1838 / 154 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Welden, hier eingetroffen, wird nun Letzterer in den ersten Ta- Schwyzer Unruhen dazu benutzen wollte, in der Eidgenossen gen seine projektirte Reise nach England antreten. Die Frau schaft neue Verwirrungen zu veranlassen, wird gluͤcklicher Weise Graͤfin Rossi hat unsere Stadt auch verlassen und befindet sich nicht erreicht werden. Von einer Trennung des Kantons ode zu Paris. von einer politischen Reorganisation desselben will man in Unsere staͤndige Buͤrger⸗Repraͤsentation hat zwar den ihr der Schweiz nichts wissen, und das auffallende Benehmen des vom Senat vorgelegten Vorschlag zur Konversion und Zinsen⸗ Vorortes hat vielfache Mißbilligung nicht nur von privatlicher Reduction unserer oͤffentlichen Schuld verworfen, allein dadurch Seite gefunden, sondern es haben auch selbst v v Staͤnde, nicht gerade ausgesprochen, daß sie die Reduction der Zinsen wie z. B. Baselstadt und Neuchatel, ihren Tadel daruͤbe von 4 auf 3 pCt. in keiner Weise wolle. Es steht deshalb zu auf offizielle Weise ausgesprochen. Diese Aeußerungen scheine erwarten, daß sich der Senat mit der staͤndigen Buͤrger⸗Repraé⸗ auf den Vorort einigen Eindruck gemacht zu haben, den sentation doch uͤber einen anderweiten Reductions⸗Plan verei⸗ schon bemerkt man, daß derselbe einlenkt und weniger Parteilichke nigen werde. als fruͤher fuͤr die sogenannten Klauenmaͤnner zeigt. Zu einer In unserer Stadt faͤngt es jetzt an, belebter zu werden, da solchen Veraͤnderung in seinem Benehmen sol aber auch we⸗ sentlich die von den eidgenossischen Kommissarien gemachte

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noch nicht, wie zu erwarten war, da die Debatte uͤber die Stlaven⸗Angelegenheit bis gegen 1 Uhr dauerte.

London, 29. Mai. Obgleich das Oberhaus sich gestern den ganzen Abend hindurch, bis nach Mitternacht, mit der Ir⸗ laͤndischen Armen⸗Bill beschaͤftigte, so ist dieselbe doch, wie aus den Parlaments⸗Verhandlungen zu ersehen, nicht weiter gefoͤrdert worden, da die Gegner derselben noch einen Versuch machten, sie gar nicht erst in den Ausschuß gelangen zu lassen, woruͤber ein großer Theil der Sitzung hinging. sich am Ende kein einziger Pair fand, der jenen Versuch direkt durch sein Votum unterstuͤtzen wollte, war wohl wiederum hauptsaͤch⸗ lich dem dagegen wirkenden Einflusse des Herzogs von Wel⸗

5 132 Passagiere mit 11 Wagen am Bord. Die tsfandem sch nzoirkan 8 nun auf's Hoͤchste gestiegen, ein Angst wollte zuerst gerettet seyn; mehrere Passagiere sprangen Jed Wasser, andere wollten mit Gewalt das Boot losmachen, 3 lches aber zerbrach. Alle sind indeß gerettet, bis auf fuͤnf veconen, welche vermißt werden, naͤmlich ein Hr. von Golow⸗ koff (oder Golowin), und ein Diener des Russischen Kabinets⸗ Courier Herrn Markeloff, (beide Leichen sollen bereits angetrie⸗ hen seyn), ferner ein Herr Meyer, der einer Zucker⸗Fabrik des Herrn Baiard in St. Petersburg vorstehen soll, so wie 2 Mann von der Schiffsbesatzung. Von den eilf Wagen sind zwei uͤber Bord geworfen, die uͤbrigen sind verbrannt, so wie denn auch

er Passagier⸗Effekten verloren ist. Auch das

handelt es sich hier nur um Geld. Ich fuͤr mein Theil halte die ganze Ceremonie fuͤr ein eitles Gepraͤnge, fuͤr einen Ueber⸗ rest aus barbarischen Jahrhunderten, und ich kann nicht be⸗ greifen, was die Lonyalität des edlen Marquis durch groͤ⸗ beren Pomp bei einer solchen Ceremonie gewinnen wuͤrde. Nie⸗ mand wird glauben, daß das Recht Ihrer Majestaͤt auf die Krone durch diese Ceremonie verstaͤrkt werden koͤnnte. Die Kö⸗ uigin ist auch wohl selbst zu hochgebildet, als daß sie einen Werth auf die Ceremonie legen sollte. Ich wuͤnschte daher lie⸗ ber, der edle Premier⸗Minister haͤtte Ihrer Majestaͤt gerathen, die Ceremonie, als etwas Nutzloses, ganz unterbleiben zu las⸗ sen.“ Der Marquis von Salisbury, der die Lords aus

Frankreich ist, diese Sache so ziemlich in de Sinne zu behandeln, wie die anderen großen Maͤchte Emselhg Köͤnig der Belgier ist zwar ganz auf die Wuͤnsche seiner Uas thanen eingegangen und thut sein Moͤglichstes, um Ludwia und lipp's Unterstuͤtzung zu erhalten. Dieser bedaͤchtige M 9 soll aber den Forderungen seines Schwiegersohnes 8 onan munterung haben angedeihen lassen, und Belgien muß schn dazu anschicken, das ganze streitige Gebiet an Holland a 1 liefern, wenn die beiden Maͤchte nicht ihre Streitigkeiteus freundschaftliche Weise unter einander allein ausgleichen kin 8 Was die Frage wegen der gemeinschaftlichen Schuld henne so will Ludwig Philipp die Ansicht der Belgier untersir ij daß das Land billiger Weise fuͤr die Kosten enschaͤdigt 8.

wenn die Absichten des Parlaments zweifelheft blieben, und um die Ruhe und Wohlfahrt der Kolonieen aufrecht zu erhalten, Folge eines seit einiger Zeit schwebenden Streits eine Bewe⸗—⸗

Versehen „meine Herren“ anredete, sich aber gleich verbesserte, war mit diesen Ansichten nicht einverstanden, und Lord Lon⸗ donderry antwortete dem Grafen Fitzwilliam: „Wenn der edle Lord das, was er gesagt, im Erste meint, so sollte er doch sei— nen Ansichten gemäͤß hondeln und geradezu darauf antragen, die Kroͤnung ganz abzuschaffen.“ (Gelaͤchter.) Hiermit schloß dieser Wortwechsel, und es wurde nun zur Tagesordnung uͤber⸗ gegangen, welcher zufolge das Haus sich in den Ausschuß uͤber die Irlaͤndische Armen⸗Bill verwandeln sollte. Graf Roden suchte zwar nochmals die Verwerfung der Bill auf dieser Sta⸗ tion zu veranlassen, indem er darauf antrug, daß sie sechs Mo⸗ nate ausgesetzt werde; es gelang ihm jedoch nicht, mit diesem Amendement durchzudringen, obgleich er die Maßregel als will⸗ kuͤrlich und tyrannisch bezeichnete und als dazu geeignet, die Auellen der Barmherzigkeit in Irland ganz zu verstopfen, und obgleich er in diesen Ansichten von dem Grafen Winchil⸗ sea, von dem Marquis von Londonderry, dem Gra⸗ fen Stanhope und dem Marquis von Clanricarde unterstuͤtzt wurde. Der Herzog von Wellington hielt es naͤmlich fuͤr durchaus nothwendig, daß man ein gerades und redliches Verfahren in dieser Angelegenheit befolge und die Maßregel im Ausschusse genau pruͤfe, um sie entweder so zu

verbessern, daß sie zur Wohlfahrt Irlands gereiche, oder, wenn man sie unverbesserlich finde, eine andere an deren Stelle ein⸗ zubringen, da irgend etwas in Bezug auf das Irlaͤndische Ar⸗ menwesen gethan werden muͤsse, wenn man den Zustand jenes

Landes verbessern und dasselbe beruhigen wolle. Er gab auch zu bedenken, daß seit langer Zeit keine Bill mit so gro⸗ ßer Majoritaͤt vom Unterhause an das Oberhaus gesandt worden sey, und daß sie von dem stuͤtzt werde, daß man sie also nicht uneroͤrtert zuruͤckwei— sen duͤrfe. Diese Argumente trugen den Sieg davon, und Graf Roden sah sich genoͤthigt, sein Amendement zuruͤck⸗ unehmen. Im Ausschusse uͤber die Bill schlug der Graf von bibwillian zunaͤchst vor, die Berathung uͤber die ganze Einleitung und die ersten 40 Klauseln derselben noch auszusetzen, was mit 101 gegen 4 Stimmen genehmigt wurde. Dann ent⸗ spann sich aber eine lebhafte Debatte uͤber ein zweites von eben⸗ demselben zur 4lsten Klausel beantragtes Amendement, wonach

die Armen⸗Unterstuͤtzung auf Alte, Kranke und Waisenkinder beschränkt werden sollte. Nachdem Lord Melbourne sich gegen dies Amendement ausgesprochen hatte, wurde die Fortsetzung

der Diskussion jener Klausel und des Amendements bis zum Donnerstage verschoben, bis zu welchem Abend das Haus keine

Sitzung halten wird. Unterhaus. Sitzung vom 28. Mai. Nachdem Lord

J. Russell auf eine an ihn gerichtete Frage erkläͤrt hatte, bis zum V voller seyn, da sie in einem ziemlich gefuͤllten Hause erfolgte,

daß in Nieder⸗Kanada die Habeas⸗Corpus⸗ Akte 24. August suspendirt worden sey, daß aber das Ministerium deshalb keiner Indemnitaͤts⸗Bill beduͤrfe, weil es durch eine Parlaments⸗Akte zu einer solchen Suspendirung ermaͤchtigt werde, erhob sich Sir George Grey, der Unter⸗Staats⸗ Secretair fuͤr die Kolonieen, um, wie der Minister des Innern am Freitage angezeigt hatte, das Haus zu einer nochmaligen Entscheidung uͤber die Frage in Betreff der Fortdauer oder unverzuͤglichen Aufhebung des Lehrlings⸗Zustandes der Neger In den Westindischen Kolonieen aufzufordern, weil es, mit sich selbst im Widerspruch, fruͤher einen Antrag Sir G. Strick⸗ land's, der die voͤllige Freigebung der Neger⸗Lehrlinge am 1. August d. J. bezweckt, verworfen hatte, wogegen es spaͤter

Er setzte aber⸗ mals weitlaͤuftig aus einander, aus welchen Gruͤnden die Mi⸗ nister dieser letzteren Resolution nicht beipflichten koͤnnten, und bewies durch Aktenstuͤcke, daß der vom Parlamente angeord⸗ nete sechsjaͤhrige Lehrlingszustand der Neger die besten Wirkungen habe, daß die Letzteren in diesem Uebergangszustand die erfreulichsten

Fortschritte machten, und daß die Missionaire, die doch gewiß

fuͤr das Beste der Neger bedacht seyen und deren Interessen richtiger begriffen, als viele angebliche Negerfreunde, sich sehr guͤnstig uͤber das eingefuͤhrte System ausspraͤchen. Am Schluß

seiner Rede schlug daher Sir G. Grey dem Hause folgende des Britischen Guiana von Franzoͤsischen Truppen militairisch besetzt worden sey, weil man sich uͤber die Graͤnzen nicht habe

beide Resolutionen zur Annahme vor; 1) „Um die nachtheili⸗ gen Folgen zu verhindern, welche daraus entstehen koͤnnten,

Haus es Ausfuͤhrung zu thun.“

Ansicht

das zur Mai seiner

nicht der 2)

nach,

ist es noͤthig, zu erklaͤren, daß fuͤr raͤthlich haͤlt, einen Schritt (Wilmotschen) Resolution vom 22. „Das Haus erklaͤrt zugleich, daß,

nichts unterlassen werden darf, was dazu dienen kann, der Ne⸗ ger⸗Bevoͤlkerung in den Kolonieen Ihrer Majestaͤt die Privi⸗ legien zu sichern, zu denen sie nach der die Abschaffung der

Dllaverei betreffenden Akte und nach der dieses Gesetz verbes⸗ sernden Akte berechtigt sind, und daß dieses Haus dem Zustande

und den Verhaͤltnissen der Neger⸗Bevoͤlkerung auch nach Ab⸗ lauf der Lehrlingszeit (nach dem I. August 1840), wenn sie zum vol⸗ len Genuß ihrer gaͤnzlichen Freiheit gelangt seyn werden, seine sorg⸗ faͤltigste Aufmerksamkeit widmen wird.“ Sir E. Wilmot stellte diesen Vorschlaͤgen zwar das Amendement entgegen, daß der

Resolution vom 22. Mai, wenn man die Sicherheit und Ruhe

der Kolonieen aufrecht erhalten wolle, durch irgend eine legis—

lative Maßregel muͤsse Folge gegeben werden, und machte sich heute auch selbst anheischig, eine solche Maßregel einzubringen, wozu er bekanntlich am Freitage nicht bereit war; indeß nach⸗

dem der ministerielle Antrag durch Herrn Ellice, Sir R. Peel, welcher das Haus besonders warnte, es moͤchte sich nicht von Versammlungen in Exeter⸗Hall Vorschriften ma— chen lassen, und Lord Stanley unterstuͤtzt und schließlich von Lord J. Russell gegen die Einwuͤrfe der Gegner, unter denen sich auch O'Connell und viele andere sonstige An⸗ haͤnger des Ministeriums befanden, noch einmal vertheidigt worden war, ging die erste Resolution mit 250 gegen 178 Stim⸗ men durch; die Minister hatten also eine Majoritaͤt von 72 Stimmen, die ihnen in diesem Fall hauptsaͤchlich durch die Unterstuͤtzung der Konservativen zu Theil wurde. Die weite Resolution ward dann ohne Weiteres auch angenommen. ur Diskussion der Irlaͤndischen Munizipal⸗Bill kam es heute

1

Ministerium unter⸗

einer auf denselben Zweck gerichteten, von Sir E. Wilmot vor⸗ 8 geschlagenen Resolution seine Zustimmung gab.

V

bemerkt der Courier:

und sie dadurch in ihrem Ungestuͤm zuͤgelt. Andererseits fah⸗ Herzog ihren Unwillen fuͤhlen zu lassen. Sie sind besonders sehr entruͤstet daruͤber, daß er am Freitage den Bischof von Exeter in seinem Angriff auf das von der Regierung in Ir⸗ land eingefuͤhrte Unterrichts⸗System nicht unterstuͤtzt und durch sein Benehmen dieses System, nach welchem katholische und protestantische Kinder in denselben Schulen unterrichtet werden, geradezu gutgeheißen hat. Da naͤmlich in diesen Schulen nicht die Bibel selbst, sondern nur ein auf dieselbe gegruͤndetes Lehr⸗ buch, mit Auszuͤgen daraus, bei dem Unterrichte benutzt wird, die eigentliche Belehrung in den Glaubensgrundsaͤtzen aber nicht mit in den Schulplan aufgenommen, sondern den verschie⸗ denen Konfessionen uͤberlassen worden ist, so wollen die eifrigen Anglikaner darin eine Beeinträchtigung ihrer Kirche finden und aͤußern die Besorgniß, daß jenes System dazu fuͤhren wuͤrde, den Protestantismus in Irland immer mehr dem Katholizismus unterzuordnen; sie werfen also dem Herzoge von Wellington

vor, daß durch ihn eine solche Gefaͤhrdung der Staatskirche offen sanctionirt worden sey. Das Wichtigste, was au⸗ ßer den Debatten uͤber das Irlaͤndische Unterrichtswesen und uͤber die Irlaͤndische Armen⸗Bill, welche erst am Donnerstage, wenn es zur Abstimmung uͤber das erste bedeutende im Ausschusse von Seiten der Opposition bean⸗ tragte Amendement und zur Diskussion der ausgesetzten Klauseln kommt, ihre eigentliche Probe zu bestehen haben wird, in den letzten Tagen noch im Parlamente zur Entscheidung ge⸗ langte, war der Lehrlings⸗Zustand der Neger in den Westindi⸗ schen Kolonieen. Es war wohl vorauszusehen, daß das Unter⸗ haus, wenn die Minister es ernstlich dazu aufforderten, in einer vollen Versammlung auf seinen fruͤheren Beschluß zuruͤckkom⸗ men wuͤrde, durch den es bei Gelegenheit der Stricklandschen Motion die Fortdauer jenes Zustandes bis zu dem urspruͤng— lich festgesetzten Zeitpunkte, dem 1I. August 1840, fuͤr ange⸗ messen und gerecht erklaͤrt hatte, und es hat sich die

nach der unerwarteten Annahme der Wilmotschen Resolution

ausgesprochene Vermuthung vollkommen bestaͤtigt, daß die— ser entgegengesetzte Beschluß nur durch eine Ueberrumpelung des Hauses zu erklaͤren sey, welches, als die Resolution zur Abstimmung kam, gerade nicht sehr zahlreich versammelt war. Der gestrige Antrag der Minister war zwar nicht direkt auf Zuruͤcknahme jener Resolution gerichtet, wird aber, der

Sache nach, dieselbe Folge haben, als wenn das Haus den auf

Sir E. Wilmot's Antrag

G Feshsesn Beschluß geradesweges wi⸗ derrufen haͤtte, und diese

ntscheidung muß um so nachdrucks⸗

denn es waren gestern 432 Mitglieder zugegen, waͤhrend an jener fruͤheren Abstimmung nur 189 Mitglieder Theil nahmen. Die Verpflichtung, welche die Minister durch die zweite ihrer gestern vorgeschlagenen Resolutionen uͤbernahmen, daß naͤmlich die Regierung aufs sorgfaͤltigste darauf bedacht seyn wolle, den Negern wäͤhrend ihrer noch uͤbrigen Lehrlingszeit eine milde und gerechte Behandlung von Seiten ihrer Herren zu sichern, und daß auch nach der im Jahre 1840 eintretenden voͤlligen Freiheit der Ersteren fuͤr ihre Wohlfahrt angelegent⸗ lichst gesorgt werden solle, mag wohl mit dazu beigetragen ha— ben, daß ihre Resolutionen mit einer Majoritaͤt von 72 Stim⸗ men durchgingen, so sehr auch die Freunde der unverzuͤglichen

Emancipation sich in der letzten Zeit bemuͤht haben, das Land

fuͤr ihre Ansichten zu gewinnen und durch' Aufregung des Volks zu ihrem Ziele zu gelangen. Sie haben auch ihren Plan noch keinesweges aufgegeben, denn heute hielten sie bereits wieder eine Versammlung, in welcher neue Beschluͤsse zu Gunsten der Neger und gegen das Verfahren des Ministeriums angenommen wurden. 8

Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten wurde neulich von einem Mitgliede des Unterhauses gefragt, ob die Regierung eine offizielle Nachricht daruͤber erhalten habe, daß kuͤrzlich ein bedeutender Theil des Brasilianischen Gebiets und

einigen koͤnnen, worauf Lord Palmerston erklaͤrte, daß er zwar vernommen, es habe von Seiten der Franzoͤsischen Truppen in

gung stattgefunden, und daß er auch sogleich naͤhere Erkundi— gungen uͤber diese Angelegenheit angeordnet, daß indeß, da dies erst kurze Zeit her sey, noch keine Antwort hierauf habe nach England gelangen koͤnnen.

Ueber den jetzigen Stand der Verhaͤltnisse in Frankreich „Die Verhandlungen in den Franzoͤ— sischen Kammern sind in der letzten Zeit von wenig Interesse gewesen, da schon ziemlich lange kein Partei⸗Angriff stattgefun⸗ den hat; wir wissen aus unserem eigenen Unterhause, wie lang⸗ weilig eine Diskussion wird, so lange es keine Partei⸗Debatten dabei giebt und der gesetzgebende Koͤrper sich bona fide mit den Angelegenheiten des Landes beschaͤftigt. Die Sache scheint sich so zu verhalten: Gutzot, Thiers und die anderen parlamenta⸗ rischen Notabilitaͤten wuͤnschen, daß die Session ohne weitere Reibungen voruͤbergehen moͤchte. Das Ministerium kann nicht tieser gedemuͤthigt werden, als es schon geschehen ist, und die einzige Aussicht, welche das gegenwaͤrtige Kabinet hat, den ver⸗ lorenen Grund und Boden wiederzugewinnen, waͤre ein Partei⸗ Sieg auf irgend einem neuen Felde. Eine solche Gelegenheit will ihm aber die Opposition nicht darbieten, wenn sie es ver⸗ hindern kann. In Kreisen, welche in diesen Dingen gewoͤhnlich gut unterrichtet sind, ist man fest uͤberzeugt, daß Herr Guizot vom Koͤnige bereits die Ermaͤchtigung erhalten habe, waͤhrend der Ferien ein neues Kabinet zu bilden. Unterdessen naͤhert sich die Spanische Frage, dieser große Stein des Anstoßes auf der Bahn der Franzoͤsischen Staatsmaͤnner, immer mehr einer Kri⸗ sis, und wenn die Madrider Regierung nur ein wenig Vernunft entfaltet, so muß sie die Sache zu einer befriedigenden Erledi⸗ gung bringen koͤnnen.“

In Bezug auf die Hollaͤndisch⸗Belgischen Angelegenheiten

lington zuzuschreiben, der den leidenschaftlichen Eiferern eine gemaͤßigte und besonnene Haltung entgegenzusetzen fortfaͤhrt

ren daher auch die Ultra⸗Blaͤtter der Tory⸗Partei fort, den Niederlande aber scheint nicht

muͤsse, welche gr. die bedeutende Streitmacht verursacht; die es so lange beibehalten mußte, deren es aber unter ax ha⸗ Umstaͤnden nicht bedurft haͤtte. Auch einige Handels Pondera verlangt der Koͤnig der Franzosen fuͤr Belgien, der Fhatheit gesonnen, sie zu bewilligen der

Marie Taglioni ist gestern von Boulogne in Dover kommen und wird heute hier erwartet.

Am Sonnabend ist das Dampfschiff „Sirius“ zu se zweiten Amerikanischen Reise von hier nach Cork Fe

ange,

Nach Berichten aus Jamaika vom 28. April atte von Joinville mit seinem Gefolge auch dieser Insei

SHean⸗ nen Besuch abgestattet. Niederlande.

Amsterdam, 29. Mat. Das „Handelsblad“ lätk von seinem Korrespondenten in London unterm Lösten 'n Folgendes melden: „Es wird Ihren Lesern gewiß angengr seyn, zu vernehmen, daß alle fuͤnf Maͤchte, deren Gesandten Londoner Konferenz bilden, einstimmig beschlossen haben, n Traktat der 24 Artikel mit Koͤnig Wilhelm zu unterzeichmn Das Haager Kabinet muß in dieser Beziehung dieser Tage vih tige Mittheilungen erhalten haben, so daß man sich mit Gruh bei Ihnen schmeicheln kann, daß der Abschluß des Trakts zwischen Ihrer Regierung und den fuͤnf Hoͤfen in kurzer ze ausgefuͤhrt werden soll. Die mit allen Grundsaͤtzen des N

wegungen, die man durch allerlei Aufhetzereien in P gien jetzt zu Wege gebracht, und deren so unguͤnstiges Abng chen von der verstaͤndigen Haltung des Hollaͤndischen W. kes, hatte die entgegengesetzte Wirkung von dem herrm, gebracht, was man davon (in Belgien) erwartete. Statt m Maͤchten Furcht einzujagen, hat man sie mit Indignation g. fuͤllt und bei ihnen den festen Entschluß erzeugt, keine weim Nachgiebigkeit einem Lande angedeihen zu lassen, das sich se wenig wuͤrdig zeigt, eine Stelle in der Reihe der unabhaͤngign Staaten einzunehmen. Eine bedeutende Macht hat sich mo mentlich deshalb zu Bruͤssel auf die nachdruͤcklichste und ernstese Weise erklaͤrt, und seinen unabaͤnderlichen Beschluß zu erkenne gegeben, nicht zu dulden, daß sich Belgien auch nur in eine Hinsicht Verpflichtungen entziehe, welche diesem Lande aus den Traktat entsprungen, dem es seine Existenz zu verdanken und wozu es sich verbindlich gemacht habe.“

Das Handelsblad sagt ferner: „Die Belgischen Bläͤtte sind seit einigen Tagen wieder mit Adressen aus Limburg um Luxemburg gegen die Annahme der 24 Artikel und mit Procla⸗ mationen sogenannter patriotischer Vereine angefuͤllt, wesche be⸗

zu halten oder noch mehr zu entflammen. Allle sind in einen und demselben Tone abgefaßt und aus den wenigen Proben welche wir davon geliefert haben, sind alle anderen kennen; lernen. Wir nehmen denn auch keine derselben mehr auf, unh um so weniger, da die hochtrabenden Reden von Heldenmuf und Vaterlandsliebe, dem Kennzeichen aller Belgischen Proclo

chen und deren Durchlesung eher laͤstig werden als genuͤgn muͤßte.“ BSiMHen 88 E1“

Luͤttich, 29. Mai. Der Courrier de la Meuse, der seinen Unmuth daruͤber, daß Herr Neef, Burgemeister von Tilff, bei den letzten Wahlen den Sieg davongetragen, nicht verbergen kann, troͤstet seine Leser damit, daß die Majoritaͤt nur unbedeutend gewesen. (Herr Neef hatte bei 858 Waͤhlern nur 32 Stimmen mehr als sein Mitbewerber, Herr de Longree) Es werde dies, meint das gedachte Blatt, den Gegnern ei Beweis seyn, daß die Partei des Bischofs doch noch nicht st zusammengeschmolzen sey, als man gern ausgeben moͤchte. J man koͤnnte die letzte Abstimmung sogar als eine Art von Sig fuͤr diese Partei betrachten, da bei den vor zwei Jahren stan gefundenen Wahlen die aufgeklaͤrte Partei eine bedeutend gro⸗ ßere Majoritaͤt, als diesesmal, fuͤr sich gehabt habe.

Gestern haben sich saͤmmtliche Einwohner von Tilff zu ihe rem Burgemeister begeben, um ihm zu dem Siege, den er be der Wahl in Luͤttich davongetragen, ihren Gluͤckwunsch abzu— statten. Bei den letzten Wahlen sind uͤbrigens auch an ande ren Orten der Provinz alle diejenigen Mitglieder der Provri⸗ zial⸗Deputation, die fruͤher in der bekannten Tilffer Angelegen heit Partei fuͤr den Bischof van Bommel genommen halten, nicht wieder gewaͤhlt worden. v

Deutschland.

Luͤbeck, 31. Mai. (Boͤrsenhalle.) Das Dampsschif „Nicolai I.“, Capitain Stahl, mit 132 Passagieren und 9 Mann Besatzung am Bord, ist auf der Reise von St. Peters burg nach Travemuͤnde, Nachts zum 31. Mai zwischen I1 und 12 Uhr, unter Groß⸗Kluͤtz, circa eine Meile von der Tyve⸗ muͤnder Rhede entfernt, in Brand gerathen. Folgendes sud die naͤheren Umstaͤnde des ungluͤcklichen Ereignisses: „Die Reise von St. Petersburg war vom schoͤnsten Wetrer begleitet; gestern Morgen (den 30. Mai), ward die Post bei Ri— gen abgegeben. Abends gegen 11 Uhr, als alle Damen und Kinder schon ihre Schlafstellen gesucht, die Her⸗ ren aber noch an der Abendtafel oder an den Spiel⸗ tischen versammelt waren, erscholl der Schreckensruf, das Schiff brenne! Bald sah man auch den Rauch und die Fun⸗ ken aus dem Raume, wo die Heizkammer sich befindet, aufstei⸗ en. Capitain Stahl, welcher die Geistesgegenwart nicht verlor, enutzte die noch wirkende Kraft der Maschine, um dem Lande zuzusteuern, und ließ nur die Handspritzen wirken; denn dur ein Stillstehen der Maschinen und Anwendung der Dampfsyritze wuͤrden, bei dem Mangel an hinlaͤnglichen Boͤten und den al dann eingetretenen verzweifelten Kaͤmpfen und Wirren, mogl⸗ cherweise saäͤmmtliche am Bord befindlichen Personen ihren To in den Flammen oder in den Wellen gefunden haben. Da Feuer griff so rasch um sich, daß es nur eben gelang, d Schiff bei Kluͤtz, etwa 100 Schritte vom Lande entfernt,

sagt dasselbe Blatt: ir glauben versichern zu koͤnnen, daß

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den Strand zu setzen. Außer der 33 Mann starken Besatzung

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kerrechts, aufrichtiger Treue und weiser Politik streitenden d. 1

zwecken, den Geist des Widerstandes in diesen Provinzen reg

mationen, endlich auf uns einen unangenehmen Eindruck mab

8 5 bb Sege an die Depeschen dreier Couriere haben nicht ö8s. werden koͤnnen. Von Kontanten soll nur ein Faß Gold am Bord gewesen seyn, in dessen Wiederbesitz man noch zu gelangen hofft. Capitain Stahl, welcher nur mit Rettung z 1SPassagiere beschaͤftigt war, hat ebenfalls weder seine Effek⸗ bg och Papiere gerettet. Die Mehrzahl der Passagiere ist eag,shae, bn ohne Schuhe und Kopfbedeckung angekommen. Das Schiff ist bis zum Wasserspiegel aufgebrannt und wird nichts verabsaͤumt, aus dem Rumpf des Schiffes zu bergen, was moͤglich ist. Das Schiff ist in London versichert. Ueber die Entstehung des Feuers laͤßt sich noch nichts mit Gewißheit sagen; einerseits meint man, daß sich aus den in feuchtem Zu⸗ stande eingenommenen, noch mit Eis vermischten Kohlen brenn⸗ hares Gas entwickelt habe, andererseits meint man, daß der b Brand wahrscheinlich in der Maschine entstanden sey.“

Leipzig, 2. Juni. Seit dem Ende der Ostermesse und nachdem uns auch die auswaͤrtigen Buchhaͤndler und de⸗ ren Geschaͤftsfuͤhrer verlassen haben, ist es, in merkantilischer Hinsicht, ungewoͤhnlich still bei uns geworden, da auch die Be⸗ sitzer von Sommerwohnungen in der Umgegend der Stadt diese bezogen haben, obschon die Witterung hierzu nicht sehr einladend ist. Ob der ehestens beginnende Wollmarkt erneuer⸗ tes Leben in unsere Stadt bringen wird, moͤchte schwer zu be⸗ stimmen, doch kaum zu vermuthen seyn; viele Geschaͤfte werden an Ort und Stelle und lange vor Eintritt des Marktes ge⸗ schlossen, und wer ja seine Wolle aus etwas entfernter Gegend hierher bringt, sucht sie bald zu verkaufen, und je eher desto lieber zuruͤckzureisen, da Leipzig, wie man seit Jahren schon gefunden, ein theures Pflaster ist, und wir, außer den Messen, die gewoͤhnlichen Winterfreuden und jetzt unsere Dampfwagen⸗ Fahrten abgerechnet, wenig besitzen, was den Fremden auf laͤn⸗ gere Zeit hier zuruͤckhalten koͤnnte. Auch sonst findet in dem oͤffentlichen Leben eine Stille und Einfoͤrmigkeit statt, die nur selten unterbrochen wird. Die Weigerung der hiesigen Stadt⸗ verordneten, die vom Ministerium des Innern anbefohlene Wahl eines Stadt⸗Rathes vorzunehmen, die deshalb unter⸗ zeichnete Protestation des groͤßten Theils der ersteren, die sich unter Anderem auf eine Nichtbeachtung der Staͤdte⸗Ordnung Seitens des Ministeriums gruͤnden soll, und die Besprechun⸗ gen daruͤber, was wohl das Resultat seyn, welche Schritte weiter das Kollegium der Stadtverordneten in dem unerwar⸗ teten Falle der Verwerfung thun werde, sind das einzig Be⸗ merkenswerthe, weil darin ein ernster Widerstreit verschiedener Interessen des constitutionnellen buͤrgerlichen Lebens in unserem Leipzig zu erkennen ist. Von anderer Bedeutung sind die muth⸗ maßlich streng eintretenden Maßregeln wider die Frechheit un⸗ serer periodischen Journalistik, die durch einen Artikel in einem hiesigen Blatte zweiten Ranges, der allgemeinen Tadel fand, den hoͤchsten Grad erreicht hat. Das neue Postge⸗ baͤude an der Ecke des Grimmaischen Steinwegs ist schon so weit fertig, daß man mit dem Abputzen der Außenseiten be— gonnen hat, und gleichzeitig der weitere innere Ausbau, und die Einrichtung der Raͤume vorgenommen wird. Man kann, zumal bei der uͤberaus großen Thaͤtigkeit unserer Ober⸗Post⸗ amts⸗Direction in allen ör anvertrauten Angelegenheiten, mit Gewißheit erwarten, daß das Gebaͤude im August d. J. voͤllig fertig und bezogen seyn wird. Ob und in welchem Maße dann, zur Erleichterung des korrespondirenden Publikums, Briesposten in einzelnen Theilen der Stadt errichtet werden, ist noch nicht vollständig eroͤrtert worden. Mit gestern hat die Verzinsung der Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗Actien begonnen, doch der Cours der letzteren sich darum keineswegs gesteigert, im Ge⸗ gentheil sind sie mit 93 ½ notirt worden, wozu vielleicht der uͤber Ludwig Ritter's Vermoͤgen enstandene Konkurs Anlaß gegeben hat, da dieser Banquier unter Anderem im Besitze von mehr als 2400 Actien gewesen seyn soll, die er zu 13 pCt. uͤber pari gekauft haben mag. Die Personen-Frequenz bei den Dampfwagen⸗Fahrten erhaͤlt sich nicht allein, sondern ist im Steigen begriffen. Am Himmelfahrts⸗Feste sind 1923 Per⸗ sonen, und am 27. Mai 1726 gefahren. Am 16. Juni soll die Bahn von Dresden aus bis nach Kotzschenbrode eroͤffnet werden.

Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Belgischen Blaͤt⸗ ter fahren fort, Bericht zu erstatten uͤber die Vorbereitungen, welche man namentlich in dem Großherzogthum Luxemburg tref⸗ fen soll, um sich moͤglichen Falls mit Gewalt der Ausfuͤhrung den 24 Artikel widersetzen zu koͤnnen. Gerade diese Vorgaͤnge aber, welche uͤberall augenblickliche Ahndung des Gesetzes zur Folge haben wuͤrden, muͤßten, wenn es nothwendig waͤre, die Maͤchte der Londoner Konferenz um so mehr uͤberzeugen, daß die Aufrechthaltung der Ruhe und Ordnung in den Niederlan⸗ den den Vollzug der vielbesprochenen 24 Artikel durchaus ver⸗ langt. Man scheint freilich geneigt zu seyn, aus der Antwort, welche der Deputation bei Ueberreichung der Adresse des Bel⸗ gischen Senats zu Theil geworden, einen Schluß zu ziehen, welcher die Hoffnungen der Belgischen „Patrioten“ rechtferti⸗ gen koͤnnte. Wenn aber dieses der Fall waͤre, so ist es um so unverzeihlicher, daß dessenungeachtet die Belgischen „Patrioten“

mit ihren nirgends zu rechtfertigenden Demonstrationen fortfah⸗ ren und mithin ihrer Regierung wenig Vertrauen bezeugen. Sicher hegt aber die Belgische Regierung zu sehr die Ueber⸗ zeugung der unmoͤglichen Erfuͤllung der ungemessenen Forderun⸗ gen der Belgischen „Patrioten“, als daß sie Versprechen geben sollte, welche ihr spaͤter nur eine peinliche Verlegenheit be⸗ reiten muͤßten. Keiner Frage mag es jedenfalls mehr unterlie⸗ gen, daß die Hollaͤndisch⸗Belgische Differenz nur auf Grund des Traktats geschlichtet werden kann und wird, welcher am 1F. November 1831 von den fuͤnf Großmaͤchten und Belgien unterzeichnet und nun auch eventuell von Sr. Majestaͤt dem Koͤnig der Niederlande angenommen worden. Dabei aber ver⸗ steht es sich von selbst, daß man Vorkehrungen zu treffen weiß, welche verhuͤten, daß die Ruhe in den zu theilenden Provinzen gestoͤrt und die Existenz der neuen Ordnung der Dinge in Vel⸗ gien bedroht werde. B Nachdem der Nachfolger des seitherigen Praͤsidirenden der undes⸗Militair⸗Kommission

h

mehr Fremde eintreffen, welche, bevor sie in die Baͤder gehen,

rasch fort; leicht moͤglich ist es aber, daß sie in den naͤchsten Wochen eine Hemmung erfahren, wenn bis dahin das Eisen⸗ bahn⸗Comité nicht mehr Terrain acquirirt hat.

juͤngstes Bild „Daniel in der Loͤwengrube“ so außerordentlichen Beifall erhalten, hat nun ein historisches Gemaͤlde „Gustav Adolph's Tod“ in Arbeit. Bedeutendes versprechen.

man zu Luxemburg unterrichtet, daß in den Dorfschaften Ho⸗ stert und Niederanwen, die in dem strategischen Rayon der Festung liegen, die Belgische Fahne auf dem Glockenthurm der Kirche aufgepflanzt worden sey. Die Militair⸗Patrouillen kon⸗ V statirten bald die Wahrheit der Thatsache. Da nun nach einem von dem Festungs⸗Gouvernement ausgegangenen, allen Burge⸗ meistern der im Rayon befindlichen Gemeinden eroͤffneten Be⸗ fehl dergleichen Demonstrationen untersagt sind, und zwar bei Strafe persoͤnlicher Verantwortlichkeit der Gemeinde⸗Obern und militairischer Execution, so wurde der Burgemeister von Ho⸗ stert und Niederanwen aufgefordert, die Fahne wegnehmen zu lassen. wurden vier wen und Höostert das revolutionaire Zeichen wegzunehmen, auch die ser Unordnung zu verhaften und nach der Festung zu bringen, im Fall sie aber die Flucht ergriffen haͤtten, die Dorfschaften be⸗ u halten und den Truppen Proviant liefern zu lassen. ie der Verantwortlichkeit zu L1-.98 9 somit wurden die Einwoh⸗ ner requirirt, der Truppen-A Am Tage darauf, 29. Mai, ließ der Militair⸗Gouverneur, ohne Zweifel in Betracht Opfer einiger Boͤswi stung zuruͤckkommen, nachdem er jedoch die Dorfbewohner aufs ausdruͤcklichste Unordnung erneue, werde rasche und strenge Strafe ein— treten. uͤber Mannszucht gegeben. Die Bewohner der zwei Doͤrfer sollen, wie man uns versichert,

in Zukunft von der Beschaͤftigung bei den Festungsbauten aus⸗ Eine große Anzahl dieser Einwohner hat

des Generals Freiherrn von

ier einen kleinen Aufenthalt nehmen. Die Arbeiten an der Taunus-⸗Eisenbahn gehen bis jetzt

Der hier verweilende ausgezeichnete Maler Rethel, dessen Man darf sich im Voraus etwas

Das Journal de Luxem⸗

Luxemburg, 30. Mai. „Am 28. Mai wurde

ourg enthaͤlt nachstehenden Artikel:

Da diese Compagnieen dirigirt,

Aufforderung ohne F”d. lieb,

der Garnison auf Niederan⸗ um die Doͤrfer zu besetzen, nstifter die⸗

bei uns um. Die neuesten Berichte aus diesem

ehoͤrden (Dorf⸗Obern) hatten das Weite gesucht, um sich theilung Unterhaltmittel zu liefern.

58 daß die friedlichen Einwohner die ligen seyen, die Truppen wieder in die Fe⸗ hatte warnen lassen, wenn sich eine solche

Die Truppen haben bei diesem Vorgang ein jedes Lob gehendes Beispiel von Maͤßigung und Nicht der geringste Exceß ist vorgefallen.

geschlossen werden. vor, sich an den Burgemeister zu halten, um auf seine Kosten Entschaͤdigung fuͤr ihre Lieferungen zu erlangen. Dahin fuͤhrt boͤser Wille und Sorglosigkeit der Kommunal⸗Obern, denen die Pflicht obliegt, fuͤr die oͤffentliche Ruhe zu wachen, und die doch Excesse dulden, welche durch nichts zu entschuldigen sind

uͤbertragen.

und deren Opfer die unter ihrer Verwaltung stehenden Dorf⸗ bewohner werden.“ 1I111A“

Oesterreich. Wien, 30. Mai. Der fuͤr die Kroͤnung Ihrer Ma⸗ jestaͤt der Koͤnigin Victoria von England ernannte außerordent⸗ liche Botschafter Sr. Majestaͤt des Kaisers von Oesterreich, Fuͤrst Adolph von Schwarzenberg, hat am 26sten d. M. mit zahlreichem Gefolge, worunter sich mehrere junge Edelleute des Kaiser⸗Staates befinden, die Reise nach London angetreten. Die heute bei Gelegenheit des Namensfestes Sr. Maje⸗ staät des Kaisers stattgehabten Feierlichkeiten waren von der herr⸗ lichsten Witterung beguͤnstigt. Im Lustschlosse von Schoͤnbrunn ist diesen Mittag große Familien⸗Tafel. Se. Durchlaucht der Haus⸗, Hof⸗ und Staats⸗Kanzler, Fuͤrst von Metternich, giebt eute in seinem Sommer-Palais am Rennweg eine glaͤnzende Soirée dansante, wozu uͤber 400 Personen Einladungen erhalten aben. 8 Se. Koͤnigl. Hoheit der Erzherzog Ferdinand von Este schickt sich zur Reise nach Lemberg an, um daselbst seine Func⸗ tionen eines General⸗Civil⸗ und Militair⸗Gouverneurs von Ga⸗ lizien wieder zu uͤbernehmen. Se. Kaiserl. Hoheit der Schiffs⸗Capitain Erzherzog Frie⸗ drich, Sohn des Erzherzogs Karl, welcher von seiner letzten Krankheit wieder vollkommen sich erholt hat, ist im Begriff, eine groͤßere Seereise anzutreten. Es werden hier verschiedene Gegenstaͤnde von Werth mit dem Buchstaben „F“ versehen ver⸗ fertigt, die ohne Zweifel zu Geschenken auf dieser Route be— stimmt sind.

Se. Durchlaucht der Herzog von Nassau hat vorgestern

Wien verlassen, um sich nach seiner Residenz Bieberich zuruͤck⸗ zubegeben, von wo aus er erst spaͤter den Badeort Kissingen besuchen wird. 8 88

Aus Belgrad ist der Oberst und Adjutant des Fuͤrsten Mi⸗ losch von Serbien, Herr von Simich, hier eingetroffen.

Im Laufe voriger Woche ist der bekannte Architekt, Ritter Leo von Klenze, in Begleitung des Herrn von Kobell, auf der Donau von Regensburg hier angekommen. Wie man vernimmt, haben die beiden genannten Herren die Reise hierher im Auf⸗— trage Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Bayern zu dem Zwecke unternommen, um auf den Grund einer genauen Inspizirung geeignete Vorschlaͤge zu der so wuͤnschenswerthen Regulirung des Donaubettes zu machen. Auch von Oesterreichischer Seite scheint man ernstlich an öI diesfaͤlliger Plaͤne zu denken.

Am 27sten hat sich der Diener des zweiten Secretairs der Tuͤrkischen Botschaft, Alisch Efendi's, in der Donau den Tod gegeben. Man kennt das Motiv dieses muthmaßlichen Selbst⸗ mordes, eines unter den Tuͤrken fast unerhoͤrten Falles, noch nicht mit Genauigkeit, vermuthet jedoch, daß nur Heimweh den Ungluͤcklichen den dem heimathlichen Gestade zufließenden Wogen zugefuͤhrt habe.

Schweiz.

annoversche Zeitung schreibt aus der Schweiz ai. „Die Absicht der politischen Partei, w

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Die vom 29. N

Entdeckung beigetragen haben, daß die liberale Partei von Schwyz in Bezug auf stattgehabte Erkaufung von Stimmen Behufs der Erreichung von Parteizwecken und anderer unge⸗ setzlichen Umtriebe Oeffentlich sind freilich die Resultate der Untersuchungen besag⸗ ter Commissaire bis jetzt noch nicht geworden. werden nun in kurzem unter Eidgenossischer Aufsicht die zer zu einer allgemeinen Landesgemeinde wieder zusammentreten und die Parteien bei dieser Gelegenheit auf friedlichem und gesetzlichem Wege mit einander sich verstaͤndigen. wenigstens ist der Wunsch aller verstaͤndigen und einslußreichen Maͤnner der Schweiz. Ueber den oͤffentlichen Zustand von

den Hornmaͤnnern in Nichts nachstehe.

weifel

Ohne chwy⸗

Dies

Wallis liefen in der letzten Woche sehr beunruhigende Geruͤchte

antone zeigen, daß jene zwar nicht ganz grundlos waren, daß sich jedoch die dortige politische Bewegung auf die Errichtung von einigen so⸗

genannten Freiheitsbaͤumen im unteren (Franzoͤsischen) Theile

des Wallis und auf einen von Seiten seiner Bewohner lebhaft ausgesprochenen Wunsch beschraͤnkte, hinsichtlich der Repraͤsent tionsrechte mit dem obern (Deutschen) Wallis auf gleichen Fu gestellt zu werden.“ 1 i It6114 99 —— 8 Florenz, 25. Mai. Am 23sten d. M. ist Se. Kb Hoheit der Prinz Leopold, Graf von Syracus, mit sein mahlin von Neapel hier eingetroffen. 28 111

Spanien. 2020

Madrid, 22. Mai. Durch ein Koͤnigliches Dekret wir dem Grafen von Ofalia, bis zur Herstellung des Generals Latre, interimistisch das Portefeuille des Kriegs⸗Ministeriums

Gestern ist der Herzog von Fezensac, Franzoͤsischer Bot schafter am hiesigen Hofe, mit seinem Gefolge hier angekommer

Am 9. Mai griff Guergué das Fort Nauclares auf der Straße von Vittoria nach dem Ebro an. Die kleine Garni son desselben, welche aus einer Compagnie Provinzialen bestand vertheidigte sich tapfer und kapitulirte erst, als die Karlistische Artillerie eine Bresche geschossen hatte. Espartero, welcher zum Entsatz herbeieilte, kam zu spaͤt. Die Karlisten hatten Naucla res bereits wieder verlassen, nachdem sie es vorher angezuͤndet. Es soll jetzt ein neues Fort erbaut werden, jedoch in einiger Entfernung von dem alten, welches von den umliegenden Ber⸗ gen beherrscht wurde und daher leicht zu nehmen war.

T8 4r 89

Konstantinopel, 8. Mai. (Journ. de Smyrne) Die Regierung beginnt die durch die letzten Reformen in de Verwaltung bezweckten Veraͤnderungen auszufuͤhren. Durch hohe Bestimmung ist das System der Käuflichkeit, welches au einer langen und bis jetzt geduldeten Gewohnheit beruhte, ab geschafft worden. Alle oͤffentlichen Aemter werden jetzt so be setzt werden, daß 88 Inhaber keinen Vorwand finden wer⸗ den, sich einer dem Wohle des Volkes im hoͤchsten Grade schaͤd⸗ lichen Habsucht hinzugeben. Die Großwuͤrdenträger empfangen schon so bedeutende Gehalte, daß sie davon anstaͤndig und ihre Wuͤrde gemaͤß leben koͤnnen. Es ist ihnen jetzt ausdruͤcklich untersagt, irgend ein freiwilliges oder erzwungenes Geschen u fordern oder anzunehmen, oder ihr Vermoͤgen durch Ver sauf ihres Einflusses zu vergroͤßern. Der Sultan scheint fe entschlossen, uͤber der genauen Befolgung dieser Maßregel, vo der man sich die wohlthaͤtigsten Folgen verspricht, zu wachen. Man ist jetzt mit der Festsetzung der mit jedem Amte verbun denen Einkuͤnfte beschaͤftigt. Die drei ersten Minister beziehern ein monatliches Gehalt von 75,000 Piastern, der Premier⸗ Minister 90,000 Piaster.

Der Russische Geschaͤftstraͤger, Herr von Ruͤckmann, ist au dem „Ferdinand“ nach Bucharest abgegangen. Der Legations⸗ Rath Fuhrmann wird ihn hier ersetzen. Uebrigens wird, wi es heißt, Herr von Butenieff bald hierher zuruͤckkehren und Her von Ruͤckmann dann auf seinem Posten in Bucharest bleiben.

Der Geschaͤftstraͤger des Fuͤrsten der Wallachei, Nikolaut Aristarihi, hat ein Dampfschiff gemiethet, auf welchem er mi seinem Bruder Miltiades öö nach Galatz abgeganger ist. Der angebliche Zweck seiner Reise ist die Vermaͤhlung sei ner Schwester; aber man hat einigen Grund, zu glauben, daß er der Ueberbringer eines Firmans der hohen Pforte ist, ir welchem die Walachischen Bojaren, die die Opposition gegen

che die

den Fuͤrsten Alexander Ghika bilden, scharf zurechtgewiesen werden. 8 Man spricht von der bevorstehenden Abfahrt der Ottoma nischen Flotte, welche 40 Segel zaͤhlen soll. Die Bestimmung derselben ist noch unbekannt. Es heißt, daß dieselbe den Sultan auf seiner schon lange beschlossenen Reise begleiten soll; von andern Seiten werden dagegen Kriegs⸗Geruͤchte verbreitet Saͤmmtliche zur Flotte gehoͤrigen Schiffe sind sehr sorgfaͤltig in Stand gesetzt worden, und mit Vorraͤthen aller Art reichlich versehen. Nach dem aͤußern Anblick zu urtheilen, befindet sich dieselbe in einem vortrefflichen Zustande.

Der Moniteur Öttoman enthaͤlt einen Artikel, durch welchen die Gelehrten im Auslande, welche dem Sultan irgend ein Werk zu verehren die Absicht haben, auf die Nothwendig⸗ keit aufmerksam gemacht werden, vorlaͤufig zu diesem Ende die Erlaubniß Sr. Hoheit im geeigneten Wege einzuholen.

In diesen Tagen kam in Galata ein Pestfall vor. Der Erkrankte ist ein Grieche, den man alsbald in s Hospital schaffte, 1 Diese seltenen und vereinzelten Faͤlle verursachen indeß keinen großen Schrecken, und man ist vielmehr der Meinung, daß die Hauptstadt in diesem Jahre von der Pest verschont bleiben wird

Smyrna, 12. Mai. Ungeachtet der von den Behoͤrden angeordneten Vorsichts⸗Maßregeln ist die Pest hier wieder ein⸗ geschleppt worden. Einer von den Passagieren, die ein Grie⸗ chisches Schiff vor einigen Tagen hier ans Land setzte, ist an der Pest gestorben. Es sind sofort energische Maßregeln ergrif⸗ fen worden, um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern.

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