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8 Regierung verbannt worden, dort angekommen waren.
enden Klassen, die bet dieser Gelegenheit auf einigen Verdienst Sie sollten daher,
gehofft haͤtten, sehr beeintraͤchtigt wuͤrden. meint der Marquis, bei Ihrer Majestaͤt und bei beiden Par
laments⸗Haͤusern gegen das Vorhaben der Minister petitioniren Melbourne senden, um ihn zur
und Deputationen an Lerd lenderung des gefaßten Entschlusses zu bewegen.
b Aus einer gestern im Oberhause von Lord Melbourne ab⸗ gegebenen Erklaͤrung geht hervor, daß der Kroͤnungszug von dem Buckingham⸗Palast nach der Westminster⸗Abtei nicht zu Eine Frage, die im Unterhause an Lord J. Russell gerichtet wurde, ob man nicht, 50,000 ar⸗ men Weber in der Hauptstadt, den bei den Kroͤnungs⸗Feierlich⸗ keiten erscheinenden Damen vorschreiben wolle, sich bei dieser zelegenheit nur in Britische Fabrikate zu kleiden, wollte der nister nicht beantworten, weil ihn dies, wie er sagte, nichts
—
Fuß, sondern zu Wagen stattfinden wird.
it Ruͤcksicht auf den huͤlfsbeduͤrftigen Zustand der
angehe.
Lord Wynsord hat gestern im Oberhause eine Bill zur Verbesserung des neuen Englischen Armen⸗Gesetzes eingebracht, die zum erstenmal verlesen wurde. Sie ist besonders gegen denjenigen Grundsatz der Armen⸗Akte gerichtet, der jede Unter⸗ stuͤtzung der Armen außerhalb der Arbeitshaͤuser verbietet. Nach Lord Wynford's Vorschlage sollen naͤmlich die Armen⸗Vorsteher, wenn sie um Unterstuͤtzung angegangen werden, dem Huͤlfsbe⸗ duͤrftigen außerhalb jener Anstalten AÄrbeit zu verschaffen suchen; weigert er sich aber, zu arbeiten, und wird er dieser Weigerung vor zwei Friedensrichtern, nicht vor den Armen⸗Kommissarien, auͤberfuͤhrt, so soll er auf drei Monate in ein Zuchthaus geschickt werden; ersucht er nachher wieder um Unterstuͤtzung, dann erst soll man ihn, als einen offenbar teaͤgen und luͤdersichen Men⸗ schen in ein Arbeitshaus bringen. Eine andere Klausel der Bill soll die Armen⸗Vorsteher in den Stand setzen, Beschaͤfti⸗ gung fuͤr die Armen aufzufinden, zu welchem Zweck in der Naͤhe der Arbeitshaͤuser Laͤndereien angekauft werden sol⸗ len. Auch in den Bestimmungen uͤber die Vaterschaft und die Ernaͤhrung unehelicher Kinder von armen Leuten schlaͤgt Lord Wynford einige Aenderungen vor, damit diese Kinder nicht in den meisten Faͤllen den Muͤttern zur Last fielen; es
soll naͤmlich eine Beschwoͤrung der Vaterschaft vor drei Frie⸗
densrichtern und nach Vernehmung von Zeugen hinreichen, um
demjenigen, der fuͤr den Vater erklaͤrt worden, zur Bestreitung
der Kosten fuͤr die Erziehung des Kindes zu noͤthigen, ohne weitere gerichtliche Untersuchungen, die doch in 99 Faͤllen unter
22 1838 ist Belgien stark und glücklich; in der Meinung Europas hat
Bervölkerung, seine geistige Macht und seine materiellen Fortschritte würdig machen. Dieselben Bedingungen darf man uns heute nicht Belgien würde sich seiner jetzigen Stellung unwürdig erweisen, wenn es dieselben nicht kräftig zurückwiese. Dliese Ueberzeugung muß un⸗ ser Betragen leiten; wir, die Wächter und Vertheidiger der National⸗ Ehre, wir dürfen niemals dulden, daß das Land, dessen Aufschwung wir in den glerreichen Tagen der Reveolntion befördert, für dessen Zukunft wir gearbeitet haben, je so tief sinke, daß es seine Aner⸗ fennung durch den König der Niederlaunde mit der Preisge⸗ bung eines Theils seiner Bevölkerung erkaufe. Zäblet also auf unsere Mitwirkung; theitt uns Eure Wünsche, Eure Einwendungen mit; wir werden Eure Dolmetscher bei der Gesetzgebung und bei der Regierung seyn; schon ist die Kammer und sind die Minister unseren Wüͤnschen für die Uuverletzlichkeit des Belgischen Gebietes beigetre⸗ ten. Der König hat dieselben vernommen; dir Sympathieen Bel⸗ agtens sind Euch sicher. Vertrauen wir auf die Gerechtigkeit unserer
Sache, und verharren wir in einer würdevollen und sesten Stellung.
— Geschehen zu Brüssel im Palaste der Nation, am 2. Mai 1838. (Gez) von Renesse, Simouns, Scheyven, de Lonzrei, Pel⸗ léünus, Brereubrock, Cornélis, Baymaekers, de Puydt, Metz, Hoffschmidt, Jadot.“
Gestern Mittag ist der Koͤnig nach seinem Landgute Ar⸗ 8 abgereist; er wird sich daselbst nur einige Tage auf⸗ alten.
Gestern wurde der zweite Prozeß des Lynx beendigt. Nachdem der Angeklagte durch seine Vertheidiger hatte erklaͤ⸗ ren lassen, daß er nicht beabsichtigt habe, die Ehre des Ober⸗ sten Lhonneux oder der Offiziere des Verwaltungs⸗Rathes an⸗ zugreifen, traten die Klaͤger zuruͤck; jedoch forderten sie, daß der Angeklagte sich zur Zahlung der Kosten verpflichte. Hierauf wurden die Debatten geschlossen, und nach einer viertelstuͤndi⸗ gen Berathung sprachen die Geschwornen den Angeklagten frei.
Die zu Gunsten der Abgebrannten von Strassen unter den
Mitgliedern der Kammer eroͤffnete Subscription betrug gestern ungefaͤhr 900 Fr. (Sehr wenig bei dem großen Enthusiasmus von etwa 70 Mitgliedern.) An unserer Boͤrse waren heute wieder viele beunruhigende Geruͤchte uͤber naͤchtliche Auftritte verbreitet, die man fuͤr den naͤchsten Sonntag im Plan habe. Obwohl diese Geruͤchte nur wenigen Glauben fanden, und die Boͤrse vielmehr das Ver⸗ trauen hegt, daß die Regierung wissen werde, die Ruhe der friedlichen Buͤrger zu schuͤtzen, so ist doch der Geschaͤftsgang da⸗ durch etwas gestoͤrt worden.
100 nicht zur Wahrheit fuͤhrten; um aber die Mutter nicht zu
leichtsinnigem Schwur zu verleiten, sollten die Alimente nicht
an sie, sondern an die Armen-Vorsteher gezahlt werden; das Kind solle im ersten Jahre bei der Mutter bleiben, dann aber ins Arbeitshaus kommen, wo es besser erzogen werden koͤnne, als von einer solchen meist unsittlichen Mutter. Auch will Lord Wynford eine andere Eintheilung der Armen⸗Bezirke; die jetzi⸗ gen scheinen ihm zu groß, so daß ein Armer oft weit von dem Orte hinweggebracht wird, wo er sein fruͤheres Leben zuge⸗ bracht hat. Andere in der Bill vorgeschlagene Veraͤnderungen sind von geringerem Interesse.
Die Times bemerkt, daß außer denjenigen Mitgliedern, die ein Regierungs⸗Amt bekleideten, nicht ein einziges Mitglied der ministeriellen Seite des Unterhauses, mit Ausnahme des Herrn Baines, mit dem Kanzler der Schatzkammer fuͤr die Verwerfung des Humeschen Antrages auf Suspendirung der Apanage des Koͤnigs von Hannover gestimmt habe, daß es also nur die konservative Partei sey, durch welche den Ministern bei dieser Gelegenheit die Majoritaͤt zu Theil geworden sey. „So wird also“, fuͤgt die „Times“ hinzu, „das Ministerium Abend fuͤr Abend nur durch seine Gegner gerettet, und gegen seine Verbuͤndeten geschuͤtzt. So begnuͤgen sich die Whigs damit, unter dem Draͤn⸗ gen ihrer Freunde, dem Mitleid ihrer Feinde und der Verach⸗ tung des Landes sich am Ruder zu erhalten.“
Herr Thomas Carlyle häͤlt jetzt in London literar⸗histo⸗ rische Vorlesungen, welche die gesammte Literatur von der fruͤ⸗ hesten Kultur der Menschheit bis auf die Gegenwart umfas⸗ sen sollen.
Aus Canton sind Zeitungen vom 7. Januar hier einge⸗ gangen, die eine neue Vorstellung der Glaͤubiger des insolven⸗ ten Hong⸗Kaufmanns Hinatal an den Gouverneur enthalten, aus welcher sich ergiebt, daß jener ihnen die Abzahlung des Kapitals von zwoͤlfjaͤhrigen Schulden angeboten hatte, welches Anerbieten sie aber als ungerecht zuruͤckwiesen. Sie behaup⸗ ten, daß die aufgelaufenen Zinsen der Schuld schon doppelt so viel betruͤgen als das Kapital. Nach dem Gutachten des Rich⸗ ters und Schatzmeisters von Canton haben zwar die Auslaͤnder nach den Chinesischen Gesetzen alle Anspruͤche auf ihre Forde⸗ rungen verwirkt, weil sie nicht alle Jahre bei dem Hoppo mit Petitionen gegen den Hong eingekommen sind, indeß wird hin⸗ zugefuͤgt, man wolle ihnen doch, vermoͤge des Wohlwollens und Mitleidens des himmlischen Reichs, noch erlauben, in Empfang
zu nehmen, was ihnen gebuͤhre, das heißt, was ihnen der Hong
angeboten. Die Canton⸗Zeitungen enthalten auch Nachrichten von den Sandwich⸗Inseln, denen zufolge der General Freire nebst mehreren Anderen seiner Partei, die von der Chilischen
— “ ““
Nai. Nach Eroͤffnung der gestrigen
itzung
der Repraͤsentanten Kammer verlas der Praͤsident die Antwort
Bruͤssel,
des Koͤnigs auf die Adresse. Dieselbe lautete: „Meine Her⸗ ren, es war immer hoͤchst erfreulich fuͤr Mich, den Ausdruck der Wuͤnsche der Repraͤsentanten⸗Kammer entgegenzunehmen. Die Bewohner Belgiens haben sich durch ihren Patriotismus und durch die Anhaͤnglichkeit, die sie Mir bezeigen, Anspruͤche auf Meine lebhafteste Theilnahme erworben. Moͤge die Kam⸗ mer in ihren Berathungen auch fernerhin Ruhe, Wuͤrde und Vertrauen zeigen; so wird sie am besten fuͤr die wahrhaften Interessen des Landes wirken koͤnnen.“ Hierauf wurde der Druck dieser Antwort angeordnet. Im weiteren Verlaufe der Sitzung beschaͤftigte sich die Kammer noch mit einem Gesetz⸗
Entwurfe, der das Cassations⸗Verfahren bestimmt.
Nach Beendigung der Audienz, welche der Koͤnig den De⸗ putirten Luxemburgs und Limburgs ertheilte, und in welcher er die Adresse zu Gunsten dieser beiden Provinzen entgegennahm, wurde die folgende Proclamation der erwaͤhnten Deputirten an V ihre Kommittenten veroͤffentlicht:
„ Bewohner Limburgs und Luremburgs! Wir kennen sehr wohl die Veranlasung Eurer gerechten Unruhe, und wir müssen unser Mitgefühl gegen Euch aussprechen. Wir sind von Euch in die Re⸗ präsentanten⸗Kammer gesendet, um die Interessen des Baterlandes zu wahren; die schwierigen UUmstände, welche Eure politische Existenz be⸗
Luͤttich, 3. Mai. Die Agenten der hierarchisch⸗politi⸗ schen Propaganda sind ungemein thaͤtig. Wie im Jahr 1830, V suchen sie wieder eine Union zwischen den Liberalen und den Ultramontanen zu Stande zu bringen; aber wiewohl das hie⸗
sige Organ jener Union, der von den Herren Lebeau, Rogier und Devauy gestiftete „Politigue“ bereits wieder in einem aͤhn⸗
lichen Tone, wie damals, zu praͤludiren beginnt, so lassen sich
doch die hiesigen freisinnigen Kaufleute, Geschaͤftsmaͤnner und
staͤdtischen Beamten, die bekanntlich nichts weniger als gerade
orangistisch gesinnt sind, von den Anlockungen ihrer Freunde aus dem Jahre 1830 nicht so leicht wieder taͤuschen. Gleich⸗ wohl scheuen die Letzteren keine Anstrengungen: im Luxembur⸗ gischen und im Limburgischen sucht man die Gemuͤther auf alle moͤgliche Weise zu bearbeiten; Emissaire sind ausgesandt, um einen Aufstand en masse zu bewirken, und wo dies nicht angeht, wenigstens ein Corps sogenannter Freiwilliger zu bilden. Landleute, die meistens kaum wissen, was eigentlich vorgehe und die mit ihrem ehrlichen Deutsch das⸗ jenige, was ihnen die Wallonisch⸗Flamaͤndischen Agenten vorre⸗ den, kaum zu beantworten, geschweige denn zu widerle⸗ gen verstehen, werden zur Unterzeichnung von Petitionen auf⸗ gefordert, die man spaͤter der Londoner Konferenz als Beweise vorlegen will, wie man in den abzutretenden Gebietstheilen ge⸗ sinnt sey. Inzwischen scheint besonders im Luxemburgischen, wo man sich der Wohlthaten der Niederlaͤndischen Regierung erinnert und wo die Deutschen Tuch⸗Fabrikanten das Beduͤrfniß empfinden, mit einem Kolonial⸗ und Handels⸗ Staate wie Holland, in naͤherer Verbindung zu seyn, der Propagandismus weniger Anklang zu finden, als Parteigaͤnger desselben erwarteten. Zwar ist ihre letzte und staͤrkste Erwartung auf Frankreich gerichtet und man hat auch jetzt schon wieder, wie im Jahre 1830, Werber nach die⸗ sem Lande gesandt, die fuͤr Rekruten sorgen sollen, falls es in Belgien daran fehlt, aber auch hier fuͤrchtet man, nicht mehr dieselbe Begeisterung fuͤr die Emeute, wie im Jahre 1830, zu
Paris und in London, als in Koͤln, Posen, Muͤnster, Baden und Preßburg zu suchen sey, wo man sich mit denjenigen ver⸗ binden muͤßte, die aͤhnliche Gesinnungen wie die Belgier hegten.
Deutschland.
— — Dresden, 5. Mai. Unser Koͤnig wird naͤchstkom⸗ menden 14. Mai seine im vorigen Jahre unterbrochene Reise nach Dalmatien antreten, auf welcher ihn unter Anderen der Leibarzt, Hofrath Dr. Carus und Hofrath Dr. Reichenbach be⸗ gleiten werden. Moͤge kein Unfall die Tage und Wochen der Erholung truͤben, die das ganze Sachsenland seinem geliebten Fuͤrsten mit Freuden goͤnnt und er sein Wiegenfest (den 18. Mai), wenn auch vom Vaterlande fern, doch freudig unter Freudigen begehen!
Bei dem hohen Interesse unseres Justiz⸗Ministers von Koͤnneritz an der Saͤchsischen Strafrechtspflege und bei der sich mehrfach kundgegebenen wissenschaftlichen Verbindung desselben mit den Gelehrten von Fach im In⸗ und Auslande, wie mit Zachariaͤ und Mittermaier in Heidelberg, Waͤchter in Tuͤbin⸗ gen ꝛc., erwartet man die Befriedigung eines fuͤr die legislative Statistik laͤngst gefuͤhlten Beduͤrfnisses, naͤmlich eine durch den Druck veroͤffentlichte Uebersicht der Strafrechtspflege im Koͤnig⸗ reiche Sachsen nach dem Vorbilde aͤhnlicher, wie z. B. kuͤrz⸗ lich im Großherzogthum Baden ausgegeben worden.
— — Leipzig, 6. Mai. Vor 3 Jahren nunmehr ertheilte unsere Regierung ihre Genehmigung zur Errichtung der Eisen⸗ bahn zwischen Leipzig und Dresden, und bewilligte zugleich den eingereichten Entwurf der Statuten der Gesellschaft. Wurde auch fruͤher von dem Comits und nachherigen Direktorium Vieles, ja zu vieles versprochen, und konnte dies in der gesetz⸗ ten Zeit bei den mehrfach eintretenden Hindernissen nicht ge⸗ waͤhrt werden, so ist doch in den verflossenen drei Jahren nicht allein Großes ins Werk gesetzt und beendigt, sondern annoch
droben, fönnen uns nicht von unserer Pflicht abwendig machen. Im Jahre 1831 hätte Belgien beinahe das Gesetz des SrFrieren anneh⸗ men müssen. Unglücksfälle, welche auf Kosten der Ueberraschung ge⸗ setzt werden müssen, liehen den Vorwand zur Annahme von Bedin⸗ gungen, welche uns nur die Gewalt aufzwingen fonnte. Im Jahre
unvorhergesehene Stoͤrungen eintreten, das Unternehmen mit
die beruhigende Gewißheit gegeben worden, daß, wenn nicht
es wieder den Platz eingenommen, dessen es die Sittlichkeit seiner
mehr antragen, obne uns aus der Reihe der Rationen zu streichen;
die
finden, und eines unserer hierarchisch⸗-revolutionairen Blaͤtter V geht in seiner Unverschaͤmtheit sogar so weit, darauf hinzuwei⸗ sen, daß der eigentliche Stuͤtzpunkt der Belgier nicht sowohl in
Stand der Arbeiten bis zum 390. April 1838, und der dag⸗ verbundene Nachweis uͤber den Bau der Bahn laͤßt eine Einnahme und ein rasches Ende des Baues hoffen. Es 8 gegenwaͤrtig 1021½8 Meilen Planie fertig — das schon in . 117 der Staats⸗Zeitung vom Ref. widerlegte Miß verstaͤndne als sey mit der Zeit nicht mehr, sondern weniger Planie san geworden, wird dadurch erklaͤrt, daß die Muldenbruͤcke bei Pn zen, 677 Ellen betragend, irrigerweise nicht aufgefuͤhrt wort sey. — Die Arbeiten am Tunnel bei Oberau, am Viadukt 8 Roͤderau, an der Ueberbruͤckung des Zschoͤllau⸗Thales und ¹ der Elbbruͤcke bei Riesa schreiten rasch vorwaͤrts; im Laufe der ⸗ beginnenden Woche wird die Bahn von hierbis Machern (etwas i 2 Meilen von hier) eroͤffnet werden, wie denn auch schon . Strecke von Dresden aus fahrbar ist, und die ersten 10 Ft. tage im zweiten Bahnjahre haben 15,555 Personen transn tirt, was, gegen die 172,782 Personen im ersten Bahnzi⸗ vom 24. April 1837 bis dahin 1838 gehalten, und die Per⸗ nur mit 4 Gr., als dem mittelsten Satze berechnet, eine . nahme von gegen 250 Rthlr. pro Fahrtag im Durchschnin rechnen laͤßt. 1 Stuttgart, 1. Mai. (Deutscher Cour.) Wir g nehmen dem Begleitungs⸗Vortrage des Geheimen Raths n Schlayer zu dem Gesetz⸗Entwurfe gegen den Nachdruch Nachstehendem die Darlegung der Motive, welche dem . wurfe zu Grunde liegen: „Die Gruͤnde, aus welchen dit Betreff dieses Gegenstandes auf dem Landtag von 1836 gen⸗ fene Verabschiedung auf eine provisorische Vorkehr, wie Gesetz vom 22. Juli 1836 sie ausspricht, sich beschraͤnkte, beseitigt, nachdem durch einen am 9. November 1837 abgef ten Bundes⸗Beschluß die Deutschen Regierungen uͤber gleichfoͤrn Grundsätze, nach welchen die im Umfange des Bundesgebietz scheinenden literarischen und artistischen Erzeugnisse gegen N. druck und Nachbildung geschuͤtzt werden sollen, sich vereinigt ben. Der Bundesbeschluß enthaͤlt kein ausfuͤhrliches Gi⸗h uͤber den Buͤcher⸗-Nachdruck, sondern stellt Grundbestimmung auf, deren Entwickelung und Ausfuͤhrung den Bundes⸗Stam vorbehalten bleibt, und die der vorliegende Entwurf aufgene. men hat. Es waͤre, zumal nach den Verhandlungen, wel uͤber den in Frage begriffenen Gegenstand auf dem Landty von 1836 stattgehabt haben, uͤberfluͤssig, die Gruͤnde fuͤr Ä stellung eines zeitigen Verbots des Buͤcher⸗Nachdrucks umstän lich zu entwickeln. Die Fragen: ob der Nachdruck eine rec lich erlaubte oder unerlaubte Handlung sey? ob es sich dahe bei dem Verbot des Nachdrucks von dem Schutze des Eiger thums eines Schriftstellers, oder nicht vielmehr von eine dem Schriftsteller aus dringenden Gruͤnden der Bilhgte und zu Foͤrderung literarischer Unternehmungen eingerzu ten Monopol handle? — sind laͤngst und viel auf dem biete der Wissenschaft eroͤrtert, und es ist, um ein ausschlie liches Recht des Schriftstellers auf die Vervielfaͤltigung wr den Verkauf seines Werkes zu beweisen, von den groͤßten Der kern aller Scharfsinn aufgeboten worden. Es ist aber, auf verschiedenen Wegen es auch versucht wurde, bis jetzt kein— gelungen, und wird wohl auch nimmermehr gelingen, die The rie eines Eigenthums auf — einmal zu Markte gebrachte O danken zu begruͤnden, sondern es wird im Gegentheil die Theorie mehr und mehr als eine unerweisliche anerkannt; w denn auch alle bestehenden Gesetzgebungen uͤber den Buͤch⸗ Nachdruck dem Rechte des Schriftstellers nicht den Begne des Eigenthums zu Grunde legen, nach welchem dasselbe! seiner vererblichen Dauer nicht begraͤnzt seyn koͤnnte, so dern insgesammt eine gewisse Zeit bestimmen, nach welche das von dem Staat zu Gunsten des Verfassers gehandhab Verbot des Nachdrucks zu wirken aufhoͤrt. Es kann daße von einem natuͤrlichen Rechte des Schriftstellers auf d immerwaͤhrenden Alleinverkauf seiner Werke wohl nicht die Fra werden. Fuͤr die Aufstellung eines zeitigen Verbots des Buͤcht Nachdrucks, oder fuͤr die Einraͤumung eines ausschließlichen Rech des Schriftstellers zur Vervielfaͤltigung und zum Verkauf seine Werke waͤhrend eines Zeitraums dagegen sprechen nicht bloß d Ruͤcksichten, die auf den Schriftsteller zu nehmen sind, und ve V moͤge deren ihm neben seiner Entschaͤdigung fuͤr Zeit⸗ und Gel Aufwand ein Ehrensold fuͤr seine Anstrengung und Leistung gebuͤhr: sondern auch in gleicher Weise die Ruͤcksichten auf das Publikun das wegen der Interessen der Volksbildung bei einer durch
te Nachdrucks⸗Verbot guten Schriftstellern zu gewaͤhrendt
lufmunterung betheiligt ist; es sprechen uͤberhaupt dafuͤr alle di jenigen Gruͤnde, aus welchen nach dem §. 31 unserer Verfassung Urkünde nuͤtzliche Erfindungen durch Verleihung eines aueschlie lichen Benuͤtzungs-Rechts belohnt werden koͤnnen. Doch es die diesfallige Vorfrage auf positivem Gebiet bereits durch de provisorische Gesetz vom 22. Juli 1836, durch den von Ihne angenommenen Art. 372 des Entwurfs eines Straf⸗Gesetzbut und durch die Bundes-Beschluͤsse vom 2. April 1835 und; November 1837 entschieden, und ich gehe, ohne mich laͤnger! denselben aufzuhalten, zu dem naͤheren Inhalte des Gesetz⸗. wurfs selbst uͤber.“ (Folgt sodann die Erlaͤuterung der wese licheren Bestimmungen des Gesetz-Entwurfes im Einzelnen, un daran reihen sich die Schlußworte:) „Schließlich habe ich me zu bemerken, daß, wenn die Erstreckung der Bestimmn gen des gegenwaͤrtigen Entwurfs auf die im Uimfang 1 Bundes⸗Gebiets erscheinenden literarischen und kuͤnsile schen Erzeugnisse bei den vorhandenen Bundes⸗ Norm und der zwischen den Bundesstaaten festgesetzten Gegenseitigt von selbst sich motivirt, eine Erweiterung dieser Gegenseitigt um so mehr unter die bei der vorliegenden gesetzgeberisce Aufgabe ins Auge zu fassenden moͤglichen Faͤlle zu rechnen sert duͤrfte, als das Gebiet der Deutschen Literatur nicht ganz! dem Bundesgebiet abgeschlossen ist. In dem Schlußartikel dcs
Entwurfs ist daher eine Ausdehnung der Bestimmungen dest
ben auf nicht zum Dentschen Bunde gehoͤrige Staaten im Wrn besonderer deshalb abzuschließender Vertraͤge vorgesehen. Ueb gens kann es bei der Berathung des vorliegenden Entwur Ihrer Einsicht nicht entgehen, daß durch den neuerlichen An; schwung der buchhaͤndlerischen Verlagsgeschaͤfte des Inlande und die gleichzeitig von der Industrie mancher Buchdruckerei angenommene veraͤnderte Richtung dem System dieses E’
entfernt, als ob dasselbe nur mit einer bedeutenden Erschün rung bestehender gewerblichee Existenzen durchgefuͤhrt werde koͤnnte.“
Kassel, 5. Mai. (K. Z.) Heute Mittag hatte eine A. putation der Staͤnde⸗Versammlung, bestehend aus dem Prij denten, den Herren von Ochs, Schomburg, Eberhard und He mel die Ehre, bei Sr. Hoheit dem Kurprinz und Mitregenn⸗ ur Uebergabe der Adresse eingefuͤhrt zu werden, welche 1 Praͤsident, Herr Schwarzenberg, verlas, folgenden Inhalts:
„Durchlauchtigster Kurprinz, gnädigster Kurprinz und Mitregen
dem Jahre 1839 vollendet, und schon jetzt eintraͤglich S. wird. Der so eben ausgegebene Vericht des Direktoriums uͤber den
Eure Hoheit haben durch das Organ Höchstihres Staats⸗Minsge des Innern uns sröffnen lassen, daß zur Berathung einiger wich 1
wurfs in einer Weise vorgearbeitet ist, welche die Besorgu
eren Angelegenbeiten, welche zur Verabschiedung mit der letzten FPrände⸗Versammlung nicht gelangt sind, uns unverweilt Vorlagen sfaü übergeben werden sollen, damit alsbald zu einer gedeiblichen Erledi⸗ di
ng derseiben geschritten werden könne. — Geruhen Eure Hoheit, sich versichert zu balten, daß wir in ehrfurchtsvoller undtkener Gesinnung für nseren Durchlauchtigsten Landesherrn diejenige gewissenhafte Sorgfalt, uriche der Berathung wichtiger Landes⸗Interessen gebübrt, zu bethätigen suchen werden. — Wir erkennen die in unserem Berufe liegende Pflicht, im unverwandten Hinblicke auf Eurer Hoheit und des Landes eng ver⸗ n nundenes Wohl, wahr und offen zu erwägen, was dasselbe fördern se
— befestigen, was gerechte Erwartung befriedigen kann und erblik⸗ auch dieses Jahr nicht; einer der beiden Seitengaͤnge war mit b
des großen Friedrich's Buͤste in wuͤrdiger Umgebung geziert. Die bei dieser Gelegenheit gemachte Stiftung hat den Namen der Schlesischen Freiwilligen⸗Stiftung erhalten.
hierin die einfache Richtschnur, welche, wie wir hossen, zu deihlichen Ergebnisse und Schlusse des Landtags uns hinlei⸗ In tießter Ehrfurcht beharrt Eurer Heheit treu gehor⸗ Kassel, am 1. Mai 1838.“ Mitgliedern der De⸗
fen eben cingem ge
en wird. same Stände⸗Versammlung.
Se. Hoheit geruhten, Sich mit den putation huldreich zu unterhalten. gZ“ HSoageieebtst.
Madrid, 24. April. Man will wissen, daß der Wunsch
der Regierung, sich des Grafen Parsent, der Intendant des
Infanten Don Francisco de Paula ist, zu entledigen, eine von
den Ursachen sey, welche die Abreise des Prinzen herbeigefuͤhrt h
haben. Der Graf Parsent ist ein persoͤnlicher Feind der ver⸗ L
wittweten Koͤnigin und man schreibt ihm die in der letzten Zeit a
egen die Koͤnigin gerichteten Spottgedichte und beleidigenden d
rtikel mehrerer Blaͤtter zu.
Am 13. April wuͤthete in der Bai von Cadix, ein Sturm, h
der den Verlust mehrerer Schiffe herbeifuͤhrte, doch sind nur 9
vier Personen dabei ertrunken. 11
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Berlin, 8. Mai. Auf telegraphischem Wege ist uns die t Nachricht zugekommen, daß Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Albrecht am 1. Mai Mittags um 12 Uhr in erwuͤnschtem Wohl⸗ seyn im Haag eingetroffen ist.
— — Koͤnigsberg in Pr., 4. Mai. Bei der hiesigen Sparkasse hat im Jahre 1837 der Verkehr sich in nachstehender Art ergeben. Am Schlusse 1836 blieb die Zahlungs⸗Verbind⸗ ichkeit der Sparkasse incl. der Zinsen 127,689 Rthlr.; im Jahre 1857 sind eingelegt: 67,692 Rthlr., macht in Summa: 195,381 Rehlr. Im Jahre 1837 sind zuruͤckgezahlt 37,828 Rthlr. Es bleibt also die Zahlungs⸗Verbindlichkeit ult. 1837 157,553 Rthlr. Erhoͤht wird dieselbe durch die zugeschriebenen Zinsen bis ult. 1837 im Betrage von 4316 Rthlr., und die Zahlungs⸗Verbind⸗ lichkeit der Sparkasse an Kapital und Zinsen betraͤgt am Schluß des Jahres 1837 161,869 Rthlr. Die Zahlungs⸗Mittel dage⸗ gen sind in Stadt⸗ und Magistrats⸗Obligationen 160,190 Rthlr.; an Zinsen davon fuͤr Januar 1838 3203 Rthlr.; bei dem Koͤ⸗ niglichen Banko⸗Comtoir sind niedergelegt 3800 Kthr., baarer Kassen⸗Bestand 269 Rthlr., uͤberhaupt 167,462 Rthir.
— — Graudenz, 1. Mai. In Nr. 111 der Leipziger Allgemeinen Zeitung vom 21. April d. J. findet sich unter der Rubrik „Preußen“ ein Schreiben aus Danzig, vom löten desselben Monats, worin es unter Anderem heißt: „In Grau⸗ denz haben sich vielfache Erbitterungen gegen die Juden geaͤu⸗ ßert, so, daß diese sich genoͤthigt sahen, den General v. Natzmer in Koͤnigsberg um Kavallerie zu ihrer Beschuͤtzung anzugehen, weil sie Pluͤnderung fuͤrchten.“ — Wir fuͤhlen uns hierdurch zu der amtlichen Erklaͤrung veranlaßt, daß in dieser Mittheilung auch keine Sylbe wahr ist, im Gegentheil leben wir mit allen unseren Mitbuͤrgern, ohne Unterschied der Religion, so sehr ein⸗ traͤchtig, daß uns jene Nachricht um so uͤberraschender war, als auch nicht der geringste Vorfall am hiesigen Ort zu einer Mit⸗ theilung dieser Art Veranlassung geben kann. Eben so ist uns auch von aͤhnlichen Aufregungen, die in anderen Weichsel⸗ Staͤdten herrschen sollten, hier durchaus nichts bekannt worden, und die in dieser Beziehung durch einige Deutsche Blaͤtter ver⸗ breiteten Nachrichten sind ebenfalls wohl als Erdichtungen an⸗
zusehen. — — Stettin, 7. Mai. Am 17ten v. M. feierte der Kaͤmmerer Muͤller in Garz a. d. Oder sein funfzigjaͤhriges Dienst⸗Jubilaͤum. In der Fruͤhe des Morgens brachte ihm das Musik⸗Corps des 2ten Dragoner⸗Regiments, bei welchem letzteren er uͤber 27 Jahr diente, ein Staͤndchen; spaͤter ver⸗ sammelten sich saͤmmtliche Behoͤrden und Beamten der Stadt, wie auch das Offizier⸗Corps und die Geistlichkeit im Hause des Gefeierten, um ihn zu begluͤckwuͤnschen, wobei ihm der Kreis⸗ Landrath die erfreuliche Botschaft brachte, daß Se. Majestaͤt Allergnaͤdigst geruht haͤtten, seinem juͤngsten Sohne auf die Dauer der akademischen Laufbahn desselben ein jaͤhrliches Sti⸗ pendium von 150 Rthlrn. zu bewilligen. Der Buͤrgermeister uͤberreichte im Namen der Kommune einen silbernen Pokal und die Schuͤtzengilde eine goldene Dose. Zahlreiche Gedichte besangen den noch ruͤstigen Jubelgreis, der, tief ergriffen von der Gnade des Monarchen, seinen geruͤhrten Dank aussprach. Ein Mittagsmahl von 70 Gedecken, bei welchem der Jubilar den Toast fuͤr des Koͤnigs Majestaͤt, dem Allergnaͤdigsten, auch ihm so huldreichen Landesvater, unter schmetterndem Trompe⸗ tenklang ausbrachte, und am Abend ein glaͤnzender Ball, ver⸗ herrlichten die Feier des Tages. — Im verflossenen Monate wurde auf einem See in Hinterpommern ein sehr seltener Gast⸗ vogel, die Polar⸗Ente (colymbus arcticus), geschossen. Stralsund, 2. Mai. Der diesjaͤhrige Sommer⸗Vieh⸗ und Pferdemarkt zu Grimmen ist vom 21. auf den 12. Juni und der darauf folgende Krammarkt vom 22. auf den 13. Juni ver⸗ legt worden. Vom sten d. M. ab sind an die Stelle der bis⸗ herigen Fahr⸗ und Kariol⸗Posten zwischen Stralsund und Ber⸗ gen auf der Insel Ruͤgen, folgende getreten: eine woͤchentlich zweimalige Post zwischen Rheinberg und BVergen uͤber Garz und Putbus, als zweispaͤnnige Per⸗ sonen⸗ im Sommer⸗ und Kariol⸗Post im Winter⸗Halb⸗ jahre, welche sich an die Schnellpost von Berlin, so wie an die Kariol⸗Post von Bergen nach Alcenkirchen S anschließt; eine woͤchentlich zweimalige zweispaͤnnige Fahrpost zwischen “ Stralsund und Putbus uͤber Bergen, welche sich an die Beerliner Fahrpost und an die von Stralsund nach Barth, und eine eben solche Fahrpost zwischen Stralsund und Garz, welche sich an die Verliner Fahrpost, so wie an vorgedachte Post von Rheinberg nach Vergen und an die Fahrpost nach Barth anschließt. 5 Breslau, 3. Mai. Heute versammelte sich der groͤßte Theil der bei dem gestrigen Fest gegenwaͤrtig gewesenen Frei⸗ willigen zum Appell, dem eine froͤhliche Nachfeier folgte. Viele von denen, die als solche von hier scheiden, wird am Schluß des Monats der Wollmarkt als intelligente Landwirthe wieder zuruͤckfuͤhren, ein Beweis, wie Schwert und Pflug im Vater⸗
1.“
stellte,
Hoheit der Prinz Karl hier eingerroffen, henden Truppen Inspection zu halten. werden mehrere Tage hier verweilen.
Menny jun., ein mehrjaͤhriger Zoͤglin Instituts in Berlin, und die Lehrer Dr. H
dem der nigliche Hoheit das selbst wurde hierauf von Hoͤchstseinem bisherigen Religions⸗Lehrer, D
——
zu welchem ein von zwei Geschuͤtzen vertheidigtes Thor hrte. Hier versammelte sich das Corps der Freiwilligen um
e Mittagszeit, stellte sich in 12 Kolonnen auf und marschirte den, dann, Doppelzuge, jede K
zwei Seiten⸗Eingaͤnge in den Festsaal, waͤhrend durch den
Haupt⸗Eingang der Stab die Ehrengaͤste einfuͤhrte, unter de⸗
nen, naͤchst den hoͤchsten Beamten der Provinz, jeder Stand
die Infanterie rechts, die Kavallerie links, in langem
ine Vertreter fand. Bluͤcher's Degen und Handschuh fehlten
p
9 Uhr ist Se. Koͤnigl.
Gestern Abend um uͤber die hier ste⸗
Erfurt, 5. Mai.
Der Maurer, und Zimmer⸗Meister des Koͤnigl. Gewerbe⸗ artwig und Kniebe aben hier eine Sonntagsschule fuͤr Handwerks⸗Gesellen und ehrlinge, zum Unterricht im Zeichnen und zur Nachhuͤlfe in ndern der noͤthigsten Kenntnisse und Fertigkeiten, errichtet und adurch einem lange gefuͤhlten Beduͤrfniß abgeholfen. Koblenz, 4. Mai. Der kommandirende General, Frei⸗ err von Borstell, ist heute zur Inspizirung der Truppen von ier nach Mainz abgereist. Duͤsseldorf, 1. Mai. Heute Mittag fand auf dem hie⸗
Minden, 4. Mai.
sigen Palais in Gegenwart des Prinzen und der Prinzessin Friedrich von Preußen Koͤnigl. Hoheiten, der gesammten lichkeit, der hoͤchsten Militair⸗ r i ansehnlichen zur Feier eingeladenen Gesellschaft, die Confirma⸗
1 eist⸗ und Civil⸗Behoͤrden, so wie einer
Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Alexander statt. Nach⸗ Hrinz die uͤbliche Pruͤfung bestanden, verlas Se. Koͤ⸗ verfaßte Glaubens⸗Bekenntniß und
ion
feierlich eingesegnet.
Divisions⸗Prediger Thielen, 1ge9e e. ea eaczet bet ei der Anwesenhei
Aachen, 2. Mai. Küuͤrzlich ist
Ober⸗Ingenieurs der Belgischen Eisenbahnen, Simons, von g ihm und der Direction der Rheinischen gesetzt worden, wo die letztere sich mit der nach der Graͤnze verbinden soll. werden die jenseitigen Arbeiten naͤchst der Gränze unverzuͤglich I beginnen.
Bahn der Punkt fest⸗ Bahn von Luͤttich Seiner Versicherung nach,
Ueber Handel, Fabriken, Gewerbe, Transport⸗ und Communications⸗Mittel in den Rhein⸗Provinzen
im Jahre 1837, aus amtlichen Berichten entnommen.
Das Jahr 1837 hat sich in den Annalen des Handels durch eine fast beispiellose Erschuͤtterung bemerkbar emacht, welche sich schon in den ersten Monaten von Nord, merika aus uͤber einen großen Theil von Europa verbreitete. Da nun die Rhein⸗Provinzen seit den letzten 20 Jahren in bedeutende mittelbare und unmittelbare Verbindung mit Nord⸗Amerika gekommen sind, so konnte es nicht ausbleiben, daß jene Krisis ihre unheilvollen Nachwirkungen auch auf den Handel und die Fabriken des Rheinlandes ausuͤben mußte.
Der Absatz an Fabrikaten war allmaͤlig nach Nord⸗Ame⸗ rika uͤber den Verbrauch gesteigert worden; als nun der Brand von New⸗York 1836 eine ungewoͤhnliche Zufuhr von Europa veranlaßte, und die dortigen Haͤuser trotz großer Verluste sich ve. die gefuͤrchtete Krisis nicht ausbrach, so stiegen unter Anderen Seide und Baumwolle zu schwindelnder Hoͤhe, wodurch schon in der zweiten Haͤlfte des Jahres 1836 der Absatz nach Nord⸗Amerika fast gaͤnzlich aufhoͤrte, und daher eine bedeutende Einschraͤnkung der Fabrication im Rheinlande herbeigefuͤhrt wurde. Dieser Zustand, so unangenehm er auch war, gereichte doch zum wahren Heil der Fabrikanten, denn waͤre die große Krisis von 1837 in einen Zeitpunkt des lebhaftesten Handels
Nun sind alle Fabrikate zu den fruͤheren niedrigen Seide notirt, noch immer schwachen Absatzes nicht erhoͤht werden. brikant schraͤnkte daher, nachdem er die Se. Koͤnigl. Hoheit nischen Speculation im 7 Jahre so bitter
seine Production auf das nem neuen Abschlag im Preise mit einem großen Waarenlager auszusetzen. Dies d arbeiter, denen jeder Fabrik⸗Unternehmer gern volle Arbeit ge⸗ goͤnnt haͤtte, noch dazu in dem harten Winter, feiern mußten.
mehr auf die wenigen Artikel sich wendete, welche zeither noch vom Auslande, namentlich aus der Rheinprovinz, bezogen wur⸗
so daß bei dem Schutz des dortigen Zollsystems der bereits
sehr gesunkene Absatz vaterlaͤndischer Fabrikate nach Frankreich olonne von einem Fourier gefuͤhrt, durch fast ganz aufhoͤren mußte.
An die vorstehend erwaͤhnten, auf Fabrication und Handel
laͤhmend und vernichtend einwirkenden Umstaͤnde reihte sich end⸗ lich noch ein neues Uebel an. gesunkenen Preise der baumwollenen Garne und Seide erho⸗
Die auf einen geringen Werth en sich bald wieder, erstere maͤßig, aber letztere um 20 — 25 Ct., verbunden mit der Aussicht auf noch weiteres Steigen.
Preisen der die Preise koͤnnen wegen der Konkurrenz und des Der Fa⸗ irkungen der sangui⸗ empfunden hatte, othduͤrftigste ein, um sich nicht ei⸗
atte nun leider zur Folge, daß viele Fabrik⸗
Mit Recht kann man daher sagen: das Jahr 1837 war
eins der 1gea in der Geschichte der Fabrication. Den
noch ging es, stand der Rhein⸗Provinzen verderbliche Erschuͤtterungen hervor⸗
Gbcgnn.
ank der Vorsehung, voruͤber, ohne im Handels
Was waͤre aber wohl in Ermangelung des Zoll erbandes die Folge dieser Zeit gewesen?
Das Jahr 1837 liefert einen neuen Beweis von den gro ßen Wechselfaͤllen und der Unsicherheit des Verkehrs mit dem Auslande, denn derselbe haͤngt von Verhaͤltnissen und Ereig nissen ab, die meistentheils außerhalb der Graͤnzen der Einwir kung der heimathlichen Staatsgewalt liegen. Die Ereignisse i England und Nord⸗Amerika beweisen, daß die inlaͤndische In dustrie auf sehr lockerem Boden begruͤndet seyn wuͤrde, waͤr sie hauptsaͤchlich nur auf den Verkehr mit dem Ausland ange wiesen, wie dies der Fall seyn wuͤrde, wenn der Zoll⸗Verei nicht existirte. Durch den letzteren aber ist der vaterlaͤndische Gewerbsamkeit unter allen Umstaͤnden eine sichere Grundlage ewonnen. Und diesem Verhaͤltnisse ist es zuzuschreiben, daß das Jahr 1837 der Rheinischen Industrie keine unheilbaren Wunden geschlagen hat. Ohne den großen Zoll⸗Verband wuͤr⸗ den Englaͤnder und Franzosen fuͤr ihren großen Waaren-Ueber⸗ fluß in noch groͤßerem Maße, als bisher, einen Ausweg auf den Deutschen Maͤrkten gesucht und uns uͤberschwemmt haben.
„Der gehoͤrig geschuͤtzte Verkehr im Inlande bildet die einzig sichere Grundlage der Industrie großer Staaten, und es ist, wo diese Stuͤtze fehlt, eine großartige Entwickelung des Ge⸗ werbfleißes nicht moͤglich.“
Daß dieser Grundsatz in unserm Vaterlande anerkannt wird, daß die Regierung bemuͤht ist, ihn immer mehr ins Leben zu rufen, muß mit lebhaftem Danke bezeugt werden. Die finanziellen Opfer, durch welche die immer groͤßere Aus— dehnung des Zoll⸗Vereins erkauft werden mußte, dienen hier⸗ fuͤr als glaͤnzender Beweis. werden die Wunden, welche das vergangene Jahr geschlagen hat, leichter geheilt, und im Vertrauen auf die Weisheit der hoͤchsten Behoͤrden in Foͤrderung der großen Interessen des Handels und der Fabri⸗ cation, erhebt sich wieder muthvoll der Gebeugte und erstarket zu neuen Kraft⸗Aeußerungen.
Vom Kolonialwaarenhandel ist nichts Erhebliches zu berichten, da er sich fortwaͤhrend nur auf Befriedigung des taͤg⸗ lichen Beduͤrfnisses beschraͤnkte. Er duͤrfte sich zum Großhan⸗ del nicht eher wieder in Koͤln erheben, als nach Vollendung der Rheinisch⸗Belgischen Eisenbahn, durch welche Koͤln in dieser Hinsicht mit den Seehaͤfen in gleiche Linie gestellt werden wird.
Dagegen hat sich der Handel mit Haͤuten daselbst immer mehr vergroͤßert. Am Schluß des Jahres 1836 wurden als Bestand angenommen gegen 40,000 Stuͤck,
die Beziehungen von 1837 betrugen
gefallen, so waͤren kolossale Verluste unvermeidlich gewesen. So wie nun in Nord⸗Amerika die befuͤrchtete Erschuͤtte⸗ rung ausbrach, sahen sich die Englischen dorthin handelnden Hͤuser ploͤtzlich ihrer Huͤlfsquellen beraubt, viele mußten bei großem Vermoͤgen ihre Zahlungen einstellen.
bisher in England gefunden, und wie dieser eben so sehr auf die uͤbermaͤßige Ausdehnung der Einfuhr aus Europa, als auf die außerordentliche Steigerung der Preise Amerikanischer Pro⸗ dukte eingewirkt hatte. wich der Preis der Baumwolle bis auf das Minimum, und dieses wirkte nothwendig auf Nord-Amerika wieder zuruͤck.
10 pCt. gegen Bankzettel, in gleichem Verhaͤltniß stiegen noth⸗
bald alle unguͤnstigen Umstaͤnde, welche eine fast gaͤnzliche Hem⸗ mung der Ausfuhr Rheinischer Fabrikate Db ge⸗ eignet waren.
Die Dauer dieses Zustandes ist noch ungewiß. Unentbehrlichkeit der Banken fuͤr den Handel, die Gewerbsam⸗ keit und die Boden⸗Kultur in den Vereinigten Staaten steht die Dauer dieses Zustandes mit den Modificationen in genauem Zusammenhang, welche das Bankwesen erheischt, und demselben bevorzustehen scheinen. Bis dahin, daß die sich entgegenstehen⸗ den Meinungen uͤber die Modificationen geeinigt haben werden, kann der Handel den noͤthigen Schwung nicht wieder erlangen. Letzterer ist aber auch fuͤr lange Zeit vor der Gefahr des Zuviel⸗ thuens dadurch geschuͤtzt, daß dem Amerikaner in Europa der Kredit, besonders in Bankgeschaͤften, abgeschnitten ist, daß also nur fuͤr den Betrag der Produkren⸗Ausfuhr gekauft werden kann, was fuͤr die Deutsche Industrie hinreicht, um einen angemesse⸗ nen und fuͤr die Folge regelmaͤßigen Absatz zu sichern. Amerika bleibt immerhin das wichtigste Land fuͤr unsere Exportation, und jede Maßregel ist daher fuͤr den Deutschen Handel nach jenem Lande wuͤnschenswerth, welche die freundschaftlichen Verhaͤltnisse zu den Vereinigten Staaten noch enger zu knuͤpfen geeignet ist.
Auf die Suͤd⸗Amerikanischen Staaten war die Handels⸗
Krisis zwar von weniger verderblichem Einfluß, ihre Wirkung vwar jedoch auch dort zu verspuͤren, wenn auch nur in einer Lähmung des Absatzes nach jenen Laͤndern.
Welchen Einfluß diese ungluͤcklichen Verhaͤltnisse auch in
Europa hatten, ist Jebem bekannt.
enorme Abschlag in den Urstoffen die Preise aller Fabrikate druͤckte und jedem Kaufmann und Kraͤmer Verluste brachte, welche gar oft die Kraͤfte des Verlierenden uͤberstiegen. Dazu kam noch, daß die Reibungen der inlaͤndischen Konkurrenz sich
lande Hand in Hand gehen. Ueber das gestrige Fest ist noch nachzuholen, daß der Platz vor dem Saale ein Feldiager vor⸗
in demselben Maße als die uͤberseeischen Abzugs⸗Ka⸗ naͤle sich verstopften.
unter Anderem noch die Folge, daß die dortige Industrie immer
. Es kam nun an den Tag, welch uͤbermaͤßigen Kredit die Amerikanischen Haͤuser
Mit dem Fall vieler Englischen Haͤuser
Der Werth des Geldes stieg in Folge des Begehrs um 5 bis 1 g 9
wendig auch die Course auf Europa und somit haͤuften sich als⸗
Bei der
1 Sie erzeugten allgemeines Mißtrauen, große Unsicherheit in den Geschaͤften, waͤhrend der
in Frankreich hatte die Handels⸗Krisis
Westindische Haͤute 140,000 . Ostindische Haͤute. 25,000 3 165,000
Summa 205,000 Stuͤck, von welchem Quanto am Schluß des Jahres 1837 kaum 15,000 der Jahres⸗Umsatz auf 190,000 Stuͤck geschaͤtzt werden kann. Von Buenos⸗Ayres sind 45,000 Stuͤck direkt bezogen worden. Es ist aller Anschein vorhanden, daß Koͤln in wenigen Jahren in diesem Artikel der ausschließ⸗ liche Markt fuͤr die Rhein⸗Provinz und die benachbarten Laͤn⸗ der seyn werde. V Getraidehandel. Die hohen Getraide⸗Preise in Nord⸗ Amerika waͤhrend des Jahres 1836 hatten dieselben in Holland so betraͤchtlich erhoͤht, daß ansehnliche Consignationen von Ge⸗ traide vom Rhein aus nach Holland gemacht wurden, von wel⸗ (chem der groͤßte Theil nach Nord⸗Amerika ging. Ploͤtzlich aber
wurde der Verkehr durch die Handels⸗Krisis von 1837 gehemmt Vorraͤthe
und die Preise der in Holland befindlichen großen sehr gedruͤckt. Da nun am Ober-⸗Rhein und an der Mosel die Aerndte weder in Quantitaͤt noch Qualitaͤt befriedigend ausge⸗ fallen, so wurden bedeutende Getraide⸗Quanten von der Preuß. Hollaͤndischen Graͤnze entboten und nach jenen Gegenden ver⸗ sendet. Die Versendungen waren bis zum Schluß der Schiff⸗ fahrt sehr lebhaft. Steinkohlenfoͤrderung und Handel. Da die Preise der Steinkohlen in Belgien bedeutend gestiegen sind, so findet aus dem Regierungs⸗Bezirke Aachen ein Transport nach jenem Lande, trotz der Hoͤhe des Belgischen Einfuhr⸗Zolls, statt, und vermehrt sich. Auch haben Belgische und Franzoͤsische Speku⸗ lanten sich dorthin gewendet, um Kohlengruben auszubeuten. Das Ruͤboͤl⸗Geschaͤft war 1837 sehr bedeutend. Es hatten ansehnliche Versendungen den Rhein und Neckar auf⸗ waͤrts statt; obgleich die Rappsaamen⸗Aerndte recht ergiebig ge⸗ wesen, so mußten dennoch bedeutende Quantitaͤten Oel von Stettin, Magdeburg, so wie Saamen von Holland und der Ostsee bezogen werden. Da inzwischen die Oelmuͤhlen das ganze Jahr hindurch den guͤnstigen Wasserstand benutzten, so aͤufte sich am Ende der Vorrath an Oel und Kuchen derge⸗ alt, daß der Preis des erstern auf 11 ½ Thaler herunterging. Weinhandel. Ueber denselben ist leider nur Unguͤnsti⸗ ges zu berichten. Der Absatz stockt, die Lager sind uͤberhaͤuft, die Preise des Moselweines unglaublich gesunken. Die Armuth an baarem Gelde bei den Weinbergs⸗Besitzern an der Mosel ist fast nie so groß gewesen! Am 25. Oktober wurde das beste Gewaͤchs 1837 er Weine in Cuͤs und Lieser, wie folgt, freiwil⸗ lig versteigert; — 15 bis 20 Fuder fuͤr die Total⸗Summe von 15 Rthir. §8 „ 10 bester Serstßg .8
Stuͤck uͤbrig blieben, so daß
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