1838 / 120 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ser- Anfuhrer vre unavwyangigren von Navarra uno Gunpuzeoa und seine Truppen leisteten einen feierlichen Eid, wodurch sie sich fuͤr immer von Don Carlos lossagten, den sie als den Ur⸗ heber alles Ungluͤcks betrachten, welches das Land betroffen. Der Karlistische Brigadier Iturri verließ auf die Nachricht hiervon sogleich Andoain mit einem Bataillon, wurde aber von den „Unabhaͤngigen“ geschlagen, die in Verastegui eine Junta eingesetzt haben, welche wahrscheinlich bald von allen Provinzen anerkannt werden wird. Der Christinische General O'Donnell ist von San Sebastian abgegangen, um diese Bewegungen zu beobachten und Vortheil daraus zu ziehen. Murragaray ist in Artigariaga geboren, 30 Jahr alt und hat in Onate studirt. Er besitzt viele Kenntnisse und einen unbeugsamen Charakter. Als im Jahre 1830 die Emigrirten sich der Graͤnze naͤherten, war er der Vertraute von Santos Ladron; spaͤter war er sehr intim mit Quesada.

Armee des Don Carlos dadurch entzogen, daß sie bei jeder von

ihm befohlenen Rekrutirung sich loskauften. Die Bevoͤlkerung

von Verastegui hat sich fuͤr diese Bewegung ausgesprochen.

Murragaray hat folgende Proclamation erlassen: 1 „Navarresen und Guipuscoer!“

„Seit fuͤnf Jahren schweben Verwuͤstung und Tod uͤber unserem Vaterlande. Das auf unseren Feldern vergossene Blut ist das Blut unserer Bruͤder, jener Tapferen, die, verfuͤhrt und getaͤuscht durch Intriganten, fuͤr einen Prinzen kaͤmpfen, dessen Rechte auf die Krone Spaniens sehr zweifelhaft sind. Was verlangt Ihr? Weshalb kaͤmpft Ihr? Fuͤr wen? Friede und Privile⸗

gien! Das muß unser einziger Zweck seyn. Wenn Ehrgeizige nach dem Throne streben, so moͤgen sie sich ihn selbst erobern. Na— varra und die Baskischen Provinzen, durch so viele Bande der Freundschaft, des Blutes, der Sitten und der Freiheit verbun⸗ den, sind von jetzt an unabhangig. Von heute an sind wir nicht mehr Sklaven jener Elenden, die als Herren zu komman⸗ diren und sich auf Kosten der Armee zu bereichern pflegen. Zu den Waffen! Es lebe die Unabhaͤngigkeit! Friede! Frei⸗ heit! Unterwerfung unter neue Behoͤrden! Der kommandi⸗ rende General Murragaray.“ Ein hiesiges Blatt sagt: „Es ist jetzt außer Zweifel,

intim Seine Anhaͤnger, die fast alle reichen Familien angehoͤren, haben sich stets dem Militairdienste in der

lüirsachen ihres Verfaus aufzuklären und um dem CEnglischen Volke zu beweisen, daß sie bessere Staatswirthe seyen, als unser jetziger hoͤchst unfaͤhiger Kanzler der Schatzkamer? Und schäͤmen muͤssen wir uns, wenn wir daran denken, wie die konservati⸗ ven Fuͤhrer sich bei der Frage uͤber die Spanischen Angelegen⸗ heiten benommen, wie sie den Ministern dazu behuͤlflich waren, uͤber diese Frage hinwegzukommen.“ Nachdem das Blatt dann noch mehrere andere aͤhnliche Vorwuͤrfe erhoben, schließt es sei⸗ nen Artikel mit den Worten: „Dies sind einige von den Gruͤn⸗ den, auf welche gestuͤtzt wir die Konservativen anklagen, daß sie im Parlamente sich traͤg, gleichguͤltig und pflichtvergessen bei allen großen und wichtigen Angelegenheiten erwiesen haben, ob⸗ gleich sie in oͤffentlichen Versammlungen außerhalb des Parla⸗ ments fortwaͤhrend behaupten, daß die Minister nur noch mit ihrer Erlaubniß regierten.“

Bei dem Tory⸗Diner in Huddersfield, zu welchem sich Sir Francis Burdett, Lord Maidstone und Sir George Sin⸗ clair von Manchester aus begaben, zeichnete sich besonders der Letztere durch die ungestuͤme Heftigkeit aus, mit der er auf den Sturz des Ministeriums drang. „Jeder Tag“, sagte er unter Anderem, „den die Minister noch am Ruder gelassen werden, ist fuͤr das Land verloren. Je eher diese Menschen ihrer Macht beraubt werden, desto besser. Sie werden aber nicht eher zur Thuͤr hinausgehen, bis man ihnen andeutet, daß sie sonst zum Fenster hinauswandern muͤssen. Zu energischen Maßregeln muß man seine Zuflucht nehmen, ein Votum des Mangels an Ver⸗ trauen zu dem Ministerium muß man beantragen, vor der Kroͤ⸗ nung noch muß die Stimmung des Unterhauses erforscht wer⸗ den, und sollte ich auch ganz allein dastehen, so werde ich doch einen solchen Antrag machen. Ich werde dies thun, damit das Land erfahre, auf welche Maͤnner es seine Hoffnungen zu setzen habe.“ Diese Drohung erscheint den ministeriellen Bläͤttern sehr laͤcherlich; die Minister, meinen sie, die schon manchen An— 1880 wuͤrden auch diesem mit großer Ruhe entge⸗ gensehen.

Ddie von dem Oberst Seale eingebrachte Bill, nach welcher die Vermahlung von fremdem unter dem Schloß der Koͤnigin liegenden Getraide in England erlaubt werden soll, unter der

daß Herr Aguado seine Vorschlaͤge, in Betreff einer neuen Spanischen Anleihe zuruͤckgenommen hat. Er soll sich uͤber⸗ zeugt haben, daß es ihm unmoͤglich seyn wuͤrde, dieselbe zum Leourse von 50 pCt. unterzubringen, da das Spiel in den in⸗ dustriellen Actien den sonst so lockenden Geschaͤften in Spa⸗ nischen Papieren Eintrag gethan hat. Die Spanischen Un⸗ terhaͤndler geben indeß noch nicht alle Hoffnung auf, durch die Vermittelung Anderer, Franzoͤsischer oder Englischer Kapita⸗ listen, eine Anleihe zu Stande zu bringen, und sie haben sich

jetzt vorzugsweise an Herrn Laffitte gewandt, dessen Antraͤge fruͤher ziemlich schnoͤde zuruͤckgewiesen worden waren.“

b Großbritanien und Irland. .. condon, 24. April. Heute wird die Koͤnigin von Schloß Windsor in London erwartet. Es heißt, Ihre Majestaͤt werde

erst zu Anfang Juni's wieder nach Windsor zuruͤckkehren.

Morgen beginnen auch die Parlaments⸗Sitzungen wieder.

Das Geruͤcht, daß Ihre Majestaͤt in diesem Jahre noch

Irland besuchen werde, wird jetzt von ministeriellen Blaͤttern

fuͤr unverbuͤrgt erklaͤrt.

Im St. James⸗Palast werden bereits die Zimmer des Koͤnigs von Hannover fuͤr den im Monat Juni hier erwarteten Großfuͤrsten Thronfolger von Rußland in Bereitschaft gesetzt. Wie es heißt, wird Fuͤrst Lieven den Russischen Thronfolger nach England begleiten. Zur Kroͤnung der Koͤnigin sind auch schon alle die bedeutendsten Hotels fuͤr enorme Preise von den ver⸗ schiedenen hohen Fremden gemiethet, die dieser Ceremonie bei⸗ wohnen werden. Ein hiesiges Blatt will wissen, daß unter Anderen der Koͤnig und die Koͤnigin der Belgier, die Herzoͤge von Braunschweig und von Sachsen⸗Koburg, der Prinz und die Prinzessin von Hranien und der Erzherzog Karl von Oesterreich zur Kroͤnung hierher kommen wuͤrden. Von Seiten Spa— niens wird der Herzog von Osuna der Kroͤnung beiwohnen. Der Britische Gesandte in Madrid, Sir G. Villiers, wird zu dieser Feierlichkeit ebenfalls in London erwartet.

Im Courier liest man: „Die Ernennung des Grafen ven Flahault zum Franzoͤsischen Botschafter bei der bevorstehen⸗ en Kroͤnung wuͤrde in England große Freude erregt haben, da derselbe hier sehr geachtet ist und sich stets als entschiedener Freund der Aufrechterhaltung einer engen Allianz zwischen den beiden Laͤndern erwiesen hat. Wir haben daher mit eben so viel Verwunderung als Bedauern gehoͤrt, daß diese Ernennung, nachdem sie schon fuͤr gewiß angekuͤndigt worden, wieder zuruͤck⸗ genommen und auf den Marschall Soult uͤbertragen ist. Unser Pariser Korrespondent versichert uns, daß, als Herr Soult sich nach den Tuilerieen begab, um fuͤr seine Ernennung zum au⸗ ßerordentlichen Botschafter am Englischen Hofe zu danken, Lud⸗ wig Philipp zu ihm gesagt habe; „„Mein lieber Marschall, Sie sind Mir keinen Dank schuldig, sondern nur der jungen Koͤnigin, die Mir den Wunsch zu erkennen geben ließ, Sie bei dieser Gelegenheit als Frankreichs Repraͤsentanten zu sehen.““ Diese Erklaͤrung hat in den diplomatischen Zirkeln von Paris einiges Erstaunen erregt, da man allgemein glaubte, die Wahl des Grafen von Flahault, dem der Koͤnig der Franzosen fruͤher diese hohe Ehre zugedacht hatte, habe den unbedingtesten Beifall bei der Englischen Regierung gefunden.“

Graf Durham ist gestern von hier nach reist, um sich dort nach Kanada einzuschiffen.

Vorgestern ist Lord Erskine, Britischer Botschafter am Bayerschen Hofe, nach seinem Bestimmungsort abgegangen.

Der Morning Herald hat schon seit einiger Zeit einen auffallend bitteren Ton gegen die Fuͤhrer der konservativen Par⸗ tei angenommen, und man weiß nicht recht, ob man dies auf eine Spaltung in den Reihen der Konservativen oder auf ein neues Ueberlenken des genannten Blattes zur liberalen Partei deuten soll. Ersteres ist jedoch wahrscheinlicher, da ihm Sir R. Peel und Lord Stanley nicht rasch genug zu Werke gehen und dieselben, seiner Meinung nach, das Ministerium laͤngst ge⸗ stuͤrzt haben muͤßten, wogegen der Standard fuͤr jene Partei⸗ haͤupter das Wort nimmt und noch nicht Alles zum Wiederein⸗ tritt der Tories fuͤr reif haͤlt. Man muͤßte in diesem Falle an⸗ nehmen, daß der Herald im Sinne der Ultra⸗Tories schreibe, und baß diese mit dem Benehmen jener beiden Staatsmaͤnner nicht zufrieden waͤren. Indeß auch fuͤr diese Annahme erschei⸗ nen doch die Angriffe dieses Blattes auf Sir R. Peel und Lord Stanley fast zu hestig, und da dieselben mitunter ganz allge⸗ mein gegen die „Konservativen“ uͤberhaupt gerichtet sind, so koͤnnte dies wieder fuͤr die andere Vermuthung sprechen, daß der „Herald“ auf eine Veraͤnderung seiner Farbe hinsteure. So sagt er unter Anderem: „Was haben die Konservativen in dieser Ses⸗ sion gethan, um den wahren Zustand der Staats⸗Revenuͤen und die

8.

Portsmouth abge⸗

Bedingung, daß es als Mehl wieder ausgefuͤhrt werde, soll hie⸗ sige Kaufleute schon zu Aufkaͤufen von Getraide veranlaßt ha— ben, obgleich diese Bill noch nicht einmal die zweite Lesung er— halten hat. Andere wollen den Grund dieser Aufkaͤufe darin finden, daß man wegen des kalten Fruͤhjahrs eine schlechte Aerndte in England besorge.

Der beruͤhmte Dichter William Wordsworth hat ein Schrei— ben an Herrn Talfourd, den Verfasser und Befoͤrderer der Bill uͤber das Verlagsrecht, gerichtet, worin er demselben im Namen aller Autoren fuͤr dessen Bemuͤhungen zu Gunsten der⸗ selben dankt und sich mit dem Prinzip seiner Bill vollkommen einverstanden erklaͤrt. Man hatte Herrn Wordsworth vorgestellt, ob er nicht, da von Seiten der Buchdrucker, Verleger und An⸗

V derer durch oͤffentliche Versammlungen und Petitionen eine starke Opposition gegen die Bill eroͤffnet worden, waͤhrend die

Schriftsteller noch keine Gegenbewegung gemacht, mit einem ausgezeichneten Literaten zusammen, als einer der aͤltesten Schriftsteller, dessen Erben daher bei der Sache ganz beson⸗ ders betheiligt waͤren, eine Petition zu Gunsten der Bill oder wenigstens des Prinzips derselben dem Parlamente uͤberreichen wolle. Diesen Vorschlag hat Herr Wordsworth jedoch abgelehnt, wie er in seinem Schreiben sagt, vorzuͤglich aus zwei Gruͤnden: erstens, weil er nicht glaube, daß eine einsichtsvolle und unei⸗ gennuͤtzige legislative Versammlung sich durch bloße Schein⸗Ar⸗ gumente von Buchdruckern und Verlegern gegen die gerechten Anspruͤche einer Klasse von Personen, der jene ihr gutes Auskom⸗ men, wo nicht ihre Existenz verdankten, in ihrer Handlungs⸗ weise werde bestimmen lassen; zweitens, weil es ihm unange⸗ messen scheine, daß ein Einzelner oder zwei Individuen als Suvpplikanten fuͤr eine Maßregel auftraͤten, die eine ganze Klasse als ein Recht zu fordern habe, und zwar auf eine viel laͤngere Zeit, als die in der Talfourdschen Bill festgesetzte, naͤm⸗ lich fuͤr immer. Der Brief des Herrn Wordsworth schließt mit den Worten: „Sollte auch Ihre Bill durch die ei⸗ gennuͤtzige Opposition, die sich dagegen erhoben hat, vereitelt werden, was ich jedoch nicht fuͤrchten will, so muß die Gerech— tigkeit doch fruͤher oder spaͤter den Sieg davontragen, und je⸗ denfalls werden Ihnen und allen denen, welche Sie bei dieser Gelegenheit unterstuͤtzen, die Schriftsteller bis zu ihrem letzten Hauch mit innigster Hochachtung und Dankbarkeit verpflichtet bleiben.“ Der Courier bemerkt mit Hinsicht auf dieses Schrei⸗ ben, daß er leider die in demselben ausgesprochene Hoffnung auf die Annahme der Talfourdschen Bill im Unterhause, wo ihre zweite Lesung schon auf morgen, in der ersten Sitzung nach den Ferien, auf der Tagesordnung steht, nicht theilen koͤnne, weil die bloßen Argumente der Gerechtigkeit in einer literarischen Frage auf eine Versammlung, wie das Unterhaus, schwerlich genugsam einwirken wuͤrden, um die Vorurtheile und eigennuͤtzigen Einwendungen der Gegner, die weder gering an

Zahl, noch muͤßig seyen, zu besiegen. Der Vertreter dieser Geg⸗

ner ist besonders Herr Mudie, der die „Times“ auf seiner Seite hat, waͤhrend die „Morning Post“ in dieser Sache auf der liberalen Seite ist.

Morgen wird die hiesige große Freimaurer⸗Loge die fuͤnf⸗ undzwanzigjaͤhrige Jubelfeier des Tages begehen, an welchem der Herzog von Sussex zuerst den Vorsitz in derselben uͤber⸗ nahm; man will Sr. Koͤnigl. Hoheit bei dieser Gelegenheit ein kostbares Service uͤberreichen.

Der Graf von Essex hat sich am Donnerstage mit Miß Stephens, einer der ausgezeichnetsten Englischen Saͤngerinnen, verheirathet. Der Graf ist 82 und seine nunmehrige Gemah⸗ lin 44 Jahre alt. Letztere zog sich vor sieben Jahren von der Buͤhne zuruͤck und sang zum letztenmale oͤffentlich im Jahre 1834 bei dem Musikfeste in Manchester.

Aus Liverpvol schreibt man: „Das Fahrzeug, welches in der Naͤhe unseres Hafens Schiffbruch gelitten hat, war nicht der „Quebek“, sondern der „Athabaska“, befehligt vom Capitain Resfield und von Liverpool nach Quebek bestimmt. Von 25 Individuen, aus denen die Mannschaft dieses Schif⸗ fes bestand, ist nicht ein einziger dem Tode entgangen, trotz aller Anstrengungen, die zu ihrer Rettung aufgeboten wurden. Die Franzoͤsische Barke „Koͤnig Hamedou“, welche am 14ten von hier nach Nantes abgegangen war, ist am 17ten Abends in die Muͤndung des Flusses Ribb getrieben, wo sie festsitzt; man Maͤngs, daß die naͤchste Fluth sie ganz vernichten wuͤrde. Die Mannschaft hatte dies Schiff verlassen. Es werden auch noch andere Ungluͤcksfaͤlle befuͤrchtet. Das stuͤrmische Wetter ver⸗ hindert die hier liegenden Schiffe noch immer am Auslaufen.“

Zu Gunsten der unverzuͤglichen vollstaͤndigen Freigebung der Westindischen Neger haben in den letzten Tagen wieder mehrere V

und Glasgow, so wie an anderen Orten im noͤrdlichen Englaz und im westlichen Schottland. Aus Buenos⸗Ayres sind Zeitungen bis zu Ende 9 nuars hier eingegangen, in denen die Anerkennung dieser F. publik von Seiten Sardiniens gemeldet wird. Der Insurgen ten⸗Chef Rivera war mit seinen Truppen vor den Mauern vo

Montevideo erschienen. 8

Niederlande. Amsterdam, 25. April. Se. Koͤnigl. Hoheit der Piff Friedrich hat heute den großen Reichs⸗Werft besichtigt. Zu 1 fang des naͤchsten Monats denkt sich Se. Koͤnigl. Hoheit dj seiner Gemahlin nach Berlin zu begeben.

Glaubwuͤrdigen Berichten aus London zufolge, hat sich d Konferenz bisher darauf beschraͤnkt, ihre respektiven Hoͤfe n neue Instructionen zu bitten. Von Lord Palmerston ist alt dings eine Antwort eingegangen, doch wird damit nur unsen See eh Herrn Dedel, der richtige Eingang seiner Note a, gezeigt.

Das heutige Handelsblad enthaͤlt einen ausfuͤhrlichn Eingangs⸗Artikel, in welchem es darzuthun sucht, daß das Pn hibitiv« und Schutz⸗System, welches Niederland bisher beobag tet habe, nichts Anderes als eine Mystification sey, und diß der freie Handel, der in der ganzen Welt ein immer dringen⸗ deres Beduͤrfniß werde, besonders fuͤr Holland das einjige, seinen physischen und moralischen Kraͤften entsprechende Cy⸗ stem waͤre. EqETqI“

Hannover, 27. April. In Bezug auf die Staats⸗Ein⸗ nahmen und Ausgaben fuͤr das laufende Rechnungsjahr vom 1. Juli 18373 liest man in der Hannoverschen Zeitung:

„Nach dem für das Rechnungsjahr 1857 %s aufgestellten Budget waren die Einnahmen angeschlagen zu 6,093,978 Rthlr.; die Ausga⸗ ben bewilligt zu 6 040 566 Rlhli., so daß sich daraus ein Ueberschuß ergeben haben würde von 53 411 Rthlr. Die Berechnungen, welche diesem Budget zum Grunde lagen, waren auf den damaligen Zustand gebauet. Da aber die Thronbesteigung Sr. Majestät des jetzt regte⸗ renden Königs und die Trennung der Krone von England diesen. Zustand wesentlich veränderte, so waren davon große Veräuderungen in den Einnahmen und Ausgaben der General⸗Kasse die nothwen⸗ dige Folge. Es mußte nämlich der Zuschuß, welchen des Höchstsekr⸗ gen Königs Majestät für das Rechnungsjahr 1837⁄333 an die Gene⸗ ral⸗Kasse zahten zu lassen sich erboten batte, so wie die Zusage, die Kosten der Deutschen Kanzlei in Londen mit Ausnahme der Pe⸗ soldungen tragen zu wollen, bei dem Regierungswechsel ven selbst binwegfallen. Die Deutsche Kanzlei wurde zwar aufgelöst, aber die mit derselben verbundenen Kosten mußten „noch länger fort⸗ gebven, und haben noch nicht ganz aufgehört. Statt dessen ist hier das Kabinet Sr. Majestät des Königs errichtet, das indeß seine ganse Ausbildung noch nicht ecrhalten hat, und dessen Kosten daher auch noch nicht feststehen; und in London ist eine neue Gesandtschaft noth⸗ wendig geworden. Außerdem sind an vorübergehenden Ausgaben die für die stattgehabten außerordentlichen Sendungen an fremde Hlse und die für die herkömmlichen Trauergelder vorgekommen. Abgesehen hiervon und von den geringen Ersparungen, welche unter den meisten Rubriken des Budgets vorkommen, und welche sich, so weit sie in dem gegenwärtigen Augenblicke schon überschen werden können, auf etwa 25,000 Rthlr. belaufen mögen, sind noch einige andere Abweichungen von dem Budget bemerklich zu machen. Da nämlich bei diesem darauf gerechnet war, daß die Aufhebung des Hänslings⸗ und des Juden⸗ Schutzgeldes vom 1. Juli 1837 an erfolgen würde, und diese Einnahmen daher bei den Domainen nicht mit angeschlagen waren, wachsensie durch die geschehene Beibehaltung beider Abgaben den Domanial⸗Einnahmen mit dem Rein⸗Ertrage von 21,500 Rthlr wieder zu. die in Anschlag gebrachte Einnahme von der Berghandlung gam weg, indem der Blethandel seit dem Anfange des gegenwärtigen Rech⸗ nungsjahres völlig darnieder liegt.

Jndeß wird der Ausfall diese. Einnahmen durch den besseren Ertrag der Sasinen etwas wieder aus⸗ geglichen. werdenden Remissionen und Restitutionen nach den bither gemach⸗ ten Erfahrungen weit höher, als bei dem Budget angenommen wer⸗ den konnte, so daß der Rein⸗Ertrag dieser Steuern wohl um 20,000 Rthlr. hinter dem Anschlage zurückbleiben dürfte. Unter den Ausga⸗ ben hat die für Pensionen vormaliger Staatsdiener einen nicht unrr⸗ beblichen Zuwachs erhalten. Und was die Ausgaben für den Passt⸗ Etat betrifft, so war bei dem Budget darauf gerechnet, daß an außerordentl⸗ chem Zuschuß für die Tilgungs⸗Kasse nur so vicl gezahlt werdensollte, alser⸗ forderlich wäre, um dieser Kasse eine Einnahme von überhaupt 270,000 Rthlr. zu gewähren. Die Stände haben dagegen gewünscht, daß die⸗ ser Zuschuß, ungeachtet des größeren Betrages der in die Tilgungt⸗ Kasse fließenden Zinsen unverändert die Größe behalten möge, welcte er im Jahre 183 ⅞36 hatte. Durch die Gewährung dieses Antrages wird die Ausgabe gegen das Budget um etwa 20,000 Rthlr. erhöht. Dies sind, so weit der Haushalt der Königlichen General⸗Kasse bit jetzt vorliegt, die wesentlichsten Veränderungen, welche er im Ver⸗ gleiche zu dem Budget erlitten hat, und es ergiebt sich aus der Auf⸗ zählung derselben, daß der nach dem Anschlage zu erwartende Ueber⸗ schuß nicht stattfinden wird. Da indeß zu hoffen ist, daß nicht mre der Ertrag der Posten den Anschlag um einige Tausend Thaler über⸗ steigen, sondern auch die indirekten Abgaben und Zölle wenigstens nicht erheblich hinter dem Ergebnisse von 183 ¾, zurückbleiben, se⸗ läßt sich bis jetzt annehmen, daß die laufenden Einnahmen ausrei⸗ chen werden, um die bewilligten und sonst nothwendig gewordenen Ausgaben zu decken.“

Dresden, 27. April. Ihre Koͤnigl. Hoheiten der

mittag, aus Schlesien kommend, hier eingetroffen, im Hotel he Saxe abgestiegen und heute Abend von hier uͤber Leipzig nei⸗ ter gereist.

Das eben erschienene 7te Stuͤck des Gesetz- und Verord⸗ nungs-Blattes publizirt, das neue Militair⸗Straf⸗Gesetzbuch sr⸗ das Koͤnigreich Sachsen, und enthaͤlt solches im Isten Theb allgemeine Vorschriften uͤber Verbrechen der Militair⸗Personn und deren Bestrafung in 4 Kapiteln, und im 2ten Theile sie einzelnen Militair⸗Verbrechen und deren Bestrafung in 7 K⸗ piteln.

Dresden, 27. April. Die seit einiger Zeit aut unter hoͤheren Offizieren des hier garnisonirenden Militairz stattgefundenen Duelle, von denen das eine fuͤr den einen Thei besonders ungluͤcklich ausgefallen seyn soll, haben nicht bloß in militairischer und staatsrechtlicher, sondern auch in geselliger

gen beider Kammern der letzten Staͤnde-Versammlung bei der Berathung uͤber das nunmehr publizirte Kriminal⸗Gesetzbuch in dieser Beziehung ins Gedaͤchtniß; manches gewichtige Wort damals unbeachtet gesprochen worden und spurlos verhallt. Das S8te Stuͤck des Gesetz⸗- und Verordnungs⸗Blattes von diesem Jahre, als dessen letzte Absendung der 20. April bemerke ist, enthaͤlt ein Gesetz, einige Bestimmungen uͤber die Verpflich⸗ tung der Kirchen- und Schul⸗Gemeinden zu Aufbringung des fuͤr ihre Kirchen und Schulen erforderlichen Aufwandes betref⸗ fend, vom 8. Maͤrz, ein Gesetz, die Aufhebung des Bier⸗ und Mahl⸗Zwanges betreffend, vom 27. Maͤrz datirt, nebst einer dazu gehoͤrigen Verordnung, und endlich die bereits fruͤher er⸗

, namentlich zu Liverpool

8. Januar 1838, die Ausgabe und Annahme des Conventions⸗ l

Dagegen fällt

Bei den direkten Steuern belaufen sich die nothwendiz

Prinz Albrecht von Preußen nebst Gemahlin sind gestern Nach

Ruͤcksicht Interesse erregt. Man rufe sich nur die Verhandlun⸗

waͤhnte Verordnung des Finanz⸗Ministers zum Gesetze von

und Preußischen Geldes betreffend, vom 2. April, wonach Wech⸗ sel und Anweisungen nach dem 1. April ausgestellt, die auf Wechsel⸗Zahlung oder andere Sorten nach Cours lauten, ledig⸗ lig i Wechsel⸗Zahlung zu berichtigen sind. 8 .

Wie angelegentlich unsere Regierung da unterstuͤtzend ein⸗ creitet „* daß in den letzten Tagen 300,000 Rthlr. baares Geld ( in Pr. Cour. und ꝑin Conventions 2 Muͤnze) fuͤr die Kausmannschaft nach Leipzig, d. h. die dortigen Banquiers, ab⸗ zegangen find, um hierdurch dem gegenwärtigen Mangel eini⸗ germaßen Abhuͤlfe zu leisten; doch verlautet, daß nicht unter 20,000 Rthlr. und die entnommene Summe nur gegen genuͤ⸗ gende Deckung verabfolgt wird. Ob dadurch den mannigfachen Schwierigkeiten, welche schon jetzt die Anwendung des Gesetzes vom 8. Januar (wegen Ausgabe und Annahme des Conven⸗ tions⸗ und Preußischen Geldes), wie der Verordnungen vom 2 Februar und 2. April d. J., herbeifuͤhrt, begegnet werden kann, ist nicht eohne Grund zu bezweifeln.

Madame Schroͤder-Devrient, die im Begriff ist, eine Reise anzutreten, wird nur einen Theil ihres Urlaubs zu Gastspielen auf dem Stadttheater zu Leipzig benutzen, die uͤbrige Zeit des⸗ selben aber in einem Bade zubringen, um ihre seit der letzten Reise nach England anseeisem⸗ Gesundheit Das Neumann⸗Haizingersche Ehepaar, das im ereine mit den Toͤchtern der Neumann in mehreren Rollen den ungetheil⸗ ten Beifall unseres Publikums geaͤrndtet hat, geht auch zu Gastspielen nach Leipzig.

Muͤnchen, 24. April. Se. Majestaät der Koͤnig haben dem aͤltesten Rathe des protestantischen Ober⸗Konsistoriums, Imanuel von Niethammer, das Ritterkreuz des Civil⸗Verdienst⸗ Hedens der Bayerischen Krone verliehen.

Stuttgart, 25. April. Gestern hielt die Abgeordneten⸗ Kammer ihre erste Sitzung nach den Oster⸗Ferien. In der⸗ selben brachte der Geheime Rath von Schlayer im Namen der Regierung einen Gesetz⸗Entwurf gegen den Nachdruck ein, der noch in der jetzt versammelten Staͤnde⸗-Versammlung zur Be⸗ raͤthung kommen soll. Streng kann man die Bedin gungen des⸗ selben eben nicht nennen, da sie das literarische Eigenthum nur auf 20 Jahre, vom Tage schuͤtzen sollen. Fuͤr Musikalien ist sogar nur ein zehnjaͤhriger Zeitraum festgesetzt.

Karlsruhe, 26. April. Einer Privatmittheilung im „Deut⸗ schen Courier“ zufolge, ist Herr Staatsrath Nebenius an die Stelle des verstorbenen Ministers Winter zum Departements— Chef des Innern ernannt worden.

Frankfurt a. M., 28. April. Der Kapellmeister Gula, der vor einigen Tagen bereits in Verbindung mit den

angesehensten Dilettanten uUnd Musik⸗Vereinen eine große Kir⸗ chenmusik zum Besten der von der Ueberschwemmung heimge⸗ suchten Ungarn veranstaltet hatte, wird in diesen Tagen auf aͤhnliche Weise Haydn's Schopfung auffuͤhren, und zwar ist der Ertrag diesesmal den Abgebrannten der Schwedischen Stadt Wexid, so wie den Ueberschwemmten am Rhein und an der Oder bestimmt. Frau Graͤfin Rossi wird bei dieser Musik⸗Auf⸗ fuͤhrung mitwirken.

Oesterreich.

Wien, 25. April. Gestern hat der Tuͤrkische Ge⸗ sandte am Koͤniglich Preußischen Hofe, Kiamil Pascha, Wien verlassen und die Reise nach Berlin fortgesetzt. Der hier neu beglaubigte Tuͤrkische Botschafter Rifat Bey geleitete seinen bis— herigen Reisegefaͤhrten bis Stockerau. Rifat Bey wird in den Tagen des 2östen, 27sten und 28sten d. M. das diplomatische Corps bei sich empfangen.

Gestern fruͤh ist die nach Linz bestimmt gewesene Pionier⸗ Division auf der Donau von hier nach Pesth abgeschickt wor⸗ den, um dort dem Mangel an arbeitenden Haͤnden zu steuern.

Die mit dem Anfang der Ziehung der bedeutendsten Tref⸗ ser der Wohlthaͤtigkeits⸗Lotterie verbundene Redoute, deren Ein⸗ nahme ebenfalls den durch Ueberschwemmung verungluͤckten Ungarn zugedacht ist, hat vorgestern stattgefunden und war trotz des hohen Eintritts⸗Preises von 4 Gulden C. M. ziemlich be⸗ sucht. Man rechnet, daß uͤber 2000 Personen sich dabei ein⸗ fanden, und nennt hierunter auch einige Mitglieder der Kaiser⸗ - die, wo es sich um schoͤnes Beispiel handelt, nie zuruͤck⸗

eibt.

Schweiz.

des Erscheinens an gerechnet, be— r ch 8 1 len Ansuchen fuͤr eine Eisenbahn zwischen hier und Florenz hat

gebrannten Wasser aufhoͤre. Gott wird Ihrem amtlichen Worte

das Gedeihen geben. Anton, Bischof von Basel.

wo es Noth thut, geht unter Anderem auch daraus stung uͤber Bischof Bossis Benehmen, bei den Katholiken nicht minder, als bei den Protestanten, unterliegt jetzt keinem Zwei⸗

fel mehr.

Thur von Stunde an aufgehoben; 2) dem Hrn. Bossi sey jeg⸗ liche Einmischung in unsere kirchlichen Angelegenheiten sofort strenge untersagt; 3) ebenso sey bei strenger Verantwortlichkeit allen Beamten und Einwohnern des Kantons untersagt, theilungen von Bossi anzunehmen abgehen zu lassen; 4) sey dem uͤbermachen und das Volk von diesen Schlußnahmen durch eine eigene Publication in Kenntniß zu setzen. Eben so einmuͤ⸗ thig wurde dem Rath der Auftrag ertheilt, wegen Anschluß an ein anderes Bisthum die erforderlichen Schritte einzuleiten und dem Nuntius anzuzeigen, daß man bereit sey, daruͤber Unter⸗ handlungen zu eroͤffnen. Kubli erhielt der Rath gleichzeitig Auftrag, dafuͤr zu sorgen, daß auch von Seiten des Nuntius oder einer andern kirchlichen Behoͤrde keine feindselige und fremdartige Einmischung in un⸗ sere Angelegenheiten geduldet wuͤrde. 8

lung der katholischen Geistlichen fand man, daß dieses des Rathes sey. Noch denselben Tag, Nachmittags, versam⸗ melte sich also der Rath und beschloß „Ueberweisung der Geist⸗ lichen ans Kriminal⸗Gericht“, und zwar in zwei Ab.

Zur ersten gehoͤren die Pfr. Tschudi, Etziger, Reithaar und Kaplan Fischli, welche sowohl als Eidscheue, als auch hinsicht⸗

wuͤnschen ist nun ein baldiger Spruch.

wurf soll dem Gouvernement spaͤtestens bis zum 30. April 1839 vorgelegt werden und, wenn das Gouvernement sich entschließt, die Bahn zu bewilligen, den Vorzu

Livorno und Florenz ist 63 Italiaͤnische Meilen) auf 30 Millio⸗ (nen Toskanische Lire an; sie verlangen bei Einzeichnung fuͤr Actien sogleich 10 pCt. Einschuß. b

Eine außerordentliche Beilage des

Bern, 25. April. 1 der „Schildwache am Jura“, vom

ultramontanen Organs,

(nicht, wie fruͤher gemeldet, der Herzog von Osuña) als außer⸗

23. April, bringt folgende Korrespondenz aus Glarus: „Am

17. April hat das am öten vom Kantons⸗Landammann Herrn

nach London gehen wird.

Schindler auf dem Schlachtfelde bei Naͤfels angedrohte Rache⸗

werk gegen die katholische Geistlichkeit Glarnervolk begonnen. Das Inquisitorium Staatswagen von Glarus nach Naͤfels; hochwuͤrdigen Herren Geistlichen von Naͤfels und Oberurnen beschieden, und jeder uͤber zwei Stunden verhoͤrt. Am 18ten kam die Reihe an die von Netstall, Glarus und Linthal, und mußten zu Glarus vor dem Vorhoͤr⸗Amte wegen ihrer Pflicht⸗ treue gegen den hochwuͤrdigen Bischof von Chur sich verant⸗

begab sich im

und das katholische dahin wurden die wurde, ersuchte bekanntlich der Conseils⸗Praͤsident, Graf von

Ofalia, die Britische Regierung um 40,000 Flinten, die ihm auch von Sir George Villiers zugesagt wurden.

worten. Dem l9ten aber ward die Kroͤnung des Rachewerkes vorbehalten. Der dreifache Landrath beschloß, die Katholiken

von ihrem Bischofe Jehann Georg von Chur zu trennen, dies dem Bischof in gewohnten barschen Ausdruͤcken anzuzeigen, wie auch dasselbe in bescheideneren Ausdruͤcken den Apostoli⸗ schen Nuntius wissen zu lassen, und gegen ihn den Wunsch auszudruͤcken, daß er fuͤr das geistliche Iohl der hiesigen Ka⸗ tholiken Vorsorge treffen moͤchte. Sollte er aber nicht nach Wunsch antworten, so solle ihm, wie dem Bischof in Chur, der Lufkuͤndschein zugestellt werden. Was mit den „Roͤmischen Pfaffen“” zu thun sey, wurde dem einfachen Landrathe zu be⸗ süimmen uͤberlassen, der am Ende der Vormittags⸗Sitzung auf Rachmittag vom Laͤndammann bei Ehr und Eid einberufen wurde. Dieser uͤbergab die hochwuͤrdigen Herren Pfarrer Ischudi, Reidhaar, Etziger und Kaplan Fischli dem Kriminal⸗

Sebastian vom 12. April:

ericht. Die uͤbrigen Herren Geistlichen betreffend, wissen wir

dügh bestimmt, was beschlossen worden; sie nicht weniger als die Kriminalisirten der Gegenstand der hoheitlichen Rache sind.“

Der Bischof von Basel hat an alle Pfarraͤmter des Kan⸗ 8 Solothurn folgendes Schreiben erlassen: „Da die hohe Regierung des Kantons Solothurn mir die Anzeige gemacht

ter Wasser immer mehr uüͤberhand nehme, so er ich Ihr

9 so ersuche ich Ihre Hechwürden (gleich wie das gleiche Ansuchen an saͤmmtliche 8 9 Pfarrer ergeht), durch alle moͤgliche Belehrung und r zuͤglich im Unterrichte der Jugend au gen einzuwirken, damit das Laster der Trüͤnkenheit uͤberhaupt,

und der unmaͤßige Leib und Seele vergifrend Gebrauch der

doch das wissen wir,

at, daß auch in diesem Kanton der unmäßige Genuß gebrann⸗

Ihre Pfarr⸗Angehoͤ⸗

8 olothurn, den 12. April 1838. Joseph

Glarus, 21. April. (Neue Zuͤr. Ztg.)* Die Entruͤ⸗

Der Landrath, der so lange unentschlossene, hat am 9. April einmuͤthig folgende Antraͤge der Standes⸗Kommission um Beschluß erhoben. 1) Es sey der Bisthumsverband mit

Mit⸗ zu verbreiten oder an ihn rn. Bossi ein Absagebrief zu

Auf den Antrag des Hrn. Fuͤrsprech

ehand⸗

Hinsichtlich der 8 ache

heilungen.

lich ihrer vor und waͤhrend der Fahrt bewiesenen Widersetzlich⸗ keit und weitern Unfugen geahndet werden sollen. Die zweite Klasse ist bloß der Eidesweigerung wegen uͤberwiesen. Sehr zu

It alien. Livorno, 18. April. (Allg. Ztg.) In Folge der vie⸗

das Gouvernement nun einem hiesigen und einem Florentiner Hause die Erlaubniß ertheilt, die vorlaͤufigen Arbeiten zur Aus⸗ mittelung einer solchen Straße vornehmen zu lassen. er Ent⸗

erhalten. Die erwaͤhnten Haͤuser schlagen die Kosten der Bahn (die Poststraße zwischen

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Spanien. *

Madrid, 17. April. Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt nach⸗ stehenden Bericht des Generals Iriarte an den Kriegs⸗Minister: „Excellenz! Die gestrige Nacht brachten wir in Rioseco zu, heute schlug ich die Straße nach Leon ein, als meine Avantgarde um fünf Uhr Abends die feindliche Kolonne entdeckte, die, sobald sie meine Truppen erblickte, sich nach Sallice zurückzog, um die dortige Brücke zu passiren. Auf die erste Nachricht hiervon ließ ich die beiden Schwadronen des Regiments „Prinz“ vorrücken, um den Feind bis zur Ankunft meiner Truppen zu beschäftigen; allein es gelang dem größten Theile der Feinde, die Brücke zu passiren und sich in der größten Unordnung zurückzuziehen. Unsere tapfere Kavallerie griff jedoch mit Ungestüm die feindliche an, die von vier Compagnieen Chasseurs unterstützt wurde. Unsere Kavallerie richtete unter den Feinden ein großes Blutbad an, und Alles, was nicht hatte den Fluß passiren können, wurde niedergemacht. Da meine Infanterie unterdeß auf dem Kampfplatze angekommen war, so verfolgte ich den Feind trotz der Dunkelheit bis um 10 ½ Uhr Abends. Die Karlisten sind völlig geschlagen, das Schlachtfeld ist mit ihren Todten bedeckt, und wir haben 200 zu Gefangenen gemacht, unter denen 14 bis 16 Offi⸗ ziere und Unteroffiziere. Auch haben wir mehrere Gefangene befreit, die der Feind von Sahagun aus mitgenommen hatte. Außerdem sind Waffen, Lebensmittel und Pferde in unsere Hände gefallen. Wir haben 2 Todte und etwa 10 Verwundete. Ich werde Ihnen später die Details über diesen Kampf mittheilen, in dem Offiziere und Sol⸗ daten an Tapferkeit mit einander wetteiferten Melgar de Abajo, den 15. April 11 Uhr Abends. Firmin Iriarte.“ Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt ein Koͤnigliches Dekret, welches die Verleihung von Medaillen an die Vertheidiger von Sara⸗ gossa befiehlt. Es ist jetzt entschieden, daß der Marquis von Miraflores

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ordentlicher Botschafter zur Kroͤnung der Koͤnigin von England

Die Deputirten⸗-Kammer hat gestern mit 76 Stimmen ge⸗ gen 46 entschieden, daß Deputirte und Senatoren, die sich we— gen Annahme eines Amtes u. s. w. einer neuen Wahl unter⸗ werfen muͤssen, ihre Sitze bis zur Beendigung der neuen Wah⸗ len beibehalten sollen.

Als die neue Aushebung von 40,000 Mann beschlossen

Jetzt will man jedoch wissen, daß Lord Palmerston sich nicht nur entschie⸗ den geweigert habe, die verlangten Flinten zu senden, sondern daß er auch der Spanischen Regierung Wortbruͤchigkeit gegen ihre Glaͤubiger, so wie die Nichtzahlung des ruͤckstaͤndigen Sol⸗ des der Britischen Legion und ihre Weigerung, einen Handels⸗ Vertrag mit England abzuschließen, vorgeworfen habe. Man behauptet sogar, daß Lord Palmerston erklaͤrt habe, England werde sich zu keinen Opfern fuͤr Spanien mehr verstehen.

Der Senator Entrena hat das Amt eines politischen Chefs von Madrid angenommen und, was in Madrid unerhoͤrt ist, auf das Gehalt verzichtet.

Der Courier enthaͤlt folgendes Schreiben aus San „Die wichtige Seestadt Santan⸗ der ist nur mit genauer Noth der Zerstoͤrung entgangen. Als Irun von den Coldaten der Britischen Legion mit Sturm ge⸗ nommen wurde, betrug die Zahl der gefangenen Karlisten etwa 500 Mann, unter denen auch der Gouverneur von Irun war. Saͤmmtliche Gefangenen wurden anfangs nach Corduha, spaͤter aber nach Santander in das Franziskaner⸗Kloster gebracht. Hier fanden sie Mittel, mit dem von Guergué kommandirten Karli⸗ stischen Corps, welches in der Naͤhe von Santander stand, zu korrespondiren, wobei die Frau eines Landmannes, welche Eier und Gefluͤgel zu Markte brachte, die Vermittlerin machte. Als eines Tages die Schildwache in ihrem Korbe ein ungewoͤhnlich großes Paket bemerkte, wurde sie angehalten, und man fand bei Durchsuchung des Korbes ein starkes zusammengerolltes Seil

hieß darin, daß das Kloster, worin sich die Gefangenen befän⸗ den, schlecht bewacht werde, und daß daher leicht einer der Ge⸗ fangenen mit Huͤlfe des Seiles entfliehen könne, daß dieser dann um Mitternacht ein Haus in der Naͤhe des Klosters in Brand stecken solle, und daß waͤhrend der hierdurch erregten Verwirrung die beiden Bataillone in die Stadt einruͤcken wuͤr⸗ den, um dieselbe zu pluͤndern. Jenes Weib befindet sich jetzt dort im Gewahrsam, weigert sich aber, wie ich hoͤre, zu be⸗ kennen, ob Bewohner der Stadt mit in dies Komplott verwi⸗ ckelt sind. Die Gefangenen sollen nun nach Santora, Gan⸗ tander gegenuͤber, gebracht werden, wo es ihnen nicht so leicht werden duͤrfte, mit ihren Freunden zu korrespondiren.

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Tuͤrke.. Konstantinopel, 5. April. Die Wuͤrde eines Serias⸗ kers von Anatolien ist aufgehoben worden. Ferik⸗Bey ist zum Verwalter dieser Provinz ernannt worden, die nunmehr wie jede andere administrirt wird. Die bereits erwaͤhnte Armenierin, deren Bemuͤhungen die Wiederherstellung des äͤltesten Sohnes des Sultans gelungen ist, hat von diesem eine bedeutende Geldsumme, einen Dia⸗ mantring, ein Haus, dessen Wahl ihr freigestellt ist, und eine lebenslaͤngliche Pension von 6000 Piastern, die auf ihre Kinder uͤbergeht, zur Belohnung erhalten. Der Oesterreichische Internuntius Baron von Stuͤrmer und seine Gemahlin werden, wie es heißt, am 6ten d. M. mit dem Franzoͤsischen Packetboot nach Frankreich abgehen, wo dieselben sich einige Monate aufzuhalten beabsichtigen. Die Kriegsruͤstungen werden rastlos fortgesetzt; noch in der vorigen Woche ging eine betraͤchtliche Truppenabtheilung ins Lager von Konieh ab. Eine nicht mindere Thaͤtigkeit bemerkt man auf der Flotte. Die Europaͤer, welche die am Bosporus gelegenen Doͤr⸗ fer bewohnen, haben sich an die Regierung gewendet, um bei derselben die Erlaubniß zur regelmaͤßigen e beider Ufer durch ein Dampfboot zu erwirken. Wie schon oͤfter ist auch dieses Mal das Gesuch ohne guͤnstigen Erfolg geblieben. Briefe aus Jassy melden die Ankunft vieler Russischen Offiziere von verschiedenen Waffengattungen, welche sich nach der Tuͤrkei begeben, um die vorzuͤglichsten Festungen zu be⸗ sichtigen. Auch hier beklagt man sich uͤber schlechtes Wetter, und heute schneit es sogar sehr stark.

Belgrad, 16. April. So eben aus Bitoglia ein⸗

egangenen Berichten zufolge, hat der Rumely Walessy eine

Ve daun⸗ erlassen, wodurch allen in dem seiner Verwaltung

anvertrauten Gebiete ansaͤssigen Kaufleuten bei Strafe der Con⸗

fiscation untersagt wird, nach Verlauf von zwei Monaten, vom

Tage dieser Bekanntmachung an gerechnet, zum Bezug ihrer

Waaren einen anderen Weg als den uͤber Durazzo zu waͤhlen.

Diese Verordnung ist von nicht geringer Wichtigkeit, indem sie

vielseitige Interessen beruͤhrt. Insbesondere ist dabei die Ser⸗

bische Regierung insofern sehr betheiligt, als ihr auf diese

Weise eine bedeutende Zoll⸗Einnahme entzogen wird, da bisher die meisten Waaren aus Deutschland nach jenen Gegenden uͤber Belgrad gingen und Fuͤrst Milosch vorzugsweise wegen Ueberlassung der Belgrader Mauth an Serbien den sehr an⸗ sehnlichen Tribut von 52,000 Stuͤck Dukaten jaͤhrlich traktats⸗ maͤßig an die Pforte bezahlt; dann aber sind besonders auch betheiligt die in Oesterreich ansaͤssigen Tuͤrkischen Kaufleute, in deren Haͤnden hauptsaͤchlich der Verkehr mit jenen Gegenden sich befindet, da sie durch die fragliche Verordnung gezwungen werden, den bisherigen Weg der Versendung aufzugeben und dafuͤr den mit groͤßeren Spesen verknuͤpften uͤber Triest einzu⸗ schlagen, wodurch sie in ihren Geschaͤften Fentbet werden und durch die so veranlaßte Steigerung der Waare laͤnger beste⸗ hende Geschaͤfts⸗Verbindlichkeiten zu erfuͤllen sich gehindert sehen. Es existirt deswegen auch kaum ein Zweifel, daß gedachte Ver⸗ ordnung nicht lange in Kraft bleiben kann, da eben so die Oesterreichische als die Serbische Regierung dagegen protestiren werden; allein auch die augenblickliche Stoͤrung ist beklagens⸗ werth, um so mehr, als sich eben mehrere Macedonische Kauf⸗ leute auf der Leipziger Messe befinden, um Waaren zu kaufen, und die Handelswelt uͤberhaupt im Begriff ist, zu der bevor⸗ stehenden Messe von Perlipe in Macedonien E Quan⸗ titaͤt Waaren nach jenen Gegenden zu versenden. Man erstaunt daher billig uͤber eine solche den Verkehr hemmende Verord⸗ nung eines Tuͤrkischen Statthalters, dessen Regierung gerade jetzt nichts Angelegentlicheres zu thun weiß, als jeden den Han⸗ dels-Verkehr hemmenden oder erschwerenden Umstand zu be⸗ eitigen.

s galus Janina berichtet man aus sicherer Quelle, daß die Unruhen in Thessalien sich bloß auf einige Auszuͤge der dorti⸗ gen Gebirgs⸗Bewohner beschraͤnken, wie dies gewoͤhnlich mehr oder weniger in jedem Fruͤhjahre der Fall war.

Smyrna, 7. April. Das Journal de Smyrne bringt jetzt ebenfalls Mittheilungen aus Alexandrien, welche die Nach⸗ richten von der Niederlage der Drusen bestaͤtigen. Nach den in Alexandrien umlaufenden Geruͤchten waͤre der Aufstand die⸗ ser Voͤlkerschaft gaͤnzlich unterdruͤckt, und Ibrahim hielte die Insurgenten so fest eingeschlossen, daß sie sich bald auf jede Be⸗

dingung ergeben muͤßten. Dieses gluͤckliche Resultat wird be⸗ sonders einem geschickten Manoͤver Soliman Pascha's zuge⸗ schrieben. „Wenn alle diese Nachrichten begruͤndet sind“, be⸗ merkt das genannte Journal, „so kann sich Mehmed Ali Gluͤck wuͤnschen, denn einen Augenblick war seine Herrschaft in Sy⸗ rien sehr bedroht.“ Der Gesundheits⸗Zustand Ibrahim Pa⸗ scha's soll sich fortwaͤhrend verschlimmern und seinem Vater die größte Besorgniß verursachen. Der Doktor Clot hat den Be⸗ fehl erhalten, sich nach Syrien zu begeben; Mehmed Ali hat demselben sehr ansehnliche Geschenke gemacht; unter andern eine Besitzung bei Alt⸗Kahira, welche einen Werth von 250,009 Piastern hat. Mehmed Ali soll sich noch nicht entschlossen ha⸗ ben, seine Baumwollenvorraͤthe oͤffentlich zu versteigern; nur mit einigen von ihm beguͤnstigten Haͤusern hat er schon Kauf⸗ vertraͤge abgeschlossen. Ein neues Edikt der Regierung gestat⸗ tet die Einfuhr fremden Getraides in Aegypten bis zur Mitte des April; und so wird taͤglich eine ungeheure Menge Getraide nach Kahira gebracht, wo dasselbe sehr theuer bezahlt wird. Uebrigens steht es fest, daß die diesjaͤhrige Aerndte nur einen sehr geringen Ertrag gewaͤhren wird, weil das Wasser des Nils keinen hohen Stand erreicht hact.

Mexiko. Mexiko, 4. Febr. Die hiesige Regierungs⸗Zeitung

und einen Brief; letzterer war von einem Offizier, der zwei Bataillone von Guergueé's Division kommandirt, geschrieben

0 9 9 0 . n. ;4 5 und an den ehemaligen Gouverneur von Irun gerichtet. Es

enthaͤlt eine Botschaft des Ministers der auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten, Don Luis G. Cuevas, an den K ü. Der Theil,