5 Der hiesige Assisenhof beschaͤftigte sich gestern mit dem Duell, welches vor laͤnger als einem Jahre zwischen den Her⸗ ren Pesson und Baron in Tours stattgefunden und zu den seitdem erfolgten Urtheilen des Cassationshofes uͤber die Duell⸗ frage Anlaß gegeben hatte. Der hiesige Assisenhof hat die bis⸗ her von allen Assisenhoͤfen Frankreichs im Widerspruche mit dem LCassationshofe festgehaltene Ansicht bestaͤtigt und den Herrn Pesson freigesprochen, weil das Gesetz keine bestimmte Strafe fuͤr Duelle festsetze. Der Name des von Philipp Guerin Ermordeten ist nicht Tessit, sondern Tessier. Die „Gazette de, Tribunaux“ giebt sein Alter auf 32 Jahre an.
Man unterhaͤlt sich seit einigen Tagen an der hiesigen Boͤrse viel von dem außerordentlichen Gluͤcke eines Pairs, der in weniger als einem Jahre beinahe 2 Millionen Fr. gewon⸗ nen hat. Er gewann vor etwa einem Jahre das große Loos von 800,000 Fr. in einer auslaͤndischen Lotterie, kaufte alsdann
80 Stuͤck Asphalt⸗Actien zum Pari⸗Course (1030 Fr.), verkaufte
dieselben mit 10,000 Fr. das Stuͤck und hat sich zum Course von 7800 Fr. wieder in den Besitz derselben gesetzt.
Großbritanien und Irland. 1 London, 30. Maͤrz. Der Franzoͤsische Botschafter, Gene⸗ ral Sebastiani, will morgen von hier nach Paris abreisen.
Der bei der hiesigen Preußischen Gesandtschaft als erster Legations⸗Secretair angestellte Freiherr von Werther ist uͤber Paris hier angekommen.
Der Morning Herald macht seiner eigenen Partei, den Tories im Parlamente, bittere Vorwuͤrfe daruͤber, daß sie noch gar nichts gethan, um der ackerbautreibenden Klasse in Groß⸗ britanien die schweren Lasten zu erleichtern, von denen diese seit den letzten zwanzig Jahren fast erdruͤckt werde, daß sie sich icht im mindesten um den Schutz der Rhederei gekuͤmmert,
daß sie dem Schicksal der 6 — 700,000 beinahe verhungernden Handstuhl⸗Weber auch nicht die geringste Aufmerksamkeit ge⸗ schenkt, genug, daß sie die große konservative Sache, naͤmlich die Sache der produzirenden Klassen, voͤllig verrathen haͤtten. Diese Vorwuͤrfe kommen natuͤrlich den liberalen Blaͤttern sehr gelegen, uvnd der Courier spooͤttelt daruͤber, daß die Tory⸗Sache n die Sache der arbeitenden Klassen ausgegeben werde, da das Bolt doch sehr wohl wisse, daß die Tories es gewesen, die durch ihre verschwenderische Staats⸗Haushaltung dem Lande 700 Millionen Pfund Schulden aufgebuͤrdet, und daß sie im Parlamente an nichts Anderes daͤchten, als sich wieder ans Ru⸗ der zu winden oder doch den Ministern, wenn diese ihnen nicht den Platz raͤumen wollten, ihre Lage so unbequem als moͤglich zu machen. So sehr die Morning Post auch das Resultat der Eliot⸗ schen Motion in Bezug auf die Spanischen Angelegenheiten bedauert, insofern verspricht sie sich doch etwas Gutes davon, als es die Unangemessenheit des parlamentarischen Brauchs, ganze Abende mit nutzlosen Debatten zu vergeuden, in das vollste Licht gestellt haben werde. „Das System“, sagt sie, „welches jetzt an solchen großen Schlachttagen beobachtet wird, ist ein unverzeihliches Spiel mit der Geduld des Publikums und eine arge Zeitverschwendung. Von 5 bis 10 Uhr erhebt sich eine Menge Volks und spricht Zeug, das Niemand im Hause hoͤren und Niemand außerhalb des Hauses, die Redner selbst ausgenommen, lesen mag. Und dies geschieht nur in Folge der seltsamen Etikette, wonach mit dem sogenannten schwe⸗ ren Geschuͤtz erst spaͤt am Abend vorgeruͤckt werden darf. So werden denn die Debatten gewoͤhnlich vertagt, und was man ganz gut an einem Abende abmachen koͤnnte, daruͤber gehen zwei bis drei Abende hin. Am Dienstag Abend sprachen Leute, von denen es eine Anmaßung war, nur daran zu denken, daß sie das Wort nehmen wollten; diejenigen Mitglieder dagegen, vor deren Meinung das Land gerechte Ehrerbietung hegt, wurden fuͤr den Sesen Abend aufgespart, und was ist die Folge davon? Die vertagte ebatte wird eine halbe Stunde fruͤher eroͤffnet, als man er⸗ wartete, die großen Maͤnner sind zu groß, um so zeitig schon anwesend zu seyn, die ganze Sache loͤst sich also in eine Posse auf, und das Unterhaus giebt sich wieder einmal dem Gelaͤch⸗ ter des Landes preis. Wenn dieser Vorfall jenem verkehrten Brauch einigermaßen abhuüͤlfe, so waͤre er wenigstens nicht ganz ohne Nutzen gewesen.“ Es ist schon bemerkt worden, daß die ministeriellen Blaͤtter eine Ueberrumpelung der Opposition bei dieser Gelegenheit durchaus in Abrede stellen und die fruͤhzei⸗ tige Abstimmung vielmehr einer Machination der Tories selbst Schuld geben. Am Abend vorher hatte naͤmlich zuletzt ein Whig, Herr Shiel, gesprochen; es war daher, dem Reglement zufolge, ein Tory an der Reihe, und zwar, der angeblich mit Sir R. Peel getroffenen Verabredung gemaͤß, Sir Charles Douglas. Der Morning Chronicle zufolge, soll dieser auch vor der Abstimmung schon im Unterhause gewesen seyn, sich aber in einem Augenblick entfernt haben, wo die Baͤnke der Opposition zahlreicher besetzt schienen, als die ministeriel⸗ len, und da auch keiner der anderen anwesenden Tories, die am Abend vorher noch nicht gesprochen hatten, wie Lord F. Egerton, Herr Goulburn, Sir Francis Burdett, Herr Shaw und Sir Edward Sugden, das Wort statt seiner er⸗ greifen wollte, so folgert das genannte Blatt hieraus, daß die Opposition den Moment zur Abstimmung fuͤr guͤnstig gehalten und sich den Sieg habe erschleichen wollen. Wäre den Tories dies nun wirklich gelungen, haͤtte der Zufall eine Majoritaͤt fuͤr sie, nicht fuͤr die Minister ergeben, was wuͤrde dann wohl, fragt der Courier, die Opposition gesagt haben, wenn Lord John Russell in einem solchen Fall gehandelt haͤtte, wie es die Tories gethan, wenn er dagegen protestirt, daß durch eine solche Abstimmung die Sache als entschieden anzusehen, wenn er die Opposition dringend aufgefordert hätte, die Debatte ent⸗ weder auf der Stelle fortsetzen zu lassen oder den Ministern zu erlauben, daß sie ihre Freunde am Freitag oder Montag Abend wieder versammeln duͤrften. “ er bnnu,— NRtederlayh de. 52
Aus dem Haag, 1. April. Hiesige Blaͤtter bemer⸗ ken: „In einigen Englischen Zeitungen liest man von einem Beschlusse der Londoner Konferenz, wonach dieselbe es abgelehnt haben soll, die 24 Artikel als Grundlage zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zu betrachten. Hier findet dies jedoch kei⸗ nen Glauben. Vielmehr sind hier, wie man vernimmt, noch keine Berichte uͤber das Resultat unseres bei der Konferenz ge⸗
thanen Schrittes eingegangen. Manche glauben sogar, daß die erwartete Antwort auch noch mehrere Tage ausbleiben duͤrfte, sowohl deshalb, weil Belgien seinerseits eine Antwort mit Ein⸗ schraͤnkungen ertheilt hat, als weil die Gesandten der verschiede⸗ nen bei der Konferenz betheiligten Maͤchte in dieser wichtigen Sache wohl erst neue Instruectionen von ihren Hoͤfen verlangt haben werden. Inzwischen haͤlt sich der Niederlaͤndische Ge⸗
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sandte in Paris, Baron R. Fagel, der sich fortdauernd hier
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aufhaͤlt, bereit, unmittelbar nach dem Eintreffen der mit Span⸗ nung erwarteten Nachrichten aus London nach der Franzoͤsischen Hauptstadt zuruͤckzukehren, um dort seine wichtigen Functionen wieder zu uͤberüͤehmen.“ “ 1ö“ I“ Bruͤssel, 1. April. Der Moniteur Belge giebt eine Uebersicht des Belgischen Handels waͤhrend der Jahre 1831 bis 1835. In dem Berichte des Ministers des Innern an den Koͤnig heißt es in Beziehung auf diesen Gegenstand: „Das immer wachsende ℳ beachtenswerthe Zunehmen unseres Han⸗ dels stellt sich auf die unzweideutigste Weise heraus. Die Er⸗ weiterung desselben wird sich noch auffallender zeigen, sobald unsere Handels-Beziehungen zu Deutschland durch die Eroͤff⸗ nung der neuen Abtheilungen der Eisenbahnen einen hoͤheren Aufschwung erhalten haben werden.“ — Von den beigefuͤgten Uebersichts⸗Tabellen theilen wir die nachstehenden mit, aus de⸗ nen zu ersehen ist, in welcher Progression der Belgische Han⸗ del vom Jahre 1831 bis zum Jahre 1835 zugenommen hat: b I. Einfuhr⸗Handel. 8 98,013,079 Fr. 213,868,980 J11“ 206,503,547 192,909,426 198,969,674 Ausfuhr⸗Handel. 104,579,786 124,765,875 122,610,368 135,790,426 160,705, 447
Deutschland.
Hannover, 2. April. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin haben in einem an die Direction des Gewerbe⸗Vereins fuͤr das Koͤ⸗ nigreich unläͤngst erlassenen huldreichen Schreiben, „als einen Beweis des Anerkenntnisses der gemeinnuͤtzigen Bestrebungen des Gewerbe⸗Vereins und um nach Kräften den loͤblichen Zweck desselben zu befoͤrdern“, dem Vereine ein jaͤhrliches Geschenk von 200 Rthlrn. zugesichert.
Muͤnchen, 1. April. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bisherigen Minister⸗Verweser, Staatsrath v. Abel, zum Mini⸗ ster des Innern ernannt.
Gestern Abend erschien der erwartete Armee⸗Befehl; durch die darin aufgefuͤhrten Listen der verstorbenen, versetzten, mit Orden begnadeten ꝛc. Militairs zu einem Volumen von fuͤnf Druckbogen angewachsen, enthaͤlt er auch zahlreiche Ernennun⸗ gen und Befoͤrderungen. Zu General⸗Lieutenants sind avancirt: die General⸗Majors Kirschbaum, Rittmann, Freiherr v. Zoller, v. Streiter, Graf v. Tattenbach und Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz. Zum General⸗Lieutenant und Kommandanten der dritten Armee-Division ist der bisherige General⸗Major und Brigadier der vierten Division Fuͤrst Karl Theodor von Thurn und Taxis ernannt.
In den naͤheren Bestimmungen uͤber das im Spaͤtsommer dieses Jahres bei Augsburg stattfindende Uebungs⸗Lager ist unter Anderem Folgendes enthalten: Die Infanterie⸗Regimen⸗ ter marschiren mit 2 Bataillonen und 12 Compagnieen, die Jaͤ⸗ ger⸗Bataillone mit 6 Compagnieen, aus. Diese Heeres⸗Abthei⸗ lungen sind auf den vollstaͤndigen Friedenssuß, die Compagnie zu 110 Gefreiten und Gemeinen zu bringen. Die vier Kaval⸗ lerie-Regimenter marschiren jedes mit 6 Eskadronen in das Lager. Jedes der beiden Artillerie⸗Regimenter hat zwei 6 Pfun⸗ der-⸗Batterieen, welche die bisherigen leichten seyn sollen, in das Lager zu beordern. Die Sapeur-Abtheilung ist dem Haupt⸗ Quartier zugetheilt. Der Einmarsch der Truppen in das Lager wird auf den lsten, der Ausmarsch aus demselben auf den 14. Sept. festge⸗ setzt. Das aufzuschlagende Lager wird ein Gassenlager seyn. Dasselbe wird sich zwischen Oberhausen und Kriegshaber an die Straße nach Guͤnzburg anlehnen, und sich, die Fronte ge— gen Augsburg, in der Richtung des Kirchthurmes von Gerst⸗ hofen ausdehnen. Die Kavallerie⸗Regimenter und das Artillerie Fuhrwesen werden kantonniren. Das Infanterie⸗Regiment Prinz Karl und das Chevauxlegers⸗Regiment Koͤnig kaserniren in Augsburg. Fuͤr die Unterbringung der Kranken der lagern⸗ den und der kantonnirenden Abtheilungen wird nebst dem Militair⸗Krankenhause zu St. Georg noch das St. Sebastian⸗ Spital zu Augsburg bestimmt.
In unseren hoͤheren geselligen Kreisen, in denen mit dem Schlusse des Karnevals die Freuden des Tanzes ihr Ende er⸗ reicht hatten, sind an die Stelle der letzteren theatralische Un⸗ terhaltungen getreten. Bei Graf Tascher de la Pagerie, so wie im Hotel des Franzoͤsischen Gesandten, Baron Bourgoing, wer⸗ den Franzoͤsische Lustspiele und Vaudevilles von Dilettanten zur Auffuͤhrung gebracht, und gestern fand im Hause des Herrn von Klenze die Darstellung einer Bellinischen Oper, der Puri⸗ tani, statt, welche Ihre Majestaͤt die regierende Koͤnigin, so wie Ihre Majestaͤt die Koͤnigin Karoline, Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz, die Frau Herzogin von Leuchtenberg und die Frau Großherzogin Stephanie von Baden mit ihrer Gegenwart be⸗ ehrten. Die fuͤr Dilettanten schwierige Aufgabe wurde auf das gluͤcklichste geloͤst; namentlich wird der schoͤne und gerundete Ge⸗ sang der seit einigen Wochen hier befindlichen jungen Englaͤn⸗ derin, Miß Lacy, vorzuͤglich geruͤhmt.
Wiesbaden, 30. Maͤrz. Heute ist von dem Herzoglichen Staats⸗Minister Grafen von Walderdorff die durch das lan⸗ desherrliche Edikt vom 17ten d. M. angeordnete Versammlung der Staͤnde des Herzogthums Nassau mit nachstehender Rede eroͤffnet worden:
„Hochzuverehrende und Hochgeehrte Herren! Von Sr. Durch⸗ laucht dem Herzeoge ist mir der gnädigste Auftrag ertheilt worden, die Stände⸗Versammlung des Jahres 1838 zu eröffnen. Es hat sich keine Veranlassung ergeben, Ihnen, hochzuverchrende und bochgeehrte Herren, die Sie während der siebenjährigen Periode unverhäͤltniß⸗ mäßig viecl auf den jährlichen Landtagen haben arbeiten müssen, dies⸗ mal besondere Gesetze zur Zustimmung vorzulegen; das letzte Jahr Ihrer verfassungsmäßigen Wirksamkeit glaubt vielmehr die Regte⸗ rung lediglich für das Finanz⸗Gesetz in Anspruch nehmen zu dürfen. Den Zustand unserer Finanzen aber werden Sie fortwährend gut sinden, und aus den Voranschlägen, welche Ihnen in gewohnter Ord⸗ nung und Vollständigkeit vorgelegt werden sollen, ersehen, daß, ob⸗ gleich mehrere ansehnliche Beträge für neue Gebäude und Wasser⸗ bauten in Aussicht genommen werden mußten, dessenungeachtet mit drei Simpelu direkter Steuern ausgereicht werden wird. Im Ramen Sr. Durchlaucht des Herzogs erkläre ich den diesjährigen Landtag für eröffnet.“ “
Se. Durchlaucht der Herzog haben den Geheimen Rath Freiherrn von Zwierlein zu Geisenheim zum Praͤsidenten der Herrn⸗Bank der Staͤnde des Herzogthums ernannt.
Frankfurt a. M., 3. April. Aus Wien vom 29. Maͤrz melden Handelsbriefe, daß die Stadt ein Anlehen von
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3 Millionen Gulden C. M. à 2 pCt. unter der Garanti⸗ Staats bei der Wiener National⸗Bank gemacht habe. „ Nachricht wirkte guͤnstig auf den Cours der Bank⸗Actien.
Oesterreich.
Wien, 1. April. Auch noch aus anderen Ortschaste garns gehen jetzt Nachrichten uͤber die Verheerungen ein 1 die ausgetretene Donau veranlaßt hat. Zwei Orte, Mu und Aporka, sollen ganz weggeschwemmt seyn; an vielen ren ist ein großer Theil der Haͤuser eingestuͤrzt. In derg Gran, deren Haͤuserzahl 853 betraͤgt, sind 616 eingestirz 89 stark beschaͤdigt. b —
In der Agramer politischen Zeitung vom 24 8 liest man folgende Berichtigung: „Der „Adler““ vom 17 † enthaͤlt nachstehenden Aufsatz von der Bosnischen Gräͤngen 20. Februar d. J.: „„In der letzten Zeit hatten sich un Graͤnze wieder verschiedene Geruͤchte uͤber ernstliche Um⸗ verbreitet. Anlaß dazu gab nur das freche Treiben eihg wissen Capitain Beschirewitsch, der, sich den Anordnunga Statthalters Wedschihi Pascha widersetzend, in den Craze Bergen eine Schaar von etlichen hundert Abenteurern, aig⸗
theils Oesterreichischen Deserteurs und anderen Fluͤchte
gesammelt, und damit einige Angriffe der Regierungs⸗den zuruͤckgewiesen hatte. Dieses Unwesen hat bereits sein erreicht. Eine sowohl von Oesterreich, vermuthlich auf chen der Tuͤrkischen Behoͤrden, als auch von Tuͤrkischeg⸗ erlassene Amnestie loͤste den Haufen auf. So sah sich zis witsch ploͤtzlich von Allen verlassen in der huͤlflosesten lann ihn auch bald vermochte, sich dem Pascha auf Gnade nang gnade selbst zu uͤberliefern. Es heißt, er solle nach i stantinopel geschickt werden.““ Wir fuͤhlen uns verpflichte ganzen Inhalt dieses Aufsatzes um so mehr als erdichtt klaͤren, als eben jetzt an der Bosnischen Graͤnze die bole mene Ruhe und die beste Eintracht mit den jenseitigen Ih den herrscht. — Der Capitain Beschirewitsch, von dessen fin Treiben erwaͤhnt wird, hat sich noch im Monate Sextz v. J. von Ostrovaz gefluͤchtet, und dessen Familie ist nach nik abgefuͤhrt worden. (Siehe Agramer Zeitung Nr. Nle 10. Oktober v. J.) Der Wesir Wedschihi Pascha, dessa mehr denn 6000 Mann bestandene Truppen nicht, wie ing gen Artikel gesagt wird, durch den Anhang des Beschitens zuruͤckgewiesen worden sind, hat durch Einsetzung neuer . selim's und dadurch, daß er zur Sicherung der Ordmm Bosnien Abtheilungen von Arnauten daselbst zuruͤckgelasien — die Ruhe und Eintracht, die auch seit der Zeit beohet wird, vollkommen hergestellt, ohne zu dem Mittel einer . stie fuͤr die Rebellen-Anfuͤhrer greifen zu muͤssen.“”“
Italien. B“
Messina, 15. Maͤrz. (Allg. Ztg.) Gestern kan ganz unerwartet Se. Majestaͤt der Koͤnig auf dem Dampfe „Wenefrede“ von Neapel an und landete unter dem vatrufen der auf den Quais versammelten Volksmassen. Gemuͤther sind gespannt auf das, was da kommen sol. Wahrscheinlichste ist, daß der Monarch die Durchfuͤhruneg ger wesentlichen neuen Bestimmungen in der Verfassan Verwaltung Siciliens mit dem imponirenden Gewiche persoͤnlichen Gegenwart erleichtern will. Vielleicht un Conscription verkuͤndigt. Von hier soll Se. Majestaͤt mai rakus und dann nach Palermo gehen.
Seit drei Tagen haben wir hier Winter, und unsered oder besser gesagt Huͤgel, sind mit Schnee bedeckt; die Ke sehr empfindlich, besonders nach der bisherigen gelinden! rung. Bei laͤngerer Dauer koͤnnte sie großen Schaden! ten, da das Wachsthum sehr fruͤhzeitig war und unter rem die Maulbeerbaäume schon mit Blaͤttern bekleidet simd
Spanien.
Madrid, 21. Maͤrz. (Allg. Ztg.) Der Genere ist nun wirklich an die Stelle des Generals Carrataßg seine Entlassung verlangt und erhalten hat, zum Krit/ nister ernannt worden; bis zu seiner Ankunft versink , weilen der Marine⸗Minister Canas die Geschaͤfte junes Mar steriums. Die oͤffentliche Meinung ist dem General nne nesweges sehr guͤnstig: die Exaltirten hassen ihn, wellacg an der Spitze der Polizei der Hauptstadt stand, und in ee mer 1835 auf Toreno's Befehl einen voͤllig verungluͤckm gegen die Junten von Andalusien unternahm. Ueberdi Latre ein Mann von fast 70 Jahren, und ohne alle palle tarische Erfahrung. Carratala soll sich mit seinen Ministt gen wegen verschiedener Befoͤrderungen und außerordentliche ertheilten Ehren⸗Bezeugungen uͤberworfen haben. Eben dies genstand hatte auch den General Seoane veranlaßt, auf eine Interpellation an die Minister anzukuͤndigen, und di einmal die Spanier außer den Stiergefechten keine groͤßen, barkeit kennen, als die parlamentarischen Katzbalgereien,n Cortes, so waren schon drei Stunden vor Eroͤffnung der . alle Tribunen von schaulustigen Damen und Herren ihe Diese geriethen aber in keinen geringen Zorn, als sie ga wurden, daß der General Seoane seiner Gewohnheit, alles teien zu taͤuschen, treu blieb. Er erklaͤrte naͤmlich, er daht Interpellation auf, weil er erfahren habe, daß der Fans TCastilien eingedrungen sey, und er deshalb die Regierunh, in Verlegenheit setzen wolle. Der Minister des Innern derte ihm zwar, die Regierung sey bereit, den Gegensiaͤ, ner Interpellation oͤffentlich oder privatim zu erledigen, der General erklaͤrte sich fuͤr befriedigt, und die Zuschaue gen, seine guten Gesinnungen verwuͤnschend, nach Haut
Portugal. 8 Lissabon, 20. Man. Der Koͤnig Ferdinand 6 General Reguengo, der bei dem Gefecht am 13ten ”n Spitze eines Kavallerie⸗Detaschements verwundet 11 gefaͤhrlich krank danieder liegt, einen Besuch abgestalt, Zahl der in jenem Gefecht zwischen den Truppen und 1 bellischen Bataillonen der National, Garde auf beiden d verwundeten und getoͤdteten Individuen ist noch immen genau bekannt, da beide Theile das tiefste Stillschweigel uͤber beobachten; 80 Gefangene wurden aus dem Ars va dem Schlosse gebracht, spaͤter jedoch, mit Ausnahme jwe 1 unter befindlichen Franzosen, wieder in Freiheit g4sese, Truppen haben einen großen Theil ihrer Soldruͤckstäganng ahlt erhalten, da die Vank zu diesem Zweck 25 eis vorgeschossen hat. Eine aus Porto eingegang phische Depesche meldet, daß die dortigen Civil⸗ Behoͤrden bereit sind, die Regierung der Koͤnigin und dast in jener Stadt die groͤßte Ruhe herrschte.
veat Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerlle New⸗York, 26. Febr. Unter den Dokumenten,
dem diesjaͤhrigen Bericht des Kriegs⸗Secretairs an de
Falle der Noth 100 Personen retten koͤnnen.
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ß be t wor eß beigeleg 2. die Mittel zur
den sind, befindet sich auch eine Mittheilung Vertheidigung der westlichen e. von dem ber die Inshecteur der Armee, General Croß. Es heißt darin Beneral. Justn⸗ „Die Westgraͤnze der Vereinigten Staaten üe. sich von dem Red⸗River im Suͤden bis zum oberen gsefissippi im Norden, und um sie vertheidigen zu koͤnnen, ist Rist inere und eine aͤußere Linie von Forts noͤthig. Was die nere Linie betrifft, so sind die Forts Townson im Suͤden, zpeling im Norden und die dazwischen liegenden Forts Gib⸗ 2 nd Leavenworth fuͤr den Augenblick hinreichend; dagegen ae dem Zusammenflusse der oberen Arme des Moͤnchs⸗ b sees ein Fort errichtet werden. Die Forts, welche die innere 89 bilden sollen, muͤssen an folgenden Punkten errichtet wer⸗ linte zwischen dem Red⸗River und dem Arkansas, 4 zwischen dem . nsas und Missuri und 2zwischen dem Missuri und Mississippi. tAnlegung von Munitions⸗Depots eignen sich: Fulton, am de River, Morrison's Bluff, am Arkansas, der Vereinigungs⸗ Punkt des Osagen⸗Flusses und des Great⸗River, und Lexing⸗ n am Missuri. Als Reserve⸗Station duͤrfte wohl Jefferson's en acks bei St. Louis am passendsten seyn, indem von da aus Barra 1 1re en Punk der Fluͤsse Mis⸗ je Truppen mit Leichtigkeit nach allen Punkten der Fluͤsse Mis⸗ r, Arkansas und Mississippi gesandt werden koͤnnen. Zur ertheidigung der Graͤnze, Erhaltung des Friedens unter den erschiedenen Indianer⸗Staͤmmen und zur Beschůͤtzung der An⸗ edelungen der nach dem fernen Westen Ausgewanderten wuͤr⸗ en 30,000 Mann erforderlich seyn... ——* ]
Aus dem Bericht des Herrn C. A. Harris, Commissairs r die Indianer⸗Angelegenheiten, ergiebt sich, daß, wenn alle ndianer, die eingewilligt haben, nach dem fernen Westen aus⸗ uwandern, dort angekommen sind, ihre Zahl 332,000 Seelen, orunter 66,000 Krieger, betragen wird. Jetzt befinden sich n der Naͤhe der Westgranze der Vereinigten Staaten: 1) In⸗ ianer im Osten des Mississippi, die ihren Vertrag, wodurch sie ich zur Auswanderung verpflichten, noch nicht erfuͤllt haben, 86,950 Seelen; 2) Indianer, die noch keinen Auswanderungs⸗ Vertrag abgeschlossen haben, 12,215 Seelen; 3) Indianer, die on der Ostseite des Mississippi ausgewandert sind, 51,327 See⸗ n; 4) Indianer⸗Staͤmme, die in der Naͤhe der Westgraͤnze inheimisch sind, 231,806 Seelen; zusammen 332,498 Seelen.
Der New⸗York American enthaͤlt folgendes Schreiben us Washington vom 21. Februar: „In wenigen Tagen er⸗ vartet man eine interessante Mittheilung des Praͤsidenten in Bezug auf den quer uͤber die Landenge von Darien anzulegen⸗ den Kanal. Sie gruͤndet sich auf eine Resolution des Herrn Mercer, Mitglieds des Comité's fuͤr Straßen und Kanaͤle, der ich lange mit diesem Gegenstande beschaͤftigt hat. Man ver— authet, daß Herr Mercer in einer besonderen Bill der Regie⸗ ung empfehlen wird, sich der Sache anzunehmen. Es waͤre dies eine treffliche Gelegenheit, die Schatzscheine los zu werden, enn naͤmlich die Einwohner von Guatemala einfaͤltig genug sind, sie zu nehmen. Herr van Buren wuͤrde sich natuͤrlich kei— en geringen Ruhm erwerben, wenn unter seiner Praͤsident⸗ chaft die Verbindung des Atlantischen mit dem großen Ocean uU Stande kaͤme. — Heute ersuchte Herr Reed das Revpraͤsen⸗ antenhaus, doch am naͤchsten Dienstag die Kongreß⸗Halle einem us Koͤngreß-⸗Mitgliedern bestehenden Maͤßigkeits⸗Vereine zu iner Versammlung zu uͤberlassen. Dies wurde jedoch erweigert, indem zu viel Trinker zugegen waren und on 125 anwesenden Mitgliedern 82 sich dagegen erklaͤr⸗ n. — Die Kanadische Frage faͤngt an ahoͤchst wichtig
werden, denn Herr Cambreleng und selbst Herr dams erklaͤrten heute, daß die dem Hause in dieser Beziehung orliegende Neutralitaͤts⸗Bill mit einer Frage uͤber Krieg oder Frieden mit Großbritanien gleichbedeutend sey. Herr Cambre⸗ eng drang auf unverzuͤgliche Annahme der Bill, da, seiner Meinung nach, ein geringer Aufschub einen Krieg unvermeid⸗ ch mache. Herr Adams hielt eine interessante Rede uͤber die⸗ en Gegenstand. Er erwaͤhnte die von dem General-⸗Prokura⸗ er von Ober⸗Kanada ausgesprochene Ansicht, daß die Britische Regierung berechtigt sey, die Rebellen auf das Gebiet der Vereinigten Staaten zu verfolgen, indem er sich auf das von em General Jackson im Jahre 1818 gegebene Beispiel, der hie Indianer auf Spanisches Gebiet verfolgt habe, berufe. Herr Adams wuͤnschte ebenfalls die baldige Annahme der Bill, ha sie die Buͤrger der Vereinigten Staaten verhindern werde, siscch die Finger zu verbrennen, und zugleich den Kanadischen Fluͤchtkingen, unter der Bedingung, daß sie nicht wieder nach anada zuruͤckkehrten, Schutz gewaͤhren wuͤrde. Es werden pffenbar noch einige Tage vergehen, ehe die Entscheidung uͤber hie Bill erfolgt.“
Herr Joseph Franeis aus New⸗York hat fuͤr den Capitain oldrege vom Liverpooler Packetboot „United States“ ein eues Rettungsboot gebaut. Es ist 28 Fuß lang, 5 ½ Fuß breit und hat ei I11““ 87 5. 228 und hat ein doppeltes Verdeck. Innerhalb des Bootes ind vierzehn Roͤhren von dreizehn Fuß Laͤnge, die 52 Kubik⸗ zöuß Wasserstoffgas enthalten, welche 4000 Pfund Eisen tragen, wenn das Boot mit Wasser gefuͤllt ist. An den Seiten sind 0 Taue befestigt, wodurch sich, mit Einschluß des Bootes, im Versuche haben bewiesen, daß es alle bisher Sgg Igeger
1 3 „S isher erfundenen Ret⸗ ungsmittel bei Schiffbruͤchen an Zweckmaͤßigkeit weit uͤbertrifft.
In einem Blatte des Staates Massachusetts kuͤndigt ein hr. Isaac Butterfield an, daß er nach vieljaͤhrigen Studien ind Versuchen mit großem Erfolge den animalischen Magne⸗ ismus in seine Praxis aufgenommen habe. Eben jetzt behandle r eine somnambuͤle Stute, welche dieselben Eigenschaften be⸗ ze, wie Miß Gleason oder irgend eine andere Somnambuͤle. Er. empfiehlt sich daher dem Publikum mit seiner Kunst. „In dem Zustande des auswaͤrtigen Wechsels⸗Courses hat sich ine merkwuͤrdige Veraͤnderung zugetragen. Vor wenigen Monaten I 8 Wechsel⸗Cours auf England noch 22 ½ pCt. gegen 8e sich erea⸗ jetzt ist derselbe auf 5 ½ pCt. gesunken. Es 1 Cur h hieraus, daß gegenwaͤrtig nicht Amerika der Schuld⸗ Föoidrh dde een umgekehrt. Eine solche vollkommene E Stande der Handels⸗Angelegenheiten ist anm mie Vorrien zen Zeit vollbracht worden. Vaares Geld
heil eingefuͤhrt werden, und die natuͤrliche Folge davon wird seyn, daß es bald in Menge aus Europa und na⸗ entlich aus England und Frankreich hierherstr 1 - aus g und Frankreich hierherstroͤmen muß. Die arsache dieses Standes der Dinge ist die geringe Einfuhr und die ungeheure Ausfuhr von Baumwolle die groͤßtentheils mmts baarem Gelde, statt mit Waaren, bezahlt werden wird. Die ummen, welche die Kaufleute der Vereinigten Staaten am nde der letzten Krisis den Englischen und Franzoͤsischen Kauf⸗ Leuten schuldig waren, sind theils durch 3 z. 8 2 1G vs Fallisseme — durch ahlungen, theils durch uts vollstaͤndig getilgt. In den H NVer von New⸗Hork herrscht groß⸗ 8,2 en Handels⸗Verhaͤltnissen Diskontirungen beschraͤnken vn Vee vorzubereitens . ch auf die Baarzahlungen
— Nach einem Schreiben aus New⸗York vom Februar
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391 (heißt es in der Elberfelder Ztg.) sieht es dort gegenwäͤrtig nicht erfreulich aus; die Geschaͤfte sind im hoͤchsten Grade flau und es scheint auch mit dem naͤchsten Fruͤhjahr nicht viel besser zu werden. In Folge dieser Stockung der Geschaͤfte ist die arbeitende Klasse schon bedeutend verarmt und wird noch von Tag zu Tag aͤrmer werden. Man macht sich keinen Begriff von der in New⸗York herrschenden Armuth. Deshalb haͤlt es der sehr achtungswerthe Berichterstatter fuͤr nuͤtzlich und nothwendig, solche Mittheilungen in den Zeitungen des Deutschen Vaterlandes zu veroͤffentlichen, um das Volk auf diese Weise vor den Auswanderungen nach Amerika zu warnen. Viele, sagt er, verlassen ohne Ursache 82 Vaterland, sie kommen ohne Geld an und so fehlen ihnen alle Mittel, zu subsistiren. Das Gouvernement der Vereinigten Staaten giebt jetzt keinen Strich Landes mehr hin, es sey denn daß er baar in Gold⸗ oder Silber⸗Muͤnze bezahlt werde, und dies ist eine der Ursachen, warum New⸗York gegenwaͤrtig mit so unzaͤhligen armen Leuten angefuͤllt ist. Deshalb erkennen es alle rechtschaffenen Maͤnner daselbst fuͤr ihre Pflicht, ihre Lands⸗ leute vor den Auswanderungen zu warnen und sie mit dem Stande der Dinge dort bekannt zu machen. 1
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Berlin, 6. April. In der Nr. 107 der Staats⸗Zeitung von 1837 ist einer Verfuͤguͤng erwaͤhnt worden, welche der Herr Minister des Innern und der Polizei von Rochow unterm 14. Maͤrz v. J. an das hiesige Polizei⸗Präͤsidium, so wie an saͤmmtliche Provinzial⸗Regierungen erlassen hat, um schon vor⸗ laͤufig, in Erwartung des Resultats der damaligen Berathun⸗ gen uͤber ein neues Gesetz zum Schutze des Eigenthumes an Werken der Wissenschaft und Kunst, den Schriftstellern und Verlagsberechtigten denjenigen polizeilichen Schutz zu gewaͤhren, den die Umstaͤnde erheischen moͤchten.
Durch jene Verfuͤgung waren die Polizei⸗Behoͤrden ange⸗ wiesen worden, nicht bloß auf Ansuchen der Betheiligten, son⸗ dern auch in allen andern Faͤllen, wo sie zuverlaͤssige Kennt⸗ niß davon erhielten, daß in ihren Bezirken ein Nachdruck von Buͤchern, die in den Deutschen Bundesstaaten verlegt wor⸗ den, stattgesunden habe, oder ein Handel mit solchen Nachdruͤcken gefuͤhrt werde, von Amtswegen sofort einzu⸗ schreiten, die Frage: ob ein Nachdruck in medio sey? durch Sachverstaͤndige feststellen zu lassen, und wenn diese die Frage bejahten, die Beschlagnahme der Nachdruck⸗Exemplare zu verfuͤgen, gleichzeitig aber die Verleger von der erfolgten Beschlagnahme zu benachrichtigen, und denselben anheim zu stellen, ihre Rechte gegen diejenigen, welche sich des Nachdrucks schuldig gemacht, binnen einer ihnen nach den Umstaͤnden zu bestimmenden angemessenen Frist gerichtlich zu verfolgen, dabei auch den Verlegern zu bedeuten, daß die Beschlagnahme wie⸗ der aufgehoben werden wuͤrde, wenn sie nicht innerhalb der ihnen gestellten Frist die gerichtliche Klage anhaͤngig machen und sich daruͤber, daß solches geschehen, gegen die Polizei⸗Be⸗ hoͤrden ausweisen moͤchten.
Nach dem Erscheinen des neuen Gesetzes vom 11. Juni 1837 ist nun bei dem Herrn Minister des Innern und der Polizei die Frage angeregt worden:
ob auch jetzt noch, nachdem das neue Gesetz die Feststellung der Existenz eines unerlaubten Nachdruckes oder einer uner⸗ laubten Nachbildung dem Richter uͤbertragen und bestimmt habe, daß Vereine von Sachverstaͤndigen gebildet werden sollten, die Verfuͤgung vom 14. Maͤrz v. J. anwendbar sey?
In Folge dessen ist den Provinzial⸗Polizei⸗Behoͤrden mit⸗ telst Eirkular⸗Erlasses vom 26sten v. M. anderweit eroͤffnet wor⸗ den, daß der Herr Minister, mit Ruͤcksicht auf die Motive, welche in der Cirkular-Verfuͤgung vom 14. Maͤrz v. J. ange⸗ geben worden waͤren, keine Bedenken finde, sich nicht bloß
fuͤr die fernere Anwendbarkeit jener Verfuͤgung hinsichtlich
des Buͤcher-Nachdrucks, sondern auch
fuͤr die Ausdehnung derselben auf alle durch das Gesetz
vom 11. Juni v. J. als verboten bezeichneten Nachdruͤcke
und Nachbildungen von Werken der Wissenschaft und Kunst, um so mehr auszusprechen, als ein polizeiliches Einschreiten, wie solches durch die Verfuͤgung vom 14. Maͤrz v. J. bestimmt worden, durch die Festsetzung des §. 15 des Gesetzes vom 11. Juni v. J., wonach gerichtliche Untersuchungen nur auf den Antrag der Verletzten einzuleiten waͤren, keinesweges ausge⸗ schlossen werde, ein solches polizeiliches Einschreiten vielmehr der Absicht des Gesetzes voͤllig entspreche.
Daß das gedachte Gesetz die Entscheidung streitiger Faͤlle dem Richter uͤbertragen hat, kann, wie in dem Cirkular-⸗Er⸗ lasse vom 26sten v. M. ferner bemerkt worden, in den Befug— nissen und Verpflichtungen der Polizei, der Verletzung des Eigenthums moͤglichst vorzubeugen, nichts aͤndern. Der Rich⸗ ter hat zwar, wenn er zweifelhaft ist, ob eine Druckschrift als Nachdruck oder unerlaubter Abdruck zu betrachten, oder ob eine Nachbildung als unerlaubt anzusehen sey, nach §. 17 und §. 31 jenes Gesetzes das Gutachten der zu diesem Zwecke zu bilden⸗ den Vereine von Sachverstaͤndigen einzuholen; dagegen bleibt aber in Gemaͤßheit des Cirkular⸗Erlasses vom 26sten v. M. fuͤr die Polizeibehoͤrden und deren vorlaͤufige Einschreitung die Ministerial⸗Verfuͤgung vom 14. Maͤrz v. J. dahin maßgebend, daß fuͤr sie die bloße Zuziehung von Sachverstaͤndigen genuͤgt.
Bei dem Interesse, welches die Regierungen in den uͤbri⸗ gen Deutschen Bundesstaaten, so wie auch in Frankreich und England gegenwaͤrtig den zum Schutze des literarischen und kuͤnstlerischen Eigenthums zu ergreifenden Maßregeln widmen, haben wir geglaubt, den Lesern unseres Blattes auch die er⸗ waͤhnte fuͤr den Preußischen Staagt ergangene neuere Ministe⸗ rial⸗Verfuͤgung mittheilen zu muͤssen.
— Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Merseburg sind im verflossenen Jahre 24,323 Kinder, und zwar 12,449 Knaben und 11,874 Maͤdchen geboren und dagegen 18,004 Per⸗ sonen, naͤmlich 9228 maͤnnlichen und 8776 weiblichen Geschlechts gestorben. Es ergiebt sich hieraus ein Zuwachs der Bevoͤlke⸗ rung von 6319 Seelen. Zwillings⸗Geburten kamen 303 Mal und Drillings⸗Geburten 5 Mal vor, und unter den Gestorbenen waren 37 Personen, die ein Alter von mehr als 90 Jahren erreichten. Getraut wurden 5282 Ehepaare. Die gesammte Einwohnerzahl des Reg.⸗Bez. belief sich am Schlusse des vori⸗ gen Jahres auf 643,779 Seelen. — Im Reg.⸗Bez. Trier wurden im Laufe des verflossenen Jahres 15,681 Kinder (8010 Knaben und 7671 Magzdchen) geboren. Die Zahl der Gestor⸗ benen betrug 13,336 Personen, wovon 6843 maͤnnlichen und 6493 weiblichen Geschlechts. Es sind mithin 2345 Personen mehr geboren als gestorben. Unter den Geburten waren 142 Zwillings⸗ und 4 Drillings⸗Geburten. Getraut wurden 3244
Meteorologische Beobachtung.
Nachmittags Abends 2 Uhr. 10 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Morgens
1838. 0 Uhr.
5. Apr. il.
Neue Anl. 1815/⁄16.
*
8ac,-de. 31n.,e. nbin,per Quellwärme 6,70 R. Flußwärme 2,2 0 .
Bodenwärme 2,7 0 Nt.
Ausdunstung 0,018 at.
NHiederschlag 0,3380 Rb.
28. W. Waermewechsel + 7,8 °*
EI“ + 50.
Teesmittel: 335,65“ Par.. + 53 0 R.. + 2,5 2 F.. 79 Gl. D.
Luftdrub.. Luftwärme.. Thaupunkt.. Dunstsättigung Wetter.. Wolkenzug..
+ 2,1° R. 7,60 R. + 6,20° R.
— 0,4 0 R. †+ 413° R.+† 3,40 K.
G1 eCt. trübec. 99
79 vpEt regnig. W.
—
78 vCt. regnig.
b 8 “ Hmtlticher Fonds- nnd weld-Cours-Zettet. Pr. Cour. A Bnef. Ceid. — 8 102 %8 102 Pouuu. Pfandbr. 32 103 102 Kur- u. Neum. do. 4 PrömSch.d. Sech.— 65 ½ 65 do. do. do. 32 Karm. Obl.m. 1.C. 40 103 102 ½ Seblesische do. 4 Nm. lut. Sch. do. 4 1025⁄ —ñ nekst. C. und Z. Bert. Stadt -Obl. 4, 103 2 Sch. d. K. u. N.—v0 % Köuigsb. do. 4 — Elbinger do. 215 ¾ 214 ¾X½ 1 Danz. do. in Th. 18 ¼ EE“ Wertpr. Pfandhr. 4 137⁄12 13 ¼12 Grossah. Pos. do. 4 Ostpr. Pfaudbr. ¹ Pomm. do. 4
Pr. Uour.
Brief. Gdd. 100 99 % 1002 — 100 991⁄½ — 10 3
8
8. St.-Sehnld-Sch. 4 Pr. Engl. 0bol. 36. 4
—
Goeld al mareo —6 Neue Dueaten — Friedrichsd'or — And. Soldmün-
zen à 5 Thl. 13 1 12 Diszconto 3 4
38— — ö— 100 ½ 3.
100 ½ .
100 ¾
—
Auswürtige Börsen.
Amsterdam, Sehuld 54 ¼. Puassive —.
1. April.
Niederl. wirkl. 5 % do. 1017 ⁄⁄.
Antwerpen, 31. Maàrz. Zinsl. 6. Neue Anl. 18 ⁄. G. EEEöE 1
Passive —.
Frankfurt 2. M., 3. April. 5 % Met. 106 ¾. G. 4 % 101. G. 2 ½ % 9 61 ½. 1 % 26 ¼. 26 ½. Bank-Actien 1741. 1740. Fartial- Obj. 151 ⁄81. G. Loose zu 500 Fl. 122 ¼⁄1. 122. Loose zu 100 Fl. 265. G. Preuss. Präm. Sch. 65 ⁄½. 65 ¼. do. 4 % Anl. 1025 ⁄⅞. G. Pom. Leese 67. 663⁄24. 5 % Span. Anl. 13 ⅞. 13 1. 2 ½ % Hofl. 54 ⁄16. 52 1
8 8 398
Oesterr.
Hamhburg, 4. April. Bank-Actien 1436. 1434. Engl. Russ. 108 ¾¼. 5 % Port. 3 % —. Neue Anl. 18. 8
Koͤnigliche Schauspiele. Sonnabend, 7. April. Im Schauspielhause, zum ersten⸗ male: Der Gemahl an der Wand, Schwank in 1 Akt, von A. Cosmar. Hierauf: Die Schleichhaͤndler, Possenspiel in 4
Abth., von E. Raupach. 9 Im Opernhause: Der hinkende Teu⸗
Sonntag, 8. April. . V fel, pantomimisches Ballet in 3 Abth., bearbeitet von Hoguet. buͤrgerliches Schau⸗
Im Schauspielhause: Verirrungen, spiel in 5 Abth., von C. Devrient. “
Montag, 9. April. Im Schauspielhause, zum erstenmale wiederholt: Der Gemahl an der Wand, Schwank in 1 Akt, von A. Cosmar. Hierauf: Donna Diana, Lustspiel in 3 Abth. (Herr Seydelmann: Perin, als zweites Debuͤt.)
Die eingegangenen Meldungen um Parquet⸗Billets sind beruͤcksichtigt worden und wird ersucht, dieselben bis Sonntag,“ den 8ten d. M., Mittags 2 Uhr, abholen zu lassen, widrigen: falls solche anderweitig verkauft werden muͤssen.
8
8“
Koͤnigsstaͤdtisches Theater.
Sonnabend, 7. April. Norma. Oper in 2 Akten, nach dem Italiaͤnischen, von Seyfried. Musik von Bellini.
Sonntag, 8. April. Der Vater der Debuͤtantin. Posse in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist von sechzehn Jahren. Lustspiel in 1 Akt, frei nach dem Franzoͤsischen, von B. A. Herrmann. 1
Montag, 9. April. Das Maͤdchen aus der Feenwelt, oder: Der Bauer als Millionair. Großes romantisches Ori⸗ ginal⸗Zauber⸗Maͤhrchen mit Gesang in 3 Akten, von F. Rai⸗ mund. Herr Lang, vom Theater zu Pesth: Fortunatus Wur⸗ zel, als Gastrolle.)
Markt⸗Preise vom Getraide.
Berlin, den 5. April 1838. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr.; Roggen 1 Rthlr. 1 Rtdlr. 10 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 11 Pf., Hafer 1 Rthlr., auch 26 Sgr. 3 Pf.; Erbsen Rthlr. Eingegangen sind 37 Wispel 12 Scheffel.
Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthfr. 27 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthir. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch 26 Sgr. 3 Pf.; Erbsen, schlechte Sorte, 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.
15 Sgr., auch auch 1 Rthir. 12 Sgr. 6 Pf.
Eingegangen sind 129 Wispel 1 Schefftl. Mittwoch, den A. April 1838.
Das Schock Stroh 6 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf., auch § Rtühlr.
15 Sgr. Der Cemner Heu 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 22 Sgr.
6 Pf. 1.
88 Branntwein⸗Preise
vom 30. März bis 5. April 1838.
Das Faß von 200 Quart, nach Tralles 54 pCt., nach Richter
40 pCt., gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn⸗
Brauntwein 18 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Kartoffel⸗Brauntwein 16 Rthlr. — ; r 66 PS C1“ 8
15 Sgr., auch 15 Rthlr. 22 Sgr. 6 s. . 116“
8 Kartoffel Pr 666““ 8
Der Schesffel Kartoffeln 17 Sgr. 6 Pf., auch 11 Sgr. 3 Pf.
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Gedruckt bei A. W. Hapn.
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