinand, als Gastrolle.) †½ der jüngeren literarischen Welt zu den Svrfungen des berübmten 2 Ab 2 Abth. er 14 Februagr bleibt

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Berlin, Dienstag den 6ten

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Kronik des Tages. Heute wird das ôéte Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung ausgege⸗ bben, welches enthaͤlt die Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordres, unter Nr. 1870. vom 24. Januar d. J. wegen Verleihung der re⸗ vidirten Staͤdte Ordnung vom 17. Maͤrz 1831 an die Staͤdte Bomst und Buk im Großherzogthume Posen, und 1871. vom 24. Februar d. J. wegen Konvertirung und Einloͤsung der Westpreußischen Pfandbriefe. Berlin, den 6. Maͤrz 1838. I1“1“ Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir.

Der Justiz⸗Kommissarius Geyert zu Wreschen ist in ppleicher Eigenschaft an das Land⸗ und Stadtgericht zu Rawicz ersetzt worden.

Im Bezirk der Koͤnigl. Regieruug

zu Aachen ist dem bisherigen Vikar Jansen zu Eupen die erledigte Pfarrstelle in Eicherscheid verliehen worden;

u Erfurt ist die evangelische Psarrstelle zu Werleshausen it Neuseesen und Lindewerra im Kreise Heiligenstadt dem Kan⸗ bidaten Ruͤhling aus Fretterode verliehen worden.

Angekommen: Der General⸗Major und Kommandant don Breslau, von Strantz J., von Breslau.

[Abgereist: Der General⸗Major und Inspecteur der Re⸗ onten, von Cosel, nach Koͤnigsberg in Pr. Fuͤrst Alexander Golicyn, nach Warschau. 11“ 1“

Zeitungs⸗Nachrichten. ö111I11““

1

Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 26.

Februar. Der baron Mounier berichtete in dieser Sitzung uͤber den Ge⸗ ez⸗Entwurf wegen des Fracht⸗ und Landfuhrwesens, und trug uf die Annahme desselben, jedoch unter zahlreichen Modisica⸗ ionen, an. Die Berathungen uͤber diesen Bericht, dessen Vor⸗

5. oder am 29. März, oder endlich an 12. April dieses Jahres, Nachmittags 3 Uhr, Jahre auf hiesiger Weinkammer gehörig anzumelden und z1

Bekanntmachungen.

Wenn über den Rachlaß des im voriger hierselbst verstorbenen Kaufmanns Wilhelm Hecht der beschrinigen, eoder zu erwarten, daß sie durch das am förmliche Konkurs eröffnet worden, so werden alle 25. April dieses Jahres in öffentlicher Diät zu publi⸗ und jede, welche an den Rachlaß des Kaufmanns zirende Präflusio⸗Erkenntniß werden präkludirt und Wilheim Hecht und namentlich an das dazu gehörige, von aller Theilnahme an diesem Konkurse ausgeschlessen in der Heiligen Geiststraße sub Litt. D. No. 28 hier⸗ werden.

selbst belegene Wohnhaus c. p. Ausprüche und For⸗ Stralsund, den 26. Februar 1838. derungen zu machen berechtigt sind, hierdurch aufge⸗ Verorduete zum Stadt⸗Kammergericht. fordert, solche in nachstehenden Terminen, als: C. W. Groskurd.

rich!s⸗Herren, Just'zämtern, Dorfgerichten ꝛc. besondt v E14*“ enstit sbrauchbar seyn. Dem Tuel nach ist es zwar zunäch chen Eingaben. FZür Polizei⸗ Kemmissarien, e den Breslanuer Regierungs⸗Bezirk vestimmt, d schulzen, Gendarmen und Peolizei⸗Sergeamen und alle jedoch die darin enthaltenen und durch das Landrecht diejenigen, weiche im Pelzzeifache angestellt zu wer. die Gesetzsammlung, v. Kamptzschen Annalen ꝛc. publ⸗ den Heoffnung haben. Heransgegeden von J. Fr. Kuhn cirten polizeilichen Gesetze und Verordnungen ein 8v0. Geheftet. 17 ½ sgr. allgemeinere Gültigkeit haben, so folgt hͤeraus benu „Die Preußische Polizei ist, ihrer Tendenz nach, eine selost, daß auch ein allgemeciner Gebrauch daven ge öffentliche Aufsichtsbebörde, welche die Bestimmung macht werden kann. 3 bat, die algemeine bürgerliche Ordnung im Staate Der Preis ist 15 sgr., wefür es jede Buchhandlung aufrecht zu erhalten und zu befördern, so wie Ver⸗auf feste Bestellung besorgt. Das Inbalts-⸗Verzeichn brechen, Vergehen, Unglücksfälle, Seuchen ꝛc. zu ver⸗ davon wird gratis ausgegeben ber Aug. Schulz?

Dienstgeschäfte und Polizeigesetze, nebst Formularen F

Rappoͤrten, Berichten, Bazeigen und andern dienstii⸗ sung volle zwei Stunden dauerte, wurden auf den naͤchsten

Montag (öten) angesetzt. Einen zweiten Bericht uͤber die Abtretung der Umgebungen des Invaliden⸗Hotels an die Stadt aris stattete der Graf von Haubersaert ab. Den Rest der Sitzung fuͤllten die Debatten uͤber das Gesetz in Betreff der Zusammensetzung und der Kompetenz der Handels⸗Gerichte. In der Sitzung vom 27. Februar sollte, nach Erledi⸗

ig einiger groͤßtentheils unerheblichen Bittschriften⸗Berichte, ie Diskussion uͤber die Handels⸗Gerichte fortgesetzt werden. uf die Bemerkung des Herrn Pelet jedoch, daß das betref⸗

No. 12707. EDITTO. B

Per parte dell' Imperial Regio Tribunale Civile von Seiten des di Prima Istanza sedente in Venezia. 3

Viene col presente Editto notificaro al nobil uomo Durch gegenwärtige Bekanmmachung wird dem Giovanni Pisani figlio del nobil uomo Francesco Pi. Edelmanne Jebann Pisani, dem Sohne des Edel⸗ zani seniore, la cui esistenza e il di cui luogo di mannes Franz Pisani des älteren, eröffnet, daß, da domicilio sono ignoti, che dal suddetto nobil uomo es unbefannt ist, eb er noch am Leben und wo er sich suo padre venne prodotta in questo Tribunale uno aufhält, sein vorerwähnter Pater bei diesem Gerich e istanza nel giorno 23 giugno corrente, onde sia giu- unterm 23. Juni curr. darauf angetragen hat, daß dizialmente dichiarata la morte di esso assente nobil der abwesende Edelmann Johann Pisani für tedt uomo Giovanni Pisani. erklärt werde.

Si notifica parimenti al suddetto nobil uomo Gio. Zugleich wird dem erwähnten Edelmanne Johann vanni Pisani, che per l'effetto sopraindicato, e a di. Pisam angezeigt, daß zu obigem Behuf und zur sesa dei di lui diritti il suddetto Pribunale Civile Wahrnehmung seiner Rechte das gedachte Civil⸗Gericht nomind in di lui curatore l'avvocato signor Angelo den Advokaten Heren Angelo Zennari zu seinem An⸗ Zennari affinchè in suo confronto, e a tutto pericolo walt bestellt bat, damit zu seinem Besten und ganz e spese di esso nobil uomo Giovanni Pisani abbiano auf Gefahr und Untosten desserben Edelmannes Je⸗ luogo gli atti di regola, e possa emanarsi il relativo hann Pisani die vorgeschriebenen Maßregeln genom⸗ giudizio. men und das darauf bezügliche Urtheil bekannt gemacht

Locchè viene col presente notificato ad esso nobil werden können. uomo Giovanni Pisani all' effetto che in ogni caso Demzufolge wird durch Eegenwärtiges dem gedach⸗ o comparisca, o in altra maniera dia notizia al sul- ten Edelmanne Johann Pisam aufgegeben, in jedem lodato Tribunale della sua esistenza entro il periodo Falle, innerbalb eines Jahres, entweder vor dem ge di un anno, satto comminatoria che non comparendo dachten Gerichte zu erscheinen oder demefelben von nel termine suespresso, e non dando nel termine seinem Leben auf andere Weise MRachricht zu geben, stesso legale notizia di sua esistenza, il Tribunale bei Verwarnung, daß, im Falle er nicht innerchald der procederà alla sua dichiarazione di morte. ecbgedachten Frist erscheint und keine gesetzliche Nach

Gio. Co. Welsperg, icht von semnem Leben giebt, das Gericht zu seiner Presidente. Teodes⸗Erklärung schreuen werde.

Dall' Imperiale Regio Tribunale Civile di Prima Johann Gr. Welsperg,

Istanza. Prästdent 1

Venezia, 25 giugno 1828. des Kaiserl. Königl. Cril⸗Gerichts ersier Instanz.

Giuseppe Gattinoni, eunedig, den 25. Juni 1828. Segretario. 88 Joseph Gattinont,

NB. Essendo morto nel 22 luglio 1836 il nob. Seererair. Almorò terzo detto Francesco Pisani seniore padre XB. Da der edie Almerd der dritte, genannt Franz dello assente, la tutela dell' altro figlio Almorò terzo Pisani der ältere, Vater des Abwesenden, am 22. Jull Giovanni Giuseppe ebbe ordine dal suo Tribunale 1836 gesterben ist, so erhieit die Vormundschaft des in Padova di riprendere la procedura di morte, e aunderen Sehnes Almord des dritten, Jehann Joserb, tale ripresa fu intimara al curatore avvocato Zen. ven ihrem Gerichte zu Padna den Befehl, das Tedes⸗ naro con istanza 21 aprile 1837 del Tribunale di Verfahren zu wiederholen, und diese Wirderbelung Venezia No. 15611. wurde dem Advokaten Anwalt Zennaro durch den Eilaß vem 21. April 1837 vom Gerichte zu Venedig unter Mr. 15611 angefündigt.

ekauntmachung s Kaiserl. Königl. Civil⸗Gerichts erster Instanz in Venrdig.

Die General⸗Versammlung der Stettin⸗Kopenhage ner Dampf⸗Schifffahrts⸗Gesellschaft findet am 29. März c., Vormitiags 10 Uhr, in der Wohnung des Unmterzeichneten statt.

Stettin, den 28. Februar 1838.

A

24

. 8 . Literarische Anzeigen. Handbüchlein für dienntern Polizeibeamten. So eben ist bei G. Basse in Quedlinburg erschie⸗ nen und in der Stuhrschen Buchhandiung zu Berlin, Schloßplatz Mr. 2, zu haben: Der Preuß. Gendarm und Polizeibeamte. Ein vollständiges Handbuch zur Belechrung über alle

Lemonius.

ende Gesetz in genauem Zusammenhange mit demjenigen uͤber iee Tribunaͤle erster Instanz stehe, das gegenwaͤrtig die Depu⸗ rten⸗Kammer beschaͤftige, und daß namentlich die projektirte rweiterung der Kompetenz der Handels⸗Gerichte von 1000 bis f 1500 Fr. von der Entscheidung der andern Kammer uͤber ieselbe Kompetenz⸗Ausdehnung der Tribunaͤle erster Instanz bhaͤngen duͤrste, beschloß die Versammlung, die Debatte auf nbestimmte Zeit zu vertagen; sie trennte sich daher ohne Anberau⸗ ung ihres naͤchsten Sitzungstages.

Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 26. Februar. Pn dieser Sitzung wurde die Berathung uͤber den Gesetz⸗Ent⸗ burf wegen der den Gebruͤdern Koͤchlin in Entreprise zu ge⸗ enden Ausfuͤhrung einer Eisenbahn von Straßburg nach Ba⸗ lwieder aufgenommen. Der Graf Jaubert hatte, wie man ch erinnern wird, in der letzteren Sitzung verlangt, daß nicht loß uͤber das Amendement der Pairs⸗Kammer, sondern noch nmal uͤber den ganzen Gesetz⸗Entwurf, Paragraph fuͤr Para⸗ aph, abgestimmt werde, da er noch Einiges uͤber die den derren Koͤchlin aufgelegten Bedingungen zu sagen habe. Dem⸗ maͤß ergriff derselbe jetzt das Wort, um es zu tadeln, daß an die Entrepreneurs gegen Erlegung einer Summe von Million Fr. eventuell von der Verpflichtung losgesagt habe, ie Bahnstrecke von Straßburg bis Lauterburg zu bauen. Er ug sonach auf die Wegstreichung des betreffenden Passus aus m Kontrakte an. Dieser Forderung widersetzte sich der Han⸗ els-Minister. „Bayern“, sagte er, „wollte die Bahnstrecke on der Rheinschanze bis Lauterburg ausfuͤhren; damit nun sere Straßburg⸗Baseler Bahn sich jener Bahn anschließe, ver⸗ gten wir, daß die Entrepreneurs sich zugleich anheischig ma⸗ en sollten, die Strecke von Straßburg bis Lauterburg mit zu bernehmen, und Herr Koͤchlin war Anfangs hiermit einverstanden. paͤterhin aber wurde ihm die Sache leid; er erklaͤrte, daß ine Associes sich vielleicht in jene Bedingung nicht wuͤrden igen wollen, und verlangte daher eine Frist, um sich hieruͤber vor mit ihnen zu verstaͤndigen. Dies hatte die jetzige Ab⸗ assung des betreffenden Paragraphen des Kontrakts zur Folge, vonach den Entrepreneurs die Fortfuͤhrung der Eisenbahn von Ptraßburg bis Lauterburg freigestellt wird, unter der Bedin⸗ ng, daß sie in casu quod non 1 Million Fr. zum Besten der⸗ nigen Gesellschaft zahlen, die alsdann, statt ihrer, diesen Bau nternimmt. Sie wissen, meine Herren, daß in Bayern be⸗ eits eine Kommission zusammengetreten ist, um die zur Aus⸗

rung der Bahnstrecke von der Rheinschanze bis Lauterburg sarderlichen Vorbereitungen zu treffen. Es wuͤrde daher un⸗ chs seyn, wenn wir in den Kontrakt mit den Herren Koͤchlin rantrine Klausel einschalteten, die von dem guten Willen Pereresche zeugt.“ Nach einigen Bemerkungen des Herrn 15 ryer, der sich den Ansichten des Ministers anschloß,

sich noch einmal der Graf Jaubert vernehmen, um die

hindern und ihnen vorjubauen. Dem untern Polizei. Comp. in Breslau.

beamten, insbesendere dem Gendarm und dem Peli⸗ Jan Berlin nimmt Bestellung an L. Hold, König⸗ zeisergeanten, kann kein brauchbarecres Haudbuch überstraße Nr. 62, neben der Post. 1 seinen Dienst und dessen Pflichten in die Hände gege⸗ ven werden, als das vorstehende. Es enthält nicht nur die speziellen Dienst⸗Iunstructionen, so wie For⸗ mulare zu schrifltlichen Meldungen, Berichten ꝛc., son⸗ dern lehet auch alle zu seinem Ressort gebörige Poli⸗ zrigesetze und Verordnungen und ihre Anwenduang kennen. Um die resp. Polrzeibehörden zu veranlassen, dieses nützliche Handbuch ihren Subalternen zur Au schaffung zu empfehlen, haben wir dafür den sehr wohlfeilen Preis von 17 i sgr. gestellt, wefür es in allen Buchbandlungen zu haben ist. (Das Buch enthält 24 enggedructe Begen und wird breschir ausgegeben.)

Bei L. Vofs in Leipzig ist so eben erschiene Immanuel Kant's sämmtliche Werke hberausgegeben von Rosenkranz und Schubern Neunter Band, enthaltend die Rechtslehre, Tugenm lehre und Erziehungslehre. Subseript. Preis Th (Der Subscript.-Preis des ersten Bandes ist 2 ¾⅔ 1hl-

Die gechrten Subscribenten ersuche wir, diesen Theil in Empfang nehmen; wollen.

Ferner ist so eben angekommen:

Anastasius Grün, Gedichte. Leipzig, 1838. 2 Thlr.

Bartels Vorlesungen über mathematischs Analysis, herausgegeben von Struve. Dor pat, 1837. 4 ½ Thlr.

Chaudoir Aperçusur les monnaies russe 2 Vols. Avec planches St. Petersbourg. 18 Th-

Vofssche Buchhandlung,

Charlottenstrasse No. 25, Ecke der Dorotheenstrabee

2te Auflagg

Bei Job Fr. Leich in Leipzig ist nen erschienen und bei E. S. Mirtler in Berlin (Slechbahn Mr. 3), Pesen, Bromberg vorräthig:

Beschreibung der Einrichtung und Gebrauchsweise der unter dem Euglischen Namen Shrapnel-shells oder Spherical-case-sbot bekaunten K artätsch⸗ Granaten und der umer dem Namen Con⸗ grevesche oder Brand⸗Raketen bekannten Kriegs⸗ Raketen, nebst einer Beurtheilung ihrer Werk⸗ samkeit und An rendbarkeit im Kriege. Von einem Deutschen Artillerie Offizier. 1s Heft. Mit einer lühegr. F guren⸗Tafel. Gr. 8vo. Brosch. 20 sgr.

Der Verfasser hat darch diese Schrift den Schleur

gelüftet, der bisher über diesen Geschossen lag und se üngstlich gebütet wurde. Sellte es einer Anpreisung z u der Wichtigken seines Unternehmens bedürsen, so mögen dazu die Weorte des General L'Connel dienen, wescher n seinem Méèm, sur le changement qu' une Artiiterie bien instruite et bien employéee peut produice dans ies systemes de la tactique moderne sagt: Congreveschen Raketen und die Sbrapnels geben der Artiterie eine vernichtende Kraft in dem Grade, daß sie als die Geißel der Menschhet wid angeseben werden kénnen.“ „Welchem Militairn tönnte die Einrichtung und Wirkung eines solchen Geschosses gleichgültig sepu?“ Das Ale Hist, wemit das Ganze vellendet, ist unter der Presse.

-——.—

In der Buchbandlung von A. Eyssenhardt Berlin (Werdersche Mühlen Nr. 15) und Züllitu ist so eben erschienen:

Das Mineral⸗ und Kohlenschlammbg Gleissen nach seinen Heilwirkungen im Jahre 1837 und ga⸗ wärtigen Einrichtungen von Dr. Gutjabr, praktische Arzte und Bade⸗Arzte zu Gieissen. Nebst einem Tutt

kupfer. Preis 2 ½ sgr. Zum Besten der Armen. 1

Bei der großen Frequenz, deren sich das Bad Gltil sen besenders im verigen Jahre wieder erfreute, schic es dem Verfasser notbwendig, in dieser Schꝛift eus Beschreibung der neuen auf die Gesundbeit und 1 Vergnügen der Besuchenden binzielenden böchst elegan ten Einrichtungen für diejenigen zu geben, welche d beilsamen Wirkungen der M neralquellen oder Schlamm⸗ bäder erproben wollen. Mebrere sehr beachtungswerltg Fäue, in denen sich dieselben be ährt haben, stad dart nusführlich besprechen, und der Anbarg emthält un⸗ genaue Nachweisung der Pesten. Course, der Preise füt⸗ Wehnung, Beköstigung, Päder n. s. w.

Die Breschüre ist durch jede Buchbandlung, nament,

Dir „Die

CTTöT1V1611666e.. 8 Das im März d. J. erscheinende Supplement Heft zu Wenzig’s Repertorium der Polizei gesetze ꝛc. entbält außer den neuesten allgemeinen 8 1 gesetzlichen Bestimmungen über das peltzeiliche Ressort lich durch die von Miitler in Posen und Brembem auch die des gesammten polizelichen Verfah⸗(Aderholz in Breslau, Hoffmann in Frantfur rens in Civil⸗, Untersuchungs⸗, Kriminal⸗, Trans⸗[2. d. O., Prausnitz im Glegau, Merin in Steitim/

vort⸗Sachen ꝛc. und wird daber allen Ortspelizet Dietze in Anclam, zu erhalten. ““ Bebörden und Beamten, resp. landräthlichen Aemtern,

ch

NV

m gemachte

Distrilkts⸗Kommissarien, Magisträten, Patrimenialge.

8

Beschuldigung zuruͤckzuweisen, daß er ein entschie⸗!

dener Feind aller Actien⸗Gesellschaften in Bezug auf Eisenbah⸗ V nen sey. Zugleich wiederholte er seinen Antrag, daß man den mit den Herren Koͤchlin abgeschlossenen Kontrakt, in sofern er die Bahnstrecke von Straßburg bis Lauterburg betreffe, aͤndere. Der Praͤsident behauptete, daß die Kammer hierzu nicht be⸗- fugt sey; sie koͤnne wohl den vorliegenden Gesetz⸗Entwurf, aber nicht den Kontrakt, der demselben zum Grunde liege, modifizi⸗ ren. Hierauf beantragte der Graf Jaubert folgendes Amen⸗ dement zu dem Gesetz⸗Entwurfe: „Fuͤr den Fall, daß die in Bayern projektirte Eisenbahn von der Rheinschanze bis Lauter⸗ burg zu Stande kommen sollte, sind die Herren Koͤchlin gehal⸗ ten, die Straßburg-Baseler Bahn innerhalb 5 Jahren und auf den Grund eines besonderen Gesetzes bis Lauterburg fortzufuͤh⸗ ren oder eine Summe von 1 Million Fr. zum Besten derjenigen Gesellschaft zu erlegen, die jene Bahnstrecke zu bauen unter⸗ nimmt.“ Dieser Antrag wurde indessen verworfen und dagegen das Amendement der Pairs⸗Kammer, wonach die Un⸗ ternehmer sich zuvor zu einer anonymen Gesellschaft konstitui⸗ ren muͤssen (deren Statuten bekanntlich der vorherigen Geneh⸗ migung der Regierung unterliegen), angenommen. Der ganze Entwurf ging sodann mit 237 gegen 20 Stimmen durch, und wird sonach in diesen Tagen als Gesetz im Moniteur erschei⸗ nen. Am Schlusse der Sitzung beschaͤftigte die Kammer sich mit dem Gesetz⸗Entwurfe wegen der Tribunaͤle erster nstanz.

In der Sitzung vom 27. Februar legte der Finanz⸗ Minister den Rechnungs⸗Abschluß von 1830 und einen Ge⸗ setz⸗Entwurf vor, worin er einen Zuschuß zu den Pensionen der Beamten des Finanz⸗Ministeriums verlangte. Hiernaͤchst wurden die Berathungen uͤber die Tribunäale erster Instanz fortgesetzt.

Paris, 27. Febr. Im Departement der auswaͤrtigen Ange⸗ legenheiten will man fuͤr bestimmt wissen, daß der Vicomte von Ru⸗ migny zum Botschafter in Neapel, und der Baron Billing, fruͤher erster Botschafts⸗Secretair, zum Gesandten hei einem Deutschen Hofe ernannt worden sey. Der Baron von Barante soll nun definitiv zum Nachfolger des Generals Sebastiani in London ernannt worden seyn, vorher aber noch den Kaiser von Ruß⸗ land bei seiner Ankunft in Deutschland komplimentiren.

Statt des verstorbenen Herrn Pouyer ist der Requôtenmei⸗ ster, Herr Fleuriau, zum Direktor der Personalien beim See⸗ Ministerium ernannt worden.

Das legitimistische Blatt 1l Europe meldet, daß der Kar⸗ dinal Spada zum Paͤpstlichen Nuntius in Paris bestimmt sey, und daß Herr Garribaldi in gleicher Eigenschaft von hier nach Bruͤssel gehen werde.

Die gestern von mehreren hiesigen Zeitungen gegebene Nachricht von dem Tode des Marquis von Grammont war voreilig; der Zustand des Patienten hat sich im Gegentheil etwas gebessert.

Die mit der Pruͤfung des zweiten Gesuchs wegen gericht⸗

bei Mendavia uͤber den Ebro zu gehen.

wVondon, 24. Febr.

licher Belangung des Herrn von Girardin beauftragte Kom⸗ mission hielt gestern ihre Schluß⸗Sitzung. Die Majoritaͤt hat sich dahin entschieden, daß die nachgesuchte Erlaubniß nicht zu ertheilen sey. Herr von Jussieu ist zum Berichterstatter ernannt worden.

Der Messager sagt: „Seit der Eroͤffnung der Session scheinen die Regierung und die Deputirten⸗Kammer von einer Art politischer Laͤhmung befallen zu seyn, die sie verhindert, irgend etwas zu thun, obgleich sie den besten Willen haben, recht viel zu thun. Es sind viele Fragen auf einmal angeregt worden; aber Jeder, der die gegenwaͤrtige Lage schaͤrfer ins Auge faßt, muß die Ueberzeugung gewinnen, daß aus diesen bedeutenden legislativen Anstrengungen nichts Wichtiges hervor⸗ gehen wird. Man glaubt, die Ursache dieser politischen Un⸗ fruchtbarkeit in dem Schwanken der Majoritaͤt zu finden. Es scheint in der That unmoͤglich, inmitten jener parlamentarischen Spaltungen mit einem entschiedenen Systeme zu regieren, und man versichert deshalb auch, daß das Ministerium entschlossen sey, jener Ungewißheit ein Ende zu machen und die Deputirten⸗Kammer in den Stand zu setzen, sich fuͤr oder gegen das Kabinet aus⸗ zusprechen. Das Ministerium waͤhlt zu dieser Probe die Er⸗ oͤrterung der Frage uͤber die geheimen Fonds. Der Conseils⸗ Praͤsident will der Kammer erklaͤren, daß er diese Angelegen⸗ heit zu einer Kabinets⸗Frage machen und daß er seine Entlas⸗ sung einreichen werde, wenn man auch nur einen Franc von der verlangten Summe abziehe. Die guͤnstige Zusammensetzung der Kommission hat dem Ministerium diesen Muth gegeben. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß die Majoritaͤt den in Rede stehenden Gesetz-⸗Entwurf ohne irgend eine Veraͤnderung anneh⸗ men werde, weil das linke Centrum fuͤrchtet, durch den Sturz des Ministeriums dem rechten Centrum einen Dienst zu erwei⸗ sen, und so umgekehrt. Aber wird dieser Sieg dem Ministe⸗ rium den ernstlichen Besitz einer politischen Majoritaͤt sichern? Wird bei anderen Gelegenheiten eine Verschmelzung der ver⸗ schiedenen Parteien zu erlangen seyn? Wir glauben nicht; denn dazu gehoͤrte vor allen Dingen, daß das Ministerium in seinem eigenen Schoße die Einheit des Willens und der An⸗ sichten herstellte, die es von der Kammer verlangt.“

Die Akademie der Inschriften hat in ihrer gestrigen Siz⸗ zung beschlossen, daß eine Medaille zum Andenken an den ver⸗ storbenen Herrn Silvestre de Sacy geschlagen werden solle.

Man sieht mit großer Spannung dem Erscheinen der Me⸗ moiren der Madame Dudevant (Georges Sand) entgegen, die ganz in der Art und mit derselben Freimuͤthigkeit, wie Rous⸗ seau's Bekenntnisse, geschrieben seyn sollen.

Byron's „Parisina“, in eine Oper verwandelt, mit Musik von Donizetti, ward am 24sten d. auf dem hiesigen Italiaͤni⸗ schen Theater aufgefuͤhrt, hat aber trotz der Mitwirkung Ru⸗ bini's, Tamburini's und der Grisi nicht gefallen.

In der Umgegend von Marseille standen am 20. Februar schon viele Mandelbaͤume in Bluͤthe.

Die Ernennung der Herren Laffitte und Gouin zu Mit⸗

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- der Kommission, die mit der Pruͤfung des Renten⸗ onversions⸗Entwurfes beauftragt worden ist, wirkte heute laͤh⸗ mend auf die Course der Franzoͤsischen Fonds. Die Asphalt⸗ Actien sind heute abermals auf eine unerhoͤrte Weise gestiegen Sie standen gestern 5250, eroͤffneten zu 5500, stiegen in einer halben Stunde auf 6000, und schlossen zu 5850. Es heißt, das Haus Rothschild werde dem Unternehmen Eingang in London und in den ersten Staͤdten Englands verschaffen.

Aus Logrono wird unterm 19ten d. gemeldet, daß Espar⸗ tero mit 450 Pferden und 2 Kanonen nach Haro abgegangen war, um die von einer Abtheilung Karlisten unterbrochene Ver⸗ bindung zwischen Haro und Vittoria wiederherzustellen. Der Angriff gegen Estella ist nur aufgeschoben. Van Halen steht mit der schweren Artillerie bei Viana. Leon⸗el⸗Conde war uͤber Villa⸗Barbara und Oleiza bis in die Naͤhe von Estella vorge⸗ drungen; aber er fuͤhrte keine Artillerie mit sich, und dies hin⸗ derte ihn, die Stadt anzugreifen. Zabala droht neuerdings,

Großbritanien und Irland. 8 Der Lord⸗Kanzler von Irland, Lord Plunkett, wird in diesen Tagen von Dublin hier erwartet.

Lord Nugent hat bei der Wahl fuͤr Marylebone bereits Herrn Ewart den Platz geraͤumt; nur der Radikale, Oberst Thomson, macht ihm von der liberalen Seite noch die Wahl streitig. Der Globe meint, er werde nicht ein Zehntel so viel Stimmen erhalten, als Herr Ewart, und es waͤre besser, er zoͤge sich bei Zeiten zuruͤck, um nicht die liberalen Stimmen zu zersplittern und auf diese Weise den Tory, Lord Teignmouth, ins Parlament gelangen zu lassen.

Ueber die Beschuldigung, welche Herr O'Connell bei dem Diner in der Kron⸗ und Anker⸗Tavern gegen die Tory⸗Mit⸗ glieder der Wahl⸗Ausschuͤsse des Unterhauses erhob und die ebenfalls am Montage von Lord Maidstone im Parlament zur Sprache gebracht werden wird, aͤußert sich die Morning Chroniecle folgendermaßen: „Als das ehrenwerthe und gelehrte Mitglied fuͤr Dublin am Mittwoch von „„Meineid““ sprach und die Mit lieder der Wahl-Ausschuͤsse desselben beschuldigte, da meinte Herr O'Connell nicht u Art des falschen Schwurs uͤber Thatsachen, die nach unserem Gesetze strafbar ist, weil sie vorsaͤtzlich und verbrecherisch ist. Dies ist ein bekanntes und handgreifliches Vergehen, aber wenn diejenigen, welche die Guͤl⸗ tigkeit der Wahl⸗Petitionen untersuchen und als Richter und Geschworne handein sollen, irgend eine Lauheit in der Beobach⸗ tung ihres Eides zeigen, so ist das zwar nicht ein Verbrechen, dessen die Betheiligten durch die Aussagen zweier glaubhafter Zeugen uͤberfuͤhrt werden koͤnnen, aber moralisch sowohl als politisch ist es ein Vergehen der aͤrgsten Art und von den nach⸗ theiligsten Folgen. Wir sagen nicht, daß, wenn selbst das par⸗ teiischste Mitglied eines Wahl⸗Ausschusses seine Zeugen⸗Aussage eidlich vor einem Gerichtshofe abgaͤbe, ein solches Mitglied hier auch nur auf die allerentfernteste Weise einer Verdrehung der Wahrheit uͤberwiesen werden koͤnnte; aber es ist nicht weniger ge⸗ wiß, daß Parlaments⸗Mitglieder, wenn sie geschworen haben, zwischen zwei politischen Gegnern, die auf die Wahl fuͤr eine besondere Grafschaft oder Stadt Anspruͤche machen, getreu und unparteiisch zu entscheiden, oft diese Ceremonie mehr in dem Lichte eines sogenannten „„Zollhaus⸗Eides““, als einer geheilig⸗ ten religioͤsen Verpflichtung betrachten. Wenn Herr O Con⸗ nell die Absicht hat, sich auf den Umstand zu stuͤtzen, daß ein solches Feeen ganz notorisch ist, werden ihm zahlreiche Zeugnisse zu Gebote stehen, und ein Mitglied, das den an der Tafel und im Angesicht des ganzen Hauses geschworenen Eid, „„die Guͤltigkeit einer Wahl⸗Petition treu und wahrhaft zu pruͤfen““, so weit vergißt, daß es aus politischen Vorurtheilen ungerecht entscheidet, begeht einen moralischen, wenn auch viel⸗ leicht keinen politischen Meineid.“

Die Aeußerung des Bischofs von Exeter, die Lord John Russell am Montage im Unterhause zur Sprache bringen will, ist in einer Rede enthalten, die der Bischof bei seiner Rund⸗ reise im Jahre 1836 an die Geistlichen seiner Dioͤzese hielt. Er beschuldigte darin alle Katholiken, die fuͤr die Bill zur Regu⸗ lirung der Einkuͤnfte der Geistlichen und zur Befoͤrderung des religioͤsen und sittlichen Unterrichts in Irland gestimmt haben, des Verraths und des Meineides. Die bezuͤgliche Stelle in der Rede des Bischofs lautet folgendermaßen: „Zuerst will ich uͤber die Bill sprechen, die den Titel fuͤhrt: „„Akte zur Regu⸗ lirung der geistlichen Einkuͤnfte und zur Befoͤrderung des reli⸗ gioͤsen und moralischen Unterrichts in Irland““„, d. h. in einfa⸗ chem Englisch, eine Akte zur Beschlagnahme der Einkuͤnfte der protestantischen Kirche in Irland und zur Verwendung derselben 8 irgend einem unbestimmten Zwecke, um Moral ohne

eligion und Religion ohne Glauben zu lehren. Ich kann Ihnen nur Gluͤck dazu wuͤnschen, daß jene maäͤßi⸗ gen Fonds, denn als solche haben sie sich erwiesen, welche die Fröͤmmigkeit und Weisheit fruͤherer Jahrhunderte fuͤr die Auf⸗ rechthaltung und Ausbreitung eines reinen Glaubens in Irland bestimmt hatten, nicht die Beute einer treulosen Faction gewor⸗ den ist, welche die Macht, Unheil zu stiften, niemals erlangt haben wuͤrde, wenn sie nicht Verpflichtungen eingegangen waͤre, die nach den Ansichten von Englaͤndern und Protestanten ein Jeder, der sich Christ nennt, nimmermehr zu verletzen wagen wuͤrde. Bei der Diskussion dieser Maßregel im Parlament hielt ich es fuͤr meine Pflicht, meinen Widerstand auf diesen Punkt zu stuͤtzen und eine solche Ausuͤbung der Rechte, die nur durch den Eid, „„die protestantische Religion nicht zu beunru⸗ higen und nicht zu schwaͤchen““ erworben wurden, als Ver⸗ rath und Meineid zu bezeichnen.“

Vorgestern wurden unter dem Vorsitz des Sergeanten Adams die Gerichts⸗Sessionen von Middlesex eroͤffnet. In der ersten Sitzung beschaͤftigte man sich hauptsaͤchlich mit einer Dis⸗ kussion uͤber die Wirkungen des Systems der Absonderung und des Schweigens in den Zucht⸗ und Besserungshaͤusern. Herr Hoare beantragte in dieser Hinsicht, daß die Friedensrichter,

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