Freundin war!“ Antw. „Ich wünschte In wissen, was Hubert von mir gesagt hatte.“ — Fr. „Was habt Ihr in dieser Beziehung von Mademoiselle Grouvelle erfahren! Antw. „Ich erinnere mich dessen nicht.“ Fr. „Man hat unter Euren Papieren ein Bildniß Aliband's gefunden?“ Antw. „Es war ein Geschenk eines mei⸗ ner Freunde.“ — Fr. „Hat Euch Hubert je gesagt, zu welchem Zwecke die Maschine angefertigt werden sollte, derenthalben Ihr ein Abkommen getroffen hattet! Hat er Euch nicht gesagt, daß sie dazu dienen solle, den König zu tödten?“ Antw. „Er hat mir niemals gesagt, daß der Köntg der Franzosen mittelst jener Maschine getödtet werden solle.’“ — Fr. „Wer war der Repräͤsentant der E Republik, mit der Ihr das vorgelesene Abkommen getroffen hattet?“ Antw. „Jenes Abkommen hatte gar keinen bestimmten Zweck. schrieb es, ohne zu wissen, was ich that, ohne an die Folgen zu denlen.“ — Der Prasident ließ hierauf die Angeklagten Hubert und Laura Grou⸗
pelle wieder eintreten, machte sie mit dem in ihrer Abwesenheit Vor⸗
gesallenen bekannt und verschob darauf die weiteren Verhöre bis zum küuftigen Montag.
ven. 14. Mai. In der vergangenen Nacht traf in den Tuilerieen ein Courier aus Bruͤssel ein, der Depeschen fuͤr den Koͤnig uͤberbrachte, welche Sr. Majestaͤt sogleich eingehaͤn⸗ digt wurden.
Herr Michel Chevalier ist zum Staatsrath im außeror⸗ dentlichen Dienst ernannt worden. Es heißt, Herr Chevalier sey der Verfasser des von der Deputirten⸗Kammer verworfenen Eisenbahn⸗Gesetzes, und man habe ihn durch obige Ernennung fuͤr die erlittene Niederlage einigermaßen zu entschaͤdigen gesucht.
Der Bischof von Nantes, Herr von Guerines, ist in vor⸗ gestriger Nacht mit Tode abgegangen.
Am kuͤnftigen Freitag wird Lord Brougham Paris ver⸗ um uͤber Bruüssel die Ruͤckreise nach London anzutreten.
er hiesige Schach⸗Klub hat eine Herausforderung des Petersburger Schach⸗Llubs erhalten und angenommen. Der gewinnende Klub soll von dem anderen 10,000 Fr. erhalten. An der Spitze des Pariser Schach⸗Klubs steht Herr de la Bourdonnais, an der Spitze des Petersburger Schach⸗Klubs Herr Petrief. Die Zuͤge werden durch den Moniteur bekannt
gemacht werden. Die gestrigen Wettrennen auf dem Marsfelde hatten nur eine geringe Anzahl von Zuschauern herbeigelockt. Das Publi⸗ kum scheint der bestaͤndigen Siege des Lord Seymour muͤde zu seyn. Derselbe gewann wieder alle Preise, die meisten sogar ohne Kampf.
Seit einigen Ta Veron, dem fruͤheren
kassen H
gen wird der Constitutionnel von Herrn Direktor der großen Oper, unterzeichnet. Das Journal du Commerce enthaͤlt folgende Korre⸗ spondenz aus Afrika, die mit den Dampfboͤten „Coeytus“ und „der Tartar“ in Toulon angekommen ist. Die Depeschen des letzteren sind sosort durch eine Estafette nach Paris befoͤrdert worden: „Bona, 3. Mai. Das unter den Befehlen des Flotten⸗Lieutenants Maissin stehende Dampfboot „ ocytus“ und das Transportschiff „Egaria“ ankern so eben auf der hie⸗ sigen Rhede, und sind im Begriff, 750 Mann vom ölsten Li⸗ nien⸗Regiment, und mehrere einzelne, zu verschiedenen Truppen⸗ theilen gehoͤrige Soldaten, auszuschiffen. Diese Truppen sind nach Konstantine bestimmt; in Guelma machen sie Halt und erwarten dort den ersten Transport von Lebensmitteln, dem sie zur Eskorte dienen sollen. Der Kommandant des Lagers von Medjez⸗Hammar kann sich ihrer vielleicht bedienen, um die Scharte wieder auszuwetzen, die er bei seinem neulichen Streifzuge nach Oued⸗Gherf erhalten hat. Der letzte aus Konstantine hier eingetroffene Courier hat einige neuere De⸗ rails uͤber die Unternehmung gegen Stora mitgebracht. Wenn man unseren Korrespondenten Glauben schenken darf, so stam⸗ men diejenigen Araber, die das zwischen Stora und Gigeli be⸗ legene Land, das im Osten von dem Sissaf und im Westen von dem Oued⸗Rummel begraͤnzt wird, bewohnen, gerades⸗ weges von den alten Roͤmern ab; um die Mitte des löten Jahrhunderts vermischten sich mit ihnen die Genueser, die auf dieser Kuͤste bedeutenden Handel trieben. Diese Staͤmme leben in vollster Unabhaͤngigkeit und haben sich niemals, weder dem Dey von Algier, noch dem Bey von Konstantine, unter⸗ worfen. In jedem Stamm widmet sich eine bestimmte An⸗ zahl von Maͤnnern dem Ackerbau, Andere bleiben in den Douars zuruͤck und uͤben ihre verschiedenen Gewerbe aus; es giebt unter ihnen Leinweber, Schlaͤchter, Schmiede u. s. w. Diese Araber betreiben die verschiedenen Geschaͤfte mit einer solchen Fertigkeit, daß sie von Niemanden abhaͤngig zu seyn vrauchen. Außerdem herrscht in ihren Doͤrfern viele Wohlha⸗ benheit; außer ihren Zelten haben sie steinerne Haͤuser mit Dach⸗ ziegeln belegt, jedes Haus hat seinen Garten, die Felder sind in einem sehr guten Zustande und man sieht uͤberall schoͤne An⸗ pflanzungen von Fruchtbaͤumen. Die innere Verwaltung in die⸗ sen Staͤmmen ist sehr einfach; der Scheik wird von dem Volke eingesetzt; er hat volle Militair⸗ und Civil⸗Gewalt und fuͤhrt die Kriege an, wenn mit einem benachbarten Stamme Streit entsteht. Sobald der Scheik Anlaß zu erheblichen Klagen giebt, wird er sogleich abgesetzt. Die verschiedenen Besitzthuͤmer sind gehoͤrig von einander gesondert, welches sonst auf keinem Punkte der Regentschaft Algier der Fall ist; sie werden stets respektirt und gehen ohne Weiteres auf die Erben uͤber. Da Jeder weiß, daß er nicht willkuͤrlich seines Eigenthums beraubt wird, so ar⸗ beitet er mit Eifer und die Ländereien sind in einem so guten Kultur⸗Zustande, wie in den besten Departements Frankreichs. Der Meerbusen von Stora, den unsere Truppen besucht haben, bietet uͤberall einen leicht zugangichen Strand, in dessen Naͤhe die Schiffe, vor fast allen Winden geschuͤtzt, liegen koͤn⸗ nen. Die Vorgebirge, welche die beiden aͤußersten En⸗ den des Meerbusens bilden, bestehen aus hochgethuͤrm⸗ ten Felsmassen, und diese kragen besonders zur Sicherheit der Rhede bei. Unfern von den Ruinen von Russicada, wo unsere Kolonne laͤngere Zeit anhielt, bildet die Muͤndung des Sissa⸗Flusses einen kleinen natuͤrlichen Hafen, der mit we⸗ nigen Kosten, zum großen Nutzen des Handels, vollkommen brauchbar gemacht werden koͤnnte. Inmitten der Ruinen ste⸗ hen noch einige alte Magazine, die gan wohl erhalten sind. Der Sohn Ven⸗Aissa's, der mit seinem Vater nach Algier ge⸗ reist war, ist vor einigen Tagen zuruͤckgekehrt; Briefen aus Algier zufolge, steht seine Zuruͤckkunft mit dem Abmarsche einer Arabischen Armee in Verbindung, die sich von Medeah aus nach der Provinz Konstantine bewegt. Er hat sich sogleich in das Innere der Provinz begeben, und man vermuthet, daß er Briefe fuͤr Achmed Bey hat. Von einer anderen Seite her wird aus Konstantine gemeldet, daß der General Negrier sich vorbereitet, seine Streifzuͤge bis an die Graͤnzen der Provinz Algier auszudehnen. Es laͤßt sich fast mit Gewißheit voraus⸗ setzen, daß der General die Absicht hegt, mit der Armee Abdel⸗ Kader's zusammenzutreffen. Dieses Unternehmen koͤnnte leicht Ereignisse herbeifuͤhren, die den Stand der Dinge voͤllig ver⸗ aͤnderten; denn wenn Frankreich mit Achmed noch kein Buͤnd⸗ abgeschlossen hat befinden sich unsere Truppen zwischen zwei
2500 feindlichen Feuern. Herr von Mirbeck, der neulich mit einer Bedeckung von 200 Mann aufgebrochen ist, um die Abgaben einzutreiben, die Beschwerden zu vernehmen, welche die Staͤmme gegen ihre Scheiks vorzubringen haben, und sich mit einer sta⸗ tistischtopographischen Arbeit zu beschuͤftigen, setzt seinen Weg friedlich fort.“ — „Algier, 4. Mai. Unsere Truppen ha⸗ ben Blida in Besitz genommen, oder, um sich richtiger aus⸗ udruͤcken, sie haben in der naͤchsten Umgebung der Stadt sesten Fuß gefaßt. Das Beduͤrfniß dieser Operation ward leb⸗ aft gefuͤhlt, denn die Nothwendigkeit gebot, die Posten⸗ inie zu schließen, die das Gebiet umfaßt, das uns, zufolge des Traktats, an der Tafna zugesichert ist; sie wird aber fuͤr die Colonisation ohne Nutzen seyn, wenn man den Kolonisten nicht erlaubt, sich unter den Mauern von Blida und in der Ebene, die diese Stadt begränzt, anzubauen. Das Dampfboot „der Krokodil“ ist mit einer außerordentlichen Sendung hier einge⸗ troffen; alsobald verbreitete sich das Geruͤcht, daß es die Rati⸗ fication des mit Abdel⸗Kader abgeschlossenen Vertrages bringe, wir aber glauben im Gegentheil, daß die Regierung diesen Ver⸗ trag nicht sanctionirt hat, denn Ben Aissa, der sich zur Abreise nach Bona anschickte, bleibt hier, was der Vermuthung Raum giebt, als wolle man neue Verhandlungen ankuͤpfen.“ — „Oran, 3. Mai. Einige Korallen⸗Fischerboͤte sind angekom⸗ men; eine groͤßere Anzahl derselben wird erwartet. Sie wer⸗ den sich zum Korallenfange auf die Hoͤhe des Caps Tenez bege⸗ ben, wo sie Hoffnung haben, sich vorkommenden Falls gegen schweres Wetter zu schuͤtzen; sie fuͤhren Empfehlungs⸗Briefe und Geschenke fuͤr die Chefs der Arabischen Ufer⸗Stäͤmme mit sich und werden hoffentlich nicht sonderlich beunruhigt werden. Ue⸗ brigens sind diejenigen Schiffe, die nach eben dieser Gegend mit Korn⸗Ladungen abgesendet wurden, sehr wohl empfangen worden. Die beiden Logger „Rachgoun“ und „Colombi’“ kreu⸗ zen auf der Hoͤhe vom Cap Tenez, um die Curopaͤischen Schiffe zu beschuͤtzen. Der heiße Suͤdostwind, der am 22. April wehte, hat die Blaͤtter und Fruͤchte an den Baͤumen, so wie den Wein⸗ stock in der Umgegend von Oran, voͤllig versengt; das Korn auf dem Felde hat auch viel gelitten, und man giebt die Aerndte fast fuͤr verloren. Der Ausfuhr⸗Handel gewinnt immer mehr an Bedeutung; zahlreiche Schiffe kommen aus allen Laͤndern hier an, um Handel mit Korn, Schlachtvieh und Landes⸗Pro⸗ dukten zu treiben.“
An der heutigen Boͤrse waren die 5proc. Renten sehr ge⸗ sucht, sie stiegen auf 169. 30. Die immer mehr um sich grei⸗ fende Ueberzeugung, daß die Pairs⸗Kammer das Konversions⸗ Gesetz verwerfen wird, bringt diese Steigerung hervor.
Großbritanien und Irland.
London, 12. Mai. Der Prinz von Oranien wird in wenigen Wochen hier erwartet, um seinen Koͤniglichen Vater bei der Kroͤnung der Koͤnigin von England zu revpraͤsentiren. Es heißt, Se. Koͤnigl. Hoheit werde erst gegen Ende Juli's wieder nach dem Haag zuruͤckkehren.
Der General Graf Flahault ist von Paris hier eingetrof⸗ fen und wird die Saison hindurch in London verweilen.
Gestern erschien der General⸗Prokurator vor dem Gerichts⸗ ofe der Queen's Bench, um darauf anzutragen, daß die dem Privat⸗Secretair der Herzogin von Kent, Sir John Conroy, ertheilte Erlaubniß, eine Klage gegen den Herausgeber der „Times“ anhaͤngig zu machen, weil Sir John in diesem Blatte der Veruntreuung beschuldigt worden war, wieder zuruͤckgenom⸗ men werde. Als Grund seines Antrages fuͤhrte der General⸗ Prokurator an, daß Sir John Conroy in seiner eidlichen vor Gericht abgegebenen Erklaͤrung die eigentliche Beschuldigung der „Times“ nicht widerlegt habe, denn es sey von ihm zwar erklaͤrt worden, daß die Fonds, mit denen er seine Besitzungen in Wales angekauft, ihm gehoͤrt haͤtten, und daß die Herzogin von Kent aus ihren Einkuͤnften nicht das Geringste beigetragen habe; diese Versicherung sey aber zu unbestimmt, um darauf hin eine Klage gegen den ihm in der „Times“ gemachten Vorwurf zu recht⸗ fertigen, daß er sich im Dienste der Herzogin auf unrechtliche Weise bereichert haͤtte; Klaͤger haͤtte vielmehr dieser Beschuldi⸗ gung eine ganz positive Angabe der Auellen, aus denen er zu jenen Fonds gekommen, entgegenstellen muͤssen. Der Ober⸗
Richter und eidliche Erklaͤrung Sir J. Conroy's vollkommen genuͤge, und
daß man der Presse eine wenn man ihr zugestaͤnde, daß sie durch vage Beschuldigungen den Angegriffenen noͤthigen koͤnne, ihr uͤber sein Benehmen und seine Angelegenheiten die genaueste Rechenschaft abzulegen. Dem Antrage des General⸗Prokurators wurde daher keine Folge ge⸗ eben. 8 Der Times wird von ihrem Dubliner Korrespondenten eine Thatsache gemeldet, die es nicht mehr in Zweifel laͤßt, daß der Herzog von Wellington und folglich wohl der groͤßte Theil der Tories im Oberhause fuͤr die Irlaͤndische Armen⸗Bill stim⸗ men wollen. Der Herzog wurde naͤmlich von der Irlaͤndischen Bergwerks⸗Compagnie ersucht, eine Petition zu unterstuͤtzen, in welcher dieselbe um gaͤnzliche Befreiung von den Armen⸗Steuern bittet, waͤhrend sie in der Bill nur auf sieben Jahre davon be⸗ freit wird. Dieses Ansuchen lehnte der Herzog aber mit dem Bemerken ab, daß durch eine solche Forderung die Annahme der Bill gefaͤhrdet werden koͤnnte. Der genannte Korrespondent aͤußert großes Bedauern uͤber diesen Bescheid und prophezeit heftige Aufregung in Irland, wenn die Bill durchginge. ie „Times“ selbst ist eben so sehr gegen die Irlaͤndische Armen⸗ Bill eingenommen, wie gegen die Englische Akte, die bekannt⸗ lich von einigen Ultra's der Tory⸗Partei noch immer bekaͤmpft und zu veraͤndern gesucht wird, so guͤnstig sich auch die Gemaͤ⸗ ßigteren, wie Sir R. Peel, uͤber die Wirkungen derselben aus⸗ sprechen. In der City beschaͤftigt man sich jetzt viel mit Muthma⸗ ßungen uͤber das Mittel, zu welchem die Regierung ihre Zu⸗ flucht nehmen werde, um den Ausfall in der Staatseinnahme dieses Jahres zu decken. Nach den Andeutungen der Mor⸗ ning Thronicle wuͤrde der Kanzler der Schatzkammer nicht zu dem Mittel greifen, S atzkammerscheine zu fundiren, weil eine neue Vermehrung der Staatsschuld zu großen Widerspruch finden duͤrfte. Da Schatzkammerscheine jetzt einen so geringen Zins tragen, so halt dieses Blatt es fuͤr das Gerathenste und Dekonomischste, fuͤr den Betrag des Defizits neue Schatzkam⸗ merscheine auszugeben; auch eine Anleihe von 2 oder 3 Millio⸗ nen, meint es, wuͤrde man zu 1 oder 1 ½ pCt. und unter der Bedingung, daß sie in zwei oder drei Jahren zuruͤckgezahlt werden sollte, durch die Versicherungs⸗Buͤreaus oder durch die Schottischen Actien⸗Bankken leicht kontrahiren koͤnnen. Nach Briefen aus Bombay scheint die Ankunft des Eng⸗ lischen Gesandten, Capitain Burnes, dem Hofe von abul neues ertrauen eingeftoͤßt zn haben, und Dost Mohammed Chan ist beschaͤftigt, seine Armee fuͤr den bevorstehenden Feldzug ge⸗ gen die Sikhs zu organisiren.
8
Regiments⸗Commandeuren ernannt und mit dem Koͤnig voe Bochara einen Vertrag abgeschlossen, nach dem sie sich gegen, seitig unterstuͤtzen sollen. Der Koͤnig von Bochara will den oberen Theil des Oxusthales, der gegenwaͤrtig in Händen des Turkomanischen Freibeuters Morad Bey ist, wieder erobern
und Dost Mahommed Chan mit Subsidien gegen Runschih
Belgien.
zu große Macht einraͤumen wuͤrde, ernst fuͤr solchen Scherz waͤre. b Neuigkeiten, meint er, wolle er ein merkantilisch⸗ juristischen
Er hat mehrere Englaͤnder zu
Bruͤssel, 13. Mai. Aus — Gemeinden Limburgs sind heute an die Repraͤsentanten⸗Kammer Protestatio, nen gegen die Vollziehung der 24 Artikel eingereicht worden.
Der Papst hat dem Praͤsidenten unserer Repraͤsentanten, Kammer und des Koͤnigl. Cassationshofes, Herrn von Gerlache den Orden Gregor's des Großen verliehen. 1
Hiesige Blaͤtter ruͤhmen es als einen Fortschritt uns, rer Geistlichkeit, daß dieselbe bei der kuͤrzlich stattgefuͤndene Beerdigung des Schauspielers und Saͤngers Thenard i, Schwierigkeiten gemacht und alle kirchlichen Ceremonien bein Leichenbestattung zugelassen habe. Dagegen mußte vorgeste die Leiche des Hnn Handelsgerichts⸗Praͤsidenten, Hem Plumier, vom Kirchhofe in Chenee wieder nach Hause gebragt werden, weil der Ortsgeistliche sie nicht zulassen wollte. Do Verstorbene, der am Schlagflusse gestorben war und dahre, empfangen konnte, ist vermuthlich Freimaure gewesen.
Aus Ruremonde schreibt man in hiesigen Zeitungen, „Am letzten Sonntage, 6. Mai, war die ganze Stadt Rurz monde in Bewegung bei Gelegenheit der Entfaltung der Ba⸗. gischen Fahne und der Pflanzung des Freiheitsbaumes. Da Clerus hielt es, um zur Feier dieses National⸗Festes mitzuwt ken, fuͤr seine Pflicht, eine Prozession nach der 1 ½ Stunde von der Stadt gelegenen Kapelle zu veranstalten. Alle notaben Einwohner der Ftadt eilten, sich dieser Ceremonie anzuschließen⸗
Deutschland.
Muͤnchen, 14. Mai. Ihre K. Hoheit die Herzogin von Leuchtenberg ist mit ihrer Familie aus Italien wieder hier ein getroffen. Ihre Majestaͤt die Herzogin von Braganza win gegen Ende dieses Monats hier erwartet.
Stuttgart, 15. Mai. (Wuͤrtt. Bl.) In der gestrigen Sitzung der Abgeordneten⸗Kammer kam bei der fortgesetzten Berathung uͤber die abweichenden Beschluͤsse der beiden Kam⸗ mern in Hinsicht des Strafgesetzbuchs das Kapitel vom Hoch⸗ verrath zur Sprache. In der urspruͤnglichen Fassung des Ent⸗ wurfs war fuͤr die Anstifter einer hochverraͤtherischen Verschwoͤ⸗ rung, die noch keinen Angriff zur Folge hatte, lebenslaͤngliche Zuchthausstrafe bestimmt worden. Die zweite Kammer hatmt dagegen eine zehnjaͤhrige bis lebenslaͤngliche Zuchthausstrafe in Vorschlag gebracht, wogegen sich die erste Kammer mit den Entwurfe einverstanden erklärte. Auf den Vorschlag der Ne⸗ gierung wurde derselbe nun dahin abgeaͤndert, daß zwanzig Jahre als das Minimum der Strafe bestimmt wurden. Eben so wurde die im Entwurf auf die Theilnahme am Hochverrath gesetzte zehnjaͤhrige Zuchthausstrafe, welche die zweite Kammer auf die Dauer von fuͤnf Jahren hatte herabsetzen wollen, auf acht Jahre ermäßigt. In Hinsicht des Artikels, welcher sich auf die Anzeige einer Verschwoͤrung bei der Obrigkeit bezieht, wurde der Vorschlag der Regierung, welcher fuͤr die Unter lassung einer solchen Anzeige Gefaͤngnißstrafe bis zur Dauer von sechs Jahren feststellt, genehmigt.
Freiherr von Seckendorf, Oberst⸗Hofmeister Sr. Majestat des Koͤnigs, ist in der letzten Nacht an einem Schlag⸗Anfalle
in
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Hamburg, 4. Mai. (Allg. Ztg.) Die Morning Chro niecle in London hat sich hier einen sonderbaren Korresponden ten angeschafft. Vor einiger Zeit erhob er die Scene zwischen einem betrunkenen Englaͤnder, der von der Buͤrgerwache arre tirt worden war, weil er sich ungebuͤhrlich aufgefuͤhrt hatte, zu einer Staats⸗Affaire, und behauptaete, daß weder das Leben, noch das Eigenthum seiner Landsleute hier sicher sey. In dem
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seine Kollegen waren aber der Meinung, daß die selben Journale steht unterm 27sten v. M. wieder ein Bericht
von dem man glauben koͤnnte, daß der Erstatter die Redaction habe in den April schicken wollen, wenn der Inhalt nicht ze Aus Mangel an politischen
Ffem abhandeln, wozu jener Artikel als Einleitung diene soll. Er stellt sich naͤmlich die Aufgabe, die hiesige Kaufmann schaft gegen die Vorwuͤrfe des Auslandes, die sie sich, wien sagt, durch Verschiffung schlechter, unreeller Waaren, so wi durch unrichtiges Gewicht und Maaß zugezogen habe, zu ver theidigen. Die Schuld dieser Uebelstaͤnde, wodurch, seiner Be hauptung nach, der sonst so bluͤhende Handel dieser Stadt in Sinken sey, ist nach ihm einzig und allein in der schlechten Ver⸗ fassung des Handels⸗Gerichts zu suchen. Die Richter, sowoß Kaufleute als Juristen, die Advokaten und vermuthlich auch die Gerichtsboten sind sammt und sonders, wie die Bewohnerinna des Klosters St. Clara in „Robert der Teufel“, der Hoͤlle e geben. Es ist, wie er sich ausdruͤckt, „der schlechteste ericht hof in der Welt.“ Diese Behauptung will er in einer Reisße⸗ folge von Briefen, die er demselben Blatte verspricht, beweist — Wer den Beschuldigungen einsehen. Eben so steht der Charakter des geklagten Gerichtshofes viel zu hoch, als daß er noͤthig hb. sich gegen solche Angriffe zu vertheidigen. Wenn indeß die b sprochenen speziellen Faͤlle erscheinen, so wird das Unzulaͤnglt der Klage leicht zu erweisen seyn. Fuͤr diejenigen, die mit n Verfassung des hiesigen Handels⸗Gerichts nicht bekannt sind, - merke ich nur noch, daß es ein oͤffentlicher Gerichtshof ist. . Mehrzahl der Richter besteht aus Kaufleuten, Kaufmannschaft gewaͤhlt werden. Den Praͤses, vier Beisth und zwei Aktuarien, saͤmmtlich Juristen, waͤhlt der Senat.
kann jeder dort seine Sache selbst plaidiren, und sich nach 9
nem Belieben durch Juristen oder Nichtjuristen vertreten
sen. Vor der Franzoͤsischen Occupation hatten wir keinen sc chen Gerichtshof. Damals mußten Handelsprozesse sowohl a andere Rechtssachen in erster Instanz vor das Riedergerie konnten daher weder so schnell, noch mit so geringen Kost entschieden werden, als dieses jetzt von einer eigens dazu stimmten Behoͤrde geschieht.
Mainz, 14. Mai. Der Taunus, Eisenbahn⸗Geselsch ist am 11. Mai von Sr. Koͤnigl. 5 9 % dem Großherzog onzession fuͤr das Großherzogliche Gebiet unter Anwendum des Expropriations⸗Gesetzes und Genehmigung der vorgeleg Statuten verliehen worden. ' Die Mainzer Zeitung sagt: „Wie man aus zuoe siger Quelle erfaͤhrt, ist die Konzessions⸗Urkunde der Großße
der Oesterreichische Beobachter Nachstehendes:
hiesigen Platz kennt, wird sogleich den Ungrund
welche von Mh 9 erlichen allgemeinen Pruͤgelei.
voglich Hessischen Regierung fuͤr die Eisenbahn zwischen Frank⸗ furt, Mainz und Wiesbaden heute dem hiesigen Comité zuge⸗ kommen. Sie soll mit allen moͤglichen Beguͤnstigungen und mit tiner Umsicht verliehen seyn, welche das vollste Vertrauen zu diesem Unternehmen erwecken und befestigen muß. Unverzuͤglich wird nun, neben dem Baue zwischen Frankfurt und Hoͤchst, der Großherzoglichen Verfuͤgung gemaͤß, auch die Anlage zwischen Nainz (Castell) und Wiesbaden ins Werk gesetzt werden. Man darf wohl mit Recht von der Energie des hiesigen Comitée's er⸗ warten, daß nunmehr unverzuͤglich die Anspruͤche aller Bethei⸗ lgten, wie des Publikums, auf die nur zu lange schon verzoͤ⸗ gerte Ausfuͤhrung in jeder Hinsicht genuͤgend befriedigt werden.“
— — Frankfurt a. M., 16. Mai. Der Kaiserl. Oester⸗ reichische Praͤsidial⸗Gesandte der Bundes⸗Versammlung, Graf von Muͤnch⸗Bellinghausen, hatte auf seiner Herreise von Wien eine Audienz bei Sr. Majestaͤt dem Koͤnig von Bayern in Aschaffenburg. Eine gleiche Ehre widerfuhr auch fruͤher waͤh⸗ rend des diesmaligen Aufenthalts Sr. Majestaͤt zu Aschaffen⸗ burg dem Praͤsidirenden der Bundes⸗Militair⸗Kommission, Feldmarschall⸗Lieutenant Freiherrn von Welden. Der Letztere, der von hier abberufen worden und anfangs uͤber Wien nach Graͤtz auf seinen neuen Posten reisen wollte, begiebt sich nun vorerst nach Löondon und wird Ende dieses Monats unsere Stadt verlassen.
—Man zweifelt nicht daran, daß der bei der Bundes⸗Ver⸗ sammlung nun zuerst in Anregung kommende Gegenstand die Luxemburger Frage seyn, und glaubt, daß sie moͤglichen Falles chon morgen in der Sitzung zum Vortrage kommen werde. Ohne voreilige Vermuthungen aufzustellen, darf man doch die allgemein herrschende Ansicht aussprechen, es werde der Bund iese Frage auf eine der Wuͤrde Deutschlands angemessene und der Befestigung der allgemeinen Ruhe frommende Weise ent⸗ scheiden. Daß dabei die im Luxemburgischen und Limburgischen provozirte und in Bruͤssel selbst im Schoße der Repraͤsentanten⸗ ammer Nahrung sindende Aufregung gegen die Ausfuͤhrung der wesentlichsten Bestimmungen des Traktats vom 15. Nov. 1831 gegen den Vollzug von Bestimmungen, welche eigentlich erst die Anerkennung eines Koͤnigreichs Belgien von Seiten der Europaͤischen Maͤchte in sich fassen, nicht in ernste oder besorg⸗ liche Beruͤcksichtigung kommen kann, versteht sich von selbst. Auch
ist man weit davon entfernt, zu glauben, daß, wenn, wie es heißt,
Frankreich ein Observations⸗Corps an der Belgischen Graͤnze aufstelle, dieses geschehe, um diese Aufregung in Schutz zu nehmen oder gar die Ausuͤbung der Autoritaͤt des Deutschen Bundes im Rayon der Bundesfestung Luxemburg hemmen zu wollen. Man ist im Gegentheil der Ansicht, daß das Ka⸗ binet der Tuilerieen durch diese militairischen Maßregeln nur die jetzige Ordnung der Dinge in Belgien unangefochten zu erhalten, so wie die Ausfuͤhrung der letzten Entschließung der Londoner Konferenz in der Hollaͤndisch⸗Belgischen Angelegen⸗ heit, zu unterstuͤtzen beabsichtige. 1 Die hier beabsichtigte musikalische Gedaͤchtniß⸗Feier fuͤr erdinand Ries findet erst im Oktoper d. J. statt, da unsere aͤngerinnen jetzt mit den Proben fuͤr das Ende Juli stattfindende große Saͤngerfest zu sehr in Anspruch genommen sind. Die Statuten der zu errichtenden Mozart's⸗Stiftung liegen unserem Senate jetzt zu Genehmigung vor. Oesterreich. Wien, 14. Mai. Unter der Rubrik „Miscellen“ enthaͤlt ber Oes Das gewoͤhnlich sehr ernste „Journal des Débats“ enthaͤlt in seiner Nummer vom öͤten d. M. einen langen Artikel, dessen Inhalt wir unseren Lesern im Auszuge zum Besten geben. — Man be⸗ richtet dem „Journal des Débats“ aus Steinschoͤnau in Boͤh⸗ men, daß der Direktor des dortigen Kaiserl. Koͤnigl. National⸗ Theaters eine Italiaͤnische Opern⸗Gesellschaft engagirt habe. . gpacklichen Feeness ge n⸗ des Barbiere de Siviglia, der donnambula, Norma u. s. w. (die Liste der Auffuͤhrun 1 ang), habe das Publikum die Bengen naen ac di Santangelo ausgepfiffen, weil sie in Mozart's Nozze de Fi- ro falsch gesungen, woruͤber diese Nerven⸗Zufaͤlle bekommen nd sich geweigert habe, ferner aufzutreten. — Nun folgen mstaͤndliche Details uͤber die von dem Baron von Strajecz so soll der Direktor heißen) bei dem kompetenten Gerichtshofe dem Pfarrgerichte (tribunal paroissial), einer Art von Friedens⸗ gericht, vor welchem in Boͤhmen Prozesse solcher Art allein ge⸗ chlichtet werden, gegen Mlle. Blasina de Santangelo einge⸗ brachte Klage, das von dem gedachten „Pfarrgerichte“ zu Gun⸗ en des „adeligen“ Directeurs wider die „buͤrgerliche“ Saͤn⸗ gerin gefaͤllte Urtheil, und sonstiges mehr als die Haͤlfte der großen Foliospalten fuͤllendes Gewaͤsche. — Wenn man die ganz LL1“ stellen wollte, wie eine so abgeschmackte Fabel ngang in ein Blatt, das sich sonst mit ernstern Gegenstaͤn⸗ den beschaͤftigt, finden konnte, so duͤrfte deren Loͤsung allein in ebehghe am Schlusse des Artikels zu suchen seyn, der heaeuons echg he Verfassers nicht undeutlich verraͤth; in der Hin⸗ imn g 9 naͤmlich, daß jener Urtheilsspruch beweise: „wie weit Kaiserstaate die Aufklaͤrung noch zuruͤck sey (jusqu'à quel voint les moeurs sont encore arrierées dans notre pays)!“ 1822 8r .“ 1 1 Schweiz. Lin Korrespondent der Hannoverschen Zeitung giebt dor dse Borfälle im Kanton Schwyz den nachstehenden e⸗ 89 89 rein demokratischen Kantonen, d. h. in denjeni⸗ ch edeg . die Landesgemeinden⸗Verfassung haben, versammelt dcn 119e8.,- aͤhr das Volt am ersten Sonntage des Mais, um 7 Ueüemeinen es wihgelg nhascas zu ordnen. Die am letz⸗ b 1S. G chwyz stattgehabte Landesgemeinde, von aan-0. 90 Menschen besucht, iief auf eine fuͤr den Frieden Kantons aͤußerst fatale Weise ab, naͤmlich mit einer fuͤrch⸗ die sich seit shes Pan 1 d.ncn . nig * G die si echs Jahren ziemlich feindseli Sargäͤberstehen; eine Partei, welche den Grundsa en scs 2* ees agtoher und namentlich unter dem Einflusse L1““ andere, welche sich zu liberalen die ebG rstere werden die „Hornmaͤnner“, letztere dem alten encecnac Feaae. Die Hornmaͤnner gehoͤren nun aggen ice itons heile an, waͤhrend die Partei der Klauen⸗ dirten, Kagee⸗enennhaͤnger in den sogenannten aͤußeren 88 — Keeesche, Bersau, Wallerau, Einsiedeln und Pfaͤffi⸗ Gee gat⸗ Se Bezirke sind mit dem Regimente der Alt⸗ Fagnachter che⸗ Sheneg ac. zufrieden, wie dies der famoͤse kandesgemeinde von 1833 zur Genuͤge zeigt. Auf der letzten Uahieg ein e sollten nun einige Fragen, namentlich auch „entschieden werden, welche die Interessen der beiden lebhaft beruͤhrten. Die Klauenmaͤnner, an Zahl
lltische Parteien,
arteien sehr
den Hor 6
88 Hoenmaͤnnern betraͤchtlich uͤberlegen, langten unbewaffnet der Versammlung an; eine große Menge ihrer Geg⸗
UD
ner erschien mit Pruͤgeln, Stoͤcken u. dergl. bewaffnet; beide Parteien stellten sich einander gegenuͤber auf. Ziemlich ru ig laͤuft der Anfang der Landesgemeinde ab; als aber die erste Ab⸗ stimmung voruͤber ist, eignen sich beide Theile die Majorität zu. Es werden zwischen den Fuͤhrern heftige Worte gewechselt, dann wird auf einmal zu den Pruͤgeln gegriffen, und so gut werden dieselben von den Hornmaͤnnern gefuͤhrr, daß die Klauen⸗ maͤnner den Reißaus uͤber alle Berge nehmen. Blut floß zwar viel, jedoch wurde kein Menschenleben eingebuͤßt. Diese, felost fuͤr einen demokratischen Kanton etwas unparlamentarische Art, uͤber eine Streitfrage zu entscheiden, hat die groͤßte Erbitterung der verschiedenen Theile des Laͤndchens gegen einander hervor⸗ gebracht, und es duͤrfte der Vorfall zu einer politischen Tren⸗
nung, wenn nicht zu noch Schlimmerem fuͤhren, mischt sich die
Tagsatzung nicht bald und auf eine entschi ise i boͤsartigen Streit. f entschiedene Weise in den
It alien.
Rom, 5. Mai. (Allg. Ztg.) Man versichert, daß der Papst zu dem Fest von St. Peter und Paul die 83488 mehrerer Praͤlaten zu Kardinaͤlen bekannt machen werde, um die Zahl der Eminenzen nach den Todesfaͤllen in dem vorigen Jahre wieder zu vervollständigen. Man bestimmt schon einige Monsignoren, welchen diese hohe Wuͤrde zu Theil werden soll. Der heilige Vater soll gesonnen seyn, im Laufe dieses Monats eine Reise nach Civita⸗Vecchia vorzunehmen, um, wie man sagt, die Anlage der Straße von jener Stadt bis zur Graͤnze von Toskana, welche durch die Anwesenheit des Großherzogs wieder angeregt wurde, selbst in Augenschein zu nehmen. Wenn sie wirklich zu Stande kommen sollte, wird sie fuͤr den Roͤmi⸗ schen Staat von großer Wichtigkeit werden. Zu Ehren des Prinzen Johann von Sachsen wurden gestern Abend in der Villa des Fuͤrsten Massimo die vier Jahreszeiten von Haydn aufgefuͤhrt, wozu die hohe Geistlichkeit, die fremden Diploma⸗ ten und die ersten Familien der Stadt geladen waren. — Die Koͤnigin⸗Wittwe von Sardinien wird aus Neapel hier erwar⸗ tet, und einige Zeit in der ihr gehoͤrigen Villa Tusculana bei Frascati zubringen. — Der Oesterreichische Internuntius in Konstantinopel, Freiherr von Stuͤrmer, wird hier aus Malta, wo er seine Quarantaine macht, erwartet. stellung seiner Gesundheit von seinem Ho
en U mehreren Monaten erhalten.
Spanien.
Madrid, 5. Mai. Herr Barrow, Agent der Londoner Bibel⸗Gesellschaft, ist, wegen Herausgabe 8e Tbarzzelttune des Lucas in der Zigeuner⸗-Sprache hier verhaftet worden. Sir cedeaea he P. 8 fuͤr ihn verwendet und von dem Ba—
a ersprechen erhalten 6 . gelassen werden solle. 1 “ — Im Journal des 5. Mai liest man: „Auf der rona werden Blockhaͤuser errichtet, um die seit langer Zeit un⸗ terbrochene Communication zu sichern. — Die Gefechte bei San Quirse und Suria haben die Hospitäler von Berga mit verwundeten Karlisten uͤberfuͤllt, die theils wegen Mangel an Pflege und Arzeneien, theils in Folge einer epidemischen Krank⸗ heit, des Typhus, in großer Anzahl sterben. Letztere greift immer mehr um sich und diejenigen Verwundeten, die sich noch auf ihren Fuͤßen erhalten koͤnnen, verlassen die Hospitäͤler und begeben sich in die Privathaͤuser. In den letzten Tagen zaͤhlte man in Bergara uͤber 400 Erkrankungen und 20 bis 25 To⸗ desfaͤlle taͤglich. Auch die Doͤrfer Alpens und Borrada sind angesteckt worden. Der in Solsona befindlichen Karlisten hat sich eine voͤllige Entmuthigung bemaͤchtigt, da es ihnen an Al⸗ lem gebricht und die benachbarten Doͤrfer in Ruinen liegen. Dieser Umstand und das Ausbleiben der so lange schon ange— kuͤndigten Navarresischen Expedition hat einen gewissen Geist
yrénées⸗Orientales vom
Anfuͤhrern und der Junta große Besorgnisse einfloͤßt.5²2 Tuͤrkei. 88
Der Times wird aus Konstantinopel unterm 17. April geschrieben: „Ich freue mich außerordentlich, Ihnen ein g⸗ niß melden zu koͤnnen, welches fuͤr das Tuͤrkische Reich ohne Zweifel das wichtigse⸗ seit der Eroberung von Konstantinopel ist, — ein Ereigniß, welches fuͤr Volk und Regierung eine neue Aera der Wohlfahrt und Groͤße eroͤffnet und dem Souverain, der diese Lebens⸗ Reform zu Stande gebracht, die gerechtesten Anspruͤche auf die Dankbarkeit seiner Unterthanen und auf die Bewunderung der Welt verleiht. Sultan Mahmud hat naͤm⸗ lich die Abschaffung des bisherigen verderblichen Systems der Revenuͤen⸗ Erhebung beschlossen, welches seit den Tagen Mahomed's II. von dessen Nachfolgern blindlings beibe⸗ halten wurde. An die Stelle desselben soll das Finanz⸗System Arabischer Gesetzgeber treten, welches die Vorgaͤnger des jetzigen Sultans thoͤrichterweise mit dem vertauscht hatten, das an dem Verfall des Griechischen Kaiserreichs Schuld war, in⸗ dem sie das maͤchtige Werkzeug, dem der Islamismus seine Siege uͤber den halben Erdball verdankte, muthwillig beiseit warfen. Nach Ablauf dieses Jahres wird nun der Gebrauch aufhoͤren, nach welchem die Einkuͤnfte der Provinzen an den Meistbietenden verpachtet wurden, und die Erhebung dieser Ein⸗ kuͤnfte wird inskuͤnftige ganz allein den Munizipal⸗Beamten, den von den Einwohnern jedes Distrikts gewaͤhlten Ajans und Kodschabaschis, anvertraut werden. Die administrative Gewalt wird nicht laͤnger mit der finanziellen verbunden seyn, und der Gouverneur jeder Provinz wird seine Aufmerksamkeit allein auf die Erhaltung der Ordnung und Ruhe zu richten haben, ohne die Befugniß, sich irgendwie in die Erhebung der Revenuͤen zu mischen. Die Repartirung der direkten Steuer, welche von je⸗ dem Distrikte jaͤhrlich zu entrichten ist, soll der Entscheidung des Munizipal⸗Raths uͤberlassen werden, dessen Mitgliedern das Einkommen der einzelnen Bewohner der Gemeinde am besten bekannt ist, und der daher am richtigsten zu beurtheilen wissen wird wie viel ein Jeder beizutragen hat, um die Forderungen der Re⸗ gierung zu befriedigen. Diese Erhebungs⸗Art wird dem Schatz nicht die mindesten Kosten verursachen, da ihm die Munizipal⸗Be⸗ amten den von den Einwohnern in ihre Haͤnde entrichteten Be⸗ trag direkt zusenden werden. Bisher empfing der Fiskus, da er das Recht der Steuer⸗Erhebung an die Gouverneure der Provinzen verkaufte, nur die Kaufssumme, waͤhrend der Gou⸗ verneur von der Bevoͤlkerung vier bis fuͤnf Mal so viel er⸗ preßte, denn wer eine Speculation uͤbernimmt, sucht natuͤrlich den moͤglichsten Gewinn davon zu ziehen, und die Pforte konnte wenn sie einen solchen Handel einmal abgeschlossen hatte, sich nicht daruͤber beschweren, daß die Gouverneure, statt ihre Pro⸗ 8g auf eine ehrenwerthe Weise zu verwalten, zu Raub und Pluͤnderungen ihre Zuflucht nahmen, um ihr Geschaͤft so ge⸗
winnreich als moͤglich zu machen.
So ist denn die wichtigste
Er hat zur Her⸗ b von
ten Ent
traße von Barcelona nach Gi⸗
Verbesserung erreicht, die im Ottomanischen Reiche moͤglich
war, und die Bevoͤlkerung wird sich nun unter einer trefflichen Verwaltung sehr gluͤcklich fuͤhlen. Auf der Insel Ebrleen das neue System auf den Wunsch der Einwohner, der dem Sultan durch eine Deputation der dortigen Munizipal⸗Beam⸗ ten kundgegeben wurde, bereits eingefuͤhrt worden.“
11“ Iäannecheee Berlin, 19. Mai. Dem gestrigen großen Militair⸗Diner bei Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Ferupeinzer 2* außer Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Kronprinzessin keine der Erlauchten hier an⸗ wesenden Damen bei. — Ihre Kaiserl. Hoheit die Großherzo⸗ 8 von Sachsen⸗Weimar speiste mit Hoͤchstihren Prinzessinnen oͤchtern, Koͤnigl. Hoheiten, und waren mehrere der hiesigen
Gelehrten zur Tafel gezogen. Ihre Kaiserl. 2* die Groß⸗ 1
fuͤrsten Nicolaus und Michael Nicolajewitsch sind bereits vor⸗ gestern in Muͤncheberg angelangt und warten die Ankunst Ih⸗ rer Majestaͤt der Kaiserin ab, um mit Allerhoͤchstderselben in den heutigen Nachmittagsstunden zugleich in Berlin einzutreffen.
Breslau, 15. Mai. Wirksamkeit der General⸗Kommission fuͤr Schlesien hat im ver⸗
flossenen Jahre nachfolgende Ergebnisse geliefert. Es sind durch
450 bestaͤtigte Rezesse 501 Auseinandersetzungen vollstaͤndi n⸗ digt worden. Durch diese sind 84,711 ö“ 212,267 Hand⸗Diensttage zur Abloͤsung gekommen, 100,972 Morgen Land gaͤnzlich separirt, 153,705 Morgen Land von ver⸗ schiedenen Servituten befreit, 62 Schulaͤmter verbessert, 4 neue Vorwerke errichtet, 16 Hoͤfe abgebaut und 9 neue Stellen er⸗ baut worden. Es sind uͤberhaupt anhaͤngig geworden 11,248 Sachen; von diesen sind 10,270 Sachen beendigt, 321 bis zur Aufnahme der Rezesse gediehen und 657 noch in der Vorberei⸗ tung begriffen. Durch die beendigten Auseinandersetzungen sind 4518 neue Eigenthuͤmer mit einem Landbesitz von 168,166 Mor⸗ gen gebildet, 101 neue Vorwerke angelegt, 199 Hoͤfe abgebaut 2925 neue Stellen erbaut, 798 Schulaͤmter theils verbessert,⸗ g neu errichtet, 1,805,225 Gespanndienst⸗ und 2,350,413 Hand⸗Diensttage abgeloͤst worden. “ “ “
3 8 S 8 Frankfurt a. d. Oder, 16. Mai. In dem Bezirk der
Neumaͤrkischen Land⸗Feuer⸗Sozietaͤt sind vom 1. November v. J. bis Ende April d. J. 29 Braͤnde vorgekommen, davon einer durch fehlerhafte Bauart, 2 durch Fahrlaͤssigkeit und einer durch muthmaßliche Feueranlegung Muͤhle, 48 Wohn⸗ und andere Haͤuser, die Nebengebaͤude und
entstanden, welche eine
S ungerechnet, eingeaͤschert haben. Die liquidir⸗
genden Versicherungs⸗Werthes auf die ersten mit 2 Sgr., auf die dritte mit 9 und die vierte mit 4 Sgr. repartirt worden sind. 1. E11 be Ars rir eJrz 2
— — Erfurt, 17. Mai. In diesen Tagen ist hier ein
(Schles. Ztg.) Die Geschaͤfts⸗
chaͤdigungen und Unkosten betragen 25,367 Rthlr., welche nach Maßgabe des uͤberhaupt 12,569,900 Rthlr. behu.⸗ h beiden Klassen
Verein fuͤr Gartenbau zusammengetreten, der um so wirksamer zu werden verspricht, als die hiesige Gaͤrtnerei, besonders durch
den Saamenhandel, in einer weitgreifenden Verbindung mit dem Auslande steht und es am Orte selbst, wie in den benach⸗ barten Residenzstaͤdten, dem Zwecke an wissenschaftlicher Unter⸗ stuͤtzung nicht fehlen kann. Nan wird bei dieser Vera lassung daran erinnert, daß die große Reisestraße durch Erfurt inner⸗ halb der Stadt⸗Umwallung an dem botanischen Garten vor⸗ uͤberfuͤhrt, der, kaum von anderen als den Maͤnnern des Faches noch gesucht, ein fortbluͤhender Zweig der ehemaligen alten Uni⸗ versitaͤt, unter der bestaͤndigen aufopfernden Pflege eines aus⸗ gezeichneten Gelehrten still und emsig in seinem edlen Dienste
— ausharrt. der Insurrection und Meuterei erzeugt, der den Karlistischen b
Muͤnster, 14. Mai. Am 10ten d. M. ist die S
Mai. . M. ist die Stadt Drolshagen im Regierungs⸗Bezirk Arnsberg bis auf einige Gebaͤude ein Raub der Flammen geworden; uͤber 400 Personen haben Haabe und Gut verloren und wegen der Schnelligkeit,
mit welcher sich bei einem heftigen trockenen Winde das Feuer
uͤber die Stadt verbreitete, kaum das Leben retten koͤnnen. In einer halben Stunde standen einige 80 Gebaͤnde in Flammen die der Gluth und des Dampfes wegen unzugaͤnglich waren, und bis auf die Sohle abgebrannt sind; nur mit großer An⸗ strengung wurde die Kirche, das Pfarr- und Schulhaus und sechs andere Wohngebaͤude gerettet. Die Entstehung des Bran⸗ des ist unbekannt; Menschen sind nicht verungluͤckt. Außer der Versicherung der Gebaͤude zu niedrigen Saͤtzen bei der Pro⸗ vinzial Feuer⸗Sozietaͤt, hatten nur wenige Buͤrger ihr Haus⸗ Inventar bei Privat⸗Assekuranzen versichert. Fuͤr die ersten Tage wurden die Lebensmittel aus der benachbarten Stadt Olpe herbeigeschafft, ein von dem Landrath gebildeter Huͤlfs⸗Verein wird die weitere Sorge fuͤr die ungluͤcklichen Abgebrannten uͤber⸗ nehmen. — Im Muͤnsterschen Regierungs⸗Bezirk haben bis 1 Anfang d. M. die Winter⸗Saaten unter dem unguͤnstigen
influß der Naͤsse und Nachtfroͤste, nach Beschaffenheit des Bo⸗ dens mehr oder weniger, am meisten die Wintergerste und HOel⸗ Saat, welche durchgehends wenig Hoffnung giebt, gelitten Die Sommer;-Bestellung konnte nun auf leichtem Boden vor sich gehen. Das Zuruͤckbleiben des Graswuchses und Verder⸗ ben des Klees brachte wegen des Vieh⸗Futters Verlegenheit her vor. In Ibbenbuͤhren verbreitet sich der Hopfenbau aus erfreuliche Weise, auch wurden daselbst Versuche gemacht dem Mohnbau eine groͤßere Ausdehnung zu geben. Die Eisenhuͤt⸗ ten stehen in lebhaftem Betrieb, nur die St. Michaelishuͤtte bei Bochold mußte wegen hohen Wasserstandes eine Zeitlang ruhen. Auf dem Viehmarkt zu Bottropp am 27sten v. M. wurden nicht unbedeutende Geschaͤfte gemacht. —
Bonn, 14. Mai. (K. Z.) Heute traf hier Se. Fuͤrstliche Durchlaucht der Erbprinz von Schaumburg⸗Lippe mit Gefolge ein. Der Prinz wird auf unserer Universitaͤt seine Studien fortsetzen. Zu ihrer wissenschaftlichen Ausbildung verweilen noch hier Se. Koͤnigl. Hoheit der Erbgroßherzog von Me elen⸗ burg⸗Strelitz, so wie Ihre Durchlauchten die Prinzen Ernst und Albert von Sachsen⸗Koburg und drei Prinzen Hohenlohe⸗ Schillings⸗Fuͤrst. 1
us wärtige Börsen. Kanz-Pill.
Zinsl. —.
Amsterdam, 14. Mai. wirkl. Schuld SA47/16. 5 % do. 1019 ⁄16.
5 % Span. 211 8. Passive —. Ausg. Sch. —.
Poln. 116. Oesterr. Met. 102 ¼&.
Antwerpen, 13. Mai.
Neue Anl. 21 2⁄18. Br. 1. G
25 ,10. Preuss. Präm.-Sch. —.
Zinsl. —.