1838 / 77 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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zog, so daß der Redner zuletzt im Unmuthe ausrief: es scheine, daß die Versammlung mehr Lust habe, zu lachen, als die oͤffentlichen Angelegenheiten ernstlich zu betreiben. „Das Ministerium des 6. September“, fuhr er ser⸗ „bestand aus den Herren Mol’é, Guizot, Persil, Duchaͤtel, Gasparin, Mar⸗ tin, Rosamel und Bernard. (Unterbrechung; „Das wissen wir längst!“*) Sie werden gleich sehen, weshälb ich Sie an diese Namen erinnere. Das erwaähnte Ministerium legte das soge⸗ nannte Disjunctions⸗Gesetz und noch ein anderes Gesetz vor, welches eine sehr glaͤnzende Dotirung der Mitglieder der Koͤ⸗ niglichen Familze bezweckte. Das erstere Gesetz wurde verwor⸗ fen; dennoch zogen von den Kabinets⸗Mitgliedern sich nur vier zuruͤck. Herr Molz, der das Disjunctions⸗ und das Apana⸗ gen⸗Gesetz eifrig vertheidigt hatte, blieb mit dreien seiner Kolle⸗ gen am Ruder. Von den neu eingetretenen Ministern aber war der eine der Berichterstatter fuͤr das Disjunctions⸗Gesetz und der andere fuͤr das Apanagen⸗Gesetz gewesen. (Die Her⸗ ren Salvandy und Lacave⸗Laplagne laͤcheln.) Eine solche Anomalie ist mir nicht recht erklaͤrlich; ich sollte meinen, daß, wenn ein politisches Gesetz verworfen worden, das ganze Kabinet, das dieses Gesetz vorgelegt hatte, sich zuruͤckziehen muͤßte.“ Herr Gauguier untersuchte hierauf das Betragen des jetzigen Kabinets während der letzten Wahlen, und bezeich⸗ nete dasselbe als eine foͤrmliche Parodie der Restauration. „Will man vielleicht“, fragte er, „eine hoͤhere Polizei, wie unter Lud⸗ wig XV., unter Napoleon und wie unter der vorigen Regie⸗ rung einfuͤhren, damit man die verschiedenen Intriguen in Er⸗ fahrung bringe, die in den Salons der Hauptstadt geschmiedet werden? Hierzu wuͤrden die von den Ministern verlangten Fonds schwerlich ausreichen.“ Am Schlusse seines Vortrages sprach der Redner sich noch dahin aus, daß das jetzige Mini⸗ sterium allerdings nicht viel tauge, daß es 186 n doch schwer seyn moͤchte, dasselbe anderweitig zu ersetzen. „Wie kommt es““, fragte er unter anhaltendem Gelaͤchter des Auditoriums, „daß es kei⸗ nen einzigen Stants mann giebt, der im Stande waͤre, an die Stelle des Herrn Molé zu treten? Das kommt daher, daß seit dem Jahre 1830 die Regeln der Repraͤsentativ⸗Regierung niemals gehoͤrig beob⸗ achtet worden sind.“ Nachdem Herr Gauguier schließlich erklaͤrt hatte, daß er gegen den Gesetz⸗Entwurf stimme, bestieg Herr Meil⸗ heurat die Rednerbuͤhne, um den Gesetz⸗Entwurf zu unter⸗ stuͤtzen. „Ich verhehle mir zwar nicht das Nachtheilige mei⸗ ne ge“, so hob er an, „denn der vorige Redner hat diesen

Entwurf so lebhaft und mit so schlagenden Gruͤnden be⸗ kaͤmpft (großes Gelaͤchter), daß ich befuͤrchten muß, nicht gegen ihn aufzukommen.“ Im weitern Verfolge seines Vortrages suchte darauf Herr Meilheurat zu beweisen, daß Fonds zu ge⸗ heimen Ausgaben jeder Regierung noͤthig waͤren, und daß kein

Minister, so eminente Talente er auch haben moͤchte, derselben

gaͤnzlich entbehren koͤnne. Die Attentate von 1834 und 1835 wuͤrden vielleicht nicht stattgesunden haben, wenn die Kammern der Regierung eine staͤrkere Summe zu den geheimen polizei⸗ lichen Ausgaben bewilligt gehabt haͤtten. Die Unzulaͤnglichkeit dieser Summe habe man im vorigen Jahre auch eingesehen, und daher 2 Millionen zu den geheimen Ausgaben hergegeben. Die Folge davon sey die Bewilligung einer Amnestie und ein uͤber⸗ aus gedeihliches, durch keine Unruhen irgend einer Art gestoͤrtes Jahr gewesen. Der Redner bemuͤhte sich ferner darzuthun, daß kein anderes Kabinet die Angelegenheiten des Landes besser betreiben wuͤrde als das jetzige, daß man sich gegenseitige Zuge⸗

8 ständnisse machen muͤsse u. s. w. Beim Abgange der Post hatte

er seinen Vortrag noch nicht beendigt.

m Paris, 11. Maͤrz. Der Koͤnig arbeitete gestern mit den

Ministern des Seewesens, der Justiz und des Handels, und begab sich sodann in Begleitung der Koͤnigin und der Prinzes⸗ sinnen Adelaide und Clementine nach Neuilly.

Der Prinz von Joinville wird in der zweiten Haͤlfte des Monats Mai in Brest zuruͤckerwartet.

Die Pairs⸗Kammer eroͤrtert in diesem Jahre die ihr vorgelegten Gesetz⸗Entwuͤrfe mit einer kanslam esn von der die fruͤheren Sessionen noch kein Beispiel gegeben haben. In ihrer vorgestrigen Sitzung gelangte sie in ihren Berathungen uͤber das Gesetz wegen des Frachtfuhrwesens nur bis zum I3ten Ar⸗ tikel, der Behufs einer neuen Abfassung noch einmal an die betreffende Kommission verwiesen wurde. Heute wurde die De⸗ batte fortgesetzt. .

Der Temps faͤhrt fort, der Deputirten⸗Kammer ihre schwankende Haltung vorzuwerfen, und dieselbe auf eine entscheidende Schlacht zwischen dem Ministerium und der Op⸗ position vorzubereiten. So sagt das genannte Blatt heute un⸗ ter Anderem: „Man kann nicht in Abrede stellen, daß unsere ganze parlamentarische Welt sich seit einiger Zeit im Ungewis⸗ sen bewegt. Man fragt sich, wo die Mojoritaͤt ist, und Jeder

weist dorthin, wo es ihm gefaͤllt: der nach dem rechten, jener

nach dem linken Centrum. Ein solches Schwanken ist ganz unertraͤglich, und das Ministerium sieht ein, daß es nothwen⸗ dig ist, demselben ein Ende zu machen. Die Wuͤrde der Kam⸗ mer, die Ehre der Nation, und vor allen Dingen das In⸗

teresse des Landes erheischen es. Gluͤcklicherweise ist der Augen⸗

blick nahe, wo jeder Zweifel schwinden wird. Das Ministerium ist entschlossen, allen Mißverstaͤndnissen, sie moͤgen nun wahr oder erdichtet seyn, ein Ende zu machen. Es werden zwei wichtige Fragen in der Kammer zur Berathung kommen: die geheimen Fönde und die Renten⸗Reduction. Wir haben schon bemerkt, daß das Ministerium sich in Bezug auf die erstere durchaus auf keinen Vergleich einlassen will. Alles oder nichts: die unverkuͤrzte Be⸗ willigung des verlangten Kredits oder die Aufloͤsung des Ka⸗ binets. Die Renten⸗Reduction ist eine Frage, die ausschließlich der ministeriellen Initiative angehoͤren muß. Wenn das Mi⸗ nisterium eine solche Maßregel fuͤr zeitgemaͤß hielte, so wuͤrde es sich bei der Ausfuͤhrung derselben gewiß nicht von Anderen vorgreifen lassen. Dem sey indeß wie ihm wolle, dem strengen Rechte nach hat eine politische Partei oder ein einzelner Depu⸗ tirter allerdings das Recht, jeden beliebigen Vorschlag zu ma⸗ chen; aber das Ministerium ist genoͤthigt, denselben zu be⸗ kaͤmpfen, sonst wuͤrde es seine Sorglosigkeit eingestehen. Auch haben sich der Conseils⸗Praͤsident und der Finanz⸗Minister im Schoße der Kommission bestimmt gegen die Zeitgemäaͤßheit jener Maßregel ausgesprochen. Die Kommission beharrt aber bei ihrer Ansicht, und beginnt also den Kampf. Das Ministerium erhebt demnach auch diesen Gegenstand zu einer Kabinets⸗Frage, und man wird nun nicht nc. sagen, daß es seine Existenz klei⸗ ner Interessen Rüer auf's Spiel setze. Alle Parteien der Kam⸗ mer scheinen entschlossen, dasjenige zu thun, was sie fuͤr ihre Pflicht haiten. Eine solche Debatte muß nothwendig den parlamentarischen Mißverstaͤndnissen ein Ziel setzen. Die Kammer wird gezwun⸗ gen seyn, Partei zu ergreifen. Es ist nicht mehr moͤglich, zu dem traurigen Ausweg seine Zuslucht zu nehmen, anders bei der offenen Abstimmung, anders bei der Kugelwahl zu votiren; denn das Votum

d e,an.

schusses fuͤr Newcastle under Lyne zeigte an, daß die

ffen oder geheim, wirdediesmal dasselbe Re⸗

vrunn

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sultat herbeifuͤhren, entweder die desinitive Befestigung oder die Auflösung des Ministeriums. Aber wenn diese Hauptfragen in einem oder dem anderen Sinne entschieden seyn werden, so beschwoͤren wir die Kammer im Namen des Landes, nicht wie⸗ der in verderbliche Unentschlossenheit zu verfallen, die die ganze Verwaltung laͤhmt, und wenigstens eine Zeitlang anhal⸗ tend zu wollen, was sie bei der bevorstehenden Debatte als ih⸗ ren Willen bezeichnet haben wird.“

Die Presse enthaͤlt Folgendes: „Die Deputixten⸗Kammer hat gestern eine Bittschrift, in welcher verlangt wurde, daß das Tragen des Ludwigs⸗Kreuzes verboten werden solle, durch die Tagesordnung beiseitigt. Unseres Erachtens hat die Kammer sehr Recht daran gethan; nur waͤre es vielleicht wuͤnschens⸗ werth gewesen, daß sie ihr Votum deutlicher motivirt haͤtte, um jenen Eifersuͤchtigen, denen die Ehre Anderer ein Dorn im Auge ist, darzuthun, daß die Geschichte Frankreichs gleichmaͤßig aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart zusammenge⸗ setzt, und daß die erstere nicht minder ruhmvoll als die letztere ist. Wir haben es schon bei mehreren Gelegenheiten gesagt: die sogenannten Patrioten, die die gaͤnzliche Unterdruͤckung des Ludwigs⸗Kreuzes verlangen, haben ihren Orden in drei Tagen verdient; die Anwigs⸗Ritter sind freilich nicht so schnell in den Besitz des ihrigen gelangt. laͤcherlich, sondern im hoͤchsten Grade ungerecht, daß man Maͤn⸗ ner, die fuͤr eine glaͤnzende That durch einen Orden belohnt worden sind, desselben nach 10 oder 20 Jahren unter dem Vor⸗ wande einer Revolution berauben will. Wir erkennen den Re⸗ volutionen das Recht zu, viele Dinge abzuschaffen; aber nie⸗ mals duͤrfen sie die Erinnerungen an große, muthige und edle Handlungen auszuldoͤschen trachten.“ 1

Herr Veron, der vormalige Direktor der großen Oper, scheint jetzt entschieden die politische Laufbahn einschlagen zu wollen. Er hat zwei Actien des „Ton itutionnel“ gekauft und ist in das Verwaltungs⸗Comité dieses Journals eingetreten.

Mlle. Mars hat einen neuen Kontrakt auf ein Jahr mit der Direction des Theatre français abgeschlossen.

In einem Schreiben aus Toulon vom öten d. heißt es: „Ich glaube, Ihnen als zuverlaͤssig melden zu koͤnnen, daß die jetzt stattsfindenden Truppen⸗Bewegungen sich auf die definitiv beschlossene Besetzung von Blidah und Coleah beziehen. Wenn die Regierung eine starke Expedition vorbereitet, um jene bei⸗ den Plaͤtze, die uns durch den Traktat an der Tafna zugespro⸗ chen worden sind, zu besetzen, so geschieht es, weil man Wider⸗ stand befuͤrchtet. Abdel⸗Kader befindet sich in diesem Augenblick in Medeah, wo er bedeutende Streitkraͤfte zusammengezogen hat, und wir erfahren aus sicherer Quelle, daß noch taͤglich zahtreiche Reiter⸗Abtheilungen zu ihm stoßen. Man versichert, daß ganze Staͤmme aus der Umgegend von Algier aufgebrochen sind, um sich dem Emir anzuschließen. Abdel⸗Kader rechnet sehr auf das Gelingen der Feisston, die er seinem ersten Minister, Ben⸗Arach, der sich nach Paris begiebt, anvertraut hat; und man glaubt allgemein, daß die militairischen Operationen in der Provinz Algier erst beginnen werden, wenn der Emir uͤber die Resultate der Unterhandlungen seines Ministers etwas Bestimm⸗ teres erfahren haben wird.“ g.;

Paris, 12. Maͤrz. Der Herzog und die Herzogin Alexan⸗ der von Wuͤrttemberg werden, dem Vernehmen nach, erst zwischen dem 20. und 25. k. M. hier erwartet, und den gan⸗

zen Sommer uͤber in Paris bleiben.

Man unterhielt sich an der heutigen Boͤrse viel von den bevorstehenden Debatten in der Deputirten⸗Kammer, und es gab sich von vielen Seiten die Besorgniß kund, daß das Mi⸗ nisterium bei der Renten⸗Reductions⸗Frage in der Minoritaͤt bleiben, und sich dann genoͤthigt sehen moͤchte, seine Entlassung einzureichen. Unter diesen Umstaͤnden ist ein Schwanken in den Coursen der oͤffentlichen Fonds natuͤrlich, und die Franzoͤsi⸗ schen Renten erlitten eine, wenn auch bis jetzt nicht sehr bedeu⸗ tende Preis⸗Erniedrigung. Die Portugiesischen 2ne- fielen um 1 pCt., weil man erfuhr, daß die projektirte 2 nleihe nicht zu Stande kommen, und das Lissaboner Kabinet sich wahrschein⸗ lich aufloͤsen wuͤrde. .

In Bezug auf den (oben mitgetheilten) Artikel des mini⸗ steriellen Journals „le Temps“, bemerkt das ebenfalls mini⸗ sterielle Blatt la Presse Folgendes: „Der „Temps“ nimmt keinen Anstand, zu versichern, daß das Ministerium, dessen vertrautes Organ zu seyn er sich den Anschein giebt, aus der Renten⸗Reduction eine Kabinets Frage machen werde. Indem wir hiermit das Gegentheil erklaͤren, glauben wir besser unter⸗ richtet zu seyn als der Temps.“

Dasselbe Blatt sagt: „Die „Revue de Paris“, die mit dem „Temps“ die Praͤtension theilt, gut unterrichtet zu seyn, behauptet, daß auf den Baͤnken der Deputirten⸗Kammer nachstehende Liste eines neuen Kabinets zirkulirt habe: Der Herzog von Broglie, Conseils⸗Praͤsident und Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten; Herr Thiers, Minister des In⸗ nern; Marschall Soult, Kriegs⸗Minister; Herr Guizot, Minister des oͤffentlichen Unterrichts; Herr Duchatel, Finanz⸗ Minister; Herr von Rosamel, See⸗Minister; Herr Passy, Handels⸗Minister. Diejenigen, die von dieser angeblichen Liste gesprochen haben, wuͤrden gewiß sehr in Verlegenheit seyn, wenn sie Jemanden nennen sollten, der dieselbe gesehen haͤtte. Wir koͤnnen nur versichern, daß der Herzog von Broglie, als der Graf von Montaltvet ihn von dem obigen Geruͤchte in Kennt⸗ niß setzte, sich entschieden gegen dasselbe verwahrt hat.“

Das Journal des Debats giebt heute einen detaillir⸗ ten Bericht uͤber die Ereignisse in Saragossa, von denen in der letzten telegraphischen Depesche aus Bayonne die Rede war. (Wir muͤssen une die Mittheilung dieses Berichts auf morgen vorbehalten.) .v.S

Großbritanien und Irland.

pümm e Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz, zung vom 9. Maͤrz. Herr Dunbar und Herr Tennent wur⸗

ats:

den als Wicglteder fuͤr Belfast vereidigt und nahmen ihren Sitz

ein. Herr Hume zeigte an, er werde am Dienstag darauf an⸗ tragen, daß auf die Abstimmungen in den Wahl⸗Ausschuͤssen dieselben Vorschriften ausgedehnt werden sollten, welche hinsicht⸗ lich der Bekanntmachung der Namen aller in besonderen und Privat⸗Ausschuͤssen stimmenden Mitglieder bestehen. Sir G. Grey erklaͤrte auf eine Anfrage des Sir R. Inglis, daß die Minister no; einige auf Kanada und Sir F. Head behc liche Aktenstuͤcke vorlegen wuͤrden. Der Vorsitzer des I 65

ahl de Herrn Miller, eines Konservativen, rechtmaͤßig befunden wor⸗ den. Lord John Russell aͤußerte auf eine Frage Lord Stan⸗ ley's, er hoffe, im Lauf der naͤchsten Woche die Irlaͤndische Zehnten⸗Bill einbringen zu koͤnnen. Die Diskussion der von Herrn C. Buller eingebrachten Bill zur Verbesserung des Ge⸗ setzes ͤber die Entscheidung streitiger Wahlen wurde auf naͤch⸗

Jedenfalls aber ist es nicht allein

Ministeriums angewiesen,

sten Freitag angesetzt. Sir R. Peel meinte, man werz bei vor allen Dingen zu erwͤgen haben, ob das Haus 7e risdiction in diesen Angelegenheiten ohne Nachtheil fuͤr das meinwohl aufgeben koͤnne.

London, 10. Maͤrz. Gestern war der Belgische sandte, Herr Vandeweyer, zur Koͤniglichen Tafel geladen Der Fuͤrst Esterhazy und sein Sohn werden stuͤndlich erwartet. Graf Durham wird am 21. d. sein Abschieds⸗Din ben, zu welchem unter anderen Personen vom hohen Ang die Herzoͤge von Sutherland und von Devonsshire eingelade Der Staats⸗Secretair des Innern, Lord John 9 hat nach Edinburg die Anzeige ergehen lassen, daß die rung beabsichtige, die Veomanry⸗Corps in Schottland auf Der Alderman Winchester, der fruͤher auch Parla Mitglied war, aber durch hausliche Ungluͤcksfaͤlle in Ge zerruͤttung gerieth, ist am Donnerstage mit Tode abgeg

In Liverpool ist so viel Vaumwolle angekommen, am 7. Maͤrz verkauften 3500 Ballen ein zienilich me Fallen im Preise zuwege gebracht hatten. Man hofft dies werde nicht von Dauer seyn.

Am vorigen Sonntag zwischen 3 und 4 Uhr Nachz stieß die mit Eisen beladene Brigg „Emma“ bei Gra mit dem Dampfboote „Leith“ zusammen. Der Stoß furchtbar, daß man einen Augenblick glaubte, die Brigg sinken. Sie ist sehr beschaͤdigt, und es ist der Mannsah lungen, sie an die Kuͤste zu bringen, von wo sie in die bugsirt werden soll, um sie auszubessern.

Aus dem Bericht, den der Portugiesische Finanz⸗M. am Schlusse des vorigen Jahres den Cortes abgestatne ergiebt sich folgender Betrag der Portugiesischen Schuhr Voraus erhobene Zoll⸗Einkuͤnfte seit dem 1. Januar in A scheinen 3647 Contos; innere konsolidirte Schuld 16,98. tos; schwebende innere Schuld 8000; Ruͤckstaͤnde an die nicipalitaͤt von Infantado oder andere Corporationen Papiere, die beim Ankauf von National⸗Guͤtern in 30 genommen werden und noch zirkuliren, 1415 Contos; erlgt aber noch nicht eingeloͤste Papiere, 2500 Contos; zusan 39,584 Contos oder 11,132,908 Pfd. Sterling; dazu die waͤrtige Schuld, welche 10,525,300 Pfd. Sterling betraͤge die ganze Schuld 21,658,208 Pfd. Sterling.

Laut Briefen aus San Sebastian war ein Tram schiff, mit einigen hundert Mann der Britischen Legien Bord, am 3ten d. nach England gesegelt, und 300 Sn. desselben Corps waren uͤberredet worden, im Dienste da nigin zu bleiben.

Bei der Franklin⸗Bank, einer von denjenigen, die in Boston fallirten, war grober Betrug entdeckt worden. Praͤsident und die Direktoren waren verhaftet worden unmg ten vor Gericht gestellt werden. Ueber die Bank „Repe in derselben Stadt war der Untersuchungs⸗Bericht der missaire publizirt. Er enthaͤlt, wie ein Bericht sagt, „d scheulichste Gemaͤlde von Betruͤgerei, das je Pschen worde Der verstorbene Praͤsident dieser Bank, Simpson, t. Bank allein 250,000 Dollars schuldig, fuͤr welche süs mehr als persoͤnliche Sicherheit hatte.

Die letzten hier eingegangenen New⸗Yorker Zeitu enthalten Nachrichten aus Para in Brasilien, wonach dort von dem Aufstand in 8 Kunde hatte und befint daß auch in der Provinz Para binnen kurzem wieder Empoͤrung ausbrechen moͤchte. Die dort befindlichen! Amerikaner hatten daher ihre Regierung ersucht, ihnch Kriegsschiff zu Huͤlfe zu senden.

Niederlande.

Amsterdam, 10. März. Der biesige Fondsmarkt am verwichenen Montag in merklich augenehmtrer Stimmung net; der Eindruck, den die Finanz⸗Gesetz⸗ Entwürfe in der Woche gemacht hatten, war ganz verschwunden; man schien berer Prüfung des erläuternden Memoirs der Regierung ü Ansichten des Ministers mehr einverstanden als früher und nehmigung von Seiten der Generalstaaten erwarten zu dürfe meldeten sich mehrere Käufer, vernehmlich für Helländische Papiere, wodurch alle Course etwas anzegen; seitdem wareu einigermaßen schwankend, und mit Ansnahme der 5proc. vn Schuld gingen die meisten wieder auf den Stand der voriga! zurück, was man der flaueren Haltung der Holländischen Fowh der Börse zu London hauptsaͤchlich zuschreiben darf. 5proc. U Schuld variirte zwischen 102 und 101 pCt. und stieg geste lebhaftem Begehr auf 102 pCt.; Ostindische wurden Mem 99 ½ pCt. bezahlt; Verkäufe für Englische Rechnung drängicn Preis aber gümälig auf 99 5⁄16 pCt. zurück. Integrale eroffne Woche zu 53 pCt.; Manget an Aufträgen brachte einige 11 darin zu Wege, so daß am Ende nur 53 pCt. zu bedingen von alten Syndikat⸗Obligationen hat diese Woche eine Verloofung gefunden, worauf deren Preis von 95 auf 94 pEt. gefallen ist. Actien der Handels⸗Gesellschaft ist wenig Umsatz gewesen; der wich von 180 auf 179 pCt. und stieg zuletzt wie der bis 180 ½ sische und Oesterreichische Schuld⸗Dolumente sind preishaltend; ben; von Preußischen Prämienscheinen ward Einiges zu 1149 tergebracht. Mit Spanischen Ardoin⸗Obligationen ging es chet ser, obgleich der Umsatz höchst nubedeutend blieb; der Preisg sich nahe genug auf 18 ½ pCt.; passive Schuld hat man zu kaufen können. In Süd⸗Amerikantschen Obligationen ist st lebhafter Handel gewesen, voruehmlich in Brasillanischen, weh Folge besserer Rotirungen aus London auch hier böher giagc einmal 76 ¼ pCt. standen; Columbische waren ebenfalls sehr und wurden anfangs zu 21 ⁄1½ pCt. bezahlt; zu Ende der ließen die Course wieder nach, so daß erstere zu 75 ¾ p0. letztere zu 207⁄16 pCt. abgelassen wurden. Im Geld.⸗Cours 1 Veränderung und ist der Markt sortwährend reichlich 6 Am Getraidemarkt blieb es, weil die Gewässer noch nich vom Eise befreit sind, ziemlich still und es tam nur einit brauchs⸗Umsatz vor; man hat gegen den 23sten d. eine 5f Auction von rirca 1200 Lasten Weizen, worunter Polnischer, und weißer Weizen, angekündigt, was den Handel bis dahsh lähmen wird. Von den Preisen ist keine erhebliche Veränderd.

Belgien.

Bruͤssel, 12. Maͤrz. In der Sitzung der Revpraͤsenta Kammer vom 10. d. M. ist dem Minister der auswaͤrtige gelegenheiten ein Kredit von 200,000 Franken fuͤr die 8 einer Gesandtschaft nach Konstantinopel bewilligt worden. Summe selbst wird auf diejenigen Einnahmen des die in den beiden vorigen I

weil mehrere Gesandien

nicht zur Verwendung gekommen, 12

Posten nicht eingenommen hatten. 8

2tsus Schweden und Norwegen. Stockholm, 6. Maͤrz. Auf Veranlassung der⸗ Aa⸗ welche ein Theil der Stockholmer Kaufleute und Rhede dem Kronprinzen als Groß⸗Admiral daruͤber gemacht * nachdem sich im Schifffahrts⸗Verkehr in den letzten Jahr

111““

5

genas

essere Conjunctur ereignet, die Zahl der geuͤbten Seeleute sich unzureichend gezeigt, und die bestehenden Navigationsschulen ührem Zweck nicht entsprochen haͤtten, hat Se. Koͤnigl. Hoheit hieruͤber bei der Regierung einberichtet und⸗die Niedersetzung eines Comité in Vorschlag gebracht, um die Sache zu untersu⸗ chen, und Vorschläge zur Abhuͤlfe einzureichen, auch Mittel zur Verpflegung alter und unbeschaͤftigter Seeleute an die Hand zu

geben· Danemark. 88

Kopenhagen, 1. Maͤrz. Nachdem vorigen Sonntag die felerliche Eroͤffnung des hoͤchsten Gerichtes an allen zffentuͤchen Plätzen der Stadt verkuͤndet worden, hat sich heute der Koͤnig in feierlicher Auffahrt, begleitet von seinem Hofstaat und den ersten eer-gisp n des Reiches, nach der Christiansburg be⸗ geben und daselbst im Prachtsaale die diesjaͤhrige Sitzung er⸗ öffnet. Bei dieser Gelegenheit nehmen außer den ordentlichen Aseessoren desselben alle außerordentlichen Beisitzer, zu denen aͤmmtliche Staats⸗Minister, die juridische Fakultat und eine Menge hoher Beamten gehoͤren, namentlich solche, die fruͤher wirkliche Mitglieder des Gerichtes gewesen, an dem Urtheile Theil. Nachdem die vorliegende Rechtssache durch die Advo⸗ katen verhandelt ist, und das Publikum und das Gefolge des

Koͤnigs sich entfernt haben, richtet der Justitiarius die Frage

an den Koͤnig, wie der ihm vorgetragene Rechtsstreit entschie⸗ den werden solle? worauf der Koͤnig erklaͤrt, es sey sein Wille, daß das Urtheil der Stimmenmehrheit Rechtens seyn solle, und so solle es gehalten werden waͤhrend des angetretenen Ge⸗ richtsjahres. Darauf stimmen saͤmmtliche Richter, und das Ur⸗ theil (woruͤber indessen die gewohnlichen Beisitzer sich im Vor⸗ aus vereinbart haben, damit der zufaͤllige Umstand, daß diese Sache bei der Eroͤffnung vorgenommen, auf deren Ausgang keinen Einfluß erhalte), wird demnaͤchst im Namen des Koͤnigs öffentlich verkuͤndet. Auf dieser Formalitaͤt beruht es, daß alle Urtheile des hoͤchsten Gerichtes stets im Namen des Koͤnigs ge⸗ sprochen werden, sowie daß die Advokaten in ihrem Plaidoyer bestaäͤndig den Koͤnig anreden, dessen durch einen Thron repraͤ⸗ sentirte Gegenwart stets vorausgesetzt und so die Unveraͤnder⸗ lichkeit dieses letzten Urtheils symbolisch garantirt ist.

Hier sind gegenwaͤrtig Praͤliminarien zu einer beabsichtigten Zoll⸗ und Handels⸗Convention zwischen Daͤnemark und Schwe⸗ den eingeleitet, indem von Daͤnischer Seite zwei Mitglieder der General⸗Zollkammer, die Etatsraͤthe Bech und Garlieb, von Schwedischer Seite der hiesige General⸗Konsul Everlof und der

ber⸗Zoll⸗Inspektor Fähraͤus als Kommissarien in Unterhandlung getreten sind. nannt0

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Hannover, 14. Maͤrz.

Deutschland. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin ha⸗

ben an den Stadt⸗Direktor der Residenz das nachstehende

huldreiche Schreiben gerichtet:

„Mein Herr Stadt⸗Direktor Rumann! Obgleich Ich den

bgeordneten der am 3ten d. Abends vor dem Palaste versam⸗ mesten Buͤrgerschaft von Hannover muͤndlich Meinen aufrichtig efühlten Dank ausgedruͤckt habe fuͤr die Theilnahme an der Wiederkehr des Tages, den, nach so vielen Jahren, Ich wie⸗ der in Meiner lieben Vaterstadt, an derselben Stelle, wo Ich geboren ward, feiern konnte, so ist es Mir doch außerdem Be⸗ duͤrfniß, Allen denen, welche so laut und allgemein Mir und dem Koͤnige, Meinem vielgeliebten Gemahle, Liebe und Antheil

pezeigten, es auszusprechen, daß Ich mit freudiger Ruͤhrung

ieses Abends stets eingedenk seyn werde. Ich wuͤnsche, Mein Herr Stadt, Direktor, daß der Ausdruck che Vlce,, Mei⸗ nen lieben Buͤrgern und Einwohnern von Hannover bekannt gemacht werde. Hannover, den 11. Maͤrz 1838. Friederike.“

Man schreibt aus Goslar vom 10. März: „Gestern er⸗ ignete sich hier ein hoͤchst trauriger Ungluͤcksfall, dessen Be⸗ vanntmachung unvorsichtigen Aeltern zur Warnung dienen moͤge.

wei Knaben armer Aeltern von 5 und 3 Jahren spielen in dem bofe des Hauses, und sinden dort auf einem Holzblocke ein Der juͤngere, ein gesundes munteres Kind,

andbeil liegen. gt seine rechte Hand auf den Block, und fordert in seiner

auen; dieser ergreift das Beil, und mit einem Hiebe ist die Hand gerade im Gelenke vom Arme getrennt. Durch eine weckmaͤßige wundaͤrztliche Behandlung ist vorlaͤusig jede Le⸗ Seehe dee ungluͤcklichen Knaben abgewendet.“ GHöttingen, 7. Maͤrz. (Deutscher Cour.) Pprofessor Geber hat heute eine wissenschaftliche Reise nach England an⸗ etreten; er und Professor Ewald werden im Sommer wahr⸗ heinlich ugleich von dort vorlaͤufig hierher zuruͤckkehren. Ewald bird im Sommer nicht in Leipzig lesen. Auch Professor Al⸗ recht tritt in den naͤchsten Tagen eine Reise an, behaͤlt aber leichfalls sein Domizil hier. Professor Wilhelm Grimm zieht it seiner Familie naͤchstens nach Kassel. Es war vor mehre⸗ n Tagen von einer Petition der Universitaͤt um Zuruͤckberu⸗ ng der sieben Professoren die Rede, welche auf Veranlassung nes sehr einflußreichen Mannes, des Grafen v. M., veran⸗ ßt waͤre, weshalb man sich von der Zustimmung des Koͤnigs ver⸗ chert halten koͤnne. Es verlautet indeß nichts Naͤheres, und das Gerede davon wahrscheinlich in Folge eines aus Han⸗ pver datirten Artikels des Hamburger Korrespondenten ent⸗ nden, der jedenfalls fruͤher hier gelesen ward, als man von 3 S. 689. 78 8 NRuͤnchen, 12. März. ermoͤge gestern erschienenen erhoͤchsten Rescripts ist der Staatsrath E, ven dienste und General⸗Commissair, Fuͤrst von Oettingen⸗Waller⸗ in (fruͤher Minister des Innern), mit Beibehaltung seines tandeßgehalts und Titels aus administrativen Ruͤcksichten aus igatsdienst entlassen.

Diesen Morgen wurde das neue Militair⸗Handbuch aus⸗ geben, das alle zwei Jahre zu erscheinen pflegt. . 10. März. In der heutigen Sitzung ward 8 üeug. uͤber das Eisenbahngesetz beendigt, und dasselbe

allen Stimmen gegen drei angenommen. Nein stimm⸗ n nur die Abgeordneten Sander, Knapp und Müͤller.

Oesterreich.

Pesth, 8. März. (Leipz. A 3.) Waͤhrend im politise .A. Z.) politischen F Geist der inessesun⸗ uͤber einzelne Ausbruͤche 82 3 ücher Extase die Oberhand behaͤlt, schreitet man in wichti⸗ 1 99 esserungen und Einrichtungen, die in materieller Hin⸗ - Ptconal⸗ Wohifahre und den Flor des Landes zu he⸗ 8 an tande sind, bedaͤchtig, aber rastlos vorwaͤrts. Fuͤr Augenblick ist es das Institut einer Kommerzial⸗Bank, das b Benehmigung der Landes⸗Behoͤrde erhalten hat und in erkantfien Welt die freudigste Sensation erregt. Leider 4 noch nicht alle jene heilsamen und zum ersprieß⸗ ortgange einer aͤhnlichen Unternehmung nothwendigen

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juridischen Reformen im oͤffentlichen Geschaͤftsleben eingetreten, die gewiß die Weisheit der Regierung und unserer Landes⸗ Vertreter in durchgreifender Weise zu Tage foͤrdern wird, und es hat sich daher die Landesstelle bewogen gefunden, dem ur⸗ spruͤnglichen Plane einige wichtige Klauseln beizufuͤgen, dar⸗ unter eine besonders geeignet scheint, den Uebelständen, die unter bestehenden Umständen eiwa eintreten koͤnnten, provisorisch ab⸗ zuhelfen. Es wird sich naͤmlich jeder Actionair, oder wer im⸗ mer sonst mit der Bank irgendwie in Verbindung tritt, mittelst eines Reverses verpflichten, seinen sonstigen Vorrechten zu ent⸗ sagen und in streitigen Faͤllen sich einem hierzu aufgestellten Schiedsgerichte, das aus vier Rechtsgelehrten und drei Kauf⸗ leuten bestehen soll, zu unterwerfen. Vor der Hand soll die Bank bloß Privat⸗Unternehmen bleiben. Der Fonds ist auf 2,000,000 Fl. C. M. (naͤmlich 10,000 Actien zu 200 Fl. C. M.) festgesetzt. Mit gespannter Ungeduld sieht man der Genehmi⸗ gung des Kaisers entgegen und hofft von der Realisirung des folgenreichen Unternehmens einen neuen und kraͤftigen Um⸗ schwung in allen Zweigen des industriellen und kommerziellen Lebens.

Der Landtag in Siebenbuͤrgen geht ruhig von Statten. Auf Verwendung des Erzherzogs Ferdinand wird der Kaiser wahrscheinlich denselben verlaͤngern.

In der literarischen Welt macht eine kleine Schrift vom Dr. Preyer: „Der vormalige und gegenwaͤrtige Zustand der Bauern in Ungarn“, ziemliches Aufsehen. Unter der Presse befindet sich ein neues Werk unseres geistreichen und edlen Gra⸗ fen Dr. Szechenyi, das den Titel: „ALöverseny“ (das Pferde⸗ leben) fuͤhrt. Der ehrwuͤrdige Patriarch, Erzbischof von Pyr⸗ ker, der leider ein langes Schweigen beobachtet hat, soll geson⸗ nen seyn, dasselbe zu brechen und ein poetisches Erzeugniß von eigenthuͤmlichem Gepraͤge der Oeffentlichkeit zu uͤbergeben.

5. Schweiz. ““ Gallen, 7. Maͤrz. (Schweizer Bl.) Am 1. d. M. war das General⸗Kapitel des Klosters Pfaͤfers, vermuthlich zum letzten Mal, versammelt, und hat beschlossen, die bekannte, auf die Aufloͤsung des Klosters bezuͤgliche Petition, nebst einem die Verspaͤtung und die Umgehung des Nuntius motivirenden Be⸗ gleitschreiben, dem Papste auf dem Postwege zu uͤbermit⸗ teln. Beigelegt soll auch der Großraths⸗Beschluß vom 20. Februar werden, und der Nuntius nebst Abschriften von den neuern Beschluͤssen Kenntniß von diesem Schritte erhalten. Auch der kleine Rath soll Anzeige von diesen Verfuͤgungen bekom⸗ men. Bei den Mitgliedern des Kapitels war die Meinung so Pemash vorherrschend, das Klostergeluͤbde koͤnne zwar nur der Papst loͤsen, den Klosterverband aber habe der Staat schon ge⸗ loͤst. Daß der letztere selbst uͤber diese Angelegenheit verfuͤgt hat, wurde im Kloster mit vollkommenem Veifoll vernommen und es dient das Einschreiten des großen Rathes nur zur groͤ⸗ ßern Beruhigung der Kapitularen.

Spanien.

Madrid, 3. Marz. Die Deputirten⸗Kammer hat in ihrer vorgestrigen Sitzung die Wahlen fuͤr Malaga annullirt. Die Deputirten von Pampelona sind aus der Kammer ausge⸗ schieden, und es werden nun die stellvertretenden Deputirten, der General Cordova und Don Gaspar Elordi, aufgefordert werden, als Deputirte fuͤr Pampelona ihre Sitze einzunehmen.

Der Castellano erwaͤhnt als eines Geruͤchtes, daß Herr von Ofalia seine Entlassung nehmen wolle und Herrn von To⸗ reno zum Nachfolger erhalten werde.

Die hiesigen Blaͤtter theilen jetzt das Gesetz zur Fort⸗ nhibung der Zehnten fuͤr das naͤchste Jahr, seiner ganzen Laͤnge nach, mit.

Der General AQuiroga ist in der Nacht vom 1sten mit einem Theil der hiesigen Garnison nach Aranjuez abgegangen, um ein daselbst stationirtes Dragoner⸗Regiment, welches nach

.

.

Manzanares bestimmt ist, abzuloͤsen.

Wie es heißt, haben die Karlistischen Anfuͤhrer Garcia und Palillos ihre Streitkraͤfte getrennt und zu gleicher Zeit sollen so⸗ wohl in der Mancha als in Granada Karlistische Truppen er⸗

v2 4.. schienen seyn. ndlichen Arglosigkeit seinen Bruder auf, ihm die Hand abzu⸗

Konstantinopel, 14. Februar. (Allg. Ztg.) An der Flotte wird thaͤtig gearbeitet. Achmed Pascha leitet diese Arbei⸗ ten; er ist also wieder in Gunst, und man glaubt, daß er abermals den Ober⸗Befehl der Flotte erhalten werde, wenn sie in See geht. Man will behaupten, dies werde bei dem Ein⸗ tritte der bessern Jahreszeit geschehen. Admiral Roussin scheint sogar davon uͤberzeugt; er hat dem Admiral Gallois befoh⸗ len, sich nicht zu entfernen. Dieser liegt bei Smyrna, wo auch vier Englische Kriegsschiffe sich eingefunden haben. Unter den dortigen Schiffsmannschaften der beiden Nationen herrscht die groͤßte Einigkeit; man sieht Franzoͤsische und Engli⸗ sche Matrosen Arm in Arm gehen, zusammen spielen und trinken. Diese Harmonie ruͤhrt hauptsaͤchlich von den Chefs her, denen auf das strengste anbefohlen worden, gute Manns⸗ zucht zu halten, und keine Art von Reibungen, die sonst haͤufig zwischen Truppen verschiedener Nationen vorkommen, zu dul⸗ den. Es scheint, daß dabei weniger disziplinare als politische Ruͤcksichten vorwalten. Ibrahim Hascha näͤhrt Absichten gegen die Pforte, ruͤckt aber damit nicht heraus, weil ihm angedeutet worden, daß England und Frankreich uͤber die orientalischen Ver⸗ haͤltnisse voͤllig einig seyen, und den status quo aufrecht erhalten wissen wollen; nun soll er durch jenes Manoͤver uͤberfuͤhrt wer⸗ den, v. wirklich die vollkommenste Einigkeit zwischen beiden Na⸗ tionen bestehe, und sich sogar bei den Truppen kund gebe. Es hat auch Eindruck auf Ibrahim Pascha gemacht, der nach milt⸗ tairischem Ruhme lechzt, und gern seine Ueberlegenheit der Pforte fuͤhlbar machen moͤchte, aber jetzt vorsichtiger und biegsamer ge⸗ worden ist, und einen besseren Augenblick abzuwarten scheint. Es war nicht uͤbel ausgedacht, durch Disciplinar⸗Vorkehrungen eine Einigkeit vorzuspiegeln, die eigentlich nicht existirt. Man darf nur auf Algier hinweisen, um gleich zu wissen, wie es mit der innigen Freundschaft der Engländer und Franzo⸗ sen steht und wie die scheinbare Harmonie nur Komoͤdie 8 Wie sollte es auch anders seyn, sobald die zartesten Interessen zweier industriellen und handeltreibenden Nationen sich zu kreuzen drohen? Wie kann da von einer oder der anderen Seite wahres Vertrauen und Zuneigung herr⸗ schen? Diese 8esLhng auch nicht, und wenn die Pforte immer auf die Restitution von Algier oder auf eine Schad⸗ loshaltung fuͤr diese Provinz zuruͤckkommt, so thut sie es besonders auf Antrieb Englands. Es soll abermals der Ver⸗ such gemacht werden, die Franzoͤsische Regierung zu vermoͤgen, entweder das Gebiet von Algier zu raͤumen, oder eine Geld⸗ Entschäͤdigung zu leisten. Zu diesem Ende begiebt sich Redschid

Pascha nach Paris; er soll dort so lange verweilen, bis er ein

1

zeugt.

und Sardinien zur Sprache kamen.

s Fbshn 1 n ' a n d Berlin, 17. März.

Müz 2 ½ ö1“*“

gluͤckliches Resultat erreicht hat, was die Pforte sich um so mehr verspricht, als sie auf die guten Dienste des E.chsanne ear steriums rechnet. Redschid wird sich nach Itallen einschiffen, uͤber Neapel und Rom nach Paris gehen, und bei dieser Ge⸗ legenheit dem Papst seine Ehrfurcht bezeugen, was von der seltsamen Entwickelung der religioͤsen Begriffe der Muselmaͤnner gt. In Turin wird er sich kurze Zeit aufhalten, um dels⸗Interessen zu reguliren, die unlaͤngst zwischen der Pforte Dann wird er Lyon be⸗ ruͤhren, wo er von dem Fabrikwesen Einsicht nehmen soll. Lord Ponsons, hat gestern einen Expressen nach Malta expe⸗ dirt; der Lord wird im Laufe des Sommers auf Urlaub gehen. Der erstgeborne Sohn des Sultans, welcher ernstlich er⸗ krankt war, ist wieder auf dem Wege der Besserung.

Han⸗

uüs. 480

Nachstehendes ist der im neuesten Stuͤcke der Gesetz⸗Sammlung enthaltene allgemeine Etat ber Staats⸗Einnahmen und Ausgaben fuͤr das Jahr 1838;

Einnahme.

RNeiner

Ertrag. Rtölr.

Abzug des davon dem Kron⸗Fid behaltenen Revenüen⸗Auntheils

Berlin.. . .[Aus der Post⸗Verwaltung Aus der Verwaltung der Lotterie

a) an Grundsteuer b) an Klassensteuer e) an Gewerbesteuer

Aus der Verwaltung der Domainen und

Fennes. nach eikommiß vor⸗

Aus den Domainen⸗Ablösungen und Verkäufen, Be⸗ hufs der schnelleren Tilgung der Staatsschulden Aus der Verwaltung der Bergwerke, Hütten und Sa⸗ linen, desgleichen der Porzellan⸗Mauufaktur in

.Aus der Steuer⸗ und Abgaben⸗Perwaltung:

9,847,000 Rtl.

6,502,000 2,054,000 v⸗

1 an Eingangs⸗, Ausgaugs⸗und Durchgangs⸗Abgaben; an Ver⸗

ehrungssteuern von inländi⸗ schen Erzeugnissen; an Wege⸗

n 82 2

8 41

Schifffahrt und der Benuz⸗

dern Communications Anstal⸗

e) an Einkommen aus der Salz⸗ Regie

8,403,000 Rtl.

18 geldern; an —58 von der naan

2 1öu6“

zung der Häfen, Kanäle, Schleusen, Brücken und ann

ten, ferner an Stempelsteuer 20,130,000 »

5,620,000

An verschiedenen, unter obigen Titeln nen Einnahhmten. .

nicht begrisse⸗

wereegeeen

enu „,083,000

1,000,000

917,000 1,200,000 928,000

23 Säö

29 a68 —⁸ uüm

1417 AN

42,153,000

Ausgabe.

hmassakt s

Betrag. Rthlr.

.[Für das Staats⸗Schuldenwesen, und a) zur Verzinsung der allgemeinen und provinziellen Staatsschulden und

b) zur Schulden⸗Tilgung

c) sür Verziusung und Tilgung neu bbesnenever Provinzial⸗Schul⸗ en

zwar:

zu den laufenden Verwaltungskosten 6,067,000 Rtl.

2,470,000

58577,06

anns H. me ins &;

ꝓ—½ ,8

[An Pensionen, Kompetenze

renten, und zwar: a) an etatsmäßtgen Fonds zu Pensio⸗ nen für emeritirte Staatsdiener und

deren Wittwen und Hinterbliebe⸗ nen, so wie zu sonstigen Guaden⸗ Unterstützungen

an lebenslänglichen Kompetenzen und Pensionen für die Mitglieder aufgehobener geistlicher Cocporatio⸗ nen, an Pensionen, welche auf dem Reichs⸗Deputationsschluß vom 25. Februar 1803 beruhen, oder sonst traktatenmäßig oder aus früheren Verpflichtungen zu leisten sind..

* 194 8

1.502 000 »„

An dauernden Renten:

a) als Entschädigung für aufgehobene Rechte und Rutzungen

b) für eingezogene Kapitalien und Amts⸗Cautionen...

331,000 Rtl. 742,000

Für das Geheime Kabinet, für das

und der Münzen, für das Staa

nariat, für die Ober⸗Rechnungs⸗ GSeneral⸗Ordens⸗Kommission und stische Büreau

Sredezinal Angeltgenßalten

Für das YN neral⸗Kommission

Für das Jusliz⸗Ministerium, außer Sporteln . 5

[Für die Central Finanz⸗Verwaltung, u

die General⸗Staats⸗Kasse..

mainen und Forsten

a) für das Finanz⸗Ministerium und b) für die Geueral⸗Verwaltung der Do⸗

Büreau des

2 Staats⸗Ministeriums, für die Staats⸗Buchhal⸗ rterei und die Verwaltung des Staats⸗Schatzes

ts⸗Archiv und

. e. 8 8 für die Provinzial⸗Archive, das Staats⸗Sekre⸗

Kammer, die für das stati⸗

.[Für das Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und einisterium des Innern und für die Ge⸗

[Für das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten

Für das Kriegs⸗Ministerium, einschließlich der Zu⸗ schüsse für das große Militair⸗Waisenhaus zu otsdam und dessen Filial⸗Anstalten

den Gerichts⸗ ud zwar:

r

. 151,000 Rtl.

98,000

Chausseen, einschließlich der bau⸗Kapitalien .

ür die Haupt⸗ und Land⸗Gestüte..

Zur Deckung

n. Die

ür die Ober⸗Präsidien und Regierungen.

Dem Finanz⸗Ministerium, für die Verwaltung für Handel und Fabrication, imgleichen zu Land⸗ und Wasserbauten, ausschließlich der Chausseen...

Demselben zur Unterbhaltung Reubau der

ittel zur Verzin.

sung und Tilgung der aufgenommenen Chaussee⸗

.

020 70⸗

der Einnahme⸗Ausfälle. zu außerordent⸗ lichen Ausgaben und Landes⸗Berbesserungen und zur Vermehrung des Haupt⸗Reserve⸗Kapitals..

Berlin, den 23. Februar 1838. . Friedrich

Wilhelm. Graf von Alvensleben.

s, . 1,073,000

mit dem Schlusse der gegenwaͤrtigen Woche fuͤr den Großhandel zu Ende gehende Reminkscere⸗Messe zu Frank⸗ furt a. d. O. versprach Anfangs einen recht guten Ausfall, da

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