1838 / 84 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nach dem Mittellaͤndischen Meere beordere, um die Rechte des Sultans auf Algier

ie irrt sich; die Englische Regierung hat solche aus ganz anderen Beweggruͤnden getroffen.

d- SGriechenland. Athen, 1. Maͤrz. gelehnt habe. „Wir kennen“, Gruͤnde nicht, aber moͤge das Gouvernement bedacht seyn, tige Stelle wieder zu besetzen.“

Die letzten Nachrichten uͤber die Reise Ihrer jestaͤten kamen uns aus Gythion zu. Am 15ten

der Koͤnig und die Koͤnigin, von Mistra kommend, dort ein. Bischof von Gythion und der Bischof von Lacedaͤmon empfingen die Majestaͤten, die sich alsbald in einen Tempel begaben, wo ein Tedeum abgesungen sich hierauf in das fuͤr Sie bestimmte Haus; an deren Tafel waren geladen der Gou⸗ verneur und der Unter⸗Gouverneur, jene beiden Bischoͤfe und der Oberst⸗Lieutenant Feder. 11 Uhr war Inspection des Bataillons, wor⸗ ffentlichen An⸗ des Volks uͤber diesen hohen Be⸗ Ueberhaupt wurde das Koͤnigliche Reise mit Jubel begruͤßt. Am 17ten er⸗ Reisenden Sparta. Ihre Ruͤckkehr wird

Die Civil⸗ und Militair⸗Behoͤrden, der wurde. Das geliebte Herrscherpaar verfuͤgte

Kommandant des Mainoten⸗Bataillons, Des andern Tags auf Se. Maj. der Koͤnig die stalten besuchten. Die Freude such kannte keine Graͤnzen. Paar auf der ganzen reichten die Erlauchten auf den 4ten d. erwartet. Aus Lamia schreibt man, Griechen zusammengesetzte Banden sich herumtreiben. 8 in den Griechischen 290 9,76 00 1846 148 89 900 1481: D meinegiode 1G —₰ Berlin, 23. Maͤrz. Tag, an welchem vor 25 am 17ten d. M. in Danzig Mittheilung von dort zu, aus der Vormittags fand sich in dem Hoͤrsaale zahlreiche Versammlung eingefunden hatte. dem Gesang⸗Vereine ausgefuͤhrten Tedeum hielt rial⸗Rath und Superintendent rung Volkes im Jahre hervorgegangen, rung an jene große

Schulen und alle

raͤnz⸗Provinzen.

nland.

des neuen Gymnasiums

beschloß diese Feier.

in dem geschmackvoll dekorirten

von dem General⸗Major von Schmidt,

ten Rothe und der dritte auf das gef

von dem General⸗Major von Lukowitz ausgebracht. Verordnung vom 17. und des Koͤniglichen Aufrufes: „An mein Heer!“ Der General⸗Major von Barner inhaltschwere Worte, und der der dem Vaterlande ein Le⸗ die Ueberzeugung aus, daß die bisherige „Vorwaͤrts!“ auch in geistiger und sitt⸗ Beziehung unter des Monarchen weiser Leitung stets ihre das patriotische Fest in

Vorlesung der Allerhoͤchsten

erfolgte die 1 der Landwehr,

Maͤrz wegen Errichtung

weihte der Landwehr einige General⸗Major von Sommerfeld, behoch brachte, sprach Loosung des Landes: licher Geltung behalten werde. So wurde das ungestoͤrter Herzlichkeit mit einbrechendem Abend

alle Theilnehmer icncs den Vorsatz mit sich, unverbruͤchlich daß ihres Koͤnigs Sache stets

festzuhalten an der Gesinnung, hre und unter allen Umstaͤnden auch die ihrige seyn

Abend waren die Stamm⸗Mannschaften des Bataillons in ei⸗ versammelt, wo mehrere ehemalige Krie⸗ und das Fest mit gleicher Begeisterung

nem passenden Lokale ger sich ihnen anschlossen, gefeiert wurde.

Wind das Wasser in der Oder auf 5 Der Strom ging noch immer mit bei der Zoll⸗ staute. rer Garnison⸗Truppen, so wie in voller Thaͤtigkeit, um den Bruͤcken und deren moͤgliche

gang fortwaͤhrend sollte. Mit der Erbauung am 2lsten zertruͤmmerten Bruͤcke und Damm,

it am 22sten zu hemmte Communication wiederherzustellen. die Post⸗Verbindung in soweit bewirkt, daß die beiden Seiten bis zu Brief⸗Felleisen, ten von einer

Th

vertheidigen zu helfen.

uz mimeizüumiun NnrInhnhsnGe a9.

Man sagt mit Bestimmtheit, daß Herr Trikupis die Stelle eines Gesandten bei der hohen Pforte ab⸗ fuͤgt der Sauveur bei, „die die denselben hierzu bewogen haben, jedenfalls baldigst diese wich⸗

daß mehrere aus Albanesen und an der Tuͤrkischen Graͤnze re Gegenwart erregt ernstliche

ernsiin. A to809 2

Ueber die Art und Weise, wie der Jahren die Landwehr ins Leben trat, begangen wurde, geht uns eine wir Folgendes entlehnen: e eine religioͤse Feier statt, zu welcher

Nach einem von

Bresler mit begeisterter Ruͤh⸗ eine Rede, in welcher er den Aufschwung des Preußischen 1813 und die herrlichen Fruͤchte, die daraus mit der Aufforderung schilderte, die Erinne⸗ Zeit festzuhalten in unerschuͤtterlicher Treue fuͤr Koͤnig und Vaterland. Das Lied „Nun danket alle Gott!“ Einige Stunden spaͤter vereinigte ein von den Offizieren des in Danzig stehenden Landwehr⸗Bataillons veranstaltetes Mittagsmahl eine Gesellschaft von 130 Personen Saale des gruͤnen Thores. Der erste Toast auf das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs wurde hier der zweite auf Se. Koͤnigl. Hoheit den Kronprinzen von dem Regierungs⸗Praͤsiden⸗ ammte Koͤnigliche Haus

In Stettin war gestern bei schwachem Ost⸗Nord⸗Ost⸗ Fuß 8 Zoll gestiegen. Eis, welches sich besonders und der Parnitz⸗Bruͤcke in großen Massen auf⸗ Fortwaͤhrend waren Pioniere und Kommandirte ande⸗ Mannschaften aus der Stadt Durchgang des Eises durch die Sicherung zu bewirken, indessen waren letztere noch nicht außer Gefahr, zumal wenn der Eis⸗ stark bleiben und etwa Sturmwind eintreten einer Nothbruͤcke, zwischen dem war man thaͤtig beschaͤftigt und hoffte, da⸗ Stande zu kommen und die fuͤr Wagen ge⸗ Bis dahin wurde Postwagen auf der zerstoͤrten Bruͤcke fuhren oststuͤcke ꝛc. durch getroffene anderweiti eite zur anderen geschafft wurden. eilen der Unterstadt war das Wasser hineingedrungen und stand namentlich in den Kellern sehr hoch. om 9

3314

Swinemuͤnde fehlten neuere Nachrichten; im Oderbruche soll es sehr traurig aussehen, und man sah mit Besorgniß den Anzei⸗

im aͤußersten Mannigfaltigkeit,

Volkslebens und des Zeitgeistes fehlen!

für die Zukunft nicht

an Detail in Schilderung 2 P.

Dispositionen gen von dort entgegen.

8. Regierungs⸗Bezirk Frankfurt sind im Laufe des vorigen Jahres 27,372 Kinder, und zwar 14,110 Knaben und

13,262 Mädchen, geboren, und 17,801 Menschen gestorben,

1838.

22. März. 6

Ab 10

Nachmittags

Uhr. 2 Uhr.

—V

Meteorologische Beobachtung. Morgens

ends Nach einma Uhr.

woraus sich ein Zuwachs der Bevoͤlkerung von 9571 Seelen ergiebt. Unter den Geburten waren 328 Zwillings⸗ und 7 Dril⸗ lings⸗Geburten und von den Gestorbenen erreichten 15 Maͤn⸗ ner und 33 Frauen ein Alter von mehr als 90 Jahren. Ge⸗ traut wurden 6322 Ehepaare. Nach der statistischen Tabelle fuͤr das Jahr 1837 beträgt jetzt die gesammte Einwohnerzahl des Regierungs⸗Bezirks 725,770 Seelen. —Man berichtet aus Koͤln unterm 18. d. M.: „Gestern

Luftdruck

Luftwärme.. Thaupunkt. Dunstsättigung

Köͤnigl. Ma⸗ v. M. trafen

Wolkenzug.. Tagesmittel:

333,27“ Par.

+ 1,8 9R. +

+ 1,0° R. 80 pCt. heiter. OSS.

332,326“% Par.

332,60“ „Par. 33 1,2 6,9 ° R. + 4/4° R. 84 vCt. regnig. d8Sd. 2

86 2

+ 115 R..

+ 3,59°R. + 2,0 °R.

regnig.

1 „Par.] Quellwärme 6,8 0 x. Flußwärme 1,00 R. Bodenwärme 0,90

Ausdünstung 0,019 Niederschlag 0,122 N. Wärmewechsel †. 7,1

+ 1,80. + 2,4 ° R... 83 pCt. Oeg

pCt.

NO.

Nachmittag gegen 1 Uhr schlug der Blitz bei einem von Schnee⸗ gestoͤber begleiteten Sturme in die hiesige Apostelnkirche ein und zwar gerade an jener Stelle, wo derselbe vor 17 Jahren am St. Josephstage, also zwei Tage spaͤter, b Menschen

mmanm

B

er l in er

Den 23. Müärz 1838. Amtlichez Faadg- un2 üeld-CçCourgs-Zettel

1 8 nie

toͤdtete. Der Uhrdraht war gestern, wie damals, der Leiter.

Der Blilttz zerstoͤrte diesen nicht nur gaͤnzlich, sondern riß auch 8

Pr. Cour. Brief. Geld.

r.

einen der Uhrsteine mit sich fort und schwaͤrzte ein auf dem Thurme stehendes altes Oelgemaͤlde der Art, daß es ganz un⸗ kenntlich wurde. Unter dem Glockenthurme, wo damals die beiden Menschen getoͤdtet wurden, befand sich auch gestern, da gerade Betstunde wegen des St. Gertrudisfestes daselbst war, ein Mann, der die elektrischen Wirkungen in so hohem Grade spuͤrte, daß er unwillkuͤrlich nach seiner linken Seite griff, in⸗ dem er glaubte (wie er zu den Umstehenden aͤußerte), plöͤtzlich verbrannt zu seyn. Wirklich war auch die Kirche mit Schwe⸗ felgeruch geschwaͤngert. Zum Gluͤck fuͤr dieselbe war der Schlag kalt und man hat bis jetzt noch keine Spuren von Beschaͤdi⸗ gung wahrnehmen koͤnnen.“

St.-Schuld-Sch. 4 Pr. Engl. Obl. 30. PrämSch. d. Seeh- Kurm. Obl. m. l. C. Nm. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandhbr. Grofsh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. do.

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Pomm.

Besorgnisse

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Pomm. Pfandbr.

Kur- u. Neum. do-. do. Schlesische Rückst. C. und Z.

Neue Ducaten Goldmün-

Disconto

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K. u. N. marco 21 130G

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8588 EImmst un . 8 Viisenschaft, Kunst und Literatur.

Zsahtts

Kronik der Koͤniglichen Haupt⸗ und Residenzstadt BeVrlin fuͤr das Jahr 1837. Bearbeitet von mehre⸗ rreen Gelehrten und Geschichtsfreunden, und herausgege⸗ ben von George Gropius. Berlin bei George Gro⸗ ppius, 1838. gr. 4. Erstes Heft, 30 Seiten mit dem Wappen der Stadt Berlin. 10 Sgr.

Eine Kronik von Berliu, wie sie hier beabsichtigt und begonnen wird, muß der Gegenwart als übersichtliches Bild der eben abgelau⸗ fenen Vergangenheit, wie es aus den öffentlichen Blättern und aus den Verwaltungs⸗Akten sich ergiebt, zu unterhaltender Belehrung die⸗ nen und der Zukunft eine Quelle der Geschichte öffnen, wie die Vor⸗ zeit uns zu bereiten noch nicht fähig war. Hätten die Verfasser der Kroniken des Mittelalters Druckerpresse, Zritungen und Registratn⸗ ren haben können, so würden wir vollständigeres Detail in ihnen finden und mit minder lückenhaftem Material an unsere historischen

Neue Anl. 19 ¾.

61 ½. 2 c. 3 8 eine uͤberaus 151 ⁄¾44. G.

der Konsisto⸗

3 % —.

Auswürti

Niederl. wirkl. Schuld 55 ½.

Oesterr. 5 % Met. 106 1. G. 1 % 268⁄16. 26 8. Loose zu 500 Fl. 122 ⁄⁄. Preuss. Präm.-Sch. 65 ⁄¼42. G. 66 1. 663 ⁄1¼. 50 % Span. Anl. 12 ⁄1¶. 12 ½2. 2 ½ % Holl. 5318/⁄19. 5311%

5 % Rente 107. 80.

Span. Rente 21 ⅓4.

Amsterdam, 18. 5 % Passive —. -

Antwerpen, 17.

ge Börsen.

März. 8. Kanz- Bill. .

März.

passive —. Zinsl. 5 ⁄¾2. Neue Anl. 199⁄ 6. Br. ½. G.

Frankfurt a. M., 19. März.

4 Bank-Actien 1741. 1740. 122. Loose zu 100 Fl. 265.0 do. 40 % Anl. 102 ½. G.

5 101. G. Partial. 0.;

Poln. L 2

Hamburg, 21. März.

Paris, 17. Mäa 3 % 80. —.

Passive —. 3 % P

Bank-Actien 1441. 1439. Engi. Kuss. 108 ¾42. 5 % Port. 56 Neue Anl. 18.

Fr. 2 I 5 % Neap. 99. 45. 97 ortug. 20 ⁄.

Arbeiten gehen. Was Berlin selbst betrifft, so kennen wir Alle den gediegenen Fleiß, mit welchem Herr Fidicin unlängst seine, immer ehrenvoller anerkannte Geschichte unserer Landeshauptstadt abgefaßt, aber auch die Bescheidenheit, mit welcher er, wenn von dem gerette⸗ ten und von dem vermißten, oder wohl gar verlorenen Material die Rede ist, selbst zu sprechen hat. Schlägt das vorliegende Unterneh⸗ men ein, so ist in Zukunft die Geschichte von Berlin leicht forizu⸗ setzen, und trügt nicht Alles, so verspricht der Anfang uns den besten Fortgang. 1

Es beginnt dies vorliegende Jannarbeft mit der beachtenswerthen heraldischen Beschreibung des vorgebundenen sehr stattlich ihuminirten Wappens, wie es König Friedrich I. im Jahre 1709, mit besonderer Absicht, seiner Residenz Berlin als Gesammtstadt beilegte und wie es gegenwärtig noch geführt wird. Darauf folgt ein sehr interessan⸗ ter bistorischer Artikel (von Dieterici) über die statistischen Ver⸗ bältuisse von Berlin, dessen Einwohnerzahl seit 1645 von weniger als 9000 Seelen bis auf 275,000 angewachsen ist, und dessen Häuser sich in derselben Zeit von 1236 bis auf 18 952 vermehit haben; die 18,173 Prirvar⸗Gebäude sind mit 83 Millionen Thalern in der 579 Fener⸗Kasse versichert und Berlin ist gegenmwärtig (nach London, Pa⸗ ris, Konstantinopel, Petersburg, Neapel, Moskau, Wien, Dublin) die neunte Stadtin Europa. Vielleicht könnte dieser überaus lehrreiche Aufsatz auch durch einen Blick auf die Politik Licht gewinnen, wie nämlich die Krostallisation von Berlin, seit dem großen Kurfürsten, welcher zuerst Einheit in das Vaterland brachte, durch die allmäaligen Erwer⸗ bungen von Pommern, Schlesien, Westpreußen, bis auf die Rhein⸗ Provinzen, sich zu ihrer heutigen Gestalt entwickelt hat, so daß jeder Staats-Zuwachs gleichsam auch in der Hauptstadt topographisch und (wenn wir den Ausdruck wagen dürften) auch ethnographisch: in der Garnison, in den Dikasterien, in den Lehr⸗Anstalten, unter den Künst⸗

Ballets. Preise der Ranges Im

Dazwischen Im b von C. Blum.

male:

beendigt und von Kotzebue.

werde. Am

sbg Koͤnigs Sonnabend, 24. März. (Herr Ludwig Meyer, Hamburg: Baron Stuhlbein, als Gastrolle.) Vorher: 6, ral⸗Symphonie, oder: Saͤtzen, von L. van Beethoven.

Sonntag, 25. Maͤrz. in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Der Obrist von sechzehn Jahren. Lustspiel in 1 Akt, frei dem Franzoͤsischen, von B. A. Herrmann.

Im

Platze;: Ein Platz

1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Schauspielhause:

Hierauf: Vor hun

c.

maͤlde in 4 Abth., von E. Raupach.

Montag, 26. März. Die Eisenbahn, Lustspiel in ! Aufz., von G. Hierauf: Vor hundert Jahren, Sitten⸗Gemaͤlde in 4 Auf von E. Raupach. 1

Im Sch

nse aͤdtisches

ö

Pagens

Erinnerung

Der

Im Opernhause:

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 24. Maͤrz. male: Die Geheimnisse, Schauspiel in 4 Abth., von E. Leurn Sonntag, 25. Maͤrz. henstaufen, große historisch⸗romantische Oper in Musik von Spontini.

chauspielhause, zum acen⸗

Agnes von

in den Logen des erß

Die Maͤntel, Lustspiel in 1 A

dert Jahren, Sitten⸗

auspiethause, zum erste Harn

EEE v .“*“ Theater. vom Stadttheat

an

Vater der Debuͤtantin. llde

Herrmann.

lern, Gelehrten, Gewerbtreibenden ꝛc. nachzuweisen wäre. Auch die folgende Nummer: Gesundheits⸗Zustand und Gesundheits⸗Pflege von Dr. Bz. ist eben so anziebend als belehrend. Unter der Aufschrift „Hofstaat und Hoffeste“ finden wir die Ordens⸗Predigt des Bischofs Dr. Neander, auf engem Raume ein mwahres homilelisches Meister⸗ stück, wieder. Darauf folgt eine historische Uebersicht dessen, was in dieser Zeit für Wissenschaft und Kunst geschehen; das Sti⸗ tungsfest des Gewerbe⸗Vereins; woblthätige Anstallen; Anstal⸗ ten für geistige und gesellige Unterbalung: Kirchen⸗Musiken und Konzerte, Theater und Redouten, Volksfeste und geschige Vereine. Unter dem Artikel „Personalien“ ist der Nekroleg des Präsidenten Friese, aus ungenannter, doch nicht unbekannter Feder, ein würdiges

enfmal. Die Nachrichten über die öffentliche Versassang, über Brhörden, Corporationen werden künftig, wie wir vermuthen dürfen, den gehaltreichsten stehenden Artikeln angehören. In dem sehr beher⸗ zigenswerthen Schluß⸗Artikel, „Die alien Lindenbäume in Berlin“, steht zweimal Tempelow statt Tempelbof.

Und somit sinden wir dies erste Heft reich und würdig genng ausgestattet, um sich Freunde zu gewinnen und dadurch seine Dauer zu behanpten. An Mitarbeitern wird es, in so guter Gemeinschaft und zu so löblichem Behuf, gewiß nicht fehlen: die besten werden die⸗ jenigen seyn, welche, wie diesmal namentlich der allgemeine und der medizinische Statistiker, auf eigenthümlichem Gebieie sich bewegen. Mäge es dieser Kronik für die Gegenwart nicht an unterhaltenderll—

,19

statt der Zollstrom

und die e Anstal⸗ n einige

148 * c 988 8. 8 Wö1ö1

Markt⸗Preise vom Getraide.

Berlin, den 22. März 1838.

Mittwoch, den 21.

Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 28 Sgr. 2 Pf., auch 1 N 23 Sar. 9 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 5 8 große Gerste 1 Rthir. 2 Sgr.; kleine Gerste 29 Sgr. 5 Pf., 27 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr., auch 26 Sgr.; Liusen 2 Eingegangen sind 25 Wispel 12 Scheffel.

Zu Wasser: Weizen 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf. März 1838.

Das Schock Stroh 6 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 5 M. 15 Sgr. Der Ceniner Heu 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 22 Sgr.

s 68

Branntwein⸗Preise

vom 16. bis 22.

Kartoffel⸗Pr.

Deerr Scheffel Kartoffeln 15 Sgr., auch 9 Sgr.

Mär

Das Faß von 200 Quart, nach Trales 54 pCt., nach 40 pCt., gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Branntwein 18 Rthlr.; Kartoffel⸗Branntwein 16 Rthlr. 2 % 6 Pf., auch 15 Rthlr. 15 Sgr.

1838.

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eise.

Redacteur Ed. Cottel.

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Gedruckt vei A. W. Hahyl

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ah 9. g Literarische Anzeigen. Für Landwirthe und jeden Viehbesitzer.

8 Bei G. Basse in Quedlinburg sind erschienen und in allen Buchhandlungen, zu Berlin in der Stuhrschen, Schloßplatz Nr. 2, zu haben: „Allgemeines Haus⸗Vieharzeneibuch für den Bürger und Landmann. Oder Darstellung aller innerlichen und äußerlichen Krankheiten der Pferde, des Rindviehes, der Schafe, Ziegen, Schweine und Hunde, und gründlicher Unterrscht, sie zu erkennen, zu verhüten und se heilen, nebst Angabe der sichersten Mittel und erforderlichen Recepte und Belehrungen über die richtige Zucht, Wartung und Fütterung die⸗ ser Thiere. 2 Thle. Dritte Auflage. 8vo. Preis 182 Thlr. Diese Schrift, welche den Viehbesitzer über die Krank⸗ heiten des Viehes, nach den in nenuester Zeit in der

iEg Il geme iner

Anzeiger fuͤr die Preußische

gemeinen Deutschen Rechtes und mit Berücksichtigung der neueren Gesetzgebungen und Gesetz⸗Entwürfe dargestellt von Dr. C. E. Pfotenhauer, Docenten der Rechte an der liniversität Halle⸗Wittenberg. VIII. u. 224 S. gr. 8vo. In Umschlag. 1 Thlr. 5 sgr.

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Im Verlage der Gebr. Reichenbach in Leipzig ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten, in Berlin (Stechbahn Nr. 3), Posen, Bromberg durch E. S. Mittler: b

Der Einfluß des n, lhen Irrthums

auf die

Bei J. F. Hammerich in Altona ist erschienen und in allen Buchhandlungen, in Berlin bei Ludwig Ochmigke, Burgstraße Nr. 8, zu haben:

TT666H 1 Ein Almanach virnt von Theodor Mundt. tbb legant gebunden 1 Thlr. 15 sgr. Inhalt: Muter und Tochter. Novelle. Ver⸗ traute Briefe aus Hamburg.

Strafbarkeit versuchter Verbrechen 1

1 Dentblätter für die nordische Sylphide. nach allgemeinen Prinzipien, nach den Grundsätzen des hie d

Di Philos Dejazet.

8

n St

So eben ist erschiene

Dümmler, Linden No. 19, zu haben:

Monat

n und in Berlin bei Feàl

für . Medizin, Augenheilkunde und Chirurge

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Dr. F. A. Leibarzte Sr. Majestät Hofrathe, Ritter des Oreé vieler Akademieen und

mit vielen Aerzten

herausgegeben von

v. Am mon, 1 des Königs von Sach-

lens für Verdienst und 1 medizinischer Gesellsch

Mitgliede etc. etc.

Isten Bandes 2tes Heft.

Der Jahrgang von 61

8 g, Weidmannsche Buchba

alüce; ih .

t 3 Thh.

Doppelheften koste b ndlug

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2 ½ % 611†

3 Abth., h

streiche. Posse in 5 Ab 8

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Gutsbesitzer Emil

on Klitzin

Im Bezirk der Koͤnigl. Regierung zu Koͤnigsberg ist der bisherige Vikar

g in Karnzow bei Kyritz den St. Johanniter⸗ örden zu verleihen geruht. 3

Okoniewski in

arnowitz zum Pfarrer in Bialutten, Kreis Neidenburg, er⸗

aannt worden; zu Hastor

Liegnitz ist der bisherige Prediger in Ullersdorf, Reymann, zum zweiten Prediger an der Dreifaltig⸗

its⸗Kirche in Sagan ernannt worden;

zu Trier ist eiler,

att⸗

der bisherige evangelische Pfarrer zu Sens⸗ Wilhelm Heinrich Z Gersweiler, und der Predigtamts⸗Kandidat Friedrich

illessen, zum Pfarrer in Mahl⸗

bilhelm Moͤrchen zum evangelischen Pfarrer in St. Wen⸗

lernannt worden.

Abgereist: Der General⸗Major und Kommandant von

se, voy

Strantz I., nach Breslau.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 17. Maͤrz. Se. Kaiserl. Hoheit der oßfuͤrst Michael war am 13ten d. M. nach Friedrichshamm Finnland abgereist und ist vorgestern hier wieder eingetroffen. Auf Veranlassung Ihrer Maäjestaͤt der Kaiserin hat der Naler Neff kuͤrzlich das Bildniß zweier Russischen Bäaͤuerinnen us dem Gouvernement Rjaͤsan in ihrer eigenthuͤmlichen Tracht ggefuͤhrt. Dieses Gemaͤlde ist jetzt in dem Atelier des Kuͤnst⸗

Fausgestellt.

Dem Chemiker Schutzenbach aus Karlsruhe ist auf zehn hhre ein Privilegium auf das von ihm erfundene eigenthuͤm⸗ e Verfahren bei der Runkelruͤben⸗Zucker⸗Fabrication ertheilt

örden.

Die Actionaire der Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft zwischen Petersburg und Luͤbeck haben im vorigen Jahre eer rei⸗ ees. von 1ean Z9zn e 8 K. von ihrem Unterneh⸗ n davongetragen. Die Zahl der Passagiere hatte sich in die Zeitraume auf 2727 belaufen. 1 h sich

-6“* . 8* 9 2

2* 1 T1““

Paris, 19. Maͤrz. Der Konig ertheil

Frankreich.

*

te gestern dem Herrn

esson, Civil⸗Intendanten von Algier, eine Privat⸗Audienz.

In einem Schreiben aus Rio Janeiro vom 2ten d. heißt „Das Linienschiff „Herkules“, an dessen Bord 89 8 finz von Joinville befindet, und die Korvette „la Favorite“ sd gestern hier angekommen. das Landleben, ppinzen und der Mannschaften ist vortrefflich. Die Reise ist gluͤcklich gewesen, und das Passiren der Linie wurde auf den Schiffen mit glaͤnzenden Festen gefeiert. Voteheit ist heute ans Land gestiegen und von dem zahlreich ver⸗

melten Volke freudig begruͤßt worden.

Der Gesundheits⸗Zustand des

Se. Koͤnigl. Der Prinz soll die

sicht haben, die Diamant⸗Gruben zu besuchen, die 80 Stun⸗

von der Kuͤste entfernt liegen.

Der „Herkules“ und die

avorite“ werden also laͤngere Zeit auf unserer Rhede ver⸗

ilen.“

In der Deputirten⸗Kammer fiel heute bis zum Abgange

Post nichts von Bedeutung vor.

Die Versammlung war

der Proposition des Herrn Luneau uͤber die Veraͤußerung Land⸗Anwuͤchse an den Meereskuͤsten beschaͤftigt.

Im Courrier frangais liest man: g des Gesetz⸗Entwurfes in Betreff der

„Die mit der Pruͤ— Eisenbahnen beauf⸗

gte Kommission soll sich uͤber folgende Punkte verstaͤndigt ha— : 1) der Regierung die Anlegung der Erenvehs 89 Pa⸗ nach der Belgischen Graͤnze zu bewilligen, wobei aber die zweigungen nach Duͤnkirchen und Boulogne Privat⸗Com⸗

snieen uͤberlassen werden sollen; 2) die Anlegun on von Paris nach Marseille zu gestacten. 8

einer Eisen⸗ ie einzelnen

eile dieser Bahn sollen Privat⸗Compagnieen uͤberlassen wer⸗ in soweit sich deren melden; wo dies nicht der Fall ist, soll egierung den Bau uͤbernehmen.“ 3 8 von Montalivet ist so weit wieder hergestellt, daß er 5 zum erstenmale aussahren wird. Mehrere seiner Bekann⸗ Pversichern, daß er noch immer beabsichtige, sein Portefeuille

derzulegen.

Der Constitutionnel enthaͤlt F t 8 G olgendes: „In einigen tischen Zirkeln ist die Rede davon, daß das Kabinet vom

April

Versuche mache, einige der Haͤupter des rechten Cen⸗

ms, mit dem es seit der Debatte uͤber die geheimen Fonds

zzlich zerfallen ist, wi . t bekannt, st, wieder fuͤr sich zu gewinnen. 11. Der Temps er kaizot entschieden mit de zochen habe.

Es ist noch

welche Zugestaͤndnisse das Ministerium machen Pägr eines Geruͤchts, wonach Herr n

erren Jaubert und Duchatel ge⸗

Der Admiral Mackau mit sei ili 9 al 2 it seiner Familie und der designirte asilianische Gesandte, Herr von Ribeiro, sind in Paris ein⸗

offen.

Herr Dutaecg hat von dem Urtheile des Zuchtpolizeigerichts

das gestrige

rha wi

Blatt der Staats⸗Itga. Hubert ist heute fruͤh von 8.Ztg appellirt.

vs verhoͤrt worden. M⸗ . Man glaubt, daß er vo ffentli hchtigen auch noch einmal mit 1

nstructions⸗Richter noch⸗

Valentin konfrontirt wer⸗

dl ist irrthuͤmlicher Weise gemeldet worden, daß die Ver⸗

ungen uͤber den Pro

3

des Generals Brossard schon am

30sten d. M. beginnen wuͤrden. Es hat in dieser Beziehung noch nichts festgesetzt werden koͤnnen, da verschiedene der abge⸗ sandten Spezial⸗Kommissionen noch nicht wieder zuruͤckgekehrt sind. Der General Brossard befindet sich noch immer im ge⸗ heimen Verwahrsam, und uͤber die ganze Instruction wird tie⸗ fes Stillschweigen beobachtet. Kan ist aber auf sehr lebhafte Debatten zwischen den Generalen Brossard und Bugeaud gefaßt.

Das Dampfschiff „le Vautour“ ist am 13ten d. von Algier in Toulon eingetroffen. Coleah war noch nicht besetzt, sollte es aber in wenigen Tagen werden. Ben⸗Aissa ist noch immer mit seinem Sohne in Algier. Er wuͤnscht, den Oberbefehl uͤber alle Staͤmme des Kuͤstengebiets und uͤber die Provinz Bona zu er⸗ halten, und verspricht dagegen, sich fuͤr die vollkommenste Ruhe auf diesem Punkte zu verbuͤrgen.

Die Asphalt⸗Actien sind noch immer der Gegenstand einer in den Annalen der Boͤrsen⸗Agiotage vielleicht unerhoͤrten Spe⸗ culation. Diese Actien, die urspruͤnglich zu 1000 Fr. emittirt wurden, sind an der vorgestrigen Boͤrse mit 7600 Fr. bezahlt worden, stiegen heute gleich bei Eroͤffnung der Boͤrse auf 9000 Fr., zu welchem Course aber die Nachfrage noch so lebhaft fort⸗ dauerte, daß man binnen einer halben Stunde 10,000 Fr. pro Actie bezahlte. Zu diesem Preise fanden sich indeß Verkaͤufer und man schloß zu 9400 Fr.

Es sind hier Nachrichten aus Saragossa vom 1lten d. eingegangen, die sehr beruhigend lauten. Man beschaͤftigte sich daselbst nur mit den noͤthigen Anstalten gegen jeden neuen Ver⸗ such von Seiten der Karlisten. Espartero hatte einen Tagesbefehl erlassen, in welchem er dem Ayuntamiento und der Provinzial⸗ Deputation zu dem am öten d. erfochtenen Siege Gluͤck wuͤnscht. Die Sentinelle des Pyrenéèes vom lödhten d. versichert, daß nur drei Personen, unter ihnen der General Esteller, das ihnen zur Last gelegte Einverständniß mit den Feinden mit dem Leben gebuͤßt haͤtten. Don Carlos war noch am 1lten in Estella. Einem Schreiben aus Bayonne vom l’5ten d. zu⸗ folge, waͤre die Prinzessin von Beira in Tolosa angekommen; die „Quotidienne“ selbst aber, die diese Nachricht mittheilt, be⸗ zweifelt die Richtigkeit derselben. Man versichert, daß Villa⸗ real wieder zu Gnaden aufgenommen, und zum Oberbefehls⸗ haber in den Baskischen Provinzen ernannt worden sey.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz⸗ zung vom 16. Maͤrz. Sir Edward Sugden fuͤhrte zur Unterstuͤtzung seiner Ansicht, daß die Wahl⸗Ausschuͤsse des Un⸗ terhauses berechtigt seyen, nicht nur die Englischen und Schot⸗ tischen, sondern auch die Irlaͤndischen Waͤhler⸗Listen zu unter⸗ suchen, außer den schon mitgetheilten noch folgende Argumente an: „Man hat großes Gewicht auf den öͤgsten Abschnitt der Irlaͤndischen Reform⸗Akte gelegt, der von besonderen Umstaͤn⸗ den handelt, unter welchen Jemand nicht wahlberechtigt sey, und der eine schwere Strafe darauf setzt, wenn derselbe in ei⸗ nem solchen Falle doch mitstimmt, waͤhrend zugleich dem Aus⸗ schuß des Unterhauses die Befugniß ertheilt wird, den Ramen eines solchen Individuums von der Waͤhler⸗Liste zu streichen: als ob diese gesetzliche Bestimmung fuͤr gewisse Faͤlle, die als ein bloßer Zusatz zu dem Hauptbetreff jenes Abschnittes, zu der Straf⸗Bestimmung naͤmlich, anzusehen ist, als ob diese fuͤr alle anderen Faͤlle die Befugniß, Namen von der Waͤhlerliste zu streichen, ausschloͤsse, eine seltsame Folgerung, daß eine auf alle Faͤlle uͤberhaupt sich erstreckende Befugniß durch Worte, die sich nur auf eine besondere Klasse von Faͤllen beziehen, aufgehoben seyn sollte, zumal wo, wie hier, wenn die Ausschuͤsse nicht die Korrektiv⸗Gewalt besaͤßen, gar keine Korrektiv⸗Mittel vorhanden seyn wuͤrden, da eine Appellation von der Entscheidung des Registrirungs⸗Beamten nur gegen die ungebuͤhrliche Zuruͤckweisung, nicht gegen die un⸗ gebuͤhrliche Zulassung eines Waͤhlers stattfinden kann. Der Parlaments⸗Beschluß, daß das Unterhaus die richterliche Be⸗ fugniß hat, die Guͤltigkeit der Wahlen zu untersuchen, ist uͤber 200 Jahre alt; er besteht seit 1624 und bildet einen Theil der Landesgesetze, insofern er nicht durch Statuten modiftzirt ist. Es ist aber ein Rechtsgrundsatz, daß eine Gerichtsbarkeit, die ein oberer Gerichtshof, wie das Unterhaus, be⸗ sitzt, dadurch, daß einem unteren Tribunal in derselben Sache eine Gerichtsbarkeit ertheilt worden, nicht aufge⸗ hoben ist, wenn dies nicht ausdruͤcklich gesagt wird.“ Der General⸗Prokurator beschwerte sich daruͤber, daß Sir E. Sugden die Frage uͤber das Recht der Wahl⸗Ausschuͤsse, die Waͤhler⸗Listen zu oͤffnen, in die Diskussion uͤber die Befug⸗ niß des Hauses, diese Listen zu berichtigen, hereingezogen habe, eine Frage, die hierher gar nicht gehoͤre. Er fuͤr sein Theil erklaͤrte, daß er noch nicht Gelegenheit gehabt, das Recht eines Ausschusses, die Wahl⸗Register zu revidiren, gehoͤrig in Erwaͤ⸗ gung zu ziehen, und daß er daher auch kein Urtheil uͤber diese Rechtssache abgeben koͤnne. Die Gegner des Ministeriums wollten hieraus folgern, daß die Ansicht des General⸗Prokura⸗ tors wohl fuͤr jenes Recht seyn muͤsse, denn waͤre sie dage⸗ gen, so wuͤrde er schwerlich damit zuruͤckgehalten ha⸗ ben, weil dies ein Gewicht in die Wagschaale des Ministeriums geworfen haben wuͤrde. Herr O'Connell unterstuͤtzte natuͤrlich den dem Hause von Lord J. Russell vor⸗ gelegten Antrag, die Befugniß des Sprechers, die Waͤhlerlisten berichtigen zu lassen, nur auf England und Schottland zu be⸗ schraͤnken, indem er hervorhob, daß in Irland eigentlich gar kein dem Englischen Wahl⸗Register entsprechendes Dokument existire, da die Irlaͤndischen Waͤhler ihre Stimmen kraft eines Registrirungs⸗Certifikats abgaͤben, welches sie bei der Wahl⸗ Handlung vorzeigen muͤßten, und welches hinreichend sey, um sie zum Stimmen zu ermaͤchtigen, ganz abgesehen von dem Re⸗ gister, welches der Friedens⸗Secretair fuͤhre. (Das Resultat „der Debatte, die Zuruͤcknahme des ministeriellen Antrages und die Ankuͤndigung eines anderen an dessen Stelle, haben wir

bebesgs gestern gemeldet.)

—;

London, 17. Maͤrz. Die neugepraͤgten Sovereigns, welche

Ihrer Majestaͤt kuͤrzlich vorgelegt wurden, haben auf der einen 8

Seite das Brustbild der Koͤnigin ohne alle Embleme der Sou⸗ verainetat, auf der anderen das Wappen der drei Koͤnigreiche. Als Lord Brougham vorgestern in der in Exeter⸗Hall

gehaltenen Versammlung, die den Zweck hatte, uͤber die Abtg,.

schaffung des Neger⸗Lehrlingssystems zu berathschlagen, den Praͤsidentenstuhl eingenommen hatte, bemerkte er 2egen6. daß

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er seit drei Jahren keiner oöͤffentlichen Versammlung

habe, indem er theils durch seine Kraͤnklichkeit daran verhindert

worden sey, theils es mit seinen richterlichen Functionen fuͤr

unvereinbar gehalten habe. Er ging sodann auf den eigent⸗ lichen Gegenstand uͤber und sagte: „Nachdem man zuerst den Afrikanischen Sklavenhandel abgeschafft hatte, oder es wenig⸗

stens gethan zu haben glaubte, hob man auch die Sklaverei

selbst auf, und wir haben es jetzt noch mit einem sogenannten

Uebergangs⸗Zustande zu thun, der aber nur eine Sklaverei un⸗ ter anderem Namen ist. (Hoͤrt! hoͤrt!) Dieser Zustand ist in

sofern besser, als die Sklaverei selbst, als die Peitsche abge⸗ schafft worden ist, das ist aber auch Alles, was durch die Akte von 1833 gewonnen wurde. 4

sten aller Formen der Sklaverei, der Westindischen naͤmlich, sich befanden, da beschloß man, sie einem Uebergangs⸗Zustande zu unterwerfen, und ließ es sich nicht im Traume einfallen, daß die Pflanzer und Kolonial⸗Versammungen diesen Plan nicht nur nicht unterstuͤtzen, sondern sogar sich ihm auf alle Weise widersetzen wuͤrden. Nur in zwei Kolonieen, naͤmlich in Antigua und Bermuda, hat man den Versuch, der dem Lande 20 Millionen Pfund kostet, wirklich schon angestellt. Die Frage ist nun ganz einfach diese: Wenn man im Jahre 1833 Alles so gewußt haͤtte, wie man es im Jahre 1838 weiß, wuͤrde wohl irgend Jemand es gewagt haben, die Fortdauer der Lehrlingschaft der Neger auch nur auf eine Stunde vorzu⸗ schlagen? (Beifall.) Ich habe dieselbe Frage im Parlament ausgesprochen und unerwarteter Weise den ganzen Einfluß des Ministeriums gegen mich gehabt. Der Neger⸗Sklave hat jetzt vier Jahre in dem Uebergangs⸗Zustande ver⸗ lebt, obgleich Niemand behaupten kann, daß vier Tage dazu noͤthig gewesen waͤren, wie das Beispiel von Antigua und Bermuda beweist. Man hat gesagt, daß Jamaika diesem Bei⸗ spiele nicht folgen koͤnne, weil die dortigen Neger, sobald man sie emanzipire, in die Serge laufen und sich den Maron⸗Ne⸗ gern anschließen wuͤrden. eshalb sollten sie denn weglaufen, etwa der Freiheit wegen? Der Neger, welcher nicht aus der Sklaverei weglaͤuft, soll dies in dem Augenblick thun, wo er frei wird! Wie steht es aber nun mit den Pflanzern? England hat ihnen 20 Millionen Pfd. gegeben, in der Erwartung, daß sie durch die Veraͤnderung einen Verlust in ihrer Einnahme er⸗ leiden und der Werth ihrer Besitzungen dadurch verringert wer⸗ den wuͤrde. Dies war aber nicht der Fall; der Werth ihrer Besitzungen hat sich im Gegentheil vermehrt. Man hat

esagt, der Kolonial⸗Secretair verdiene deshalb Tadel. Persolich ist der edle Lord ein sehr liebenswuͤrdiger Mann, und er war offenbar nur ein Werkzeug in den Haͤn⸗ den der Partei, mit der man zu kaͤmpfen hatte; es wuͤrde daher ungerecht seyn, den ganzen Tadel uͤber ihn auszuschuͤtten, da derselbe Allen gebuͤhrt und daher nach rich⸗ tigem Verhaͤltnisse zwischen ihm und seinen Kollegen getheilt werden muß. (Gelaͤchter.) Die 20 Millionen Pfund wurden nicht zum Besten der Pflanzer, sondern der Neger gezahlt; man hat nicht das Recht, den Neger noch eine Stunde in Ketten zu halten, sobald er geeignet ist, frei zu seyn, und da man zugegeben hat, daß dies der Fall ist, weshalb wird ihm die Freiheit noch einen Augenblick vorenthalten? Wenn die Re⸗ Peerung Ihrer Maäj. nicht mit einem Geheimenraths⸗Befehl zur

iederherstellung des Afrikanischen Sklavenhandels (eine An⸗ spielung auf die Erlaubniß, aus Ostindien Arbeiter nach Guiana auszufuͤhren) begonnen haͤtte, wenn statt dessen Vertraͤge mit denjenigen Maͤchten abgeschlossen worden waͤren, die noch im⸗ mer Afrika entvoͤlkern, wie Spanien und Portugal, und wenn die auf 1840 festgesetzte Emancipation auf 1838 verlegt worden waͤre, dann wuͤrde ich groͤßere Hoffnungen von dieser Regie⸗ rung hegen. (Beifall.) Ich wage indeß noch immer zu hoffen, daß es noch nicht zu spaͤt ist, und daß, wenn die vor kurzem Ihrer Majestaͤt uͤberreichte Petition von 500,000 ihrer weißen Schwestern zum Besten ihrer in Sklaverei gehaltenen Unter⸗ thanen die Wirkung haben sollte, das Gemuͤth der Koͤnigin zu erweichen, sie den Segen der Vorsehung sich erwerben wird.“

Die Berichte aus Manchester und Leeds schildern den Ma⸗ nufaktur⸗-Handel in Baumwollen⸗ und Wollenwaaren gedruͤck⸗ ter, als er es sonst in dieser Jahreszeit zu seyn pflegt. Gleich⸗ wohl waren die Besitzer solcher Waaren nicht geneigt, ihre Preise herabzusetzen. Die Zahl der zu Liverpool nach fremden Haͤfen in Ladung liegenden Schiffe war 151, sie waren meistens nach Nord⸗ und Suͤd⸗Amerika bestimmt.

In der Spiegelfabrik in Savoy⸗Street am Strand sind jetzt zwei Spiegel zu sehen, die vielleicht die groͤßten seyn moͤch⸗ ten, die jemals in England verfertigt worden; sie haben 12 ½ Fuß Läͤnge und 7 ½ Fuß Breite und sind ganz makellos.

Im vorigen Jahre wurden in England und Wales 45,394

Licenzen zum Bierschank ertheilt. 8 eit einiger Zeit herrscht in der Hauptstadt ein boͤsartiges

Fieber, eine Art von Typhus, welches in einigen Stadtvierteln schon eine große Menge von Menschen hinweggerafft hat. Un⸗ ter 354 Todesfaͤllen der vorigen Woche werden 330 dieser Epi⸗ demie zugeschrieben. 8

Der Tunnel der großen Verbindungs⸗Eisenbahn bei Pre⸗ ston ist eingestuͤrzt, gluͤcklicher Weise in der Nacht, so daß Nie⸗ mand dadurch zu Schaden kam; die Fahrt auf jener Bahn ist aber fuͤr den Augenblick natuͤrlich unterbrochen.

Man weiß jetzt bestimmt, daß die ganze Mannschaft des Kriegsschooners „Pincher“, der vom Lieutenant T. Hope kom⸗ mandirt wurde und drei Meilen suͤdoͤstlich von Ower's Leucht

Als man im Jahre 1833 sah, imn welchem entarteten Zustande die Neger in Folge der schlechte⸗